Podcastfolge Nr. 221 Schon wieder krank? Was in der Erkältungszeit wirklich zählt! Mit Jason Raffington und Elisabeth SeidelPodcastfolge Nr. 221 Schon wieder krank? Was in der Erkältungszeit wirklich zählt! Mit Jason Raffington und Elisabeth Seidel

Ständig erkältet? Was in der Erkältungszeit zählt

Der Sommer ist vorbei, die Erkältungszeit beginnt – und damit kommen jedes Jahr ähnliche Fragen auf: Was kann man im Alltag für das Immunsystem tun? Welche Rolle spielen Schlaf und Ernährung? Was ist bei Zink zu beachten? Und sollte man noch Sport machen, wenn sich bereits ein Kratzen im Hals ankündigt?

In dieser besonderen HEALTHWISE-Folge beantworten Jason Raffington und Elisabeth Seidel Fragen aus der Sunday-Community rund um Immunsystem und Erkältungszeit.

Ihr zentraler Gedanke: Es geht nicht um den einen „Immun-Booster“. Ernährung, Schlaf, Bewegung, Erholung und eine ausreichende Nährstoffversorgung greifen vielmehr ineinander. Wer dagegen ständig krank wird, sollte nach Ansicht der beiden nicht einfach das nächste Supplement ausprobieren, sondern genauer hinschauen.

    Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

    Wie funktioniert das Immunsystem?

    Kurz gesagt: Das Immunsystem ist ein komplexes Abwehrsystem, das an vielen Stellen des Körpers aktiv ist.

    Elisabeth vergleicht es im Podcast mit einer Sicherheitsfirma. Schon bevor ein Erreger tiefer in den Körper gelangt, stehen verschiedene Barrieren bereit. Dazu gehören vor allem Haut und Schleimhäute.

    Vereinfacht lassen sich drei Ebenen unterscheiden:

    EBENE
    BEISPIELE AUS DER FOLGE
    AUFGABEN IM VEREINFACHTEN MODELL
    BARRIEREN
    Haut, Schleimhäute, Schleim, Flimmerhärchen 
    bilden die erste Grenze zur Umwelt
    ANGEBORENE IMMUNANTWORT
    Makrophagen, natürliche Killerzellen, dendritische Zellen
    regiert schnell und zunächst unspezifisch
    SPEZIFISCHE IMMUNANTWORT
    T-Zellen, B-Zellen, Antikörper
    regiert gezielt und kann Gedächtniszellen bilden
    EBENE
    BEISPIELE AUS DER FOLGE
    AUFGABEN IM VEREINFACHTEN MODELL
    BARRIEREN
    Haut, Schleimhäute, Schleim, Flimmerhärchen 
    bilden die erste Grenze zur Umwelt
    ANGEBORENE IMMUNANTWORT
    Makrophagen, natürliche Killerzellen, dendritische Zellen
    regiert schnell und zunächst unspezifisch
    SPEZIFISCHE IMMUNANTWORT
    T-Zellen, B-Zellen, Antikörper
    regiert gezielt und kann Gedächtniszellen bilden

     

    Gerade dieses immunologische Gedächtnis ist wichtig: Kommt der Körper erneut mit einem bereits bekannten Erreger in Kontakt, kann die Immunantwort schneller ablaufen.

    Genauso wichtig ist laut Elisabeth allerdings, dass sich eine Immunantwort anschließend wieder reguliert. Ein Immunsystem soll also nicht permanent auf höchster Alarmstufe arbeiten.

    Was kann man in der Erkältungszeit für sich tun?

    Jason nutzt dafür in der Folge das Modell NEW START. Die acht Buchstaben stehen für verschiedene Bereiche des Lebensstils, die er als gemeinsame Basis betrachtet.

    BUCHSTABE
    BEDEUTUNG
    UMSETZUNG
    N
    Nutrition
    vollwertige, möglichst wenig verarbeitete Ernährung
    E
    Exercise
    regelmäßige moderate Bewegung
    W
    Water ausreichend Flüssigkeit
    S
    Sunshine
    Tageslicht und Zeit im Freien
    T
    Temperance
    Maßhalten und Genussmittel bewusst einsetzen 
    A
    Air
    frische Luft und regelmäßig Lüften 
    R
    Rest
    Erholung und ausreichend Schlaf
    T
    Trust
    soziale Beziehungen und Gemeinschaft
    BUCHSTABE
    BEDEUTUNG
    UMSETZUNG
    N
    Nutrition
    vollwertige, möglichst wenig verarbeitete Ernährung
    E
    Exercise
    regelmäßige moderate Bewegung
    W
    Water ausreichend Flüssigkeit
    S
    Sunshine
    Tageslicht und Zeit im Freien
    T
    Temperance
    Maßhalten und Genussmittel bewusst einsetzen 
    A
    Air
    frische Luft und regelmäßig Lüften 
    R
    Rest
    Erholung und ausreichend Schlaf
    T
    Trust
    soziale Beziehungen und Gemeinschaft

     

    Der Vorteil des Modells liegt für Jason darin, Gesundheit nicht auf einen einzelnen Faktor zu reduzieren. Eine gute Ernährung allein könne beispielsweise schlechten Schlaf oder dauerhaft hohen Stress nicht einfach ausgleichen.

    Hinzu kommen in der Erkältungszeit grundlegende Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, in die Armbeuge niesen und Kontakte reduzieren, wenn man selbst oder Menschen im direkten Umfeld krank sind.

    Ständig erkältet: Wann sollte man genauer hinschauen?

    Wer immer wieder krank ist, sollte laut Elisabeth zunächst überprüfen, wie die Grundlagen im Alltag aussehen:

    • Schlafe ich ausreichend?
    • Wie sieht meine Ernährung aus?
    • Bin ich ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt?
    • Wie hoch sind Stress und Belastung?
    • Bekomme ich ausreichend Erholung?

    Sind diese Grundlagen bereits gut aufgestellt und treten trotzdem sehr häufig Infekte auf, empfiehlt Elisabeth, nicht auf eigene Faust weiter zu experimentieren.

    Stattdessen könne eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Im Gespräch nennt sie unter anderem eine Blutuntersuchung und die Überprüfung der Nährstoffversorgung als mögliche nächste Schritte.

    Welche Nährstoffe sind für das Immunsystem wichtig?

    Im Podcast werden mehrere Vitamine und Mineralstoffe genannt, für die zugelassene Health Claims zur normalen Funktion des Immunsystems bestehen.

    Dazu gehören unter anderem:

    • Vitamin A
    • Vitamin B6
    • Folat
    • Vitamin B12
    • Vitamin C
    • Vitamin D
    • Eisen
    • Selen
    • Zink

    Für diese Nährstoffe gilt der zugelassene Health Claim: Sie tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

    Der wichtige Punkt der Folge ist jedoch: Mehr ist nicht automatisch besser. Jason und Elisabeth betonen mehrfach, dass eine ausreichende Versorgung etwas anderes ist als eine möglichst hohe Dosierung.

    Was essen in der Erkältungszeit?

    Bei der Ernährung setzen Jason und Elisabeth vor allem auf eine solide Basis.

    Jason empfiehlt, möglichst vollwertig und wenig verarbeitet zu essen. Elisabeth ergänzt den Gedanken um saisonale und regionale Lebensmittel.

    Darüber hinaus werden können diese Punkte berücksichtigt werden:

    • ausreichend Energie aufnehmen
    • auf eine ausreichende Proteinzufuhr achten
    • abwechslungsreich und möglichst bunt essen
    • Ballaststoffe in die Ernährung integrieren
    • fermentierte Lebensmittel einbauen

    Als Proteinquellen nennt Jason beispielsweise Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte und hochwertiges Fleisch.

    Bei fermentierten Lebensmitteln kommen unter anderem Kimchi, Sauerkraut, Kombucha und Kefir zur Sprache. Der übergeordnete Gedanke bleibt auch hier: Nicht ein einzelnes Lebensmittel entscheidet, sondern die Ernährung als Ganzes.

    Was zählt, wenn sich eine Erkältung ankündigt?

    Die Antwort ist erstaunlich unspektakulär: Ruhe. Wenn der Hals bereits kratzt oder man merkt, dass der Körper gerade stärker beansprucht ist, raten beide dazu, Belastungen zurückzufahren.

    Diese Punkte können bei einer beginnenden Erkältung sinvoll sein:

    • ausreichend Ruhe
    • Schlaf
    • genügend Flüssigkeit
    • warme Getränke und Speisen
    • leichte Mahlzeiten, wenn wenig Appetit vorhanden ist

    Die beiden machen deutlich, dass es keine bekannte „Wunderpille“ gibt, mit der sich ein sich ankündigender Infekt zuverlässig stoppen lässt. Für sie geht es vielmehr darum, frühzeitig zu erkennen, wann es sinnvoll ist, einen Gang herunterzuschalten.

    TAKE AWAYS

    • Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Barrieren sowie angeborenen und spezifischen Abwehrmechanismen.
    • NEW-START-Modell um Ernährung, Bewegung, Flüssigkeit, Tageslicht, Erholung und weitere Lebensstilfaktoren gemeinsam zu betrachten.
    • Schlaf gehört zu den zentralen Themen die bei einer Erkältung zählen.
    • Wer ständig erkältet ist, sollte nicht nur weitere Supplements ausprobieren, sondern mögliche Ursachen ärztlich abklären lassen.
    • Vitamin A, B6, B12, C und D sowie Folat, Eisen, Selen und Zink tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
    • Eine ausreichende Versorgung ist nicht dasselbe wie eine möglichst hohe Supplement-Dosierung.

