Informationen zur Podcastfolge Nr. 204 Hormonwissen für Frauen: Was in Umbruchsphasen wirklich passiert. Mit Dr. Katharina BurkhardtInformationen zur Podcastfolge Nr. 204 Hormonwissen für Frauen: Was in Umbruchsphasen wirklich passiert. Mit Dr. Katharina Burkhardt

Hormonwissen für Frauen mit Dr. Katharina Burkhardt

Hormone beeinflussen weit mehr als den Zyklus. Sie wirken auf Energie, Schlaf, Stimmung, Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden. In dieser HEALTHWISE-Folge spricht Host Elisabeth Seidel mit Dr. Katharina Burkhardt darüber, was in hormonellen Umbruchsphasen wirklich im Körper passiert, von der Pubertät über PMS und Perimenopause bis hin zur Zeit nach den Wechseljahren.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, warum das körperliche Wohlbefinden oft nicht isoliert betrachtet werden sollten und welche Rolle Hormone, Mikronährstoffe, Stress und Lebensstil für das hormonelle Gleichgewicht spielen.

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Warum Hormone ein Zusammenspiel vieler Systeme sind

Dr. Katharina Burkhardt erklärt, dass Hormone nicht isoliert wirken, sondern wie ein Orchester zusammenarbeiten. Dabei spielen nicht nur Östrogene und Testosteron eine Rolle, sondern auch Progesteron, DHEA, Schilddrüsenhormone sowie weitere hormonelle Botenstoffe. Besonders wichtig sei das Verständnis, dass:

  • Frauen und Männer grundsätzlich alle Steroidhormone bilden
  • die Hormone aus gemeinsamen Vorstufen entstehen
  • Veränderungen einzelner Hormone Wechselwirkungen mit zahlreichen physiologischen Prozessen im Körper haben können
  • hormonelle Veränderungen in verschiedenen Lebensphasen ganz natürlich auftreten

Für Dr. Burkhardt ist deshalb entscheidend, den gesamten hormonellen Zusammenhang zu betrachten und nicht nur einzelne Laborwerte.

Progesteron: Warum das „Chill-Out-Hormon“ so wichtig ist

Ein besonderer Schwerpunkt der Folge liegt auf Progesteron. Dr. Burkhardt beschreibt Progesteron als ein Hormon, das sowohl für Frauen als auch für Männer relevant ist. Es wird häufig vor allem mit Fruchtbarkeit und Schwangerschaft in Verbindung gebracht, übernimmt jedoch deutlich mehr Aufgaben. Sie erläutert, dass das körpereigene Progesteron unter anderem mit folgenden Bereichen in Verbindung steht:

  • Schlafqualität
  • innere Ruhe
  • Stressresilienz
  • Wohlbefinden
  • hormonelle Balance in der zweiten Zyklushälfte

Vor allem in den Tagen vor der Menstruation kann laut Dr. Burkhardt ein schwankender Progesteronspiegel eine Rolle für das emotionale und körperliche Gleichgewicht spielen.

Pubertät: Wenn die Hormonproduktion Fahrt aufnimmt

Die Pubertät beschreibt Dr. Burkhardt als eine Phase besonders starker hormoneller Veränderungen. Vor allem der Östrogenspiegel beginnt deutlich anzusteigen und der Körper muss große Mengen neuer Hormone produzieren. Für diese intensiven Wachstums- und Entwicklungsprozesse benötigt der Organismus zahlreiche Kofaktoren und Bausteine. Besonders häufig thematisiert sie dabei:

  • Eisen (trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei)
  • Vitamin D (hat eine Funktion bei der Zellteilung)
  • Selen (trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei)
  • Zink (trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei)

Dr. Burkhardt betont, dass Jugendliche häufig zusätzlich durch Schulstress, Leistungsdruck und einseitige Ernährungsgewohnheiten belastet sind. Deshalb empfiehlt sie, in dieser anspruchsvollen Lebensphase zunächst auf grundlegende Faktoren zu achten:

  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Bewegung
  • genügend Schlaf
  • regelmäßige Mahlzeiten
  • Überprüfung des Mikronährstoffstatus

Aus ihrer Sicht ist eine gezielte Nährstoffzufuhr eine wichtige Basis für das tägliche Wohlbefinden und einen normal funktionierenden Stoffwechsel.

Stress: Nicht nur das Außen belastet den Körper

Ein weiterer wichtiger Punkt der Folge ist das Thema Stress. Dabei unterscheidet Dr. Burkhardt zwischen äußerem Stress und Belastungen, die direkt im Körper entstehen können. Zu diesen inneren Stressoren zählt sie beispielsweise:

  • oxidativen Stress auf Zellebene
  • natürliche hormonelle Schwankungen
  • herausfordernde Phasen für das Immunsystem
  • individuelle Reaktionen auf bestimmte Ernährungsfaktoren
  • Belastungen durch Umweltfaktoren

Sie weist darauf hin, dass viele dieser inneren Abläufe zunächst unbemerkt bleiben können, den Organismus und seinen Nährstoffbedarf jedoch dauerhaft fordern.

Xenohormone: Wenn Umweltstoffe hormonähnlich wirken

Im Zusammenhang mit einem normal funktionierenden Hormonsystem spricht Dr. Burkhardt auch über sogenannte Xenohormone beziehungsweise endokrine Disruptoren. Dabei handelt es sich um Stoffe aus der Umwelt, die hormonähnliche Eigenschaften besitzen können. Als Beispiele nennt sie unter anderem:

  • bestimmte Weichmacher
  • Bestandteile von Lacken
  • Inhaltsstoffe verschiedener Industrieprodukte

Dr. Burkhardt empfiehlt einen pragmatischen Umgang: Dort, wo eine bewusste Wahl möglich ist, könne es sinnvoll sein, im Alltag auf Gebrauchsgegenstände mit möglichst wenigen hormonähnlichen Stoffen zu achten.

Die Perimenopause: Eine oft unterschätzte Umbruchphase

Eine weitere zentrale Umbruchsphase im weiblichen Hormonzyklus ist die Perimenopause. Dr. Burkhardt beschreibt diese Phase als eine Zeit starker hormoneller Schwankungen, die häufig viele Jahre vor der eigentlichen Menopause beginnt. Typisch sei dabei vor allem:

  • ein deutlicher Rückgang des Progesterons
  • stark schwankende Östrogenspiegel
  • wechselnde körperliche und emotionale Befindlichkeiten

Mögliche begleitende Veränderungen können sein:

  • eine veränderte Schlafqualität
  • ein verändertes Wärmeempfinden
  • wechselnde Stimmungen
  • anspruchsvollere Haut & sensiblere Schleimhäute
  • veränderte Haarstruktur

Gleichzeitig betrachtet Dr. Burkhardt diese Lebensphase nicht ausschließlich als Herausforderung. Sie beschreibt die Perimenopause auch als eine Zeit der Neuorientierung, in der viele Frauen ihre Prioritäten, Werte und Lebensziele neu bewerten.

Checkliste: hormonelle Balance im Alltag unterstützen

  • Mikronährstoffstatus in fordernden Lebensphasen überprüfen lassen
  • Auf ausreichend Schlaf achten
  • Regelmäßige Bewegung integrieren
  • Stressquellen bewusst wahrnehmen
  • Ernährung als wichtige Grundlage betrachten
  • Auf die eigenen Bedürfnisse hören
  • Umbruchsphasen als natürlichen Teil des Lebens verstehen
  • Bei anhaltendem Unwohlsein fachliche Unterstützung suchen

TAKE AWAYS

  • Hormone beeinflussen zahlreiche körperliche und psychische Prozesse.
  • Die Pubertät ist eine Phase hoher hormoneller Aktivität und eines erhöhten Bedarfs an Kofaktoren
  • Xenohormone und andere Umweltfaktoren werden zunehmend als Einflussgrößen auf das Hormonsystem diskutiert.
  • Die Perimenopause ist von starken hormonellen Schwankungen geprägt und stellt viele Frauen vor neue Herausforderungen.
  • Mikronährstoffe, Bewegung, Schlaf und Selbstfürsorge sind wichtige Bausteine eines ganzheitlichen Ansatzes.
  • Ein bewusster Lebensstil zur Erhaltung des körperlichen Wohlbefindens beginnt nicht erst, wenn die Balance verloren geht, sondern begleitet idealerweise alle Lebensphasen.

Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural

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Dr. Katharina Maria Burkhardt ist Hormonwissenschaftlerin und Expertin für integrative Hormonmedizin mit Fokus auf bioidente Hormone. Sie beschäftigt sich damit, wie hormonelle Ungleichgewichte Körper und Psyche beeinflussen, und entwickelt Therapiekonzepte, die auf präziser Diagnostik und individuell angepasster Behandlung basieren.

Ihr Ansatz sieht Hormone als zentrale Steuergrößen des gesamten Organismus – sie beeinflussen Schlaf, Energie, Stoffwechsel und Stimmung. Statt auf pauschale Lösungen zu setzen, kombiniert Dr. Burkhardt Laboranalysen mit gezielter Hormontherapie, Mikronährstoffunterstützung und Lebensstilmaßnahmen. Ziel ihrer Arbeit ist es, hormonelle Balance als Grundlage für ganzheitliche Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden zu fördern.

Außerdem hat Katharina Burkhardt mehrer Bücher über das Thema Hormone geschrieben, die hilfreiche Werkzeuge, um die Gesundheit aktiv zu gestalten enthalten und zudem dabei helfen, ein tieferes Verständnis für den Körper zu entwickeln.

