

Was Sunday Natural anders macht. Mit Gründer Dr. Jörg Schweikart
Echte Qualität bei Nahrungsergänzungsmitteln erfordert kompromisslose Reinheit, die weit über das bloße Etikett hinausgeht. Für Verbraucher ist es bei der Vielzahl an Angeboten jedoch oft gar nicht so leicht, verlässliche Qualitätskriterien zu erkennen. In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit dem Gründer von Sunday Natural, Dr. Jörg Schweikart, über die Philosophie und die strengen Standards hinter der Marke. Sie beleuchten, worauf es bei der Auswahl von Rohstoffen wirklich ankommt und welche Rolle eine gezielte Nährstoffversorgung als sinnvolle Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung spielen kann.
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DER URSPRUNG UND DIE BEDEUTUNG VON SUNDAY
Der Name Sunday steht für Regeneration, Achtsamkeit und Reflexion. Jörg Schweikart erklärt, dass es dabei um eine wohltuende Pause geht. Diese Pause Ende der Woche hilft dabei, den Fokus und die Energie für die kommende Woche neu auszurichten. Das spiegelt die ganzheitliche Denkweise des Unternehmens wider. Für ihn persönlich spielen eigene Rituale eine zentrale Rolle im Alltag. So startet er den Tag achtsam mit Bio-Gyokuro-Tee auf nüchternen Magen und findet durch Yoga und Zeit in der Natur Ruhe.
Die Gründung von Sunday Natural entstand aus dem Wunsch nach kompromissloser Reinheit und Transparenz. Jörg Schweikart beschreibt, wie wichtig ihm eine Produktion ganz ohne gängige Zusatzstoffe wie Magnesiumstearat, Farbstoffe oder Siliziumdioxid war. Da kein Lohnhersteller kleine, komplett zusatzstofffreie Chargen produzieren konnte, wuchs die Eigenproduktion aus dieser klaren Vision heran. Die erste Verkapselungsmaschine stand damals noch in einem Keller. Heute ist daraus eine hochmoderne Anlage geworden, die auf strengsten Reinheitsstandards basiert.
Checkliste: WAS EIN ECHTES „True CLEAN LABEL“ AUSMACHT
- Lückenlose Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe und ein vollkommen transparenter Herstellungsprozess.
- Hohe Reinheit durch Laborsicherheit: Jeder einzelne Produktionscharge wird von unabhängigen, deutschen Laboren freiwillig und umfassend auf Rückstände wie Pestizide und Lösungsmittel geprüft.
- Konzentration auf das Wesentliche: Sunday Natural nutzt vorrangig Rohstoffe natürlichen Ursprungs sowie moderne, bioaktive Nährstoffformen.
- Schafstoffreie Produktion: Jeder Produktionsschritt ist kompromisslos rückstandsarm aufbereitet und entspricht eigenen, strengen Premium-Qualitätsstandards.
TRANSPARENZ STATT OBERFLÄCHLICHER SIEGEL: Der WEG ZUR ECHTEN ROHSTOFFQUALITÄT
Ein weit verbreitetes Missverständnis auf dem Markt betrifft das Siegel „Made in Germany“. Jörg Schweikart erklärt, dass dieses Label oft Fragen offenlässt: Häufig bezieht es sich primär auf den Ort der Abfüllung und Konfektionierung in Deutschland. Die Rohstoffe selbst werden jedoch global bezogen und können sich in Reinheit, Verarbeitungsstufe und bioaktiver Qualität stark voneinander unterscheiden. Für Sunday Natural ist der reine Abfüllort daher kein ausreichendes Qualitätsmerkmal.
Wo in der Branche bei der transparenten Herkunftsangabe oft Spielraum bleibt, setzt Sunday Natural auf lückenlose Offenlegung. Denn je nach Anbaugebiet und Extraktionsverfahren – wie etwa bei empfindlichen Pflanzenextrakten wie Mariendistel oder anspruchsvollen Teesorten wie Matcha – ist höchste Sorgfalt geboten. Um optimale Reinheit und Freiheit von unerwünschten Rückständen oder Lösungsmitteln zu garantieren, geht Sunday Natural einen entscheidenden Schritt weiter: Das Unternehmen hat eine freiwillige, 100-prozentige Laborprüfung jeder einzelnen Ernte und Produktionscharge etabliert. So wird sichergestellt, dass nur kompromisslose Premium-Qualität den Weg zu den Kunden findet.
Auch langsameres Sprechen kann laut Karin Kuschik helfen, innere Unruhe zu reduzieren, da Körper und Wahrnehmung eng miteinander verbunden sind.
supplementierung und die notwendigkeit einer feinen abstimmung
Eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen ist eine wesentliche Basis für unsere Vitalität. Bei einer unausgewogenen, einseitigen Ernährung oder in besonders fordernden Lebensphasen kann es jedoch zu einer Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen kommen. Jörg Schweikart erklärt, dass beispielsweise viele Menschen in Deutschland – insbesondere in den sonnenarmen Monaten – von einer optimierten Zufuhr an Vitamin D profitieren können. Auch eine ergänzende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, Magnesium sowie Eisen, Folsäure (B9) und Vitamin B12 ist bei bestimmten Ernährungsmustern oft sinnvoll. Die Gründe für einen erhöhten Bedarf sind vielfältig und reichen von einem stressigen Alltag bis hin zu veränderten Ernährungsgewohnheiten.
Aus Unsicherheit greifen viele Menschen isoliert zu einzelnen Nährstoffen. Jörg Schweikart betont jedoch, dass die gezielte Kombination von Nährstoffen eine feine Abstimmung erfordert, da Vitamine und Mineralstoffe im Körper als Team agieren und sich gegenseitig beeinflussen können. Um das natürliche Gleichgewicht optimal zu unterstützen, empfiehlt er eine harmonisch abgestimmte Basisversorgung wie den Core Stack. Dieser wurde auf Basis langjähriger Expertise entwickelt.
CHECKLISTE: 5 HÄUFIGE FEHLER BEI SUPPLEMENTS
- Die isolierte Einnahme von Monosubstanzen ohne das nötige Fachwissen über biochemische Zusammenhänge.
- Das Ignorieren essenzieller Kofaktoren, wie beispielsweise die Einnahme von Vitamin D ohne Vitamin K2 und Magnesium.
- Das unreflektierte Folgen von Trend-Substanzen, einhergehend mit Überdosierungen und fehlenden Einnahmepausen.
- Die Einnahme von Präparaten auf nüchternen Magen, was ein deutliches Risiko für die Magenschleimhaut darstellt.
- Die Vernachlässigung von Zusatzstoffen, echter Reinheit und der tatsächlichen Herkunft der Inhaltsstoffe.
BIOAKTIVE FORMEN UND DIE RICHTIGE TECHNOLOGIE
Bei der gezielten Supplementierung ist die chemische Form der Nährstoffe wichtig. Jörg Schweikart beschreibt, dass die Form und die genutzte Technologie immer dem jeweiligen Anwendungsfall folgen sollten, anstatt sich nur nach Preis oder elementarem Gehalt zu richten. Natürliche Komplexe liefern oft wichtige synergistische Effekte, die in der Wissenschaft teilweise noch gar nicht vollständig verstanden sind. Gleichzeitig sind bei bestimmten genetischen Varianten bioaktive Formen wie 5-MTHF anstelle von synthetischer Folsäure funktionell überlegen.
Auch die Wahl der spezifischen Darreichungsform spielt eine Rolle. Jörg Schweikart erläutert, dass Liposome, Nano-Emulsionen und Mizellen die Nährstoffaufnahme signifikant verbessern können. Dies gilt insbesondere dann, wenn Probleme mit dem Darm vorliegen oder ein hochdosierter Wirkstoffschub benötigt wird. Feste Darreichungsformen eignen sich hingegen oft besser für die Praktikabilität auf Reisen. Am Ende zählt laut ihm immer der sinnvolle Kontext.
Mentale Gesundheit bedeutet nicht perfekte Selbstoptimierung
Ein weiterer wichtiger Punkt der Folge: Selbstoptimierung kann laut Karin Kuschik schnell zusätzlichen Druck erzeugen. Sie rät deshalb dazu, nicht permanent nach der „perfekten Lösung“ zu suchen, sondern sich stärker daran zu orientieren, was im Alltag tatsächlich guttut und langfristig entlastet. Gerade kleine Veränderungen in Sprache, Haltung und Routinen können bereits einen Unterschied machen.
TAKE AWAYS
- Hohe Qualität bei Nahrungsergänzungsmitteln erfordert kompromisslose Reinheit, lückenlose Chargentests und transparente Prozesse.
- Das Label "Made in Germany" sagt oft sehr wenig über die tatsächliche Rohstoffqualität oder Prozesssauberkeit aus.
- Aufgrund weit verbreiteter Mängel ist eine solide Basisversorgung sinnvoll.
- Die Form eines Supplements (z.B. natürliche Komplexe vs. bioaktive Formen) sollte dem spezifischen Anwendungsfall und Kontext entsprechen.
- In einem unübersichtlichen Markt sind Aufklärung, Eigenverantwortung und die Zusammenarbeit mit Experten zentrale Schlüsselelemente.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Produktempfehlungen von sunday natural
Dr. Jörg Schweikart ist der Gründer von Sunday Natural. Seine Vision für das Unternehmen entstand aus dem eigenen, starken Bedürfnis nach hochreinen, transparenten und zusatzstofffreien Produkten. Durch Eigenproduktion, strikte Qualitätskontrollen und eine Philosophie der ganzheitlichen Supplementierung hat er Sunday Natural zu einer der führenden Marken im Gesundheitsbereich aufgebaut.
[Jörg Schweikart] (0:00 - 0:22)
Und dann ist mir klar geworden, das war eben vor vielen Jahren, dass ich testen muss, weil selbst der Aller-Aller-Beste in dieser Umwelt es nicht in den Griff kriegt. Und das war für mich so ein bisschen erschreckend und auch heilsam zugleich und dann hab ich mir gesagt, okay, wir testen jeden Tee, jede Ernte 100 Prozent durch.
[Nils Behrens] (0:23 - 1:24)
Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Gesundheit beginnt selten mit großen Gesten, sondern mit den kleinen Dingen, die wir konsequent jeden Tag tun. Und manchmal steckt die größte Kraft in den unsichtbaren Routinen, die wir besser verstehen sollten.
Dr. Jörg Schweikart ist Gründer von Sunday Natural, langjähriger Unternehmer und Entwickler naturreiner Gesundheitsprodukte und einer der radikalsten Qualitätsperfektionisten der Branche. Seine Mission, eine Toolbox aus den weltweit besten Aktivstoffen zu schaffen, rein wirksam erschwinglich. Mit der True-Clean-Label-Philosophie hat er Maßstäbe gesetzt, die inzwischen von tausenden Ärztinnen und Therapeutinnen in ihrer täglichen Arbeit genutzt werden.
Und deswegen sage ich herzlich Willkommen, Jörg Schweikart.
[Jörg Schweikart] (1:24 - 1:25)
Hallo Nils.
[Nils Behrens] (1:26 - 1:34)
Jörg, was bedeutet für dich ein guter Sonntag? Eher Ritual, Regeneration oder bereits Biohacking-like?
[Jörg Schweikart] (1:34 - 6:49)
Ja, der Sonntag ist für mich der besondere Tag der Ruhe, des Aufladens, der Achtsamkeit, des Um-sich-selbst-Kümmerns und natürlich auch der Familie. Ganz klar ist es, wenn du jeden Tag auf gleicher Weise mit gleich hoher Intensität ununterbrochen aktiv sein würdest, dann würde das auf Dauer zu großem Stress und Problemen auf allen Ebenen führen. Das wäre nicht gesund.
Insofern ist der Sonntag für mich die heilsame Unterbrechung und die Zeit für die Besinnung. So wie es eben Einatmung gibt, muss es auch Ausatmung geben. Der Sonntag lädt für mich dazu ein, Kraft zu schöpfen, um gereinigt und mit klarem Fokus von Neuem zu beginnen.
Und er vereint alle drei Ebenen, die uns ausmachen, dass sie untrennbar zusammengehören, nämlich die körperliche, die mental-emotionale und die spirituell-seelische Ebene. Zum Sonntag gehören für mich ganz stark entschleunigende und gesunde Rituale, du hast sie schon erwähnt, aber eben auch Aktivitäten, die einen echten Ausgleich zum Alltag schaffen. Ein schönes Beispiel für mich ist das morgendliche Ritual, in Ruhe einen guten Bio-Gyokuro aus Japan zu verkosten.
Ein beschatteter Grüntee, der besonders viel L-Theanin hat, besonders viel Koffein eingebettet in das Theanin, Umami, Chlorophyll etc. Und das ist für mich eines der schönsten Rituale, gerade am Sonntag, insbesondere, weil ich dann in Ruhe, frühmorgens, auf nüchtern, das zu mir nehme, das ist wie eine tolle Meditation. Dann Highlights, die für mich am Sonntag stehen, sind Yoga mit meinem indischen, sehr achtsamen, liebevollen Yoga-Lehrer Vijay und auch das Zusammenkommen mit der Familie im Grünen und mehr Zeit für Kinder.
Besonders wichtig finde ich aber auch, nicht nur Rituale und Aktivitäten, sondern Zeit für uns zu haben zur inneren Reflexion und der achtsamen Beobachtung, was ich für meine Gesundheit, für meine innere Fortentwicklung gerade besonders benötige und was ich dafür in meinem Alltag ändern sollte. Und dazu gehört auch das wachsende Wissen über das von dir erwähnte Biohacking, Longevity, Prävention oder das Wissen über die Ursache und Heilung von chronischen Krankheiten, wenn ich betroffen bin oder auch nur um sie zu vermeiden, von den ganzen Schadstoffen in unserer Umwelt und ihre Wirkung und wie wir sie vermeiden können und insgesamt Vermeidung und Abbau von Stressoren aller Art. Davon haben wir ja genug.
Von dieser Erfahrung bin ich geprägt und deswegen habe ich für die Firma auch den Namen Sunday Natural für das Unternehmen gewählt. Das ist eben ein besonderer Zeitpunkt in der Woche, wo man sich um sich selbst kümmern kann und sollte, auch um sich zu informieren, was für uns gut ist. Und aus diesem Grund haben wir auch den wöchentlichen Newsletter der Firma auf den Sonntag gelegt, schon von Anfang an.
Das war auch ein bisschen unser Markenzeichen, um möglichst viele Informationen rund um die Gesundheit am Sonntag anzubieten. Kannst du eigentlich noch dir irgendwo ganz normal einen grünen Tee bestellen, wenn du nicht weißt, wo die Quelle herkommt? Extrem schwierig.
Also tatsächlich, wir testen ja irrsinnig viel. Wir testen bei uns jeden einzelnen Tee aus jeder Ernte, weil ich einfach festgestellt habe, dass selbst wenn du von den besten Bio-Farmern bestellst, kannst du Pech haben. Es kann irgendwas passiert sein durch Windeintrag, durch irgendwas und du findest noch Residues.
Das ist eigentlich ziemlich unlustig, aber ganz besonders schlimm ist es eben, wenn du Nicht-Bio-Tees irgendwo testest. Das sind teilweise katastrophale Ergebnisse. Da findest du eigentlich immer was und nicht nur Pestizide, sondern viele andere Toxine.
Insofern, wenn ich irgendwo im Café sitze, dann verzweifle ich häufig, weil ich würde gerne einen Tee trinken, aber die Qualität ist meistens miserabel und die Belastung wahrscheinlich extrem hoch. Das nervt total. Das hast du mir bei Matcha auch gesagt, dass das ja besonders schlimm ist, oder?
Ja, besonders schlimm, weil gerade bei Matcha liegen ja die Belastungen sehr stark in den späten Ernten. Das heißt, je niedriger die Qualität ist, was ja bei Matcha Latte häufig eingesetzt wird, desto höher sind die Belastungen. Das gilt insbesondere für Aluminium.
Und zweitens, alle direkt aus Japan importierten Qualitäten, die nicht Bio sind, würde ich niemals anrühren. Weil ich aus Erfahrung weiß, wir testen ja so viel durch und sourcen so viel und wir testen auch Produkte am Markt von Wettbewerbern. Würde ich nie machen.
[Nils Behrens] (6:52 - 7:32)
Manchmal wünsche ich mir auch ein bisschen Unwissenheit, kann ja auch manchmal ein Segen sein. Bei mir ist es tatsächlich so, ich hab jetzt am Wochenende die Live Summit in Berlin und hab ganz viele Supplements, Proben und sowas bekommen. Und ehrlich gesagt, ich hab das direkt alles weiter verschenkt, weil ich weiß halt mittlerweile, wenn da jetzt irgendwie nicht ausgewiesen ist, wie das Kapselmaterial ist, wo die Quelle herkommt oder sonst irgendwas, dann nehm ich das einfach nicht mehr.
Aber gut, da kommen wir jetzt ja eh gleich nochmal drauf. Du hast ja Sunday Natural gegründet, weil du etwas schaffen wolltest, das es damals schlicht nicht gab. Das heißt kompromisslose Qualität ohne Zusatzstoffe.
Wenn du heute zurückblickst, was war der Moment, an dem dir klar wurde, ich mach das selbst, sonst wird es nie sauber genug werden?
[Jörg Schweikart] (7:32 - 8:56)
Im Grunde habe ich das von Anfang an gespürt. Da gab es nicht den Moment. Das war eine lange Geschichte, wo ich Nahrungsergänzungsmittel über viele Jahre vorher schon eingenommen habe und festgestellt habe, die Etiketten sind alle voll von extrem bedenklichen Zusatzstoffen, Hilfsstoffen.