    Mehr erfahren im Healthwise Podcast von Sunday Natural

    Noch tiefer in das Thema einsteigen

    Wer genauer verstehen möchte, wie Stress, Nervensystem und Immunsystem zusammenhängen, kann in HEALTHWISE Folge 207 „Was dein Immunsystem heimlich steuert: Psychoneuroimmunologie mit Prof. Dr. Dr. Eva Peters“ tiefer in das Thema einsteigen.

    Auch Licht spielt in Folge 221 eine Rolle. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Tageslicht, Rotlicht und Nahinfrarotlicht eingeordnet werden, findet dazu in HEALTHWISE Folge 111 „Lichthygiene: Wie Licht unsere Gesundheit beeinflusst“ ein ausführliches Gespräch.

    Wer sich über die Podcastfolge hinaus intensiver mit Immunsystem, Nährstoffen und pflanzlichen Vitalstoffen beschäftigen möchte, findet in unseren E-Books weitere Hintergründe. Das E-Book „Immunsystem stärken“ gibt einen Überblick über die Funktionsweise des Immunsystems sowie ausgewählte Mikronährstoffe und Pflanzenstoffe. Im Ratgeber „Antivirale Nähr- und Vitalstoffe“ wird das Zusammenspiel von Viren, Immunabwehr sowie verschiedenen Nähr- und Vitalstoffen ausführlicher beleuchtet.

    Wer noch umfassender in die Themen Ernährung, Nährstoffe und Gesundheit einsteigen möchte, kann sich außerdem den Nutrition & Health Coach der Sunday Natural Academy ansehen. Die Ausbildung vermittelt in verschiedenen Modulen Grundlagen zu Ernährung, Körperfunktionen, Nährstoffen und Lebensstil und richtet sich sowohl an Interessierte als auch an Personen, die ihr Wissen im Gesundheitsbereich vertiefen möchten.

    Häufige Fragen zum Immunsystem

    Zunächst lohnt sich ein Blick auf grundlegende Faktoren wie Schlaf, Ernährung, Stress, Erholung und Nährstoffversorgung. Treten trotz guter Grundlagen immer wieder Infekte auf, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein, statt Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht einzunehmen.

    Zu den genannten Nährstoffen mit entsprechend zugelassenem Health Claim gehören Vitamin A, Vitamin B6, Folat, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Eisen, Selen und Zink.

    Bei sehr leichten Beschwerden können ein Spaziergang oder leichtes Yoga eine Alternative zu intensivem Training sein. Bei stärkeren Symptomen sollte dagegen eine Trainingspause eingelegt werden.

    Hochdosiertes Zink sollte nicht ohne entsprechenden Bedarf dauerhaft eingenommen werden. Eine längerfristige höhere Zufuhr sollte individuell betrachtet werden. Bei einer hohen Zinkzufuhr spielt zudem die Kupferversorgung eine Rolle.

    Das immunologische Gedächtnis zeigt, dass sich das Immunsystem an bereits bekannte Erreger erinnern und bei erneutem Kontakt schneller reagieren kann. Auch Sauna, Kälte und Atemtechniken werden in der Folge diskutiert. Kurzfristige Veränderungen von Immunmarkern sind jedoch nicht automatisch ein Nachweis für einen Schutz vor Erkältungen.

    Studien und wissenschaftliche Hintergründe

    Für alle, die tiefer in die wissenschaftlichen Hintergründe der Folge einsteigen möchten, haben wir hier einige der im Podcast thematisierten Studien und weiterführenden Quellen zusammengestellt:

    • Schlaf und Erkältungsanfälligkeit: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26118561/ 
    • Zink zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38719213/ 
    • Vitamin C zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23440782/
    • Thermischer Stress: Auswirkungen auf akute Stress- und Immunmarker: https://www.tandfonline.com/doi/epdf/10.1080/02656736.2021.1915504
    • Sauna und kurzfristige Veränderungen von Immunzellen – ergänzender Bericht auf ScienceDaily: https://www.sciencedaily.com/releases/2026/07/260727012141.htm
    • Wim-Hof-Methode und die experimentell untersuchte Immunantwort: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24799686/

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    Elisabeth Seidel ist Gesundheitswissenschaftlerin (M.Sc.) mit Schwerpunkt Komplementärmedizin und Heilpraktikerin für Funktionelle Medizin. In ihrer Berliner Praxis beschäftigt sie sich unter anderem mit Mikronährstoffdiagnostik, Darmgesundheit, Hormonen und dem Immunsystem.

    Jason Raffington ist Experte für Public Health, Mikronährstoffe sowie Ernährung und Gesundheit. Er hat einen Masterabschluss in Public Health von der Charité Berlin und einen Bachelor in Liberal Arts and Sciences vom Leiden University College in Den Haag. Sein Schwerpunkt liegt auf evidenzbasierter Gesundheitsförderung und der verständlichen Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte.

    221 Schon wieder krank? Was in der Erkältungszeit wirklich zählt! Mit Jason Raffington und Elisabeth Seidel

    [Jason Raffington] 

    Man sollte vor allem hochdosierte Mineralstoffe, und da würde ich auch diesen Zinkkomplex dazuzählen, nicht dauerhaft einnehmen, wenn nicht der Bedarf besteht. Also idealerweise messen wir, schauen, ist denn ein Bedarf für eine dauerhaft hohe Zinksupplementation gegeben? Wenn ja, okay, dann kann man ihn eventuell dauerhaft einnehmen. Und wenn nicht, dann natürlich nicht. 

    Herzlich willkommen zu HealthWise, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Mein Name ist Jason Raffington. Und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit. Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. 

    Der Sommer ist vorbei und die Erkältungszeit beginnt. Und wie jedes Jahr zu dieser Jahreszeit erreichen uns viele Fragen aus der Community rund um das Thema Immunsystem. Beispielsweise, wie wir das Immunsystem mit Nährstoffen unterstützen können, wie wir die Krankheitsdauer verringern können oder wie wir Krankheiten generell vorbeugen können. Und aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine Sonderfolge zur Beantwortung eurer Community-Fragen einzubauen. Unterstützen wird mich dabei Elisabeth, die ja selbst Expertin auf dem Gebiet ist. Wir hoffen, ihr habt viel Spaß bei der Episode und natürlich, dass ihr viel lernt. Aber bevor wir einsteigen, macht es wahrscheinlich Sinn, mit einer kurzen Einführung in das Immunsystem zu starten. Also Elisabeth, was ist das Immunsystem eigentlich und welche Organe gehören dazu?

    [Elisabeth Seidel] 

    Also, das Immunsystem ist unser körpereigenes Abwehrsystem. Das wissen, glaube ich, die meisten. Wir brauchen das, um uns zu verteidigen gegen zum Beispiel Fremdstoffe, gegen Viren, Bakterien, gegen Parasiten und anderes, was vielleicht so eindringen will. Wir brauchen das, um die zu identifizieren. Also das ist eine wichtige Aufgabe. Dann die Verteidigung, das hatte ich schon genannt. Aber auch die Regulation, denn wir wollen auch keine überschießenden Antworten. Wir wollen dann unsere Immunantwort auch wieder zurückfahren. Und wir brauchen das für ein gewisses Gleichgewicht, für die sogenannte Homöostase in unserem Körper. Denn wir wollen natürlich auch beschädigte Zellen erkennen oder entartete Zellen erkennen. Deshalb brauchen wir das Immunsystem. Und dafür sind einige verschiedene Organe und Gewebe zuständig, die dann wiederum Zellen produzieren und Botenstoffe aussenden. Es sind unglaublich viele. Das würde hier den Rahmen auf jeden Fall sprengen. Es werden auch immer noch neue entdeckt, by the way. Deswegen ist es schwer, sich einen Überblick zu verschaffen.

    [Jason Raffington] 

    Wir machen eine kleine Kurzfassung von den wichtigen.

    [Elisabeth Seidel] 

    Für uns ist es, glaube ich, nicht so relevant. Genau. Welche Organe, hast du noch gefragt, gehören dazu? Also zuerst mal so die erste Linie an Defense, also unsere erste Abwehr ist die Haut bzw. sind die Schleimhäute. Unsere Haut ist natürlich unsere Grenze zur Umwelt. Da haben wir ein Hautmikrobiom, heißt eine bakterielle Besiedelung. Das verbinden viele immer tatsächlich mit dem Darm. Da haben wir das auch. Aber das gibt es eben auch zum Beispiel auf unserer Haut. Das ist schon ein Abwehrmechanismus. Dann haben wir die Schleimhäute. Die ziehen sich von oben nach unten durch. Die Schleimhäute haben natürlich als erstes mal Schleim. Das gibt ihnen ja den Namen. Der Schleim hilft uns schon, Erreger abzuwehren oder vielleicht gar nicht erst eindringen zu lassen. Wir haben Flimmerhärchen, über die auch Fremdstoffe abtransportiert werden können. Und wir haben auch Schleimhaut-Antikörper, also das sogenannte sekretorische Immunglobulin A. Das ist unser Schleimhaut-Antikörper. Das hilft uns auch bei der Abwehr von Fremdstoffen. Was wir außerdem haben, auch ganz spannend, sind verschiedene pH-Werte. Also im Magen hast du z.B. ein ganz saures Milieu. Und innerhalb dieser Schleimhautbarriere in unserem Körper wechseln auch die pH-Werte. Und es ist natürlich total schwer, als Erreger da zu überleben oder ein gutes Milieu für sich zu finden, wo man sich weiter vermehren kann. Dann haben wir z.B. noch antimikrobielle Substanzen in unserem Speichel oder aber auch in unserer Tränenflüssigkeit. Also ganz, ganz viele Mechanismen, die schon mal nur auf der Barrierefunktion fungieren. Dann haben wir unser Knochenmark, da werden Stammzellen gebildet, aus denen sich dann eben auch Immunzellen bilden. Da werden B-Zellen gebildet, das B steht auch für Bone. Und das ist, wenn wir uns das Ganze wie so eine Sicherheitsfirma vorstellen, dann wäre das Knochenmark die Personalabteilung, wo das Personal gebildet wird, die Häute und Schleimhäute, das wäre der Zaun oder die Türsteher, die würden erst gar nichts reinlassen. Und dann haben wir das Organ Thymus, also die Thymusdrüse, da wandern die Zellen dann hin. Und dort werden die T-Zellen dann ausgebildet, selektiert, denn die sollen natürlich lernen, welche Dinge gefährlich sind und welche nicht, und nicht einfach nur blind angreifen. Dann haben wir unsere lymphatischen Organe, da gehört auch das Knochenmark dazu, das wäre ein primär-lymphatisches Organ. Aber wir haben auch Lymphknoten, wir haben Lymphgefäße, wir haben Lymphsysteme in verschiedenen Teilen unseres Körpers, z.B. das GALT, das Gut-Associated Lymphoid Tissue, das gibt es aber auch hier oben, unser Nasopharyngeal-Associated Lymphoid Tissue. Dann haben wir diese Mandeln, also die Gaumenmandeln, die ganz wichtig sind. Wir haben das Gleiche auch noch mal im Urogenitaltrakt, also es gibt ganz viele lymphatische Systeme, vor allem auch da, wo Eintrittspforten sind für Fremdstoffe oder für Erreger. Und dann haben wir noch unsere Milz, die kontrolliert z.B. das Blut, ob da irgendwie beschädigte Zellen rumschwimmen, und das filtriert die dann. Also schon ein buntes System an verschiedensten Organen und Zellen, die da unterwegs sind.

