

Bioidentische Hormone: Hilfe oder Hype?
Die Menopause betrifft jede Frau und trotzdem ist sie noch immer mit vielen Unsicherheiten verbunden. Es geht nicht nur um Hitzewallungen oder Schlafprobleme, sondern auch um Gehirn, Stoffwechsel, Knochengesundheit, Herz-Kreislauf-System und Lebensqualität.
Host Elisabeth Seidel spricht mit Prof. Dr. Petra Stute über aktuelle Forschung, Hormontherapie, Diagnostik und die Frage, warum jede Frau individuell beraten werden sollte.
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Warum die Menopause mehr Aufmerksamkeit braucht
Prof. Dr. Petra Stute beobachtet seit Jahren, dass der Beratungsbedarf rund um die Menopause steigt. Besonders in den letzten Jahren sei das öffentliche Interesse deutlich gewachsen.
Gleichzeitig sieht sie ein Ungleichgewicht zwischen dem Informationsbedarf vieler Frauen und dem verfügbaren medizinischen Angebot. Auch in der Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte sei das Thema noch nicht ausreichend verankert.
Wärmeregulation: Was im Gehirn passiert
Hitzewallungen zählen zu den bekanntesten Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Prof. Dr. Stute erklärt, dass bestimmte Nervenzellen im Gehirn dabei eine zentrale Rolle spielen. Diese sogenannten KNDy-Neuronen reagieren auf den Rückgang der Östrogene. Sie werden aktiver und beeinflussen das Zentrum der Temperaturregulation. Dadurch reagiert der Körper sensibler auf kleinste Schwankungen der Körpertemperatur.
Mögliche Folgen sind:
- Hitzewallungen
- verehrtes Schwitzen
- ein Frösteln nach dem Wärmegefühl
- unruhige Nächte
Menopause und kognitive Vitalität
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Zusammenhang zwischen Menopause und der Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion. Prof. Dr. Stute erklärt, dass nachlassende mentale Leistungsfähigkeit im Alter Frauen häufiger betrifft als Männer, aber dass dieser Zusammenhang nicht allein durch den Östrogenabfall erklärt werden kann.
Östrogene haben laut Prof. Dr. Stute verschiedene Effekte im Gehirn. Sie beeinflussen unter anderem die Signalübertragung zwischen Nervenzellen, Hirnbotenstoffe und natürliche Schutzprozesse. Besonders wichtig ist das sogenannte günstige Zeitfenster.
Frauen, die sehr früh ihre Östrogene verlieren, etwa vor dem 45. Lebensjahr, können laut Prof. Dr. Stute von einer ärztlich begleiteten hormonellen Unterstützung profitieren. Ein sehr später Beginn, etwa erst ab 65 Jahren nach langer hormonfreier Zeit, muss dagegen anders bewertet werden.
Medizinische Hormontherapie: Chancen und Grenzen
Prof. Dr. Stute macht deutlich, dass eine ärztliche Hormontherapie weder pauschal verteufelt noch pauschal empfohlen werden sollte.
Entscheidend sind:
- Alter
- individuelle Begleiterscheinungen
- Zeitpunkt nach der Menopause
- die persönliche Veranlagung
- die gesundheitliche Vorgeschichte
- Art der eingesetzten Hormone
Im Allgemeinen gelte laut Prof. Dr. Stute, dass bei einem Beginn innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause die Vorteile häufig gegenüber den Nachteilen überwiegen können. Trotzdem braucht es immer eine individuelle ärztliche Beratung.
Bioidentische und synthetische Hormone
Prof. Dr. Stute erklärt, dass bioidentisch bedeutet, dass ein Hormon chemisch dem körpereigenen Hormon entspricht. Dabei geht es vor allem um Estradiol und Progesteron. Bioidentische Hormone können ein etwas günstigeres Profil haben, sind aber nicht automatisch frei von Wirkungen oder Nebenwirkungen.
Synthetische Gestagene haben laut Prof. Dr. Stute ebenfalls ihre Berechtigung. Sie können zum Beispiel notwendig sein, wenn der Eisprung unterdrückt werden soll oder wenn ausgeprägte unregelmäßige Zyklusverläufe vorliegen.
Progesteron wird von vielen Frauen geschätzt, weil es unter anderem mit der nächtlichen Erholung, der mentalen Balance und einer normalen psychischen Funktion in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig kann es auch Frauen geben, die darauf anders reagieren.
Warum Krafttraining in der Menopause wichtig ist
Mit zunehmendem Alter nimmt die natürliche Muskelmasse ab. Diese Entwicklung kann durch hormonelle Veränderungen zusätzlich beeinflusst werden. Prof. Dr. Stute empfiehlt daher Krafttraining als wichtigen Baustein. Muskulatur spielt eine zentrale Rolle für den Energieverbrauch, den Erhalt der körperlichen Substanz und einen normalen Energiestoffwechsel.
Wichtig ist dabei: Eine Hormontherapie ist kein Abnehm-Medikament. Sie kann laut Prof. Dr. Stute Gewicht und Körperzusammensetzung eher stabilisieren, ersetzt aber keine ausgewogene Ernährung und eine aktive Lebensweise.
Diagnostik: Blutwerte oder Speicheltests?
Bei der Diagnostik unterscheidet Prof. Dr. Stute klar zwischen verschiedenen Fragestellungen. Wenn es nur darum geht, ob eine Frau in den Wechseljahren ist, reichen meist:
- Alter
- Blutungsmuster
- typische Körpersignale
Wenn jedoch andere Ursachen ausgeschlossen werden sollen, kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein.
Beispiele dafür sind:
- Schilddrüsenwerte zur Überprüfung des hormonellen Gleichgewichts
- Eisenstatus bei anhaltender Müdigkeit und Ermüdung
- Vitamin B12 mit Blick auf das Nervensystem oder die psychische Balance
- Testosteronwerte vor einer möglichen ärztlichen Testosterontherapie
Für Sexualhormone wie Östrogen, Progesteron oder Testosteron bleibt laut Prof. Dr. Stute die Blutdiagnostik der Goldstandard. Speicheltests sieht sie derzeit nicht als gleichwertig an.
Checkliste: Was in der Menopause wichtig werden kann
- Körpersignale ernst nehmen
- nicht jede körperliche Veränderung automatisch den Wechseljahren zuschreiben
- individuelle Beratung suchen
- Blutwerte bei konkreten Fragestellungen gezielt prüfen
- Krafttraining einbauen
- Ernährung und Schlaf priorisieren
- Stressmanagement berücksichtigen
TAKE AWAYS
- Die Menopause betrifft viele Körpersysteme, nicht nur den Zyklus.
- Das Empfinden von Temperaturschwankungen entsteht durch Veränderungen der Temperaturregulation im Gehirn.
- Östrogene beeinflussen verschiedene Prozesse im Gehirn.
- Der Zeitpunkt einer medizinischen Hormontherapie kann entscheidend sein.
- Die individuelle gesundheitliche Vorgeschichte muss dabei differenziert betrachtet werden.
- Bioidentische Hormone sind nicht automatisch risikofrei.
- Krafttraining, Ernährung, Schlaf und Stressmanagement bleiben zentrale Grundlagen.
- Für Sexualhormone gilt die labormedizinische Blutdiagnostik weiterhin als Goldstandard.
