

Willst du es wirklich? – Wie effizientes Training im Kopf beginnt - mit Personal Trainer Andreas Klingseisen im Gespräch
Effizientes Training startet nicht im Fitnessstudio, sondern im Kopf. Diese Kernbotschaft von Personal Trainer Andreas Klingseisen zieht sich durch die aktuelle Healthwise Episode. Gemeinsam mit Host Nils Behrens spricht er darüber, warum Training kein „Hexenwerk“ ist, welche Rolle Motivation und Fokus spielen und wie jeder – egal in welchem Alter – durch die richtige Herangehensweise langfristig von Krafttraining profitiert.
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Training beginnt mit einer klaren Entscheidung
„Willst du es wirklich?“ – diese Frage stellt Andreas all seinen Klienten gleich zu Beginn. Denn ohne innere Motivation bleibt selbst der beste Trainingsplan wirkungslos.
- Ziele reichen von ästhetischen Wünschen über Gesundheit bis hin zu mehr Leistungsfähigkeit im Alltag.
- Wichtig ist: Ein Ziel haben, das wirklich zählt – egal, ob es mehr Energie im Alltag, bessere Beweglichkeit oder gezielter Muskelaufbau ist.
Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit – die drei Säulen der Fitness
Ein zentrales Thema: Krafttraining als Fundament für langfristige Gesundheit und Langlebigkeit. Studien zeigen, dass Muskelkraft und Muskelmasse eng mit gesunder Alterung zusammenhängen (z. B. VO₂max und Griffkraft als Messgrößen).
- Krafttraining: Erhält Muskelmasse, schützt Gelenke, stärkt Knochen.
- Ausdauertraining: Unterstützt Herz-Kreislauf-Funktion und Stoffwechsel.
- Beweglichkeit: Ermöglicht es, Kraft und Ausdauer überhaupt voll auszuschöpfen.
Andreas betont: Ohne Beweglichkeit ist weder Kraft noch Ausdauer effektiv trainierbar. Schon einfache Routinen wie tiefes Sitzen, Aufstehen vom Boden oder gezielte Stretch-Übungen helfen enorm.
Der Schlüssel: Qualität vor Quantität
Viele Menschen neigen dazu, Übungen mit zu hohem Gewicht oder unsauberer Technik auszuführen. Klingseisens Ansatz:
- „Das leichteste Gewicht so schwer wie möglich bewegen.“ → Fokus auf kontrollierte Ausführung und die gezielte Aktivierung der Muskulatur.
- Interne Bilder helfen: Sich bewusst machen, welche Muskeln arbeiten sollen.
- Fortschritt bedeutet nicht nur mehr Gewicht, sondern auch eine größere Bewegungsamplitude (Range of Motion).
Ernährung als Trainingspartner
Schnelle Lösungen gibt es nicht – aber einige einfache Strategien:
- Kalorienbalance im Blick behalten – ohne extreme Diäten.
- Proteinreiche Mahlzeiten unterstützen Muskelerhalt und Sättigung.
- Ballaststoffe (z. B. Gemüse, Karotten) fördern Verdauung und Mikrobiom.
- Flüssigkeit: Viel Wasser und ungesüßten Tee trinken.
Ein exemplarischer Start in den Tag nach Klingseisens Empfehlung kann Teil eines ausgewogenen Lebensstils sein:
- 1 rohe Karotte
- 3–5 Eier (als Rührei oder Spiegelei in Butter gebraten)
- Viel Flüssigkeit in Form von Tee oder Wasser
Motivation: Routinen schaffen und dranbleiben
Ein wiederkehrender Gedanke im Gespräch: Kleine Routinen sind der Schlüssel.
- Bereits eine tägliche Übung wie „One Push-Up a Day“ kann den Einstieg erleichtern.
- Externe Unterstützung (Trainer, Community, Vorbilder) hilft, dranzubleiben.
- Langfristig geht es nicht um den Quick Fix, sondern um nachhaltige Gewohnheiten, die Freude bereiten.
Take Aways
- Training startet im Kopf: „Willst du es wirklich?“ ist die entscheidende Frage.
- Krafttraining ist Basis für Gesundheit, Ausdauer und Beweglichkeit ergänzen optimal.
- Qualität der Bewegung ist wichtiger als Gewicht oder Wiederholungszahlen.
- Ernährung & Hydration: Protein, Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit sind zentrale Faktoren.
- Routinen und Freude an der Bewegung sind langfristig erfolgreicher als kurzfristige Ziele.
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Andreas Klingseisen ist Mitgründer von MTMT (Gym & Education) in München und fokussiert sich seit über zwei Jahrzehnten auf effektives Krafttraining, Prävention und Rehabilitation.
Sein Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass Training mehr ist als nur Muskelaufbau: Es geht darum, Körper, Geist und Alltag in Einklang zu bringen und Beweglichkeit, Stärke und Leistung langfristig zu erhalten. Klingseisen betont, dass guter Sport nicht nur kurzfristige Erfolge bringt, sondern nachhaltige Routinen erfordert – Klarheit im Ziel, Struktur im Training und Intelligenz in der Ausführung.
In seiner Arbeit kombiniert er evidenzbasierte Methoden mit einer pragmatischen Haltung: Training muss realistisch in den Alltag integrierbar sein, Spaß machen und individuell anpassbar bleiben. Damit steht er für einen Fitnessansatz, der nicht nur motiviert, sondern ebenso dauerhaft Veränderung ermöglicht.
Mehr über Andreas Klingseisen und MTMT: https://www.mtmt.de/personal-training-gym/coaches/andreas-klingeisen/
Extra Willst du es wirklich – Wie effizientes Training im Kopf beginnt. Mit Andreas Klingseisen
[Andreas Klingseisen] (0:37 - 0:58)
Ich würde vielleicht nochmal eine Stufe zurückgehen und sagen, mit allen Leuten, mit denen ich arbeite, stelle ich relativ schnell die Frage, willst du es wirklich? Egal in welchem Kontext. Also ob sie sich jetzt verbessern wollen, ob sie sich auf einen Marathon vorbereiten oder whatsoever.
You name it. Aber auch Leute, die bei uns anfangen wollen zu arbeiten. Leute, die ich coache außerhalb dieses physischen Kontexts.
[Nils Behrens] (0:59 - 2:30)
Willst du es wirklich? Ja. Ja, auch da wieder Arnold Schwarzenegger.
Wenn schon, denn schon. Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein.
Wir tauchen einen Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit. Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. So, wir haben uns jetzt heute mal etwas ganz anderes überlegt, wie ich bin hier heute in München bei MTNT bei Andreas Klingseisen.
Und Andreas Klingseisen ist einer der, ich würde sagen, innovativsten Personal Trainer, wenn ich ihn so vorstellen kann, da haben wir jetzt gar nicht drüber gesprochen, eigentlich haben wir über gar nichts gesprochen, die ich mir vorstellen kann, weil er eben halt aus einer wissenschaftlichen Perspektive versucht, Trainingsmethoden zu entwickeln, die eben halt eine hohe Alltagskompetenz den Mandanten, Patienten, Mitgliedern wie auch immer geben.
Und da kommt er immer wieder zu dem Punkt, wo er dann sagt, wir sind ja keine Playmobil-Menschen, deswegen sollten wir auch nicht trainieren wie Playmobil-Menschen. Und deswegen fand ich, ich habe schon mal einen Podcast mit ihm aufgenommen, das sehr interessant. Genau genommen hat er mich aber auch zu seinem Podcast eingeladen.
Und der wiederum hat ja auch wiederum ein ganz anderes Konzept als Healthwise. Und deswegen haben wir jetzt einfach mal gesagt, wir machen mal einen richtigen Freeflow. Das heißt, wir werden das eine Konzept auf das andere übertragen und wir interviewen uns jetzt einfach mal so gegenseitig, auch wenn ich jetzt hier gerade mal den Start gemacht habe.
Es gibt kein Skript, es gibt kein Konzept und wir gucken mal, was dabei rauskommt.
[Andreas Klingseisen] (2:31 - 2:35)
Also die MTMT-Hörer sind es ja gewohnt von uns, dass wir kein Skript und kein Konzept haben. Schauen wir mal.
[Nils Behrens] (2:36 - 2:37)
Also ist mir eigentlich genau genommen, dann doch euer Konzept.
[Andreas Klingseisen] (2:38 - 3:27)
Ja, wenn du so willst schon. Ja, vielen Dank für die tollen Worte, Nils. Es ist so spannend.
Vorhin habe ich zu dir gesagt, es ist eigentlich total doof, dass wir es noch nie so gemacht haben, dass wir zusammen trainieren und danach podcasten. Weil du dann einfach mal siehst, wie die Inhaltigkeit dann vielleicht in Facetten doch anders ist, was Training anbelangt. Am Ende des Tages, ich glaube, das haben wir beim letzten Mal auch schon besprochen, Training ist Training.
Also bei uns auch. Wir machen ja kein Hexenwerk, also das ist ja kein Hokus-Pokus. Und die Dinge, die wir machen, die sind ja jetzt auch als Außenstehender drauf geschaut und nicht anders, als du es kennst zum Beispiel.
Am Ende des Tages ist es halt nur so, dass wir uns eben den Menschen angeschaut haben und sehen, dass wir uns eben nicht wie Legomännchen bewegen, sondern dass es eben so ist, dass der Mensch vor allem in Rotationen lebt und durch Rotation und durch Reziprokität sich im Leben bewegt. Und das fördern wir auch im Gym.
[Nils Behrens] (3:28 - 3:58)
Aber die große Frage, und damit kommen wir vielleicht doch auch in eine gewisse Richtung, worüber wir in diesem Podcast reden, ist ja, mit welcher Zielsetzung kommen denn die meisten Leute zu euch? Weil ich sage ja immer, ich trainiere, um nackt gut auszusehen. Aber ich glaube, wenn ich mich da so richtig dran erinnere, wie so, dass viele Leute nachher mal zurückerzählen, die sagen so, ja, ich will einfach was für mich tun, aber sehr unkonkret.
Ist das bei euch auch so? Oder ist das hier bei euch schon der Advanced-Level, wo dann Menschen kommen und ziehen?
[Andreas Klingseisen] (3:58 - 5:50)
Ich glaube, ja. Also es ist schon so, ich glaube, man kann immer noch die drei Buckets aufmachen, eben nackt besser aussehen, gesünder zu sein und vielleicht dann als drittes Ziel, wenn du das mal irgendwie so in den Checkbook gebracht hast, mehr Leistung zu bringen. Und ich würde quasi auch von der Hierarchie, würde ich genau diese drei Ziele auch so hierarchisch anordnen.
Also keiner kommt zu uns und sagt, er will mehr Leistung bringen. Da sind wir nicht die Go-To-Guys, weil wir es letztendlich auch nicht nach außen postulieren. Das könnten wir auch sein, also wir betreuen auch mitunter Leistungssportler usw.
Und da geht es um Leistungsziele, aber da geht es am Ende natürlich auch um narzisstische Antriebe und natürlich auch um gesundheitliche, logischerweise. Und ich glaube, die Thematik ist die, dass die Menschen, und das ist ja nicht nur die Kunden, die zu uns kommen, sondern letztendlich auch Branchen intern, andere, die uns auch immer so ein bisschen belächeln usw. und sich Gedanken darüber machen, was denken die überhaupt, was sie machen usw.
Die erfinden das Rad nicht neu, tun wir auch nicht, aber es ist trotzdem einfach so eine Veränderung von die Erde ist eine Scheibe oder die Erde ist eine Kugel. Und da sind wir vom Wissensstand leider immer noch. Und worauf ich hinaus will, ist, dass die Leute, die zu uns kommen, die wissen ja in the first place noch gar nicht, was wir ihnen zukommen lassen können.
Also was sie durch Training wirklich erreichen können. Und das ist ja so, glaube ich, du kommst irgendwann mal zu einem Personal Trainer oder zu einer Personal Trainerin, bis zu einem gewissen Alter kannst du dir das leisten und hast natürlich eine gewisse Motivation, also nackt besser auszusehen. Ich glaube aber, dass du per se gar nicht dem Personal Trainer oder jeglicher Therapieform zugestehst, dich wirklich gesundheitlich auch voranzubringen.
