Informationen zur Podcastfolge Nr. 166 Neubeginn. Die Zeit der Transformation. Mit Silke LiederbachInformationen zur Podcastfolge Nr. 166 Neubeginn. Die Zeit der Transformation. Mit Silke Liederbach

Neubeginn wagen: Zwischenraum nutzen und echte Veränderung leben

Manchmal merken wir, dass etwas nicht mehr stimmig ist – ohne genau zu wissen, wie es weitergehen soll. Silke Liederbach beschreibt diesen Zustand als Zwischenraum: eine Phase, in der das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht greifbar ist. Statt diese Zeit zu übergehen oder sofort Lösungen zu erzwingen, lädt sie dazu ein, innezuhalten, wahrzunehmen und wieder näher bei sich selbst anzukommen.

In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit Silke Liederbach darüber, wie ein Neubeginn gelingen kann – nicht durch Optimierung, sondern durch Klarheit, bewusste Wahrnehmung und kleine, alltagstaugliche Übungen.

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Der Zwischenraum – warum Nicht-Wissen dazugehört

Für Silke Liederbach ist der Zwischenraum kein leerer Zustand, sondern ein wichtiger Teil von Veränderung. Er entsteht dann, wenn alte Strukturen, Beziehungen oder Rollenbilder nicht mehr passen – das Neue aber noch nicht klar ist.

Statt diese Phase möglichst schnell „hinter sich zu bringen“, empfiehlt sie, sie bewusst zu nutzen: zum Loslassen, zum Beobachten und zum ehrlichen Hinschauen. Nicht alles muss sofort entschieden werden. Manches darf erst einmal gehen, ohne dass schon klar ist, was danach kommt.

Was in dieser Phase häufig losgelassen wird:

  • Beziehungen oder Freundschaften, die sich nicht mehr stimmig anfühlen
  • berufliche Wege oder Erwartungen, die eher Druck als Lebendigkeit erzeugen
  • Gewohnheiten, die aus Durchhalten statt aus Überzeugung entstanden sind

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Innen und Außen unterscheiden – ein Schlüssel für echte Veränderung

Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Unterscheidung zwischen Innen und Außen. Silke beschreibt, dass viele Menschen verlernt haben zu spüren, ob ein Impuls wirklich aus dem eigenen Inneren kommt – oder ob er durch Vergleiche, Erwartungen oder Bewertungen von außen ausgelöst wird.

Als Beispiel nennt sie Social Media: Das Scrollen durch Instagram sei häufig „Außen“, weil es schnell in Vergleich und Reaktion führt. Gleichzeitig macht sie klar, dass es nicht um Verbote geht. Auch Netflix oder Ablenkung können im „Innen“ stattfinden – wenn wir präsent bleiben und nicht etwas bedienen wollen, das uns eigentlich von uns wegzieht.

Mini-Reflexion für den Alltag:

  • Bin ich gerade bei mir – oder reagiere ich auf etwas im Außen?

Authentizität statt Egoismus – wenn Beziehungen sich verändern

In Phasen der Transformation taucht häufig eine zentrale Frage auf: Ist es egoistisch, sich zurückzuziehen oder nicht mehr alles mitzutragen? Silke Liederbach unterscheidet hier klar zwischen Egoismus und Authentizität. Egoismus sei oft mit Rücksichtslosigkeit verbunden – gegenüber anderen, aber auch gegenüber sich selbst. Authentizität hingegen bedeute, ehrlich zum eigenen Kern zu stehen und nicht länger gegen sich selbst zu handeln.

Dieser innere Wandel kann dazu führen, dass wir bestimmte „Scheinbarkeiten“ in Familienstrukturen oder Freundschaften nicht mehr bedienen können. Das fühlt sich zunächst oft schwer an, weil gewohnte Rollen oder Erwartungen wegfallen. Langfristig entsteht daraus jedoch mehr Echtheit – in Beziehungen und im eigenen Erleben.

  • Egoismus: Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen oder sich selbst
  • Authentizität: ehrlich bleiben, ohne sich selbst zu verleugnen
  • Veränderung bedeutet manchmal, scheinbare Harmonie loszulassen, um echte Verbindung zu ermöglichen

Erst wahrnehmen – nicht sofort reparieren

Silke Liederbach betont immer wieder, wie wichtig der erste Schritt ist: wahrnehmen, statt sofort zu bewerten oder zu verändern. Wenn sich etwas unangenehm anfühlt, muss es nicht direkt „weg“. Oft reicht es, einen Moment dabei zu bleiben – ohne Analyse, ohne Lösung.

Ein Satz von Silke aus dem Gespräch bleibt besonders hängen:
 „Halt es doch mal aus.“

Nicht im Sinne von Ausharren oder Durchhalten, sondern als Einladung, Gefühle nicht sofort zu verdrängen. Viele Empfindungen verändern sich bereits, wenn wir ihnen kurz Raum geben.

Selbstanerkennung üben – der „Applaus für dich selbst“

Ein weiterer Impuls aus dem Gespräch ist die Idee des Selbstapplauses. Silke beschreibt, dass viele Menschen gelernt haben, sich stark an der Rückmeldung von außen zu orientieren – und dabei den eigenen inneren Maßstab verlieren.

Die Übung ist simpel: Nach einem Gespräch, einem Termin oder einer Situation nicht zuerst prüfen, wie andere reagiert haben, sondern kurz nach innen hören.

Alltagstaugliche Mini-Übung:

  • nach einer Situation kurz innehalten
  • dich fragen: Wie war ich gerade? War ich präsent?
  • ein innerer Satz wie: „Ich habe mich gehört.“

So entsteht Schritt für Schritt eine innere Anerkennung, die unabhängiger von äußerem Applaus wird.

Take Aways  

  • Ein Neubeginn entsteht oft im Zwischenraum – nicht durch sofortige Lösungen, sondern durch bewusstes Wahrnehmen.
  • Loslassen heißt nicht scheitern, sondern Platz schaffen für etwas Neues.
  • Die Unterscheidung zwischen Innen und Außen hilft, echte Impulse von äußeren Erwartungen zu trennen.
  • Gefühle müssen nicht sofort weg – manchmal reicht es, sie kurz auszuhalten.
  • Selbstanerkennung kann trainiert werden, z. B. durch den „Applaus für dich selbst“.

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Silke Liederbach ist Autorin, Bewusstseinstrainerin und begleitet Menschen in inneren Transformationsprozessen. Ihr eigener Lebensweg – geprägt von tiefgreifenden persönlichen Erfahrungen – hat ihre Arbeit maßgeblich beeinflusst und zu einem intensiven Auseinandersetzen mit Bewusstsein, Wahrnehmung und innerer Klarheit geführt.

Sie lebte mehrere Jahre auf Bali und beschäftigte sich dort intensiv mit unterschiedlichen spirituellen Traditionen, alternativen Perspektiven auf das Leben und der Verbindung zwischen Mensch und Natur. Als balinesische Hinduistin versteht sie Veränderung als einen Prozess, in dem auch herausfordernde Lebensphasen Bedeutung und Lernpotenzial tragen können.

Silke Liederbach: https://www.silke-liederbach.de

 

166 Neubeginn. Die Zeit der Transformation. Mit Silke Liederbach

[Silke Liederbach] (0:00 - 0:29)

Es kann gut möglich sein, Nils, dass dieser Mensch, von dem du dich hier gelöst hast, also die Erfahrung mache ich bei mir persönlich, dass ich mich vor einem Jahr von jemandem gelöst habe, der mir heute auf einmal wieder super nahe steht. Weil wir beide, und das würde ich mir so wünschen für Paare auch teilweise, die sich gar nicht trennen müssten, es aber aktiv tun, weil sie das Gefühl haben, weil beide in diesen Wandel gefallen sind, dass sie jetzt nicht mehr zusammen können.

 

[Nils Behrens] (0:30 - 1:23)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein an Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.

 

Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Silvester hat diese merkwürdige Magie. Die Welt hält kurz den Atem an, als würde sie uns einen Moment schenken, um zu spüren, wer wir eigentlich geworden sind.

 

Zwischen Rückschritt und Aufbruch liegt ein stiller Raum, der selten so ehrlich ist wie in dieser Nacht. Silke Liederbach ist Autorin und Begleiterin für innere Transformationsprozesse. In ihrem Buch »Jetzt wird's echt« beschreibt sie die tiefe Bewegung einer Zeit, in der alte Sicherheiten bröckeln und ein neues, ehrliches Bewusstsein entsteht.

 

Sie hilft Menschen, diese Zwischenräume zu verstehen, dort, wo das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht sichtbar ist. Und deswegen sage ich herzlich Willkommen, Silke Liederbach.

 

[Silke Liederbach] (1:23 - 1:27)

Vielen Dank, ich freue mich sehr, dass ich eingeladen worden bin von dir.

 

[Nils Behrens] (1:27 - 2:11)

Ja, ich finde es ja wirklich großartig, dass wir genau dieses Thema für Silvester aufnehmen, also um ganz transparent zu sein. Wir sind ja hier True Clean Label und auch damit True Clean Podcast. Wir sind jetzt so bei Mitte Dezember.

 

Das heißt also, die Weihnachtszeit hat schon so ein bisschen begonnen. Das heißt, wir spüren auch schon die Frage, was machst du Silvester, ist schon omnipräsent. Und normalerweise beginne ich den Podcast immer mit einer Frage, die eine Sonntagsfrage ist.

 

Und man spricht ja immer von Sonn- und Feiertagen, deswegen ist es heute mal keine Sonntagsfrage, sondern eine Feiertagsfrage, nämlich genau genommen eine Silvesterfrage. Weil viele Menschen starten das neue Jahr mit dem Gefühl, irgendwas passt nicht mehr, aber ich weiß noch nicht, was kommt. Wie wichtig ist dieser Zwischenraum gerade an Silvester für echte Veränderungen?

 

[Silke Liederbach] (2:11 - 3:16)

Naja, also grundsätzlich ist es ja schon mal so immer gewesen, außerhalb der Transformationszeit. Wir sind ja jetzt in einer großen Transformationszeit, in dem der Zwischenraum nicht nur an Silvester ist, sondern wir sind schon viele Menschen in einem Zwischenraum, der schon vor längerer Zeit begonnen hat. Ich beantworte dir aber erstmal die erste Frage.

 

So ein Zwischenraum dient uns ja, um loszulassen. Dinge, die wir in unserem Leben gelebt haben und auch merken, dass wir irgendwie keine Kraft mehr dafür haben, das nochmal zu tun. Wir wollen vielleicht, aber wir merken, es ist vorbei.

 

Und oft ist es nicht so, dass wir etwas haben wollen nochmal, zurückhaben wollen, sondern wir müssen lernen, loszulassen. Einfach zu verstehen, etwas loszulassen, was wir vielleicht Jahrzehnte gemacht haben. Da gehen Freundschaften, Partnerschaften, neuer Job oder sonst was.

 

Diese Zeit dient ja ganz oft dafür, einfach Dinge erstmal mal so Revue passieren zu lassen. Noch gar nicht mal sich mit dem Neuen zu beschäftigen, sondern erstmal in diesem Zwischenraum sich bewusst zu werden, was nicht mehr geht oder du nicht mehr haben möchtest.