Mehr zu Dr. Katharina Burkhardt: https://katharina-maria-burkhardt.at/ 

Zu ihren Büchern: https://katharina-maria-burkhardt.at/buecher/ 

 

204 Hormonwissen für Frauen: Was in Umbruchsphasen wirklich passiert. Mit Dr. Katharina Burkhardt

[Dr. Katharina Burkhardt] (0:00 - 0:14)
Es pendelt sich alles neu ein. Es ist eigentlich wie eine neue Geburt. Und man hinterfragt natürlich auch alles Mögliche.

Ist das, was ich da mache, noch das, was ich will? Macht das Sinn?

[Elisabeth Seidel] (0:15 - 0:22)
Das finde ich ganz spannend, weil es eben auch auf einer ganz anderen Ebene noch mal so eine Umbruchphase ist. Und viele orientieren sich ja noch mal um.

[Dr. Katharina Burkhardt] (0:23 - 0:36)
So ist es. Also diese klassische Midlife-Crisis, wie das bezeichnet wird. Ich mag den Begriff nicht so gern.

Für mich ist es eine Riesenchance, noch mal zu hinterfragen und zu überprüfen, wer bin ich?

[Elisabeth Seidel] (0:37 - 3:02)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Elisabeth Seidel und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.

Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge HEALTHWISE. Heute sprechen wir über ein Thema, das uns eigentlich ein Leben lang begleitet und dennoch oft erst dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

Unsere Hormone. Denn hormonelle Umbruchphasen betreffen nicht nur Frauen und nicht nur die Menopause. Auch Pubertät, chronischer Stress, Schlafmangel oder das Älterwerden verändern unser hormonelles System massiv.

Und damit auch Energie, Stimmung, Konzentration, Stoffwechsel und unser allgemeines Wohlbefinden. Besonders spannend ist dabei, viele Symptome, die wir als normal abtun, also Erschöpfung, Brain Fog, Stimmungsschwankungen oder das Gefühl, nicht mehr ganz man selbst zu sein, haben oft eine viel tiefere hormonelle und neurobiologische Komponente. Und genau darüber sprechen wir heute mit einem bekannten Gast hier bei HEALTHWISE, Dr. Katharina Burkhardt. Katharina beschäftigt sich seit vielen, vielen Jahren intensiv mit hormoneller Gesundheit, Mikronährstoffen, Stressphysiologie und der Frage, wie moderne Lebensgewohnheiten unser hormonelles Gleichgewicht beeinflussen. Dabei verbindet sie wissenschaftliche Zusammenhänge mit einer sehr praxisnahen Ausrichtung. In dieser Folge wollen wir verstehen, was in diesen hormonellen Umbruchsphasen wirklich im Körper passiert.

Von der Pubertät über PMS oder die Perimenopause bis hin zum gesunden Alter. Und worauf wir in den verschiedenen Lebensphasen besonders achten sollten. Herzlich willkommen Katharina, ich freue mich ganz sehr, schon zum zweiten Mal hier bei uns im Podcast.

Das letzte Mal mit Nils, heute mit mir. Ja, ich bin gespannt, wie heute unser Gespräch verläuft und über was wir alles sprechen werden. Aber erstmal interessiert mich natürlich, du hast ja das Buch Glück ist eine Hormonsache geschrieben.

Wie kam das denn, dass du dich so intensiv mit Hormonen beschäftigt hast? Du hast ja eine eigene Leidensgeschichte, wie ich gelesen habe. Erzähl uns doch mal darüber, wie dein Werdegang war oder dein Kontakt mit den Hormonen.

[Dr. Katharina Burkhardt] (3:02 - 4:50)
Ja, also in die Hormone eingetaucht oder dieser Deep Dive entstand tatsächlich durch meine eigene persönliche Geschichte. Weil davor wusste ich nicht so sehr viel drüber, obwohl ich eigentlich gut ausgebildet wurde. Aber ich war ziemlich verzweifelt und auch mein Umfeld war ziemlich verzweifelt.

Das heißt, wir wussten nicht so recht, was los ist mit mir. Also man hat mir alles Mögliche angedichtet. Es könnte eine Postpartum-Depression sein und es klingt alles sehr psychisch und so weiter und so fort.

Tatsächlich war es die Schilddrüse, etwas relativ Simples und Einfaches. Mein TSH-Wert war bei 120 und du weißt das, der sollte so zwischen 1 und maximal 2 sein und nicht darüber. Und ich hatte wirklich massive Symptome und habe großes, großes Leid erlebt.

Und tatsächlich, wer mich gerettet hat, war mein HNO-Arzt damals, der mich ins Labor quasi geschleift hat. Und dort hat man dann eben festgestellt, was ich alles nicht nur an der Schilddrüse hatte, sondern sonst ganz, ganz viele Mängel an wichtigsten Kofaktoren. Und das war eigentlich so, wie soll ich sagen, die Initiation.

Es klingt jetzt vielleicht zu spirituell, aber so mein Einstieg in die Welt der Hormone, mich dann auch biochemisch und medizinisch mehr damit zu befassen, weil vorher lief das halt alles so mit und man hat ein bisschen gehört und das ist jetzt nicht so. Und nachdem das vor 21 Jahren war, das ist doch schon eine Zeit her, es hat sich viel geändert. Gott sei Dank.

Wir stehen jetzt ganz woanders als ich damals, aber damals war ich sehr, sehr allein. Und ich habe mir gedacht, ich möchte nicht, dass es irgendjemandem auf dieser Welt so geht wie mir damals, weil es war echt schrecklich.

[Elisabeth Seidel] (4:52 - 4:54)
TSH von 200 habe ich persönlich noch nie gesehen.

[Dr. Katharina Burkhardt] (4:54 - 4:55)
120.

[Elisabeth Seidel] (4:55 - 5:01)
120. Trotzdem, ist egal. Da frage ich mich, wie man überhaupt existieren kann.

[Dr. Katharina Burkhardt] (5:02 - 6:14)
Schwer. Also ich fühlte mich wie wachkomatös. Also ich war es nicht, aber Klo gehen war eine Sache von einer halben Stunde.

Also ich war wie eine Schildkröte. Langsam, langsam, ich habe sehr viel zugenommen. Ich konnte aber dann nachts nicht schlafen, hatte Panikattacken.

Mir sind die Haare ausgegangen, die Haut hat sich abgeschubbt in großen, also wie so eine Wüste sah ich aus. Und eigentlich sind das alles klassische Schilddrüsenunterfunktionssymptome, wo eigentlich irgendwer hätte schalten sollen, Gott sei Dank. Hat ja eh wer geschaltet, aber es war schon heftig.

Aber ich glaube, deswegen ist es so eine Passion und so eine Leidenschaft und deswegen bin ich manchmal auch ein bisschen emotional, was mir gelegentlich vorgeworfen wird. Ich wäre zu emotional, sage ich, es ist ein emotionales Thema. Und da stehe ich ja nicht alleine.

Es gibt so, so viele, hunderttausende Frauen, die unnötig leiden, weil immer noch nicht erkannt wird, was ihnen fehlt. Und zwar welches Hormon im Mangel ist sozusagen oder welcher Mikronährstoff oder welcher Kofaktor fehlt. Da gibt es noch viel zu tun.

[Elisabeth Seidel] (6:16 - 6:40)
Spannend, wie du das gesagt hast gerade, dass du zu emotional von manchen wahrgenommen wirst. Das geht ja vielen Frauen so. Die Frage ist, ist man wirklich zu emotional oder wurde man einfach lange nicht erhört?

Deswegen, ich mag es immer noch nicht, wenn jemand sagt, man ist zu emotional. Es wurden Frauen lange Zeit gesagt und gesagt, ach was mit den Hormonen.

[Dr. Katharina Burkhardt] (6:40 - 7:45)
Oder wir sind hysterisch. Das ist ja noch das obendrauf on top. Ich glaube, es ist ein anderer Zugang.

Durch persönliche Betroffenheit ist man an sich, glaube ich, passionierter, leidenschaftlicher, emotionaler, weil es einen auch berührt. Aber das schafft auch Verbindung mit anderen Betroffenen. Also das ist das, was ich immer merke.

Die Frauen fühlen sich abgeholt und verstanden. Es geht da auch nicht darum, über zu dramatisieren. Das ist ja nicht der Punkt, aber manche stören sich.

Weil die wollen die trockene wissenschaftliche Sichtweise. Das ist auch okay, die kann man auch liefern. Aber durch dieses persönliche Leid, glaube ich, ist es schon wichtig, auch mal auf den Tisch zu hauen und zu sagen, hey Leute, so und so geht es dieser Person.

Da geht es jetzt nicht um, so dieser Laborwert ist jetzt so und so und so und so, sondern einfach zu sagen, hey. Und ich glaube, das ist mit auch einer meiner Aufgaben. Also nicht nur aufzuklären, sondern schon auch die Dinge anzusprechen, wie sie sind.

Das hilft ja nichts.

[Elisabeth Seidel] (7:47 - 9:05)
Und ich glaube, das machst du ganz toll. Und viele Frauen fühlen sich abgeholt. Vielen Frauen wird geholfen durch die Produkte, die du auch mitentwickelt hast.

Also Leidenschaft ist was, was ansteckend ist. Gut, wenn wir jetzt auf die Hormone zu sprechen kommen. Für die meisten ist es ja irgendwie, okay, der Mann hat Testosteron und die Frau hat Östrogen.