Ich sage jetzt mal biomechanisch und orthopädisch. Und das sind aber Dinge, die du halt sehr wohl verbessern kannst. Natürlich denkt man, gutes Training macht dich auch irgendwie orthopädisch besser.
Aber gutes Training muss erst mal definiert sein.
[Nils Behrens] (5:51 - 9:56)
Ich finde das aber einen ganz interessanten Aspekt, weil ich würde jetzt zu deinen drei Punkten auch, ich sage ehrlich gesagt, diese Begrifflichkeiten nackt gut aussehen auch immer nur, weil ich es irgendwie ganz lustig finde, von Marc Maslothorn übernommen habe. Aber ich finde ganz ehrlich gesagt, Marc Maslothorn heißt doch nicht Maslothorn Maslow. Marc Maslothorn gab es auch mal, aber Marc Maslothorn, egal.
Auf jeden Fall ist für mich tatsächlich ein Punkt, und da komme ich jetzt wieder so in meine Longevity-Welt, ist ja, dass ich behaupten würde, es ist die größte Absicherung für das Thema Longevity, wahrscheinlich das Thema, eine gute Fitness und Muskulatur zu haben. Da sind wir bei diesen Themen, VO2 Max und Stärke, die ja häufig dann eben gerne beim Grip Strength gemessen wird. Aber es geht ja einfach grundsätzlich um die Stärke, die Muskelmasse, sage ich mal so.
Und da war ich jahrelang immer auf dem Stand, dass ich sage, irgendwie habe ich so in dieser Studentenzeit, habe ich eher gelebt, sage ich mal sowas, als dass ich da, ich war dann wirklich so mit Beginn Studium, bin ich dann irgendwas im Gym, ich war passives Mitglied und habe dann nicht mehr viel gemacht. Und gerade diese Phase, wo man ja noch in der Muskelaufbauphase eben halt da sein kann und eben halt ein gewisses Muskelgedächtnis sich aneignen kann, die habe ich so ein bisschen verpasst. Und dann bin ich wieder ein bisschen eingestiegen, als Studium vorbei war.
Dann habe ich da mal ein bisschen trainiert. Dann kam meine Tochter, dann bin ich wieder ausgetreten. Und dann war ich eigentlich nur noch Läufer.
Bin dann aber auch sehr ambitionierter Läufer gewesen, viel Marathon gelaufen und auch Triathlon und solche Sachen, alles irgendwie gemacht. Also schon dann, ich war nicht unsportlich so, aber ich habe nicht in den Aufbau meiner Muskulatur investiert, was man ja durch Ausdauersportarten eben halt nur bedingt bis gar nicht machen kann. Und da kam dann irgendwann den Punkt, ich glaube, da war der Initiator, der Gründer vom Elbgym, Willi Schröter, der dann irgendwann, ja, mich dann irgendwann überzeugt hat, dass nur Ausdauer es auch nicht sein kann.
Und dann bin ich seit vielen Jahren dann eben halt im Elbgym gewesen und habe dann eigentlich so trainiert, um zu trainieren, muss man einfach wirklich so sagen. Das heißt also, ich hatte kein so richtiges Ziel, ich hatte einen Plan und habe im Grunde eigentlich fast so eine Art Maintenance gemacht, ohne viel Leidenschaft so. Und tatsächlich ist dann erst ein großer Game Changer für mich jetzt gekommen durch den lieben Johannes Walter, den ich hier auch schon mehrfach erwähnt habe, der eben halt sein Soargym in Hamburg gegründet hat, was so eine Art, ich sage jetzt mal, wie es Maßkonfektionen gibt, gibt es eben halt eine Art von betreuter Mitgliedschaft sozusagen.
Das heißt also, man wird dann eben halt von den, man ist kein richtiger Personal Trainer, aber es sind immer Trainer da, die einem sagen, mach das mal anders. Und da gab es eben halt genau diesen Punkt bei mir, wo dann die dann zu mir sagen, du, du machst die Übung super, aber du hast zu wenig Gewicht. Und ich war ganz stolz, dass ich gerade bei so einem Hüftheber von 40 auf 50 Kilo erhöht hatte.
Und dann meinten die dann so, nee, mach mal 90. Und das war für mich in dem Augenblick so absurd. Also wirklich, wenn du gerade ganz stolz von 40 auf 50 Kilo erhöht hast und jemand sagt, nee, eher das Doppelte, denkst du so, hm.
Und dann hat das aber tatsächlich dann ohne große Fragen mir dann 90 draufgepackt, ging auch. Heute bin ich bei 140. Und das war für mich der größte Game Changer aus zwei Gründen.
Das eine ist natürlich, du siehst die Resultate. Das heißt also, du siehst es ja auch körperlich, dass es dann doch auch noch möglich ist, eben halt im höheren Alter wieder Muskelmasse dazuzulegen und nicht einfach es als Schicksal anzunehmen, dass man sagt, ich habe jetzt dieses Fenster verpasst, deswegen komme ich da nicht mehr rein. Aber es ist natürlich auch, da sind wir dann wieder auch irgendwie die leistungsgetriebenen Menschen natürlich auch toll, dass du dann siehst, okay, wie viel schaffe ich denn heute?
Also man hat mehr Anreiz, als dass du immer wieder sagst, jetzt mache ich hier mal eine 3x10 Wiederholung in dem Gewicht, sondern du einfach sagst, okay, geht heute mal wieder mehr. Und das ist so ein bisschen, das kannst du verstehen, worauf ich hinaus will. Für mich ist das nicht eine zwingend deiner ersten drei Motivationen, sondern es ist eher so dieses Thema, ich tue das so ein bisschen für mich als eine Art wie so ein Sparplan für meine Gesundheit.
[Andreas Klingseisen] (9:56 - 11:54)
Ich finde, es ist eher auf eine gewisse Art und Weise eine Zusammenfassung dieser drei Motivationen. Also so würde ich es vielleicht sehen. Du willst ja weiterhin nackt gut aussehen, du willst gesünder sein und du willst letztendlich auch irgendwie auf eine gewisse Art und Weise leistungsfähiger sein.
Also Longevity wieder als Begrifflichkeit und Grit, Strength oder halt generell Kraft zu testen. Am Ende des Tages geht es ja darum zum Beispiel, dass du in einem Ampelintervall eben über die Ampelstrecke kommst. Das heißt, dass du die Muskelkraft hast, diese Leistung zu erbringen.
Aber ich weiß, worauf du hinaus willst. Und um so eine kurze Brücke zu schlagen zu deiner Anekdote, bei mir war das nicht anders. Also ich habe immer Sport gemacht, alle möglichen Sportarten, die einigen leistungsorientierte, die einen anderen weniger leistungsorientiert.
Aber ich habe halt immer trainiert, ich habe mich immer bewegt. Also ich habe immer auf mein Bewegungskonto eingezahlt und ich konnte auch extrem viel abheben. Und ich hatte auch nie eine Phase, also ich bin kein Kostverächter und das ist auch so ein Thema, was so Spaß macht, glaube ich, mit dir jetzt auch zu thematisieren.
Ich habe mein ganzes Leben lang sehr, sehr intensiv gelebt. Also ich habe als junger Mensch, ich habe meine Heydays, auch was meine Kraftwerte anbelangt etc. so wahrscheinlich so für 15 Jahre gehabt, als ich so Mitte 30 war.
Und da habe ich aber auch am Abend, Donnerstag, Freitag, Samstag, das ist nicht rühmlich, ich erzähle es nur einfach, weil du ja auch eine Anekdote erzählt hast, ich habe wahrscheinlich jeden Abend 10 Gin Tonic getrunken. So und ganz normal als Standard. Also so wie ich das heute machen würde, ich würde tot umfallen.
Es würde einfach nicht mehr funktionieren. Aber ich bin am nächsten Tag, wenn ich Freitag irgendwie am zweiten Tag unterwegs war, hier zum Heavy Sale Day, darüber haben wir gerade gesprochen, gestanden und habe halt PRs gehoben. Also es ging.
Warum? Weil einfach der restliche Stress, die Stresskapazität da war, einfach diesen Stressor einfach wegzustecken. Jetzt mit zwei Kindern, mit drei Unternehmungen und so weiter, das funktioniert natürlich schlichtweg nicht mehr.
Aber ich glaube genau das, was du sagst, ist das Wichtigste, dass wir uns immer vor Augen halten, es ist nie zu spät.
[Nils Behrens] (11:54 - 11:55)
Never too late.
[Andreas Klingseisen] (11:56 - 13:00)
Es ist nie zu spät. Und dieser Faktor, Muskeln aufzubauen, der Thilo und ich, also mein Gründungspartner vom MTMT Gym, wir haben ja, Sakubeni ist ja Motherfucker, haben wir als Programm aufgelegt, so vor, ich glaube vor zwei Monaten oder so und haben genau da alles reingepackt, worüber du jetzt gerade gesprochen hast. Das heißt, wir wollten besser aussehen natürlich.
Also wir sind alle Narzissen und selbstverliebt. Wir wollen natürlich besser aussehen. Und es ist ja auch nichts, nichts Negatives, meiner Meinung nach, sondern ganz im Gegenteil.
Selbstaufgabe ist der Anfang des Endes und wollten auf alle Fälle auch leistungsfähiger sein und zwar nicht nur in den Facetten Kraft, sondern letztendlich auch, wenn du so willst, diese Buzzwords Mobilität, aber auch Agilität. Also wir haben da viele Sprünge drin und so weiter und so fort. Und das sind ja auch solche Bereiche, die wir eben in ein Gymtraining addieren, was du vielleicht so in einem normalen Gym nicht kennst.
Also wir kriegen immer wieder Feedback von Leuten, die das trainieren, die in einem normalen Gym trainieren, nicht in so einer Bubble, wie wir es halt eben machen können. Und die sagen immer wieder regelmäßig so, hey, die Leute schauen mich an, als wäre ich ein Ufo, weil ich so ein bisschen rumspringe, weil die Leute halt in normalen Gyms nicht springen.
[Nils Behrens] (13:01 - 13:05)
Aber ganz wichtiger Punkt, ich finde da sprichst, achso Entschuldigung, darf ich unterbrochen?
[Andreas Klingseisen] (13:05 - 13:05)
Nein.
[Nils Behrens] (13:06 - 15:06)
Gut, man sieht, wir haben kein Konzept. Aber das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, den du da ansprichst, weil dieses ganze Thema Sprungkraft zum Beispiel so, aber auch vor allem, und das ist so das, was ich eigentlich in fast jeder meiner Präsentationen drin habe, habe ich immer so dieses eine Slide drin, was ist denn wichtiger für die Longevity, Kraft oder Ausdauer? Und da ist die Studienlage im Augenblick so, dass wenn man eben halt idealerweise fünf Tage die Woche trainiert, sollte man drei Tage Kraft, zwei Tage Ausdauer machen.
So, das ist sozusagen das, was ich zumindest kenne. Du bist ja ja auch immer sehr tief drin und auch ein bisschen spezialisiert, weil du dich ja sehr viel nur mit dem Thema Fitness, sage ich mal, sowas dann eben halt dann auch so beschäftigt. Vielleicht weißt du da auch bessere Zahlen.
Aber ich finde da den entscheidenden Punkt, und da kommen wir dann eben halt zu dem Ferdinand Wader, der uns mal ursprünglich zusammengebracht hat, der hat auf die Frage, was ist wichtiger, Kraft oder Ausdauer, dann damals gesagt, keins von beiden, nämlich Beweglichkeit. Weil ohne Beweglichkeit kannst du beides nicht mehr trainieren. Nicht realisieren, ja.
Und das finde ich einen ganz interessanten Punkt. Da gibt es jetzt einen Anbieter, der ist im Augenblick in Berlin und in Hamburg, Soul House, und die machen eben halt auf der einen Seite Massagen, ganz normale Massagen, aber die machen etwas, was so ein bisschen trendet in den USA sehr stark und eigentlich sehr dicht an der Thai-Massage dran ist, das nennt sich Assisted Stretch. Das heißt also, dass sie im Grunde genommen eigentlich dich, ich sag jetzt mal, wie der Name es schon sagt, du gehst eben halt ins Stretching, aber dann eben halt unterstützt durch einen Therapeuten, der dich dann nochmal zusätzlich die Range of Motion dann einfach erweitert und dadurch eben halt dann nochmal den, dann auch quasi dann auch den Bewegungsradius auch ein bisschen mit zurück gibt, so. Und ich finde das eigentlich so total spannend, auch da wieder zu sehen, dass die Meister der Prävention der Asiaten das schon lange drauf haben, die Meister der Trend, sozusagen der Trends, die Amerikaner es so drauf haben, dass es jetzt auch bei uns ankommt. Aber eigentlich spielt es genau das wieder, was ja dieser Punkt ist.