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Prof. Dr. Petra Stute ist stellvertretende Chefärztin der gynäkologischen Endokrinologie am Inselspital Bern und leitet dort das Menopausenzentrum. Sie forscht zu hormoneller Gesundheit, Menopause, Präventionsmedizin und gesundem Altern bei Frauen.
Außerdem ist sie Präsidentin der Europäischen Menopausen & Anthropause Society und Mitgründerin des Vereins MenoQueens. Mit ihrer Arbeit setzt sie sich für evidenzbasierte Aufklärung, bessere Versorgung und mehr Sichtbarkeit der Frauengesundheit ein.
Mehr zu Prof. Dr. Petra Stute: https://www.menoqueens.com/about
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205 Bioidentische Hormone: Hilfe oder Hype? Mit Prof. Dr. Petra Stute
[Prof. Dr. Petra Stute] (0:00 - 0:27)
Grundsätzlich sind Frauen, das ist richtig, häufiger von einer Demenzerkrankung betroffen als Männer. Natürlich spielen da viele Faktoren eine Rolle, weil sonst, wenn es nur der Östrogenabfall wäre, dann müssten ja quasi alle Frauen irgendwann eine Demenz bekommen und das ist ja zum Glück nicht der Fall. Aber wir wissen natürlich, dass Östrogene auch auf das Gehirn viele Einflüsse haben, dass sie zum Beispiel einen sogenannten neuroprotektiven Effekt ausüben.
[Elisabeth Seidel] (0:27 - 2:11)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Elisabeth Seidel und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge HEALTHWISE. Heute sprechen wir über ein Thema, das jede Frau betrifft und dennoch noch immer mit Mythen, Halbwissen und Unsicherheit geprägt ist.
Die Menopause. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Hitzewallung und Schlafstörungen. Die Wechseljahre beeinflussen das Gehirn, den Stoffwechsel, die Knochengesundheit, das Herz-Kreislauf-System und möglicherweise sogar das Risiko für spätere Erkrankungen wie Demenz.
Unser heutiger Gast zählt zu den führenden Expertinnen auf diesem Gebiet. Prof. Dr. Petra Stute ist stellvertretende Chefärztin der gynäkologischen Endokrinologie und Forscherin am Inselspital Bern. Sie leitet außerdem das Menopausenzentrum Bern, ist Präsidentin der Europäischen Menopausen & Anthropouse Society, Autorin und beschäftigt sich seit vielen, vielen Jahren mit hormoneller Gesundheit, Präventionsmedizin und gesundem Altern bei Frauen.
In ihrer Forschung untersucht sie unter anderem die Auswirkungen hormoneller Veränderungen auf das Gehirn, den Stoffwechsel und die Lebensqualität sowie die Chancen und Grenzen moderner Hormontherapien. Heute sprechen wir über die Menopause, Gehirngesundheit, Hormonersatztherapien und die Frage, welche Antwort die Wissenschaft noch immer nicht hat oder schon hat. Frau Prof. Stute, ich freue mich ganz, ganz sehr. Herzlich willkommen!
[Prof. Dr. Petra Stute] (2:12 - 2:16)
Ja, ganz herzlichen Dank auch von meiner Seite für die Einladung.
[Elisabeth Seidel] (2:17 - 2:33)
Wir wollen ja heute über das Thema Menopause sprechen. Sie haben sich ja schon ganz, ganz viel damit beschäftigt. Gibt es denn Momente in Ihrer Karriere, an denen Ihnen bewusst wurde, okay, Menopause, das wird total unterschätzt, massivst und hier ist wirklich Bedarf an Forschung?
[Prof. Dr. Petra Stute] (2:35 - 3:27)
Also, dass es Bedarf an Forschung gibt und auch Bedarf an entsprechenden Sprechstundenangebot. Ich würde sagen, das weiß ich eigentlich schon seit vielen, vielen Jahren. Und der Bedarf hat eigentlich so in den letzten, ich sage mal, vier, fünf Jahren zugenommen, weil eben das Thema als solches auch in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit bekommen hat und dementsprechend auch viel mehr Frauen nachfragen und informiert werden möchten, beraten werden möchten.
Und ja, das hat dazu geführt, plus eben dem nicht ausreichenden Ausbildungsangebot eben für angehende Ärzte und Ärztinnen, dass es hier ein gewisses Mismatch gibt zwischen Bedarf und Angebot. Und das ist mit Sicherheit mit ein Grund, warum das Thema seit einigen Jahren große Wellen schlägt.
[Elisabeth Seidel] (3:27 - 3:38)
Sie sind ja Ärztin, aber auch Forscherin, Autorin, Podcasterin auch. Welche wissenschaftliche Frage beschäftigt Sie denn aktuell am meisten?
[Prof. Dr. Petra Stute] (3:40 - 4:38)
Also, in unseren aktuellen Studien geht es erwartungsgemäß um Wechseljahresbeschwerden. Wir haben eine große Studie zum Thema Schlaf, in der möchten wir die Hormonersatztherapie vergleichen mit der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie und Schlafhygiene. Und dann haben wir noch eine weitere Studie auch im onkologischen Bereich beim Mammakarzinom, also Brustkrebs erkrankten Frauen in Planung.
Und außerdem auch noch eine Studie, wo wir versuchen, Referenzwerte von Hormonwerten von Frauen über die verschiedenen Lebensphasen zu generieren. Und das ist besonders interessant, weil man ja denken würde, wenn man die Ausdrucke von Laborwerten auf dem Tisch vor sich sieht, dass eigentlich alles klar sein sollte. Aber eben diese Laborwerte sind zum Teil oder die Referenzwerte sehr alt und noch mit ganz anderen Methoden erfasst worden.
Und da sind wir eben dran, das zu aktualisieren.
[Elisabeth Seidel] (4:39 - 4:47)
Bedeutet das im Gegenzug, dass eigentlich die Referenzen, die es jetzt gerade gibt, eigentlich gar nicht wirklich aussagekräftig sind?
[Prof. Dr. Petra Stute] (4:49 - 5:47)
Sie sind schwierig interpretierbar. Und das waren sie eigentlich immer schon. Und zwar insofern, dass ja eben die Hormone sich während des Menstruationszyklus ganz physiologischer Weise verändern und dann natürlich mit dem Älterwerden, wenn dann der Zyklus auch sich grundsätzlich verändert, ja dann auch andere Werte eigentlich normal sind als im jüngeren Alter, als der Zyklus noch regelmäßig gewesen ist.
Und wenn man sich die Referenzwerte anschaut, dann sieht man, dass es da große Überschneidungen gibt. Also das bedeutet, wenn ich jetzt einfach mal so bei einer Frau einen Östrogenwert bestimme, dann hilft mir dieser Wert nur bedingt, die Zyklusphase beziehungsweise auch das reproduktive Stadium zuzuordnen. Und da möchten wir eben Abhilfe schaffen, sodass es eben auch für Nicht-Spezialisten im Bereich der Endokrinologie möglich ist, eben Hormonwerte auch besser zu analysieren.
[Elisabeth Seidel] (5:47 - 6:05)
Superspannend und bitter nötig, wie es sich anhört. Zur Frage der Diagnostik möchte ich später noch einmal zurückkommen. Mich interessiert erst nochmal zur Forschung, welche Erkenntnis aus den letzten Jahren Ihrer Forschung Sie persönlich am meisten überrascht hat?