So ist es ja nicht ganz. Es ist ja letztendlich ein ganzes Orchester, was jetzt nicht nur die Sexualhormone umfasst, sondern alles spielt irgendwie miteinander zusammen. Und dann ergibt es ein ganz, ganz tolles Lied, was eben dieses Orchester spielt.

Aber wenn eins aus der Reihe tanzt, läuft es halt nicht mehr so gut oder die Sinfonie klingt nicht mehr so. Welche Hormone sind denn besonders wichtig? Also es klingt jetzt so ein bisschen platt, alle Hormone sind wichtig.

Aber es ist ja nicht nur so, okay, der Mann hat Testosteron und die Frau hat Östrogen. Wir alle haben von allem und alle spielen eine wichtige Rolle. Aber wenn wir jetzt mal so eine Hierarchie aufstellen müssten, oder nicht unbedingt eine Hierarchie, sondern eine Klassifizierung, welche Art von Hormonen gibt es denn?

Es gibt ja nicht nur Sexualhormone, du hast gerade schon Schilddrüse angesprochen. Vielleicht können wir so mal vorgehen.

[Dr. Katharina Burkhardt] (9:06 - 11:20)
Also ich spreche jetzt mal von den Steroidhormonen, die aus dem Cholesterol, aus dem Grundbaustein, landläufig auch Cholesterin genannt, gebildet werden. Und da gibt es eigentlich gleich das erste wichtigste übergeordnete Hormon, das ist das Pregnenolon. Das wurde übrigens in früheren Zeiten als Antirheumatika quasi eingesetzt, bevor das Cortison dann auf den Markt kam.

Das ist hochinteressant. Pregnenolon wirkt auch entzündungshemmend, das wissen wir. Und es ist das Hormon fürs Gehirn.

Und außerdem ist es die Großmutter, aus dem dann alle anderen Steroidhormone gebildet werden. Und das zweigt dann sozusagen ab. Einmal geht es ins Progesteron, das nennen wir die Mutter.

Und auf der anderen Seite geht es ins DHEA, das nennen wir den Vater, aus dem dann Testosteron gebildet wird. Und aus den Androgenen werden dann die Estrogene. Die kommen eigentlich erst ganz zum Schluss, wenn wir das jetzt so als Hierarchie quasi ansehen.

Und aus dem Progesteron werden dann noch die Mineral- und die Glucocorticoide gebildet. Da geht es dann um Stress und Immunabwehr. Und das sind eigentlich, finde ich, und die Schilddrüsenhormone noch dazu.

Die wichtigsten Hormone, über die wir sprechen, wenn wir auch von Humanidenta bzw. Bioidenta-Hormontherapie sprechen, müssen wir die unter die Lupe nehmen. Das ist ganz, ganz wichtig.

Und wie du schon so schön gesagt hast, alle Hormone betreffen alle Geschlechter und alle Menschen, sind für alle wichtig, nur natürlich in unterschiedlichen Mengen. Ein Mann produziert selbstverständlich viel, viel mehr Testosteron als eine Frau. Und eine Frau produziert in ihren fruchtbaren Zeiten viel mehr Estrogene und vor allem Estradiol, weil das ist weiblich geschlechtsprägend und das Testosteron ist männlich geschlechtsprägend.

Aber Progesteron zum Beispiel, das Gelbkörperhormon, ist für beide Geschlechter oder für alle Menschen gleich wichtig. Und das wird oft verkannt, weil wir kennen das nur, ach ja, aus dem Gelbkörper wird dann Progesteron gebildet, das ist wichtig für den Eisprung und fertig und der Mann ist dann außen vor. Aber der braucht das auch, um sich wohlzufühlen.

[Elisabeth Seidel] (11:21 - 11:32)
Progesteron ist ja ein ganz, ganz wichtiges Hormon, auch für unser Nervenkostüm. Magst du dazu kurz was sagen, warum es für Frauen und Männer gleichwertig wichtig ist?

[Dr. Katharina Burkhardt] (11:33 - 13:13)
Ja, also wir nennen das Progesteron das Chill-Out-Hormon. Und wir wissen in der Therapie, wenn wir Progesteron oral zuführen, dass das einen besonderen Verstoffwechselungsweg nimmt. Es geht über den First-Pass-Effekt der Leber und wird in Allopregnanolon umgewandelt.

Und das bindet dann im Gehirn an GABA-A-Rezeptoren und wirkt schlaffördernd, sedierend, beruhigend. Deshalb setzt man es auch bei Männern in der Therapie für besseren Schlaf ein oder um Schlafstörungen zu beheben. Es wirkt besonders bei Einschlafstörungen, wenn wir es abends oral zuführen.

Und Progesteron an sich ist ein absolutes, also wichtiges Wohlfühlhormon, wo ich sage, komme was da wolle. Progesteron gibt mir ein bisschen ähnlich, auch wie Testosteron, ein gutes Standing. Aber im Gegensatz zu Testosteron macht Progesteron einfach gechillt.

Es macht dich resilient, es macht dich stressresilient. Das heißt, es kann nicht einfach nichts mehr umhauen. Und jetzt wissen wir, wie es Frauen mit schwerem PMS in der zweiten Zyklushälfte geht.

Die haben zu wenig Progesteron, in den meisten Fällen auch schon jüngere Frauen. Das sieht man auch, wenn man dann nachschaut und misst. Vor allem die, die dann möglicherweise auch keinen Eisprung haben, wo das Progesteron dann gar nicht steigt.

Und dieser Mangel an Progesteron macht klassische PMS-Symptome nicht nur zwei Tage vor der Menstruationsblutung, sondern auch im schlimmsten Fall über längere Zeiträume.

[Elisabeth Seidel] (13:13 - 13:23)
Teilweise ja ab oder nach der Ovulation, dass es schon losgeht. Ist das auch der Fall bei PMDS oder kann man es nicht isoliert da draufheben?

[Dr. Katharina Burkhardt] (13:23 - 13:47)
Also PMDS ist ein völlig anderes Thema. Da geht es, glaube ich, viel, viel mehr um Nervenbotenstoffe und so weiter. Und Progesteron ist da eher teilweise auch wirklich kontraindiziert.

Da muss man aufpassen, da kann man wirklich paradoxe Reaktionen auch erzeugen. Aber das wird jetzt, glaube ich, hier heute zu weit führen. Können wir mal einen eigenen Podcast machen.

[Elisabeth Seidel] (13:48 - 14:18)
Nur über Progesteron und PMDS. Okay. Was mich interessiert, also wir wollten ja heute, möchten gerne über hormonelle Umbruchsphasen sprechen.

Jetzt sind wir ein bisschen rübergeschwankt aufs Progesteron, ist natürlich total wichtig. Östrogen aber auch. Wenn wir jetzt sagen, in der Pubertät passiert folgendes, Frauen kommen irgendwie ins gebärfähige Alter, der Zyklus beginnt.

Was passiert eigentlich in dieser hormonellen Umbruchsphase?

[Dr. Katharina Burkhardt] (14:19 - 14:56)
Also die Hormone nehmen mal so richtig Fahrt auf. Und das finde ich jetzt eigentlich, ich muss da jetzt gleich abschweifen, weil wenn so Frauen wie in meinem Alter, also ich bin 49, ich habe meine Kinder, meine drei Töchter relativ früh bekommen, aber es gibt andere Frauen, die haben sozusagen in dem Alter, in dem ich jetzt bin, pubertierende Kinder und schon Mütter, die schon in dem Bereich Longevity, also oder Senium reichen, schon Post-Postmenopausal sind. Und man befindet sich hier wirklich auf einer Achse, puh, das kann schon ganz schön herausfordernd sein.

[Elisabeth Seidel] (14:56 - 14:57)
Explosiv.

[Dr. Katharina Burkhardt] (14:57 - 16:19)
Explosiv, genau. Das heißt, in der Pubertät haben wir sehr stark schwankende Hormone, aber die Estrogene, besonders das Estradiol, nimmt richtig Fahrt auf, weil es ja auch weiblich geschlechtsprägend ist. In der Perimenopause, um das gleich auch anzusprechen, haben wir sehr stark schwankende Estrogenspiegel.

Und wenn sich Mütter und Töchter dann gleich hier treffen an den Tagen, so wie du sagst, ist es hochexplosiv. Und ich finde eigentlich diese schwankenden Phasen unheimlich herausfordernd, weil wenn ich weiß, etwas befindet sich im Sinkflug oder so, ist es okay, aber gerade die Teenager in der Pubertät leiden manchmal einfach wirklich sehr aufgrund dieser starken Schwankungen. Weil das steigt ja nicht kontinuierlich an.

Und jetzt geht es eigentlich darum, dass man das gut unterstützt durch entsprechende Mikronährstoffe oder Pflanzenstoffe. Vor allem für diese Hormonproduktion, die hier Fahrt aufnimmt, brauchen die ja unheimlich viele Co-Faktoren. Und wenn ihnen die fehlen, entwickelt sie im Hintergrund dementsprechende Mängel, die ja oft gar nicht festgestellt werden, wenn kein Mikronährstoffstatus jetzt gemacht wird.

[Elisabeth Seidel] (16:19 - 16:25)
Wie oft wird das von Jugendlichen gemacht? Also man ist sich gar nicht so klar, wie die Versorgungslage ist in dem Alter.

[Dr. Katharina Burkhardt] (16:25 - 17:04)
So ist es. Aber da gibt es schon einige ganz gute Daten. Also wir wissen, mit Eisen, mit D3, mit Selen usw.

sieht es teilweise echt nicht gut aus. Also das sind die Jugendlichen vor allem dann auch noch durch den Schul- und Lernstress, jetzt mal Pubertät abgesehen, einfach schon ziemlich betroffen. Und die hormonelle Lage wird dadurch natürlich auch nicht besser.