Also ohne Beweglichkeit ist weder Kraft noch Ausdauer zu trainieren.
[Andreas Klingseisen] (15:06 - 16:24)
Ja, ja. Ich meine Beweglichkeit ist ja auch so ein Wort, das müsste man erstmal definieren, aber muss man auch gar nicht. Ich finde ja auch, dieses alles zu spezifisch und zu verwissenschaftlich irgendwie zu präsentieren, ist auch, glaube ich, gar nicht vonnöten.
Beweglichkeit ist für mich einfach so ein Überbegriff vielleicht von Dinge machen können. Also zum Beispiel in eine tiefe Kniebeuge gehen zu können, davon wieder aufzustehen, vom Boden aufzustehen. Also generell so Beweglichkeit ist gleich Agilität, ist einfach so ein Zusammenmix von Wörtern.
Ein Trainingswissenschaftler schlägt jetzt die Hände vor den Kopf zusammen und sagt, um Gottes Willen, was labert der Typ schon wieder. Aber du weißt, worauf ich hinaus will. Also ich glaube, wir müssen, wir sollten, wenn wir mehrere Leute erreichen wollen, glaube ich, müssen wir auch anfangen und auch aufpassen, dass wir eben nicht zu spezifisch sind, sondern dass es einfach greifbar wird für die Menschen.
Und ob jetzt das Passiv, Semi-Passiv Assisted Stretching ist oder ob du Krafttraining beladen über eine gute Range of Motion machst, die du eben zur Verfügung hast und die sukzessive steigerst, das ist auch Beweglichkeitstraining. Also das ist ja immer so unser Call. Du musst es nicht differenziert denken.
Wenn du ein gutes Krafttraining absolvierst, das wirklich auch progressiv gesteigert wird und zwar von der Last, die du bewegst, aber auch von der Range of Motion, die dir dann zur Verfügung steht, weil die Last dich auch dahin bringen wird, dann wirst du automatisch auch beweglicher, in Anführungsstrichen.
[Nils Behrens] (16:24 - 17:08)
Das ist ganz interessant. Das hat Arnold Schwarzenegger, ich glaube, vor drei, vier Wochen gerade, er hat eine Studie vorgestellt, die genau das Thema eben halt auch mit drin hatte, dass du durch Krafttraining deine Beweglichkeit signifikant nach oben bringen kannst, aber die Voraussetzung dafür ist, dass du eben halt die gute Range of Motion daneben hast. Also das heißt, wie der volle Bewegungsradius auch ist, weil da tendieren wir ja alle immer dazu.
Das sieht man ja auch. Das ist ja bei anderen Leuten, wenn sie im Gym trainieren und Arnold Schwarzenegger regt sich darüber auch regelmäßig auf, wenn die Leute dann immer, quasi immer nur so die Übungen dann eigentlich nur zum Drittel ausführen, weil jeder tendiert dazu, es sich leichter zu machen. Und wenn er sagt, ich muss jetzt irgendwie wieder zehn Wiederholungen schaffen, dann ist es irgendwie einfacher zu schaffen, wenn man nicht den vollen Weg geht.
[Andreas Klingseisen] (17:09 - 17:28)
Das ist auch was, was du natürlich vorhin angesprochen hast. Ich habe immer alle Leute, die zu uns kommen, die zu mir kommen, ob jetzt Praktikant oder Praktikantin oder Mentee oder Kunde oder eine Kundin am Ende des Tages, ich gebe immer die Devise aus, ich will das leichteste Gewicht, das mir zur Verfügung steht, so schwer wie möglich bewegen.
[Nils Behrens] (17:29 - 17:30)
Okay, das verstehe ich nicht.
[Andreas Klingseisen] (17:31 - 17:41)
Naja, weil du hast, also rein exemplarisch, wir haben vorhin darüber gesprochen, wie du Schrägbanddrücken machst, eben mit 32,5 Kilo, das ist ja schon ein Pfund, das ist ja schon ein Haufen Zeug. Auf beiden Seiten, auf beiden Seiten.
[Nils Behrens] (17:41 - 17:43)
Ja, natürlich. Ich möchte hier für diese Hörer in einem Moment noch mal hier festhalten.
[Andreas Klingseisen] (17:43 - 18:48)
Genau, also in jeder Hand einfach eine Kurzhantel, die über 30 Kilo wiegt. Also die muss man schon erstmal handeln können, die muss man erstmal stabilisieren können. Und bei mir ist es so, ich könnte die wahrscheinlich auch bewegen, aber ich will, und das ist eine große Diskussion, die man natürlich trainingswissenschaftlich durchdiskutieren kann und auch muss, ich will zum Beispiel 20 Kilo so schwer bewegen, internally, dass sie trotzdem den Stimulus erreichen, wie genau die 32,5 Kilo.
Das heißt, mein Fokus, und das ist ja auch sowas, was wir in Sarkopenie is a Motherfucker eben versuchen auch eben auszugeben, als Devise, und das ist aber die hohe Kunst des Trainierens, und das würde der Arnold auch definitiv gleich unterschreiben, weil es einfach so ist, dass wenn du gut trainieren kannst, dann kannst du mit weniger Gewicht mehr Stimulus erreichen, als jemand, der eben mehr Gewicht bewegt, aber nicht mit, ich sage mal, den Zielmuskeln, wenn man jetzt wieder diesen Hypertrophie- und Bodybuilding-Aspekt im Kopf hat, oder vielleicht auch, wenn man den Körper in eine gewisse Form bringen möchte, um biomechanisch auch als Ergebnis eine Erweiterung von Bewegungsoptionen, also am Ende des Tages Beweglichkeit zu erreichen.
[Nils Behrens] (18:48 - 18:54)
Aber dann lass uns doch mal dieses konkrete Beispiel nehmen. Wie bewegst du jetzt deine 20 Kilo anders als meine, damit der Trainingsstimulus da ist?
[Andreas Klingseisen] (18:55 - 20:10)
Also ich glaube, das interne Bild, was ich mir mache, also auf die Bewegungen, auf den Muskeln, wie ich arbeiten will, ist sehr, sehr großes. Und auch die von vornherein scanne ich meinen Körper durch und weiß, ein ganz klares Bild, und da sehe ich Knochen und da sehe ich darauf liegend die Muskeln. Das heißt, mein Körper ist in einer gewissen Form, in einer Ausgangsposition, und die verändere ich in diesen kompletten Sekunden oder Wiederholungen, wie auch immer du das messen willst, nicht einen Strich.
Und wenn du dir vorstellst, Kurzhantel, Schrägbank drücken wird bei den meisten so aussehen, wenn sie müde werden, dass letztendlich diese Startposition, die sie einnehmen, also die Rippen, der Brustkorb, die werden eine gewisse Grundposition haben, wo du wahrscheinlich den Brustmuskel, den großen Brustmuskel, vordere Schulter, Trizeps, am meisten stimulieren willst. Das heißt, du wirst wahrscheinlich deinen Brustkorb eher, ich sag mal bildlich gesprochen, groß machen, als dass du ihn klein machst, weil du per se einfach schon keine Spannung auf den Brustmuskel bekommst. Wenn du müde wirst, werden Hilfsmuskeln dazu geschaltet.
Das ist einfach ein Überlebensinstinkt, den wir als Menschen haben. Und den, wenn du aber gut Krafttraining machen willst und gerade so einen Hypertofie oder Bodybuilding-Fokus hast, also wirklich einen Muskel in den Fokus zu rücken, musst du diese Überlebensstrategie über Bord werfen.
[Nils Behrens] (20:11 - 20:20)
Genau. Nochmal, ich habe aber noch kein Bild vor Augen. Machst du die gleiche Übung wie ich?
Ich mache es genauso wie du. Aber was ist anders?
[Andreas Klingseisen] (20:20 - 21:31)
Ja, ich denke in Nuancen, das zu erklären, ohne ein Bild dazu zu haben, ist ziemlich schwer. Also ich denke, dass quasi dieser Fokus auf den Zielmuskel einfach extrem hoch ist. Also ich arbeite wirklich, eben, die Diskussion führe ich mit meinem Team noch und nöcher.
Also mit meinem Gesprächspartner im Podcast, mit dem Chris Schaudert. Wir diskutieren, wir belächeln uns gegenseitig. Je älter er wird, desto mehr auf diesem Spektrum rückt er in meine Richtung, weil er es immer mehr versteht.
Aber du musst es verstehen, du musst es erleben können. Ein Bodybuilder würde sagen, ja, ich weiß genau, was du redest. Die meisten Leute werden es aber eben nicht verstehen.
Die Brust ist, glaube ich, ein ganz gutes Beispiel. Die Leute, die eine, das ist natürlich viel, mit Genetik hat es zu tun und so weiter und so fort. Aber wenn du einen ausgebildeten, großen Brustmuskel hast, was du ja hast, du hast eher auch vom Volumen her, hast du eine große Brust im Vergleich zu kleineren Schultern.
Bei mir genau das Gleiche. Die Menschen, die das andersherum haben, werden wahrscheinlich genau bei diesen drückenden Bewegungen ihre starken Schultern zum Einsatz kommen lassen und die Brust ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr einschalten. Und das ist genau das, um was es geht, um hohe Bewegungsqualität.
[Nils Behrens] (21:31 - 21:42)
Okay, das heißt, du versuchst einfach in deiner Bewegung, wenn ich es richtig verstehe, gezielter sich auf das, was du trainieren willst, anzusprechen, um zu verhindern, dass die Hilfsmuskeln reinkommen.
[Andreas Klingseisen] (21:42 - 22:27)
Ja, und ich meine, wenn man Komplexbewegungen sich anschaut, logischerweise, vermeide ich alle Unterkörperbewegungen, außer du hast irgendwie eine Maschine, machst Beinstrecker, Beinbeuger. Aber sobald du irgendwie mehrere Gelenke schaltest, ist es schwer, irgendwie eine Isolation zu bringen. Kann man auch machen, ja.
Aber wenn du so einen, und auch kurz an die Bank drücken, ist keine Isolationsbewegung, aber sie ist dennoch isolierter, als jetzt irgendwie eine Kniebeuge oder irgendeine kreuzhebende Bewegung. Genau das versuche ich. Also ich versuche wirklich, im inneren Bild meinen Körper so zu positionieren, dass sich die Knochen zueinander nur so bewegen, wie sie sich bewegen sollten, biomechanisch, anatomisch.
Und die Muskeln, ich habe auch wirklich ein Bild meines Muskels, wie der Muskel sich in seiner Strecke verändert, während ich diese Bewegung mache.
[Nils Behrens] (22:28 - 22:42)
Interessant. Was würdest du dir jetzt als Tipp jemandem mitgeben? Also wir wollen ja auch immer, dass die HörerInnen dann auch konkrete Handlungsanweisungen dann in dem Sinn haben, zumindest in meinem Podcast.
Jetzt ist die Frage.
[Andreas Klingseisen] (22:42 - 22:42)
Beides schwierig, ja.
[Nils Behrens] (22:43 - 22:59)
Aber was ist jetzt so der Punkt, wenn jemand sagt, das klingt alles sehr, sehr spannend, was der Andreas da sagt. Das finde ich irgendwie ganz gut. Ich wollte heute sowieso noch ins Gym gehen.
Oder vielleicht bin ich auch gerade da. Also ich persönlich höre gerne Podcasts, wenn ich trainiere. Was mache ich jetzt bei den nächsten Übungen anders?
[Andreas Klingseisen] (23:01 - 23:19)
Nichts und alles. Also es ist so schwierig, weil es ist so, wir müssen beim nächsten Mal trainieren wir zusammen. Dass du wirklich auch einfach siehst, wie, also das ist ja wirklich ein Mini-Delta, wie wir Training anders machen.
Aber es ist dann doch da, dieses Delta. Am Ende des Tages Fokus, Fokus, Fokus, Fokus, auf sich selbst und Fokus auf den eigenen Körper.
[Nils Behrens] (23:20 - 23:21)
Okay, also schon mal Podcast ausschalten.