Das war ja damals noch extrem schlimm und weit verbreitet. Das waren Themen wie Magnesiumstearat, Farb- und Aromastoffe, Siliciumdioxid, Konservierungsstoffe und viele mehr. Die waren ja gängig, sind sie auch teilweise heute noch.
Aber damals war es quasi fast unmöglich, irgendwas zu finden, was das alles nicht hatte. Und zweitens habe ich die gar nicht vertragen. Ich habe die genommen und ich habe sie nicht vertragen.
Da habe ich immer gesagt, das muss irgendwie anders gehen. Da muss es einen Markt von geben, das kann auch nicht nur mir so gehen. Und dann ist mir eben auch aufgefallen, dass in den Produkttexten so gut wie keine Information zu den Hintergründen der Qualität, der Herstellung etc.
vorhanden war. Das ist mir auch immer aufgefallen und dadurch konnte ich nie so richtig Vertrauen entwickeln in irgendwelche Marken. Und mir geht es wie dir.
Es ist natürlich jetzt vielleicht ein bisschen biased, was ich sage. Aber im Grunde weiß ich, wenn wir mal ein Produkt nicht haben im Sortiment, dann weiß ich nicht, wo ich es bestellen sollte.
[Nils Behrens] (8:57 - 9:34)
Ja, ich weiß genau, was du meinst. Also ich habe tatsächlich bei mir, ich sage jetzt nicht welches Produkt, aber ich habe bei mir in der Küche ein Riesenregal voll mit Supplementprodukten. Und ein einziges Produkt ist nicht von Sunday.
Und da denke ich auch jedes Mal wieder, ich weiß nicht so genau, was das für ein Material ist. Ich weiß ja, wie viel Zeit, Geld und Nerven du investierst, um Rohstoffe einer bestimmten Qualität zu bekommen, die weltweit kaum jemand liefert. Also ich kenne die Geschichte, dass wir jahrelang kein Vitamin C am Markt hatten, weil du so lange gebraucht hast, um das Richtige zu finden.
Wie erkennt denn ein normaler Mensch eigentlich wirklich gute Qualität ohne Labor zu bemühen?
[Jörg Schweikart] (9:34 - 9:57)
Ja, das ist eine extrem schwierige Frage und die ist mega komplex. Also natürlich kannst du als erstes Mal auf das Etikett schauen und dann schauen, ob da das sogenannte Clean Label ist. Also ob da irgendwelche bedenklichen Zusätze drin sind oder nicht.
Man glaubt ja gar nicht, wie viele Marken heute noch voll davon sind. Typisches Beispiel sind Apothekenprodukte oder billige Amazon-Produkte.
[Nils Behrens] (9:58 - 10:05)
Aber Apothekenprodukte, da bin ich total überrascht, das gebe ich dir hundertprozentig recht. Wie häufig die zum Beispiel Zitronensäure mitverwenden, wo ich immer denke, warum?
[Jörg Schweikart] (10:07 - 11:41)
Ja, da gibt es Vorgaben aus der Produktion, es muss gut produzierbar sein. Das sind Menschen, die auch da vielleicht nicht so dran denken und denen das nicht wichtig ist. Was uns extrem wichtig ist, wird da ignoriert.
Und die Maschine muss halt gut laufen, schnell laufen, da wird halt Magnesiumstearat verwendet. Bis vor kurzem wurde noch Titandioxid zum Weißen verwendet. Also in der alternativen Heilungsszene war das seit Jahren bekannt, dass man das nicht machen sollte.
Und irgendwann wurde es dann auch verboten. Unfassbar, nur zum Weißen. Also verrückt eigentlich.
Aber viele Dinge sind ja gar nicht bekannt. Also nicht nanopartikelfreie Zellulose, was eigentlich der Standard ist als Füllstoff, die verwendet wird. Farb- und Aromastoffe immer noch zuhauf überall drin und nicht nur Apothekenprodukte.
Konservierung bei Flüssigkeiten, Rieselhilfen, Trägerstoffe etc. Also es ist immer noch sehr verbreitet. Und was auch noch extrem verrückt ist, dass viele Stoffe gar nicht bioaktiv sind, die verwendet werden.
Also denk an normale synthetische Folsäure versus 5-MTHF-Folat. Denke an B6 als Pyridoxin versus dem P5P. Denke an B12 als Cyanocobalamin, weil es stabiler ist.
Versus Aktivformen wie Methylcobalamin.
[Nils Behrens] (11:41 - 11:51)
Bei B6 gab es deswegen ja tatsächlich auch eine richtige Warnung vom Gesundheitsamt in Amerika vor zwei Jahren ungefähr. Also das ist ja schon echt. Und dann denken auf einmal alle, oh ich darf kein B6 mehr nehmen.
[Jörg Schweikart] (11:53 - 12:06)
Aber das sind so Stilblüten, die immer noch da sind. Für mich sind das so die Dinosaurier-Phänomene, die kaum mehr erklärbar sind heute. Vor 15 Jahren war das Standard.
[Nils Behrens] (12:07 - 12:34)
Das ist schon wirklich überraschend. Das ist so ähnlich wie in der Kosmetik, da tun die ja auch immer noch diesen Erdölfaktor rein. Ich komme jetzt gar nicht auf den Namen, aber da ist das ja genauso.
Ganz extrem. Da gibt es eine Marke, die wirklich sich, ich will jetzt auch kein Markenbashing machen, aber die sehr teuer, sehr bekannt ist. Alle sagen, dass sie eigentlich alles aus dem Meer zieht und alles und so.
Und die haben ein einziges Produkt, wo das Zeug nicht drin ist. Wo du wirklich denkst, okay, aber ja klar.
[Jörg Schweikart] (12:34 - 13:34)
Und wenn ich das noch sagen darf, das Etikett ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Also da kannst du draufschauen und wenn da schon so Sachen draufstehen, dann weißt du, bitte wegrennen. Aber in Wirklichkeit ist es ja heutzutage recht häufig zu finden, dass Marken Clean Label anbieten.
Das heißt, auf dem Etikett nicht so viele oder gar keine bedenklichen Zusatzstoffe drauf sind. Aber aus unserer Erfahrung ist eben das Wichtige, ganz irgendwo anders. Also das ist sozusagen das kleine Einmaleins.
Wie die Belastungen sind im Herstellungsprozess. Wie wirklich hergestellt wird. Welche Residues, also Rückstände du da drin hast.
Oder schau dir die Verpackung an. Meistens Plastik, kein Glas. Es gibt ein riesiges, ein Riesenfeld an wesentlich wichtigeren Themen.
Wo ich sagen würde, ja, wenn man das wüsste, dürfte man es nicht einnehmen.
[Nils Behrens] (13:35 - 14:30)
Es gibt die Legende, die du mir persönlich noch nie bestätigt hast. Deswegen bin ich mal gespannt, ob sie wirklich stimmt. Du hast ja ganz am Anfang die Firma gegründet.
Du hast ja ganz am Anfang grünen Tee importiert. Irgendwann wolltest du dein erstes Supplement machen und dann hast du dich mit den Lohnherstellern unterhalten. Und die Lohnhersteller, die üblicherweise so da waren, hast du da angefangen Fragen zu stellen.
Was für ein Kapselmaterial nehmt ihr? Wo kommen die Rohstoffe her? Was für ein Reinigungsmaterial benutzt ihr denn zwischen den Produktionsgängen und allem drum und dran?
Und dann haben die Leute gesagt, wie viel wollten sie bestellen? Und du sagst, ja so, ich dachte so 200 Einheiten. Irgendwie sowas zu Beginn.
Und dann haben die alle mehr oder weniger aufgelegt. Und dann soll angeblich, habt ihr eine Maschine in China gekauft, eine Kapselmaschine gekauft. Und angefangen hier im Keller selbst zu verkapseln.
Stimmt das halbwegs? Oder ist da auch ein bisschen was über den Flurfunk zur Urban-Mythe geworden?
[Jörg Schweikart] (14:31 - 16:13)
Ja, also im Grunde stimmt das. Im Grunde stimmt das, weil wir sehr dickköpfig waren. Wir wollten bei unseren Materialien bleiben.
Wir wollten keine Hilfs- und Zusatzstoffe verwenden. Und vor 15 Jahren war the Markt der Lohnhersteller noch viel schwieriger als heute. Heute könnte man bestimmte Dinge sicherlich auch draußen produzieren.
Wenn man eine bestimmte Qualität nicht hat, also wenn es einem nicht so wichtig ist, wie die Qualität ist, soll es überhaupt produzierbar sein. Damals war es gar nicht produzierbar. Kleinstserien waren äußerst schwierig bei Lohnherstellern herzustellen.
Es ist heute immer noch, aber damals ganz verrückt. Und uns wollte schlichtweg niemand fertigen. Also es ging nicht.
Weil wir hätten also auf unsere Philosophie verzichten müssen mit den Zusatzstoffen. Und wir waren gezwungen, eigene Maschinen zu kaufen. Und wirklich die ganz allererste Maschine war wirklich aus China.
Die haben wir dann im Keller zusammengebaut und haben dann selber angefangen zu verkapseln, um einfach mal zu verstehen, was die Probleme sind. Es war auch nur eine chinesische Anleitung dabei, habe ich gehört. Ja, ja.
Komplett gaga. Und natürlich haben wir da schnell die Maschinen gewechselt und unsere Erfahrungen gemacht und eine eigene Fertigung aufgebaut, die dann state of the art war. Aber so die ersten Anfangserfahrungen haben wir selber, also selbst an der Maschine gemacht, um zu sehen, wie kriegt man sowas überhaupt verkapselt.
Das wollte uns keiner zeigen und war keiner bereit dazu.
[Nils Behrens] (16:14 - 16:30)
Wenn man aber jetzt so eine Speziallösung entwickelt, das heißt also, weil der Marktstandard aus deiner Sicht nicht akzeptabel ist, Stichwort Lösungsmittel, Nanopartikel, Zusatzstoffe, du hast ganz viel gerade genannt. Kannst du vielleicht erklären, warum das so selten gemacht wird? Ist es Unwissenheit, ist es Bequemlichkeit oder ist es der Kostendruck?
[Jörg Schweikart] (16:31 - 18:19)
Ja, es ist eine Kombination aus Bequemlichkeit, Profitmaximierung und den extrem starren Strukturen der Lohnherstellung. Du kannst eben Standardrohstoffe und Rezepturen, die kannst du von der Stange kaufen. Die sind relativ preisgünstig, die laufen perfekt auf den Anlagen.
Da werden auch gerne gängige Press- und Verkapselungshilfsstoffe eingesetzt. Aber im Wesentlichen musst du dir vorstellen, der Markt, also fast alle Marken haben ja keine eigene Fertigung, sondern das ist ja, auch wenn sie fröhlich draufschreiben Made in Germany und so tun, als ob das ein hoher Qualitätsstandard wäre, und die Wahrheit ist eben genau anders, kommen die Rohstoffe ja vom Lohnhersteller, der kauft halt irgendwas ein. Aber der macht ja nicht die Arbeit, die wir machen und sourcen da jahrelang weltweit vergleichend einen Rohstoff, bis wir den Topfrohstoff gefunden haben und Custom-Made machen, da geht es ja schon los.
Du kaufst den Rohstoff von der Stange, dann kaufst du die Kapseln von der Stange, dann kaufst du die Rezepturen von der Stange. Und jede eigene Rezeptur zu entwickeln beim Lohnhersteller ist entsprechend aufwendig, braucht entsprechend große Serien. Das heißt, es ist schwierig, es ist für ein kleines Unternehmen, eine kleine Marke äußerst schwierig, mit dem Lohnhersteller zurechtzukommen.
Große Marken haben natürlich dann die Einkaufsmacht, aber sie blicken trotzdem nicht hinter die Kulissen der Rohmaterialien. Also das Entscheidende. Und dass dann die Kapsel gefüllt wird in Deutschland bei einem Lohnhersteller, das ist kein Qualitätsmerkmal.
[Nils Behrens] (18:20 - 19:30)
Ich muss dir dazu eine Geschichte sagen, die mich wirklich geschockt hat. Wahrscheinlich kennst du sie, aber ich möchte sie trotzdem an dieser Stelle teilen. Ich sage jetzt mal, eine sehr große Sportmarke im Supplementbereich, da habe ich mich jetzt am Wochenende mit dem Hersteller von Kreatin aus Deutschland unterhalten.
Und die haben zwei Marken, Creapure und CreaVitalis. Und da habe ich gefragt, Mensch, warum diese eine Firma, die hat ja zwei verschiedene Creapure, zwei verschiedene Kreatins, warum schreiben sie auf das eine euren Markennamen nicht drauf? Weil das nicht unser Produkt ist.
Aber es steht doch drauf, Made in Germany. Die haben ja nur zwei verschiedene Produkte. Eins ist Made in Germany, das ist teurer, und das andere ist nicht Made in Germany, das ist billiger.
Da ist beides Mal das Gleiche drin, das eine Mal wird es nur in Deutschland abgefüllt, deswegen schreiben die Made in Germany drauf. Weil ich sage ja in meinem Podcast immer, achtet darauf, dass ihr das Kreatin aus Made in Germany nehmt. Und dann scheinen die das tatsächlich jetzt einfach mal so ein Workaround gemacht zu haben.
Und wirklich, die verkaufen zweimal das gleiche Produkt und es ist jetzt keine Nischenmarke. Und das eine Mal ist Made in Germany, ist aber beides Mal das gleiche China-Kreatin drin. Ich meine, wie absurd ist denn das bitte?
Und das als eine große Marke sich überhaupt zu trauen.
[Jörg Schweikart] (19:30 - 19:34)
Das ist die Normalität im Markt, tatsächlich. Das ist die traurige Normalität im Markt.
[Nils Behrens] (19:34 - 19:42)
Ich war so geschockt. Ich denke, wenn das mal richtig öffentlich werden würde, ich meine, das ist doch auch für die Marke total beschädigend.
[Jörg Schweikart] (19:44 - 19:48)
Aber das ist der Standard. Ich kenne hunderte Beispiele.
[Nils Behrens] (19:49 - 19:59)
Ich war geschockt, der kleine Nils war geschockt. Aber was würdest du uns grundsätzlich sagen ist der größte Irrtum, den Verbraucher über die Qualität grundsätzlich haben, was das Thema Made in Germany betrifft?
[Jörg Schweikart] (20:00 - 20:57)
Also ganz klar, ein Riesenthema ist das, was wir gerade besprochen haben. Also Made in Germany, die Rohstoffe kommen ja in der Regel gar nicht aus Deutschland. Das wäre auch gar nicht möglich.
Und im Übrigen, wir wollen das auch gar nicht, weil wir wollen immer den besten Rohstoff weltweit. Und das ist mir eigentlich ziemlich schnuppe, ob der aus Taiwan kommt, aus Japan oder aus Frankreich, soll halt der beste sein und der zuverlässigste und der reinste. Aber im Markt läuft es in der Regel anders.
Fast alle Marken haben keine eigene Herstellung. Also sie kaufen über einen Lohnhersteller und dann schreiben sie gerne drauf Made in Germany. Und das Rohmaterial kommt halt irgendwo her und in der Regel sucht man das dann auch nicht aus, sondern es sucht der Lohnhersteller aus.
Das ist schon mal ein Riesenproblem, weil die Musik liegt natürlich im Rohmaterial.
[Nils Behrens] (20:58 - 20:58)
Total.
[Jörg Schweikart] (21:00 - 22:11)
Das Zweite dann auch, das Kapselmaterial kann auch extrem stören. Und wenn ich darauf keinen Einfluss nehmen kann, der Kunde merkt das nicht, da steht Made in Germany drauf, das klingt erstmal super. Dann die zweite Sache ist ja, es gibt so gut wie keine Produktinformationen über diese Rohmaterialien.
Du musst ja nichts angeben gesetzlich. Du musst ja nicht sagen, wie wird denn dein Mariendistelsamen-Extrakt genau hergestellt, wo kommt der, wie ist der Produktionsprozess, hat der jetzt Rückstände, wie viele Rückstände, musst du ja nicht. Das heißt, das wird eigentlich in der Regel verschwiegen, weil immer the Marktstandard gekauft wird.
Und der Marktstandard wird immer hergestellt, billig und zum Beispiel in diesem Fall mit chemischen Lösungsmitteln. Und natürlich sind dann da Rückstände drin. Das ist aber nicht gut, ein Mittel, was für die Leber gut sein soll, mit chemischen Rückständen, n-Hexan, finde ich nicht gut.
Nein, ist definitiv suboptimal. Das heißt, das ist schon ein großer Irrtum im Markt und meines Erachtens ist das fast auch ein bisschen irreführend. Was heißt fast ein bisschen irreführend?
[Nils Behrens] (22:11 - 23:12)
Ich meine, die zweimal das gleiche Zeug verkaufen und da einmal Made in Germany drauf schreiben, nur weil es woanders verpackt wurde. Ich meine, das ist schon echt, also mich hat das schockiert. Man muss ja sagen, wenn man dann auch weiß, wo die Herkunft ist, dann hat man natürlich auch dann wieder die Qual der Wahl, vielleicht auch so ein bisschen.