    [Jason Raffington] 

    Ja, also man hört es schon, ziemlich komplex. Es erinnert mich an Bio-Abitur, das haben wir da alles gelernt. Für manche war das wahrscheinlich noch mal eine gute Wiederholung. Also, ja, man hört, es ist komplex, der ganze Körper wird in Anspruch genommen, das Immunsystem ist nicht nur an einer Stelle, sondern es ist eben in vielen Organen, in vielen Körpersystemen aktiv. Also es ist sehr weitreichend, sehr kompliziert, sehr komplex. Angenommen, ein Erreger überwindet nun diese erste Barriere, also ich finde dieses Beispiel mit dieser Sicherheitsfirma sehr gut. Also angenommen, ein Erreger kommt an den Türstehern vorbei, das passiert ja immer mal wieder. Wie geht es dann weiter? Was passiert als Nächstes mit diesem Erreger?

    [Elisabeth Seidel] 

    Der entert die Zelle, und die Zelle schlägt erst mal Alarm. Die Zelle erkennt über sogenannte Pattern-Recognition-Rezeptoren, ah, okay, ich bin infiziert, Alarm. Die sendet sogenannte Interferone aus, und das sind Warnsignale für die Nachbarzellen, die sich dann auch hochregulieren, die merken, ah, okay, hier ist was Infiziertes. Und die aktiviert eben auch die Immunzellen. Und dann kommen wir zur sogenannten angeborenen Immunantwort. Das heißt, das ist was, womit wir schon auf die Welt kommen. Also wir haben schon eine Immunantwort, wenn wir auf die Welt kommen, da gehören Zellen dazu, die unspezifisch Erreger fressen und abwehren. Die sind jetzt nicht davon abhängig, dass sie wissen, was das für ein Virus ist. Die wissen, da ist was Infiziertes, dann sagen die sich, ah, okay, das müssen wir bekämpfen. Also es passiert schnell, das ist ein wichtiges Merkmal dafür. Das ist die schnelle Security in unserer Firma. Die stürmen gleich zum Einsatzort und versuchen da irgendwie, Schädlinge zu bekämpfen. Da haben wir z.B. die Makrophagen, das sind unsere Fress- und Aufräumzellen. Da haben wir die natürlichen Killerzellen. Das sind Zellen, die z.B. virusinfizierte Zellen beseitigen, ohne dass sie wissen, welches Virus jetzt da wirklich zugange ist. Dann haben wir ganz, ganz wichtige Zellen, das sind die sogenannten dendritischen Zellen. Die dendritischen Zellen sind sogenannte antigenpräsentierende Zellen, die holen sich Teile von diesem Virus und präsentieren das an ihrer Oberfläche. Man könnte sie auch Ermittler bezeichnen in unserem Security-System. Die bringen dann dieses Virusbestandteil, dieses Antigen, also ein Fahndungsfoto sozusagen, in unsere Lymphknoten. Hier findet dann der Übergang von dieser angeborenen Immunantwort zu unserer spezifischen Immunantwort statt. Das heißt, spezifische T-Zellen werden aktiviert. Und es wird geguckt, kennen wir vielleicht diesen Erreger schon oder kennen wir ihn nicht, weil dann müssen wir schauen, dass wir jetzt irgendwie spezifische Antikörper bilden. Das passiert über sogenannte klonale Expansion. Da werden passende T-Zellen und B-Zellen stark vermehrt. Die B-Zellen wandeln sich um in Plasmazellen, die dann wiederum Antikörper produzieren. Man kann vereinfacht sagen, diese Antikörper neutralisieren dann das Virus auf nicht-zellulärer Ebene, also außerhalb der Zelle, der infizierten Zelle. Und die T-Zellen kümmern sich um die infizierte Zelle.

    [Jason Raffington] 

    Wenn ich mich richtig erinnere, ist dieser Prozess aber auch langsamer als diese unspezifische Antwort. Du hast es eben schon erwähnt, diese unspezifische Antwort geht relativ schnell. Und dieser Prozess dauert natürlich dementsprechend länger.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja, voll. Aber, hier muss man aber sagen, es ist natürlich so, warum habe ich eigentlich nicht nur die erste Art, also diese angeborene Antwort, es kostet unglaublich viel Energie. Wenn wir jetzt die Spezialkräfte, die personalisierten Zellen haben, das ist natürlich wesentlich genauer. Und erfordert nicht ganz so viel Energie. Das ist auch der Grund dafür, dass wir dann eben sogenannte Gedächtniszellen bilden. D.h., wenn der gleiche Erreger dann noch mal entert in unser Immunsystem, dann können wir das viel schneller erkennen und eine Immunantwort viel, viel schneller vonstatten gehen lassen. Also, das ist schon sehr ausgeklügelt. Und wenn die Immunantwort quasi in Gang ist, dann haben wir diese ganzen Erkrankungssymptome. Dann fühlen wir uns schlapp, dann haben wir geschwollene Lymphknoten, dann ist so richtig was im Gange, weil die Energie einfach gebraucht wird für die Abwehr. Und dann, wenn das mostly abgeschlossen ist, dann ist es so, dass das Immunsystem natürlich auch wieder reguliert werden muss und sich zurückfahren muss. Denn wir wollen natürlich nicht die ganze Zeit ein überschießendes Immunsystem oder eine Immunantwort. Das würde uns viel zu viel Energie kosten. Und dann hätten wir auch viel zu viel, z.B. auch Proteine in unserem System rumschwimmen, das bräuchten wir auch nicht.

    [Jason Raffington] 

    Macht Sinn, wir wollen nicht die ganze Zeit in Alarmbereitschaft sein. Okay, das war, glaube ich, noch mal eine ganz gute Zusammenfassung vom Immunsystem. Wie schon gesagt, das ist ziemlich komplex. Aber es ist, denke ich, trotzdem noch mal ganz gut, so die Basics zu wiederholen, sage ich mal.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja, also es ist, wie gesagt, sehr einfach gehalten. Man könnte das tatsächlich viel, viel komplizierter noch erklären und die ganzen Zellen noch aufdröseln. Aber ja, für so einen Überblick reicht es jetzt erst mal. Denn wir wollen ja eigentlich unsere Community-Fragen beantworten. Deshalb meine erste Frage jetzt an dich. Welche Einflussfaktoren gibt es denn auf unser Immunsystem? Bzw. wie schütze ich mich denn am besten vor Erkältungen?

    [Jason Raffington] 