[Andreas Klingseisen] (23:22 - 25:12)
Naja, weiß ich gar nicht. Du kannst ja trotzdem, also ich glaube, dass es so sein wird, dass du Podcast hörst, aber dennoch in deinem Satz wahrscheinlich das Podcast gar nicht mehr hören wirst, sondern letztendlich so diesen Fokus und dieses körperliche Erleben. Also wirklich so diesen Spaß und diese Hingabe am, an diesem Meteorium, dass du dich wirklich selber schindest.
Das muss man ja auch lernen. Du musst ja diesen Effort, dich anstrengen zu wollen, das ist ja ein Skill. Den muss man ja lernen.
Du hast ja vorhin auch gesagt, so Maintenance. Ja, Maintenance, aber du hast ja trotzdem auch Bock zu trainieren. Also weißt du, was ich meine?
Das ist ja schon so, das ist das, was die Leute, die meisten Leute, die ins Personal Training kommen, die sagen natürlich vordergründig, okay, ich komme aufgrund deiner technischen Expertise, sag ich mal, genauso wie du zum Friseur gehst und dir halt von einem Friseur die Haare schneiden lässt, weil er halt gut Haare schneiden kann. Einen guten Koch. Koch.
Noch besseres Beispiel natürlich. Aber dann sind es doch ganz andere Faktoren, die den Kunden jetzt bei uns, exemplarisch gesprochen, 10 Jahre, 15 Jahre irgendwie bei uns behalten. Diese Menschen, die zu uns kommen, die haben technisch extrem viel gelernt.
Also die sind, wage ich mich jetzt aus dem Fenster zu lehnen und zu behaupten, oft besser ausgebildet als viele Trainer da draußen, die halt irgendwelche Trainerscheine gemacht haben. Aber das ist genau das, um was es geht. Also Fokus auf dich selbst.
Zu wissen, was man will auch. Also mit welcher Intention kommt man ins Training. Ich würde vielleicht nochmal eine Stufe zurückgehen und sagen, mit allen Leuten, mit denen ich arbeite, stelle ich relativ schnell die Frage, willst du es wirklich?
Egal in welchem Kontext. Also ob sie sich jetzt verbessern wollen, ob sie sich auf einen Marathon vorbereiten oder whatsoever, you name it. Aber auch Leute, die bei uns anfangen wollen zu arbeiten.
Leute, die ich coache, außerhalb dieses physischen Kontexts.
[Nils Behrens] (25:13 - 25:28)
Willst du es wirklich? Ja. Ja, auch da wieder Arnold Schwarzenegger, wenn schon, denn schon.
Also das ist, glaube ich, auch schon sehr viel in seinem, also ich meine, das ist einer der wenigen deutschen Terms, die er immer noch sehr viel benutzt, so in dem Zusammenhang. Und es passt schon, wenn schon, denn schon.
[Andreas Klingseisen] (25:29 - 25:29)
Absolut.
[Nils Behrens] (25:29 - 26:03)
Ich erzähle immer wieder, ich hatte früher ein Surf-T-Shirt von O'Neill, als ich tatsächlich noch Teenager war. Und da stand hinten riesig drauf, go big or go home. Und das ist, glaube ich, das, was man auf fast alles übertragen kann.
In dem Augenblick, wo du es entweder, ja, entweder geht man eben halt voll rein oder man lässt es. Ja. Jetzt wollen wir aber trotzdem, diese Folge wird wahrscheinlich jetzt im Sommer rauskommen.
Das heißt also, wir sind im Augenblick im April, aber es hat ja bei uns immer ein bisschen Vorlauf, wobei ich weiß gar nicht genau, wann die bei dir dann rauskommen.
[Andreas Klingseisen] (26:03 - 26:05)
Wir sind wochenaktuell.
[Nils Behrens] (26:06 - 26:08)
Wochenaktuell. Ja. Da muss ich nochmal drüber nachdenken, wie wir das dann bei uns machen.
[Andreas Klingseisen] (26:08 - 26:11)
Ja, das können wir ja auch, also wir können das ja auch postponen, das wäre kein Problem.
[Nils Behrens] (26:11 - 26:38)
Gucken wir mal, gucken wir mal. Also das werden wir auf jeden Fall nochmal schauen. Aber nichtsdestotrotz, wir wollen jetzt einfach mal den Quick-Fix für die Bikini-Figur.
Also wir beide sollen mal einen guten Bikini auswählen. So, jetzt ist die Frage, diese Frage wird ja wahrscheinlich jedes Jahr wieder zur gleichen Zeit angesprochen werden. Gibt es eine Lösung, also gibt es ein, an die Klingseisen, Geheimrezept für schnell in Shape zu kommen?
[Andreas Klingseisen] (26:40 - 26:53)
Naja, ich meine, das ist ja ziemlich einfach, theoretisch, nur theoretisch. Theoretisch ist es theoretisch einfach? Ja, natürlich.
Okay, jetzt bin ich gespannt. Du brauchst einfach ein Kaloriendefizit und dann wirst du definitiv abnehmen. Das ist einfach Fakt.
Okay, ja.
[Nils Behrens] (26:53 - 26:57)
Aber abnehmen ist ja dann auch wieder verbunden mit im Zweifelsfall Muskelabbau.
[Andreas Klingseisen] (26:57 - 27:46)
Ja, das würde ich natürlich da gar nicht so dramatisch sehen, weil wenn es dir darum geht, erstmal in Shape zu kommen, das bedeutet ja für die meisten erstmal Körperfett zu verlieren und die Körperkomposition zu verändern, dann ist das natürlich das probateste Mittel. Natürlich sollte man dann darauf erpicht sein, weiterhin das Krafttraining hochzuhalten und auch den Eiweißintake hochzuhalten. Wenn man es kann, also ganz praktisch gesprochen, würde ich anfangen, intermittent zu fasten.
Ich weiß, das ist kein Goldnugget mehr und so weiter und war es auch by the way noch nie. Aber das ist das, wenn man es verdauungstechnisch hinbekommt und keine Magenkrämpfe bekommt, was ich auch wieder bei Leuten sehr, sehr viel sehe, die intermittent fasten, vielleicht 16 oder sogar 18 Stunden nichts essen, dafür aber irgendwie sechs Tassen Kaffee trinken, die kriegen natürlich Magenprobleme. So, das ist was, darüber spricht man dann nicht, aber das ist einfach auch ein Fakt.
[Nils Behrens] (27:46 - 28:52)
Naja, ich finde einfach de facto auch, also auch da habe ich mal eine interessante Folge mit der Daniela Kirkowski gehabt über das Thema, die meisten Intervallfasten ja mit Frühstück weglassen, weil sie immer die, das Dinner ist ja die soziale Mahlzeit oder das Frühstück bei vielen nicht, außer am Wochenende. Und da kommt es dann immer darauf hinaus, dass das dann auf kurzer, langer Stoffwechsel einfach sich so runterfährt. Das heißt also, das ist natürlich etwas so und die meisten wollen aber dann abends das nicht weglassen.
Auch da kann ich wirklich nur aus, also mein Leben sieht jetzt im Augenblick gerade ein bisschen mit den zwei Wohnorten und allem drunter ein bisschen unregelmäßiger aus, aber da weiß ich eben halt noch früher, als ich noch in Anführungsstrichen nur in Hamburg gewohnt habe, dass ich dann, wenn ich nach Hause kam, war es fast egal, ob ich um 17 Uhr, 18 Uhr oder 20 Uhr nach Hause kam, in dem Moment, wo ich nach Hause kam, hatte ich dann irgendwie ein Hungergefühl.
So, weil nach Arbeit nach Hause gleich essen. So, durch Konditionierung. Gelernt halt, ja.
Einfach gelernte Konditionierung. So, das habe ich jetzt in meiner Berliner Wohnung jetzt nicht mehr so, weil ich da selten esse. Das macht es natürlich zusätzlich schwierig, genau diese Konditionierung zu durchbrechen.
[Andreas Klingseisen] (28:52 - 29:14)
Ich finde immer auch so, deswegen ist es ja so schwer, schlaue Ratschläge zu geben, weil es natürlich einfach for the long run, brauchst du auf alle Fälle natürlich mehrere Strategien. Aber jetzt im Kurzen, wenn du, ich sage jetzt mal, ein Zeitfenster hast von zwei Monaten, dann würde ich das einfach versuchen, Kalorien einzusparen, so wie es halt für das Individuum möglich ist und natürlich das Bewegungspensum hochschrauben, wenn es geht.
[Nils Behrens] (29:14 - 30:15)
Okay, aber dann lassen wir doch mal trotzdem jetzt mal ganz kurz auf die Ernährung eingehen. Ja. Also, ihr seid ja mit eurem Podcast auch von ESN gesponsert, von daher, wenn er auch nicht ESN-direkt ist, aber dann doch irgendwie indirekt mit Christian Wolf, der ist ja der große Verfechter des Proteinfassens.
Das heißt also, Proteinfasten heißt ja dann in dem Sinne eine Abwendung des Intervallfastens, der fängt dann eben halt an mit, ich sage mal 9 Uhr, 11 Uhr zwei Proteinshakes, dann kommt irgendwann, also die Proteinshakes ersetzen quasi das Frühstück, dann kommt irgendwann eben halt das Mittagessen und das Abendessen so. Aber das ist ja sozusagen seine Variante, das Proteinfasten, alles eben halt auf eine gewisse High-Protein-Kalorien-Reduktion durch diese ganze Süßstoff-Mafia. Wie sie ja auch immer im Netz gerne genannt wird.
Aber eben halt durch Zuckersatzstoffe, sagen wir mal neutraler, positiver, sage ich mal sowas so. Aber das ist ja quasi so, da hat er jetzt ja auch sein Buch zu veröffentlicht und allen Runden, das ist ja so das Go-To-Rezept. Jetzt würde mich mal deine Perspektive dazu interessieren.
[Andreas Klingseisen] (30:15 - 30:34)
Ich bin ja in dieser Fitnessbranche seit über 25 Jahren, aber ich bin nicht in dieser Fitnessbranche. Also gerade in diesen sozialen Medien und so weiter, diesen Christian Wolf kenne ich vom Namen, aber ich bin nicht auf den sozialen Medien. Also ich bin, wenn ich mal auf Instagram bin, dann lache ich über mich selbst, wenn ich irgendwie ein Shake-Rezept gemacht habe oder sonst sowas.
Aber ich bin da nicht großartig informiert.
[Nils Behrens] (30:36 - 30:37)
Aber das Konzept hast du ja verstanden.
[Andreas Klingseisen] (30:37 - 31:23)
Das Konzept habe ich verstanden, definitiv. Ja, das kann man natürlich machen. Da werden natürlich viele Eiweiß-Shakes verkaufen, ist ja vollkommen klar.
Also wieso sollte er auch nicht? Warum sollte er auch nicht? Steht ihm auch zu, definitiv.
Ich würde immer auf echte Lebensmittel setzen, die man gut verdauen kann. Und das ist natürlich trial and error. Für mich sind es immer Eier.
Für mich ist es definitiv immer irgendeine Form von Eierspeise. Also ich habe auch noch nie jemanden getroffen, was jetzt in meinem persönlichen Erfahrungsschatz dem Eier irgendwie geschadet hätten oder so. Oder wo es so war, dass Eier nicht gut verdaut werden konnten.
Und ich kann auch dauerhaft Eier essen. Also tatsächlich einfach, wenn man abnehmen will, wenn man eben jetzt diese Zeit der Bikini-Figur hat, auch zwei Monate lang jeden Tag Eier essen. Das ist ja, wenn du ein Athlet bist, auch nichts Unnormales.
[Nils Behrens] (31:23 - 31:26)
Was heißt das jetzt konkret? Wir müssen ja versuchen.
[Andreas Klingseisen] (31:26 - 32:09)
Also ich würde ausgeben, egal ob Mann oder Frau, würde ich ausgeben, die erste Mahlzeit bei Frauen ist es ja so, dass die hormonell wahrscheinlich früher essen können beziehungsweise auch sollten als Männer. Aber ich würde einfach wirklich eine Zeit der Karenz irgendwie einräumen, auch dass das Verdauungssystem mal chillen kann, mal runterfahren kann, dass ich das vielleicht mal wirklich entleeren kann, weil viele Leute natürlich da auch einfach ein Riesenproblem haben. Dann auch XYZ, also Nährstoffaufnahme einfach nicht mehr so gut ist, wenn der Darm nicht arbeiten kann, etc.
etc. Diese ganzen Dinge, die wir wissen. Ich würde starten, egal zu welchem Zeitpunkt, jetzt mit einem guten Stück Butter, also sehr, sehr fettreich auch am Anfang, gerade nur am Anfang, also um nicht gleich einfach kalorisch alles runterzuschrauben und dann vier Eier.