Wenn die Co-Faktoren für die Enzyme, für die Hormonproduktion fehlen. Deswegen plädiere ich dafür, dass hier viel mehr noch gescreent wird und da noch mehr drauf geachtet wird. Das wäre echte Prävention, da auch schon hinzuschauen.

[Elisabeth Seidel] (17:05 - 17:22)
Wie ist das, wenn du Patientinnen hattest in dem Alter, konnte man dann auch schon in der Pubertät, oder Frauen, die gerade angefangen haben zu menstruieren, konntest du da schon sehen, okay, hier ist ein Progesteronmangel da und was hat das zurückgeführt auf die Mikronährstoffmenge oder auf den Lifestyle?

[Dr. Katharina Burkhardt] (17:23 - 19:05)
Also bei Jugendlichen haben wir jetzt eher selten Hormonwerte erhoben, das muss man jetzt fairerweise sagen, weil es gibt auch gar keine Referenzbereiche, gerade für den Speichel. Und Jugendliche, wo die Drüsenfunktion jetzt intakt ist und alles ganz normal läuft, sieht das im Blut auch sehr normal aus. Was man aber detektieren konnte, sind schon die Abweichungen beim Schilddrüsenstatus, erhöhter TSH-Spiegel, niedriger FT4, FT3-Spiegel und dann eben, dass die entsprechenden Kofaktoren im Mangel sind.

Wir wissen, Deutschland, Österreich ist Selenmangelgebiet. Da brauchen wir uns dann nicht wundern, dass die Schilddrüse ins Stocken kommt. Auch bei den jungen Burschen, sagt man in Österreich, haben wir Eisenmängel beobachtet.

Gerade bei den Kindern natürlich auch mit Auffälligkeiten, mit möglicherweise ADHS-Symptomatik und so weiter. Aber Selen, D3, Zink, das sind so Eisenmängel, die ganz, ganz, ganz häufig aufgetrennt sind. Jetzt kann man natürlich sagen, gut, es kommen ja nur die in die Ordination, denen es nicht gut geht, ist eh klar.

Aber wenn man da noch ein bisschen mehr screenen würde, glaube ich, würde man sein blaues Wunder erleben und würde relativ schnell dann auch ins Handeln kommen. Aber wenn eine Klinik und Symptome da sind, würde ich dazu raten, auf jeden Fall einen Mikronährstoff-Status zu machen. Bei Jugendlichen jetzt gar noch nicht Hormone anschauen, sondern erst mal Mikronährstoffe, dann natürlich Ernährung, Lifestyle anpassen, eh ganz klar.

Aber Mikronährstoffe sind die Basis für alles.

[Elisabeth Seidel] (19:05 - 19:21)
Wie ist der Fall, wenn sie gleich beginnt mit Menstruation oder nach den ersten Zyklen dann schon merken, okay, sie haben Zyklus-Schmerz, also sie haben Periodenschmerzen oder sie haben da schon PMS. Würdest du dann auch erst mal mit Mikronährstoffen anfangen?

[Dr. Katharina Burkhardt] (19:21 - 19:25)
Ich würde mal wirklich Lifestyle, ja, und schauen.

[Elisabeth Seidel] (19:25 - 19:26)
Spannendes Thema, Lifestyle.

[Dr. Katharina Burkhardt] (19:26 - 19:38)
Wie viel Schokolade wird hier wann gegessen? Trinken die genügend Wasser, zum Beispiel, ja? Weil wenn da nur Cola Light getrunken wird den ganzen Tag oder was auch immer, wird es natürlich schwierig.

[Elisabeth Seidel] (19:39 - 19:43)
Energydrinks beobachte ich jetzt, die jungen Leute trinken Energydrinks.

[Dr. Katharina Burkhardt] (19:43 - 20:07)
Okay, also du weißt, was ich meine. Also erst mal Lifestyle. Wird hier vielleicht auch übertrieben im Leistungssportbereich.

Weißt du, einfach das mal wirklich alles abzuchecken, zu schauen, ist die Ernährung ausgewogen, wobei das natürlich, wir wissen, heutzutage auch nicht mehr ausreichend ist. Und dann zu sagen, gut, die Jugendlichen, da geht es vor allem ums Progesteron.

[Elisabeth Seidel] (20:07 - 20:07)
Ja.

[Dr. Katharina Burkhardt] (20:07 - 21:32)
Ja, wenn wir auch vom PMS sprechen und die jungen, erwachsenen Frauen. Und da sind wir bei den Kofaktoren B6, Magnesium, D3 und Zink. Das ist ja auch das, was wir zuführen, wenn wir sagen, gut, hier sind schwere oder starke PMS-Symptome vorhanden.

Und dann würde ich sagen, lass uns doch das erst mal zuführen, den Lifestyle ein bisschen adaptieren. Man muss ja jetzt nicht hier perfekt sein oder werden, das ist ja gar nicht notwendig. Und dann schauen, was bleibt übrig.

Und es hat sich schon bewährt, sich zu überlegen, gut, lass uns doch mal aufgrund einer Skala, was weiß ich, man pickt die fünf Hauptsymptome raus, macht vorherfüllten Fragebogen aus, ja, entweder symptombezogen oder auf einer Wahrskala von 0 oder 1 bis 10 und macht dann nach 6- bis 8-wöchiger Mikronährstoffeinnahme und Lifestyle-Veränderung nochmal den Fragebogen und schaut, was hat sich verbessert. Und es ist wirklich wichtig, da genauer hinzuschauen, als jetzt zu sagen, ja, heute geht es mir jetzt nicht so gut und das ist zu wenig.

Weil dann kann ich nicht beurteilen, hat das jetzt wirklich geholfen oder nicht. Und wenn die Symptome sich nicht bessern oder so schwerwiegend sind, dann muss man sowieso einen Schritt weitergehen, aber da muss ich mich dann in fachärztliche Behandlung begeben und wirklich genauer nachschauen, auf jeden Fall.

[Elisabeth Seidel] (21:32 - 22:10)
Wenn wir jetzt bei Lifestyle sind, das spielt ja eine Rolle jetzt nicht nur für Pubertierende, auch für Frauen mit einem normalen Zyklus oder mit Zyklusstörung, hormonellen Ungleichgewichten. Was hältst du von diesen Sachen, die jetzt überall auch im Internet verbreitet werden? Heißt, du darfst keine Spitzen haben in deinem Blutzucker, der muss immer konstant sein.

Oder du solltest, wenn möglich, Blaulicht minimieren. Du solltest sehr viel Erdung bekommen. Was sagst du dazu?

Schlaf priorisieren? Ich glaube, das ist keine Frage. Man sollte den Schlaf priorisieren. Schlaf Mangel tut niemanden gut.

[Dr. Katharina Burkhardt] (22:10 - 23:06)
So ist es. Also ich glaube, dass wir, also im Grunde genommen, wissen wir das eigentlich eh alles.

Es wird halt jetzt benannt und rückt mehr in den Fokus. Ich glaube, dass es uns ab dem Zeitpunkt nicht mehr guttut, wo uns diese Hacks, ich nenne es jetzt so, mehr stressen, als sie uns guttun. Das ist auch das, was ich immer sage, wenn du den ganzen Tag durch den Tag hetzt, um all deine guten Vorsätze und all das, was du tun solltest, versuchst zu erfüllen, und am Abend ins Bett fällst vor lauter abgearbeiteter Jetzt habe ich alles geschafft und den Monsterstress hast.

Ich glaube, ich kann das kippen. Ich würde eher dazu plädieren, dass wir zurückkommen zu einer gesunden Bedürfniskultur und uns wieder fragen, was brauche ich und was tut mir gut.

[Elisabeth Seidel] (23:06 - 24:02)
Das finde ich ganz, ganz wertvoll, was du sagst, weil man es heute oft hat, ich muss morgens Licht bekommen, ich darf keinen Kaffee trinken, ich muss proteinreich essen, ich muss einen Haufen Proteine essen überall, dann muss ich zum Training, dann muss ich aber irgendwie abends noch Rotlicht machen und journalen und so weiter. Das sitzt ja unglaublich unter Druck. Und ich frage mich dann, wie viel, auch in den ganzen Tracking-Daten, wie viel fortschritt steckt in dem, also wie viel menschlicher Fortschritt steckt eigentlich in dem technologischen Fortschritt oder stresst es mich nicht, wenn ich dann immer lese, heute hast du aber nicht gut geschlafen oder du hast nicht ausreichend Schritte gemacht heute.

Das ist eine interessante Frage und das finde ich wertvoll, dass du das ansprichst, weil ich glaube, für viele ist das ein massiver Stress eigentlich und man unterschätzt, wie dieser Stress eigentlich krank macht, der dann so unten drunter liegt.

[Dr. Katharina Burkhardt] (24:02 - 25:18)
Also wenn dir das Spaß macht und du das Gefühl hast, das tut dir gut, dann sage ich, go for it. Aber ich würde es spannend finden, mal Cortisol im Speichel zu messen bei so einem Biohacker über einen Monat. Und nochmal, wenn, das sind ja alles gute Dinge, also bitte jetzt nicht falsch verstehen, und wenn du damit gut klarkommst und das Gefühl hast, boah, ich bin ausgeglichen, es geht mir besser, der Schlaf verbessert sich, ja, ich nehme ab, whatever, dann bitte machen.