    Ja, also es gibt natürlich viele Einflussfaktoren auf unser Immunsystem, wie auch generell auf unsere Gesundheit, wie die meisten von uns natürlich wissen. Und die Art und Weise, wie wir uns in der Erkältungszeit schützen, ist eigentlich die gleiche, wie wir uns generell gesund halten. Und da finde ich das Modell mit den 8 Säulen der Gesundheit ganz gut. Also es gibt verschiedene Modelle mit verschiedenen Gesundheitssäulen. Ich finde das mit den 8 Säulen ganz gut. Und das lässt sich ganz gut an dem Akronym New Start erklären. Also neuer Start sozusagen. Und das N steht für Nutrition, Ernährung. Natürlich, wir wollen uns möglichst vollwertig und unverarbeitet ernähren. Und natürlich dann dementsprechend auf verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel verzichten. Denn so kriegen wir möglichst alle Nährstoffe, die wir brauchen. Das E steht für Exercise, natürlich. Bewegung, moderate Bewegung ist wichtig. U.a. um die Durchblutung zu fördern, um Entzündungen niedrig zu halten. Und ja, das sollte natürlich auch nicht exzessiv sein, denn zu viel Bewegung, zu viel Sport geht dann natürlich auch nach hinten los. Das W steht für Water, Wasser, Flüssigkeit. Logisch, wir brauchen Wasser für alle Prozesse in unserem Körper. Und eben im Rahmen des Immunsystems, wie du auch schon schön erklärt hast, natürlich auch für die Schleimhäute. Die müssen befeuchtet sein. Denn trockene Schleimhäute sind nicht so effektiv wie gut befeuchtete Schleimhäute. Dann geht's weiter mit S. S steht für Sunshine. Da denken die meisten wahrscheinlich direkt an Vitamin D. Gerechtfertigterweise, denn Vitamin D, wie wir wissen, ist extrem wichtig, u.a. für unser Immunsystem. Denn es hilft, Gene in den Immunzellen zu aktivieren, die dafür sorgen, dass antimikrobielle Substanzen gebildet werden. Also im Grunde, dass die Immunzellen einfach wirklich auch ihren Job machen können. Und es hilft auch, das hast du auch schon angeschnitten, das Immunsystem zu regulieren. Denn wir wollen nicht, dass es überschießt. Wir wollen nicht, dass es überaktiv wird. Und das haben vielleicht auch viele im Rahmen oder im Kontext von Covid öfter mal gehört, dieser Zytokin-Sturm, wo das Immunsystem mehr oder weniger außer Kontrolle gerät. Das wollen wir verhindern. Und Vitamin D spielt da eine wichtige Rolle. Deshalb war Vitamin D auch im Rahmen von Covid häufig in der Diskussion. Aber abgesehen von Vitamin D ist Sonnenlicht auch noch für die Mitochondrien extrem wichtig. Denn Sonnenlicht liefert auch Nahinfrarotlicht. Und dieses Nahinfrarotlicht dringt in die Mitochondrien ein und sorgt dafür, dass Melatonin gebildet wird. Es ist natürlich einerseits das, man nennt es auch das Hormon der Finsternis oder das Vampirhormon, ganz interessante Namen, einfach können wir auch sagen das Schlafhormon. Aber Melatonin ist auch ein starkes Antioxidans. Und in den Mitochondrien entstehen im Rahmen der Energieproduktion sehr viele reaktive Sauerstoffspezies, die die Zellen, die Mitochondrien, beschädigen können. Und dieses Melatonin sorgt dann dafür, dass diese Schäden reduziert werden bzw. dass dieser oxidative Schaden abgepuffert wird. Und das ist extrem wichtig, denn wenn unsere Mitochondrien beschädigt werden, können wir natürlich weniger Energie produzieren. Und unser Immunsystem, wie du auch schon gesagt hast, braucht extrem viel Energie. Also wir wollen die Mitochondrien gesund halten. Also dahingehend ist Sonnenlicht, Tageslicht extrem wichtig. Und hier vielleicht noch mal ein weiterer Satz dazu. Im Winter sind wir ja gerne drinnen. Wir gehen nicht so gerne raus. Und das ist aber besonders wichtig aus diesen genannten Gründen. Also Vitamin D können wir nicht produzieren, das funktioniert im Winter nicht so gut. Aber für die Mitochondrien brauchen wir nicht die direkte Sonne, aber dieses Tageslicht. D.h. selbst wenn es bewölkt ist, können wir die Mitochondrien unterstützen. Also unbedingt auch im Winter rausgehen. Gerne morgens, gerne abends, da ist das Nahinfrarot besonders hoch. Aber auch mittags ist es natürlich sinnvoll. So, jetzt muss ich überlegen. Wir sind bei S, jetzt kommt T. T steht für Temperance, das können wir übersetzen mit Mäßigung. Natürlich, wir wollen Genussmittel mäßig konsumieren. Wir wollen wenig rauchen, idealerweise wollen wir gar nicht rauchen. Das gleiche bei Alkohol. Also diese typischen Sachen, dieser gesunde Lebensstil, wenig rauchen, wenig Zucker, genau. Also die Sachen, die für viele Leute Spaß machen, da sollen wir mäßig rangehen. Dann geht es weiter mit A, Air, Luft. Natürlich extrem wichtig, auch im Winter. Wir lüften wenig, weil es draußen kalt ist. Wir wollen aber, dass die Luft zirkuliert. Wir wollen Sauerstoff bekommen. Wir wollen, dass wir frische Luft atmen können. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, den ich extrem spannend finde, wenn es um Luft geht. Und zwar kennen viele sicherlich Waldbaden. Also dieses Konzept, dass man raus in den Wald geht und dort die gesunden Moleküle, die die Bäume absondern, einatmet. Denn diese Moleküle, die nennt man Phytonzide, die können das Immunsystem unterstützen. Die sorgen dafür, dass bestimmte Immunzellen hochreguliert werden. Bestimmte Killerzellen beispielsweise. Also ein Waldspaziergang kann sehr gesundheitsförderlich sein. Nicht nur wegen Phytonziden, sondern auch, weil wir Bewegung haben. Da können wir mehrere Sachen gleichzeitig abhaken. Und der nächste Punkt, jetzt muss ich noch mal kurz nachdenken, jetzt kommt es zu R, R steht für Rest, Ruhe. Natürlich auch extrem wichtig, wenn wir gesund bleiben wollen. Da fällt Schlaf drunter, wir wollen ausreichend schlafen. Wenn wir uns angeschlagen fühlen, ist es natürlich sowieso ratsam, sich auszuruhen, um Energie zu sparen, Energie zu tanken. Und als Letztes haben wir noch mal ein T, das steht für Trust. Und Trust bezieht sich eigentlich auf Vertrauen, sowohl auf eine höhere Macht, man kann es aus spiritueller oder religiöser Sicht sehen, aber auch auf Vertrauen in seine Community. Wir wissen, dass, wenn wir gute soziale Verbindungen haben, wirkt sich das positiv auf unsere Stressregulation aus beispielsweise. Wir wollen keinen erhöhten Stress haben, wir wollen nicht, dass unser Cortisol chronisch erhöht ist, denn das wirkt sich negativ auf unser Immunsystem aus. Diese Trust-Komponente, diese Community-Komponente ist auch extrem wichtig. Wenn wir all diese Sachen abhaken, machen wir schon mal sehr viel richtig. Sowohl in Sachen Immunity, also Immunität, Immunsystem, aber auch generell für unsere Gesundheit. Aber wenn wir jetzt noch mal spezifisch auf die Unterstützung des Immunsystems eingehen wollen, sind natürlich so Sachen wie in die Armbeuge niesen oder Hände waschen, diese Hygienesachen natürlich auch extrem wichtig. Wenn man sich krank fühlt, zu Hause bleiben. Wenn man jemanden im Haushalt hat, der krank ist, oder wenn Freunde krank sind, dann Kontakte möglichst reduzieren. Das sind, denke ich, diese relativ logischen Dinge, die man tun kann. Aber abgesehen davon, dieses New-Start-Akronym finde ich extrem hilfreich, denn damit decken wir tatsächlich sehr, sehr viel ab. Es sind viele Säulen und unsere Gesundheit ist komplex. Es ist nicht nur ein Faktor. Wir können uns gesund ernähren, aber wir können schlecht schlafen. Das heißt, irgendwas fehlt. Wenn wir alles richtig machen wollen oder möglichst richtig, können wir uns daran ganz gut orientieren.

    [Elisabeth Seidel] 

    New-Start, finde ich gut, habe ich vorher noch nicht gehört. Ich fand es interessant, als ich mich hier drauf vorbereitet habe, habe ich eine Studie gelesen, da ging es um Schlaf. Da wurde rausgefunden, dass Menschen, also die Menschen, die da untersucht wurden, die, die weniger als sechs Stunden Schlaf abbekommen haben, wurden tendenziell eher krank oder wenn sie mit einem Virus dann konfrontiert wurden, eher krank als Menschen, die einen Schlaf über sieben Stunden hatten. Also das Thema Rest, du hast jetzt auch Cortisol genannt, ganz, ganz wichtig. Man unterschätzt immer so ein bisschen, was der Schlaf wirklich macht und was für eine entscheidende Komponente das für Gesundheit ist und eben auch für das Immunsystem.

    [Jason Raffington] 

    Ja, ja, total. Also, genau, ich glaube, das ist eine gute Orientierung. Schlaf sollte ernst genommen werden. Aber ich glaube, das wissen unsere Zuhörer und Zuhörerinnen wahrscheinlich inzwischen. Kommen wir zur nächsten Frage. Und zwar, ich werde sehr häufig krank oder bin ständig erkältet. Was kann ich tun?

    [Elisabeth Seidel] 

    Also erst mal würde ich New Start einmal durchgehen und schauen, wo mangelt es mir. Wo ist mein Lifestyle irgendwie noch nicht so, dass es mein System supportet. Wenn ich jetzt alles abhake und sage, ich schlafe genug, ich bin ernährungstechnisch gut versorgt, ich habe ausreichend Vitamin A, Vitamin D, Vitamin C, Zink, Selen, Eisen, dann würde ich trotzdem einmal zum Arzt gehen und schauen lassen, was da los ist. Mal ein Blutbild machen, ob es tatsächlich eine gute Versorgung von diesen Nährstoffen da ist, ob ich vielleicht irgendwelche Erreger habe, die dafür sorgen, dass ich mich gar nicht so richtig erhole oder ob mein Immunsystem irgendwie gar nicht richtig funktioniert. Also wenn ich ständig krank werde, dann würde ich tatsächlich nicht so rumexperimentieren, sondern einmal den Weg zum Spezialisten finden beziehungsweise zum Arzt meines Vertrauens und wohl zur Ärztin meines Vertrauens und dann schauen, was wirklich los ist. Es kann natürlich viele Gründe geben, warum das Immunsystem schwach ist. Manche sind leichter auszugleichen und manche eben nicht.

    [Jason Raffington] 

    Diagnostik macht da bestimmt viel Sinn.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja, also da gibt es auch keine pauschale Antwort drauf. Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, die hier der Fall sein können. Die einfachste wäre, wie schon gesagt, New Start abgleichen und einfach mal eine Blutuntersuchung beim Arzt machen lassen.