[Nils Behrens] (32:10 - 32:11)
Wie esse ich das Butter?
[Andreas Klingseisen] (32:12 - 32:15)
Die Butter ist letztendlich nur die Darreichung, dass das Ei nicht in der Pfanne herrscht.
[Nils Behrens] (32:15 - 32:20)
Ah, okay, okay, okay. Gut, gut. Ich dachte gerade so, ich war ja schon wieder bei Bulletproof Coffee oder keine Ahnung.
[Andreas Klingseisen] (32:20 - 32:38)
Ich glaube, die Zeiten haben wir hinter uns gelassen. Also kann auch jeder machen. Haben wir ja auch alle gemacht, so vor acht, neun Jahren, wann auch immer.
Damit würde ich starten. Und ich würde auch, was ich allen immer empfehle, je mehr man es schafft, quasi Fiber, mein Deutsch.
[Nils Behrens] (32:38 - 32:38)
Ballaststoffe.
[Andreas Klingseisen] (32:38 - 33:00)
Ja, danke. Zu essen, auch gerade vor oder zu diesen Eiweißmahlzeiten, desto besser. Also bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich gerade in der Zeit, wenn ich mein Verdauungssystem und ich merke das auch in der Hautqualität und so weiter, ich habe immer eine Karotte vor jeder Mahlzeit zum Beispiel.
Also einfach als straighter Tipp, die Karotte ist das Erste, was quasi in mein System kommt. Damit breche ich auch mein Fasten zum Beispiel.
[Nils Behrens] (33:01 - 33:02)
Interessant. Eine rohe?
[Andreas Klingseisen] (33:02 - 33:03)
Rohe Karotte.
[Nils Behrens] (33:03 - 33:09)
Gut, das heißt also, das Frühstück würde ich mir jetzt einfach mal so sagen. Wir starten mit einer rohen Karotte. Ja.
Und dazu essen wir vier bis fünf Eier.
[Andreas Klingseisen] (33:10 - 33:17)
Ja, also wer fünf runterbekommt, ja. Also ich meine, die sind ja auch so hochsättigend Eier. Also wenn Leute mal wirklich nicht nur…
[Nils Behrens] (33:17 - 33:17)
Findest du?
[Andreas Klingseisen] (33:17 - 33:32)
Ich finde schon. Also wenn man dem wirklich mal, also wenn man Eier auch jetzt nicht kombiniert mit Carbs, also wenn man kein Brot dazu isst oder keine Brezel whatsoever, sondern einfach die Eier für sich mal stehen lässt, vielleicht noch eine Paprika dazu isst oder eben eine Karotte, dann hält die schon lange vor.
[Nils Behrens] (33:33 - 34:04)
Ja, ja und nein. Also ich finde, wenn ich zum Beispiel für mich sage, ich habe jetzt irgendwie ein Rührei mit drei Eiern, also ich muss mich ja sowieso als altes Kind des Lanzerhofs immer dazu anhalten, möglichst langsam zu essen. Bei Eiern ist das Problem, man kann sie jetzt nicht 30 Mal kauen.
Also bedingt nur gut. Ja, absolut. Und deswegen esse ich sie zu schnell.
Aber da bin ich dann schon echt so, wo ich dann so die drei Eier kurz inhaliert habe, dann denke ich immer so, okay, what's next?
[Andreas Klingseisen] (34:04 - 34:11)
Aber ich meine, Nils, du bist ja auch ein großer Kerl. Also drei Eier sind für dich auch da faktisch einfach zu wenig. Ja, sag ich ja.
[Nils Behrens] (34:12 - 35:13)
Also drei Eier sind zu wenig. Ich hatte heute Morgen, in München liebe ich es immer, wenn ich in einem Hotel bin, da gibt es morgens immer Shakshuka. So, das heißt also, da hatte ich dann schon die ersten zwei Eier mit Shakshuka und habe mir trotzdem noch zusätzlich ein gekochtes Ei noch dazu geholt und hatte zusätzlich noch, das ist mein Fiber-Mikrobiom, eigentlich noch mehr Hack immer so, ich versuche eigentlich fast immer, wenn ich in einem guten Hotel bin und es eine Art von Frühstücksbuffet gibt, dann versuche ich mir immer eine kleine, ich will sie jetzt einfach mal Bowl nennen, wie auch immer, wo ich alle verfügbaren Pflanzenstoffe, die irgendwie da reinpassen, in eine mache.
Das heißt also, ich habe dann nahezu jede Müsli-Art plus dann eben halt jede Nuss, jede Samen plus Früchte plus, plus, plus, um eben halt mal so diese große Vielfalt an Pflanzenstoffe, die ich zu Hause nicht so parat hätte, dann einfach da reinzutun. Das heißt, das war jetzt zum Beispiel mein Frühstück heute Morgen.
[Andreas Klingseisen] (35:14 - 35:29)
Das ist super, aber das würde ich auf gar keinen Fall machen, wenn du wirklich abnehmen wolltest. Also das ist einfach zu kalorisch und auch vom Verdauungsprozess meiner Meinung nach zu langwierig. Also ich will einfach schon, ich will einen großen Durchlauf haben, auch wenn du abnehmen willst.
[Nils Behrens] (35:32 - 35:45)
Ja gut, aber wir bleiben jetzt hier mal an deiner Strategie. Wir machen jetzt mal die drei, vier Eier, drei bis fünf.
Wir gehen jetzt mal auf drei bis fünf Eier. Darreichungsform ist relativ egal, ob Rühreier oder Spiegelei, das ist ja Wumpe.
[Andreas Klingseisen] (35:45 - 35:58)
Was man möchte, also am Anfang, also wenn es dann so ist, dass man wirklich auf einem Level ist, dass man, ich sage jetzt mal, von zwölf Prozent Körperfett auf zehn oder von zehn sogar auf acht will oder so, dann muss man natürlich noch mal weiter runter reduzieren und muss einfach gekochte Eier essen und keine gebraten.
[Nils Behrens] (35:58 - 36:18)
Wir haben bei meinem Podcast über 70 Prozent weibliche Hörer, ist auch lustig, weibliche Hörer, mir passiert das immer wieder, noch gendere. Also wir haben über 70 Prozent weibliche Hörerin und dann gehe ich mal davon aus, dass Körperfettanteile von acht, zehn Prozent sowieso da ausgeschlossen sind.
[Andreas Klingseisen] (36:18 - 36:18)
Unrealistisch.
[Nils Behrens] (36:19 - 36:27)
Also von daher, da reden wir sowieso erst nicht drüber. Aber gut, wir haben jetzt mal das Thema Frühstück abgehakt. Wie gehen wir weiter?
[Andreas Klingseisen] (36:30 - 36:36)
Also Flüssigkeitsaufnahme ist natürlich key auch. Ich würde noch mal kurz zurückgehen, ich würde so viel Tee wie möglich trinken.
[Nils Behrens] (36:36 - 36:36)
Tee?
[Andreas Klingseisen] (36:37 - 37:57)
Tee, bis ich die erste Mahlzeit esse, bis ich die erste Mahlzeit einer verstrichen will. Ich brauche, und das ist auch Trial and Error, meine Frau zum Beispiel, die muss relativ schnell essen in der Früh, weil sie sonst kreislauftechnisch irgendwie nicht auf Touren kommt und so weiter, weil sie fühlt sich faktisch einfach nicht wohl. Ob sie es nicht auch anders machen könnte oder nicht, sei mal dahingestellt, aber es ist einfach ein Fakt.
So sind wir auch alle Menschen und keine Roboter. Das ist ja alles theoretisch, was ich gerade sage. Das muss ja auch funktionieren für das Individuum.
Absolut. Und dann würde ich eben sagen, dass nach Möglichkeit, ja, ich sage mal drei bis vier Stunden letztendlich verstreichen bis zur nächsten Mahlzeit. Vielleicht ist die auch getimt mit um ein potenzielles Training, wenn das funktionieren könnte.
Und dann würde ich so nach dem Motto, earn your carbs, würde ich die Kohlenhydrate tatsächlich rund ums Training herum essen. Also vielleicht, wenn man das braucht überhaupt. Also ich glaube ja, dass wir das nicht brauchen.
Also die meisten, die Normalsterbliche, so wie wir, also alle, die diesen Podcast auch hören, die brauchen keinen Workoutbooster, die brauchen kein Intracarbohydrate-Getränk oder sonst sowas, sondern die brauchen vielleicht Carbs, um Glykogenspeicher wieder aufzufüllen nach einem Training. Und dann ist auch die Frage, wie hart haben die überhaupt trainiert? Wir haben vorhin von Effort gesprochen.
Also wie sehr kannst du dich überhaupt anstrengen? Das würde ich machen. Das könnte vielleicht dann sogar die vorletzte Mahlzeit sein, wenn man wirklich halt drei bis vier Mahlzeiten auf einen Tag verteilen möchte.
[Nils Behrens] (37:58 - 38:03)
Da habe ich jetzt irgendwie leider doch zu schlecht zugehört. Wir haben ja jetzt gerade gefrühstückt, dann haben wir vier Stunden nichts gegessen.
[Andreas Klingseisen] (38:03 - 38:06)
Du hast gut zugehört. Ich habe nur exemplarisch nicht gesagt, was sie dann essen sollten. Das habe ich nicht.
[Nils Behrens] (38:07 - 38:17)
Ja, aber nein, ich habe dir schlecht zugehört, weil ich habe tatsächlich jetzt im Augenblick gerade nur abgespeichert, man hat gefrühstückt und dann soll man die Carbs um die Trainings herumlegen. Das sind aber jetzt zwei.
[Andreas Klingseisen] (38:17 - 39:48)
Ja, ich bin so, also okay, du gängelst mich dazu, wirklich einen Tag exemplarisch durchzuexerzieren. Da sprechen wir gleich mal drüber. Ich lasse mich darauf ein jetzt und so und dann sprechen wir darüber, was ich da generell davon halte.
Also nach dem Training würde ich schauen, ich sage jetzt einfach mal, wenn wir gefrühstückt haben, ich sage jetzt mal halb zehn oder zehn, so dann verstreiche ich eine gewisse Zeit, dann trainierst du, ich sage mal vielleicht um halb zwei oder um zwei und danach hast du eine Mahlzeit, die ich wahrscheinlich dann kombinieren würde aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten, wahrscheinlich irgendeine Art von Obst, worauf man auch Bock hat.
Und das vielleicht sogar als Art Nachspeise zu sehen, also vielleicht irgendwie eine Art von Joghurt oder Quark, angerührt mit Heidelbeeren und Bananen zum Beispiel. Ja, lieben wir. Genau, lieben wir alle.
Und vielleicht vorher irgendwie entweder, wenn man es kann, wieder ein paar Eier oder ein Stück Fisch oder Fleisch, was ja schnell gebraten ist und dazu wieder auf alle Fälle viel Gemüse. Fiber. Fiber, so, dass es einfach mal funktioniert mit der Verdauung auch und so weiter.
Und dann könnte man wirklich hergehen und könnte schauen, ob man dann nur noch mit einer Mahlzeit, also einer restlichen Mahlzeit, so über den Tag kommt. Und die könnte man dann einnehmen, so ich sage mal fünf, halb sechs, sechs, so was. So zu einer klassischen deutschen Abendessenszeit.
Und da möglichst low carb? Ja, wenn du wirklich im Fokus hast, Bikini-Figur zu erreichen, dann würde ich wahrscheinlich weniger Carbs essen. Aber es ist auch so sehr, sehr individuell, weil einfach Menschen unterschiedlich Carbs wegverdauen können.
[Nils Behrens] (39:50 - 39:53)
Okay, gut. Und jetzt, was du davon hältst?