Aber nicht, wenn man das Gefühl hat, man hetzt all diesen guten Dingen, die man tun sollte hinterher und fühlt sich schlecht, weil man es nicht schafft oder kriegt Angst, weil man nicht gut schläft und so weiter. Übrigens habe ich gehört, dass viele wieder wegkommen von diesem ständigen Tracking, die das jetzt schon, die ganz früh dabei waren und das schon lange machen, dass das wieder ein bisschen zurückgeht und eher wieder hin auf dieses Selber-Sich-Spüren. Weil ich brauche jetzt tatsächlich ja, kein digitales Messinstrument, außer natürlich jetzt wirklich wichtige Werte um Gottes Willen, aber das mir jetzt sagt, ob ich jetzt mich bewegen soll oder nicht.

 

[Elisabeth Seidel] (25:19 - 25:20)
Oder ob ich gut geschlafen hab.

[Dr. Katharina Burkhardt] (25:21 - 26:06)
Ja, aber da gibt es wirklich einen spannenden Fact, ich habe mal eine HRV, so eine 24-Stunden-HRV-Messung gemacht und ich hatte den Eindruck, ich habe brutal schlecht geschlafen diese Nacht und ich habe nichts gesagt vor der Auswertung. Perfekter Schlaf, wunderbare Tiefschlafphasen, das war für mich schon ein Aha-Erlebnis, weil ich meinen Schlaf schlechter bewertet hatte, als er ist und das hat mir unheimlich geholfen, den Stress rauszunehmen.

Das war jetzt, weißt du, genau das Umgekehrte, was mir gut getan hat. Oh mein Gott, das ist nicht so schlimm. Ja, und alles mit Maß und Ziel, das ist meine Meinung.

Aber wenn wer Spaß damit hat und es jemandem gut damit geht, why not? Auf jeden Fall.

[Elisabeth Seidel] (26:07 - 26:13)
Würdest du sagen, dass Stress ein massiver Trigger ist für hormonelle Imbalancen?

[Dr. Katharina Burkhardt] (26:13 - 28:02)
Definitiv. Die Frage ist ja auch, wie wir Stress definieren. Stress kann ja von außerhalb kommen.

Landläufig sprechen wir ja immer von dem Stress, na ich hab so einen Stress, ich hab so einen Stress. Aber der meiste Stress passiert tatsächlich im Körper selbst. Das sind stille Entzündungen, das sind Autoimmunerkrankungen, das sind Hormondysbalancen, das sind Intoleranzen, das kann alles mögliche sein.

Ich spreche, wenn ich von Stress spreche, eher von diesem Stress. Oder auch Xenohormone sind Stress. Und ich glaube, es ist weniger der Stress, mit dem wir konfrontiert sind, sondern eher der Stress, den der Körper selber hat, den wir oft gar nicht sehen oder wahrnehmen.

Und dieses im Außen gestresst sein, ist nochmal was anderes. Ich glaube, dass wir wirklich schwerwiegendere Probleme haben, als dieses, ich hab so einen Stress, ich muss hier und dort und dahin. Wichtig ist auch, dazu gibt es auch einige Studien, wie wir den Stress, den Alltagsstress bewerten.

Da gibt es eine Aussage von einer Wissenschaftlerin, die sagt, der, der es glaubt, den macht der Stress wirklich krank. Das heißt, wichtig ist, wie bewerten wir diesen Alltagsstress? Und noch wichtiger finde ich, hinzuschauen, mit was bin ich alles konfrontiert?

Weil natürlich macht das was, wenn ich in einer Lackiererei arbeite und dort mit giftigen Farben zu tun habe. Oder ob ich jetzt Förster bin, oder weißt du, was ich meine? Das ist ein Riesenunterschied.

Oder Thema Xenohormone, was klatsche ich mir alles ins Gesicht? Mit welchen Stoffen bin ich tagtäglich konfrontiert?

[Elisabeth Seidel] (28:02 - 28:06)
Magst du kurz sagen, was Xenohormone sind?

Für die, die es noch nicht gehört haben.

[Dr. Katharina Burkhardt] (28:06 - 29:46)
Also, Xenohormone sind quasi hormonähnliche Wirkstoffe, die großteils durch die Industrie in die Umwelt gelangen. Das können zum Beispiel Weichmacher sein, das können Stoffe aus Farben, Lacken sein, die ahmen Hormonen nach und können auch teilweise an die Rezeptoren andocken und diese blockieren und hormonähnliche Wirkung im Körper auslösen.

Man nennt sie auch endokrine Disruptoren und das eine ist das, was sie uns Menschen antun, aber das andere ist halt auch die Wirkung auf die Umwelt und das Beeinfluss zum Beispiel Brut und Balzverhalten von Tieren. Wir wissen mittlerweile, dass die Fischbestände stark verweiblicht werden, vor allem durch die vor allem Estrogen ähnlich wirksamen Hormone. Und es ist ein Riesenthema und jetzt geht es auch darum, hier wieder keine Angst zu machen, weil dann alle immer sagen, Katharina, du dramatisierst das schon wieder über und so schlimm ist das nicht.

Es geht darum, dass ich sage, dort, wo ich verzichten kann, auf diese Stoffe verzichte ich. Das heißt, ich wähle bewusst das eine oder das andere Präparat und für all die Dinge, wo ich es nicht beeinflussen kann, lasse ich es so stehen, aber dramatisiere das nicht über oder kriege nicht die Krise, sondern sage, gut, ich für mich wähle Produkt B anstatt A, weil hier habe ich keine hormonwirksamen Substanzen drin. Punkt.

Es ist ganz einfach.

[Elisabeth Seidel] (29:47 - 30:04)
Das ist auch keine große Veränderung, würde ich meinen, jetzt im Alltag. Spannend. Jetzt kommen wir zur nächsten hormonellen Umbruchphase.

Ich habe ja schon Vorträge von dir gehört. Ich weiß, du kennst dich bestens damit aus.

[Dr. Katharina Burkhardt] (30:05 - 30:06)
Ich bemühe mich.

[Elisabeth Seidel] (30:07 - 30:27)
Und zwar gehen wir rein in die Perimenopause. Was ist die Perimenopause? Was passiert und was unterscheidet sie von einer Menopause und einer Postmenopause?

Ich glaube, hier bei diesen ganzen Begrifflichkeiten ist auch oft tatsächlich noch viel Unklarheit bei den Frauen, die betroffen sind.

[Dr. Katharina Burkhardt] (30:28 - 33:32)
Also der Begriff Menopause oder Menopause wird oft als dieser Überbegriff für den Wechsel oder das Klimakterium gewählt. Was ich ein bisschen unglücklich finde, im Englischen ist das sehr eingebürgert. Aber im besten Fall sprechen wir von der Prä, von der Peri und von der Postmenopause.

Und die Menopause an sich ist eigentlich ein einzelner Tag, also ein Zeitpunkt und zwar der der letzten Blutung, den man ein Jahr im Nachhinein feststellt. Da gibt es dann auch noch unterschiedliche, also wenn man jünger ist als ich glaube 50, dann zwei Jahre nach der letzten Blutung stellt man dann wirklich diesen Tag fest und ansonsten ist es ein Jahr danach. Die Prä- Menopause ist gekennzeichnet von langsam sinkenden Progesteronspiegeln.

Die Perimenopause ist, finde ich, die herausforderndste Zeit im Leben einer Frau. Willkommen in meinem Leben! Ja, wo wir immer eine Estrogen-Dominanz haben und zwar nicht, weil das Estradiol plötzlich so schön ansteigt oder so satt vorhanden ist, sondern weil das Progesteron so rasant sinkt und dann entsteht immer sozusagen eine Dominanz vom Estradiol, obwohl das auch schon niedrig sein kann.

Und in der Perimenopause haben wir definitiv schwankende Estradiol-Spiegel, auch schon niedrigere Estriol-Spiegel. Das heißt, wir werden trockener, ja, die Haare werden dünner, sie werden spröder, die Haut wird faltig, wir haben Gelenkbeschwerden, vaginale Trockenheit, vielleicht auch Probleme mit trockenen Augen und so weiter. Es juckt in den Ohren, ja, das kann alles kommen und wir sollten auch noch die frühe und die späte Perimenopause unterscheiden.

Weil in der späten Perimenopause, sprich kurz vor der Menopause, dem Tag der letzten Blutung, sinken dann wirklich die Estrogene, beziehungsweise vor allem das Estradiol, relativ stark ab. Das ist auch der Zeitpunkt, wo dann neue Beschwerden plötzlich auftauchen. Da kommen dann die Hitzewandlungen in der Nacht, das Ich-Wache-Mitten-in-der-Nacht-Auf, Herzthemenbeschwerden.

Das ist das, wenn das Estradiol im Sinkflug sozusagen ist. In der Postmenopause sind wir dann konfrontiert mit dauerhaft niedrigen Spiegeln aller Hormone. Aber die Perimenopause ist deswegen so herausfordernd, weil wir hier oft ein komplettes Durcheinander haben.

Weniger von Progesteron, weil das einfach erniedrigt, aber diese schwankenden Estradiolspiegel, wo man den einen Tag füllt man sich und sagt, yeah, let's go, lass uns die Welt erobern und am anderen Tag hast du quasi wie schwere Depressionen und denkst dir, ich hab keine Ahnung, wer ich bin und wo ist mein Leben hin. Das ist, genau.

[Elisabeth Seidel] (33:32 - 33:40)
Es ist dann auch die Phase, die man mit erhöhter Reizbarkeit in Verbindung bringt zum Beispiel. Es schwankt einfach, es ist unberechenbar.