 

[Nils Behrens] (3:16 - 3:35)

Ja, du gibst mir eigentlich die perfekte Vorlage zu meiner ersten wirklich ernst gemeinten Frage. Nicht, dass die andere nicht ernst gemeint war, aber sie ist natürlich eher so diese Warm-up-Frage. Was für dich der Auslöser war, dieses Buch genau jetzt zu schreiben?

 

Das heißt in einer Zeit, in der ich glaube auch viele spüren, dass das Alte bröckelt, würde ich einfach mal so sagen.

 

[Silke Liederbach] (3:35 - 6:34)

Boah, das war, Nils, es war gar keine Entscheidung, sondern es war einfach, ich konnte gar nicht anders. Also ich war selber für mich seit gefühlt Juni 23, habe ich gemerkt, dass sich etwas fundamental in meinem Leben verändert, das ich aber nicht sehen konnte. Also ich konnte im Außen meines Lebens nicht erkennen, warum ich im Innen so ein Gefühl habe.

 

Ich konnte mir das gar nicht erklären. Jetzt habe ich ja diese super Verbindung in diesem Leben gebucht, dass da eine Tür nach oben offen ist, sodass ich einfach mit, ich sage jetzt mal, Energien verbunden bin, die für mich wie eine Tagesschau sind, auch in der Zeitgeschichte, der zeithistorischen Geschichte. Und ich habe mich damit auseinandergesetzt und es kamen immer mehr Informationen, das ist nicht deine Veränderung, sondern es ist eine weltweite Veränderung, die nur gewisse Menschen auf dieser Erde spüren.

 

Es sind Menschen, die nicht unbedingt spirituell sind, sondern es sind Menschen, die eine hohe Sensitivität haben, die auch einen gewissen Intellekt haben und die sich gerade fragen, warum nehme ich Dinge wahr? Warum fühle ich mich körperlich so erschöpft? Warum schlafe ich so schlecht?

 

Warum lösen sich auf einmal Dinge, die ich eigentlich gar nicht lösen will? Warum gehen gewisse Freundschaften nicht mehr und so weiter? Also das war ein Prozess, der 23 Mitte des Jahres bei mir persönlich begann und dann fing es einfach an, dass ich das alles immer wieder aufgesprochen habe.

 

Ich habe immer wieder gesprochen und habe das transkripiert. Und irgendwann gab es einen Punkt, an dem es klar war, der Need in der Gesellschaft wird so groß, weil immer mehr Fragen kommen. Bin ich depressiv?

 

Habe ich ein Burnout? Was ist mit mir passiert? Ich kann auf einmal nicht mehr das leisten, was ich mal geleistet habe.

 

Bin ich krank? Was ist da? Und ich habe einfach gemerkt, es muss einfach mal etwas, eine Information auf den Markt gebracht werden, die nicht spirituell unbedingt ist, sondern die einfach ganz klar ist, indem wir einfach mal sagen, pass mal auf, wenn du ein Symptom hast, welches zum Beispiel so ist, dass du dieses Gefühl hast, ich kann nicht mehr mit jedem oder mit einer Freundin, mit der ich lange befreundet war, mit der kann ich jetzt nicht mehr, obwohl ich sie so gerne mag, aber ich habe das Gefühl, wir passen nicht mehr. Was passiert da mit mir? Was ist mit mir falsch?

 

Mit dir ist nichts falsch. Du bist aber in einem Zeitwandel. Das heißt, wir müssen uns einfach mal vorstellen, auf der einen Seite ist so ein Berg, es ist einfach mal ein Bild, ein Berg, der die alte Zeit beschreibt.

 

Dann ist da eine Brücke und dann kommt da so ein rundes, ich sage jetzt mal ein runder Kreis, das wäre die neue Zeit. Es gibt Menschen, die fallen aus der alten Zeit auf diese Brücke. Und er beschreibt es auch genau das Gefühl von diesen Menschen.

 

Sie beschreiben es wie, ich fühle mich so bodenlos. Du hast auch den Boden verloren. Du bist wie aus der alten Zeit rausgebrochen und machst dich auf einen Weg.

 

Das hat uns nur leider keiner im Auslandsjournal und im Tagesschau oder sonst wo gesagt, sondern niemand spricht davon.

 

[Nils Behrens] (6:35 - 6:37)

Ich muss noch mal kurz das Bild verstehen. Bin ich über den Berg rüber?

 

[Silke Liederbach] (6:37 - 6:37)

Nein.

 

[Nils Behrens] (6:38 - 6:40)

Und wo ist die Brücke?

 

[Silke Liederbach] (6:40 - 7:02)

Die Brücke ist am Berg für die Menschen, die einfach am Berg schon stehen.

 

Ich würde das Bild so bezeichnen. Unten ist ein Tal. Da sind ungefähr, ich würde mal sagen 95 Prozent der Menschheit.

 

Dann sind so vier, fünf Prozent, die sich auf diesem Berg schon befunden haben. Hochsensitive, nicht spirituelle.

 

[Nils Behrens] (7:02 - 7:04)

Okay, okay. Da bist du seit Mitte Juni.

 

[Silke Liederbach] (7:04 - 7:06)

Nee, da bin ich eigentlich schon.

 

[Nils Behrens] (7:06 - 7:09)

Ach da bist du schon länger. Du bist aber noch nicht über den Berg.

 

[Silke Liederbach] (7:09 - 7:14)

Nee, auch der Dalai Lama nicht. Es ist noch niemand über den Berg.

 

[Nils Behrens] (7:14 - 7:18)

Aber auf dem Weg nach oben stehen auch diese Brücke.

 

[Silke Liederbach] (7:18 - 7:19)

Stehen nicht alle.

 

[Nils Behrens] (7:19 - 7:20)

Aber könnte man.

 

[Silke Liederbach] (7:21 - 8:03)

Nein, nicht könnte man, sondern nur die, die wirklich, ohne dass sie was dazu getan haben, die haben das nicht gebucht, die haben nicht auf den Knopf gedrückt, sondern auf einmal fällt der Mensch gefühlt in einen Prozess, aus dem er nicht rauskommt. Das Gefühl, mir geht es nicht gut. Es ist etwas, was nicht mehr so ist, wie es vorher war.

 

Und es ist ein Prozess, den du nicht unterbrechen kannst. Den hast du dir auch nicht irgendwie gewünscht, sondern der passiert einfach, weil die Menschen in einen Zeitwandel gehen. Und es sind nicht alle auf einmal, das würde die Brücke auch nicht aushalten, sondern es gehen die Ersten, die sich in einen Zeitwandel begeben.

 

Zum Glück bin ich nicht die Einzige, die dieses Bild hat.

 

[Nils Behrens] (8:04 - 8:27)

Überhaupt nicht, überhaupt nicht. Ich komme gleich dazu, aber ich habe eben gerade auch so mal eine Kollegin, die sagt, dass sie gerade so heute schon geweint hat. Und da habe ich dann mal deine zehn Fragen auch so, so Protestfragen auch so mal, die in deinem Buch stehen, vorgelesen.

 

Und du sagst es auch so, wenn man mehrfach Ja sagt, dann merkt man, dass man eben in dieser Transformation ist. Ich glaube, sie hat bei allen zehn Ja gesagt.

 

[Silke Liederbach] (8:27 - 8:28)

Hundertprozentig.

 

[Nils Behrens] (8:28 - 8:35)

Also von daher, du sprichst es ja an als eine Art von kollektiver Frequenzverschiebung.

 

[Silke Liederbach] (8:36 - 10:59)

Ja, und eines ist mir von Anfang an ganz, ganz wichtig. Diese Frequenzverschiebung ist für uns als Menschen. Sie geht nicht gegen uns, aber sie fühlt sich gegen an, weil wir etwas loslassen müssen, was wir 2000 Jahre, Generation über Generation gewohnt sind.

 

Wir haben darauf aufgebaut. Wir haben uns da unsere Sicherheiten geschaffen. Und in dem Moment, wo wir in diesen Prozess fallen, fangen an, Sicherheiten zu verschwinden.

 

Weil in dem Moment, wo wir uns lösen von diesem Bildberg und auf diese Brücke gehen, nicht mal gewollt, aber wir müssen, weil wir ein Teil von diesem Zeitwandel sind, passiert es einfach, dass wir diese Sicherheiten, die der Berg in Anführungszeichen oder das Tal zuvor uns gegeben hat, die fallen weg, weil wir uns von dieser Energie lösen. Und was diese Menschen, und das ist, ich beschäftige mich seit über zweieinhalb Jahren mit nichts anderem mehr außer dem, dass diese Menschen immer wieder das Gefühl haben, dass sie so haltlos, es ist so haltlos. An manchen Tagen ist da so eine Ohnmacht und so eine Frage der Sinnhaftigkeit und so viel Nebel im Kopf und so Konzentrationsschwierigkeiten, alles das, was wir eigentlich auf der anderen Seite des Berges so als Depression oder depressive Verstimmung oder Burnout-Syndrome gesehen haben, das ist es nicht.

 

Weil gleichzeitig, und Gleichzeitigkeit ist ein großes Wort in dieser Zeit, gleichzeitig fühlen wir uns aber in manchen Teilen auf einmal so viel klarer, die wir vorher nie hatten. Gleichzeitig gibt es Momente, in denen wir sagen, boah, das sind so minimale Dinge, die wir vorher nicht gesehen haben, die uns auf einmal so gut tun. Das sind Gespräche, das sind Begegnungen, auf einmal werden wir mit Menschen zusammengeführt, die wir vorher niemals in unser Leben hätten kommen lassen.

 

Und da kommt so was von so einem, irgendwas verändert sich gerade. Mein Buch giltet vor allem diesen Menschen, die in so eine gefühlte, teilweise Ohnmacht fallen, weil sie nicht wissen, was passiert hier, zu sagen, hey, ist das alles okay? Du bist doch nicht besonders, du bist einfach nur in der Transformation.

 

Du bist nicht besser, du bist nicht weiter, du bist nicht schöner. Aber du bist ein Mensch, der vorausgeht, ohne direkt in den Himmel zu gehen, sondern vorausgeht auf der Brücke in eine Zeit, die wir noch gar nicht kennen. Weil die Zeit kann erst dann anfangen zu atmen, wenn die alte Zeit den letzten Atemzug genommen hat.

 

Es wird zu keiner Zeit zwei Zeiten geben.

 

[Nils Behrens] (11:00 - 12:10)

Ja, ich muss dir ganz ehrlich sagen, also zwei Sachen dazu. Das eine ist, ich erinnere mich noch, auch wenn das jetzt schon viele, viele Jahre her ist, als gerade frischgebackene Eltern waren, gab es so ein Buch, das hieß Hilfe, ich wachse. Und da ist es dann so, dass man dann sieht, was alles so in welcher Phase mit wem Kind passiert.