[Andreas Klingseisen] (39:55 - 41:22)
Also von Quick Fixes halte ich nichts, generell nichts. Natürlich wollen wir die alle haben und so weiter und natürlich geben wir die auch mitunter aus, aber nur unter dem Vorbehalt, dass wir längerfristig die Leute auch verändern und begleiten wollen. Wir sehen uns ja als Grenzverschieber und Grenzverschiebung ist in jedem Bereich, also letztendlich auch in der Affinität, sich mit Ernährung überhaupt auseinandersetzen zu wollen und es nicht als Geißel zu sehen, sondern wirklich als Mehrwert.
Das ist ja generell das, was wir versuchen bei MTMT auszugeben. Alles, was wir machen, ist salutogenetisch. Das ist nicht pathogenetisch.
Ich will nicht, was du vorhin gesagt hast, ich will nicht unbedingt lang leben, ich will intensiv leben. Und ich denke, dass ich auf eine gewisse Art und Weise lang leben werde, weil mein Leben sehr, sehr gefüllt war von Erfahrungen, von Emotionen und so weiter und so fort. Und das kann ich natürlich alles, weil meine Lebensqualität sehr hoch ist, weil mein Konto mit Vitalenergie dauerhaft gefüllt wurde.
Also ich habe nie aufgehört, mich zu bewegen. Ich habe immer trainiert. Die längste Trainingspause war mal, als ich bettlägerig war, nach dem Achillessehenriss.
Und da bin ich auch relativ schnell wieder ins Gym und habe Kniebeugen gemacht mit diesen komischen Stiefel an. So, das ging relativ schnell dann wieder. Das ist so die Sache.
Also ich glaube, wir müssen alle anfangen, den Mehrwert an diesem ganzen Prozess zu sehen und nicht die Restriktion.
[Nils Behrens] (41:24 - 42:31)
Ja, finde ich einen sehr guten Punkt. Und das ist ja so ähnlich wie das, was ich versuche, auch in meinem Zusammenhang mit Longevity zu erzählen, dass ich sage, dass alles, was dir so gar keinen Spaß macht und du es nur machst, mit diesem Ziel länger zu leben, wird nicht funktionieren. Weil es ist einfach wirklich so, wenn, guck mal, wenn ich jetzt 120 werden will, dann habe ich noch 70 Jahre vor mir.
Wenn ich etwas dann jetzt in mir, eine Routine aufbürde, die ich hasse, ist es doch nicht realistisch, dass ich die 70 Jahre jetzt durchziehe. Absolut nicht. Und von daher muss man natürlich schon auch die Sachen finden, die einem Spaß machen.
Und bei mir ist es wirklich so, das klingt, wenn ich so manchmal so erzähle, klingt es immer so, als ob ich so ein Konzept habe, so Flavor of the Year. Aber ich habe wirklich immer irgendetwas im Jahr, was ich dann sehr viel mache. Das war dann letztes Jahr, war es dann tatsächlich durch die SOAR Gym, war ich sehr viel im Gym.
Das Jahr davor habe ich dann ganz viel Golf gespielt mal. Das Jahr davor habe ich dann ganz viel Stand Up Paddling gemacht. Also du weißt, worauf ich hinaus will.
[Andreas Klingseisen] (42:31 - 42:31)
Absolut.
[Nils Behrens] (42:31 - 43:05)
Ein Jahr lang habe ich dann wirklich viel geschwommen. You name it. Also ich habe dann irgendwie immer mal so Sachen, die ich dann mit einer größeren Leidenschaft, mit einer höheren Priorität verfolge.
Und das mache ich nicht aus einer Strategie oder so nach dem Motto, jetzt überlege ich mir, was könnte denn jetzt hier das 25-jährige dominierende Thema werden. Sondern das ergibt sich manchmal. Manchmal hat man dann einfach ein Thema, was man dann irgendwie hat.
Dann stürzt man sich ein bisschen mehr drauf. Und ich glaube auch da wieder Variety is the spice of life. Das ist auch das, was dann auch Spaß macht.
[Andreas Klingseisen] (43:05 - 44:14)
Ja, absolut. Und ich meine, du hast ja vorhin von Maintenance gesprochen. Und ich kann mich erinnern, ich habe früher für die GQ geschrieben.
Also es ist ja ein Gefühl in einem anderen Leben. Und da war einer meiner ersten Artikel genau auch zu so einem Maintenance-Faktor. Also wir überlegen auch nicht, ob wir Zahnseide benutzen oder ob wir uns zweimal am Tag die Zähne putzen.
Das ist eine Maintenance, eine Körper-Maintenance, die wir eben haben. Ja. Das ist eine Routine, die wir brauchen als Menschen.
Und in der Zeit, als du gegolft hast oder Stand-Up Paddling whatsoever, jegliche Sportart, also alles, worauf du halt Bock hast, wird in deinem Leben trotzdem dauerhaft begleitet werden durch die Maintenance. Durch Maintenance, Krafttraining und Ausdauertraining. Klar.
Das wird nicht mehr weggehen. Und das ist ja genau der Punkt, den wir erreichen wollen oder auch müssen. Wir müssen bessere Bilder zeigen und bessere Geschichten erzählen, damit Leute, die Vorbehalte haben oder vielleicht sagen, hey, it's easy for you to say, schau dir den an und so weiter.
Natürlich kann er das, aber schau mich an, ich werde das niemals erreichen. Diese Menschen müssen wir auch dazu bekommen. Und dafür brauchen wir bessere Geschichten und auch bessere Vorbilder.
Also halt einfach greifbare Vorbilder. So nicht Götter in Weiß. Also sage ich jetzt immer so, die so unantastbar sind.
Auch eine Anekdote, wenn ich die erzählen darf.
[Nils Behrens] (44:15 - 44:17)
Das ist ja auch dein Podcast, du darfst ja alles erzählen.
[Andreas Klingseisen] (44:17 - 46:11)
Das stimmt, danke. Das ist ganz, ich glaube das war 2004 oder so, da habe ich im Taunus in der Villa im Weinberg so ein Wochenendseminar gehalten für so Young Executives, also für so Highflyer, die aber halt on the edge waren, gerade dahin, dass sie halt in den Lebensstil gedriftet sind, der halt nicht gut war. So, mit allen finanziellen Möglichkeiten und so weiter und so fort.
Und ich war der Letzte an der Bar, aber auch der Erste am Frühstück wieder, der gesagt hat, so Jungs, aufstehen und so weiter, wir machen jetzt dies und jenes und so weiter und danach gehen wir ins Feld und bewegen uns. Also du weißt, was ich sagen will. Und das ist genau der Punkt.
Die Leute müssen einfach sehen, dass wir nicht ein restriktives, langweiliges Leben führen, sondern dass wir auch Pizza essen, dass wir auch Burger essen. Ich meine, du kennst ja diese ganzen Beispiele. Kunden kommen zu uns und sagen, wollen wir mal zusammen essen gehen?
Ich habe da so ein neues Restaurant aufgemacht und ich sage, ja klar, können wir es machen. Ich habe auch ein Lieblingsrestaurant. Geh mal einmal zu dem, was du ausgewählt hast, und einmal zu mir.
Und dann sehen die halt, wie wir uns ernähren, wie wir essen und wie wir konsumieren. Und das ist das, was ich meine. Ich will salutogenetisch mein Leben leben.
Ich will immer einen Zugewinn haben in allem. Wir sind alle on the edge, glaube ich. Wir haben alle das Potenzial, weil wir als Menschen so angelegt sind.
Unser Gehirn ist nun mal so angelegt. Wir haben alles im Überfluss in unserer Gesellschaft. Und das ist das Problem, weil wir uns alles, wir haben alles.
Wir machen den Kühlschrank auf und der ist meistens voll. Wir gehen um die Ecke und es gibt fünf Burgerläden gleichzeitig. Et cetera, et cetera.
Du weißt, worauf ich hinaus will. Und da die Balance zu finden, das ist das, was den Menschen eben, glaube ich, schwerfällt, weil sie die Balance nicht haben, weil sie nur überkonsumieren, aber nichts entgegenstellen. Weil diese Körperlichkeit, die Physis, die wir früher unweigerlich eben hatten als Menschen, als Homo Sapiens, als Jäger und Sammler, wie auch immer, wie weit man zurückgehen will, die haben wir halt verloren.
Die brauchen wir nicht mehr. Und diesen Faktor wieder ins Leben zu holen, das muss unsere Aufgabe sein.
[Nils Behrens] (46:12 - 46:43)
Definitiv, definitiv. Und ich finde auch, dass es dafür auch immer Lösungen gibt. Also ich habe es gestern gerade wieder so festgestellt.
Ich bin dann relativ früh morgens mit einem Zug hier nach München reingefahren und hatte dann am Nachmittag zwei Podcastaufnahmen. Das Podcaststudio war ungefähr, ich glaube, im Auto waren es 25 Minuten entfernt und mit dem Fahrrad 35. Und da habe ich mir im Hotel dann ein Fahrrad geliehen und bin dann einfach die 35 Minuten mit dem Fahrrad gefahren, bin dann, Rückweg auch wieder 35, habe ich eine Stunde Sport gemacht.
[Andreas Klingseisen] (46:43 - 46:43)
Perfekt.
[Nils Behrens] (46:43 - 46:47)
Und kann man jetzt sagen, okay, so commuten jetzt mit dem Fahrrad.
[Andreas Klingseisen] (46:47 - 46:52)
So ein One, so ein One Anschlag, so ein Two wird es auf jeden Fall gewesen sein. Genau. Absolut.
[Nils Behrens] (46:52 - 47:14)
Genau. So und von daher, es geht ja immer, weißt du, und letztendlich, was habe ich jetzt de facto verloren? Ich habe in der Summe verloren, verloren, aber es hat 20 Minuten in der Summe dann länger gedauert.
Das heißt also, bist du bereit, 20 Minuten zusätzlich zu investieren, weil letztendlich ist es ja nur das Zusatzinvestment, um eine Stunde zehn in den Sport zu machen?
[Andreas Klingseisen] (47:15 - 49:05)
Ja, allein der Gedanke, also natürlich müssen wir den anstellen, aber allein der Gedanke, das als zusätzliche Zeitaufwendung zu sehen, ist ja schon so perfide.
[Nils Behrens]
Nein, aber es gibt ja genügend Leute, die immer sagen, sie haben kein Zeitverbrauch.
[Andreas Klingseisen]
Ja, natürlich, absolut, ganz klar.
Aber allein das Commuten, ich meine, München ist natürlich auch sehr dankbar, mit dem Fahrrad zu fahren. Also ich habe es mal ausgerechnet. Ich habe so, ich glaube, so immer zwischen 140 und 150 Kilometer pro Woche, die ich commute.
Das ist halt einfach so mein so ein One. Das geht so auch im Longevity-Game, dass du einfach insgesamt ein körperlich aktiverer Mensch bist. Und wir sprechen ja die ganze Zeit nur immer von Körperlichkeit.
Wir sprechen ja gar nicht von sozialer, psychologischer Gesundheit. Das ist ja auch so ein verdammt wichtiger Faktor, den wir alle in dieser ganzen Rechnung irgendwie viel zu wenig besprechen. Ich wollte jetzt mal, weil ich habe ja noch gar keine einzige Frage gestellt, glaube ich, was ich ja immer an dir so cool finde.
Ich glaube, ich habe in einem der letzten Podcasts gesagt, dass in diesem ganzen Longevity-Game immer angeführt wird, dass Muskeln so wichtig sind und Kraft. Aber keiner von diesen Menschen, die darüber sprechen, hat Muskeln oder Kraft. Und sorry, also jetzt begebe ich mich vielleicht auf dünnes Eis, aber denkt mal darüber nach, wie ich finde.
Und du bist für mich immer das Gegenbeispiel. Deswegen macht es für mich auch immer so Spaß, mit dir zu sprechen. Machen wir auch viel zu selten, weil ich glaube, das könnte ein guter, regelmäßiger Austausch auch werden.
Weil du verkörperst das für mich. Und du bist auch jemand, der sich wirklich hinstellt und sagt, Leute, das allererste, was ihr machen müsst, ihr müsst euch bewegen und ihr müsst euch anstrengen. Und alles andere, was danach kommt, kommt eben dann danach.
Aber das ist die Basis. Und das finde ich einfach wirklich wertvoll. Also Props an dich, Nils, weil das machen einfach viel zu wenige, die in diesem Longevity-Game, du weißt, was ich damit sagen will, also die nicht im reinen Fitness-Thema sind, sondern wirklich in diesem erwachseneren, more mature Thema Longevity.