Das ist ja das, wenn ich jetzt mal so ein Beispiel nehme, Astaxanthin. Ich würde sagen, wahrscheinlich sind viele von den ZuhörerInnen jetzt hier, haben noch nie von Astaxanthin was gehört oder darüber nachgedacht. Und wir haben das einmal aus Hawaii, aus Chile und aus Österreich.
Und dann auch nochmal in der Dosierung 4 Milligramm, 8 Milligramm, 12 Milligramm. Und dann denkst du dir so, welches nehme ich jetzt? Und da kann ich natürlich auch schon verstehen, dass auf der einen Seite es toll ist, diese Vielfalt zu haben, auf der anderen Seite, dass dann auch viele Leute dann sagen, welches soll ich denn jetzt kaufen?
Und das ist natürlich dann wiederum toll, die Transparenz zu haben, auf der anderen Seite ist es natürlich dann auch eine gewisse Überforderung teilweise auch.
[Jörg Schweikart] (23:13 - 27:12)
Das stimmt. Also erstmal, warum machen wir das, warum haben wir das? Warum haben wir nicht nur eins und warum haben wir verschiedene Dosierungen?
Also wir verstehen uns ja als ein möglichst großer Toolbox-Anbieter von immer der besten Qualität zu einem super fairen Preis. Und da wollen wir so viel wie möglich anbieten. Das heißt, wir wollen nicht unseren Kunden sagen, das Einzelne hier ist das Beste, alles andere haben wir nicht, wir konzentrieren uns nur auf eins, wäre viel einfacher für uns.
Sondern wir sind überzeugt, dass es eben nicht das eine Beste gibt, sondern manchmal gibt es eben drei Hervorragende und die je nach Anwendungsfall und je nach Belieben oder auch nach Glaubenssatz unterschiedlich gut sein können. Und es gibt natürlich Situationen, da wäre das eine besser und andere Situationen das andere besser. Deswegen unterstützen wir das.
Wir nehmen also die Arbeit auf uns ein riesiges Sortiment anzubieten, wo man selbst innerhalb der Astaxanthin-Kategorie da noch Seins findet. Und ich gebe dir hier nochmal ein paar Informationen, was bei Astaxanthin uns umtreibt. Das ist ja eine Rotalge, die mit Sonnenlicht wächst in einem offenen Tank und wenn du in einem offenen Tank gedeihst, dann bist du der Umwelt ausgesetzt.
Das finden manche erstmal bedenklich und da gibt es aber auch Astaxanthin, das quasi hergestellt wird in einem geschlossenen Glas-Tank-System, Glas-System. Das bekommt aber jetzt kein direktes Sonnenlicht mehr. Das leuchtet ja ein, dass da irgendwas anders chemisch, physikalisch abläuft als in einem offenen Tank.
Und um jetzt nicht so sehr ins Detail zu gehen, es gibt also tatsächlich Gründe und Konsequenzen aus, wie du es anbaust, wie du es herstellst. Wenn wir es dann in einem offenen Tank haben, wollen wir es natürlich irgendwo im offenen Tank haben, wo die Umweltbelastung möglichst gering sein kann. Also in dem Fall aus der Atacama-Wüste in Chile.
Und wenn wir es im Glas herstellen, dann müssen wir wieder schauen, dass was als Fertilizer, als Dünger und so weiter benutzt wird, auch wieder rein ist. Also in dem Fall kommt es aus Österreich. Und es gibt eben Ärzte, Heilpraktiker und Kunden, die schwören auf diese Qualität und die anderen schwören auf diese Qualität.
Wir haben da unsere eigene Meinung, aber in der Regel ist die tatsächlich differenziert. Und ich habe es mir an der Stelle ein bisschen leicht gemacht und habe dann gesagt, wisst ihr was, wir bieten einfach alles an, was das Beste ist. Und die Experten werden eh entscheiden und die haben eh ihre Meinung.
Die finden das dann auch bei uns und die finden das gut, dass wir alles haben. Und manche lernen auch erst durch die Unterschiede, was wirklich gute Qualität ist. Das ist unsere Philosophie.
Und wir wollen jetzt nicht vorschreiben, was das Beste ist, sondern wir versuchen, das möglichst ausdifferenziert anzubieten. Das Zweite, was ich sagen muss, gesetzlich ist es ja leider so, dass wir gar nicht viel sagen dürfen. Also wenn ich alles sagen dürfte, was ich weiß, dann hättest du dieses Problem nicht.
Dann wäre eine ganz klare Anleitung da. Für den Fall das, für den Fall das. Wir hoffen, dass durch die Verbreitung von KI es viel einfacher wird, für Menschen das genau nachzulesen.
Und das unterstützen wir auch sehr. Das heißt, ich sehe da was kommen, was wir auch einsetzen können, um eine deutliche Erleichterung bei der Auswahl der Produkte herbeizuführen.
[Nils Behrens] (27:13 - 27:43)
Du hast ja eine deutliche Erleichterung der Produkte Anfang des Jahres für zumindest die Stammkunden von Sunday gemacht. Es gibt dann ja jetzt den offiziellen Jörg Schweikart Core Stack. Das heißt also, eigentlich so eine Art universelles Fundament, wo man sagt, das ist das, wenn man sagt, okay, was ist so dieses einmal von A bis Z grundversorgte Produkt, dann nimm diese Zusammensetzung.
Was ist für dich die eine biologische Wahrheit hinter dem Core Stack?
[Jörg Schweikart] (27:44 - 28:48)
Also ich beschäftige mich intensiv mit Labortests und Nährstoffmängeln seit über 20 Jahren. Und zwar nicht nur bei mir selbst intensiv, sondern im ganzen Freundes- und Familienkreis, hier in der Firma und im Austausch mit Ärzten, da mit vielen, vielen tausenden Patienten. Und es gibt schon einige Beobachtungen, die ich extrem finde, die vielleicht auch gar nicht so bekannt sind immer.
Wenn ich die mal zusammenfasse, also Nährstoffmängel sind weit verbreitet. Das wird einem immer anders suggeriert. Das stimmt aber nicht.
Also ich habe tatsächlich noch keinen einzigen Menschen im Labortest gesehen, der keinen Mangel hatte. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Also ich habe noch keinen, ich selbst auch noch keinen, obwohl ich viel supplementiere.
Und außerdem zeitlich wechselnd. Das heißt, einen Monat war Kupfermangel da, irgendwann anders war B1-Mangel da, total unberechenbar.
[Nils Behrens] (28:49 - 29:12)
Total, total. Und das war bei mir auch so, ich bin ja großer Fan von Bluttests, ich mache echt viel, viel mehr als der normale Mensch und ich sehe, wie dann das auch immer wieder wechselt. Also wirklich so auch von mir, dass ich dann immer wieder habe.
Mein Lieblingsbeispiel, was ich ja schon mehrfach erzählt habe, ist, dass ich eine Zeit lang zu viel von unseren Vitamin-C- und Zink-Gummis gegessen habe. Und dann hatte ich auf einmal einen Kupfermangel, weil der Rezeptor dann einfach dauerhaft belegt war mit dem Zink, was ich immer zu mir genommen habe.
[Jörg Schweikart] (29:12 - 29:30)
So ist das. Auch ein Riesenthema, über das wir noch sprechen müssen. Dann hast du den Trend zu speziellen Ernährungsgewohnheiten, Reduktion im Fleischkonsum.
Aber du hast eine weitverbreitete einseitige Ernährung, du hast Veganer, du hast bestimmte Diäten. Low-Carb.
[Nils Behrens] (29:31 - 29:34)
Wie viele Leute durch Low-Carb nicht mehr genügend Ballaststoffe zu sich nehmen.
[Jörg Schweikart] (29:36 - 31:52)
Du hast sicherlich eine geringere Nährstoffdichte in den Lebensmitteln, die wir so einkaufen. Man denke nur an irgendwelche kraftlosen, geschmacklosen Tomaten aus dem Gewächshaus. Du hast teilweise krasse Lifestyle-Probleme, also Alkohol, Drogen, Diäten, Stress.
Schlafmangel. Oder schlechter Schlaf. Auch körperlicher Stress.
Du hast tatsächlich eine zunehmende Zahl an Umwelttoxinen, also galoppierend. Und die im Übrigen ja nicht nur schadhaft wirken auf den Organismus, sondern auch Nährstoffe und Vitalstoffe selbst verzehren. Also der Körper braucht viel mehr durch deren Anwesenheit, um deren Herr zu werden.
Du hast eine steigende Zahl an chronischen Krankheiten. Chronische Krankheiten führen wiederum zum erhöhten Nährstoff- und Vitalstoffbedarf. Du hast eine überraschend weite Verbreitung an diesen enzymatischen Polymorphismen.
Also zum Beispiel die MTHFR-Störung. Man muss sich mal vorstellen, die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist betroffen davon. Wirklich?
Ja, über 50 Prozent. Die führen zu einer schlechteren Verwertung auf zellulärer Ebene. Das heißt, du kannst im Blut in deinem Labortest angeblich ausreichende Nährstoffe finden oder zu dir nehmen.
Die sind aber quasi für die Zellen wertlos. Teilweise wertlos, gänzlich wertlos. Das betrifft die Mehrheit der Menschen in Gesamteuropa.
Ich komme dazu noch. Dann muss man sich auch mal festhalten, was schätzt du denn, wie viele Menschen nehmen bestimmte Medikamente ein? So in Deutschland ungefähr.
Wie viel Prozent der Leute Medikamente einnehmen? Die bekanntesten sind ja Magensäureblocker, Blutdrucksenker, Herzmedikamente, Cholesterinsenker, Diabetesmedikamente, bestimmte Schmerzmittel. Und auch, sagen wir mal, nicht als Medikamente, aber die Antibabypille.
So, jetzt schätzt doch mal in Deutschland. Magensäureblocker.
[Nils Behrens] (31:52 - 31:58)
Als regelmäßige Medikamente. Ich würde sagen, das wird wahrscheinlich 65 Prozent.
[Jörg Schweikart] (31:59 - 32:02)
Ja, 10 bis 12 Millionen Menschen in Deutschland.
[Nils Behrens] (32:02 - 32:04)
Okay, das sind dann doch weniger.
[Jörg Schweikart] (32:04 - 32:16)
Also, wenn du alles zusammen, wenn du die Überschneidung rausnimmst, ist im Grunde jeder vierte bis dritte Deutsche von Mikronährstoffproblemen aus der Einnahme von Medikamenten betroffen.
[Nils Behrens] (32:17 - 32:18)
Hätte ich gedacht, es sind noch mehr.
[Jörg Schweikart] (32:18 - 32:23)
Aber jetzt nimmst du die über 50-Jährigen und dann hast du natürlich nochmal eine ganz andere. Dann bist du in der Mehrheit.
[Nils Behrens] (32:24 - 32:41)
Du, ich habe das wirklich in der letzten Zeit, also ich kriege ja von Freunden in letzter Zeit sehr, sehr häufig ihre Laborberichte immer so geschickt. Wenn ich mir einmal die Entzündungswerte bei denen anschaue, ist es wirklich so. Ich meine, das sind alles diese, die Leute jetzt alle über 50, die haben ja alle wirklich hohe Entzündungswerte.
Da kriege ich ja jedes Mal Angst, wenn ich das sehe, ehrlich gesagt.
[Jörg Schweikart] (32:43 - 33:22)
Silent Inflammation, extrem. Magensäureblocker, wissen kaum. Gehst du zum Arzt, der sagt dir das nicht.
Also viele. Magensäureblocker rauben typisch B12, Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink. Das sind alles elementare Themen.
Blutdrucksenker, Herzmedikamente, da geht es dann häufig um Magnesium, Kalium, Zink, B1, Melatonin. Das wissen auch wenige, Melatonin und Q10. Melatonin, ist ja klar, was passiert da mit deinem Schlaf.
Cholesterinsenker, Statine, Q10, D3, Diabetes, B12, B9, Schmerzmittel, Folsäure, B12, Eisen, die Antibabypille, B6, B9, B12, Magnesium, Zink.
[Nils Behrens] (33:23 - 33:42)
Da muss ich jetzt einmal an dieser Stelle kurz, ich kritisiere dich ja seltenst. Aber wir haben ja ein pflegeleichtes Produkt speziell für Frauen, die die Antibabypille nehmen, damit die ihre Mikronährstoffe aufnehmen können. Und das Ding heißt ja PillExit.
Und für mich klang das immer so, für die Leute, die die Pille absetzen. Aber eigentlich ist es ja auch für die Leute...
[Jörg Schweikart] (33:42 - 36:01)
Ich bin ja sehr dankbar für jeden besseren Namen, der regulatorisch erlaubt ist. Okay, okay, wir kommen vom Thema ab. Lass uns doch mal kurz durchgehen.
Welche drei Fragen sollte sich... Ja, ich habe die Frage noch nicht ganz beantwortet. Also der Hintergrund ist jetzt erstmal die Beobachtung, dass Mängel viel verbreiteter sind, als man uns gerne so aus bestimmten Richtungen suggerieren möchte.
Und dass diese Mängel zeitlich auch sich ändern. Je nach Situation, Lebenssituation, je nach Krankheit, je nach Krankheitsverlauf, je nach Stresssituation. Und dann ist eben auch das Problem, was du schon erwähnt hast, dass wenn Monosubstanzen hochdosiert eingenommen werden oder über längere Zeit eingenommen werden, man denke an Zink, man denke an Kupfer, man denke an Selen, dass dann die konkurrierenden Substanzen runtergedrückt werden können.
Das habe ich häufig beobachtet, auch bei mir selbst. Und dann hast du noch das nächste Problem, dass wenn du viele Sachen einnimmst gleichzeitig und die nicht auf die Transportwege abgestimmt sind. Also das sind die konkurrierenden Transportwege, Resorptionswege im Körper.
Wenn ich immer nur die gleiche Form einnehme von allen Mitteln, dann konkurrieren die eben stärker. Und da ist es halt sinnvoll, das aufeinander abzustimmen. Und letztlich bin ich irgendwann zum Schluss gekommen, dass für die Prävention und für das Angehen bestimmter Probleme es viel besser ist, auf sehr gute Multis zu setzen.
Ich kenne aber auch Leute, die haben 40 Gläser auf dem Tisch mit Monosubstanzen. Das kannst du natürlich auch so lösen. Und die wechseln die dann auch.
Das sind natürlich Experten. Ich will jetzt keine Namen nennen, aber es sind ausgesprochene Experten. Aber ich denke mal, dass das für den Normalo sehr herausfordernd ist.
Total. Und mit diesem Core Stack haben wir eigentlich das zusammengefasst, was ich selber nehme, was ich meiner Familie empfehlen möchte, was ich all meinen Freunden empfehle, wo man quasi mit relativ wenig Gläsern und einem relativ geringen Budget eigentlich das Wichtigste abdeckt.
[Nils Behrens] (36:01 - 36:01)
Ja.
[Jörg Schweikart] (36:02 - 36:21)
Und das ist so die Denke dahinter. Das heißt, ein völlig anderes Narrativ, als zu sagen, Nährstoffmängel gibt es gar nicht viele, kriegst du super durch deine Ernährung abgedeckt. Und wenn du mal im Labor was feststellst, dann kannst du ja ein bisschen was nehmen.
Das halte ich für grundfalsch.
[Nils Behrens] (36:22 - 37:51)
Ich finde, meine Lieblingsaussage ist ja immer so, ich nehme nichts, ich ernähre mich gesund. Wo ich immer denke, okay, wie viel rohen Fisch isst du denn täglich, damit du weiter auf dein Vitamin-D-Level kommst? Ich meine, über die Ernährung Vitamin D aufzufüllen ist einfach absurd.
Und ich finde ja einen Punkt ganz wichtig. Ich hatte das Vergnügen, letzte Woche im Axel Springer Journalisten Club eine kleine Keynote zu halten. Und da habe ich das Thema Multivitamine auch nochmal aufgenommen, weil auch ich bin mal irgendwann darauf reingefallen, mir hat Herr Streeck in einem Interview auch mal gesagt, Multivitamine verkürzen das Leben.
Und da gab es ja diese JAMA-Studie, die tatsächlich in Amerika durchgeführt wurde, auch eine relativ große Probandenzahl, 390.000 Probanden. Und die hatten eine erhöhte Sterblichkeit bei den Leuten, die Multivitamine einnahmen, von 4%. Gegenüber denen, die keine nahmen.
So, jetzt muss man aber auch sehen, dass das auch nur im ersten Zyklus war. Im zweiten Zyklus hat sich der schon wieder reduziert. Also da war der gleich wieder bei 0.
Das heißt, eigentlich müsste sich so ein Effekt ja verstärken und nicht verringern. Das ging über 20 Jahre. Und darüber hinaus ist es ja so, dass man ja auch sehen muss, das waren ja alles gesunde Menschen sozusagen, die sie da untersucht haben.
Und wenn man sich überlegt, wer nimmt denn regelmäßig Multivitamine, das sind ja häufig die, die krank sind, die sich krank fühlen. Also von daher ist das so ein bisschen wie Leute, die häufig Sonnencreme benutzen, kriegen häufiger Hautkrebs. Ja, weil sie häufig in der Sonne sind.
[Jörg Schweikart] (37:51 - 38:20)
Also die Studienlage ist schwierig. Ja, ich will nur daran erinnern, bis vor kurzem, ganz vor kurzem, haben die Studien noch ergeben, dass der Konsum von Alkohol in einem gewissen Maß förderlich sei. Und jetzt ist aber ganz klar, also jetzt ist der Kanon eindeutig, nein, auch kleinste Mengen sind nicht förderlich, sondern umgekehrt.