[Prof. Dr. Petra Stute] (6:07 - 8:13)
Ich würde jetzt vielleicht mal sagen, nicht jetzt aus meiner persönlichen Forschungshistorie, sondern vielleicht, was auch für die Zuhörerschaft mit Sicherheit relevanter noch ist, was insgesamt eigentlich große Errungenschaften in den letzten Jahren gewesen sind. Und das wäre zum Beispiel das Herausfinden der Ursache von Hitzewallungen. Hitzewallungen sind ja eigentlich so das typische Symptom schlechthin der Wechseljahre.
Und trotzdem ist es ja eigentlich komisch, nur weil jetzt die Östrogene sich verändern. Wieso hat man auf einmal Hitzewallungen als Frau? Das passt ja eigentlich so spontan gar nicht unbedingt zusammen.
Und die Erkenntnisse darüber, warum Hitzewallungen überhaupt in den Wechseljahren im Zusammenhang mit den Hormonveränderungen entstehen, haben auch dazu geführt, dass man eben erstens die Physiologie der Frau im Gehirn besser versteht, plus dass es eben auch möglich gewesen ist, neue Medikamente zu entwickeln, die gezielt eben am Thermostaten am Gehirn oder im Gehirn ansetzen. Also ich würde sagen, das ist eine von den zentralen wissenschaftlichen Neuerungen in den letzten Jahren. Und bei uns jetzt hier die Studien, die wir in den letzten zwei, drei Jahren durchgeführt haben, da sind wir noch mit der Auswertung beschäftigt, aber die zielen zum Beispiel auch darauf ab, dass man mithilfe von Wearables eben bestimmte digitale Biomarker entwickeln kann, um eben zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiken vielleicht vorhersagen zu können.
Oder aber auch eine Studie war im Kontext von Atemwegsinfekten, das kam noch aus der Corona-Pandemie-Zeit, dass es eben vielleicht auch mit Wearable-Daten möglich ist, eben auch Infektionen bei Frauen in den Wechseljahren vorherzusagen. Also das ganze Thema eben die digitale Biomarker mithilfe von Variables, das denke ich, wird also jetzt sowohl, was mich persönlich jetzt hier mit meinem Forschungsteam betrifft, aber auch insgesamt eine große Rolle spielen.
[Elisabeth Seidel] (8:14 - 8:23)
Welche Veränderungen wurden denn da festgestellt? Also jetzt gerade, was die Hitzewallungen angeht, interessiert, denke ich, ganz, ganz viele unserer Zuhörerinnen.
[Prof. Dr. Petra Stute] (8:24 - 9:46)
Also man hat erkannt, dass im Gehirn bestimmte Neuronen, also Nervenzellen, sitzen, die eben mit dem Wegfall der Östrogene quasi größer werden und hyperaktiv werden. Eigentlich mit der Intention, dass diese größer werdenden Nervenzellen oder Bündel, die heißen Candy-Neuronen, dass die eigentlich dafür sorgen sollen, dass das Gehirn mehr Hormone ausschüttet, um den Eierstock auf Trab zu bringen. Also eigentlich mehr im Sinne der Schwangerschaft soll noch möglich sein, Idee.
Und diese Candy-Neuronen haben aber gleichzeitig Strahlen, die quasi auch in die Region der Thermoregulation, also des Thermostaten aus. Und dadurch, dass dann eben die hyperaktiv werden, hat das dann eben Konsequenzen auch auf das thermoregulatorische Zentrum, das dann quasi sensibler auf kleinste Schwankungen der körperinneren Temperatur reagiert. Und dann, wenn eben kleinste Schwankungen auftreten, sofort quasi übermäßig gegenreguliert.
Und dann entweder im Sinne von Hitze abgeben wollen, das wären dann die Hitzewallungen. Und manche Frauen spüren ja auch Frieren, das gehört quasi mit dazu. Das ist dann die gegensätzliche Reaktion, dass Hitze wieder auch zurückgeholt werden soll.
[Elisabeth Seidel] (9:46 - 9:55)
Und durch diese Erkenntnisse konnten dann gezielt Medikamente entwickelt werden? Richtig, richtig. Sind die schon verfügbar?
[Prof. Dr. Petra Stute] (9:55 - 9:59)
Ja, seit 2024 sind die auf dem Markt, genau.
[Elisabeth Seidel] (10:00 - 10:20)
Passend dazu, es gibt ja Neurowissenschaftlerinnen, die sagen, die Menopause ist nicht nur so eine hormonelle Transition, aber auch eine neurologische Transition. Was halten Sie von dieser Sichtweise? Sie kennen sich ja auch aus mit Demenz oder dem Demenzrisiko, was ansteigen soll.
Wie ist Ihre Sichtweise darauf?
[Prof. Dr. Petra Stute] (10:21 - 13:11)
Grundsätzlich sind Frauen, das ist richtig, häufiger von einer Demenzerkrankung betroffen als Männer. Natürlich spielen da viele Faktoren eine Rolle, weil sonst, wenn es nur der Östrogenabfall wäre, dann müssten ja quasi alle Frauen irgendwann eine Demenz bekommen. Und das ist ja zum Glück nicht der Fall.
Aber wir wissen natürlich, dass Östrogene auch auf das Gehirn viele Einflüsse haben, dass sie zum Beispiel einen sogenannten neuroprotektiven Effekt ausüben. Das heißt, sie helfen, dass Nervenzellen untereinander besser miteinander kommunizieren können. Sie haben Einfluss auf die Hirnbotenstoffe, auf die Vernetzung der Nervenzellen untereinander.
Sie wirken antioxidativ, entzündungshemmend. Das heißt, man weiß aus sogenannten präklinischen Studien, dass Östrogene hier sehr viele vorteilhafte Effekte am Gehirn haben. Jetzt würde man natürlich dann sofort denken, ja, da muss ja automatisch eine Hormonersatztherapie vor einer Demenz auch sicher schützen.
Das wissen wir leider bisher nicht so. Das, was wir wissen, ist, dass wenn Frauen sehr früh ihre Östrogene verlieren, also vor dem 45. Lebensjahr, sei es aufgrund einer Operation, also dass Eierstöcke entfernt werden oder einfach so, dass die Hormonfunktion oder Produktion früher aufhört in den Eierstöcken, bei diesen Frauen weiß man, dass wenn sie keine Hormone bekommen, vor allen Dingen also keine Östrogene, dass dann ihr Demenzrisiko erhöht ist und dass wenn sie eine Hormontherapie bekommen, dass man da eben einen gewissen präventiven Effekt erzielen kann.
Auf der anderen Seite wissen wir auch, dass wenn Frauen Jahre nach der Menopause, zum Beispiel erst ab 65 Jahren und danach, mit einer Hormontherapie beginnen und hatten bis dato seit mindestens zehn Jahren keine Hormontherapie, dass dann eine dann begonnene Hormontherapie auch sich negativ auswirken kann. Das heißt, wir haben so beide Pole und die große Frage, die die meisten Frauen bewegt, ist natürlich, was ist, wenn ich eine Hormontherapie in der Lebensphase, also 50 plus minus einsetze, wenn zum Beispiel auch Wechseljahresbeschwerden mit im Vordergrund stehen. Und da gibt es auch unterschiedliche Studienergebnisse, aber eben doch schon einige Hinweise, dass eine Hormontherapie, die dann in diesem sogenannten günstigen Zeitfenster am Gehirn initiiert wird, auch später vorteilhaft sein kann.