    [Jason Raffington] 

    Du hast auch schon einige Nährstoffe genannt, was ich auch spannend finde. Es gibt ja einige Nährstoffe, für die es Health Claims gibt, also offiziell zugelassene Aussagen, was diese Nährstoffe in unserem Körper machen. Du hast Vitamin A genannt, Vitamin C, Zink, Selen, Eisen. Das sind diese typischen Immun-Nährstoffe, die zur normalen Funktion des Immunsystems beitragen.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja, B-Vitamine, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B12. Also auch hier vegan-vegetarische Ernährung, so ein Risikofaktor, damit Mangel versorgt zu sein. Genau, also da gibt es einige Nährstoffe, die ich mir auch in der Praxis angucke, wenn jemand mit so einem Thema kommt. Kommen wir zur nächsten Communityfrage, die auch super dazu passt. Nämlich, was kann ich essen, um mein Immunsystem zu unterstützen?

    [Jason Raffington] 

    Okay, ja, das ist eine gute Frage. Du hast schon erwähnt, wenn man sich vegetarisch oder vegan ernährt, dann gibt es einige Nährstoffe, die tendenziell nicht ausreichend vorkommen, sag ich mal. Ich würde eigentlich wie beim N von New Start sagen, auf jeden Fall natürlich vollwertig, möglichst unverarbeitet. Denn je vollwertiger ein Lebensmittel ist, also je unverarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto höher ist in der Regel der Nährstoffgehalt.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ich sage auch immer, möglichst saisonal, möglichst lokal. Das ist meistens schon so eine Kategorie, die dafür sorgt, dass es unverarbeitet ist. Weil je weiter es travelled und abseits von der Saison angebaut wird, umso mehr habe ich da irgendwie Zusatzstoffe etc. drin.

    [Jason Raffington] 

    Stimmt, ich habe noch keine saisonalen oder regionalen Chips gesehen. Das ist ein guter Punkt. Das ist auf jeden Fall auch unverarbeitet, saisonal, regional. Wie wir auch schon erwähnt haben, das Immunsystem braucht extrem viel Energie. In erster Linie würde ich auch dafür sorgen, dass die Energiezufuhr stimmt. Das ist natürlich von Person zu Person ein anderer Bedarf. Jemand, der groß ist und sich beispielsweise wenig bewegt, hat einen anderen Bedarf als eine kleine Person, die extrem viel Sport treibt, also logisch. Als Nächstes, das haben wir auch schon angeschnitten, Protein. Eine ausreichende Proteinzufuhr ist extrem wichtig. Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, qualitativ hochwertiges Fleisch. Das sind alles gute Quellen. Wer nicht auf seinen Proteinbedarf kommt, da gibt es natürlich wunderbare Proteinpulver oder essentielle Aminos, die hier eingenommen werden können. Aber natürlich sollte der erste Weg immer vollwertige, echte Ernährung sein. Dann sind die Vitamine und Mineralstoffe wichtig. Hier würde ich sagen, iss den Regenbogen. Je bunter, desto besser, je abwechslungsreicher, desto besser. Denn so kriegen wir alle Nährstoffe, die wir brauchen. Wir haben auch schon das Mikrobiom vorhin kurz angesprochen. Das spielt natürlich auch eine extrem wichtige Rolle für unser Immunsystem. Deshalb würde ich auch noch die Ballaststoffe anführen. Denn die Ballaststoffe sind das Futter für die Darmbakterien. Wenn wir diese Bakterien füttern, produzieren sie kurzkettige Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und dafür sorgen, dass die Integrität der Darmschleimhaut aufrechterhalten wird. Denn wenn die Darmschleimhaut nicht intakt ist, können wir einen sog. Leaky Gut entwickeln. Weißt du natürlich. Und dieser kann dafür sorgen, dass wir chronisch niedriggradige Entzündungen haben, die das System belasten, Energie kosten. Und das wollen wir natürlich vermeiden. Ich glaube, das ist eine ganz gute Orientierung.

    [Elisabeth Seidel] 

    Fermentierte Lebensmittel vielleicht noch.

    [Jason Raffington] 

    Genau, fermentierte Lebensmittel. Da kriegen wir dann direkt noch ein paar gute Bakterien und Ballaststoffe dazu. Ich bin persönlich ein sehr großer Kimchi-Fan. Ist vielleicht nicht für jeden was, aber es gibt ja eine Auswahl an fermentierten Lebensmitteln.

    [Elisabeth Seidel] 

    Vielleicht kannst du ein paar nennen, weil das ist eine häufige Frage, die mir in der Praxis gestellt wird. Was sind denn fermentierte Lebensmittel? Du als Ernährungsexperte kannst es ja noch viel besser erklären oder kennst mehr Möglichkeiten als ich.

    [Jason Raffington] 

    Ja, also wie gesagt, Kimchi gehört dazu. In Deutschland ist wahrscheinlich eher das Sauerkraut bekannter. Wir wollen das immer gekühlt kaufen, denn das sorgt dafür, dass die Bakterien möglichst lebendig sind. Denn wenn wir das jetzt in einem Glas oder abgekocht kaufen, dann lebt da nichts mehr. Heißt nicht, dass es schlecht ist. Man kriegt da vielleicht trotzdem noch ein paar Ballaststoffe raus. Aber für die bakterielle Vielfalt und Lebendigkeit wollen wir die Sachen, die fermentierten Lebensmittel, aus dem Kühlregal kaufen. Dort findet man auch Sachen wie Kombucha. Da würde ich aber auch drauf schauen, dass möglichst wenig Zucker drin ist. Denn manchmal findet man auch gesüßte oder relativ zuckerhaltige Getränke. Das ist dann auch nicht optimal. Und eine weitere Alternative, die sich jetzt in vielen Supermärkten finden lässt, ist Kefir. Also wie gesagt, gekauft findet man diese Sachen, aber man kann es auch easy selber machen. Ich werde jetzt kein Rezept erzählen, man kann es einfach googeln. Sauerkraut selber machen. Man kann es letztendlich schon mit zwei Zutaten machen. Mit einem Weißkohl und Salz. Ist ein bisschen unkreativ. Man kann natürlich noch schöne andere Sachen mit reingeben. Aber im Grunde braucht es nicht viel mehr. Und es kostet auch nicht viel. Also das ist tatsächlich etwas, das sich sehr leicht implementieren lässt. Und meiner Meinung nach auch Spaß macht. Okay. Kommen wir zur nächsten Frage. Wie behandle ich eine Erkältung, um sie möglichst schnell wieder loszuwerden? Also das ist eine Frage, die sich bestimmt die meisten von uns schon ein oder mehrmals gestellt haben.

    [Elisabeth Seidel] 

    Also, was mache ich, wenn ich erkälte? Also ich bin erkältet, d.h. mein Hals kratzt schon. Hier geht es eigentlich dann eher darum, so ein bisschen entweder die Erkrankungsdauer zu reduzieren oder aber die Symptome zu lindern. D.h. zunächst mal, du hast es schon angedeutet, Ruhe. Wenn ich erkältet bin und mein System auf Hochtouren fährt, dann sollte ich mich auch ausruhen. Sollte mich nicht zu stark fordern, soll auch keinen Sport machen. Oder nicht so stark auf jeden Fall. Ich glaube, da haben wir noch eine Frage gleich. Ich soll vielleicht warmes Trinken, Essen, ausreichend Flüssigkeit zuführen, v.a. wenn ich Fieber habe oder sehr stark schwitze, dann muss ich auch darauf achten, dass ich mir eine Flüssigkeitsreserve auffülle. Und sonst kann ich halt einfach symptomatisch gucken, was kann ich machen, was tut mir gut. Auch vielleicht schlafen, einen Thymian-Tee trinken, wenn ich Halskratzen habe, wenn ich Husten habe, Spitzwegerich, Echinacea, vielleicht auch Cystus, Salbei-Tee zum Gurgeln, wenn ich Halsschmerzen habe. Es gibt verschiedene Varianten, die ich nutzen kann. Ingwer-Tee lieben manche, manche, wenn sie so eine Reizung haben, lieben auch Honig, es gibt ja auch Manuka-Honig, der besonders potent sein soll. Es gibt verschiedene Varianten. Wenn wir auf die Nährstoffe zurückgehen, du hattest ja vorhin schon Proteine genannt, es gibt Aminosäuren, so was wie Lysin, das vor allem bei Herpesviren natürlich auch sehr bekannt ist. Wir brauchen aber auch andere Aminosäuren, zum Beispiel Glutamin. Da sind einige aktiv an unserem Immunsystem beteiligt oder sorgen dafür, dass unser Immunsystem eben alles bilden kann, was es so braucht. Also meine Nährstoffversorgung, die sollte ich schon beachten. Wenn ich aber jetzt wirklich gar keinen Hunger habe und ein bisschen Entlastung brauche und vielleicht die Verdauung zu viel Energie raubt, dann vielleicht nicht so viel essen, keine schweren Mahlzeiten, vielleicht lieber eine Suppe, was Wärmeres.

    [Jason Raffington] 

    Gute Hühnersuppe.

    [Elisabeth Seidel] 

    Gute Hühnersuppe, die ein bisschen Kraft gibt von innen. Das würde ich empfehlen. Aber ja, vor allem dem Körper Ruhe geben. Dann gibt es natürlich die Nährstoffe, die ich vorhin schon genannt habe, Vitamin C. Da weiß man aber akut, ja, vielleicht in sehr, sehr hohen Dosen, die ich vielleicht oral gar nicht erreichen kann über die Einnahme. Aber längerfristig verkürzt die Erkrankungsdauer eigentlich nur, wenn ich vorher schon gut versorgt bin. Also wenn ich vorher schon Vitamin C eingenommen habe oder dafür gesorgt habe, dass meine Vitamin C-Versorgung gut ist. Wenn wir jetzt mal lokal bleiben wollen, finde ich es auch spannend. Wir entern ja so die Erkältungssaison. Und was jetzt so reif ist, sind zum Beispiel Hagebutten, Sanddorn. Sehr, sehr vitamin C-reiche Früchte. Dann haben wir Holunder. Das ist auch gut fürs Immunsystem. Hier muss man aber sagen, bitte nicht roh essen. Das kann giftig wirken. Genau, also gibt es so einige Sachen, die man machen kann. Ah, fast vergessen, das ist Zink. Da gibt es tatsächlich Daten dazu, also eine Hochdosis, Zinkgabe. Kann tatsächlich die Lebenszeit von spezifischen Immunzellen erhöhen und dadurch dafür sorgen, dass vielleicht unsere Erkrankungsdauer nicht so lange ist oder verkürzt wird.