Also bei Nährstoffen ist es ja ganz extrem so. Also die Studienlage ist da sehr, sehr verwirrend.
[Nils Behrens] (38:20 - 39:04)
Es sind ja immer Beobachtungsstudien. Beobachtungsstudien heißt ja, dass die Leute im Grunde beobachten und ihnen Fragen stellen. So, und wenn ich dich jetzt frage, was du denn gestern Mittag gegessen hast, bei dir würde ich noch glauben, dass du ja darüber eine Antwort hast, aber bei mir, ich müsste schon einen Augenblick darüber nachdenken.
Dann kann ja jeder jetzt mal kurz vor sich drüber nachdenken, wenn du so einen Fragebogen dann regelmäßig gestellt bekommst, und jetzt reden wir mal über vorgestern Mittag. Oder letzte Woche Donnerstagmittag. Also ich meine, das sind alles so Sachen in diesen Beobachtungsstudien, die sind natürlich auch echt.
Da sind solche unglaublichen Varianzen auch drin und Störfaktoren, die einfach nicht unter Laborbedingungen stattfinden. Also von daher, aber gut. Lass uns zurückkommen zum Core Stack.
So. Welche drei Fragen sollte sich jede Person stellen, bevor sie ein Supplement nimmt, damit es, ich sag mal, nicht zum Schießen im Dunkeln wird?
[Jörg Schweikart] (39:06 - 42:59)
Genau, also das ist eine sehr, sehr schwierige Frage. Die ist sehr komplex und man kann sie kaum knapp beantworten. Was ich jetzt gerne tun würde hier, aber ich will mal ein paar wichtige Gedanken und Anregungen dazu geben.
Erstens sollte man sich schon darüber klar werden, wie ist mein Lifestyle, wie ist meine Ernährungsgewohnheit, wie viel Stress habe ich, und zwar psychisch und körperlich. Das Zweite ist, man sollte ehrlich sein und darüber nachdenken, habe ich Darmprobleme, Magenprobleme, Verdauungsstörungen, kann ich Nährstoffe überhaupt vernünftig aufnehmen? Also habe ich Malabsorption?
Sehr weit verbreitetes Thema. Man müsste darüber nachdenken, weil manchmal haben Menschen Darmstörungen, nehmen die so hin, therapieren die nicht und glauben, dass auch dann die Nährstoffaufnahme noch normal sei. Das ist natürlich nicht so.
Haben die Menschen chronische Erkrankungen? Wir wissen, wie die Statistik ist, es gibt unfassbar viele mit chronischen Erkrankungen. Chronische Erkrankungen brauchen Nährstoffe, mehr Nährstoffe.
Liegen Entzündungen vor? Wie viele Menschen haben Entzündungen? Unglaublich.
War ich Toxinen ausgesetzt durch meinen Beruf? War ich Schweißer und habe Dämpfe eingeatmet etc.? Nehme ich Medikamente ein?
Die Mehrheit über 50 nimmt Medikamente ein. Möchte ich präventiv was tun, um chronische Krankheiten zu verhindern oder anzugehen und Mängel vorzubeugen, um ein besseres Altern zu unterstützen? Oder ist mir das eigentlich egal und ich bin quasi so ein Typ in der Notfallmedizin.
Also ich habe da einen großen Mangel mit einer Krankheit und dann ist es eigentlich schon zu spät und dann fange ich an zu supplementieren. Also jedes einzelne Thema, was ich angesprochen habe, spricht für sich genommen dafür schon, präventiv oder gezielt Mikronährstoffe einzunehmen. Das ist schon mal das Wichtigste, dieses Gewahrwerden, in welcher Situation bin ich eigentlich.
Und bei manchen Krankheitsbildern und Symptomen sind Mikronährstofftests zwingend erforderlich, werden aber häufig nicht gemacht. Aus Kostengründen, aus Unwissenheit. Wie viele ältere Menschen machen keinen Aminosäurestatus und nehmen dann Psychopharmaka und Ähnliches?
Ich könnte dir tausende Beispiele nennen. Das ist verheerend. Und eine wichtige Frage, wenn ich anfange Supplemente zu nehmen, ist auch, mache ich es jetzt irgendwie so auf gutem Glauben alleine?
Oder wo informiere ich mich? Vertraue ich einem Arzt, der vielleicht gar keine Ahnung hat, weil du weißt, das ist ja immer noch nicht Teil der Ausbildung. Man denkt, jeder Arzt müsste es wissen, aber per se wissen die gar nichts über Mikronährstoffe.
Das ist nicht Teil der Ausbildung. Sie wissen es also nicht. Und bei Heilpraktikern auch nicht.
Die brauchen eine spezielle Ausbildung dafür. Das fällt da auch nicht aus der Heilpraktikerausbildung. Das ist nicht Teil der Heilpraktikerausbildung.
Also hat dieser Therapeut, der mich behandelt und mich berät, überhaupt ein Wissen? Woher hat er das Wissen? Oder ist er eigentlich so ein innerer Gegner, weil er denkt, das ist ja eh keine Schulmedizin.
Also ein Riesenproblem. Und wenn ich anfange zu supplementieren und mich solchen Leuten anvertraue, dann mache ich alles falsch. Das Nächste ist, jetzt mache ich Labortests.
Mit welchen Diagnostika kann ich denn überhaupt eine gute Diagnose machen? Das ist ziemlich komplex. Nicht einfach.
Man muss eigentlich schon wieder wissen, was man tut. Das heißt, ich kann mich auch nicht darauf verlassen, irgendeinen Wald- und Wiesentest zu machen und dann anfangen, Monosubstanzen zu supplementieren. Und das war's, weil zwei Monate später habe ich einen anderen Mangel oder ich drücke mir bestimmte Nährstoffe runter.
Oder es fehlen die Co-Faktoren. Richtig. Oder ich nehme sogar die falschen Substanzen, weil ich in die Apotheke gehe und kaufe mir irgendeine hergelaufene Folsäure.
[Nils Behrens] (43:00 - 43:06)
Ja, aber Eisenmangel. Ich hatte das hier auch im Gespräch. Wenn du kein Vitamin-C-Level hast, dann kommt da auch nichts an.
[Jörg Schweikart] (43:06 - 44:51)
Dann das Thema Dosierung. Also die allgemeine Medizin und Labordiagnostik zielt ja eher darauf ab, so Krankheiten wie Skorbut abzuwenden. Also wie überlebe ich gerade noch?
Wie viele Milligramm brauche ich am Tag? Wenige Milligramm, damit ich keinen Skorbut bekomme. Das ist das Narrativ der alten Zeit.
Für mich ist das so 19. bis 20. Jahrhundert.
Die Wissenschaft ist da ja ganz irgendwo anders. Und die Erfahrungsmedizin, also die Leute, die wirklich an der Speerspitze mit vielen Patienten arbeiten, die schütteln ja nur den Kopf. Also der therapeutische Dosierungs- und der präventivmedizinische Dosierungsansatz ist ein ganz anderer, als mit zwei Milligramm Vitamin C Skorbut zu verhindern.
Und das ist ja bei allen Nährstoffen so. Da Bescheid zu wissen, ist nicht so einfach. Wenn man Labortests hat, kann man sich orientieren, okay.
Aber so einfach ist das nicht. Ich weiß nicht, wann du den letzten vollen Status gemacht hast. Aber wenn du da die relevanten 40, 50, 60 Marker haben willst, dann bist du schon mal bei mindestens drei oder vier unterschiedlichen Laboren.
Und dann zahlst du in der Regel mehrere tausend Euro. Wer kann sich denn das leisten? Wer hat das Know-how?
Und wer bringt diese Labore zusammen? Das machen sehr, sehr gute Ärzte und Heilpraktiker. Aber wenn du damit alleine anfängst, ist das schwierig.
Also an der Stelle kann ich sehr lobend erwähnen die tollen Bücher von Dr. Helena Orfanos-Boeckel. Absolut. Für mich die absolut besten Standardwerke dazu, wo man sich informieren kann.
Aber wenn man das dann in der Praxis macht, ist teuer und schwierig.
[Nils Behrens] (44:52 - 46:10)
Das ist es definitiv. Und ich möchte nur kurz einmal was noch zu deinem Thema Ärzte sagen. Ich bin immer wieder so überrascht, wie wenig es auch so Standard geworden ist.
Weil, ganz ehrlich, ich finde das Thema, ich hatte jetzt gerade am vorletzten Wochenende eine Mutter getroffen, deren Kind ganz viel Neurodermitis hat. Und da meinte ich dann so, wie sie es denn mit der Omega-3-Supplementierung halten würde. Ich meine, sie hatte noch nichts gehört in dem Zusammenhang.
Und da denke ich dann so, das wundert mich total. Weil ich meine, ganz ehrlich, ich kenne so viele Menschen, die es komplett in den Griff bekommen haben, nur durch Omega-3. Durch kein einziges Medikament, nur durch eine hohe Dosierung von Omega-3.
Und gerade bei Kindern, wo es noch in so einem frühen Stadium ist, kannst du es ja wirklich auch so in den Griff kriegen, dass es eigentlich auch nie wieder kommt. Also ich will hier keine Heilsversprechen machen, sonst das gar nicht. Aber das ist meine Erfahrung, die ich von ganz vielen Leuten habe, die immer unter Neurodermitis gelebt haben.
Und ich finde das so abenteuerlich, dass das immer noch nicht so ein Standard dann eigentlich in der Behandlung geworden ist. 100 Prozent. Das wird eben auch nie ausgebildet.
Wahnsinn. Wenn wir jetzt mal zu den drei Klassikern kommen, Vitamin D3, K2, Omega-3, Magnesium, wo siehst du in der Praxis den größten Mangel? Und bei welchen der drei tust du dich am schwersten, ich sage jetzt mal, Kompromisse zu akzeptieren?
[Jörg Schweikart] (46:11 - 47:19)
Also wenn man den großen Kamm schert, dann findest du schon insgesamt die krassesten Mängel bei Vitamin D. Immer noch. Ich glaube 65 Prozent in Deutschland.
Ja, unfassbar. Und da auch die Frage des Spiegels wieder. Also ich gehe ins Labor, der Arzt sagt mir passt schon, dann bin ich bei einem Spiegel von 20, aber ein Spiegel von 40 bis 60 oder 70 wäre vielleicht angemessen.
Da geht es ja dann schon los. Magnesium, sehr weit verbreitet. Omega-3, der Fettsäurestatus versus Omega-6, also sehr sehr häufig nicht in Ordnung.
Aber auch überraschend B9, B12 und Eisen. Eisen sehr weit verbreitet, B9, B12 auch. Und wir sind ja ein Selenmangelgebiet hier in Deutschland, das heißt im Getreide und so weiter ist zu wenig Selen.
Der Lutz Schomburg war ja auch hier im Podcast, der bedeutendste Selenforscher hier in der Charité. Wenn man dem zuhört, dann würde man jeden Tag nur noch Selen nehmen.
[Nils Behrens] (47:19 - 47:21)
Wobei es ja so wenig ist.
[Jörg Schweikart] (47:21 - 47:42)
Es ist ja so wenig, was du brauchst. Und billig und einfach und safe und sicher und eines der am besten wissenschaftlich untersuchten Themen, gerade was Mängel angeht, was da passiert. Mir wurde früher mal empfohlen, ich sollte einfach Paranüsse essen und ich meine, da sind die anderen Downsides.
Das ist unkontrollierbar, dass du in einer so viel in der nächsten viel zu viel...
[Nils Behrens] (47:42 - 47:45)
Ja nicht nur das, du hast ja auch immer dieses radioaktive Thema.
[Jörg Schweikart] (47:45 - 49:06)
Auch das. Und dann ist aber auch klar, das ist ja nur über den großen Kamm, im Alter hast du dann wieder so Themen wie Q10, GABA, du hast Themen wie Protein. Das heißt, lebenssituationsabhängig und krankheitsabhängig etc.
hast du schon wieder andere Themen auch, die genauso stark sein können. Und ich sage immer, das Problem ist ja, nur ein paar von diesen Nährstoffen einzunehmen, rettet dich ja nicht, wenn du ausgerechnet einen krassen B1-Mangel hast und deswegen riesige Probleme. Also ein Nährstoffmangel kann ja dazu führen, dass du schwer krank wirst.
Das ist ja das Problem. Welcher ist denn das jetzt von den 50, 60 verschiedenen Markern? Welcher ist das jetzt?
Also ich hatte mal eine Zeit tatsächlich B1-Mangel, da war ich auf der Vitafoods, dieser Messe für Nahrungsergänzung und da hat mir ein amerikanischer Hersteller sein B1-Produkt in so einem Gummi angeboten, so ganz hochdosiert. Und auf einmal merkte ich nach zwei Stunden einen riesigen Unterschied. Ich war auf einmal nicht mehr müde.
Innerhalb von zwei Stunden. Und es ist mir klar geworden, ich glaube ich habe einen B1-Mangel. Weil ich den ausgerechnet nicht getestet hatte und das war auch so.
Und ja, dieses eine Ding, müde ist ja nur eins, aber das kann dich eben auch schwer krank machen.
[Nils Behrens] (49:07 - 50:10)
Ich hatte tatsächlich letzte Woche ein Gespräch mit einem Urologen und da sind wir auch auf das Thema TRT, also Testosterone Replacement Therapy, rausgekommen. Und er sagte so, er kennt kaum jemanden, bei dem es Sinn macht. Also ich hatte hier einen Podcast dazu, da haben die was anderes gesagt, aber ich will auf etwas anderes hinaus.
Er meinte, viele nehmen es ja in erster Linie, weil sie sich so schlapp fühlen. Und die Ursachen für das Schlappfühlen liegen ganz häufig nicht an einem niedrigen Testosteronwert, sondern die liegen ganz häufig an anderen Themen. Und da sind wir wieder bei den Mitochondrien-Aktivitäten, da sind wir eben halt dabei, wie sieht dein Q10-Status aus, solche Dinge, B-Vitamine.
Also das ist ja, alles geht ja darum, wie kommt die Energie rein, dass der NAD+-Spiegel hoch genug ist, dafür sind die B-Vitamine wichtig, dann müssen die Turbinen gut geschmiert sein, dafür ist dann das Q10 wichtig, dann muss das gut abtransportiert werden, da reden wir über Kreatin. Und wenn du diese Kette einfach mal sauber aufbaust, kann es sein, dass du dir diese ganzen Testosteronspitzen sparen kannst, weil du dann wieder die Energie bekommst. Und das finde ich so toll daran, weil dein Beispiel sagt das ja gerade.
[Jörg Schweikart] (50:10 - 51:02)
Genau, das ist komplex und man muss die Zusammenhänge ein bisschen verstehen. Und um auf deine Kompromissfrage deswegen einzugehen, das ist ungefähr, als ob man sagen würde, im Auto, ich packe da Benzin rein, aber kein Öl. Den Kompromiss kannst du nicht eingehen.
Kompromisse sind da eigentlich nicht möglich. Du kannst jetzt nicht sagen, na gut, ich nehme jetzt B-Vitamine, aber ich nehme keine, also da wo du halt, jeder Mangel ist ein gravierender Mangel zu viel. Kompromisse, schwierig, geht nicht richtig, musst du auch nicht eingehen.
Ich wüsste jetzt auch noch nicht, warum man Kompromisse machen sollte, weil es gibt heute eben gute Multis, gute Core Stacks von uns und von anderen sicherlich. Und das ist ja auch gar nicht so teuer. Also das geht schon.
[Nils Behrens] (51:03 - 51:27)
Ich finde trotzdem, Kompromisse war auch ein bisschen mein Ziel meiner Frage, weil viele nehmen ja Supplements ein, wissen aber gar nichts über Sachen wie Oxidationswerte. Also ich habe zum Beispiel das Thema TOTOX-Wert auch erst hier im Podcast einmal gelernt, was das eigentlich bedeutet. Bei Omega 3.
Bei Omega 3 zum Beispiel. Schwermetallbelastung, Bioverfügbarkeit. Was sind aus deiner Sicht denn so die häufigsten Fehler, die du beobachtest?
[Jörg Schweikart] (51:27 - 52:51)
Also die häufigsten, es gibt tatsächlich extrem viele Themen, die immer noch umgeistern. Und das liegt auch daran, wenn so viele Interessen an diesem Nährstoffmarkt, so viele unterschiedliche Interessen, auch so Marketingthemen an diesem Nährstoffmarkt haben. Ist ja ein boomender Markt mit so vielen Teilnehmern, kleine, große, irgendwelche Influencer, jeder muss sich irgendwo abgrenzen und Dinge verkünden.
Es müssen Trends gesetzt werden und dann ist auf einmal der Stoff das Allheilmittel und dann dieses. Dann hast du Ärzte, die keine Ausbildung haben, die dagegen wettern oder eine eigene Meinung haben, aber die nicht fundiert ist und du hast so eine Gemengelage, die total komisch ist. Ich habe manchmal das Gefühl, wir sind erst am Anfang.
Und Dinge, also wir haben ja schon besprochen, die so ganz häufig passieren, das ist Made in Germany, dass das jetzt tolle Qualität und Reinheit ist. Ich finde auch, es gibt immer noch irrsinnig viele Marken, die komplett überteuert sind. Komplett, teilweise drei oder viermal teurer als wir.
Ohne Grund, wo wir reiner und besser sind. Ich finde das irre, dass ein Markt sowas aufrechterhalten kann, dass die Leute das glauben. Dann finde ich krass diese Trends.