[Nils Behrens] (49:05 - 49:56)
Ja, für mich ist David Sinclair da immer ein gutes Beispiel, ein gutes Beispiel für die These, die du gerade aufstellst. Weil ich frage mich immer, diese Sachen, die er nimmt, zum Beispiel Metformin oder sowas, ob das, diese Wirkung des Metformins, nicht auch gegebenenfalls durch eine gesündere Ernährung, durch eine mehr Bewegung, mehr Sport, mehr keine Ahnung was, weil man kann jetzt sagen, okay, er sieht tatsächlich recht jung aus für sein Alter, muss man sagen so. Da kommt er schon grundsätzlich gut weg.
Aber ich glaube, dass einiges von dem, was er für seine Longevity macht, vielleicht gar nicht nötig wäre, wenn er noch mehr, also weniger eine Harvard-Kartine essen würde, ein bisschen mehr auf die Ernährung achten, ohne zu wissen, was er wirklich isst. Aber er sieht halt nicht richtig körperlich fit aus, sage ich mal so.
[Andreas Klingseisen] (49:57 - 50:37)
Ja, ich finde auch nicht, also um dir zu widersprechen, ich finde auch, das ist natürlich sehr subjektiv und auch so, bin ich arrogant oder sonst sowas, er sieht nicht gut aus, finde ich. Also dem ist keine Freude ins Leben geschrieben. Es ist kein freudiger Mensch für mich.
Also das ist genau das Beispiel, was ich sage. Der ist für mich so, und ich habe mich lange nicht mehr mit ihm beschäftigt. Also sein Buch habe ich gelesen, glaube ich, vor vier Jahren oder so.
Und ernährungstechnisch, glaube ich, hat er halt das Einzige, was er isst, ist ein Joghurt, wo er quasi eben seine Supplemente mit reinpanschen kann. Aber ansonsten hat er halt nichts, was er isst. Also weißt du, was ich meine?
Ich meine, da werde ich gleich 20 Jahre älter, wenn ich nur daran denke und so weiter. Also wie unleidenschaftlich ist so ein Leben?
[Nils Behrens] (50:37 - 51:08)
Genau, und da komme ich wieder zu dem Punkt, ich finde, es muss ja letztendlich, was bringt es dir, das vergleiche ich immer wie mit einem Apfelbaum pflanzen. Weißt du, so was bringt es dir, wenn du den heute pflanzt und dann, ich muss das unbedingt mal herausfinden, weil ich immer an diesem Punkt hängen bleibe. Ich weiß gar nicht, wie viele Jahre dann die Äpfel wirklich, also wie viele Jahre es dauert, bevor so ein Apfelbaum, heißt das trächtig?
Also wie lange er trägt. Aber ich sage jetzt einfach mal, in den Zahlenraum vielleicht fünf bis sieben Jahre. Und mag das so stimmen?
Hast du eine Ahnung? Bist du Apfelbauer?
[Andreas Klingseisen] (51:10 - 51:13)
Tatsächlich haben wir einen Apfelbaum im Garten, aber ich weiß es nicht.
[Nils Behrens] (51:13 - 52:15)
Egal, also nimm jetzt einfach mal eine Zahl, nimm mal ruhig mal fünf, die kleinere Zahl. Dann ist es trotzdem, du musst fünf Jahre warten. Du musst fünf Jahre warten, bevor du den ersten Apfel erntest.
Und meistens sind diese kleinen Apfelbäume auch so, dass dann die Äpfel auch erstmal ganz klein sind am Anfang. Und das ist eben halt der große Unterschied, den ich beim Zugang zum Thema Longevity habe. Ich möchte nichts machen, worauf ich dann das Earn-out nach fünf Jahren habe.
Sondern ich möchte alles, was ich jetzt mache, soll mein Leben auch heute bereichern. Und so, ich war heute Morgen nicht in deinem Gym, sondern im Elbgym hier in München, aber bin ich heute Morgen schon um sechs hin, bin dahin gejoggt, hab dann trainiert eine Dreiviertelstunde und bin wieder zurückgejoggt. Danach fühle ich mich direkt gut.
So, das ist ein Beitrag, den ich für mein hoffentlich langes, gesundes Leben dann irgendwie führe. Aber ich habe mich dann beim Frühstück auch direkt gut gefühlt. Und das ist doch das.
Das ist das, was ich immer sage, muss man doch finden für sich persönlich. Wo man sagt, okay, das kann ich jetzt auch noch die nächsten 70 Jahre machen.
[Andreas Klingseisen] (52:15 - 54:33)
Ja, und das haben wir ja vorhin auch kurz angeschnitten. Wir sind da ja die Speerspitze. Also so, wir sind die Outlier eigentlich.
Also wir sind natürlich vermeintlich Role Models. Aber wir müssen eben auch aufpassen, dass so eine Routine, die du gerade beschreibst, wer kann das? Bzw.
würde es jeder? Wer will das wirklich umsetzen? Wir müssen also wirklich eine Routine finden, die anwendbar ist für Leute, die auf eine gewisse Art und Weise eben salutogenetisch auf die Lebensqualität der Leute wirkt.
Das heißt, dass es Mehrwert gibt. Dass du dann, das eine führt zum Nächsten, führt zum Nächsten, führt zum Nächsten. Also ich spreche immer von Achievement und dann irgendwann mal Enjoyment.
Bei uns ist es auf eine gewisse Art und Weise schon ein Enjoyment geworden. Also wir könnten nicht mehr ohne. Und das muss eben bei Leuten auch der Fall sein.
Das heißt, es muss eine Routine geben. Auch wieder so ein kleines Beispiel aus der Praxis gegriffen. Wenn Leute zu uns kommen, ich arbeite immer noch mit einem Arzt zusammen, mit dem ich vor über 25 Jahren gearbeitet habe, als ich in der Therapie gearbeitet habe.
Und der schickt immer noch Patienten. Der schickt immer noch seine Patienten, obwohl seine Praxis am anderen Eck von München ist usw. Aber er will immer noch, dass gewisse Leute hierher kommen.
Und es werden aber keine in Anführungsstrichen Standard-Personal-Trainingskunden bei uns, die einfach jahrelang bei uns trainieren. Sondern es sind dann Leute, die kommen zwischen ein und zehn Mal und wollen lernen. Die brauchen einfach eine Anleitung.
Das sind genau die Leute, über die wir jetzt sprechen oder die ich gerade angesprochen habe. Nicht die Speerspitze, sondern Leute, die müssen überhaupt mal den Zugang zu Körperlichkeit wiederentdecken. Und das ist ein ganz einfacher Hack.
Ich habe es früher so gemacht, dass ich mit meinem Handy diese Menschen, also mich, abgefilmt habe in Übungen, die sie eben zu Hause machen können. Also Körpergewichtsübungen. Als Feedback habe ich immer bekommen, ich habe dich gesehen usw., aber so wie du es machst, kann ich es nicht. Weil? Weil ich halt ich bin und nicht sie. Dann habe ich irgendwann mal gecheckt, okay, ich muss mit ihrem Handy Videos von ihnen selbst machen, während sie die Bewegung machen, damit sie sich wirklich selber zutrauen und zugestehen, ja, ich kann das.
Weißt du, was ich meine? Total. Und das ist eigentlich so naheliegend und so einfach.
Und das ist der Zugang, den wir dann geschaffen haben für diese Leute. Und die haben dann ein Miniprogramm. Also darüber, sorry, da lachen wir drüber, aber es ist trotzdem einfach 100% mehr, als sie die letzten 25 Jahre in ihrem Leben gemacht haben.
[Nils Behrens] (54:33 - 57:21)
Ja, und ich lache da gar nicht drüber, weil ich finde einfach, dass man, auch das habe ich eigentlich in jeder meiner Präsentationen drin, ich sage immer so, der Schlüssel zum Einschränken ins Fitness ist One Push-Up a Day. Und das meine ich ja nicht ernst im Sinne von One Push-Up a Day, sondern ich weiß nur einfach, ich habe mal irgendwann mit Mitte 30 angefangen, morgens als erstes Liegestütze zu machen. So, und das hatte ich am Anfang dann das Konzept, ich war damals, ich weiß nicht, 34, 35, dachte ich, ich mache jetzt 35 Liegestütze.
Habe ich auch nicht am Tag 1 geschafft, weil da muss man ja auch erstmal reinkommen in das Thema und sowas alles und so, aber dann 35 Liegestütze. Und irgendwann dachte ich so, geht auch mehr, dann bin ich so auf 40, dann bin ich auf 50, 60, 70 und dann war genau bei diesem Thema 70, sind zwei Dinge passiert. Das eine ist, dass ich sie zu schnell gemacht habe, das heißt also irgendwann damit auch nicht mehr diese saubere Ausführung, da springen wir gerade zurück zum Anfang unseres Gespräches.
Das zweite aber auch, dass wenn es mir gerade mal dann wirklich nicht so gut ging, weil vielleicht die Nacht zu stark, die Nacht zu schlecht war, dass noch eine Zeit stammt, wo ich auch noch vielleicht auch mal mehr Alkohol getrunken habe und I don't know oder vielleicht auch mal das Gefühl, man kriegt eine Grippe oder you name it. Also es gibt ja jeder Mensch, wacht morgens mal auf und fühlt sich nicht gut. So und dann skippst du die 70 Liegestütze und das was mein Punkt ist mit One Push-Up a Day, wenn du einfach dir das Versprechen an dich selbst gibst und sagst, ich mache ab heute jeden Tag, no matter what, ein Push-Up.
So, no matter what ist jetzt sag ich mal sowas, wenn du jetzt gebrochen hast oder sowas, dann schwierig, aber da wird auch jeder Kardiologe mir zustimmen, dass selbst wenn du eine harte Viruserkrankung hast, wird diese eine Liegestütze nicht zu einer Muskelentzündung, also Herzmuskelentzündung führen. Aber es geht eigentlich darum, dass du jeden Tag deinem Körper das Zeichen gibst, hallo Muskulatur, ich brauche dich noch. Da sind wir eben halt wieder beim Thema Sacre-Venue is a little motherfucker.
Weil if you don't use it, you lose it. Und das finde ich ist eigentlich so der entscheidende Punkt. Und wenn du dann einmal dich aufgeregt hast und schon auf dem Boden liegst, so was ja per se der größte Überwindung ist, so, dann machst du ja nicht nur eine.
So, also da musst du schon extrem schlecht drauf sein an dem Tag, um wirklich nur eins zu machen. Aber das kann durchaus sein, dass wenn du mit Fieber oder sonst was bist, machst du halt nur fünf. Aber dieses Gefühl, was du dann hast, und man spricht ja bei so einer Push-Up dann schon auch wieder auch da, nicht nur isoliert eine Muskelgruppe an, sondern ein paar mehr.
Dieses Gefühl, was du hast, einfach in den Morgen zu starten und zu sagen, Muskulatur, schön, dass ihr da seid, ich brauche dich noch. Das, glaube ich, ist tatsächlich der Game-Changer.
[Andreas Klingseisen] (57:21 - 1:00:13)
Ja, das ist ein super Win natürlich, ganz klar. Ich bin natürlich auch so, dass, um jetzt das Beispiel nochmal aufzugreifen, ich habe auch, ich glaube so vor eineinhalb Jahren habe ich immer so eine Liegestütz- Morgenroutine gehabt, wo ich einfach so verschiedene Zeiten, also halt ein Sprint von einer Minute, also ich habe es immer auf Zeit gemacht, oder ein Sprint von drei Minuten, also halt Mittel-Distanz oder fünf Minuten. Und dann einfach immer so wirklich, wie habe ich mich gesteigert über die Zeit und so weiter.
Und bei mir ist es aber schon so, und das ist ja auch so ein tiefen, psychologisches Thema, also wie motivierst du dich und was brauchst du für eine Strategie, um in Anführungsstrichen dran zu bleiben oder eben auch nicht. Also ich bin schon jemand so, der, ich glaube, dass mein Leben auf eine gewisse Art und Weise halt, was meine Gesundheitsqualität anbelangt, so gut war, weil ich am Ende durch Training eine gewisse Struktur erhalten habe. Ansonsten bin ich ja ein absolut gefährdeter Suchtmensch und so weiter.