 

Und auf einmal fühlt man sich so beruhigt, dass man sieht, ah, das passiert nicht nur mir, das passiert auch anderen. Und so ähnliche Momente hatte ich in deinem Buch auch an der einen oder anderen Stelle. Allerdings, ich fand das ganz interessant, diese alten Freundschaften, die auf einmal nicht mehr ganz so gut passen, waren bei mir tatsächlich eher, ich hatte das für mich so erklärt, dass ich bin ja schon sehr stark in diesem ganzen Longevity-Game drin, also dieses Thema Langlebigkeit und allem Drum und Dran.

 

Und ich habe so das Gefühl, dass einige von meinen alten Freunden dieses Tempo nicht mehr so mitmachen wollen. Das klingt so komisch, aber dass die, die sich das damit, also das ist gar nicht das physische, sozusagen körperliche Fitness, sondern dass die auch so ein bisschen das Mindset sich auch verändert oder vielleicht auch bei denen gleich bleibt und bei mir einfach aktuell ist.

 

[Silke Liederbach] (12:11 - 12:11)

Da haben wir es.

 

[Nils Behrens] (12:11 - 12:47)

Und das ist eben halt so das. Und ich finde, wo du sagst, das fühlt sich erstmal gegen uns an, ist ja so, weil deine Freundschaften teilweise, wenn es wirklich sehr lange gelebte Freundschaften sind, die geben dir ja auch eine Art von Sicherheit und die geben dir ja auch eine Art von Halt. Und dieser Halt ist natürlich, wenn man, also ich hoffe auch ehrlich gesagt, dass ich die Freundschaft nicht komplett aufgeben muss, sozusagen.

 

Aber nichtsdestotrotz, wenn man einfach merkt, dass man diese Sicherheit, dieser Halt, diese Geborgenheit, die man durch diese Freunde hat, wenn der sich so ein bisschen auflöst durch dieses veränderte Mindset, dann ist das schon etwas, das ist auch schwer.

 

[Silke Liederbach] (12:49 - 14:55)

Ja, Punkt. Ja, wir dürfen auch Schwere empfinden. Aber ich muss einfach eines mal, ich bin jetzt so ein bisschen der Repräsentant der neuen Zeit, wenn ich das mal so sagen darf.

 

Wir lösen uns von einer Energie, die diese Zeit, aus der wir rausgehen, mit sich gebracht hat. Jetzt gibt es Menschen, die weiterentwickelt sind, das heißt nicht besser, weiterentwickelt sind, und Menschen, die weniger weiterentwickelt sind. Es gibt auch Menschen, die nicht für diese Transformation so gemacht sind wie andere.

 

Jetzt nehmen wir dich zum Beispiel, der die Transformation ja auch spürt. Reicht einfach, dass ich dich sehe. Reicht mir aus, dass ich weiß, wo du stehst.

 

Nicht, weil ich so viel Macht habe, das zu sehen, sondern tatsächlich einfach das wahrnehme. Und ich einfach weiß, dass du da auch drin bist. Und es ist tatsächlich so, nicht jeder ist dafür gemacht, einer der Ersten zu sein, der durch die Transformation ist, weil deine Aufgabe eben auch ist, etwas Neues zu erschaffen.

 

Also ich meine, du bist ja mittendrin. Du erschaffst ja auch gerade etwas Neues, woran wir Menschen eine neue Perspektive kriegen, wie wir miteinander umgehen. Im Prinzip, was du ja machst, ist auch ein achtvolles Umgehen mit dem Körper, ein achtvolles Umgehen mit uns als Mensch.

 

So, jetzt bist du auch jemand, der da vorausgeht. Und es ist eben so, dass andere noch nicht an dem Punkt sind, dass sie auf die Brücke können, weil die stehen da noch nicht, die würden es gar nicht aushalten, weil eben dieser Energiewechsel in uns eine derartige, wie soll ich denn sagen, Instabilität an manchen Tagen bringt, dass das manche nicht aushalten können. Sondern die brauchen einfach noch ein bisschen mehr Zeit oder vielleicht auch im Außen gewisse Zeichen, warum sie verstehen können, dass das im Innen mit ihnen passiert.

 

Du hast es wahrgenommen, ohne dass im Außen viel passiert ist. Aber dadurch das, was du wahrgenommen hast, ist im Außen was passiert. Kannst du das nachvollziehen?

 

[Nils Behrens] (14:55 - 15:11)

Hundertprozentig, hundertprozentig. Ich glaube auch insgesamt, da traue ich unseren HörerInnen das schon auch zu, dass wahrscheinlich viele das Gefühl kennen, dass sie irgendwie sagen, sie sind jetzt auf dem Punkt, dass sie sagen, so wie bisher geht es auch nicht mehr weiter.

 

[Silke Liederbach] (15:11 - 16:35)

Ja, hundertprozentig. Aber es ist ja immer so, wenn etwas zu Ende geht, dann geht etwas nicht schön zu Ende. Sondern etwas geht immer dann zu Ende, weil es nicht mehr schön ist.

 

Und nicht, weil wir schuld sind. Kein Politiker der Welt ist daran schuld, dass diese Zeit zu Ende geht. Das möchte ich auch mal klar sagen.

 

Wir können uns da dran verfestigen, aber das macht gar keinen Sinn. Auch wenn alles toll wäre, müsste es zu Ende gehen, weil die Zeit zu Ende ist. Die Mayas, wollte ich einfach auch noch mal so einwerfen, nur mal so für manche, die das damals mitbekommen haben, die haben gesagt, 2012, der Kalender ist zu Ende.

 

Das haben die einfach mal so gesagt. Wir haben gesagt, oh, die Welt geht unter. Ach, jetzt ist sie doch nicht untergegangen, 2013.

 

Nee, trotzdem ist die Zeit zu Ende. Die haben es einfach nur angekündigt. Ja, haben die sich jetzt verspätet?

 

Nee, da begann es schon, dass die Zeit langsam zu Ende geht. So, das heißt, jetzt sind wir in 2025. Und wenn wir jetzt, ich sage mal, so ein bisschen Astrologie dazu nehmen würden, dann würden die alle Astrologen sagen, jetzt beginnt es, ein riesen planetarischer Wechsel, astrologisch gesehen auch.

 

2019 sind wir in das Wassermannzeitalter gegangen. Das heißt, das war das Zeitalter des Kollektivs. Das heißt, es geht jetzt noch gemeinsam, nicht mehr ich, weiter, schöner, größer, sondern wir gemeinsam.

 

Das heißt, wir ändern eine Richtung. Es geht jetzt nicht mehr um Erfolg und mehr, sondern mehr um echt und bewusst.

 

[Nils Behrens] (16:36 - 17:34)

Finde ich total schön, dass du das sagst. Ich hatte jetzt witzigerweise gestern gerade so meine Prognose für das nächste Jahr, was so Longevity-Trends betrifft, auch so. Und da habe ich auch so genau das.

 

Also dieses Thema auch so der mentalen Gesundheit, dass das eben halt immer eine größere Rolle spielt. Das Thema gar nicht länger leben, sondern eben halt das Healthspan, also das Gesunde jetzt sozusagen mehr zu sein. Und auch noch ein Teil der bewussten Analogzeit.

 

Und das finde ich ist ja so, man merkt das einfach, wie wertvoll das geworden ist. Ich war jetzt gerade beim, hatte ich im Vorgespräch schon erzählt, ich war jetzt gerade bei Machu Picchu. Und da ist dann auf dem Weg dahin sehr viel, gar kein Empfang, sehr viel, also man geht auf diesem Inka-Trail und man hat da an der meisten Zeit eigentlich gar kein Handyempfang.

 

Und ehrlich gesagt, das ist doch eigentlich das Tollste heutzutage, dass du einfach wirklich nicht erreichbar bist und guten Gewissens nicht erreichbar bist, weil es geht nicht anders.

 

[Silke Liederbach] (17:34 - 19:04)

Ja, und da sprechen wir jetzt ein ganz tolles Thema an. Ein ganz tolles Thema. Letztendlich, also ich lebe so von dem, was ich wahrnehme, immer zwei Jahre voraus.

 

Das heißt nicht, dass ich 100 Prozent sehen kann, was kommt, sondern einfach nur vom Gefühl her. Jetzt ist es so, dass diese Zeit dafür gemacht ist, dass wir entschleunigen. Das tut uns auch wieder gesundheitlich richtig gut, unserem Körper.

 

Wir kriegen durch diese Entschleunigung auch die Möglichkeit, mal unseren Körper wahrzunehmen. Nicht, dass wir ihn einfach immer nur fixen, damit er geht, sondern dass wir wahrnehmen, was er braucht. Das heißt, diese Zeit ist auch eine Zeit, die uns unabhängiger macht.

 

Weil wir sind krass abhängig geworden in einer Zeit, in der wir das Gefühl hatten, wir müssen den Standard halten oder nochmal erhöhen, erhöhen, erhöhen. Dadurch ist ein Druck entstanden, dass Krankheiten entstanden sind, die vollkommen unnatürlich waren. Dafür braucht man wieder unnatürliche Mittel, damit unnatürliche Krankheiten wie Medizin, wenn du eine unnatürliche Krankheit entwickelst, weil du unnatürlich über Grenzen gegangen bist, dann brauchst du das.

 

Aber wenn du ganz natürliche Erkrankungen hast, die sein dürfen, weil der Körper das einfach auch mal braucht, dann können wir natürliche Mittel nehmen. Wir kommen jetzt in diese Zeit des klaren Bewusstseins. Gehe ich jetzt über eine Grenze, merke ich das?

 

Weil du so entschleunigst durch die Energie, dass du genau merkst, wow, hier ist eine Grenze. Nee, nee, lassen wir mal.

 

[Nils Behrens] (19:05 - 19:23)

Ich muss da an ein Zitat denken. Ich glaube, ehrlich gesagt, es ist aus dem großen, großen Szenarienwerk Fight Club, wo dieser Satz, also ich glaube, ich bin mir nicht ganz sicher, aber es ist so sinngemäß, dass er sagt, wir kaufen uns Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

 

[Silke Liederbach] (19:23 - 19:23)

Voll.

 

 

 

[Nils Behrens] (19:24 - 19:36)

Und das ist ja ein großes Thema bei dir. Bewertungen und Vergleiche sind eben dieses Thema bei dir im Buch. Was würdest du sagen, was sind denn so alltagstaugliche Übungen, die Menschen helfen, einfach weniger im Außen zu hängen?

 

[Silke Liederbach] (19:38 - 20:35)

Naja, der erste Schritt ist ja immer, dass du erstmal wahrnimmst, wie oft du im Außen hängst. Also wir können ja nicht den Schritt übergehen, dass du sagst, was mache ich denn, wie komme ich denn daraus, dass ich nicht so viel im Außen bin? Nimm doch erstmal wahr, wie oft du im Außen bist.

 

Also musst du ja erstmal wahrnehmen, den Schritt zwischen wann bin ich denn im Innen und wann bin ich im Außen. Das heißt, die Entschleunigung findet ja da statt, dass du merkst, was ist denn Außen und was ist denn Innen. Die meisten Menschen sind ja erstmal, gerade auch wenn die zu mir kommen, in diese Bewusstseins-Trainings, müssen ja erstmal wahrnehmen, warte mal, das ist mein Gefühl der Intuition und das ist mein Gedankengefühl, was ich selbst produziere.