Aber da Demenz natürlich eine Erkrankung ist, die ja erst meistens im höheren Alter auftritt, ist es gar nicht so leicht, da so gute Studien durchzuführen, wie man sich das immer wünscht. Da sind die Daten zum Beispiel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wesentlich besser, die ja auch ein günstiges Zeitfenster für Hormone am Herzen in Studien gezeigt haben.
[Elisabeth Seidel] (13:11 - 13:26)
Es ist wahrscheinlich auch schwierig zu untersuchen, könnte ich mir vorstellen, weil ja die Entwicklung so einer Erkrankung auch wirklich ganz, ganz viele Faktoren beinhaltet. Da gehört natürlich auch ganz, ganz viel Lifestyle dazu, Schlaf, Bewegung, Ernährung.
[Prof. Dr. Petra Stute] (13:28 - 13:49)
Und lange Beobachtungszeiträume. Das heißt, wenn wir davon ausgehen, dass die Menopause im Schnitt ja mit 51 Jahren eintritt und eine Demenzerkrankung ja doch häufiger eher im höheren Alter auftritt, bedeutet das ja auch, dass Sie im Prinzip Studien brauchen, wo mindestens 20 Jahre beobachtet wird und eben nicht nur drei Monate, wie zum Beispiel bei Hitzewallungen.
[Elisabeth Seidel] (13:50 - 13:55)
Das stimmt. Und solche Studien gibt es bisher noch nicht wirklich?
[Prof. Dr. Petra Stute] (13:56 - 14:59)
Es gibt schon Beobachtungsstudien, aber eben weil die eben nicht, wie man sich das in der Medizin ja immer wünscht, placebo-kontrolliert sind, sondern das heißt, man beobachtet, man versucht auch für Störfaktoren zu korrigieren. Aber weil es eben nicht diese placebo-kontrollierte Studien zur Hormontherapie über Jahrzehnte gibt, hat man halt immer Studien, die zeigen klaren Benefit. Und dann kommt die nächste Studie vor allen Dingen gerne aus Skandinavien mit Registerstudien, wo ja alle Menschen registriert werden und quasi vom Staat aus mit auch regelmäßig, er kontrolliert hat sich sehr negativ an, aber erfasst werden.
Und dann gibt es wieder also Studien, wie gesagt zum Beispiel aus Skandinavien, die dann eben diesen Benefit der Hormontherapie eben nicht sehen. Und das Thema Demenz oder kognitive Veränderungen ist damit eins der Themen, die immer noch quasi ungelöst ist, wenn man so möchte, weil es solche und solche Studien gibt.
[Elisabeth Seidel] (15:00 - 15:43)
Spannend. Sie forschen ja auch zu bioidentischen Hormontherapien. Jetzt ist es natürlich so, dass zuerst war es ja irgendwie ein bisschen verpönt. Es hieß, es erhöhte das Krebsrisiko.
Das wurde jetzt zurückgenommen. Jetzt kommen natürlich viele Frauen, die hören auf Social Media oder es wird viel auf Social Media auch berichtet, in Podcasts, in Medien, gängigen Medien, sage ich mal. Und es erlebt so ein bisschen ein Comeback, diese Hormontherapien.
Wie stehen Sie dazu? Wird da vielleicht teilweise so ein bisschen überschätzt? Wird es teilweise unterschätzt?
Was ist Ihr Standpunkt?
[Prof. Dr. Petra Stute] (15:45 - 18:21)
Also vielleicht muss man dazu sagen, dass aus der rein wissenschaftlichen oder auch fachgesellschaftlichen Perspektive die Hormontherapie nie so negativ konnotiert war, wie es in der Öffentlichkeit gewesen ist. In der Öffentlichkeit dominierte ja meistens das Thema Brustkrebs. Und alle anderen Vorteile, die durch eine Hormontherapie erreicht werden können, auch wenn sie vielleicht jetzt nicht unbedingt dafür eine Indikation hat, die sind meistens gar nicht so beachtet worden.
Und von daher ist es jetzt nicht so, dass wir jetzt aus der wissenschaftlichen Sicht sagen würden, jetzt gab es da auf einmal eine 180-Grad-Drehung. Dem ist eigentlich nicht so. Das, was vielleicht neu ist, dass eben, wie eingangs schon gesagt, das Thema Wechseljahre einfach eine viel größere Aufmerksamkeit in den letzten Jahren bekommen hat, dass eben auch viel mehr Bücher auf den Markt gekommen sind.
Das heißt, viel mehr Frauen haben sich auf einmal mit diesem Thema beschäftigt. Und das letztes Jahr hat ja noch die FDA im Grunde eigentlich eine kleine Revolution vollbracht, als sie im November die sogenannten Blackbox-Warnungen von allen Hormonersatzpräparaten, die dort seit 2003 zu lesen gewesen sind, rückgenommen haben. Das heißt, es gibt mehrere Faktoren, warum die Hormontherapie auf einmal wieder von Interesse ist, also auch im Leihen- oder im Anwenderinnensektor.
Aber natürlich ist es wie bei allen Themen, dass es eben dann auch manchmal in beide Richtungen ausschlägt. Das heißt, Sie werden auch nach wie vor immer noch Verfechter finden, die völlig gegen Hormontherapie sind, aus verschiedensten Gründen. Und dann gibt es natürlich auch die Verfechterinnen, die jetzt überhaupt gar keine Risiken mehr bei einer Hormontherapie sehen und sagen, alle Frauen müssen unbedingt wieder Hormone bekommen.
Das ist natürlich das andere Extrem und Extreme sind nie gut. Das heißt, die Wahrheit liegt in der Mitte. Jede Frau muss individuell beraten werden.
Und im Allgemeinen gilt, dass die Hormontherapie, wenn sie innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause gestartet wird, dass dann die Vorteile die Nachteile überwiegen. Und natürlich muss man im individuellen Fall schauen, welche Risikofaktoren oder Vorerkrankungen eine Frau mitbringt.
[Elisabeth Seidel] (18:22 - 18:28)
Gibt es denn Vorerkrankungen, wo Sie pauschal sagen, keine Hormontherapie?
[Prof. Dr. Petra Stute] (18:28 - 19:35)
Die wichtigste Kontraindikation für eine sogenannte Ganzkörper- oder systemische Hormontherapie ist nach wie vor eine Brustkrebserkrankung. Im Beipackzettel der Hormonpräparate stehen natürlich noch diverse andere Kontraindikationen drin. Aber da gibt es inzwischen durchaus Daten, die dann eben oftmals doch auch nach entsprechender Beratung eine Hormontherapie doch ermöglichen.
Aber das Thema Brustkrebs oder eine Brustkrebserkrankung gilt international immer noch als absolute Kontraindikation für eine Ganzkörperhormontherapie. Aber die Meinung gegenüber der vaginalen Östrogentherapie ist auch nach Brustkrebs zum Glück inzwischen auch von den onkologischen Fachgesellschaften deutlich liberaler. Sodass man eben zumindest bei genitalen Beschwerden bei brustkrebserkrankten Frauen auch vaginale Östrogene geben kann.