Jedes Quartal, jedes halbe Jahr kommt ein neuer Trend, was häufig zu krassen Überdosierungen führt oder zu hohen Einnahmezeiten. Dann gibt es immer so die Sau, die durchs Dorf getrieben wird.
[Nils Behrens] (52:51 - 53:14)
Ich hatte vor drei Jahren mal ein Angebot bekommen, da war ich noch beim Lanserhof, mit dem wir kooperieren wollten. Die hatten ein Produkt nur für Curcumin, nur Curcumin. Und die Monatsdosis sollte dann irgendwie 89 Euro kosten.
Ja, unfassbar. Und dann habe ich ja nur Curcuma, ich habe nichts anderes, 89 Euro.
[Jörg Schweikart] (53:14 - 55:10)
Und könnte für wenige Euro angeboten werden. Ja, es ist verrückt, es ist verrückt, was draußen passiert. Und einer der Fehler, die ich auch sehe deswegen, ist, dass manche Sachen trendig in zu hohen Dosierungen genommen werden, die aber dafür gar nicht vorgesehen sind oder zu lange eingenommen werden, obwohl man mal Pausen machen sollte.
Das trifft insbesondere auf bestimmte Polyphenole zu oder bestimmte Extrakte. Auch der Longevity-Trend bringt so ein paar Stilblüten mit sich, wo man vielleicht nicht immer alles jetzt schon weiß und ein bisschen vorsichtig sein sollte. Umgekehrt gibt es noch dieses krasse Narrativ draußen aus dem letzten Jahrhundert mit dieser Notfallmedizin.
Also wie viel Milligramm von irgendwas brauche ich oder Mikrogramm, damit ich nicht gerade sterbe. Aber das löst ja gar keine Probleme. Das ist ja nur, also so Mängel, subklinische Mängel sind verheerend.
Und da gibt es so ein Narrativ, was auch noch stark von den Medien unterstützt wird oder von irgendwelchen Verbraucherschützern, die suggerieren, man braucht also eigentlich gar nichts, kannst du alles mit Lebensmitteln machen. Verrückt ist das. Die Experten schütteln den Kopf.
Dann ein krasser Fehler, finde ich, ist dieser einseitige Einsatz von Monosubstanzen und nicht das ausgewogene, aufeinander abgestimmte Multi oder die 40 Gläser, die 50 Gläser auf dem Tisch, kannst du auch machen. Das finde ich ein extremes Ding. Dann wird häufig behauptet, man muss alles nüchtern einnehmen, sonst nimmst du es nicht auf.
Dann denke ich mir, die Sachen sind auch nicht teuer, dann nimm halt ein bisschen mehr, aber nimm sie auf jeden Fall zum Essen oder nach dem Essen, damit du deine Magenschleimhaut nicht zerstörst. Also ich könnte das gar nicht machen. Ich weiß nicht, wie manche Leute überhaupt, was für eine Konstitution sie haben, um das auszuhalten.
[Nils Behrens] (55:10 - 55:10)
Nüchtern?
[Jörg Schweikart] (55:11 - 57:07)
Ja. Also für mich ein völliges Rätsel, ehrlich gesagt. Ja, und das wird dann empfohlen, wenn du deinen Spiegel nicht hoch bekommst.
Aber meines Erachtens liegt es nicht an nüchtern, meines Erachtens liegt es dann an Co-Faktoren. Oder es liegt an einer Resorptionsstörung oder du müsstest vielleicht mal ein liposomales probieren oder zur Emulsion wechseln oder was auch immer. Aber es gibt viele Gründe.
Nüchtern finde ich gefährlich. Ein sehr großer Fehler ist Co-Faktoren, also die zu ignorieren. Also ein ganz klassisches Beispiel ist, du nimmst Vitamin D hochdosiert, aber kein K2.
Ja, das führt dann eventuell dazu, wenn du das zu wenig hast, dass das Kalzium gar nicht in die Knochen gelangt, sondern dann im Gefäß abgelagert wird. Das will man wirklich nicht. Nein.
Genauso wenig will man plötzlich hochdosiert Vitamin D nehmen, hat aber keine ausreichenden Magnesiumspeicher. Also die werden nämlich ganz schnell dadurch leergezogen und dann hast du Magnesiummangel. Magnesiummangel will man auf keinen Fall haben.
Das ist ja beteiligt an so vielen Prozessen. Das ist gefährlich. Und als Letztes will ich schon noch erwähnen, also so viele Menschen kümmern sich anscheinend immer noch nicht darum, was ist denn eigentlich in so einem Nahrungsergänzungsmittel drin?
Also diese Zusatzstoffe, die Hilfsstoffe, die Rückstände, die Herkunft scheint vielen noch vollkommen egal zu sein. Also es gibt Marken, auch bei Amazon, in dem Fall mal Billigmarken, das ist unglaublich, was die für Qualität anbieten. Und wenn du die im Labor hast, siehst du es auch.
Das ist aber nicht nur bei Amazon so. Und ja, Apothekenprodukte haben wir, manche Apothekenprodukte haben wir auch erwähnt, unglaublicher Schmuddel drin. Wahnsinn.
Warum tut man sich das an? Gibt doch jetzt tolle Alternativen. Warum würde ich denn das noch machen?
Das ist doch Steinzeit.
[Nils Behrens] (57:07 - 57:21)
Ich finde es so abenteuerlich, ich meine das wissen glaube ich auch die wenigsten, die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln dürfen ja eine Abweichung von 50% gegenüber dem Label haben. Wenn ich sage, da sind 100 Milligramm Ubiquinol drin, dann können ja auch nur 50 oder 150.
[Jörg Schweikart] (57:21 - 58:42)
Nein, nach unten ist es anders als nach oben. Ach nach unten ist es anders. Und mit Ubiquinol sprichst du was an, das wird ja gar nicht geprüft.
Ist ja dem Gesetzgeber egal, ob da jetzt Ubiquinol drin ist oder nicht. Sondern da geht es um Q10. Also wenn da die Billigform drin ist, kannst du gesetzlich gar nichts machen.
Das wäre nur Wettbewerbsverzerrung. Das ist für uns ein schönes Beispiel mit dem Ubiquinol. Das einzig rechtlich Erlaubte ist ja das von der japanischen Firma Kaneka, das Ubiquinol, also die aktive Form von Coenzym Q10.
Und wie häufig habe ich das schon erlebt, es ist ja besonders teuer. Und dann siehst du Produkte, die sind so billig mit dem angeblichen Ubiquinol drin, das geht gar nicht. Das wäre so, als ob wir 50%, also wir sind schon meistens mit die preisgünstigsten oder der preisgünstigste, weil es unsere Philosophie ist und weil wir der größte Einkäufer sind.
Aber wenn du das siehst für, wir würden dann 50% unserer Marge verlieren. Wie soll das gehen? Dann schicken wir es ins Labor, dann schicken wir es zu Kaneka und sagen, bitte tu was, das kann nicht sein.
Die haben wieder das unerlaubte chinesische drin oder sie haben wieder oxidiertes drin, was sehr viel günstiger ist. Also das ist im Markt noch sehr, sehr, sehr häufig.
[Nils Behrens] (58:42 - 58:54)
Darauf wollte ich hinaus, es sind ja häufig Abweichungen dabei, die abenteuerlich sind. Und einer der Marktführer für Creatine Gummies zum Beispiel in den USA, das haben sie ins Labor geschickt, das ist kein Gramm Creatin drin.
[Jörg Schweikart] (58:54 - 59:43)
Creatin ist besonders schwierig für Gummies, das ist un großes Problem, dass es nicht stabil bleibt. Die richtige menge ist ja relativ günstig, gerade das chinesische. Da machst du ordentlich genug rein, aber es bleibt nicht stabil.
Also ein Stabilitätsproblem, das sie nicht in den Griff bekommen, bringen sie es trotzdem auf den Markt, dann wird es nach drei Monaten getestet, dann ist nichts mehr drin. Riesenproblem. Ja, aber es ist ja abenteuerlich.
Abenteuerlich, ja. Gut, das wird schon viel getestet, also das sehen wir schon. Aber es gibt natürlich immer noch, wo sehr viel Schindluder getrieben wird, ist teure Formen vorzugaukeln, sie dann aber durch billige Formen zu ersetzen.
[Nils Behrens] (59:43 - 1:00:18)
Ja, ich hatte das tatsächlich auch auf einer Konferenz in Kopenhagen, der ARDD, das ist eigentlich so eine Top-Konferenz, und die hatten dann auch so aktives Q10, hatten sie es dann genannt, war aber trotzdem Ubiquinon, also das ist schon wirklich, ja, da nutzen sie dann im Grunde genommen eigentlich so nicht geschützte Begrifflichkeiten, um auch da etwas vorzugaukeln. Du setzt bei Sunday Natural ja stark auf das Thema Naturreinheit, aber auch auf, ich sag jetzt mal, modernere Formen, wie zum Beispiel spezielle liposomale Vitamine oder auch hochwertige Chelatverbindungen. Wo macht Technologie wirklich Sinn und wo ist, sag ich mal, die Natur überlegen?
[Jörg Schweikart] (1:00:18 - 1:08:51)
Auch ein total komplexes Thema, wo es nicht Schwarz-Weiß gibt. Klar sind wir von unserer Philosophie ein großer Verfechter der insgesamt so außerordentlich kraftvoll-synergistischen Komplexwirkung von Naturstoffen. Ja, also was du in der Natur findest, so komplex und so intelligent in Anführungszeichen, ist unglaublich, unfassbar, vieles versteht man davon nicht.
Wenn wir ein Beispiel geben, wenn du 30 verschiedene Selenformen in einem Lebensmittel hast oder 20 verschiedene B12-Formen, haben die gar keine Berechtigung oder haben die eine Berechtigung? Also unsere Philosophie ist, das hat alles seine Berechtigung, die Natur, da passiert nichts nur einfach zufällig. Wenn man es besser verstehen würde, könnte man es hervorragend nutzen.
Das heißt, bei Pflanzenextrakten oder beim grünen Tee mit seiner Komplexvielfalt, das zu würdigen und zu respektieren, das ist unser Herzblut. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist es so, dass es unheimlich schwierig ist, aus Lebensmitteln oder Pflanzenstoffen genau die Bioaktivstoffe in ausreichender Dosierung zu gewinnen, die man halt auch braucht.
Beispiel, also du hast eine enzymatische Störung, einen Polymorphismus oder zum Beispiel du brauchst Vitamin B6, P5P. So, was machst du jetzt? Wo kriegst du das her?
Aus Lebensmitteln wirst du das nicht gewinnen können in ausreichender Menge, gerade wenn du da eine chronische Krankheit hast oder Toxinbelastung oder Ähnliches. Wie füllst du es also auf? Da kommen wir gar nicht umhin, auf der einen Seite auf synthetisch hergestelltes P5P zurückzugreifen.
Auf der anderen Seite aber ist es bioaktiv, es mimickt quasi die Natur. Es kommt in der Natur vor, aber du brauchst es jetzt in der Dosierung und ganz isoliert, damit du ganz gezielt supplementieren kannst. Auch bei einer Krankheit, aber auch für die Prävention.
Da kommen wir nicht umhin, das war mir von Anfang an klar. Da liegt auch eine Stärke von uns, denn in diesen synthetischen Stoffen die richtigen auszuwählen, den richtigen Prozess, keine Rückstände, keine falschen, also ein Custom-Made zu machen, was dann wieder eben True Clean Label ist, also was ich meiner Familie empfehlen würde und meinen Kunden, da liegt dann die Herausforderung. Also um diese Bioaktivstoffe, Synthetikstoffe herum führt kein Weg.
Und zu sagen, dass Natur da immer besser ist, das ist an der Stelle nicht relevant, weil du eine andere Dosierung brauchst und spezifisch supplementieren musst. Das geht also gar nicht. Ich will dir mal ein Beispiel machen, was mich immer umtreibt.
Also es gibt ja Menschen, die auch eine MTHFR-Störung haben und die können eine herkömmliche synthetische Folsäure, zum Beispiel aus Drogeriemarktpräparaten oder Apothekenpräparaten, da gibt es auch berühmte Marken zum Thema Fertilität, die haben dann eine synthetische normale Folsäure drin. So, die wird dann vom Darm völlig normal aufgenommen, schwimmt dann schön im Blut, kannst du auch messen. Das ist dann die nicht metabolisierte Folsäure, die sogenannte UMFA.
Die blockiert dann paradoxerweise die Zellrezeptoren für das echte aktive Folat. Es entsteht dann ein zellulärer Mangel, obwohl das Blutbild hervorragend ist. Du stellst es sogar nicht fest.
Das ist einer Freundin von mir passiert auch. Ich habe nur die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Der Arzt hat das herkömmliche, berühmte Fertilitätsprodukt aus der Apotheke empfohlen, mit synthetischer, einfacher Folsäure drin.
Eine ganz einfache Lösung, auch gar nicht so teuer, sind 5-MTHF-Folate bioaktiv. Die sind auch synthetisch gewonnen, aber die findest du übrigens auch in Lebensmitteln. Nur sind die halt jetzt isoliert gewonnen und speziell dosiert und hochdosiert und du kannst sie einsetzen.
Weil wir keine Naturextrakte haben, wo wir die drin haben. Oder in richtiger Dosierung drin haben. Es ist ganz klar, dass Technologie gerade bei Formen eine riesige Rolle spielt.
Und es wäre fatal, die wegzulassen. Ein anderes schönes Beispiel sind Magnesiumformen. Magnesiumoxid kannst du aus dem Meer gewinnen.
Also insofern ein Naturprodukt, wenn du so möchtest. Jetzt wissen wir aber alle mittlerweile, dass Magnesiumoxid nicht immer die beste Form ist. Da wird zum Beispiel Magnesiumglycinat total gehypt.
Auch teilweise zu Recht. Wir sind auch große Fans von Glycinat. Aber woraus wird Glycinat hergestellt?
Weißt du es? Nein, ich weiß es nicht. Aus Oxid.
Ach! Es wird synthetisiert. Und wenn du es nicht ganz durchsynthetisierst, was natürlich aufwendiger ist, dann hast du so ein angebliches Glycinat, was doch einen Restanteil Oxid hat.
Deswegen hast du einen höheren Magnesiumgehalt. Das sind die meisten Produkte im Markt. Wir nennen das dann Glycinat-Depot, weil Oxid eine Depotwirkung hat.
Aber wir sagen dann, es ist Restoxid drin. Ist billiger, weil du es nicht so lange herstellen musst. Aber wenn du Glycinat bis zum Ende durchsynthetisierst, hast du ein reines Glycinat.
Haben wir auch. Aber hat weniger Magnesium drin. Hat natürlich logischerweise weniger Magnesium pro Kapsel drin.
Deswegen ist es so im direkten Vergleich bei Amazon usw. Manche Kunden, die das nicht verstehen, sagen, es ist doch billiger und das ist ja teurer. Dann nehme ich doch das.
Ja, da gibt es schon einen Unterschied. Aber es ist synthetisch hergestellt. Würde ich jetzt darauf verzichten?
Niemals. Glycinat is elementar wichtig. Es ist eine Magnesiumform.
Und so ist es ähnlich mit dem Magnesium-Threonat, -Orotat. Und die haben alle ihre Rechtfertigung, weil sie unterschiedliche Anwendungsschwerpunkte haben. Bei Krankheiten haben wir dieses Thema ganz, ganz besonders.
Da musst du meistens sehr gezielte Formen, gezielte Dosierungen, gezielte Bioaktivstoffe einsetzen. Und immer da, wo so die Technologie genutzt werden kann, um die Natur zu mimicken, dann kommt meistens etwas sehr Gutes bei raus. Und denk an die ganzen Resorptionsstörungen.
Also jetzt sind wir dann in der Galenik. Wenn du Resorptionsstörungen hast, kann es halt sein, du solltest mal ein liposomales Produkt nehmen, damit du es besser aufnehmen kannst. Nehmen wir mal so Magnesium, sehr schwer aufnehmbar.
Selbst Glycinat ist für sensible Därme noch ein Problem. Denk an die Rezeptorstörungen. Da brauche ich vielleicht Technologien, die Nährstoffe zellgängiger machen.
Und die gibt es. Da gibt es Nanoemulsionen, es gibt Mizellen, es gibt liposomale Produkte, es gibt viele verschiedene galenische Innovationen. Und die haben alle ihre Rechtfertigung.
Und es wäre falsch und dumm zu sagen, das ist immer besser als das andere. Das gibt es nicht, das ist situationsabhängig. Und es hat nur so seine Grenzen für uns, krasse Grenzen, auch da, wo wir dann Dinge nicht einsetzen.
Zum Beispiel setzen wir bislang keine Mizellenformulierung ein, die Polysorbat 80 drin hat. Da sagen wir dann Technologie ade, das ist aus unserer Sicht so bedenklich. Das wollen wir grundsätzlich nicht einsetzen.
Warum ist das bedenklich? Also ich will jetzt nicht ins Detail eingehen, aber das steht bei unserem TCL-Buch drin. Du hast ja keine klaren Studien, die es genau sagen.
Also ich fände jetzt das Wort bedenklich. Und die Auswirkungen auf Darm und auf Darmschleimhautdurchlässigkeit und auch sogar dann in Blut und Zellen, das ist schon aus meiner Sicht massiv. Und nicht nur aus meiner Sicht, sondern das sagen natürlich viele Ärzte, die sich damit beschäftigen.