 

Das ist Außen und das ist Innen. Die wissen gar nicht so richtig, was Außen und Innen ist. Das heißt, du musst lernen wahrzunehmen, ist das ein Gefühl, was ich im Innen von mir habe oder ist es ein Gefühl, was entstanden ist durch den Gedanken der Bewertung für Außen?

 

[Nils Behrens] (20:37 - 20:58)

Ja, ich bin mir jetzt, also ich bin natürlich jetzt schon so ein bisschen vorgeprägt durch dein Buch, ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das jetzt jeder verstanden hat. Wenn wir jetzt einfach mal versuchen, in Alltagssituationen zu denken. Viele Leute kommen nach Hause, essen Abendbrot und setzen sich dann auf die Couch und scrollen durch ihr Instagram.

 

[Silke Liederbach] (20:59 - 21:00)

Dann sind sie im Außen.

 

[Nils Behrens] (21:00 - 21:02)

Sind sie im Außen. Gucken Netflix.

 

[Silke Liederbach] (21:03 - 21:06)

Gucken musst du nicht im Außen sein. Also ich schaue Netflix und bin im Innen.

 

[Nils Behrens] (21:08 - 21:14)

Dann nehmen wir mal an, heute Abend ist eine Weihnachtsfeier, das würde ich sagen ist eindeutig Außen.

 

[Silke Liederbach] (21:17 - 21:19)

Ach du Nils, das möchte ich jetzt gar nicht mal so sagen.

 

[Nils Behrens] (21:19 - 21:20)

Weißt du warum?

 

[Silke Liederbach] (21:21 - 21:43)

Ich glaube, wenn du ein gewisses Bewusstsein hast, dann kannst du auch eine Weihnachtsfeier im Innen wahrnehmen. Die Frage ist, bedienst du etwas, was du wirklich bist? Also arbeitest du, bist du echt in dem Augenblick?

 

Dann bist du im Innen. Oder reagierst du so, wie du hoffst, wie der andere dir dann Anerkennung dafür gibt, wie du reagierst?

 

[Nils Behrens] (21:43 - 21:54)

Das ist eine sehr spannende Frage, weil die große Frage, das was du jetzt beschreibst, würde ich jetzt für mich sagen, das Ziel muss es sein, im Innen zu sein. Moment, Moment, lass mich kurz ausreden.

 

[Silke Liederbach] (21:54 - 21:56)

Du merkst schon, du merkst schon.

 

 

 

[Nils Behrens] (21:56 - 22:51)

Ja, ich merke schon deine Reaktion. Das ist ja so witzig, weil wenn man sich das vegetative Nervensystem anschaut, dann hat man ja den Parasympathikus und den Sympathikus. Das heißt, man hat eben dieses Fight or Flight.

 

Oder man hat grundsätzlich entweder eine Art von Anspannung oder Entspannung. Und man denkt ja immer, wenn man die ganze Zeit der Vagus Nerv aktiviert wäre, wenn man also entspannt ist, dass das das gelobte Land ist. Und das stimmt ja nicht.

 

Es ist ja eigentlich, oder nicht nur eigentlich, es sollte ja wie so ein Pendel, ich stelle mir das jetzt mal vor, wie so in den 80er Jahren, dieses kleine Kugelding, wo es dann an der einen Seite runter klackt und auf der anderen Seite wieder hoch klackt. Also man sollte ja immer im Pendel sein. Nur das ist im Grunde ein glückliches und erfülltes Leben.

 

Bei dem vegetativen Nervensystem. Jetzt ist die Frage, brauchen wir das außen oder sollte es idealerweise genauso wie der Parasympathikus und der Sympathikus eben wie ein Pendel sein, dass wir ein Pendel zwischen innen und außen haben.

 

[Silke Liederbach] (22:51 - 23:58)

Sowohl als auch. Wir sind in der Dualität. Die Erde ist eine Energie, die wird sich auch nicht ändern.

 

Wir bleiben in der Dualität. Das wissen wir oft. Also wenn wir eins wissen, die Dualität bleibt.

 

Weil die Erde hat die Frequenz und die Energie der Dualität. Das heißt optimalerweise, und da sind wir schon beim Thema Bewertung, optimalerweise müssen wir lernen, dass Negativ nicht schlecht ist und Positiv nicht unbedingt immer nur gut ist. Es fühlt sich nur so an.

 

Das bedeutet, und da sind wir bei der Bewertung, wir sind jetzt auf der Weihnachtsfeier, und dann sitzt hier jemand gegenüber und du fühlst einfach, das fühlt sich gerade nicht gut an. Musst du bewerten, dass es schlecht ist, nur weil es sich nicht gut anfühlt oder kannst du es nur wahrnehmen? Kannst du es auch mal nur wahrnehmen?

 

Das fühlt sich nicht gut an, ohne zu sagen, das ist ja auch ein Idiot. Ja, sondern einfach nur zu sagen, wirklich nur zu sagen, pass auf, zu dir selber, wow, das fühlt sich jetzt gerade nicht gut an. Ich muss jetzt auch nicht analysieren, warum, sondern lass es doch einfach nur mal stehen, dass es sich nicht gut anfühlt. So, das war's.

 

[Nils Behrens] (23:58 - 24:02)

Aber sollte ich dann trotzdem versuchen, aus dieser Situation rauszukommen?

 

[Silke Liederbach] (24:02 - 24:04)

Für was?

 

Halt es doch mal aus.

 

[Nils Behrens] (24:05 - 24:06)

Für was?

 

[Silke Liederbach] (24:06 - 24:35)

Weil du einfach vielleicht merkst, dass es nach zwei Minuten wieder weggeht. Wenn du diese Situation nicht bewertest und du merkst einfach, du nimmst dich jetzt einfach mal nur wahr und nimmst dich wahr, wow, es fühlt sich gerade nicht gut an, hältst es aber aus, ohne dass es wieder weg muss, weil wir neigen ja dazu, dass alles, was nicht gut ist, muss ja immer sofort weg. Das Schlechte würde von alleine gehen, wenn wir nicht immer alles dafür täten, dass es weggehen muss.

 

So einfach ist das.

 

[Nils Behrens] (24:35 - 24:54)

Das beste Beispiel ist für mich in dem Zusammenhang auch dieses Thema Langeweile. Ich meine, wir sind jetzt beide noch in einem Alter groß geworden, wo wir auf dem Rücksitz unserer Eltern dann saßen und lange Autofahrten unendlich langweilig waren. Nichtsdestotrotz sind das ja die Momente, wo dann auch Kreativität entstanden ist.

 

Und heutzutage lässt ja keiner mehr Langeweile zu.

 

[Silke Liederbach] (24:55 - 26:37)

Weißt du, also jetzt unglaublich, wie das gesteuert ist. Ich habe ein super Beispiel. Ich habe in einem meiner Workshops, die so über ein Jahr gehen, so eine Ausbildung, ist eine Klientin drin gewesen, vor zwei Jahren.

 

Die saß dann und hat gesagt, seit vier Jahren, vier Jahren ist mir jetzt langweilig. Ich habe alles dafür getan, dass mir nicht langweilig ist. Sie hat gemeint, wie lange sollte ich das denn noch aushalten?

 

Ich habe wirklich alles getan. Ich meine, so wie du das machst, wird es auch nochmal vier Jahre dauern. Weil das Problem ist, dass du dieses Nicht-Aushalten, dass es mal langweilig ist, und du tust alles dafür, damit es nicht langweilig ist, wirst du nicht aus diesem Kreislauf rauskommen.

 

Nimm doch nur wahr, oh, so fühlt sich Langeweile an. Wow, das ist ja krass. Dann kann sogar Langeweile am Ende gar nicht mehr langweilig sein, weil du dieses Gefühl von Langeweile einfach mal aushältst.

 

Weißt du, was das Problem der Gesellschaft zum Schluss dieser alten Zeit war? Wir mussten immer alles toppen. Das Gefühl musste immer da sein.

 

Immer das Gefühl, ich fühle mich gut, ich fühle mich besser, noch besser, noch besser. Das ist aber nicht echt. Es ist echt, dass es Tage gibt, an denen wir uns nicht gut fühlen.

 

Und die müssen deswegen nicht besser gemacht werden. Ich muss mich dann nicht die Knie verdrehen zweieinhalb Stunden in die Meditation, weil ich muss das jetzt weg haben, das Problem, das Gefühl, sondern fühle doch einfach mal, wow, ich wache morgens auf. Das ist vielleicht auch eine kleine Übung für die Hörer.

 

Und ich merke erstmal, ich checke erstmal bei mir ein, es dauert 30 Sekunden, wie fühle ich mich, mein Körper, von 0 bis 100, wie viel Power, also Kraft, Körper, Energie, Seele.

 

[Nils Behrens] (26:37 - 26:38)

Mir sagt das mein Wearable.

 

[Silke Liederbach] (26:39 - 27:47)

Wie viel Power habe ich heute? Wie viel Kraft habe ich? Okay, von 0 bis 100, ich habe heute 80.

 

Okay, dann kann ich das, was ich mir vorgenommen habe, heute auch machen. Dann checke ich nochmal ein, wie geht es mir denn mental? Oder wie geht es mir denn seelisch?

 

Oder psychisch, whatever, die andere Abteilung. Dann schauen wir einfach mal, wie wir den Tag gemeinsam zusammen hinkriegen, Körper, mentaler Zustand. Das heißt, ich bewerte nicht, was kann ich denn tun, dass es mir besser geht, sondern ich nehme es einfach erstmal nur wahr und beurteile nicht, dass es ein bisschen low ist.

 

Und ich mache auch nichts dafür unbedingt, dass es wieder besser wird, weil es geht oft von alleine weg. Diese Transformation hat eins, Wellen. Und mancher Tag hat so viele Wellen, dass wir morgens anfangen, und es geht uns gar nicht gut, nachdem wir aufgewacht sind.

 

Mittags ist es auf einmal super, am Nachmittag ist es wieder super schlecht und abends geht es wieder. Aber nimm es wahr und beurteile es nicht, weil immer wenn du es beurteilst, wird es wirklich schwierig. Weil dann wirst du eine Schwere reinbringen.

 

[Nils Behrens] (27:48 - 27:51)

Ich finde, das klingt alles wunderbar.

 

[Silke Liederbach] (27:51 - 27:51)

Okay.

 

[Nils Behrens] (27:51 - 28:25)

Aber ich glaube tatsächlich, wenn du dir jetzt einfach mal überlegst, dass viele in diesem Augenblick, sie verlieren in dieser Zeit ihre Rolle, ihre Sicherheit, auch ein Stück weit schon ihre Identität. Irgendwas brauchen wir doch, um uns Halt zu geben. Das heißt, wenn diese vertraute Version, die wir kennen, einfach zerbricht, was machen wir, dass wir durch diese Transformation durchkommen?

 

Du hast das Beispiel mit den Turbulenzen genannt. Wenn wir jetzt einfach so in so einer turbulenten Phase sind, dann schnallen wir uns im Zweifelsfall erstmal an. Was ist der Sicherheitsgurt, der uns durch diese Zeit bringt?