    [Jason Raffington] 

    Du sagst Hochdosis, in welchem Rahmen bewegen wir uns da?

    [Elisabeth Seidel] 

    70 mg bis 100 mg in etwa.

    [Jason Raffington] 

    Okay, das ist schon ziemlich hoch. Da muss man natürlich auch die Verträglichkeit im Auge behalten, weil wir wissen auch schon, dass Dosen von 25 mg für manche schon schwer verträglich sind, vor allem, wenn sie nüchtern eingenommen werden. Also wenn jemand wirklich diese Hochdosen einnimmt, sollte man es eher nicht nüchtern einnehmen, vielleicht auch verteilen über den Tag. Denn sonst hat man auf jeden Fall keine Freude daran.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja, also ich bin auch kein Freund, so riesige Dosen zu empfehlen über eine längere Zeit oder einfach so ins Blaue hinein. Du weißt ja, ich bin großer Fan von ...

    [Jason Raffington] 

    Diagnostik.

    [Elisabeth Seidel] 

    Diagnostik. Ja, macht Sinn. Ich messe lieber und wenn ich einen ausreichenden Zinkspiegel habe, dann sorge ich ja auch eigentlich schon dafür, dass vorher mein Immunsystem gut funktionieren kann. Dann Vitamin D, es gibt verschiedene Sachen, die man machen kann. Es gibt auch so was wie Echinacea, soll ja das Immunsystem stärken. Cystus ist antiviral, Knoblauch antibakteriell. Das kann man natürlich alles machen, aber in dem Falle, wenn ich schon erkältet bin, dann geht es mir eher so ein kleines bisschen um Support, dass alles gut arbeiten kann und dass ich ausreichend versorgt bin. Nicht jetzt um einen spezifischen Boost, sondern ich brauche eigentlich Ruhe.

    [Jason Raffington] 

    Das hört man nicht gerne, aber es ist einfach die Antwort, die sich die meisten wahrscheinlich schon denken können. Man muss sich einfach ausruhen, das ist einfach so.

    [Elisabeth Seidel] 

    Also wenn ich da wirklich, sag ich mal, was bewirken will mit Nährstoffen, so was wie Vitamin C, dann müsste ich schon wesentlich höher reingehen. Das kann ich einfach über die orale Zufuhr nicht erreichen, solche Spiegel im Blut. Selen ist auch ganz wichtig, dass wir das haben. Das wirkt ja antioxidativ oder ist wichtig für unsere antioxidativen Schutzsysteme. Dann gibt es so einige Nährstoffe, die man beachten sollte, die man auch zuführen kann, währenddessen einfach, um gut aufgestellt zu sein. Gut, dann zu unserer nächsten Question. Ich hatte es gerade schon erwähnt. Darf ich Sport machen, wenn ich mich erkältet fühle? Nee, wenn ich mich leicht angeschlagen fühle.

    [Jason Raffington] 

    Okay, wenn ich mich leicht angeschlagen fühle. Naja, das ist natürlich jetzt sehr subjektiv, was leicht angeschlagen bedeutet. Also ich denke, wenn man ein bisschen laufende Nase hat, muss nicht unbedingt sein, dass man was sehr, sehr Ernstes ausbrütet. Aber man sollte natürlich wachsam sein. Also wenn meine Nase ein bisschen läuft und ich mich sonst eigentlich noch energetisch fühle, kann man vielleicht schon noch ein bisschen leichten Sport machen. Ich würde jetzt vielleicht trotzdem nicht meine härteste Gym-Session direkt dann machen, wenn meine Nase läuft, sondern vielleicht eher einen Spaziergang, vielleicht eine leichtere Yoga-Session oder etwas Leichteres einfach. Und wenn man natürlich schon stärkere Symptome hat, also die Frage war ja, wenn ich leicht angeschlagen bin, und ich sage jetzt trotzdem, wenn man stärkere Symptome hat, denn manche Leute trainieren auch durch die Krankheit durch, kenne ich, ich kenne da solche Leute, das ist natürlich nicht zu empfehlen. Also man kann es sich wahrscheinlich denken, aber natürlich kann das den Körper zusätzlich belasten. Wir haben es jetzt schon mehrfach gesagt, der Körper braucht Ruhe. Und wenn wir uns dann anstrengen, dann kann es nach hinten losgehen und die Krankheit kann verschleppt werden. Wir können beispielsweise unseren Herzmuskel überbeanspruchen, bei uns hört man ja auch oft, dass man eine Herzmuskelentzündung bekommen kann. Das sind halt Sachen, die wir unbedingt vermeiden wollen. Also hier muss man wirklich vorsichtig sein. Also ich würde tendenziell sagen, auf jeden Fall bei stärkeren Symptomen eine Pause einzulegen, denn sonst hat man hinten raus längere Pausen, die man gezwungenermaßen einnehmen muss oder nehmen muss, weil man dann halt noch kränker wird. Und wenn man leicht angeschlagen ist, wäre ich auch vorsichtig und würde sagen, okay, ich lasse es langsam angehen. Mach vielleicht einen Spaziergang, denn wir haben gelernt, Nahinfrarotlicht ist extrem wichtig. Und Bewegung ist wichtig, aber natürlich nur moderat, ja.

    [Elisabeth Seidel] 

    Vielleicht auch noch mal spannend mit dem Nahinfrarotlicht, was du erwähnt hast, denn viele kennen ja auch diese Rotlichtlampen, wenn sie Infektionen hier haben oder Ohrenschmerzen. Du hattest ja auch schon mal einen Podcast drüber. Nicht alles ist das Licht, was wir brauchen, oder das Spektrum, was wir brauchen. Aber generell könnte man sagen, dass das vielleicht auch ganz gut ist, weil es natürlich auch unseren Mitochondrien hilft. Und wir brauchen viel Energie.

    [Jason Raffington] 

    Genau, das ist tatsächlich was, was ich auch für mich selber jetzt für die Erkältungszeit vermehrt wieder einplane. Also ich habe so eine Infrarotlampe zu Hause. Und jetzt besonders, wenn man weniger nach draußen kommt, weil es halt einfach kalt und ungemütlich ist, weil es regnet, warum auch immer, versuche ich diese Zeit zumindest ein paar Minuten am Tag vor so einer Lampe zu verbringen, weil es sonst eben einfach etwas ist, was dem Körper fehlt. Und wie gesagt, es ist nicht nur das Vitamin D, sondern eben diese Nahinfrarotstrahlung, die wichtig für uns sind. Und genau, ich glaube, das ist etwas für die, die Interesse haben. Die können sich auf jeden Fall auch noch mal den Podcast anhören. Ich weiß gerade die Nummer nicht mehr, aber man findet es auf unserer Website. Und ja, das ist ein spannendes Thema und das wird unterschätzt. Also das haben viele nicht auf dem Schirm. Sie denken, es liegt einfach daran, dass wir drin sind und schlechte Luft einatmen, dass wir krank werden. Aber es liegt auch daran, dass wir nicht rausgehen und das Licht nicht bekommen, was wir eigentlich bräuchten. Denn wir leben dann eben doch in einer Region hier in Deutschland, wo es dann sehr dunkel wird im Winter. Die Tage sind kurz und da fehlt uns einfach was.

    [Elisabeth Seidel] 

    Du hast ja jetzt noch mal Luft angesprochen. Da fällt mir noch was ein, was ich jetzt bei der Erkältung nicht genannt habe, nämlich die Inhalation. Ah ja. Das ist natürlich auch noch mal was, was man machen kann. Die Schleimhäute nicht austrocknen lassen. Man kann auch vielleicht ein bisschen ätherisches Öl, wenn man es verträgt. Sonst nimmt man vielleicht einfach nur Salz zum Inhalieren, um die Schleimhäute zu befeuchten. Die ätherischen Öle, die können natürlich noch mal antimikrobielle Eigenschaften haben. Aber für manche ist das einfach zu stark. Also im Zweifelsfall einfach Salz verdampfen.

    [Jason Raffington] 

    Ja, aber ich habe es dir auch schon erwähnt, anfangs, wenn wir wieder an New Start denken, wenn wir an das Waldbaden zurückdenken. Also man kann sich den Wald eben auch nach Hause holen. Wenn man einen Verdampfer hat und dann Kiefer, Fichte, Zirbe, diese schönen ätherischen Öle verdampft, dann aktivieren wir eben gewisse Immunzellen, können sie hoch regulieren. Und das kann natürlich sehr, sehr hilfreich sein. Und für manche riecht es auch sehr angenehm. Aber wie du sagst, ist nicht für jeden was. Manche sind etwas empfindlicher, was Gerüche angeht.

    [Elisabeth Seidel] 

    Genau, auch weil es einfach nicht nur Gerüche, auch weil es halt reizen kann. Genau.

    [Jason Raffington] 

    Gut, machen wir weiter. Die nächste Frage ist, macht Kälte krank?