[Dr. Katharina Burkhardt] (33:40 - 34:05)
Ja, genau. Und das ist schon was. Jetzt kenne ich mich, würde ich mal sagen, nicht so schlecht aus.

Trotzdem ist es für mich auch eine herausfordernde Zeit. Weil es pendelt sich alles neu ein. Es ist eigentlich wie eine neue Geburt.

Und man hinterfragt natürlich auch alles Mögliche. Ist das, was ich da mache, noch das, was ich will? Macht das Sinn?

[Elisabeth Seidel] (34:07 - 34:14)
Das finde ich ganz spannend, weil es eben auch auf einer ganz anderen Ebene nochmal so eine Umbruchphase ist und viele orientieren sich ja nochmal um.

[Dr. Katharina Burkhardt] (34:15 - 35:09)
So ist es. Also diese klassische Midlife-Crisis, so wie das bezeichnet wird. Ich mag den Begriff nicht so gern.

Für mich ist es eine riesen Chance, nochmal zu hinterfragen und zu überprüfen. Wer bin ich? Wo stehe ich?

Wo bewege ich mich hin? Nochmal zu überprüfen. Sind die Visionen, die ich mit 30 hatte, noch dieselben?

Haben sich meine Werte angepasst und verändert? Was will ich da adaptieren? Wo geht es für mich wirklich hin in Zukunft?

Bin ich in einem Umfeld, wo ich mich bewege glücklich? Was habe ich noch vor? Wo möchte ich zurückstecken?

Wo will ich mehr auf mich schauen und auf meine Bedürfnisse? Also es ist hochspannend und ich liebe es tatsächlich, aber es ist auch, wenn ich das so salopp formulieren darf, sauanstrengend.

[Elisabeth Seidel] (35:10 - 35:14)
Hast du jetzt akut noch eine pubertierende Tochter?

[Dr. Katharina Burkhardt] (35:14 - 36:44)
Nein, die sind alle schon längst raus, worüber ich hoch erfreut bin. Das heißt, wir begegnen uns einfach auf einer sehr schönen Ebene. Also ich wüsste nicht, ob ich das jetzt packen würde.

Deswegen glaube ich, es ist wirklich wichtig, auch diese Frauen abzuholen und denen Verständnis entgegenzubringen. Also hochexplosiv, herausfordernd und ich glaube, dass es wichtig ist, auch hier Verständnis entgegenzubringen. Weil du kennst das ja, so viele Frauen haben das Gefühl, mit ihnen stimmt was nicht.

Das ist doch dieser Hauptsatz. Und ich kenne ihn auch von mir. Als ich diese Schilddrüsenentgleisung hatte, dachte ich, mit mir stimmt was nicht.

Und es stimmte ja auch. Aber niemand hat dir zugehört. Aber ich dachte, das liegt am Charakter und ich müsste nur mich mehr zusammenreißen.

Und das noch besser und das noch perfekter und das kriegt man alles hin. Aber bei so einer biochemischen Entgleisung kriegt man überhaupt gar nichts mehr hin, weil da nützt auch kein Lifestyle mehr. Das ist mir auch wichtig, das zu betonen und zu sagen.

Es gibt Frauen, die trotz aller Bemühungen und trotz allem Eifer einfach, wo sich die Symptome nicht bessern. Und das ist nicht ihre Schuld und nicht ihr Verschulden und sie hätten sich bloß noch mehr bemühen müssen, sondern da braucht es dann wirklich fachliche Hilfe und Unterstützung.

[Elisabeth Seidel] (36:44 - 36:48)
Und damit meinst du auch bioidentische Hormone?

[Dr. Katharina Burkhardt] (36:48 - 38:07)
So ist es, ganz genau. Das heißt, die humanidenten Hormone dürfen dann zum Einsatz kommen. Und das ist natürlich jetzt etwas, da streiten sich die Geister, weil man sagt, gut, wenn Symptome auftreten in den Wechseljahren, aber was ist mit den jüngeren Frauen?

Da gibt es auch schon welche, die Hormone bräuchten oder die davon profitieren würden. Und wir sind gerade dabei, auch mit Psychiatrinnen und Psychologinnen da uns ein bisschen was anzuschauen und auch auszutesten, weil Progesteron natürlich ein hoch spannendes Hormon ist. Und zum Allopregnanologen gibt es schon zumindest eine kleine Studienlage, dass man zum Beispiel weiß, dass die Spiegel von Allopregnanologen bei der posttraumatischen Belastungsstörung oder bei Angststörung oder schweren Depressionen sehr, sehr niedrig sind.

Es gibt auch zu Estrogenen und Psychosen gibt es ein paar wenige Daten, aber es ist hochinteressant, da kommen wir immer mehr hin, uns auch damit zu beschäftigen und da genauer hinzuschauen. Und es wäre natürlich eine tolle, wunderbare Möglichkeit, in dieser Richtung auch etwas zu bewegen, weil da braucht es keine Monsterdosierungen, wo man sagt, das hätte dann so viel Nebenwirkungen, das würde keinen Sinn mehr machen. Aber da steckt man in den Kinderschuhen tatsächlich.

[Elisabeth Seidel] (38:08 - 38:15)
Gibt es denn irgendwie Anhaltspunkte, woher das kommt, dass so viele schon betroffen sind von einem Progesteronmangel?

[Dr. Katharina Burkhardt] (38:15 - 39:19)
Das ist eine sehr spannende Frage, die ich mir auch immer wieder stelle. Ob das denn nicht vielleicht genetisch ist? Weißt du, dass Mütter, die zum Beispiel schon schwer schwanger geworden sind, selber schon einen Progesteronmangel hatten und das irgendwie dann schon weitergegeben wird, aber dazu gibt es jetzt keine Daten, aber das wäre eine Studie, die würde ich sofort und sehr, sehr gerne machen, dass wir uns das anschauen, weil die Frauen mit den Progesteronmängeln, die sprechen dann auch schon darüber und sagen, ja, meine Mutter hat so und so viele Aborte gehabt und dies und das und jenes und war immer depressiv und gereizt, hatte schweres PMS, Schlafstörungen, Migräne, Kopfschmerzen, weißt du, wo man vermuten könnte, dass das eventuell vererbt wird oder Kinder schon quasi mit dem Progesteronmangel auf die Welt kommen, aber das ist alles spekulativ, also dazu gibt es jetzt keine Daten, aber für mich sprechen natürlich gewisse Dinge dafür, dass das so sein könnte.

Das ist ein interessanter Ansatz.

[Elisabeth Seidel] (39:20 - 39:21)
Spannend, mach die Studie.

[Dr. Katharina Burkhardt] (39:22 - 39:23)
Okay.

[Elisabeth Seidel] (39:27 - 39:59)
Nochmal auf die Perimenopause zurückzukommen und auf die bioidentische Hormontherapie. Wie ist das, wenn wir jetzt so eine Kurve haben? Wir wissen nicht, wie ist das Estradiol gerade drauf, mal so, mal so, wie leicht oder wie schwer ist es hier dann Hormone zu geben oder auch richtig vernünftig einzustellen?

Weil ich könnte mir vorstellen, dass das schon auch eine Herausforderung ist, dass man dann nicht zu viel, nicht zu wenig gibt und dass man die Frau irgendwie vernünftig einstellt.

[Dr. Katharina Burkhardt] (40:00 - 42:03)
Ja, also mit dem Progesteron ist das ja nicht so das Thema. Estriol, wenn sozusagen die Durchfeuchtung schlecht ist, kann man ja auch dazugeben, das schwankt ja nicht so stark, das ist ja dann dauerhaft eher niedriger und beim Estriol würde ich eher wirklich auf die Symptomatik gehen. Sind das jetzt klassische Estriol-Mangelbeschwerden, dann gibt man es natürlich trotz diesen Schwankungen schon dazu.

Wenn der Zyklus jetzt noch sehr regelmäßig ist und die Estriol-Mangelbeschwerden nicht so deutlich sind, also in der frühen Perimenopause, kann man ja eher auch zum Beispiel auf Kofaktoren oder Pflanzen gehen. Wenn ich aber jetzt sage, ich bin eigentlich ja schon zu Beginn des Goldenen Zeitfensters, ja, weil da habe ich ja auch diese Schwankungen nicht mehr, weil da ist Estriol niedrig, ja, da habe ich eh nicht mehr das Thema, da gebe ich es. Die wenigsten Frauen brauchen in der Perimenopause schon diese satten Estriol-Dosierungen, das ist eigentlich eher in der Späten, wo wir dann schon nah am Zeitpunkt der letzten Blutung, sprich an der Menopause sind.

Davor, wenn wir jetzt sagen, gut, das geht schon so in Richtung Schwitzen, Hitzewallungen, Herzschlafstörungen, kommen die meisten mit dem Progesteron sehr, sehr gut klar und mit hormonell wirksamen Pflanzen, dass man dann sagt, gut, man geht in Richtung Salbei, Rotklee, Traumsilberkerze, was auch immer und auch den Kofaktoren, ganz, ganz, ganz wichtig. Vor allem da brauchen wir dann Omega-3 und die Fettlöslichen, ein Q10, ein Vitamin A, E, D3 und, und, und. Da sind wir da dann eher zu Hause und vor allem natürlich auch die B-Vitaminer brauchen wir für alle Hormonsynthese-Schritte, ohne die geht gar nichts.

Das ist B2, B3 und B12, absolut essentiell.

[Elisabeth Seidel] (42:05 - 42:10)
Wenn du jetzt eine Frau einstellst, du machst ja auch Diagnostik, sicherlich.