Natürlich möglichst niedrig dosiert. Natürlich erstmal nicht hormonelle Therapieansätze versuchen. Aber es ist eben nicht mehr so verpönt, wie früher noch vor einigen Jahren.
[Elisabeth Seidel] (19:36 - 19:49)
Und wie sieht es jetzt aus mit dem Krebsrisiko? Haben Sie da Daten dazu? Es ist nicht so schwarz-weiß zu sehen, aber es besteht natürlich ein Risiko.
Wie hoch ist das?
[Prof. Dr. Petra Stute] (19:51 - 23:13)
Das heißt, wenn man vom Brustkrebsrisiko unter einer Hormontherapie spricht, dann ist erstens wichtig, dass wir von der Kombination von Östrogen plus Gelbkörperhormonen, also einem Gestagen sprechen. Weil Östrogen alleine würde eher das Brustkrebsrisiko tendenziell sogar reduzieren. Aber Östrogen alleine kommt nur für Frauen nach Gebärmutterentfernung in Frage.
Das heißt, das trifft jetzt zum Glück ja nicht so viele Frauen. Die meisten haben ja noch ihre Gebärmutter. Das heißt, wir sprechen eigentlich nur von Östrogen plus Gestagen.
Und hier ist es eine Frage der Therapiedauer. Und wenn wir jetzt mal alle Varianten von verschiedenen Gelbkörperhormonen, also Gestagenen plus Östrogenen, einen Topf werfen, dann kann man sagen, wenn wir jetzt 1.000 Frauen hier bei uns hätten, alle 1.000 Frauen wären nach der Menopause und alle Frauen sind zwischen 50 und 54 Jahre alt. Und diese 1.000 Frauen nehmen jetzt nichts. Und nach 5 Jahren trifft man sich wieder und fragt in die Runde, wie viele von euch 1.000 Frauen, die nichts genommen haben, haben in den 5 Jahren die Diagnose Brustkrebs bekommen. Und dann werden sich 14 melden. Und das ist das altersbezogene Basisrisiko.
Also 14 von 1.000 Frauen, die zwischen 50 und 54 Jahre alt sind. Und wenn wir uns jetzt 1.000 Frauen vorstellen, auch alle nach der Menopause, alle zwischen 50 und 54 Jahre alt. Und die gehen jetzt alle mit einem Östrogen- und Gestagenprodukt nach Hause.
Und nach 5 Jahren treffen wir uns wieder und fragen jetzt die 1.000 Frauen, wie viele in der Zwischenzeit die Diagnose Brustkrebs bekommen haben. Dann werden sich 17 melden. Also drei zusätzliche Fälle.
Und das gilt als gering erhöhtes Risiko und ist vergleichbar mit zum Beispiel regelmäßig Alkohol trinken, keinen Sport machen oder eine Fettleibigkeit zu haben. Und das ist auch ganz wichtig, dass man eben auch sieht, dass andere Risikofaktoren, die man quasi mit in der Hand hat, natürlich auch mit Brustkrebs assoziiert sein können. Und dann, wie Sie ja vorhin schon angesprochen haben, geht ja dann die Frage in Richtung bioidentische Hormone.
Und bioidentisch heißt erst mal nur, dass das Hormon, das ich zu mir nehme, die gleiche chemische Strukturformel hat wie mein Eierstockhormon. Und konkret sprechen wir dann von Estradiol und Progesteron. Und alle Hormonersatzpräparate, die wir im deutschsprachigen Raum haben, haben alle Estradiol drin.
Also diese amerikanischen Pferdeöstrogene haben wir schon seit Ewigkeit nicht mehr auf dem Markt. Das heißt, alle zugelassenen Hormonpräparate haben bioidentisches Estradiol. Und jetzt kommt dann eben das bioidentische Progesteron dazu.
Dazu gibt es auch Studien. Das sind nur Beobachtungsstudien, muss man fairerweise sagen, die eben über einen gewissen längeren Zeitraum auch gehen. Und da hat man gesehen, dass das Brustkrebsrisiko ab siebenjähriger Therapie auch ansteigt.
Das heißt, man kann das Fazit ziehen, dass eine bioidentische Estradiol-Progesteron-Therapie etwas brustfreundlicher ist als eine synthetische Kombination. Aber man kann nicht sagen, dass bioidentische Hormone nichts machen.
[Elisabeth Seidel] (23:14 - 23:28)
Sie haben ja gerade schon die verschiedenen Formen angesprochen. Wo unterscheiden sich denn diese bioidentischen Hormone oder das bioidentische Progesteron von den Gestagenen? Genau.
[Prof. Dr. Petra Stute] (23:28 - 26:17)
Also wie gesagt, bei dem Östrogen haben wir im Prinzip sowieso nur Estradiol zur Auswahl und das natürlich in verschiedenen Dosierungen und Applikationsformen, also Tablette, Pflaster, Spray und Gel. Und bei den Gelbkörperhormonen, also den Gestagenen, haben wir einerseits das bioidentische Progesteron und wir haben eine ganze Reihe sogenannter künstlicher oder synthetischer Gestagene. Und jetzt kann man sich ja fragen, wieso braucht man eigentlich überhaupt synthetische, wenn es auch das schöne bioidentische gibt.
Die meisten Frauen haben in ihrem Leben mal Kontakt zu synthetischen Gestagenen gehabt, nämlich weil alle Verhütungspräparate, die auf Hormonen basieren, haben alle ein künstliches Gestagen drin. Und das liegt daran, dass eben das bioidentische Progesteron nicht in der Lage ist, den Eisprung zu unterdrücken. Dafür braucht man also ein künstliches Gestagen.
Das wäre, sage ich mal so, der Hauptgrund, wo ein Vorteil von künstlichen Gestagenen liegen könnte, gerade in der Perimenopause, in der ja Schwangerschaften grundsätzlich auch noch möglich sind. Aber dann gibt es zum Beispiel auch noch künstliche Gestagene, die extra antiandrogen wirken, wenn also eine Frau zum Beispiel unter Haarausfall leidet oder Beharrungszunahme zum Beispiel im Gesicht, dann könnte es zum Beispiel sein, dass so ein antiandrogenes Gestagen mehr Vorteile birgt als das Progesteron. Oder aber wenn eine Frau zum Beispiel zu Blutungsstörungen neigt, da sind die künstlichen Gelbkörperhormone auch oftmals stärker an der Gebärmutterschleimhaut wirksam als das Progesteron.
Das Progesteron auf der anderen Seite wird von vielen Frauen sehr geschätzt, weil es eben neben dem Schutz der Gebärmutterschleimhaut während der Östrogen-Einnahme, das ist ja der Hauptjob des Gestagens im Rahmen einer Hormontherapie, hat Progesteron zum Beispiel schlafanstoßende Effekte, angstlösende Effekte, macht auch so ein bisschen gegen innere Unruhe zum Beispiel wirksam. Und deswegen würde ich mal behaupten, mögen etwa 80% der Frauen oder auch 90% finden also Progesteron im Rahmen einer Hormontherapie super. Es gibt aber immer auch Frauen, die sogenannte Paradoxe-Effekte haben, dass sie zum Beispiel auf einmal schlechter schlafen, dass die Stimmung schlechter ist, dass sie sich vielleicht wieder wie beim prämenstruellen Syndrom fühlen.