    [Elisabeth Seidel] 

    Also wenn ich es jetzt aus so traditioneller, aus traditionellen Systemen mir anschaue, wie jetzt der europäischen Medizin oder der chinesischen Medizin, dann ist natürlich Kälte ein pathogener Faktor, auch Wind zum Beispiel, und nicht so gut und kann Erkältungskrankheiten fördern. Wenn wir uns das jetzt auf unserer Ebene angucken, dann ist es halt eher so, dass wir eine verminderte Durchblutung haben, wenn was sehr kalt ist. Das heißt, wir haben weniger zirkulierende Abwehrzellen, vielleicht auch in unseren Schleimhäuten. Und das kann natürlich dafür sorgen, dass Viren zum Beispiel leichter eintreten können. Dann kann man noch an Heizungsluft denken. Ich hatte ja gerade schon die Inhalation angesprochen. Wenn es kalt ist, Heizungsluft, trockene Luft trocknet unsere Schleimhäute aus, kann auch dafür sorgen, dass die Eintrittspforte gegeben ist, dass die Türsteher nicht so gut arbeiten können. Also das wären so die Mechanismen, die dafür sorgen, dass man vielleicht eher sich eine Erkältung einfängt. Gut. Zink ist wichtig fürs Immunsystem. Kann man den Zinkkomplex Ultra auch dauerhaft einnehmen?

    [Jason Raffington] 

    Okay, das ist eine Frage spezifisch zu einem Produkt, das wir anbieten. Der Zinkkomplex Ultra ist ein Zinkpräparat mit acht verschiedenen Zinkformen. Und ich glaube, Vitamin C ist auch mit drin. Du hast es eigentlich vorhin auch schon erwähnt. Also man sollte vor allem hochdosierte Mineralstoffe, und da würde ich auch diesen Zinkkomplex dazuzählen, nicht dauerhaft einnehmen, wenn nicht der Bedarf besteht. Also idealerweise messen wir, schauen, ist denn ein Bedarf für eine dauerhaft hohe Zinksupplementation gegeben? Wenn ja, okay, dann kann man ihn eventuell dauerhaft einnehmen. Und wenn nicht, dann natürlich nicht. Aber was man immer bei Zink im Auge behalten sollte, ist auch die Kupferversorgung. Denn wenn wir Zink hochdosiert einnehmen, produziert der Körper ein Protein mit dem Namen Metallothionein. Und dieses Protein bindet Metalle. Und es bindet besonders gerne Kupfer. Und das sorgt dafür, dass dieses Kupfer ausgeschieden wird. Das bedeutet, diese hochdosierte Zinkzufuhr kann dafür sorgen, dass wir einen Kupfermangel bekommen. Und Kupfer brauchen wir auch für unser Immunsystem und für viele andere Prozesse in unserem Körper. Das heißt, wenn wir wirklich hochdosierten Zinkbedarf haben, sollten wir immer auch auf Kupfer achten. Und wenn wir keinen hochdosierten Zinkbedarf haben, dann sollten wir es auch nicht dauerhaft einnehmen, denn dann bringen wir das System aus der Balance und wir geben Geld für etwas aus, was wir nicht benötigen. Also es macht wenig Sinn, es dann dauerhaft einzunehmen. Und ich denke, das gilt für alle Nährstoffe. Also warum sollte ich was nehmen, was ich nicht brauche? Das bringt uns wieder zurück zum Punkt Diagnostik. Am besten schauen, was brauche ich wirklich? Denn nur weil etwas bekanntermaßen gut fürs Immunsystem ist, heißt es nicht, dass es jeder braucht. Manche sind vielleicht gut mit Zink versorgt, weil sie genug Zink über ihre Nahrung aufnehmen. Das kann auch sein. Also genau, ich denke, das deckt die Frage ganz gut ab. Die nächste Frage bezieht sich auch auf Nahrungsergänzungsmittel. Und zwar lautet sie, auf welche Supplements kann ich bauen, um vorzubeugen? In Klammer, Mama, Kita, Kinder. Also ich nehme an, das ist von einer Mutter die Frage, die Kinder hat, die in die Kita gehen. Und die bringen wahrscheinlich Keime mit nach Hause und dann werden die Eltern krank und das ist natürlich nicht schön. Also was können die Eltern vorbeugend einnehmen oder tun?

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja, tun, also würde ich noch mal auf New Start verweisen. Natürlich ist es schwer für Eltern, ich habe ja auch einige bei mir in Behandlung, da den Schlaf immer so zu sichern. Also hier würde ich eher zu einem Multi raten. Also wenn ich jetzt keine Ergebnisse habe, und ich bin ja großer Fan von Ergebnissen und würde es dann eher individuell anpassen, wenn ich das nicht habe, dann würde ich einfach so ein Multivitamin nehmen, wo ich B-Vitamine drin habe, ein bisschen Zink, ein bisschen Selen, Vitamin C und natürlich Vitamin D. Aber Vitamin D würde ich schon auf jeden Fall einmal prüfen lassen, damit man da dann gut durchkommt. Dann vielleicht Probiotika, um zu schauen, dass der Darm gut besiedelt ist. Oder ich mache es eben über meine Ernährung. Da haben wir jetzt einige Beispiele genannt. Genau das wären so die Sachen, auf die ich achten würde.

    [Jason Raffington] 

    Ja, also ich glaube, bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte man dann tendenziell ein bisschen vorsichtiger sein. Aber du hast ja auch schon einige Beispiele für Tees genannt oder so Sachen wie Inhalation. Das sind so Dinge, da ist es schwer, zu viel davon zu machen im Vergleich zu Nahrungsergänzungsmitteln, wo du eben auch zu viel einnehmen kannst oder Dinge einnehmen kannst, die du nicht brauchst. Aber so ein Cystus-Tee vielleicht einmal am Tag oder ein Lindenblütentee, solche Sachen, die kann man, denke ich, ganz gut integrieren, ohne Gefahr zu laufen, dass man sich damit schädigt, oder?

    [Elisabeth Seidel] 

    Hm, würde ich jetzt nicht ganz so unterschreiben. Also solche Tees werden ja eigentlich eher so kurweise angewandt. Das heißt, mal über sechs Wochen und dann trinkt man auch mal drei Tassen am Tag. Eigentlich würde ich nichts jetzt unbedingt auf Dauer immer machen. Zum einen ist immer die Jahreszeit anders. Die Leute machen unterschiedliche Sachen, haben unterschiedliche Beanspruchungen. Was man machen kann, sind, wie gesagt, diese ernährungstechnischen Sachen, aber man muss halt auch aufpassen. Wenn ich jetzt was nehme, was immer immunboostend ist oder immunfördernd, ist ja die Frage, nehme ich irgendwie Immunsuppressiva oder habe ich eine Autoimmunerkrankung? Ist mein System schon außer Balance geraten? Dann will ich ja jetzt nicht noch was draufhauen, was das irgendwie extra pusht. Das heißt, ich muss mir angucken, okay, diese Kräuter, auf welcher Ebene wirken die? Auf welche Art von Immunsystem, auf welche Art von Zellen haben die einen Einfluss? Und dann schaue ich eben, dass ich das entweder als Kur mache oder ich tausche mich halt mal aus mit einer Therapeutin, um das gut zu machen. Aber nichtsdestotrotz kann ich schon Vitamin C einnehmen. Ich glaube, da ist es schwieriger, viel zu überdosieren. Das heißt, ich habe jetzt irgendwie eine Nierenerkrankung oder so was. Was man noch machen könnte, wäre zum Beispiel Reishi-Pilz. Das ist so ein bisschen adaptogen. Oder aber so was wie Hagebuttenpulver in mein Frühstück. Dann habe ich auch ein bisschen mehr Vitamin C, Vitamin D-Status einmal überprüfen. Das würde ich so empfehlen. Okay. Ah, spannende Frage, die nächste. Was hält einen Infekt auf, der sich ankündigt?

    [Jason Raffington] 

    Okay, ich denke, das ist eigentlich ähnlich wie ein paar der Fragen, die vorhin schon kamen. Also die Antwort darauf. Also in erster Linie ist es wieder die langweilige Antwort. Also Ruhe. Also wenn jemand merkt, okay, ich habe Halskratzen, dann sollte ich jetzt nicht ins Fitnessstudio rennen oder ich sollte mich nicht anderweitig großem Stress aussetzen. Und ich weiß, das ist immer leicht gesagt, Stress reduzieren. Aber wenn man merkt, hey, ich werde krank, dann muss man vielleicht ein bisschen bewusster hinschauen und gucken, wo kann ich denn ein bisschen zurücktreten? Wo kann ich ein bisschen langsamer machen? Kann ich vielleicht doch ein bisschen länger schlafen und lasse mein Workout am Morgen ein bisschen entweder ganz aus oder lass es ein bisschen leichter aussehen? Also da muss jeder individuell schauen. Also Ruhe ist, denke ich, der allererste wichtigste Punkt. Wir haben es auch schon gesagt, auf eine gute Nährstoffversorgung achten. Und was Nährstoffe spezifisch angeht, da haben wir auch das hochdosierte Zink angesprochen. Aber da sollte man natürlich auch wieder die Verträglichkeit und Kupfer im Hinterkopf behalten. Also ja, aber einen Infekt komplett zu stoppen, so eine Wunderpille oder irgendwie eine Wundermethode, kann ich jetzt leider nicht nennen, ist mir noch nicht bekannt. Ich denke, wenn es die gäbe, dann wüssten es die meisten schon.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ich denke, dass es relativ individuell ist. Also ich habe meine Techniken und Taktiken, die ganz gut funktionieren. Aber das muss bei dir nicht das Gleiche sein.

    [Jason Raffington] 

    Genau, da ist jeder anders. Und da muss man individuell schauen, was für einen selber funktioniert im eigenen Alltag. Da ist jeder auch anders, wenn man Kinder zu Hause hat oder Verpflichtungen, denen man halt nachgehen muss. Das ist dann halt, da muss man seinen eigenen Weg finden im Grunde. Und dann kommen wir auch jetzt schon zur letzten Frage, damit es nicht zu lang wird. Kann man das Immunsystem eigentlich trainieren?