[Dr. Katharina Burkhardt] (42:10 - 42:11)
Also ich stelle keine Frauen ein.

[Elisabeth Seidel] (42:13 - 42:15)
Du kennst dich sehr gut aus mit Diagnostik.

 

[Dr. Katharina Burkhardt] (42:16 - 42:17)
Ein bisschen.

[Elisabeth Seidel] (42:18 - 42:31)
Du würdest schon sagen, bevor man jetzt anfängt irgendwas einzunehmen, schon mal gucken, wie ist der Vitaminstatus, wie sieht Schilddrüse aus, wie sehen die Hormone aus im Speichel oder im Blut, wie würdest du es empfehlen?

[Dr. Katharina Burkhardt] (42:31 - 44:20)
Also ich würde empfehlen, wenn jüngere Frauen, also sprich jetzt ich sage mal 20-40-Jährige, mit regelmäßigem Zyklus, wo physiologisch oder physisch alles in Ordnung ist, wird man im Serum nichts Großartiges finden. Das bestätigen auch alle Fachärztinnen, die sagen LHF ist normal, Progesteron ist Radiol, alles im Normbereich entsprechend der jeweiligen Phase, macht es Sinn, wenn ich wirklich die Fragebögen ausgefüllt habe und habe hier mindestens 20-30 Hormonmangelsymptome, hier mal im Speichel zu schauen. Vor allem auch bitte die Nebennierenränder nicht vergessen.

Das heißt, man Cortisol im Speichel anzuschauen mit dem DHA dazu, macht auf jeden Fall Sinn. Und ab der Perimenopause, vor allem ab der mittleren späten und der Postmenopause ist Serum ein super Testmedium, nur Achtung, in der Postmenopause sehen die Befunde bei allen gleich aus, was jetzt Progesteron und Estradiol betrifft. Das ist dann immer kleiner irgendwas, beides, das heißt aber nicht, dass jede Frau jetzt immer die gleiche Dosis braucht.

Da sagt man dann eigentlich auch, wichtiger ist die Symptomatik und die Klinik und natürlich dann auch zu schauen, okay, muss ich hier präventiv vorgehen, aber das ist Thema für Ärztinnen und Ärzte, die das auch therapieren, weil wenn ich sage, ich bin im Bereich der Prävention von Osteoporose, von Demenz, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da gibt es vorgegebene Leitlinien und vorgegebene Dosierungen, die hier angewandt werden und ich glaube, das führt zu weit, wenn wir darüber sprechen, weil das eine sehr, sehr individuelle Angelegenheit ist.

[Elisabeth Seidel] (44:21 - 44:30)
Aber für interessierte Fachleute, sage ich mal, ihr macht ja auch Ausbildungen oder Fortbildungen zu dem Thema, wo man mehr dazu erfahren kann.

[Dr. Katharina Burkhardt] (44:31 - 44:31)
Genau.

[Elisabeth Seidel] (44:34 - 44:52)
Gut, Katharina, wenn du jetzt für jede dieser Umbruchphasen, sei es jetzt die Pubertät, die Prä- und Periminopause und die Postminopause einen Fokus setzen würdest oder müsstest, welchen Fokus würdest du setzen?

Können wir mal Pubertät anfangen.

[Dr. Katharina Burkhardt] (44:53 - 47:09)
Also, das ist jetzt eigentlich eher der Appell an die Erwachsenen, die rund um die Pubertierenden drum herum sind, ein bisschen mehr zu vertrauen, ja, auf diese Prozesse, die auch natürlich ablaufen und dass viele der Jugendlichen einfach auch Rückzug brauchen und ich glaube, dass dieser Zusammenhang zwischen Teenager und Peri, wo das ja auch losgeht, dass die Frauen in der Periminopause wieder mehr Rückzug brauchen, wenn man hier gut Rücksicht nimmt und es manchmal auch sein lassen kann und auf der anderen Seite aber von außen schon auch gut hinschaut, ist das jetzt mehr als dieser natürliche Prozess. Braucht es jetzt hier vielleicht was?

Also, ich würde bei den Jugendlichen unbedingt diesen, sobald die mit der Blutabnahme nicht mehr diesen Monsterstress haben, hier unbedingt Mikronährstoffe checken. Das ist die beste Prävention, auch dann für weiterführend, um hier gut einzuwirken, dass wir die Co-Faktoren zur Verfügung stellen. Und natürlich sage ich für die Jugendlichen ein bisschen weg von Social Media und Handy und Fernsehen und wieder mehr in die Natur raus.

Also, ich weiß nicht, so wie wir früher, du bist ja viel jünger wie ich, aber wir sind einfach rausgegangen, haben uns mit den Nachbarskindern getroffen und haben Höhlen gebaut und ich weiß nicht welche Spiele gemacht und es gab keine Handys. Ich weiß, das war leicht und einfach, aber wieder ein bisschen mehr dahin und viel viel Bewegung und Sport und ausagieren und den Jugendlichen auch die Möglichkeit zu geben, sich auszusprechen und auszudrücken. Also, ich wünsche mir von den Erwachsenen, dass sie gut hinhören, auch wenn sie manchmal nicht sprechen.

Weil das sagt oft eh mehr als tausend Worte. Aber hier, Mikronährstoffe und Bewegung, würde ich jetzt sagen, in der Pubertät. Dann in der, da überspringen wir jetzt natürlich den Kinderwunsch und alles, aber du weißt schon.

[Elisabeth Seidel] (47:09 - 47:12)
Können wir auch noch mal eine echte Episode machen dazu.

[Dr. Katharina Burkhardt] (47:12 - 49:18)
Also in der Prämenopause steht für mich das Progesteron im Fokus und die ersten Wechselbeschwerden, die auftreten, die dann oft fälschlicherweise als psychisch bezeichnet werden. Hier würde ich sagen, Fokus auf B6, Magnesium, Zink und D3 und natürlich auch diese Progesteron wirksame Pflanzen ist jetzt falsch, aber Pflanzen, die eher sozusagen für die zweite Zyklushälfte gedacht sind, wie Frauenmantel, Schafgabe, Beifuß, eventuell der Mönchspfeffer, der passt nicht immer, aber ist auch ein gutes Kraut, dass wir das so, also Fokus auf zweite Zyklushälfte und dazu unterstützen, gegen PMS vorzugehen und so weiter und schon so dieses erste Mal auch Selbstfürsorge.

Also da schon damit starten, damit wir es dann, wenn wir dann so alt sind, wie ich, kapiert haben, wie das geht, ist für mich das herausforderndste überhaupt. In der Peri viel Geduld, sich Dinge suchen, die stabilisieren, da brauchen wir auf jeden Fall dann schon das erste Mal wirklich Q10, ordentlich, Omega 3 schadet auch nicht und viele B-Vitamine und ich würde auch hier sagen, da kommen dann diese Themen wie Metabolic Balance, wo wir sagen, gut, lass uns auf den Blutzucker schauen, lass uns in den Muskelsport jetzt reingehen. Immer, weißt du, alles so ein bisschen früher starten, damit es sich dann etabliert und damit wir es dann lernen.

Ich glaube, dass man da langsam auch, witzigerweise sagt man, im Alter braucht man weniger Schlaf, aber ich habe das Gefühl, gerade in der Perimenopause braucht man mehr Schlaf. Klingt jetzt vielleicht bescheuert, aber so ist es für mich. Also ich brauche 8 Stunden.

Das war früher nicht so. Da waren 5, 6 völlig ausreichend, aber ich bin komplett gerädert.

[Elisabeth Seidel] (49:18 - 49:22)
Wenn du jetzt nur 5, 6 Stunden schaffst. Gut, aber 8 Stunden sind ja fair.

[Dr. Katharina Burkhardt] (49:23 - 50:23)
Danke, das freut mich. Super, perfekt. Hier das Q10 dazu, Fokus ein bisschen auch auf Omega 3, B-Vitamine, Muskelsport und einfach wirklich Selbstfürsorge hier ganz hoch schreiben.

Durch diese Schwankungen, es laugt einen so aus und wirklich zu schauen, wo hole ich mir Stabilität. Überprüft eure Werte, schaut nochmal drüber, was sind eure wichtigsten Prinzipien, was ist mit euren Freundschaften? Seid ihr damit zufrieden?

Wollt ihr mehr? Sprecht es an, tauscht euch aus. Und natürlich auch bitte die Nebennierenrinder nicht vergessen, weil ich habe das Gefühl, für mich ist es ein berufliches Hoch, diese Phase und wenn die Frauen, die sozusagen Karriere machen, die pubertierenden Kinder haben und vielleicht noch eine Mutter oder einen Vater, den sie zu pflegen haben, da müssen wir dann echt auf Cortisol und DHA sehr sehr gut schauen.

 

[Elisabeth Seidel] (50:24 - 50:30)
Was supportet die Nebenniere an Nährstoffen? Gute Proteinversorger, Aminosäuren?

[Dr. Katharina Burkhardt] (50:31 - 53:55)
Ja, ganz ganz wichtig, aber die zwei wichtigsten Kofaktoren für die Synthese von Cortisol und DHA sind zwei ganz einfache Stoffe. Es ist Vitamin C und es ist Vitamin B5, die Pantothensäure. Das ist biochemisch, sind die zwei Hauptkofaktoren für die Synthese der Nebennierenrinderhormone.