Aber es ist zugelassen. Also ist jetzt nicht so, dass aufgrund von der Studienlage du sagst, das muss sofort verboten werden?
[Nils Behrens] (1:08:51 - 1:09:40)
Mizellierte Produkte werden ja teilweise auch als die Superkräfte gehypt. Also von daher, das ist ja nicht von irgendwo. Was mich aber interessieren würde, ich bin ja jemand, der wirklich viel am Reisen ist, beziehungsweise wenig Kontinuität darin hat, in der gleichen Wohnung zu schlafen sozusagen.
Deswegen versuche ich natürlich mein Thema Reisen dann auch immer so zu optimieren. Und deswegen sind für mich zum Beispiel die ganzen liposomalen Produkte irgendwie nicht so ideal, weil ich ja keine Lust habe, immer noch zusätzlich, ich habe so meinen Pillen-Stack, aber dann immer noch mit großen Flaschen zu reisen, ist dann irgendwie für mich nicht so ideal. Gleiche Probleme ehrlich gesagt auch mit weißem Pulver in Form von Kreatin zu reisen.
Und nervt mich auch, aber ist ein anderes Thema. Wo macht denn so ein liposomales Produkt wirklich mehr Sinn oder was ist der Vorteil? Warum brauchen das einige Leute?
[Jörg Schweikart] (1:09:44 - 1:13:11)
Also liposomal ist nur eine Technologie. Das sind verschiedene Technologien, um Resorptionen zu erhöhen, um damit der Nährstoff teilweise überhaupt durch die Darmschleimhaut passieren kann. Das liegt daran, dass das Liposom ist ja quasi ummantelt, fettummantelt, wenn man so möchte, Lipid.
Und das hat einen anderen Transportweg bzw. einen anderen Transportmechanismus, Resorptionsmechanismus, als wenn der Nährstoff alleine als Molekül ankommt. Und bei einer gestörten Darmflora oder Darmschleimhaut oder gereizten Darmschleimhaut und Resorptionsstörungen ist es so, dass aufgrund des anderen Moleküls das wesentlich leichter resorbiert wird, schneller und leichter und besser.
Wenn es dann im Blut ist, ist es dasselbe. Also dann liegt der Nährstoff wieder isoliert vor, dann zerfällt das Liposom, wird auch angegriffen. Aber da geht der Teufel ins Detail.
Ab einer bestimmten Nanometergröße übernimmt dann das Immunsystem, die Makrophagen stürzen sich dann auf die Lipide und zersetzen die. Und ein Teil wird davon auch schon bei der Resorption auf dem Weg selber verzehrt. Aber sagen wir mal bei 40, 50, 60 Nanometer und tiefer, da würde das Immunsystem das gar nicht erkennen.
Da hättest du also tatsächlich nur Lipide im Blut, die überleben würden. Und da könnte es also sein, oder da ist es so, dass die Zellen tatsächlich dann einen solchen Lipid-Nährstoff aufnehmen könnten, obwohl es eine Rezeptorstörung gäbe. Also das wäre eine Sache, wo wir zum Beispiel aktiv auch Produkte entwickeln, um für bestimmte Krankheitsfälle, wo Rezeptorstörungen vorliegen, ganz gezielt dann eine bessere Aufnahme auch auf Zellebene zu erzeugen.
Und jede Technologie hat so ihre eigenen Stärken, ihre eigenen Schwächen. Das hat immer zu tun mit eben genau diesen Prozessen auf diesen Resorptionswegen, was passiert im Blut dann später, was passiert auf Zellebene. Diese Kette zu verstehen ist gar nicht so einfach, aber sehr, sehr schwierig und auch teilweise noch unerforscht.
Und auch schwierige Studien darüber zu machen, also an Probanden so genau zu messen, wie ist es jetzt in die Zelle gegangen und nicht. Aber ja, im Grunde gibt es eine breite Anwendung für Menschen, wo man sagen kann, Liposomal wäre besser, dazu zählst du wahrscheinlich jetzt nicht. Aber ich mache dir ein anderes Beispiel, wenn du darauf angewiesen wärst, hochdosiert ein bestimmtes Botanical aufzunehmen, nehmen wir mal EGCG.
Die Anflutung vom EGCG, also Grüntee hatte ich hier nur eins in vielen Beispielen, die Anflutung ins Blut, die geschieht erst ab einer ziemlich großen menge, also ab 300 Milligramm oder 400 Milligramm Einnahme von dem Catechin EGCG hast du eine Anflutung im Blut. Vorher wird sehr, sehr wenig aufgenommen. Es gibt aber, und das ist eigentlich auch gut so, es wird ja irgendwann lebertoxisch.
Und es hat auch eine starke Wirkung übrigens auch im Mikrobiom und wird dann auch nochmal zurückresorbiert über den Darm.
[Nils Behrens] (1:13:11 - 1:13:25)
Interessant und ganz kurz, ich behalte da einen Gedanken, aber das ist ja lustigerweise, wenn man es über das Teetrinken aufnimmt, nicht so. Also du brauchst ja diese hohe Dosierung beim Tee nicht so wie bei der isolierten EGCG-Supplementierung.
[Jörg Schweikart] (1:13:26 - 1:14:28)
Ja und nein. Also ja, weil A eine krasse Komplexwirkung da ist, synergistische Wirkung. B auch, und das wird oft unterschätzt, auch kleinste Mengen im Blut eine Wirkung haben für bestimmte Dinge.
Für andere aber nicht. Und übrigens, was auch unterschätzt wurde lange, ist, wie stark das Mikrobiom im Darm Catechin metabolisiert und dann rückresorbiert wird übers Blut und dann als metabolisiertes Catechin ähnliche Wirkungen hat wie das EGCG, was so aufgenommen wird. Und auch die anderen Catechine im Blut dann, also das ist fast die doppelte Menge, die nochmal zurückkommt.
Immer noch wenig, aber durch ein liposomales Produkt kannst du die Aufnahme stark, stark erhöhen. Und es gibt eben Fälle, ich will jetzt hier nicht unbedingt sagen wofür, da willst du es haben. Bestimmte Krankheiten, da willst du eine Anflutung haben.
Da wäre das für dich ideal, da würdest du dann sagen, gut, da muss ich halt mal vier oder fünf Kapseln nehmen, aber die brauche ich eben.
[Nils Behrens] (1:14:28 - 1:14:46)
Ja. Ich würde gerne mal auf das Thema, eins eigentlich deiner Lieblingsthemen reinkommen, auf das Thema Qualität. Sunday testet ja über 10.000 Parameter pro Jahr. Was war denn so der krasseste Moment, in dem sozusagen ein Laborergebnis klargemacht hat, hm, gut, dass wir getestet haben.
[Jörg Schweikart] (1:14:47 - 1:20:07)
Ich erinnere mich an zwei krasse Aha-Momente. In ganz frühen Jahren war das mal beim Tee. Ganz am Anfang haben wir nicht jede Ernte jeden Tee durchgetestet auf zum Beispiel Pestizide, was ja auch ein ziemlicher Aufwand ist.
Ich kenne niemanden, der das macht, aber es kostet auch viel Geld, ist viel Arbeit. Sondern wir haben das mit so einem Risikomanagement, wie das üblich ist, gemacht. Ja, du testest halt mal den und dann den und dann den.
Am Anfang testest du sie alle, aber dann irgendwann gehst du in so ein Raster. Ja, und dann hatten wir einen absoluten Vorzeigeteefarmer, der größte Bioexperte ever, der seit, was weiß ich, 20 Jahren nur Bio macht, ausbildet. Ich habe den immer so als meinen Vorzeigefarmer genommen.
Der hat ein völliges Vorbild und das ist er auch. Also es ist nichts passiert, was den diskreditiert hat, sondern was passiert ist, dass irgendein Reisfarmer weit unten von diesen sekludierten Teefarmen, umschützt von Wäldern und auf Höhenlage und alles, was du weißt, das Schönste vom Schönen. Aber irgendein Reisfarmer hat weiter unten mal zu viel Pestizide auf einmal gespritzt.
Und da war irgendein ungünstiger Windeintrag und irgendein kleiner Zipfel von diesen Teefarmen hat was abbekommen. Und wir hatten das Ding getestet und haben das gefunden und zurückgeschickt und haben dann mit ihm gearbeitet und haben das dann identifiziert. Und dann ist mir klar geworden, das war eben vor vielen Jahren, dass ich testen muss, weil selbst der Aller-Allerbeste in dieser Umwelt es nicht in den Griff kriegt.
Und das war für mich so ein bisschen erschreckend und auch heilsam zugleich. Und dann haben wir gesagt, wir testen jeden Tee, jede Ernte 100 Prozent durch. Also nicht ein Raster und auch nicht ein System, sondern das ist sozusagen das 100-Prozent-System.
Und wir finden natürlich immer wieder was. Wir haben auch mal, dass irgendein Pflücker sich mit einem Insektenschutzmittel die Hände eingerieben hat. Und dieses Insektenschutzmittel, so fein sind die Labortests, hat sich dann im Tee wiedergefunden.
Und dann haben wir das zurückgeschickt. Was ist denn das Insektenschutzmittel? Seit wann benutzt ihr denn das auf eurer Bio-Farm?
Machen wir gar nicht. Dann kamen die darauf, dass verbotenerweise der Pflücker sich Insektenschutzmittel an die Hände gemacht hat. Das reicht aber, um die Grenzwerte zu erreichen oder unsere Werte, die wir nicht immer akzeptieren.
Und das kannst du nicht, du kannst ja nicht bei 150 Teefarmen kannst du nicht kontrollieren und sicherstellen, dass jeder da kein Insektenschutzmittel von seinen Mitarbeitern mal an den Fingern hat. Du musst halt testen. Das war eine Sache.
Und dann gab es mal diese Zeit, wo in Indien offensichtlich Ethylenoxid zur Mikrobiologiebekämpfung, also zur Sterilisierung aufgesprüht wurde. Und das war in fast allen indischen Produkten. Angeblich war es so, dass die strikten Mikrobiologieanforderungen der USA dazu geführt haben, dass die Inder das nicht mehr erreichen konnten.
Und dann haben die angefangen, Ethylenoxid draufzusprühen. Ethylenoxid ist total krebserregend, auch in kleinen Mengen. Das willst du gar nicht haben.
Es gibt da so Mini-Grenzwerte. Und es wurde früher auch nicht viel getestet, weil keiner kannte das. Also nicht keiner kannte das, es war einfach nicht bekannt in der breiten Masse der Industrie.
Und die Inder haben so ihren Weg gefunden, wie sie dann, ich sage Inder, weil es hauptsächlich bei den indischen Produkten war, es gab auch andere, aber da hauptsächlich, wie die dann die Mikrobiologie von diesen Pflanzenstoffen in diesem heißen, feuchten Land in den Griff bekommen haben. Und so konnten die ideal, ohne Probleme, sauberes Produkt auch in die USA, in der EU sind übrigens die Grenzwerte für Mikrobiologie da ein bisschen easier. So, und dann kam das dann langsam raus und wir waren halt, wir waren extrem lucky, weil wir hatten A diese Tests schon gemacht und B waren wir überhaupt nicht betroffen.
Aber ich glaube, Dutzende oder Hunderte waren betroffen davon. Man hat es gar nicht so richtig mitbekommen, war ein Riesenskandal. Es waren ja ganz viele Produkte drin.
Und wir hatten einfach Schwein gehabt. Und wir hatten recht früh auch mit diesen Tests angefangen. Aber nicht jedes, wir haben nicht jedes Produkt immer getestet.
Heute, das ist zum Beispiel so ein Aha-Effekt, wo wir dann auch gesagt haben, wie bei Tee, wenn irgendwas aus Indien kommt, grundsätzlich jedes Rohmaterial wird immer, auf jede Charge, komplett auf Ethylenoxid getestet. Auch wenn wir jetzt nichts mehr finden, weil die das abgestellt haben, aber das würde ich nie mehr aufgeben, weil das so einschneidend war. Verstehe ich, verstehe ich.
Als Beispiel. Und das waren schon so Erlebnisse, wo ich dann gesagt habe, okay, das ist eigentlich das Feld, wo wir am meisten investieren müssen. Also je mehr du testest, desto besser ist es.
Und auch nicht mehr in irgendwelchen Mustern denkst, sondern versuchst mit dem eigenen Labor und Drittlaboren so ein lückenloses Ding aufzubauen.
[Nils Behrens] (1:20:08 - 1:20:38)
Das geht ja alles immer um dieses Thema Reinheit. Und trotzdem ist Reinheit ja irgendwie unsichtbar. Du hast heute Morgen in einem Meeting den Mitarbeitern erzählt, dass wir zum Beispiel die Soft-Gels von dem Ubiquinol, das wir heute schon erwähnt haben, dass die eben halt frei von Carrageen sind.
Und dass das eben halt etwas ist, was nur sehr, sehr selten am Markt ist bei solchen Soft-Gels. Wie erklärst du denn quasi dem Menschen, der den Preis und das Etikett vergleicht, dass Reinheit eigentlich der stärkste Hebel ist für die Gesundheit?
[Jörg Schweikart] (1:20:41 - 1:22:29)
Ja, das ist ein groß Thema. Also erstmal ist es eine große Herausforderung, das in der Firma überall zu verankern. So fest zu verankern und zu kommunizieren permanent, dass jeder Mitarbeiter das wirklich lebt.
Und bei unserem schnellen Wachstum mit der großen Anzahl neuer Mitarbeiter ist das eine echte Herausforderung. Das Wissen auf die Neuen zu übertragen und von den Neuen auch wieder zurückzulernen. Das ist das Erste.
Das Zweite ist, es dem Kunden überhaupt klarzumachen. Wir geben uns ja größte Mühe, in den Produktbeschreibungen lauter Details zu nennen, wo wir Dinge anders machen, wo wir Probleme sehen, die versuchen, die transparent zu machen. Das ist eine Riesenarbeit.
Deswegen haben wir eine große Redaktion. Jetzt warst du heute Morgen im Meeting dabei, wir haben eine riesige Datenbank jetzt gebaut mit allen Informationen drin, aus denen man dann schöpfen kann. Das ist eine große Herausforderung.
Ich glaube, wir schaffen das auch nie wirklich zu 100 Prozent, das zu kommunizieren. Das ist gar nicht möglich. Das ist zu viel Information.
Meine Beobachtung ist aber, dass sich das so als Spirit irgendwie übertragen hat, dass der Markt, die Kunden, die Ärzte, die Therapeuten, die mit uns arbeiten, dass die das so merken, dass wir das ernst meinen, dass wir das wirklich machen, und dass sie die Spitze vom Eisberg mitbekommen. Irgendwie scheint sich das, obwohl man es gar nicht wirklich schaffen kann, zu übertragen. Irgendwie spüren es die Leute.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber das ist das Feedback, was ich bekomme, eine Beobachtung, die ich habe. Das beruhigt mich ein bisschen, weil ich glaube, dass es zu komplex ist, als dass man es sonst durch Maßnahmen abbilden könnte.
[Nils Behrens] (1:22:31 - 1:22:54)
Ja. Wir hatten ja ganz am Anfang schon mal kurz drüber gesprochen, über diese Maschine, die du damals extra aus China bestellt hast. Aber das ist ja tatsächlich auch heute noch so, dass bei Sunday sozusagen sogar die Maschinen entweder modifiziert werden oder neu gebaut werden, um eben halt Zusatzstoffe zu vermeiden.
Das klingt teilweise wirklich absurd aufwendig. Warum lohnt sich das trotzdem?
[Jörg Schweikart] (1:22:55 - 1:25:53)
Ja, es geht nicht anders. Also wenn du die Philosophie vollkommen durchhalten möchtest, ohne Kompromisse, dann geht es nicht anders. Ich musste selber zum Maschinenfreak werden, so gefühlt.
Und wir haben die Spezialisten im Unternehmen mittlerweile. Ich kümmere mich jetzt also weniger um Maschinen. Wobei, ich muss gleich noch eine Anekdote erzählen.
Aber manche Maschinen können, also wenn du auf diesen reinen Materialien verkapseln oder gar tablettieren möchtest oder Flüssigkeiten erzeugen möchtest, dann geht es nicht anders als mit speziell dafür geeigneten Maschinen. Wenn du dich damit nicht auseinandersetzt, dann kriegst du es nicht produziert. Das geht nicht anders.
Und das Zweite ist, wir haben ja anfangs fast alles auf halbautomatischen Maschinen verkapselt. Und Tablettieren ging gar nicht. Weil wir das Know-how nicht hatten und auch die Maschinen nicht kannten.
Die gab es auch teilweise noch nicht. Heute ist das anders. Wir haben durch Know-how und durch Modifikationen und durch bestimmte Maschinenauswahl schaffen wir es jetzt immer mehr, auch in höheren Geschwindigkeiten zu professionell produzieren.
Also bei der Menge, die wir ja auch verkaufen, geht das gar nicht mehr alles halbautomatisch. Das haben wir hingekriegt. Und das war eine Notwendigkeit.
Sonst hätten wir das Wachstum auch gar nicht darstellen können. Und da sind wir sehr stolz drauf. Und zum Beispiel, du wirst sehen, momentan sind wir häufig ausverkauft bei bestimmten Omega-3-Produkten, die in diesen Soft-Gels verkapselt werden.
Wir könnten viel mehr verkaufen. Und das wäre jetzt einfach, zu irgendeinem Lohnhersteller zu gehen und zu sagen, komm, mach es auf herkömmliche Weise. Und dann würden wir, ich meine, wir lassen da viel Geld liegen.