    [Elisabeth Seidel] 

    Also ich würde sagen, ja. Ich glaube, du auch. Also Immunsystemtraining, man kennt es ja schon vom Prinzip der Impfung. Da gibt es ja aktive Impfungen, wo dann wirklich der Körper darauf reagieren muss. Das heißt, er muss Antikörper und Gedächtniszellen und Immunzellen ausbilden. Und genau das Gleiche passiert eigentlich tagtäglich. D.h. immer, wenn wir in der Bahn fahren, wenn wir irgendwo draußen sind, mit irgendwelchen Sachen in Kontakt kommen, dann muss unser Immunsystem entscheiden, will ich darauf reagieren, ist das harmlos oder ist das eine Gefahr? Und bildet dann entsprechende Zellen oder eine Antwort darauf aus. Und diese Ausbildung dieses Immunsystems beginnt natürlich schon ganz früh, nämlich wenn wir Kinder sind. Und dann kommt es darauf an, okay, mit wie vielen Antigenen bin ich denn irgendwie konfrontiert? Bin ich irgendwie ein Kind, was eigentlich sehr abgeschottet, sehr hygienisch lebt, relativ einseitig ernährt wird? Oder bin ich jetzt ein Kind oder habe ich ein Kind, was viel draußen ist, mit viel in Kontakt kommt, sei es von Nahrungsmittelantigen, aber auch sowas wie Tiere etc.? Es ist natürlich immer so, dass dazwischen, es gibt jetzt nicht Schwarz und Weiß, aber diese Konfrontation schon im Kindesalter oder diese Exposition zu verschiedenen Allergien ist natürlich auch was, was das Immunsystem trainiert.

    [Jason Raffington] 

    Ja, was mir auch noch einfällt, wir haben auch vorhin schon über Kälte geredet, also was da auch häufig gerne genannt wird, sind Hitze- und Kältetherapien. Also ich sage jetzt mal Sauna und Eisbäder. Und das ist auch etwas, was ich persönlich sehr spannend finde und auch gerne im Winter oder in den kalten Tagen praktiziere, also vor allem Sauna, weil es halt einfach sehr angenehm ist. Und da ist bekannt, dass, wenn wir in die Sauna gehen, der Körper Hitzeschock-Proteine produziert. Und diese sorgen dafür, dass fehlgefaltete oder kaputte Proteine repariert werden. Und das sorgt natürlich auch dafür, dass das Immunsystem und andere Körpersysteme besser arbeiten. Das ist ja auch ähnlich wie beim Prozess der Autophagie, dass der Körper sich aufräumen muss, dass da keine beschädigten Bestandteile, beschädigten Proteine rumschwirren, die gar nicht mehr richtig ihre Funktion erfüllen können. Und natürlich sorgt die Sauna auch dafür, dass die Durchblutung angeregt wird. Und wir haben auch schon gehört, die Schleimhäute sollen schön feucht bleiben. Also da sind viele Faktoren, weshalb die Sauna gut ist. Und interessanterweise ist aber auch Kälte gut. Also wir haben vorhin gehört, macht Kälte krank. Hast du ganz schön erläutert. Aber jetzt können wir auch noch sagen, dass Kälte auch sehr hilfreich sein kann. Denn es wurde auch gezeigt, dass Eisbäder beispielsweise, oder für manche sind Eisbäder ein bisschen zu viel. Da sind auch Wechselduschen oder einfach Kaltduschen schon gute Alternativen. Dass das auch sehr hilfreich sein kann, um beispielsweise die Anzahl an Leukozyten zu erhöhen. Also es werden nicht mehr Leukozyten produziert. Tatsächlich ist es so, dass durch diesen Kälteschock Adrenalin freigesetzt wird. Und dieses Adrenalin sorgt dafür, dass die Leukozyten, die sich am Endothel, also an der Gefäßinnenwand befinden, freigesetzt werden. Also die sind schon da. Und dadurch zirkulieren die mehr. Das heißt, wir haben sozusagen mehr patrouillierende Immunzellen in unserem System. Das heißt, wenn ich jetzt täglich mal diese Wechseldusche einbaue, starte ich schon mal ein bisschen besser gewappnet in den Tag. Das Immunsystem ist schon ein bisschen eingestellt auf potenzielle Gefahren. Aber wie gesagt, Kälte ist wahrscheinlich für die meisten noch mal ein bisschen größeres Hindernis als eine schöne warme Sauna.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ich liebe ja beides. Wir haben ja aber auch bei der Kälteexposition, weil das, was wir ja auch erreichen wollen, ist, dass wir danach wieder aufwärmen. Also du hast ja durch den Kältereiz dann auch eine vermehrte Durchblutung, was ja auch wieder förderlich ist tatsächlich.

    [Jason Raffington] 

    Jetzt, wo wir über Kälte gesprochen haben, fällt mir noch eine spannende Studie ein. Und zwar geht es dort um die sogenannte Wim Hof-Technik. Also das haben viele wahrscheinlich schon gehört. Wim Hof, der Eismann, ist ja bekannt für seine Kältebäder und auch für seine Atmung. Und in dieser Studie wurden zwölf Probanden untersucht. Es gab zwei Gruppen, eine Interventionsgruppe und eine Kontrollgruppe. Und in der Interventionsgruppe wurde ihnen diese Wim Hof-Technik beigebracht. Also die besteht aus dieser Atmung, diesem zyklischen Hyperventilieren, also 30 Mal tief einatmen, schnell ausatmen, und das alles 30 Mal. Gefolgt von ein, zwei oder drei Minuten Luft anhalten und danach nochmal einatmen. Und durch diese Technik, die wurde angewendet. Und danach wurden die Probanden in der Interventionsgruppe mit einem Lipopolysaccharid injiziert. Und dieses LPS sorgt eigentlich für grippeähnliche Symptome. Die Kontrollgruppe hat die Übung nicht gemacht, wurde aber trotzdem injiziert. Und es hat sich gezeigt, dass in der Interventionsgruppe weitaus weniger die grippeähnlichen Beschwerden weitaus geringer ausgefallen sind. Das ist sehr interessant und es wurde auch untersucht, was da der Zusammenhang ist, woher das kommt. Und es wurde gezeigt, dass entzündungshemmende Botenstoffe wie Interleukin-10 erhöht waren in der Interventionsgruppe. Und entzündungsfördernde Stoffe wie TNF-Alpha und Interleukin-6 reduziert waren, also die sind gesunken. Und das war eben eine der Erklärungen dafür, dass die Krankheitssymptome geringer ausgefallen sind. Und das finde ich sehr spannend. Also es heißt natürlich nicht, dass wir Infektionen komplett vermeiden können, indem wir regelmäßig diese Atmung machen. Aber es zeigt eben, dass wir das Immunsystem selber durch eine Atemtechnik stimulieren können bzw. regulieren können. Also einerseits natürlich die Entzündungen reduzieren und auf der anderen Seite diese anti-entzündlichen Stoffe erhöhen können. Also das ist ein anderer Ansatz als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, die wir von außen zuführen. Diese Atemtechnik kommt eben von innen heraus. Und das ist was, was man gerne mal ausprobieren kann. Für die, die interessiert sind, man findet diese Videos auf YouTube relativ easy, indem man Wim Hof Atemtechnik eingibt. Also für die, die es selber mal ausprobieren wollen. Das ist, glaube ich, ganz spannend.

    [Elisabeth Seidel] 

    Es hat ja auch viel mit dem Nervensystem zu tun, mit dem vegetativen Nervensystem. Was mich auch dazu bringt, noch mal auf eine Folge zu verweisen, nämlich die zur Psychoneuroimmunologie, wo es wirklich darum geht, was der Stress tatsächlich in unserem Körper auslöst oder wie das unser Immunsystem beeinflusst. Da habe ich eine Folge aufgenommen mit Prof. Dr. Eva Peters, die super, super spannend ist. Deshalb, wer sich hier mal noch ein bisschen mehr interessiert und auch noch mal hören will, wie das Immunsystem funktioniert, sie ist da auf jeden Fall eine Expertin dafür. Wir können ja die Folge mit reinpacken.

    [Jason Raffington] 

    Ja, genau. Ich verlinke auch gerne noch die Studie mit, von der ich gerade gesprochen habe, wer da gerne mal nachlesen möchte. Und auch generell, dass wir da noch ein bisschen, dass wir noch ein paar Studien mit in die Show Notes packen, für alle, die noch ein bisschen tiefer gehen wollen. Und ich glaube, das war jetzt auch tatsächlich die letzte Frage. Aber ich würde auch gerne noch auf unsere E-Books verweisen. Wir haben auch zwei tolle E-Books zum Thema Immunsystem. Und da steht noch viel mehr drin. Da geht es noch ein bisschen mehr in die Tiefe, was bestimmte Nährstoffe angeht, was bestimmte Pflanzenstoffe angeht. Also es gibt tatsächlich sehr viele spannende Nährstoffe, die hilfreich sein können. Aber ich denke, das Main Takeaway ist, ich würde sagen, New Start. Generell den gesunden Lebensstil zu priorisieren. Jeden dieser Buchstaben abzudecken, ist wahrscheinlich schwierig. Aber eben zu versuchen, so viel wie möglich abzuhaken, würde ich mal sagen. Dann ist man ganz gut gewappnet, was die kalte Jahreszeit angeht.

    [Elisabeth Seidel] 

    Ja. Das war unsere Episode zu euren Community Questions und Immunsystem und der Erkältungszeit natürlich. Wenn dich das Thema weiterhin interessiert, dann schau doch mal in den Show Notes. Da packen wir die Folgen rein, die wir erwähnt haben und auch die Studies, über die wir gesprochen haben. Und dort findest du einen Link zu unserem neuen Nutrition and Health Coach. Das ist ein Kurs für Interessierte, aber vielleicht auch Fachpersonen, die ein bisschen tiefer in das Thema Nährstoffe und Gesundheit einsteigen wollen.

     

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