Also ohne Struktur wäre ich wahrscheinlich, ja, wäre ich wahrscheinlich drogenabhängig oder so. Aber Training, also Körperlichkeit und Sport haben mich ja quasi immer dazu gebracht, eben eine gewisse Routine, eine gewisse Struktur einzuhalten. Aber worauf ich eigentlich hinaus will, ist, dass ich finde es so wichtig, dass man neben dieser Struktur oder Verhaltenstherapie und Tiefenanalyse, diese zwei Beispiele, diese Disziplinen bringe ich da auch immer.
Ein Trainingsplan ist ein verhaltenstherapeutisches Medium, ja. Jeden Morgen Liegestütze machen oder was auch immer, ist genau das Gleiche. Wenn es dann irgendwann so ist, dass du dich durch diese Verhaltenstherapie annäherst und die Tiefenanalyse dazu nimmst und dann irgendwann mal intrinsisch überzeugt bist davon, ich will das wirklich, willst du es wirklich, nicht ich muss das, ja, dann haben wir gewonnen und dann sind wir an dem Punkt.
Also was ich sagen will ist, ich habe meine Liegestützerroutine durchaus auch mal über Bord geworfen und habe sie nicht befolgt, wenn es eben so war, dass ich mich scheiße gefühlt habe oder so. Aber ich glaube jeder von uns braucht natürlich, das weiß man ja auch aus der Forschung, eine gewisse Zeit, man spricht ja von 20, 21 Tagen bis quasi halt neue Routinen sich wirklich etabliert haben und die meisten Leute haben halt eben gar nicht die Muße, sich dieser Zeitspanne hinzugeben. Aber wenn man es nochmal erreicht hat, dann ist es quasi, dann geht es über in Fleisch und Blut und wir haben von Maintenance gesprochen vorhin.
Du machst Golf oder Stand-up Paddling, whatsoever, aber der Aspekt des Krafttrainings, der wird nicht wegfallen. Du wirst vielleicht in der Zeit nicht besser, ja, aber Stagnation ist Progression in unserem Alter, darf man nicht vergessen. Aber das ist genau dieser wichtige Punkt und da bin ich wieder genau an meinem Ausgangspunkt, der mir so wichtig ist, dass wir eben, wir müssen den Menschen bessere Geschichten erzählen, damit sie das quasi auch in ihr Leben begrüßen und dann auch nicht mehr loslassen.
[Nils Behrens] (1:00:14 - 1:00:48)
Würde ich absolut zustimmen. Ich glaube wir, ich weiß gar nicht, wie lang euer Format immer so ist, aber wir bei Hellspice kommen jetzt langsam mal zum Ende und ich glaube das, was vielleicht mal wichtig wäre, dass wir ich stelle jetzt mal einfach die letzte Frage, die ich dann versuche, aber auch nochmal selbst zu beantworten. Wenn jetzt die HörerInnen jetzt sagen, das klingt alles super, was ist jetzt sozusagen mein Startpunkt?
Wie ist der Einstieg? Wie geht es jetzt los? Und die Frage gebe ich jetzt einmal an dich und dann überlege ich mir selbst, wie ich sie beantworten würde.
[Andreas Klingseisen] (1:00:48 - 1:02:41)
Also ich würde, wenn ich externe Hilfe brauche, weil ich denke, dass ich es selber nicht schaffe, irgendwie vernünftig zu trainieren, also mit trainieren meine ich jetzt erstmal Krafttraining, weil ich denke, dass Ausdauertraining zu machen erstmal einfacher ist. Da muss ich wieder das deutsche Wort finden. Also in dem, ja, ich muss aufpassen.
Egal, ich lasse es mal so stehen jetzt. So, also wenn man sich selber nicht zugesteht, irgendwie das auf die Reihe zu bringen, dann würde ich mir auf jeden Fall externe Hilfe holen. Und externe Hilfe kann ja sein, dass man einen motivierten Trainer oder eine motivierte Trainerin in einem Fitnessstudio findet, die wirklich Bock haben.
Also auch die müssen sich die Frage stellen, willst du es wirklich? Willst du deinem Gegenüber wirklich helfen? Oder bist du halt hier und sitzt deine Zeit ab, bis du selber trainieren darfst in dem Gym?
Also das ist eine Berufung. Diese Passion, die muss man einfach haben. Das würde ich auf alle Fälle in Erwägung ziehen.
Natürlich, wenn man die finanziellen Mittel hat, würde ich immer sagen, geh temporär zu einem Personal Trainer oder zu einer guten Trainerin, die dich gut aufstellen, die dich begleiten können in diesem Prozess, die eben auch bei Design die Möglichkeit haben, dich in allen Aspekten zu begleiten. Also nicht nur irgendwie was Training anbelangt, sondern auch eben Ernährung. Lies ein Buch von einem Menschen, der dir irgendwie zusagt.
Gibt es genügende da draußen, die man lesen kann. Jegliche Motivationsspritze. Und das ist ja mannigfaltig.
Da gibt es ja so viele Möglichkeiten, die man in Erwägung ziehen kann. Wenn man ein junger Mensch ist, schau dir YouTube-Videos an. Such dir jemanden, der dich motiviert.
Und da ist es mir egal, ob das ein Hardcore-Bodybuilder ist oder ein hirox-Athlet oder ein Gymnast, ein Calisthenic-Athlet. Hauptsache, du bist motiviert, was zu tun. Irgendwann mal später, wenn viel Wasser die Isar runter geflossen ist, kann man sich dann oder hat man überhaupt die Berechtigung, sich differenziert darüber Gedanken zu machen, was ist überhaupt wichtig oder richtig für mich.
Mach es einfach erstmal.
[Nils Behrens] (1:02:43 - 1:05:27)
Ja, finde ich sehr gut. Ich glaube, das, was ich grundsätzlich da raten würde, ist, und da sind wir ein bisschen ähnlich, was du gerade sagst, willst du es wirklich? Ich glaube, man muss erstmal definieren, was will man wirklich?
Und ich glaube, das ist so der entscheidende Punkt, weil am Flughafen ins Taxi zu steigen und dem Fahrer zu sagen, fahren Sie schon mal los, ich werde überall gebraucht, ist lustig, aber wird zu keinem Ziel führen. Und so ähnlich gehen ja die meisten Leute an dieses Thema ran. Und so bin ich ja auch irgendwann mal an dieses ganze Thema rangegangen.
Und ich finde, wenn man sich dann aber mal ein Ziel setzt, und das Ziel kann Zahlen, Daten, Fakten sein, sage ich mal so, dass du einfach dann sagst, ich hatte ja neulich den Nico Arone da von Men's Health, der dann eben halt auch so einen Longevity-Fitness-Test hat, da kann man sagen, ich möchte irgendwie von diesen sieben oder acht Kategorien sind, möchte ich so und so viel passieren, oder aber ich möchte so und so viel Kalorien auf der Waage verlieren, oder Kalorien auf der Waage verlieren, oder aber ich möchte eine Hüfte von das und das haben, oder aber ich druck mir ein Foto von jemandem aus, wo ich sage, da will ich hin. Aber ich glaube, dass dieses Ziel vor Augen zu haben, dass man einfach wirklich so ein Stück weit definiert, wo möchte ich hin.
Das ist bei Sportarten, also um dann idealerweise auch den Weg dahin zu finden, zu dem man auch Lust hat. So, wenn ich jetzt das Thema Golf mal zurücknehme, dann war es vielleicht dann einfach mal so, dass ich einfach meine Handicap verbessern wollte und hatte dann eben halt ein konkretes Ziel, in dieses Handicap reinzukommen. Wenn wir jetzt weiter bei diesem Fitness-Sport-Thema bleiben, dann finde ich schon, dass du einfach so sagst, okay, wie komme ich so dicht wie möglich an dieses Vorbild ran, was man sich vielleicht dann aber auch realistisch setzen sollte.
Und das kannst du natürlich schon auch gucken, ob man das über Maßeinheiten wie Hüftumfang, wie Gewicht, wie, ich halte ja persönlich immer von Gewicht nicht so viel, weil, dann sind wir bei dem Thema Kreatin, was ich gerade eben hier auch getrunken habe. Ich meine, de facto ist durch die Wassereinlagerung, wo die Damen ja immer so Angst haben, ist ja eine Intrazelluläre, das heißt also eigentlich sieht man damit besser aus. Nichtsdestotrotz wird man durch Kreatineinnahme halbes bis Kilo zunehmen.
Aber kein Mensch schaut sich die Waage an, ich laufe ja auch nicht mit meinem aktuellen Gewicht auf der Stirn tätowiert rum, sondern jeder sieht ja nur, wie sieht der aus. Und deswegen finde ich Gewichtsziele immer nicht so ideal, weil Muskulatur auch schwerer werden kann, sondern ich finde schon eher entweder optische Ziele oder eben Hüftumfang oder Bizepsumfang vielleicht auch, solche Sachen zu definieren.
[Andreas Klingseisen] (1:05:27 - 1:07:11)
Ich finde, also ich würde da auch nochmal addieren wollen und auch vielleicht entgegenhalten. Wenn man an dem Punkt ist, dass man mit dem Menschen arbeiten kann und den Menschen wirklich auf so ein faktisches, metrisch messbares Ziel hinbringt, dann ist man eh schon mal ziemlich weit. Ich glaube, dass wir dieses Thema noch einfacher verkaufen müssen, noch eine bessere Geschichte erzählen müssen.
Und weil du vorhin gesagt hast, du willst was Konkretes haben von den Leuten. Ich glaube, dass viele Leute gar nicht wissen, was sie überhaupt für Ziele erreichen können. Ich glaube, dass es einfach so ist, das ist das, was ich vorhin versucht habe zu erklären, dass so viele Menschen da draußen sind und sagen so, hey, aber it's not for me, weil schau mich mal an, wie soll ich denn da jemals hinkommen von was dieser Mensch hier redet und so weiter.
Bis ich überhaupt mal irgendwie in ein Fitnessstudio gehe, muss ich ja erstmal abnehmen. Ich meine, diese ganzen Geschichten kennen wir ja und das ist genau der Punkt, da müssen wir besser werden und da müssen wir quasi ganz inklusiv alle Leute irgendwie mitnehmen, egal welcher Fasson und eben eine bessere Geschichte erzählen. Ich wiederhole mich.
Aber da will ich hinkommen. Das darf nicht nur eben metrisch messbar, höher, schneller, weiter sein. Am Ende des Tages ist es wieder so, eben verhaltenstherapeutische und Tiefenanalyse, Hemikrampf.
Aber genau da müssen wir ja hin. Also wenn wir da hingekommen sind, dass wir mit Leuten tatsächlich schon was Faktisches irgendwie, der Krampf ist real, hinbekommen, umso besser. Aber ich glaube, dass es total wichtig ist, dass uns als Experten klar sein muss, dass die Beweggründe von Leuten, die dich vielleicht auf Instagram sehen, die sich denken so, ja cool, so wie der Nils würde ich es auch gerne machen, aber daran scheitern, weil sie sich selbst überhaupt nicht zugestehen, da jemals hinkommen zu können.
[Nils Behrens] (1:07:12 - 1:07:16)
Ja. Lieber Andreas, es hat großen Spaß gemacht.
[Andreas Klingseisen] (1:07:17 - 1:07:18)
Danke für die Einladung.
[Nils Behrens] (1:07:18 - 1:07:27)
Schön, dass du da warst. Danke, auch andersrum. Und ja, let's see, wie wir das nächste Mal dann rausgehen.
[Andreas Klingseisen] (1:07:27 - 1:07:31)
Also beim nächsten Mal, wenn du in München bist, machen wir es auf jeden Fall so, dass wir zusammen trainieren. Das müssen wir machen.
[Nils Behrens] (1:07:31 - 1:07:32)
Sehr gut. Ich freue mich drauf.
[Andreas Klingseisen] (1:07:33 - 1:07:34)
Ja, ich mich auch. Bis bald.
[Nils Behrens] (1:07:38 - 1:07:48)
Ich habe noch eine letzte Frage, weil ich die immer allen stelle. Hast du ein Lieblingssupplement? Wirkstoff.
Also es geht um einen Lieblingswirkstoff. Kreatin. Ja, same here.
[Andreas Klingseisen] (1:07:49 - 1:07:51)
Ja, das ist no brainer, würde ich sagen.