Es ist relativ simpel und natürlich können wir auf Adaptogene dann noch zurückgreifen und da auch noch unterstützen, aber Vitamin C und B5 absolut essenziell und das auch gerne ein bisschen höher dosiert. Und letzte Phase, also vorletzte, Postmenopause, ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dort einfach das, was man adaptiert hat oder wo man gelandet ist durch die ganzen Erkenntnisse und Lernfelder, durch die man vorher gegangen ist, das für sich zu adaptieren. Und es braucht eine sehr, sehr gute Mikronährstoffversorgung als Grundlage und Basis und in diesem goldenen Zeitfenster braucht es meines Erachtens für viele, viele Frauen auch die Humanidentenhormone.

Und da jetzt zu sagen, ach, jetzt bin ich adaptiert, das brauche ich alles nicht, das lasse ich weg, es geht ja auch darum, dass wir endlich kapieren, dass wir Prävention haben wollen und nicht nur behandeln, wenn etwas da ist. Das ist etwas, was wir im Westen immer noch nicht kapiert haben. Und natürlich mache ich Prävention über Lifestyle, über Co-Faktoren, Pflanzenstoffe im besten Fall, aber manchmal reicht das definitiv nicht aus und dann brauchen wir die Humanidenten.

Im Senium nach der Postmenopause ist es gut, wenn man seine Lektionen gelernt hat und weiß, wer man ist, wo man steht, was man noch vorhat oder alles integriert zu haben, was man gelebt hat, was man erlernt hat, was einem begegnet ist, um ja, und das klingt jetzt vielleicht auch krass, sich vorzubereiten auf das, was dann kommt, weil ich denke mir ganz oft, so viele Menschen, die sind in Pension, die haben ihr Leben lang geackert, ja, und dann leben sie ein Leben, wo ich mir denke, na so würde ich mir das jetzt aber nicht vorstellen. Und wenn du nachfragst, sagen sie auch, wenn ich dann, ich habe meine Schwiegereltern kürzlich, also beide getrennt voneinander interviewt und gefragt, wie sie dann eigentlich gerne leben würden. Und es ist spannend, dass mit der Realität nicht immer zusammenpasst.

Und deswegen glaube ich, ist es wichtig, dass man vorher gelernt hat, sich das zu nehmen und zu holen, im Sinne der Selbstfürsorge, was einem gut tut. Weil wir wissen das, wir Menschen brauchen immer Übung, Übung, Übung, ja, bis es dann einsickert und ankommt, ja, und in der Zelle sich etabliert, wie reingebrannt ist, und dann, wenn es zur Gewohnheit geworden ist, funktioniert es. Und da würde ich gerne hin, das ist zumindest mein großer Vorsatz, dass ich, wenn ich über die Postmenopause hinaus ins Senium komme, einfach angekommen bin, in mir, und dass mein Umfeld, dass ich das so gestaltet habe, dass ich mich dort wohlfühle.

[Elisabeth Seidel] (53:56 - 53:59)
Das wünschst du dann eigentlich jedem, oder?

[Dr. Katharina Burkhardt] (53:59 - 53:59)
Ja.

[Elisabeth Seidel] (54:01 - 54:29)
Ich muss noch einmal nachfragen. Und zwar, vielleicht kannst du noch einmal erklären, was das goldene Zeitfenster ist. Ja.

Und dann würde mich interessieren, bei dieser, wenn man Hormone einnimmt, oder verschrieben bekommen hat, wie wichtig ist es, dass man seine Entgiftungsfunktion, seine Darmbarriere, Darmentgiftung, Darmfunktion, sag ich jetzt mal, ausreichend unterstützt, damit die Hormone auch sicher abgebaut werden.

[Dr. Katharina Burkhardt] (54:31 - 57:49)
Also, das goldene Zeitfenster ist circa 10 Jahre, also es ist nicht auf den Tag genau, und beginnt sozusagen ab dem Tag der letzten Blutung, und ab da dann 10 Jahre. Und man geht davon aus, aufgrund der Studienlage, die da ist, dass in diesem Zeitraum, man sagt mittlerweile, je früher, desto besser gestartet, Hormonzufuhr, dass der Nutzen dem Risiko überwiegt. Darum geht es.

Und je später man startet mit einer Hormontherapie, muss man immer eine gute Risikonutzenabwägung machen. Aber man sagt, in diesem goldenen Zeitfenster ist man relativ sicher, und je früher man beginnt, desto besser. Das ist das goldene Zeitfenster, und wir können Hormone unterschiedlich applizieren, also zuführen oder aufnehmen.

Ich finde die transnormale Aufnahme eine sehr elegante Form. Es gibt nur gewisse Dinge, die man auch hier beachten muss. Nämlich, wenn man sich ein Hormon aufträgt, dass man dann nachher das mal ein bisschen einziehen lässt, und am besten irgendwas Langärmliches drüber zieht, und nicht sofort alles verseucht, oder antatscht, weil Hormone werden auf so einem Holztisch nicht so leicht abgebaut, weil der Holztisch hat keine Rezeptoren, wo das Hormon andrucken kann, und dann abgebaut wird.

Das heißt, da geht es um Übertragungsthematiken, die da zu berücksichtigen sind, aber wenn ich ein Hormon transnormaler auftrage, ist es, und das klingt jetzt vielleicht komisch, tatsächlich völlig egal, ob der Darm in Ordnung ist, oder die Leber, oder wie auch immer, weil das anders zugeführt wird. Wenn ich etwas oral zuführe, braucht man die Leber mit dem First-Pass-Effekt, die Leber gut zu unterstützen und zwischendurch zu reinigen, ist eine gute Sache. Der Darm oder die Darmbarriere oder Funktion oder Mikrobiombesiedelung des Darms, da finde ich, das ist viel entscheidender für Mikronährstoffzufuhr als für Hormone, weil die wenigsten Hormone führen wir oral zu.

In der humanitären Hormontherapie arbeitet man vorzugsweise transdermal oder vaginal tatsächlich. Die einzige, oder nicht die einzige, eine der wenigen Ausnahmen ist es, Progesteron oral zuzuführen, vor allem, wenn ich auch positiv auf den Schlaf einwirken will, oder wenn ich die Gebärmutter schützen will, wenn ich Estrogene zuführe. Aber ein gesunder Darm ist jetzt für Hormonzufuhr nicht so entscheidend.

Viel, viel wichtiger damit wir die Mikronährstoffe, sprich die Co-Faktoren für die Hormonsynthese, gut aufnehmen können. Deswegen steht der Darm auf jeden Fall und auch die Leber im Zentrum einer ausgeklügelten Hormontherapie, weil für mich gehört zu einer humanitären Hormontherapie auch immer der Lifestyle, die Co-Faktoren, sprich die Mikronährstoffe, möglicherweise Pflanzenstoffe, Aminosäuren, Omega 3, Proteine, was auch immer. Also, ich bin absolut bei dir, aber es kommt eben darauf an, wie führe ich was zu.

[Elisabeth Seidel] (57:50 - 58:05)
Es ist ja, um nochmal so die Brücke zu schlagen, vorhin erwähntest du ja auch diese Stressfaktoren, die von innen kommen und wenn ich natürlich jetzt eine gesteigerte Permeabilität habe oder eine Entzündlichkeit im Darm, ist es natürlich was, was es auch wieder beeinflusst, die Aufnahme von Nährstoffen etc.

[Dr. Katharina Burkhardt] (58:06 - 58:07)
So ist es.

[Elisabeth Seidel] (58:08 - 58:37)
Katharina, das war sehr, sehr interessant.

Ich habe neue Sachen gelernt, das freut mich. Vielen, vielen Dank, dass du uns heute hier im Studio besucht hast, dass du nochmal zu Gast warst. Ich hoffe, vielleicht machen wir irgendwann noch eine dritte Folge, wir hatten ja heute schon einige Ideen.

Aber ich bedanke mich erstmal vielleicht für die Zuhörerinnen nochmal, wo bekommt man mehr Informationen zu deiner Arbeit oder wo findet man dich?

[Dr. Katharina Burkhardt] (58:37 - 59:55)
Also, ich habe eine eigene Website, die heißt genauso wie mein Name, Katharina Maria Burkhardt, jeweils mit Bindestrichen dazwischen, aber das könnt ihr sicher irgendwo hinschreiben. Genau, dort findet man viel über das, was ich so mache. Auf Social Media bin ich nicht, das ist eine ganz bewusste Entscheidung.

Das ist mir einfach zu viel Hackmack und würde mir zu viel Zeit stehlen, da lese ich lieber noch eine Studie oder forsche an irgendwas. Ich bin auf LinkedIn, wer sich damit mir vernetzen will, sehr, sehr gerne. Und ansonsten habe ich die letzten Jahre mit ein paar tollen Kollegen ein Netzwerk aufgebaut, wo wir auch Ärztinnen ausgebildet haben, die sich dann eben genau mit dieser erweiterten Hormontherapie sehr, sehr gut auskennen und dort findet man dann auch Anknüpfungspunkte.

Ich selber berate nicht, ich supervidiere, aber habe jetzt keine Patientinnen, die ich betreue und berate. Das ist vielleicht auch ganz wichtig zu sagen, dass man sich, was das betrifft, nicht an mich wenden kann, aber gerne für alles, was Studien betrifft, Produktentwicklungen und so weiter, freue ich mich über Feedback oder Austausch sehr, sehr gern.

[Elisabeth Seidel] (59:57 - 1:00:03)
Dann habt ihr gehört, wo ihr sie findet. Vielen, vielen Dank und hoffentlich bis zum nächsten Mal.

[Dr. Katharina Burkhardt] (1:00:03 - 1:00:08)
Sehr, sehr gerne.

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