 

[Silke Liederbach] (28:26 - 28:29)

Der Glaube. Nur der Glaube.

 

[Nils Behrens] (28:29 - 28:30)

Glaube heißt was?

 

[Silke Liederbach] (28:31 - 30:33)

Glaube heißt, dass, wir müssen nicht einer Religion glauben, wenn es dir hilft, mach es. Sondern der Glaube daran, dass das, was sich gegen anfühlt, trotzdem für uns ist. Es geht nicht, also ohne Glaube kann ich mal ganz klar sagen, kommen wir da nicht weiter.

 

Glaube ist etwas, Glaube ist etwas, was eine Grundlage ist. Das verstehen Menschen, die Schicksal erlebt haben. Das verstehen Menschen, die Krankheit erlebt haben.

 

Und zum Glück habe ich genug davon in diesem Leben gehabt, dass ich weiß, dass in der schwersten Zeit meines Seins mir nichts anderes geholfen hat, als der Glaube daran, dass die mir hier nicht schaden wollen, sondern dass ich mir sicher bin, dass nach diesen Tunnels da hinten auch wieder hell wird. Und da muss ich auch ganz ehrlich sagen, Nils, es wird an der Stelle kein System geben, was uns hilft, dass es besser geht, sondern wir werden eigenverantwortlich. Wir müssen uns um uns selbst bemühen, dass wenn es uns nicht gut geht, dass wir uns selber auch helfen lernen.

 

Das ist etwas, was wir in dieser Zeit, aus der wir rausgehen, nicht kennen, sondern wir waren immer dann protected durch irgendetwas. Irgendwas mussten wir tun, sondern wir lernen durch diese Entschleunigung, von der ich vorhin schon gesprochen habe, dass uns bewusst wird, dass es nur eine gewisse Zeit ist, in der wir in dieser Loslösung von der Zeit, ein Zeitwandel, wir lösen, wir ziehen uns den Mantel aus, weil wir in etwas Neues gehen. Das bleibt so nicht.

 

Das ist wie eine Waschstraße, das ist wie ein Detox-Programm von oben. Also muss ich mir auch keine Sorgen darüber machen, dass es ewig bleibt. Das heißt, wir müssen einfach verstehen, dass wir uns natürlich helfen können mit zum Beispiel wunderbaren Supplements, die unserem Körper in der Zeit helfen.

 

Wichtig, dass wir uns versorgen. Wichtig, dass wir gucken, was braucht mein Körper heute? Was tut meiner Seele heute gut?

 

Aber es gibt kein klares System dafür, sondern ich glaube, ist das A und O daran, dass das, was geht, wichtig war und das, was kommt, für uns ist.

 

[Nils Behrens] (30:33 - 30:38)

Also es gibt ja diesen Satz, am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht alles gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

 

[Silke Liederbach] (30:38 - 30:47)

Ja, ist halt ein Kalenderspruch. Reißen wir jetzt am 31. einfach mal ab. Das ist blatt.

 

Heute ist der 31. fast. Reißen wir mal ab.

 

[Nils Behrens] (30:47 - 31:15)

Oder anders gesagt, bei mir ist es zum Beispiel so, ich bin ehrlich gesagt, seitdem ich Teenager bin, glaube ich ganz fest an diesen, auch nur ein Satz, everything happens for a reason, aber es ist für mich tatsächlich etwas, was mich immer wieder in meinem Leben bestätigt hat, dass alle Dinge, die erst einmal negativ waren, häufig am Ende einen Sinn gemacht haben und eine positive, einen positiven Beitrag geleistet haben.

 

[Silke Liederbach] (31:15 - 31:15)

Immer.

 

[Nils Behrens] (31:16 - 31:46)

Und von daher, ich glaube tatsächlich, dass es mir persönlich sehr gut hilft, durch das Leben als sehr positiver Mensch zu gehen. Und das ist etwas, wo ich sagen würde, es ist ja auch eine Art von Glaube. Das ist zwar keine Religion in dem Sinne, aber es ist ja eine Art von Urvertrauen, was ich damit eben halt mit habe.

 

Eine Freundin von mir, die hat gesagt, das wäre fatalistisch. Weiß ich nicht. Es ist ja nicht so, dass ich mich jetzt komplett passiv hinlege und sage, ich kann eh nichts ändern.

 

[Silke Liederbach] (31:46 - 32:49)

Ne, ne, also ganz klar. Ich bin so auf deiner Seite. Ich verstehe total, was du sagst.

 

Es gibt einfach ein Urvertrauen, ein Urglaube in uns. Der wird in dieser Zeit ganz laut. Also wir kriegen, wir merken einfach in dieser Zeit auch, hier passiert was und wir merken auch, hier passiert was für mich, obwohl sich's gegen anfühlt.

 

Das ist auch immer wieder, was ich beschreibe, ja, auch in meinem nächsten Buch wieder beschreiben werde, ja, weil es geht ja voran, so. Das bedeutet, das, was ich mitgeben darf, wenn es runtergeht, wird's auch wieder hochgehen. Aber wenn du im Unten, wenn's unten ist, dieses Gefühl, boah, ich krieg jetzt, es geht gar nicht weiter, dann geh da nicht nur rein und versuch zu analysieren, woher das jetzt kommt, wie das am besten weggeht, siehe Beispiel Langeweile, ja, sondern wisse, ich nehme das jetzt wahr und ich weiß, dass es wie eine Schiffsreise ist von einer Insel zur nächsten Insel und wir sind mitten auf hoher See, jetzt geht's einfach nicht zurück und wir können's nicht pushen nach vorne.

 

[Nils Behrens] (32:49 - 32:59)

Ich hab mir hier einen Satz aus deinem Buch rausgeschrieben, du schreibst, das Neue beginnt nicht im Ergebnis, sondern in dir. Was würdest du unseren Hörerin raten, wie übersetzt man das in konkrete Entscheidungen?

 

[Silke Liederbach] (33:02 - 33:12)

Also erstmal ist es, dass du dich entscheidest, was du nicht mehr bedienen kannst. Im Außen. Dadurch kommst du immer mehr zu deinem eigenen Kern.

 

[Nils Behrens] (33:14 - 33:21)

Nicht mehr bedienen, im Außen klingt so ein gewisser Aufruf in das Thema Egoismus, sag ich mal so.

 

[Silke Liederbach] (33:23 - 34:17)

Authentizität ist ganz nah an Egoismus, also pass auf. Wir können natürlich, Egoismus ist, würde ich einfach mal etwas sagen, was, ja, was einfach vorkommt, wenn ein Mensch einfach sich stark um sich selbst dreht. Aber wenn ein Mensch authentisch ist, dann ist der in sich und dreht sich nicht im Außen um sich, sondern er ist in sich.

 

Wenn der im Innen wahrnimmt, das kann ich nicht, ich kann es nicht, ich will es nicht. Ich will ist Ego, aber ich kann es nicht, ist nochmal was ganz anderes. Das kann man aber fühlen.

 

Also Egoismus und Authentizität sind sehr nah beieinander, aber zwei vollkommen verschiedene Dinge. Authentizität heißt, ich stehe zu mir und ich bin nicht rücksichtslos, aber ich bin auch nicht rücksichtslos mir selbst gegenüber. Egoismus hat ganz oft mit Rücksichtslosigkeit zu tun.

 

[Nils Behrens] (34:18 - 34:44)

Aber dann lass uns mal, weil Egoismus ist dann ja auch ein großer Teil eben halt mit dem Thema Beziehung dann reingeht und du sagst ja, dass sich Beziehungen jetzt massiv verändern. Ich habe dir das Beispiel auch gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass so gewisse Freundschaften eben halt sich die Verbindung auch verändern. Jetzt ist für mich natürlich eine große Frage, ich kann jetzt sagen, ich frage für einen Freund und das stimmt in dem Fall jetzt mal wirklich.

 

Woran erkenne ich denn, ob eine Verbindung wirklich stirbt oder ob sie einfach nur im Wandel ist?

 

[Silke Liederbach] (34:45 - 35:42)

Also ganz ehrlich, in dem Moment, wo sie sich löst, muss dich die Frage gar nicht interessieren, weil damit willst du auch schon wieder wissen, ob es dahinten wieder weitergeht. Sondern du spürst einfach nur jetzt für diesen Augenblick geht es nicht. Das heißt, wir haben gerade nicht die Möglichkeit, gemeinsam weiterzugehen.

 

Ja, weil ich stehe da und du stehst da. Da gibt es einfach keine Antwort darauf, ob die dahinten wieder weitergeht. Also das werden wir sehen, wenn wir da sind.

 

Aber für den Moment, es geht doch einfach nur um den Moment, warum muss ich denn hier sagen, es stirbt? Das ist ja wie, als wenn ich vorhersehen würde, dass es nicht wiederkommt. Für den lassen wir es doch einfach nur an dem Punkt, dass man sagt, für den Moment können wir beide jetzt nicht gemeinsam den Weg weitergehen, weil ich fühle es nicht, was du fühlst.

 

Ich bin nicht mehr gerade auf deiner Ebene. Das ist aber nicht schlimm und wir beurteilen das auch bitte nicht. Sondern ist es wichtig, dass ich sage, sie stirbt oder reicht es aus zu sagen, es geht gerade nicht mehr?

 

[Nils Behrens] (35:42 - 35:47)

Ich bin jetzt in einer komfortablen Situation, dass ich glaube ich einen überproportional großen Freundes- und Bekanntenkreis habe.

 

[Silke Liederbach] (35:48 - 35:48)

Glückwunsch.

 

[Nils Behrens] (35:48 - 35:55)

Nichtsdestotrotz gibt es ja Menschen, die ja, ist einfach ein Fakt, ich will damit nicht flexen, wie die jungen Leute sagen.

 

[Silke Liederbach] (35:55 - 35:56)

Nein, aber es ist doch so schön.

 

[Nils Behrens] (35:57 - 36:32)

Du beschreibst aber in deinem Buch die heilige Lehre des Alleinseins. Und ich finde das ganz interessant, wie unterscheidet man zwischen der heilsamen Einsamkeit und der gefährlichen Isolation? Weil auch das ist etwas, was die Studien zeigen, dass Leute, die sich einsam fühlen, ungefähr so ungesund leben, wie 15 Zigaretten am Tag zu rauchen.

 

So, und jetzt möchte ich ja ungern, dass hier irgendjemand aus diesem Gespräch rausgeht und sagt, nee, man muss Verbindung jetzt auch gehen lassen und auf einmal sitzen sie dann doch alleine da. Oder nicht heilsam alleine da, sondern eben halt tatsächlich vereinsam.

 

[Silke Liederbach] (36:33 - 36:45)

Also, dieses, wir müssen einfach auch mal unterscheiden, ob sich etwas löst, weil es wirklich nicht mehr geht oder obwohl es mutwillig zerstören, weil wir es nicht mehr aushalten. Das ist ein Riesenunterschied.

 

[Nils Behrens] (36:45 - 36:45)

Total.