Und da muss man einfach nur wissen, dass das möglich ist. Und viele Frauen sind dann ganz enttäuscht, weil sie denken, ich muss doch das bioidentische Progesteron vertragen. Aber wie gesagt, es kann sein, dass dem eben nicht so ist.
Und dann ist auch wieder gut, dass wir ja Auswahl haben mit anderen Gestagen.
[Elisabeth Seidel] (26:18 - 26:54)
Spannend. Mich würde zum einen noch interessieren, bei diesen verschiedenen Applikationsformen, die Sie gerade genannt haben, was das Östrogen oder das Estradiol betrifft, gibt es da Unterschiede? Sie meinten ja schon bei Frauen, die von Brustkrebs betroffen waren, würde man es ja nicht so einsetzen.
Aber wenn sie es brauchen, dann können sie eine Vaginalkreme bekommen, eine leichter dosierte. Aber sonst, wenn man jetzt nicht vorerkrankt ist, gibt es dann eine Applikationsform, die als besonders sicher gilt oder besonders bioverfügbar oder sich besser eignet als eine andere?
[Prof. Dr. Petra Stute] (26:55 - 28:14)
Genau, also man kann sich eigentlich merken, immer wenn irgendein Herz-Kreislauf-Risikofaktor vorliegt, sei das Rauchen, sei das Übergewicht oder irgendeine Veränderung in der Blutgerinnung beispielsweise, ist man mit den Östrogen über die Haut immer auf der sicheren Seite. Das liegt daran, dass wenn man Östrogene schluckt, dann werden die ja erstmal in der Leber weiter verstoffwechselt. Und das führt unter anderem dazu, dass das Gerinnungssystem sich verändert und daher eine gewisse Neigung zur Gerinnungsbildung unter geschluckten Östrogen entsteht.
Also das heißt, geschluckte Östrogene können etwas das Thrombose-Risiko zum Beispiel erhöhen. Und wenn man jetzt sowieso schon Risikofaktoren hat für eine Thrombose, dann ist man natürlich sehr daran interessiert, das nicht noch zusätzlich zu erhöhen. Und deswegen bei allen Frauen, die Risikofaktoren haben für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist die Gabe über die Haut als Pflaster, Spray oder Gel vorzuziehen.
Und sowieso, weil ja das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Alter bei allen Frauen zunimmt, ist auch grundsätzlich so die Tendenz, dass man bei allen Frauen, die vielleicht Östrogene geschluckt haben, dann aber spätestens ab 60 auf ein Östrogenpräparat über die Haut umstellt.
[Elisabeth Seidel] (28:14 - 29:06)
Wie ist es mit dem Einsetzen der Hormontherapie? Es ist ja nicht so, dass alle Frauen sehr dramatische Symptome haben. Manche kommen da gut durch, haben vielleicht ein kleines bisschen Hitzewallung oder können mal in der Nacht nicht gut schlafen.
Aber es gibt auch Frauen, die eigentlich wenig Symptome aufweisen. Jetzt haben wir ja ganz, ganz viele protektive Funktionen des Östrogens, aber auch des Progesterons. Wenn ich jetzt in die Perimenopause komme, aber eigentlich keine Symptome habe, sollte ich dann trotzdem eine Hormonersatztherapie beginnen, um einfach zu verhindern, dass ich Osteoporose bekomme oder andere Folgeerscheinungen oder eine Demenz vorbeuge?
Wie ist da Ihre Meinung dazu?
[Prof. Dr. Petra Stute] (29:07 - 30:34)
Da würde ich mich schon an den internationalen Leitlinien orientieren. Die offizielle Indikation für eine Hormontherapie ist entweder Wechseljahresbeschwerden, also klimakterisches Syndrom. Das ist Indikation Nummer eins.
Indikation Nummer zwei ist Osteoporose-Prophylaxe bei erhöhtem Frakturrisiko. Und Indikation Nummer drei ist bei allen Frauen mit Menopause vor dem 45. Lebensjahr.
Weil eben hier ja die Östrogenmangelsituation noch viel länger andauert als bei Frauen, die jetzt mit 50 aufwärts die Menopause erreichen. Und bei diesen jungen Frauen, also unter 45, da ist die Indikation auch ganz egal, ob sie irgendwelche Wechseljahresbeschwerden haben, sondern da geht es wirklich um die Prävention von sogenannten chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen wie Osteoporose, Herzinfarkt und Demenz. Bei allen Frauen, die jetzt älter sind, also die jetzt nicht in diese Kategorie reingehören, würde man jetzt zum Beispiel nicht nur Hormontherapie nur wegen Demenzprävention empfehlen.
Auf der anderen Seite kann man sagen, die allermeisten Frauen haben irgendein Symptom und dann muss man einfach die Vor- und Nachteile mit den Frauen besprechen. Deswegen wichtig ist aber trotzdem, dass man weiß, wie ist die offizielle Empfehlung. Dann schaut man sich den Bedarf der Patientin an und dann muss man halt individuell entscheiden.
[Elisabeth Seidel] (30:34 - 30:50)
Es sind ja auch wirklich unzählige verschiedene Symptome, die auftreten. Sie haben jetzt gerade gesagt, klimakterische Beschwerden ist vielleicht auch manchmal schwierig zu differenzieren. Kommt jetzt ein Symptom daher oder vielleicht woanders her?
[Prof. Dr. Petra Stute] (30:51 - 31:51)
Genau, das ist absolut richtig und es ist eigentlich so wie immer in der Medizin, dass ja jedes Symptom potenziell verschiedene Differenzialdiagnosen hat. Das heißt, bei jedem Symptom, das eine Frau präsentiert, sollte man aus ärztlicher Sicht quasi so die Schublade aufziehen und überlegen, Aha, Differenzialdiagnosen von Schwitzen ist 1., 2., 3., 4. Differenzialdiagnose von Gelenkbeschwerden ist 1., 2., 3. Also es ist jetzt vielleicht dann nicht jeder Frau in der Sprechstunde so bewusst, dass wir quasi die Schublade aufziehen und innerlich die Differenzialdiagnosen durchgehen. Aber das ist wirklich wichtig, dass man natürlich nicht einfach sagt, ja, ja, das sind die Wechseljahre, was soll es denn schon sonst sein, sondern dass man sich wirklich dessen bewusst ist, dass das ganz andere Ursachen haben kann oder dass auch Wechseljahre mit anderen Ursachen gemeinsam auftreten können. Das kann ja auch oftmals der Fall sein.
[Elisabeth Seidel] (31:51 - 32:17)
Sicherlich. Viele Frauen bemerken ja auch, dass ihr Stoffwechsel vielleicht noch mehr so gut funktioniert, dass die Blutzuckerregulation nicht so gut ist, dass Bauchfett ein bisschen mehr wird. An was liegt das und sehen Sie da die Notwendigkeit für eine Hormonersatztherapie? Einfach um vielleicht sowas wie ein metabolisches Syndrom zu verhindern?