Und wir verärgern vielleicht sogar manche Kunden, weil es jetzt wieder ausverkauft ist. Und da reden wir über große Produkte. Das sind keine kleinen...
Top-Ten-Produkte. Top-Hersteller sind. Machen wir aber nicht.
Weil wir kein Soft-Gel mit Tapioka-Stärke, mit Carrageen machen wollen. Das ist ein Grundprinzip. Machen wir nicht.
Ich finde es so schlimm, dass wir es nicht machen. Dass wir das Business dann an der Stelle... eben egal. Bzw.
ich glaube, wenn wir das durchhalten, wird das Business umso stärker. Und was wir jetzt gemacht haben in der Not, da habe ich jetzt eine firma gekauft. Und die ist spezialisiert auf das, und da können wir die Kapazität erhöhen, können mehr produzieren.
Und dann sind wir nicht mehr ausverkauft. Aber ich musste mich nämlich da wieder mit Soft-Gel-Maschinen beschäftigen. Das ist jetzt auch kein zusätzlicher immer Spaß.
Wieder eine neue Firma in der Herstellung hochzuziehen, mit all ihren Problemen am Anfang. Aber war halt notwendig. Und dann beißen wir auf die Zähne und machen das.
[Nils Behrens] (1:25:55 - 1:26:25)
Wenn man das alles so hört, dann würde man ja eigentlich denken, gut, das kostet alles viel Geld. Und wahrscheinlich kostet es eben auch tatsächlich mehr Geld, als wenn man es auf eine andere Weise macht, oder ganz sicher sogar. Und trotz der, ich sage jetzt mal, alles ist ja teurer geworden.
Ich meine, die firma wird dieses Jahr glaube ich 13 Jahre alt offiziell. Und trotz allem haben sich bei vielen, sehr vielen Produkten die Preise kaum erhöht, teilweise sogar gesenkt. Wie ist das möglich in deiner Branche, wo sonst alles in die andere Richtung geht?
[Jörg Schweikart] (1:26:25 - 1:27:36)
Ja, also wirklich in der Tat, ich erinnere mich an keine einzige Preiserhöhung. Auch nicht bei Covid, nach Covid. Und für mich ist das eine ganz tiefe Überzeugung.
Das war ein ganz starkes Element der Firma, dass Nahrungsergänzung extrem wichtig für die Gesundheit ist. Das ist meine tiefe Überzeugung. Und insofern ist das fast so ein Grundrecht, sage ich mal.
Und ich möchte das aus diesem Grund so preisgünstig wie möglich anbieten. Und das war schwierig, ein Konzept zu finden, wie das geht. Aber es ist eigentlich pure Logik.
Und ich nenne immer das Beispiel aus meiner Familie, wo jemand bei uns im Kundenservice angestellt, mit einem normalen Gehalt, Durchschnittsgehalt, beim Arzt war und sollte Nahrungsergänzung monatlich nehmen für 500 Euro vom Wettbewerber. Dann hat sie mich angerufen und gesagt, kann ich auch die von Sunday nehmen? Besser, nimm die.
Dann hat sie zusammengerechnet 150 Euro im Monat. Das konnte sie sich leisten. Und da geht mir das Herz auf.
[Nils Behrens] (1:27:36 - 1:27:39)
Immer noch viel Geld. Aber leistbar.
[Jörg Schweikart] (1:27:40 - 1:31:38)
Das war auch eine Riesenmenge. Aber 500 Euro, das geht halt nicht. Und das war ein klassisches Beispiel.
Ich will den Wettbewerber nicht nennen, namhafter Wettbewerber. Die Qualität von uns in der Wirkung mindestens gleich, aber in der Reinheit viel höher. Das hat mich getrieben.
Wie schaffen wir das? Das war ja deine Frage. Das ist relativ klare Logik.
Erstens, du musst die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren. Das ist total anstrengend. Du musst deine eigene Fertigung aufbauen.
Du musst eigenen Einkauf machen. Du musst jedes Material hinterfragen. Du brauchst ein eigenes Warenlager.
Wir haben sogar unsere eigenen LKWs. Aus verschiedenen Gründen, auch damit wir wissen, es ist wirklich gekühlt und so weiter. Aber es ist halt auch billiger.
Wir machen einfach alles selbst. Und wir mussten in jeder dieser Disziplinen mussten wir Spitze werden. Das kostete enorm viel Zeit.
Die normale Managementlehre würde davon abraten. Outsourcing. Machen wir nicht.
Wo immer es geht, machen wir es selbst. Also volle Kostenkontrolle und Qualitätskontrolle. Zweitens, wir erlauben uns einfach nicht in Absatzwege zu gehen, die von Natur aus einen hohen Prozentsatz abhaben wollen vom Produktpreis.
Das heißt, wir gehen halt nicht in den Handel. Wir gehen nicht in die Drogeriemärkte. Zumindest nicht mit unserem Standardportfolio wie bisher.
Wir konzentrieren uns, wir gehen nicht in die Apotheke, weil die wollen alle 30, 50 Prozent abhaben. Das geht bei uns gar nicht. Unsere Produkte sind so preisgünstig.
Das könnten wir nicht. Das heißt, wir müssten die Produkte verdoppeln im Preis, damit wir uns das erlauben könnten. Natürlich würden wir mehr Umsatz machen.
Natürlich würden wir mehr Gewinn machen. Machen wir aber nicht, weil wir das sonst nicht durchhalten. Ein anderes Thema ist, dass wir natürlich jetzt einen Vorteil haben.
Es spricht sich ja rum, wenn du so preisgünstig bist und so gut, dann musst du auch weniger Marketing machen. Ich muss teilweise 50, 60, 70 Prozent weniger für Marketing ausgeben als Mitbewerber. Das hilft uns.
Das können wir wieder direkt in den Preis investieren. Und dann darfst du nicht vergessen, wir haben klein angefangen, jetzt sind wir einer der Größten oder sogar der Größte, je nachdem wie du es siehst. Aber als Einkäufer sind wir in Europa für die meisten Kategorien die Nummer eins.
Für viele Kategorien die Nummer eins. Also haben wir auch mit die besten Preise. Also über die Zeit haben wir skaliert, und zwar stark skaliert.
Und anstelle die Preise zu erhöhen, haben wir die Preise stabil gelassen. Natürlich sind unsere Rohmaterialien teurer geworden. Energie ist teurer geworden.
Löhne sind gestiegen. Aber wir haben es kompensieren können durch Skalierung. Jetzt sind wir so riesig, wir konnten massiv skalieren.
Und wir nutzen da jede Gelegenheit, eventuell den Preis sogar noch zu senken. Und wichtig dabei ist übrigens, ein großer Verfechter bin ich davon, dass wir trotzdem eine ordentliche Gewinnmarge haben müssen. Weil nur ein Unternehmen, was eine ordentliche Gewinnmarge hat, kann seine Mitarbeiter gut bezahlen, kann für Qualität stehen, kann sich Dinge mal leisten, die nicht immer nur sinnvoll sind, sondern eben auch Qualität bedeuten, und kann investieren.
Wir bauen jetzt eine riesige neue Fertigung mit einem großen eigenen Labor. Wir können noch mehr Labortests machen als vorher. Das musst du investieren können.
Das ist nicht so easy. Und du brauchst den Erfolg. Und du brauchst auch ein gewisses Wachstum, damit du diesen hohen Standard hast.
Weil sonst würden wir natürlich Preise anheben müssen. Also machen wir aber bisher nicht. Und das ist auch genial.
Also dass sowas überhaupt geht, finde ich genial, dass man das mal beweisen durfte.
[Nils Behrens] (1:31:40 - 1:32:41)
Es ist ja trotzdem so, also bei mir war es ja auch, bevor wir uns persönlich kennengelernt haben, weiß ich noch genau, da habe ich für ein anderes Unternehmen gearbeitet, habe dann von einem namhaften Hersteller 40 Prozent Rabatt bekommen und dann habe ich dann immer Sunday-Produkte gekauft. Und dann meinte ich dann so, warum bestellst du ständig da? Ich bekomme da 40 Prozent, guck mal, wenn ich jetzt hier so eine Omega-3-Kapsel nehme, dann kostet die mich das.
Und dann sagt sie, bei mir kostet sie das. Und das war tatsächlich so, dass der Sunday-Preis günstiger war als der 40-Prozent-Rabatt-Preis. Und das war dann so the Point, wo ich dann dachte, it seems too good to be true, it's probably not true.
Und dann haben wir uns persönlich kennengelernt und haben uns dann auch mal gefragt, was ist das und warum das eben halt möglich ist. Nichtsdestotrotz kann ich es ja verstehen so ein bisschen, dass die wildesten Gerüchte über Sunday im Internet kursieren, über ominöse Investoren bis zur angeblichen Qualitätsverschlechterung, dass jetzt alles viel, viel schlimmer geworden ist. Was macht das mit dir und warum entstehen solche Mythen überhaupt?
[Jörg Schweikart] (1:32:43 - 1:35:09)
Also, sie gibt es ja schon von früh an. Wir haben ja die Branche mehr oder weniger disruptiert. Wir haben einfach, waren immer extrem preisgünstig, und haben immer krasse Qualität und Reinheit gehabt.
Und deswegen waren wir da, wo wir dann präsent waren, haben alte Marken und auch Marken, die es nicht so genau nehmen oder viel zu teuer waren, die haben es extrem schwer gehabt mit uns. Dass da so ein gewisser Neid und Missgunst entstanden ist schon von Anfang an, ist klar. Ich konnte damit früher nicht gut umgehen.
Es hat mich sehr emotional getroffen, vielleicht auch ein bisschen zu naiv und zu gutgläubig. Es hat mir sehr schwer zu schaffen gemacht. Da habe ich mich nicht gut gefühlt mit.
Und dann über die Zeit habe ich das so gelernt, damit umzugehen. Und heute lässt es mich jetzt weitgehend in Ruhe. Und ich habe auch gelernt, dass ich mich da gar nicht so aufzuregen brauche, weil sich am Ende bestimmte Dinge einfach durchsetzen von alleine.
Weil die Menschen merken es oder du kannst unsere Fertigung besuchen oder du kannst nachmessen etc. Und es gibt immer wieder so Fälle, wo ich denke, mein Gott, was tun sich manche Menschen an, die dann ganze Serien über uns machen oder Ähnliches. Es gibt viele armselige Leute da draußen.
Aber ich konzentriere mich lieber auf, wie baue ich das nächste tolle Produkt, als mich damit zu beschäftigen. Ich habe irgendwie gelernt, damit umzugehen und ich glaube, dem gesamten Team geht das so. Und wir haben natürlich auch viele gute Leute, die sich dann um solche Fälle kümmern können.
Irgendwelche Abwehrungen von irgendwelchen Rechtsstreitigkeiten. Was ja viele im Markt gar nicht wissen, also wenn die Kunden wüssten, wie viele unfassbare, fiese Rechtsanwälte und sogenannte Wettbewerbsverbände und etc. einen abmahnen für nichts, nur um Geld zu verdienen, wie viel Ärger das macht, wie viel Arbeit und wie viel einen das abhält, um etwas Gutes zu tun, das ist ein Skandal.
Also was draußen abgeht, ist ein Skandal. Und ja, das ist schade, aber man muss damit leben. Wir haben gelernt, damit umzugehen.
Ich glaube, das Gute setzt sich am Ende einfach durch.
[Nils Behrens] (1:35:10 - 1:35:51)
Ich hatte neulich ein Reel bei Instagram gesehen von einer Frau, die meinte, ja, die ganze Supplementbranche wird ja von der Pharma übernommen und hat sie dann so ein paar Beispiele gebracht von denen, die tatsächlich von Pharmaunternehmen gekauft wurden. Und dann kam zum Schluss Sunday Natural, ja, und Sunday Natural gehört jetzt einem ehemaligen Axel-Springer-Manager. Und ich denke so, oh Mensch, da hat jemand ja wirklich sehr gut recherchiert, weil du kommst ja ursprünglich von Axel Springer und von daher war das ja nie anders.
Also von daher hat sie das so als News verkauft, die keine war. Nichtsdestotrotz ist es ja richtig, dass seit einiger Zeit ein starker Finanzpartner mit an Bord ist. Wie schafft man es, dass ein Investor diese Mission stärkt, statt sie zu verwässern?
[Jörg Schweikart] (1:35:53 - 1:39:51)
Das ist eine sehr wichtige Frage. Und zwar, also erstens bin ich überzeugt, dass ein Unternehmen, was einen echten Purpose hat und Gutes tut, sollte wirtschaftlich sehr erfolgreich sein. Weil das ist das Alignment, was wir brauchen mit dem Kapitalmarkt.
Also ein Investor aus wirtschaftlicher Sicht wird immer versuchen einzugreifen und was zu verändern, wenn du nicht erfolgreich bist. Also war es so meine heilige Pflicht, bevor ich überhaupt an einen Verkauf oder Teilverkauf denken konnte und auch an eine Nachfolge denken konnte, zu sagen, ich muss das so aufstellen, dass die Erfolgsfaktoren und die Strategie des Unternehmens nicht mehr veränderbar sind. Weil würde man es verändern, dann würde das automatisch zum Misserfolg führen.
Das heißt also, wir sind bekannt dafür, preisgünstig zu sein. Wir sind bekannt dafür, besonders rein zu sein. Wir sind bekannt dafür, die besten Wirkstoffe reinzunehmen.
Wenn ich daran was drehe, dann laufen mir die Kunden weg. Also darf ich das nicht. Ich muss es also immer weiter stärken.
Und Finanzinvestoren sind klug, per se sehr klug, sonst sind sie nicht erfolgreich in ihrem Job. Und unser Finanzinvestor, also CVC, ist einer der besten weltweit. Die sind besonders klug.
Für mich ging es also darum, erstens das Unternehmen so aufzustellen, dass das Erfolgsmodell genau damit zu tun hat, verankert ist in dieser Reinheit, Qualität und günstigem Preis. Und sobald du anfängst daran zu rütteln, wird es weniger erfolgreich, wächst weniger schnell, verlierst du Marge, die Kunden springen ab. Also mache ich das nicht.
Und jeder vernünftige Mensch wird es nicht ändern, sondern stärken. Also muss ich doch nur, nur in Anführungszeichen, damals als ich einen Partner gesucht habe für die nächste Stufe, mich davon überzeugen, dass jemand das genau versteht. Dass jemand versteht, warum diese Firma erfolgreich ist und was die Menschen wirklich wollen.
Und der versteht, warum ein preisgünstiges Produkt hier wichtig ist und nicht einfach nur am nächsten Tag die Preise zu erhöhen. Im Übrigen, also manche Wettbewerber haben ja in den letzten ein, zwei Jahren ganz gezielt gestreut, gerade auch so bei den Heilpraktikern und Ärzten, dass bei uns jetzt die Qualität runterginge und so weiter. Das ist natürlich totaler Aberwitz.
Genau das Gegenteil war der Fall. CVC hat sich da nie, auch nur eine Sekunde eingemischt. Das war alles weiter vom Management, vom bestehenden Management gemanagt.
Und da wird immer mehr investiert. Je größer wir sind, desto mit Abstand mehr können wir in Qualität und Labortests investieren. Das machen wir auch.
Und alles andere wäre kompletter Quatsch. Mir ist das völlig egal, was da erzählt wird. Es ist sehr armselig und das Gegenteil ist der Fall.
Das Unternehmen ist so aufgestellt, und das ist ja das Schöne daran, und ich glaube, das ist auch ein Modell, was man in anderen Branchen so fahren kann. Das man das übertragen kann. Ein Purpose-Unternehmen, das wirtschaftlich so stark ist, dass du das nicht mehr verändern kannst.
Und dann ist fast auch egal, wer der Eigentümer ist, solange er das versteht und davon profitieren kann. Das finde ich total schön. Weil mir war klar, ich kann das nicht die nächsten 20, 30 Jahre weitermachen.
Ich muss einen Weg finden, wie ich das in den Markt bekomme, das Unternehmen. Ich werde das alleine nicht mehr können. Das werden viele nicht verstehen, aber für mich ist da kein Ego drin.
Umgekehrt ist es eben ein Weg zu finden, wie das Unternehmen später, sauber aufgestellt, weiter alleine existieren kann. Mit wem auch immer als Eigentümer.
[Nils Behrens] (1:39:53 - 1:40:09)
Ja, total schön. Wir kommen langsam zum Ende. Ich glaube, wir können, auch wenn wir es am Anfang schon mal kurz angesprochen haben, eine kleine Tee-Frage muss trotzdem nochmal sein.
Du hast ja die Teesparte, die ja eigentlich der Beginn von Sunday war, ausgegründet. Yoshi En steht jetzt für sich allein.
[Jörg Schweikart] (1:40:10 - 1:42:16)
Warum war dieser Schritt wichtig und wo willst du damit langfristig hin? Also wir haben ja heimlich, in Klammern heimlich kann ich sagen, so ein Teemonster aufgebaut. Wir haben ja quasi uns vorgenommen, die besten Bio-Tees der Welt zu sammeln.
Und da sind wir jetzt bei über 500, fast 600 Tees mittlerweile angelangt. Über 150 Tee-Farmen und dazu die zugehörige Tee-Keramik. Das ist ja verrückt.
Ich weiß gar nicht, ich glaube, es gibt niemand auf der Welt, der sowas Ähnliches hat. Das haben wir so nebenbei gemacht. Und dann war klar, dass es meine persönliche große Leidenschaft ist.