 

[Silke Liederbach] (36:46 - 38:44)

Ja. Und ich kann einfach nur sagen, von dem, was ich spreche, ist diese heilige Einsamkeit hat eher was damit zu tun, mit einem gesunden Rückzug. Das heißt, ich brauche mal gerade mehr Zeit für mich.

 

Das muss nicht, dieses Gefühl ist halt einfach das Gefühl an manchen Tagen von einsam, weil man nicht unbedingt in seinem Umfeld so viele Menschen hat, die genauso fühlen, wie man selber. Ich lerne halt einfach, egal übrigens wo auf der Welt, zum Glück habe ich einfach Klienten über den ganzen Globus verteilt, dass dieser Zeitwandel überall gleich sich anfühlt. Das ist einfach nicht, das ist Europa und in Indonesien ist es, sondern in Singapur ist es nicht so.

 

Sondern, wenn der Mensch in diesen Zeitwandel fällt, fühlt er sich so an. Und diese Einsamkeit ist einfach ein Gefühl, dass etwas, was geht, ist es wie als wenn etwas stirbt und dann fühlt es sich für einen Moment einsam an. Aber es hat nichts mit einer Aktivität zu tun, dass ich mich von anderen isoliere, sondern dieses wirkliche Lösen, weil ich merke, ich kann nicht mit diesem Mensch mehr.

 

Nicht, weil wir streiten, sondern weil wir uns nicht verstehen. Weil ich fühle was anderes wie er, obwohl wir vor zwei Monaten noch zusammen im Urlaub waren. Das ist unerklärlich, aber es ist nun mal so.

 

Das heißt aber nicht, dass diese Menschen, das ist nichts, was ich aktiv mache, mich dahin zu bringen. Sondern es ist ein Prozess, mich zu lösen von Dingen. Und nochmal, es kann gut möglich sein, Nils, dass dieser Mensch, von dem du dich hier gelöst hast, also die Erfahrung mache ich bei mir persönlich, dass ich mich vor einem Jahr von jemandem gelöst habe, der mir heute auf einmal wieder super nahe steht.

 

Weil wir beide, und das würde ich mir so wünschen für Paare auch teilweise, die sich gar nicht trennen müssten, es aber aktiv tun, weil sie das Gefühl haben, weil beide in diesen Wandel gefallen sind, dass sie jetzt nicht mehr zusammen können.

 

[Nils Behrens] (38:46 - 38:59)

Ja, das bringt mich sehr gut zu meiner nächsten Frage, die ich mir aufgeschrieben habe. Das Familienstrukturen geraten ja eben halt laut deinem Buch auch unter Druck. Was ist denn aus deiner Sicht der erste Schritt, wenn familiäre Loyalität, sage ich mal so, ist die eigene Entwicklung blockiert?

 

[Silke Liederbach] (39:04 - 39:30)

Also es sind zwei Fragen drin. Also ich würde jetzt erstmal, lass uns erstmal auf diese familiäre, dass da etwas sich löst. Da sind einfach, wir kennen das, es gibt einfach Familienstrukturen, die darauf basieren, dass so ein Scheinfrieden da ist.

 

Das kennen wir noch von unseren Müttern vielleicht früher, du rufst da nochmal die Tante an. Ich habe mit der überhaupt nichts zu tun, wieso muss ich die anrufen? Ja, weil man das so macht.

 

Thema Moral.

 

[Nils Behrens] (39:31 - 39:34)

Wenn ich alles zu meiner Hochzeit damals einladen musste, möchte ich gar nicht mehr darüber nachdenken.

 

[Silke Liederbach] (39:35 - 39:36)

Ja, war trotzdem ein schönes Fest.

 

[Nils Behrens] (39:37 - 39:37)

Mit Sicherheit.

 

[Silke Liederbach] (39:37 - 41:20)

Ja, also jedenfalls diese Moral ist übrigens etwas, was wir dort lassen. Also nehmen wir nicht mit. Moral sollte etwas ersetzen in der Scheinbarkeit, was die Seele sowieso hat.

 

Also wenn es echter wird, braucht man keine Moral mehr. Aber jetzt gehen wir erstmal zu der Familienstruktur. Was diese Energie macht ist, sie hebt den Teppich.

 

Diese Zwischenzeit. Und auf einmal werden Dinge sichtbar, die man nicht mehr vertuschen kann. Und dadurch lösen sich Strukturen, die nicht echt sind.

 

Es kommt einfach hoch. Und wenn man dann eben da drin ist in dieser Zeit, dann kann man gewisse Scheinbarkeiten nicht mehr bedienen. Dadurch wird man unangenehm.

 

Kann man sich vorstellen. Das heißt, du kannst es immer wieder, das was ich auch gerade versuche zu erklären, es ist nicht so, dass du das willst, sondern du kannst es nicht. Weil du merkst, ich müsste gegen mich selbst gehen und es ist wie so eine Sperre da.

 

Ich kann aber nicht mehr gegen mich selbst gehen. Ich schaffe es nicht mehr, diesen Schein aufrecht zu halten. Ich muss jetzt und das ist nicht Egoismus, sondern das ist Authentizität.

 

Es drückt sich die Authentizität über die Scheinbarkeit. Und das ist dieser Wandel. Jetzt kann man sagen, Mensch, das ist doch toll.

 

Ja, ist es toll, nur es ist einfach schwer, weil wir leben seit 2000 Jahren in einer, wenn wir es nicht bewerten, Scheinbarkeit, die für uns war. Wir konnten scheinbar vieles halten. Wir konnten scheinbar Frieden halten.

 

Wenn wir ehrlich sind, der Frieden ist jetzt nicht so toll. Das heißt, wir müssen einfach mal eines verstehen. Diese Zeit, wir sind halt so, dieser Scheinmantel ist halt noch so dick.

 

Aber die Menschen lösen sich mehr vom Schein und werden echter.

 

[Nils Behrens] (41:21 - 41:30)

Dann habe ich aber eine ganz konkrete Frage. Würdest du sagen, es gibt vielleicht ein Ritual oder einen Satz, der hilft, familiäre Erwartungen loszulassen, ohne die Menschen abzuwerten?

 

[Silke Liederbach] (41:31 - 41:50)

Also erstmal grundsätzlich musst du doch niemanden abwerten, nur weil du merkst, dass es nicht mehr geht. Also da sind wir wieder bei unserer Bewertung. Ein Satz?

 

Also ich finde, ja, so mit Ritualen und so, mache ich nur bei Vollmond. Also sagen wir mal so, es gibt einen Satz.

 

[Nils Behrens] (41:50 - 41:52)

Die Scheinwerfer sind ja relativ vollmondig.

 

[Silke Liederbach] (41:54 - 43:03)

Gut, war ich jetzt gerade. Darf ich was sagen? Es gibt einen Satz, ich finde immer so, leichte Sätze helfen am meisten.

 

Im Loslassen liegt dein Glück. Das bedeutet, lass doch einfach mal los. Versuchst du nicht wieder zu kitten.

 

Versuchst du es doch nicht wieder recht zu machen. Versuchst du doch nicht wieder irgendwie zu schauen, dass jeder mit der Situation leben kann. Es gibt einen Satz, wenn es so richtig wehtut.

 

Im Loslassen liegt dein Glück. Und wie lässt du los? Indem du es nicht wieder bedienst.

 

Nur damit im Außen wieder Frieden ist, damit du scheinbar im Innen wieder Frieden hast. Aber du hast keinen echten Frieden, nur weil im Außen Frieden ist. Es ist innen nicht friedlich.

 

Weil du hast nicht dir gedient, sondern du hast Außen gedient, wo wir wieder bei Innen und Außen werden. Das Innen wird lauter und das Außen wird in dem Moment eben zu etwas, was wir verändern. Weil Innen so laut wird.

 

Das macht aber der Mensch nicht selber, sondern es geschieht in dem Menschen, das hast du bestimmt selber bei dir gemerkt, dass du manche Entscheidungen in den letzten Monaten ganz anders getroffen hast, wie vor 2-3 Jahren noch.

 

[Nils Behrens] (43:03 - 43:03)

Total.

 

[Silke Liederbach] (43:03 - 43:50)

Und du merkst auf einmal, du lernst dich auf eine Art und Weise kennen, die dich an mancher Stelle viel glücklicher macht, weil du das Gefühl hast, ich komm viel mehr vor. Und das, was ich beschreibe und das, was ich auch lehre, ist etwas, ich bin total für, nicht gegen. Und das ist mein absolut größter Appell an alle, bitte, wenn es ein bisschen dunkler wird und ein bisschen schwieriger wird, was wir ja kennen schon von den letzten Jahren, dann fangen wir nicht an gegeneinander zu gehen, auch nicht gegen uns selbst, sondern wir erkennen einfach, das ist eigentlich ein ganz schönes Geschenk, dass wir das miterleben dürfen, diesen Zeitwandel, dass wir da rein geboren worden sind. Wir müssen nur einfach verstehen, dass das, was sich gegen anfühlt, in dem späteren Prozess unser großes Für ist.

 

[Nils Behrens] (43:51 - 44:16)

Ich habe ja, ich bin ja hier sozusagen als Anwalt und meine Hörerin so ein bisschen da und ich möchte tatsächlich nochmal gucken, ob dieses ganze Thema in, außen, ich sag mal, richtig so verstanden ist. Und deswegen, wenn du jetzt davon schreibst, dass wir in der Wahrheit leben sollen, statt nur zu funktionieren, gibt es ganz praktisch etwas für die Menschen, die in klassischen Strukturen aber trotzdem weiterarbeiten?

 

[Silke Liederbach] (44:17 - 46:16)

Ja, voll. Total. Also es bleibt einfach, ihr müsst jetzt hier nichts, eure Jobs kündigen oder sonst was, weil ihr das Gefühl, ich bin jetzt eine Transformation hier, ich habe mir das Buch gelesen, steht übrigens auch nicht so da drin.

 

Ich muss jetzt einen neuen Job, meine Berufung leben, die Berufung kommt eh zu dir. Da braucht man sich gar keine Sorgen zu machen, sondern solange alles so ist, wie es ist, geh einfach weiter. Bleib nicht stehen, versuch nicht zu denken, was soll ich tun, sondern in dem Weitergehen kommt die Lösung zu dir.

 

Also das heißt, wir sind in einem Prozess und wir müssen nichts für diese Lösung tun, sondern die Lösung kommt zu uns, wenn wir die Lösung lassen, dass die zu uns kommen. Wenn wir aber auf der Suche sind, werden wir nie finden können. Das heißt, wenn ich links suche, werde ich rechts nicht finden.

 

Und wenn die Lösung rechts ist und ich immer links suche, dann werde ich die Berufung nie finden. Das heißt, auch da gibt es einen Satz, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute, von Sekunde zu Sekunde komme ich mir und meiner Berufung näher. Das heißt, bring noch mal Ruhe da rein, entschleunige mal, jetzt mal ein bisschen slowly.

 

Du musst nichts tun, alles in dieser Zeit wird so krass für uns gesorgt, da kommt mir immer so dieses, ich weiß nicht, ob du das kennst, diese Spuren im Sand. Ja, also wo derjenige, der sagt hier, ich bin mit meinem Vater am Strand gegangen und in den schwersten Stunden habe ich gesehen, dass da nur zwei Spuren waren im Sand, statt vier Füßchen waren es dann nur zwei. Und am Ende heißt es ja, in der Zeit habe ich dich getragen.