[Prof. Dr. Petra Stute] (32:19 - 35:07)
Also grundsätzlich ist es schon so, dass sich die Östrogene vorteilhaft auf den Stoffwechsel auswirken, aber sie sind keine offizielle Indikation. Und es ist richtig, dass sehr viele Frauen eine Gewichtszunahme berichten in den Wechseljahren oder auch in der Zeit nach der Menopause. Tatsächlich ist es so, dass das oftmals eher auch dem Älterwerden mit zuzuordnen ist und nicht unbedingt nur der hormonellen Veränderung.
Plus natürlich Lebensstilfaktoren, die vielleicht nicht mehr so ganz im Auge behalten werden wie vielleicht zuvor. Aber das, was ziemlich sicher den Wechseljahren bzw. der hormonellen Umstellung zugeordnet werden kann, ist die Veränderung der sogenannten Body Composition.
Das ist ja nicht unbedingt das Gleiche wie Gewichtszunahme. Also mit Veränderung der Body Composition meint man, dass das Fettgewebe am Bauch eher zunimmt, dass es eine Verschiebung der Verteilung des Fettgewebes gibt. Das ist schon tatsächlich eher der hormonellen Veränderung zuzuordnen.
Aber wenn Sie jetzt fragen, welche Strategie kann man denn ansetzen, um das zu verhindern, dann endet man tatsächlich dann doch wieder bei den Lebensstilfaktoren, die immer die Basis sind. Also im Prinzip Ernährung anpassen, zusehen, dass man Kraftsport macht, weil die Muskulatur mit älter werden und den hormonellen Veränderungen weniger wird. Und dort wird ja am meisten an Kalorien verbrannt.
Das heißt, Ernährung ist wichtig, Sport, aber vor allen Dingen auch Kraftsport ist wichtig. Und dann ganz wichtig natürlich schlafen. Und das ist natürlich in den Wechseljahren häufig ein Problem.
Stressmanagement ist natürlich immer leicht gesagt, aber nicht unbedingt leicht umzusetzen. Und wenn man diese Basis einigermaßen integriert hat in seinen Tagesablauf, dann kann man natürlich überlegen, ob man hormonell das Ganze noch etwas unterstützt. Weil wie gesagt, meistens sind ja Wechseljahresbeschwerden parallel da.
Es ist ja nicht nur auf einmal Gewichtszunahme und sonst passiert überhaupt nichts. Und dann ist das schon so, dass die Hormontherapie sich günstig auswirkt, sowohl auf den Zuckerstoffwechsel als auch auf den Fettstoffwechsel. Und eben entgegen der Angst vieler Frauen, dass sie mit einer Hormontherapie zunehmen, ist es eher so, dass die Hormone das Gewicht stabilisieren und auch die Körperzusammensetzung eher stabilisieren.
Aber es ist kein Abnehm-Medikament. Also es ist jetzt nicht vergleichbar mit den ganzen Abnehm-Spritzen beispielsweise. Das wäre jetzt völlig falsche Erwartung, wenn man das denken würde.
[Elisabeth Seidel] (35:08 - 35:24)
Sie haben ja gerade Stress erwähnt. Haben Sie denn Studien gelesen oder durchgeführt, die zeigen, wie sich vielleicht ein dysreguliertes Nervensystem oder Stress auf menopausale Beschwerden auswirken?
[Prof. Dr. Petra Stute] (35:25 - 36:58)
Also man weiß schon, dass eben Frauen, die unter einem hohen Stresslevel leben, dass die auch vermehrt Wechseljahresbeschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen, aber auch Stimmungsschwankungen entwickeln können. Und die Stressachse in unserem Körper, also die Verknüpfung zwischen Gehirn und der Nebennierenrinde, wo ja das Cortisol gebildet wird, und der Achse zwischen Gehirn und Eierstock, die sind alle miteinander verzahnt. Also von daher ist das schon so, dass eben wenn die Stressachse dysreguliert ist, dass das also durchaus auch Konsequenzen haben kann für die Sexualhormone.
Schwierig ist das, deswegen habe ich das vorhin schon angesprochen, schwierig ist immer quasi dann sich zu überlegen, was kann ich jetzt tun. Und da ist eigentlich das Wichtigste, denke ich zumindest, dass wir von der ärztlichen Seite, die ja sehr immer auf Pathologie eigentlich getrimmt sind, viel mehr mit den Gesundheitswissenschaften zusammenarbeiten, also mit dem Psychologen, mit den Ernährungswissenschaftlern, mit den Sportwissenschaftlern, weil die den Salutogenansatz viel besser können und kennen, als wir aus der Medizin, die ja mehr immer an der Pathogenese orientiert sind beziehungsweise das gelernt haben und die Verknüpfung braucht es eigentlich. Deswegen kann ich jetzt auch nicht den Megatipp zur Stressreduktion liefern.
Ich weiß nur, dass das wichtig ist und dass es einen Einfluss hat.
[Elisabeth Seidel] (36:59 - 37:04)
Ich glaube, da sind viele Tipps da draußen. Also wenn man sucht, wird man finden.
[Prof. Dr. Petra Stute] (37:04 - 37:04)
Genau.
[Elisabeth Seidel] (37:04 - 37:45)
Einen Klick entfernt sicherlich. Wir hatten ja vorhin schon mal kurz die Diagnostik angesprochen. Sie hatten erwähnt, dass sie gerade dran sind, Referenzbereiche zu schaffen.
Jetzt ist ja viel da draußen. Also es gibt Hormonprofile, Speicheltests, Urintests, funktionelle Laboranalysen, auch Wearables, die sie ja auch nutzen in ihrer Studie. Was halten Sie da tatsächlich für sinnvoll?
Also sollte man seinen Hormonspiegel bestimmen lassen? Sollte man es nicht tun? Viele Ärzte sagen ja, das wechselt ja eh jeden Tag.
Das bringt nichts. Wie ist da Ihr Take?
[Prof. Dr. Petra Stute] (37:46 - 40:31)
Also die wichtigste Frage ist wie immer, dass man genau fragt, was die Frage ist. Also wenn ich nur wissen möchte oder eine Frau wissen möchte, bin ich in den Wechseljahren. Also wenn das die Frage ist, dann ist die Antwort, dass mir das Alter, das Blutungsprofil und die Symptome reichen, um diese Frage zu beantworten.
Und ich brauche nicht zwingend jetzt noch eine ganze Liste von Laborparameter. Wenn aber Symptome geschildert werden, wie zum Beispiel die Hitzewallungen oder aber eben auch Stimmungsveränderungen, dann habe ich ja, wie vorhin schon angesprochen, ja jeweils pro Symptom eine Liste von Differenzialdiagnosen. Und die Differenzialdiagnosen, diese auszuschließen, da macht es manchmal dann doch Sinn, auch Blut abzunehmen.
Das heißt, wenn ich zum Beispiel, wenn jemand sagt, ich bin immer müde, dann wäre zum Beispiel das naheliegend, sich mal die Schilddrüsenwerte anzugucken, vielleicht mal den Eisenwert anzuschauen oder auch Vitamin B12-Spiegel jetzt als Beispiel. Oder wenn eine Frau sagt, meine Libido ist im Keller und man überlegt über eine Testosterontherapie nach, dann ist es zum Beispiel auch sinnvoll, dass man, bevor man mit einer solchen Therapie startet, mal die Testosteronwerte auch bestimmt. Also nicht, weil man dann anhand der Testosteronwerte sagen kann, jetzt ist mir alles klar, jetzt weiß ich, warum die Libido im Keller ist, sondern dass man Ausgangswert hat und dass man die Differenzialdiagnostik eben auch gemacht hat.