Und das hat nicht mehr zu diesem neuen Weg von Sunday gepasst. Und das braucht eine direkte Aufmerksamkeit, eine direkte Sichtbarkeit. Und langsam kommen wir auch mit dem Unternehmen in die Sichtbarkeit, zeigen uns mehr und zeigen, was da für eine krasse Welt entstanden ist.
Ich glaube auch persönlich, dass Tee eine der Antworten ist für die Zukunft, dass das irgendwann mal ein großer Trend wird. Kaffee vielleicht weniger eine Rolle spielt oder ergänzt wird um Tee, wo vielleicht weniger Alkohol getrunken wird. Diesen Trend gibt es ja jetzt.
Und wo man in Zeiten von verrückten Vorgängen im Außen gerne zu Hause mal sich so einen Ort schafft, wo man mit einem Ritual, mit einem ruhigen Ort sich mit so einem Tee hinsetzen kann und den alleine oder mit Freunden genießen kann. Ich glaube daran. Das ist also für mich viel mehr als ein ganz großes eigenes Geschäftsfeld.
And deswegen haben wir das separiert. Und das betreiben wir jetzt mit großer Leidenschaft. Betreibe ich das quasi neben Sunday her.
Und da gibt es Synergien und da gibt es Produkte, die wir in beiden Shops haben. Aber im Großen und Ganzen eine eigene Welt.
[Nils Behrens] (1:42:17 - 1:43:22)
Ich glaube ja auch vor allem, jetzt kommt der Marketing-Mensch in mir durch, auch aus Marketing-Sicht total Sinn gemacht hat, weil die Tees, die ihr anbietet, die sind natürlich zum Teil wirklich so besonders, dass sie dann eben halt auch ihren Preis haben, muss man ja wirklich so sagen. Und wenn da jemand gewohnt ist, für eine Packung Grüntee im Supermarkt 3 Euro zu bezahlen, dann denkt er 15 Euro ist viel. Oder mein extremes Beispiel, als wir uns kennengelernt haben, hatte ich mich als Matcha-Fan geoutet.
Ich kann jetzt an der Stelle sagen, ich trinke seit 2011 schon sehr gerne Matcha, also bevor der Hype losging. Und da hast du mir das dann in so einer wahnsinnig schönen Schale dann serviert. Da dachte ich, mein Leben geht nicht mehr weiter ohne diese Schale.
Und ich glaube, die hat 150 Euro oder sowas gekostet. Was doch günstig ist. Ja, aber da sagt natürlich jeder normale Mensch, Moment, du hast für eine Teeschale 150 Euro ausgegeben.
Also das ist natürlich für jeden, der dann auf die Seite von Sunday damals noch gegangen ist und sagt, Mensch, die verkaufen eine Teeschale für 150 Euro. Das ist ja ein Wucherladen. Das ist natürlich dann auch, ja.
Genau.
[Jörg Schweikart] (1:43:23 - 1:45:11)
Auch da bei Yoshi-En sind wir immer noch ähnlich preisgünstig als Philosophie wie Sunday. Es bleibt einfach, wird immer meine Philosophie bleiben. Also ich kann keinen Luxuspreis.
Das geht für mich nicht. Wir machen das beim Tee genauso. Das ist die ganz gleiche Kalkulation.
Die gleiche Marge. Und also wenn du 150 Euro sagst, das kostet dann halt irgendwo anders deutlich mehr. Aber völlig richtig, das ist so eine eigene Welt.
And auch bis hin zu den absoluten Spitzen- und Premium-Tees. Das ist ähnlich wie beim Wein. Und das braucht dann so seine eigene Welt.
Auch für den Kunden. Und im Übrigen, das Next, was ja von uns kommen wird, ist dann Skincare, Kosmetik. Das werden wir dieses Jahr noch launchen.
And das war quasi das fehlende Glied jetzt noch, also die Nährstoffe für die Haut. Besonders schwierig, weil das sind ja Flüssigprodukte, wenn du so willst, Cremes mit Wasser und so weiter. Das haben wir Jahre, Jahre, Jahre lang vorbereitet.
And das war so eine Schwierigkeit, dass ich es jetzt wieder mit einem eigenen Team, mit einer eigenen Firma ausgekauft habe. Und es hat Jahre gekostet, das jetzt auf das Niveau zu bringen, was ich gut finde. Und auch wieder günstig zu machen.
And auch wieder schön zu machen. Das ist das fehlende Bindeglied. Das heißt, da setzt sich das fort.
And von dort, von dieser Firma, werden wir dann hoffentlich wieder Produktimpulse zurückbekommen. Auch für Sunday, sodass wir bei Sunday dann auch mit Skincare, mit hautpflegeprodukten die Kunden bedienen können.
[Nils Behrens] (1:45:12 - 1:45:34)
Ja, man sieht das ja schon so teilweise auf den Duftpräparaten sieht man ja zum Beispiel ja schon zum Teil, dass da eben halt das neue Label auch schon mit drauf ist. Genau, richtig. Sunday arbeitet ja mittlerweile mit einem Netzwerk von über 13.000 Ärzten und Therapeuten in Deutschland, Österreich und der Schweiz und über 1.500 in Frankreich. Was bedeutet diese Form der Kooperation für dich?
[Jörg Schweikart] (1:45:36 - 1:47:08)
Also das ist auf jeden Fall mit die schönste Bestätigung, die ich so in unserer Arbeit finde, mit den Besten zusammenzuarbeiten, sich auszutauschen. Ganz besonders die Impulse zurückzubekommen, die Kritik, konstruktive Kritik, auch Rezepturen zusammenzuentwickeln. Aber auch ganz klar konstruktive Kritik, das funktioniert nicht, das hat besser funktioniert, das weniger.
Das anzupassen. Wir sind ja eine absolute Produktentwicklungskompagnie. Also wir machen ja hunderte von Produkten pro Jahr, während andere genau so eine Zahl an Gesamtprodukten im Sortiment nur haben.
Das heißt Entwicklung und Innovation ist für uns so unser Brot-und-Butter-Geschäft. Und wir lieben es, wenn gute Ärzte und Heilpraktiker und Therapeuten kommen und sagen, ich weiß da was, wollt ihr das nicht mal entwickeln? Mit mir zusammen oder einfach nur in den Markt bringen, weil es gut ist.
And das lieben wir, das machen wir sehr, sehr gerne. Da sind wir total offen. Und da würden wir auch eine Variante in den Markt bringen, die vielleicht nicht so viel verkauft, aber wir wissen, wir helfen damit manchen Leuten.
Insofern ist dieser zusammenarbeitende Austausch echt mit das Schönste, was es gibt. Weil du dann mit dem echten Experten an der absoluten Quelle sitzt. Und die auch von uns viel lernen.
Das ist un toller Austausch, weil wir sitzen ja am Lieferanten, an der Produktion. Wir wissen so viel, was die nicht wissen oder nicht wissen können. Und umgekehrt.
Also eine große Bedeutung in diesem Austausch.
[Nils Behrens] (1:47:09 - 1:47:18)
Du hast es eben schon angesprochen, teilweise werden ja auch Produkte mit Ärzten und Therapeuten zusammen entwickelt. Was hat das für einen Einfluss aus deiner Sicht für die Produktentwicklung?
[Jörg Schweikart] (1:47:21 - 1:48:26)
Also es ist ein großes Geben und Nehmen. Wir geben sehr viel zurück und wir lernen sehr viel dadurch. Und gerade wenn es jetzt um Mischungen geht, die eher in Richtung Krankheiten eingesetzt werden, hat das eine sehr große Bedeutung.
Oder ich kann ja auch sagen, ich bin z.B. mal ein Beispiel zu nennen. Dr. Helena Orfanos-Boeckel, sehr dankbar, dass sie so großzügig war, vor vielen Jahren schon ihre Meinung bei der Entwicklung unserer Multis abzugeben. Was konnte mir Besseres passieren, als das einfließen zu lassen und zu sagen, wie würdest du das machen?
Wo ist da die gute Dosierung? Wie passt das zu dem? Was ist deine Erfahrung?
Wer hat eine bessere Erfahrung als sie? Nicht viele. Das war ein Geschenk.
Das hat sie aber auch nur gemacht, weil sie gemerkt hat, es geht mir wirklich um die Sache. Und ich habe ein Interesse daran. Und so geht es mir mit vielen Menschen, Ärzte und Therapeuten, die dann merken, okay, die machen es ernst.
And da ist es ein echtes, schönes Geben und Nehmen.
[Nils Behrens] (1:48:26 - 1:48:36)
Hast du denn einen Wunsch, ich weiß, dass sehr viele Ärzte und Therapeuten diesen Podcast regelmäßig hören. Hast du einen Wunsch, den du gerne an die äußern würdest, wenn sie das jetzt tatsächlich hören?
[Jörg Schweikart] (1:48:38 - 1:49:11)
Also der Wunsch ist ganz klar, für jede Art von Kooperation mit uns offen zu sein. Wir freuen uns über jede Idee und jede Kritik, solange sie konstruktiv bleibt. Freuen wir uns total.
Sie sind auch eingeladen, mit uns ins Netzwerk zu gehen, in Austausch zu gehen. Wir teilen sehr, sehr gerne. Sie können auch unsere Fertigung besuchen, unsere eigene Fertigung vor Ort.
Also das ist was, wo wir die Familie einfach gerne größer haben wollten.
[Nils Behrens] (1:49:12 - 1:49:38)
Wir haben eine Ärztin gleich in Folge Nummer 2 gehabt, Dr. Andrea Gartenbacher. Und die hat eine Begrifflichkeit hier geprägt, die mittlerweile fast schon zum Branchenstandard geworden ist. Das ist dieses Messen, Machen, Messen.
Das heißt also, dass man erstmal misst, wo steht man, dann quasi anfängt zu supplementieren und dann wieder misst. Welche persönliche Erfahrung hast du mit dem Thema Diagnostik gemacht? Und was würdest du, ich sag mal, unseren Zuhörern gerne in puncto Diagnostik mitgeben?
[Jörg Schweikart] (1:49:40 - 1:51:10)
Im Grunde ist es ja völlig richtig. Messen, Machen, Messen. Das wäre ideal, ist auch ideal, hat aber bestimmte Probleme.
And diese Probleme, die würden wir gerne auch mit angehen. Also wir sind, um das mal vorwegzunehmen, wir haben ein Team, was an Diagnostik arbeitet, an Diagnostiklösungen. Wir haben ein Team, was gleichzeitig an der Akademie arbeitet und das verknüpfen möchte.
Weil wir einfach aus der Erfahrung wissen, wie schwierig das Thema Diagnostik eigentlich wirklich ist. Und da kann ich mal sagen, was sind eigentlich so die Probleme. Es fängt ja schon mal damit an, dass du heutzutage kein Paket so richtig hast, wo du als normaler Kunde hingehen kannst.
And alle 40, 50, 60 Marker, die so interessant sind, einmal machen kannst. Hast du ja gesagt, da müssen wir mehrere Male im Labor sein. Da geht es ja schon los.
Das heißt, im besten Fall kommst du irgendwo hin, nicht im besten Fall, im Normalfall kommst du irgendwo hin, wo bestimmte Werte, aus welchen Gründen auch immer, gemacht werden. In irgendeinem Labor, mit dem der Arzt oder Heilpraktiker ganz gute Erfahrungen gemacht hat. Das muss nicht das beste Labor für diese Werte sein.
And da gibt es krasse Unterschiede. Dann kommt die Empfehlung zurück. Also wie interpretiert man jetzt diesen Wert?
Da gibt es krasse Versäumnisse. Kennst du selbst, also Vitamin D.
[Nils Behrens] (1:51:11 - 1:51:23)
Eisen. Für mich ist mein Lieblingswert Eisen. Eine Freundin von mir, die so antriebslos war, ein junges Mädchen, mein Arzt hat gesagt, das ist alles okay.
Die hat einen Eisenwert von 17. Die ist immer noch im Zyklus.
[Jörg Schweikart] (1:51:24 - 1:53:46)
Da müssen wir nicht darüber reden, dass da nicht alles okay ist. Die Frage ist, an wen gerätst du eigentlich mit der Interpretation? Von wem lässt du dich leiten?
Liest du das jetzt bei KI nach? Ist es manchmal besser, als wenn ich zum schlechten Arzt gehe? Wo komme ich zum guten Arzt und kann ich mir das überhaupt leisten?
Wer kann sich denn 3.000, 4.000 Euro leisten für einen umfangreichen Test? Da bin ich natürlich in einer privilegierten Situation und nutze das auch. Aber zugleich bin ich betrübt darüber, dass die meisten sich das gar nicht leisten können.
And dann ist Supplementieren natürlich, Labor testen, dann Supplementieren, dann wieder Testen natürlich super. Das wäre für mich nochmal eine Sache, wo wir was echt verändern wollen würden. Und auch einen Beitrag leisten, dass es einfacher und billiger wird.
Dann kommt das Thema Dosierung, haben wir gerade gesagt. Also wie viel nehme ich dann wirklich? Was ist denn jetzt gesund für mich?
And nicht im Hinblick, um Skorbut zu verhindern, so ein typisches Beispiel, sondern damit ich die Zellen wirklich auffülle, um ordentlich mit Magnesium und Ähnlichem versorgt zu sein. Und das geht weiter. Das sind so viele Themen, Cofaktoren werden vergessen.
Ich habe so viele Erfahrungen, ich habe hunderte Erfahrungen bei verschiedenen Ärzten und Heilpraktikern, wie das läuft. Und das läuft mitunter richtig schlecht. Und dann ist das... ein großes Problem ist auch die immer noch nicht Aufgeklärtheit des Patienten oder des Kunden.
Weil das ist das schärfste Schwert, wenn der Patient zum Arzt kommt und sagt, ja, wieso testen Sie denn jetzt nicht das und das auch? Das muss doch auch getestet werden in diesem Fall, oder? Wieso werden jetzt die Entzündungswerte nicht genommen bei dem Eisenstatus?
Vielleicht ist das ja nur entzündungsbedingt und so weiter und so weiter. Und das schärfste Schwert ist, wenn wir oder wenn der Kunde, der Patient gebildeter wird. Weil dann spätestens müssen die Ärzte und Heilpraktiker dem folgen.
And ich sehe da ein riesiges Potenzial. Im Übrigen, glaube ich, war das das schärfste Schwert auch in der Nahrungsergänzung. Das waren die Kunden, die das wollten, die Patienten, die das wollten.
And viele Ärzte wehren sich heute noch dagegen.
[Nils Behrens] (1:53:47 - 1:54:01)
Deswegen, ich komme zu meiner letzten Frage. Wenn du morgen oder mit diesem Podcast, ich sage mal nur einen Satz an die gesamte Bevölkerung senden könntest, um ihr Gesundheitsverhalten nachhaltig zu verändern, welcher wäre das?
[Jörg Schweikart] (1:54:02 - 1:54:42)
Wahrscheinlich würde ich sagen, bitte hört auf, eure Körper mit diesen hochverarbeiteten Nahrungsmitteln, mit künstlichen Zusatzstoffen, voll mit Pestiziden und sonstigen Toxinen zu belasten. Und gebt quasi euren Zellen, kümmert euch darum, dass eure Zellen jeden Tag die Nährstoffe bekommen, sei es durch Lebensmittel oder durch Nahrungsergänzungen, die sie eben brauchen, um nicht krank zu werden. Und nehmt das ernst und schüttet nicht nur gutes Motoröl in eure Autos, sondern sorgt dafür, dass ihr gute, natürliche Lebensmittel und die richtigen Wirkstoffe bekommt.
[Nils Behrens] (1:54:44 - 1:55:05)
Wunderbarer Abschlusssatz. Ich sage dir vielen Dank für das Gespräch. Wer tiefer einsteigen möchte, es gibt ja ein ganzes Buch, das du heute auch schon einmal kurz erwähnt hast, das True Clean Label Buch, das ist ja an dieser Stelle nochmal besonders empfohlen.
And ich kann wirklich aus Stolz sagen, dass ich eine der ersten Ausgaben von dir bekommen habe. Insofern sage ich an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das Buch und für das Gespräch.
[Jörg Schweikart] (1:55:05 - 1:55:06)
Vielen Dank dir, Nils.
[Nils Behrens] (1:55:10 - 1:55:22)
Ich habe immer eine letzte Frage beim Podcast. Und da bist du natürlich jetzt keine Ausnahme. Die letzte Frage in jedem Podcast ist immer, hast du ein persönliches Lieblingssupplement?
Es geht um einen Wirkstoff, den du niemals weglassen würdest.
[Jörg Schweikart] (1:55:23 - 1:55:38)
Also da ich den wirklich nicht beantworten kann, weiche ich jetzt wieder aus auf meinen Bio-Gyokuro. Ich sehe es mir nicht nach, aber ich könnte mich nicht entscheiden zwischen Vitamin D. Das macht für mich keinen Sinn, weil es ist nicht möglich.
[Nils Behrens] (1:55:39 - 1:55:40)
Also der Tee, du nimmst den grünen Tee.
[Jörg Schweikart] (1:55:40 - 1:55:52)
Ich nehme einfach dann den Bio-Gyokuro mit und der gibt mir dann viel Ruhe und Kraft fürs Gehirn und meditativ. Aber klar, ich könnte mich nicht entscheiden. Das ist unmöglich.
[Nils Behrens] (1:55:53 - 1:56:18)
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