 

Wir kriegen momentan, auch wenn wir das nicht sehen und ich auch diese spirituelle Bubble überhaupt nicht gutheiße, aber wir kriegen so viel energetische Versorgung. Das Einzige, wir müssen einfach mal aushalten, ist nicht immer selber tun zu wollen, sondern lerne zu lassen, damit wir in eine Gelassenheit kommen, die übrigens sehr gesund ist.

 

[Nils Behrens] (46:17 - 47:07)

Das ist total lustig. Ich hatte ja in unserem Vorgespräch dem erzählt, dass ich auch gerade ein Buch abgegeben habe, das heißt Spaziergang zur Unsterblichkeit und da geht es genau darum, dass ich diesen Selbstoptimierungswahn so wahnsinnig finde, wirklich tatsächlich. Und dass es eigentlich mehr darum geht, den Menschen einfach zu verdeutlichen, was sind die Zusammenhänge, was ist das, was im Grunde genommen eigentlich uns altern lässt und dann einfach für sich, jeder soll dann für sich entscheiden, was für ihn Sinn macht, was für ihn auch anwendbar ist und wo er eben halt auch bereit zu ist.

 

Und ich finde, diese ganzen Menschen, die jetzt anfangen, ihr komplettes Leben einfach über den Haufen zu werfen, um, ich sag jetzt mal auch basierend auf halbstudiengestützten Aussagen einfach jetzt im Grunde genommen ein Leben, was sich gar nicht mehr nach Leben anfühlt, zu führen. Das ist ja auch ein Trend, der einen total wahnsinnig macht.

 

[Silke Liederbach] (47:07 - 47:46)

Ja und vor allem führt der zu nichts. Also man muss mal einfach eins ganz klar sagen, alles, wir werden auch übrigens diese ganze Geschichte nicht aufhalten können. Die ist für uns und wir werden das erleben.

 

Alles, was wir tun in unserer, immer dieses Nee, dieses Selbstmachen nimmt dir einfach die Möglichkeit, dass es viel schneller geht, wenn du es lassen würdest. Wir können, wir müssen nichts mehr optimieren, sondern lass doch, solange die Systeme laufen, wenn alles ist, lass es doch einfach laufen. Wenn es nicht mehr läuft, dann geht es anders weiter.

 

Aber in diese, und da ist, als du mich gefragt hast Silke, was brauchen wir am meisten? Glaube, Urvertrauen. Ja, wie komme ich denn da hin, indem du es einfach mal lässt, es selbst zu tun?

 

[Nils Behrens] (47:47 - 48:01)

Nichtsdestotrotz, ich habe hier nochmal eine Frage mir rausgeschrieben aus deinem Buch. Das Geld verliert auch seine alte Bedeutung und ich glaube schon, wenn jemand seine Beziehung zu Geld neu definiert, kann man gegebenenfalls auch in eine gewisse Angst rutschen.

 

[Silke Liederbach] (48:02 - 49:38)

Hundertprozentig. Es sind so viele Menschen, die gerade, das ist ja, das Fatale ist ja, dass die Menschen dadurch, dass wir keine Vorhersage bekommen haben, klare, mit welcher Währung zahlen wir denn in der neuen Zeit? Können wir da unsere Euros umtauschen?

 

Oder wie machen wir das jetzt? Also das ist ja wirklich auch so ein Ding, das ist so, da hat sich einer ein ganzes Konto, überall oder so, mehrere und so, und der fragt sich jetzt mal jetzt mit dem Geld, soll ich mir noch was kaufen? Soll ich es in Gold anlegen?

 

Was mache ich jetzt? Oder auch die Menschen, die vielleicht gar nicht viel haben und sagen jetzt, wenn das auch noch weggeht. Was soll ich euch sagen?

 

Das ist dieselbe Antwort, die ich eben dir schon gegeben habe. Solange es da ist, ist es da. Und solange wir noch nicht klar sehen können, wohin sich das entwickelt.

 

Wir kriegen nur einfach, wenn wir aus der Welt des Scheinba... Wenn wir aus der Welt des Scheinbarens rausgehen, in der Geld die Nummer 2 war, die höchste Energie auf der Erde ist immer Liebe. Aber in der Welt, aus der wir rausgehen aus der Zeit, war Nummer 2 Geld.

 

Geld hatte eine unfassbare Macht und das wird sich in der neuen Zeit definitiv mit der Position Frieden verändern. Weil Frieden ist das, was wir jetzt am meisten brauchen, was uns am meisten fehlt. Lass es doch geschehen, wir müssen uns keine Sorgen machen.

 

Es wird uns begegnen, wie wir mit Geld umgehen werden. Aber der Wert verliert sich. Und die meisten, die schon ein Stückchen weiter sind, merken, dass Geld nicht mehr so gefühlt im Vordergrund steht.

 

Aber wir greifen nicht so weit vor.

 

[Nils Behrens] (49:41 - 49:47)

Wenn du den Menschen jetzt einen ersten Schritt empfehlen könntest, um, ich sag jetzt mal, im Echt zu leben, welcher wäre das?

 

[Silke Liederbach] (49:52 - 49:58)

Nimm doch einfach mal wahr, wann du dich in dir am besten fühlst.

 

[Nils Behrens] (50:01 - 50:02)

In welcher Situation?

 

[Silke Liederbach] (50:03 - 50:30)

In jeder Situation kannst du fühlen, wie du dich, welches, was ist dein echtes Gefühl? Dein ehrliches, echtes Gefühl? Nimm das doch mal mehr wahr.

 

Nimm doch mal mehr wahr, wenn du irgendwo bist, das denkst du und was fühlst du? Nimm doch mal mehr wahr deine Intuition. Die Intuition ist so die Nabelschnur nach Hause.

 

Und es ist so ein bisschen dein echtes Gefühl. Dein echtes Gefühl, nimm doch mal wahr. Sag dir in deiner Intuition gerade.

 

Das ist echt.

 

[Nils Behrens] (50:31 - 50:36)

Was mich dann interessieren würde, ist, muss ich dieses Gefühl auch wirklich verbalisieren können?

 

[Silke Liederbach] (50:38 - 50:51)

Up to you. Also wenn es dir wichtig ist, dass du echt bist, dann tu es. Wenn du dich traust, wenn du den Mut hast, wenn du den Glauben daran hast, dass du den Weg so gehen willst, dann kannst du das tun.

 

[Nils Behrens] (50:51 - 51:16)

Nein, für mich, für mich. Wenn du jetzt sagst so, wie fühle ich mich jetzt im Augenblick? Abgesehen davon, dass es in diesem Studio gerade 100 Grad sind, würde ich mal sagen, du meinst jetzt ja nicht das Gefühl von Wärme, sondern du meinst jetzt ja in dem Zusammenhang ja bin ich, und damit komme ich ja zu so Worten, bin ich entspannt, bin ich glücklich, bin ich irgendwie excited, wie heißt das hier?

 

ich merke, dass diese...

 

[Silke Liederbach] (51:16 - 51:18)

Erfreut oder freu mich drauf oder...

 

[Nils Behrens] (51:18 - 51:29)

Ja, also es ist eine Art von freudiger Aufregung sozusagen für diese Zeit. Also für mich ist es tatsächlich etwas, wo ich nicht sage, Gott, ich habe jetzt Angst vor dem, was jetzt kommt, sondern ich freue mich auf die Veränderung.

 

[Silke Liederbach] (51:29 - 51:29)

Jeden Tag mehr.

 

[Nils Behrens] (51:31 - 52:05)

So gibt es ja eben halt, aber das ist so mein Gefühl, was mir jetzt in diesem Gespräch so auslöst. Nichtsdestotrotz, ich finde, dass keine der Worte, die ich im Augenblick benutzt habe, deswegen siehst du ja schon das Wort excited, dass mir nicht mehr das deutsche Wort dazu richtig einfällt, dass man es nicht für sich zwingend verbalisieren kann. Deswegen ist für mich die Frage, wenn ich jetzt in mich reinfühle, muss ich versuchen, dem Ganzen auch nur im Kopf ein Wort mitzugeben oder reicht es auch, wenn ich dieses Gefühl einfach für mich einchecken lasse und mich dann vielleicht daran erinnere, irgendwann mal wieder, wie ich mich da gefühlt habe?

 

[Silke Liederbach] (52:06 - 53:14)

Ja, hundertprozentig. So dieses... Ja, dieses...

 

Ich bin noch zurück bei dieser Frage, wie ist es echt? Also was kannst du echt? Das ist mir so, so wichtig.

 

Es gibt immer ein Gefühl, Kinder, Kinder sind echt. Und wir lernen dann ja im Laufe der Zeit, dass wir einfach gefallen, um Anerkennung zu kriegen, um all dieses zu kriegen. Wir müssen wieder zurückkommen zu diesem Gefühl, was wir als Kinder haben, wenn wir eine Kuh sehen, wenn wir ein Eis sehen, dieses Lernen wieder einzuchecken bei dir, was fühlst du?

 

Nicht, was die anderen denken, was sie fühlen, sondern dieses Echtheit. Du musst lernen wieder, du musst es. Ich kann nicht sagen, du darfst es, sondern in dieser Zeit wirst du allein dahin geführt.

 

Deswegen fällt es mir sehr schwer, darauf zu antworten, weil du hast gar keine andere Möglichkeit, wenn du in dieser Zeit bist, als dass du echter wirst. Du kannst nicht mehr das Alte halten. Das ist ja dieses, du wirst echter.

 

Was gibt es für ein Wort?

 

[Nils Behrens] (53:15 - 54:43)

Ich sage dir mal ein anderes Beispiel, wenn es auch ein bisschen mehr im Außen ist, aber es befriedigt etwas im Innen. Ich merke das, dass ich auch unter anderem durch die Fragen, die ich hier in diesem Podcast stellen darf, aber auch die ich dann, ich übertrage da gewisse Teile auch auf mein echtes Leben, weil es ist so, dass ich glaube, dass das Thema Neugier eine der wichtigsten, ich sage jetzt mal, Grundeigenschaften sind für ein langes, glückliches Leben. Warum glaube ich das?

 

Weil es eben halt die Offenheit auch bringt. Die Offenheit für Menschen, die Offenheit für neue Dinge, Offenheit auch für Veränderungen. Und ich befriedige diese Neugier jetzt seit einiger Zeit auch im Privatleben.

 

Das heißt also, wenn mir irgendjemand was erzählt und ich dann mir eine Folgefrage einfälle, dann stelle ich die auch, während ich früher das einfach mal so genommen hätte und gesagt hätte, aha und dann ist es bei mir im Kopf weitergegangen und es sind noch viele tausend Fragen offen geblieben und ich versuche die, wenn es die Möglichkeit gibt, auch zu stellen. Und ich finde, das merke ich einfach für mich, dass das sowohl was bei mir verändert im Innenen, als auch, dass ich aber merke, dass es in der Beziehung sich viel verändert, weil tatsächlich die meisten Menschen freuen sich ja total, wenn jemand ernsthaft das Interesse einer hat. Und ich meine das auch ernsthaft, das ist nichts, was ich jetzt aus Kalkülen mache, sondern weil ich immer denke so, ach, da würde ich jetzt gerne noch einmal tiefer einhaken.