Und das ist häufig so ein bisschen, also die Diskussion über diese Laborwerte rühren im Grunde daher, weil in den ganzen Leitlinien steht ja immer drin, dass man keine Hormondiagnostik braucht, es sei denn, die Frau hat Verdacht auf Menopause vor 45. Aber da geht es immer nur um die Frage, habe ich die Wechseljahre oder ist das die Menopause? Und es geht nicht um Differenzialdiagnostik der Symptomatik.
Und das muss man im Grunde ja, das sind zwei verschiedene Themengebiete. Und Ihre andere Frage ging ja in die Richtung Speicheldiagnostik oder Blutdiagnostik. Und da ist die Blutdiagnostik nach wie vor der Goldstandard.
Und zumindest solange die Speicheltests, die man jetzt quasi über Internet einfach kaufen kann, nicht bessere Methoden haben. Also es ist nicht auszuschließen, dass Speicheltests mal irgendwann auch aussagekräftig sind, für die Sexualhormone muss ich einschränkend dazu sagen, aber im Moment sind sie es nicht. Das heißt, wenn ich jetzt also meinen Östrogen, meinen Progesteron oder meinen Testosteronwert bestimmen möchte, muss ich das weiterhin im Blut machen, auch wenn im Internet viele andere Meinungen kursieren.
[Elisabeth Seidel] (40:32 - 40:56)
Vielen Dank für die ausführliche Antwort dazu. Wir bewegen uns schon aufs Ende hinzu. Mich interessiert aber noch etwas.
Sie engagieren sich ja ganz, ganz sehr für das Thema Menopausen für die Frauen. Sie haben sogar einen Verein gegründet oder mitgegründet, der sich MenoQueens nennt. Was ist denn das Ziel und welche Arbeit betreiben Sie da?
[Prof. Dr. Petra Stute] (40:58 - 42:50)
Also der MenoQueens-Verein hat im Grunde erstmal das Ziel, Awareness zu schaffen für das Thema und auch regelmäßige, evidenzbasierte Informationen sowohl für ärztliche Kolleginnen und Kollegen zu liefern, aber eben auch für betroffene Frauen oder auch Laien. Und die Idee ist eigentlich gekommen, weil ich schon, also bestimmt jetzt vor fünf Jahren, hatte ich mal angefangen, regelmäßig Newsletter für ärztliche Kollegen zu schreiben, eigentlich, weil ich mich geärgert habe, dass das ganze Thema der gynäkologischen Endokrinologie in der Frauenheilkunde so eine untergeordnete Rolle spielt. Und weil ich mich so geärgert habe, habe ich dann einfach mal bei einer Veranstaltung gefragt, ob die Teilnehmenden nicht Lust hätten, mal regelmäßig Updates zu bekommen und dann haben sich alle angemeldet.
Und dann habe ich gedacht, oh, das scheint aber hier auf großes Interesse zu stoßen. Und dann wurden das immer mehr. Dann habe ich irgendwann angefangen, auch, sage ich mal, das Laien anzubieten.
Dann wurde es noch mehr. Und dann habe ich irgendwann das mit einem herkömmlichen Gmail-Account nicht mehr managen können. Und dann habe ich gedacht, jetzt muss es mal professionell werden.
Und das war eigentlich dann die Ursprungsidee von MenoQueens. Und jetzt schreibe ich ja, wie Sie wissen, regelmäßig die Newsletter jede Woche. Dann kommen die Webinare dazu und die Podcasts haben letztes Jahr begonnen.
Und dazu informiere ich natürlich immer über sämtliche Studien, die wir haben, falls eine Frau Lust hat, mitzumachen. Ich denke, es ist auch wichtig für Frauen, dass sie wissen, was es im Bereich der Wissenschaft für Frauen überhaupt auch an Mitzumachen gibt. Aber das Ganze ist natürlich noch, sage ich mal, sehr viel mehr ausbaubar.
Und soll es natürlich auch noch werden. Also es ist vielleicht auch noch, ja, mehrere Angebote dort geben wird. Aber das ist noch Zukunftsmusik.
[Elisabeth Seidel] (42:51 - 42:59)
Wenn Frauen interessiert sind oder auch Fachpersonen, wie finden Sie sie oder diese MenoQueens einfach eingehen?
[Prof. Dr. Petra Stute] (42:59 - 43:29)
Einfach drauf, einfach auf die Homepage gehen. Da gibt es einen Anmeldebutton und dann kann man sich da anmelden und registrieren. Kostet alles nichts und dann gibt es einfach regelmäßig die ganzen Informationen.
Das ist ja ein Verein seit letztem Jahr. Das heißt, es gibt auch eine Geschäftsstelle, die das Ganze organisiert. Das heißt, da gibt es auch immer Ansprechpartner, außer jetzt meiner Person, wo man sich bei Fragen melden kann und die auch helfen, wenn es um irgendwelche organisatorische Fragen geht.
[Elisabeth Seidel] (43:29 - 43:34)
Und wenn man an einer Studie teilnehmen möchte, dann findet man dann auch sicherlich die Voraussetzungen.
[Prof. Dr. Petra Stute] (43:34 - 43:44)
Ja, da sind die ganzen, genau. Da stehen immer die einen Ausschlusskriterien für die einzelnen Studien, plus auch, wo man sich melden kann, wenn man mehr Informationen haben möchte.
[Elisabeth Seidel] (43:45 - 43:57)
Frau Professor Stute, was wäre denn Ihr Wunsch für die Zukunft der Frauengesundheit? Welche Lücken sollten noch gedeckt werden? Was ist so Ihr Ausblick oder Ihr Wunsch?
[Prof. Dr. Petra Stute] (43:59 - 44:50)
Also sagen wir mal so, mittelfristig wäre mein Wunsch, dass eben das Thema Wechseljahre eben nicht so lückenhaft in der Versorgung ist, wie es derzeit ist. Und da gibt es sowohl im Kontext Awareness, aber auch eben Zugang für Frauen zur Behandlung natürlich wirklich noch einen großen Handlungsbedarf. Sowohl auf der fachärztlichen Ebene, aber natürlich auch auf der politischen Ebene, muss man sagen.
Und das wäre jetzt mein mittelfristiger Wunsch. Mein langfristiger Wunsch wäre, dass das alles nicht mehr nötig ist, weil es so normal ist, dass man da gar nicht mal groß drüber reden muss, sondern dass jede Frau eben Zugang hat zur Versorgung, selbstverständlich auch eine Therapie bekommt und dass es diese ganzen Lücken nicht mehr gibt.
[Elisabeth Seidel] (44:51 - 45:21)
Das waren schöne Worte zum Abschluss. Vielen, vielen Dank für Ihre Arbeit, für Ihre Forschung und an alle interessierten Frauen und Therapeutinnen. MenoQueens findet man online.
Vielen, vielen Dank. Vielen Dank für die Einblicke in die aktuelle Forschung. Es war sehr, sehr spannend.
Ich habe was gelernt dabei und ich hoffe, wir hören noch mehr von Ihnen. Dankeschön und vielen Dank für Ihr Interesse.