 

[Silke Liederbach] (54:43 - 57:02)

Du siehst meine Reaktion, während du sprichst, ich könnte jetzt einfach mal hopsen vor Freude, jetzt wurde es gerade richtig echt. Das ist das, dieses Mitmenschliche. Nennen wir es einfach Mitmenschlichkeit.

 

Das ist für mich gar keine Neugier, sondern Freude an dem anderen Menschen, weil du siehst etwas in dem anderen, du fühlst etwas in dem anderen, was dich anzieht. Anzieht muss jetzt gar keinen sexuellen Hintergrund haben, sondern einfach nur die Persönlichkeit der Mensch, weil vielleicht hörst du etwas in ihm, was in dir resoniert, weil du dich dadurch noch besser kennenlernst. Aber diese gesunde Neugier an dem anderen bedeutet, dass wir wieder anfangen die Farben jedes einzelnen Menschen kennenzulernen und nicht in Abteilungen zu denken, sondern wir fangen an zu schauen, wow, du hast das und das ist ja interessant und du erweckst in dir etwas, was vorher gar noch nicht so da war.

 

Du machst eine Tür in dir auf, weil du den anderen nach etwas fragst. Das heißt, du verbindest dich mit dem und auf einmal ist eure Verbindung so stark, obwohl ihr erst das zweite Mal miteinander oder das erste Mal gesprochen habt. Das heißt, da werden neue starke Verbindungen geschaffen.

 

Das macht mich mega glücklich und dieses Wort Neugier oder auch was zum Beispiel eins, auch so finde ich, ein sehr missverständliches Wort in der Vergangenheit war, ist Ungeduld. Wenn zu mir ein Mensch kam, der darüber geklagt hat, dass er ungeduldig ist, dann habe ich mich immer gefreut als diejenige, die diesen Mensch begleiten darf. Wie schön ist das denn, dass du ungeduldig bist und war so, wow, bist du nicht Mentor, du müsstest mir jetzt was anderes sagen.

 

Nee, tatsächlich nicht, weil für mich ist Ungeduld immer, passt zu der Neugier, ein Zeichen dafür, dass da innen eine krasse Vorfreude ist auf etwas, weil das innen weiß, da kommt was und es kann es nicht abwarten, dass es da ist. Heißt aber auch, da ist Vertrauen, da ist etwas, ich weiß, da kommt was und ich heil's noch nicht aus, weil ich weiß, es kommt. Warum müssen wir das lower machen?

 

Es ist doch super wichtig, dass wir es haben. Nimm es doch nur mit einer anderen Perspektive mal wahr. Und Neugier ist doch was Faszinierendes.

 

Es bedeutet, du hast etwas in dir, was immer weitergehen will, mehr erfahren möchte. Wie schön ist das denn?

 

[Nils Behrens] (57:03 - 57:18)

Total, total. Ich möchte nochmal auf eine Übung eingehen, die ich sehr schön fand, den Applaus für dich selbst. Magst du vielleicht einmal die Übung teilen und uns in dem Zusammenhang vielleicht auch die Frage beantworten, warum Selbstanerkennung oft ein Gamechanger sein kann?

 

[Silke Liederbach] (57:19 - 58:42)

Also erstmal, mit Übung ist immer so eine Sache, lest bitte mal, lass uns einfach mal auf diesen Selbstapplaus. Wir sind so trainiert, dass außen applaudiert. Kriegen wir einfach mit.

 

Und es ist so super wichtig, und es ist für mich super wichtig, dass wir nicht als erstes darauf achten, was der andere denkt, was wir sagen, sondern dass wir erstmal bei uns bleiben, wie wir es fühlen, was wir gesagt haben. Wir sind immer sofort, also ganz ehrlich, wie auch immer du unseren Podcast heute findest, ich fand es toll. Und wenn du es nicht toll findest, dann Nils, ist es deins.

 

Aber ich freue mich darüber, dass ich heute Morgen hierher gefahren bin, dass wir so ein schönes Gespräch haben, dass es Momente in diesem Gespräch gab, wo ich applaudiere für dich oder für mich, aber ich applaudiere für den Moment. Und für mich ist die Übung eine ganz neutrale Übung erstmal, dass du wenn du sprichst, dich mal selber hörst. Hör mal, wenn du sprichst.

 

Nicht, wie ist die Reaktion des anderen, sondern hör doch einfach dich selbst. Wie schön das ist, dass du so flüssig sprechen kannst, weil vielleicht sprichst du gar nicht aus Gedanken, vielleicht sprichst du aus deiner Intuition, aus deinem Gefühl heraus. Und wie schön ist es denn, dass du gar keine Unsicherheiten hast.

 

Wie toll ist es, dass du auf alles eine Antwort hast. Es ist auch gar nicht wichtig, was der andere dazu sagt.

 

[Nils Behrens] (58:44 - 1:00:23)

Total gut, total schön. Ich finde, das ist, mich hat es ein wenig daran erinnert, der Florian Langenscheidt, der hat sich ja seit über 30 Jahren mit dem Thema Glücklichsein beschäftigt und der sagt eben, hat der größte Schaffer von Glück oder das größte Thema, um glücklich zu sein, ist es Dankbarkeit zu spüren. Und das ist für mich zum Beispiel auch so ein persönlicher Check-in dem ich ganz häufig habe und der mich dann nochmal mit so viel Energie und Wärme dann wirklich erfüllt.

 

Also das letzte Mal, wo ich es so ganz intensiv hatte, war, wo ich schon das Thema Machu Picchu eben angesprochen hatte, wie wir am Ende des Inka-Trails sozusagen einmal durch dieses Sun gate gehen, diesen Moment, wo man das erste Mal dann eben halt auf diese Städte schaut und die Sonne aufging und das Licht drauf fiel und so die Wolken wegging und es war einfach alles durch und durch magisch und ich war mit meinen beiden ältesten besten Freunden da und ich war dankbar, dass wir es geschafft haben. Ich war dankbar, dass wir diese Reise gemacht haben, dankbar, dass wir diesen Moment erleben konnten, dankbar, dass wir gesund genug sind, um jetzt eben halt auch diese drei Tage Strapazen hinter uns zu bringen.

 

Und es war einfach wirklich diese Dankbarkeit hat mich so geflutet, dass ich vor Endorphine fast zerplatzt wäre. Und das war aber ganz ehrlich auch, weil ich mir einfach bewusst gemacht habe, dass ich dafür so dankbar sein kann und dass ich nicht einfach nur sage, ach ist das cool, sondern wirklich einfach mal darüber nachzudenken, über was du jetzt in diesem Augenblick alles dankbar sein kannst und das hat diesen Moment um ein Zehnfaches gesteigert.

 

[Silke Liederbach] (1:00:25 - 1:01:58)

Hundertprozentig. Ich darf jetzt dazu sagen, das ist ein super Beispiel, ich konnte fast mitgehen, ich konnte die Bilder sehen, die du gesendet hast, ich schaffe das für mich, wenn ich das so sage, seit dieser Zeit, ich habe ja vorhin darüber gesprochen, dass so kleine Momente in dieser Zeitwandel auf einmal so groß sind. Ich erinnere mich gerne in den letzten Wochen daran, dass wir, ich mit meinem Team oder auch mit den Menschen, die ich auch heute hier mit hergebracht habe, Mittag esse.

 

Wir sitzen an einem Tisch und wir sind da zu viert und ich habe das Gefühl, es ist wie das Gefühl früher wie Weihnachten. Es hat so ein ganz glückliches Gefühl, es geht gar nicht darum, was da zu essen ist, es geht gar nicht darum, ob da eine Musik läuft, es geht um nichts, sondern da ist einfach nur so ein Gefühl von Frieden, von Ruhe und von Glück. Und dieser Augenblick, der macht mich manchmal so unfassbar glücklich, dass ich es kaum aushalten kann, weil ich ihn am liebsten festhalten würde, weil er gerade so viel heilt in dem, was wir in unserem Körper, in unserem Sein einfach an diesen Glücksmomenten brauchen, für die Momente, die wir erlebt haben, die da noch sind und die einfach vielleicht noch ein bisschen Heilung brauchen.

 

Aber ich nehme das so bewusst wahr, so bewusst momentan wahr, diese besonderen kleinen Momente, weil du fühlst die. Und das ist das, dieses nicht bei den anderen zu sein, wie die es fühlen, sondern bleib doch mal bei dir, wie fühlt sich der Moment an? Nicht wie schmeckt es, sondern wie fühlt sich der Moment an?

 

Dieser kleine Moment kann manchmal so lang sein.

 

[Nils Behrens] (1:02:01 - 1:02:23)

Ich habe das Gefühl, meine letzte Frage, die ich mir aufgeschrieben habe, hast du mir schon beantwortet. Nichtsdestotrotz, ich stelle sie nochmal, vielleicht möchtest du sie einmal nochmal mit deinen eigenen Worten neu sagen. Alles andere hast du ja auch schon mit deinen eigenen Worten gesagt, aber trotz allem.

 

Wenn Menschen am 1. Januar aufwachen und spüren, ich will nicht neu werden, sondern wahr werden. Was sollten sie an diesem Tag als erstes tun?

 

[Silke Liederbach] (1:02:28 - 1:02:52)

Sich kein Bild davon machen, wie sie sein möchten, sondern einfach mal wahrnehmen, wie sie sich fühlen. Das heißt, nicht schon wieder ein Bild zu haben, um etwas zu entsprechen, um es zu optimieren, sondern einfach mal, nur mal wahrzunehmen, ohne schon wieder ein Ziel zu haben. Einfach nur mal wahrnehmen.

 

Kein Ziel ist das Ziel, weil der Weg ist momentan mehr als das Ziel.

 

[Nils Behrens] (1:02:55 - 1:03:13)

Ich sage vielen Dank für das Gespräch. Ich kann es wirklich allen empfehlen, dein Buch auch tatsächlich zu lesen. Das heißt "Jetzt wird's Echt" und es ist überall im Buchhandel erhältlich und es ist eben halt ein wunderbarer Begleiter für diese Zeit der Transformation, die wir im nächsten Jahr wohl oder übel und dieses Jahr für uns, insofern will ich es gar nicht so negativ machen, erleben werden.

 

[Silke Liederbach] (1:03:14 - 1:03:16)

Nils, ich danke dir vielmals. Es war ein wundervoller Augenblick.

 

[Nils Behrens] (1:03:21 - 1:03:22)

Hast du eigentlich ein Lieblingssupplement?

 

[Silke Liederbach] (1:03:23 - 1:03:24)

Ja, Magnesium.

 

[Nils Behrens] (1:03:25 - 1:03:26)

Oh, weil?

 

[Silke Liederbach] (1:03:27 - 1:03:33)

Es für alles hilft. Schlafen, für alles, also Muskeln, alles. Ich liebe euer Magnesium.

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