

Der Supplement-Kompass: Wie du Supplemente mit Sinn und Verstand nutzt
Nils Behrens spricht mit dem Wissenschaftsautor Bas Kast über die Chancen, Risiken und Grenzen von Nahrungsergänzungsmitteln. Gemeinsam loten sie aus, wann Supplemente sinnvoll sein können, worauf man achten sollte und wie man Pseudowissenschaft („Bro-Science“) vermeidet. In diesem Artikel findest du die wichtigsten Erkenntnisse + praktische Tipps, wie du deinen eigenen „Supplement-Kompass“ entwickeln kannst – ohne leere Versprechen, aber mit evidenzbasierter Klarheit.
Die Folge HEALTHWISE auf spotify
Warum ein Supplement-Kompass sinnvoll ist
Zwischen Hype und Evidenz
Bas Kast betont, dass viele populäre Empfehlungen aus der Supplement-Welt auf Anekdoten, Influencern oder unvollständigen Beobachtungsstudien beruhen — also „Bro-Science“. Sein Ansatz hingegen: jede Empfehlung an der empirischen Datenlage prüfen. (→ kritisch bleiben, nicht alles einfach übernehmen)
Außerdem erwähnt er das Beispiel von Linus Pauling und hochdosierten Vitamin-C-Protokollen als warnendes Beispiel, wie man mit zu großen Versprechen schnell über das Ziel hinausschießt.
Selbstexperimente ja – aber mit Verstand
Kast selbst probiert in seinem Alltag manche Supplemente — etwa Magnesium gegen Muskelkrämpfe — und berichtet, dass damit seine Beschwerden verschwunden seien. Doch er warnt auch: Ergebnisse beim Menschen sind oft unklar, manche Wirkungen nur an Tieren belegt, und nicht jede Substanz ist ohne Risiko.
Schwerpunkt-Themen aus dem Podcast
Taurin – mehr als Energy-Drink-Zutat?
Was ist Taurin?
Taurin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die im menschlichen Körper vielfältige Funktionen erfüllt — z. B. Regulierung des Wasserhaushalts, Ionentransport, Augenfunktion (Retina). Kast erläutert, dass Taurin mit zunehmendem Alter in vielen Geweben abnimmt.
Tier- und Zellstudien
Eine viel beachtete Studie („Taurin as a Driver of Aging“) zeigte, dass bei Mäusen und Primaten die Supplementierung von Taurin den Alterungsprozess hinauszögern und die Lebensspanne um rund 10–12 % verlängern konnte. Allerdings: ob das 1:1 auf Menschen übertragbar ist, ist nicht gesichert. Kast rechnet daher eher mit Dosierungen von 3–6 Gramm Taurin pro Tag, wenn man hypothetisch übertragen würde.
Krebs und Taurin: ein paradoxes Bild
Ein zentrales Thema war die Frage, ob Taurin vielleicht auch Tumorzellen begünstigt. In einer neueren Publikation wurde gezeigt, dass Krebszellen Taurin aufnehmen könnten — bei Supplementierung stieg jedoch nicht das Tumorwachstum, sondern im Gegenteil die Immunantwort, da Immunzellen davon profitierten und die Krebszellen bekämpften. Dieses Paradoxon zeigt: bloßes In-vitro-Befüttern reicht nicht zur Schlussfolgerung. Kast betont, dass klinische Studien am Menschen dringend nötig sind.
Vorsichtige Einschätzung
Kast gibt aktuell keine generelle Empfehlung für hohe Taurin-Dosen, spricht aber offen über mögliche Potenziale. Er betont, dass man kritisch bleiben und auf menschliche Studien warten sollte.
D-Mannose – natürlicher Helfer bei Blasenentzündung?
Was ist D-Mannose?
D-Mannose ist ein Einfachzucker, der strukturell sehr ähnlich ist wie Glukose, aber im Stoffwechsel anders verarbeitet wird. Er sammelt sich im Urin an und kann so Bakterien (insbesondere E. coli) binden, bevor diese sich an der Blasenwand festsetzen können.
Evidenz & Anwendung
Kast erläutert, dass D-Mannose in klinischen Studien bereits als eine sanfte Alternative oder Ergänzung bei (wiederkehrenden) Harnwegsinfekten untersucht wurde. Die Idee ist: Bakterien binden sich an die Mannose im Urin und werden ausgespült, statt sich dauerhaft anzusiedeln. In Tierversuchen wurde auch eine hemmende Wirkung auf Tumoren gezeigt (weil Krebszellen D-Mannose aufnehmen, aber schlecht verwerten können).
Typische Dosierungen aus Studien: 1–2 g mehrmals täglich in akuten Phasen, und prophylaktisch gelegentlich über Tage. Kast betont aber, dass es kein Ersatz für eine medizinische Behandlung bei schwerer Infektion sein darf.
Vitamin D3 – altbewährt & doch nicht trivial
Warum Vitamin D3 wichtig ist
Vitamin D-Rezeptoren finden sich in fast allen Organen des Körpers, nicht nur im Knochenstoffwechsel. Viele Menschen — insbesondere in nördlichen Breiten und im Winter — haben suboptimale Vitamin-D-Blutspiegel. Kast und Behrens stimmen überein: eine Supplementierung kann sinnvoll sein.
Dosis und Studienlage
Kast empfiehlt, statt sehr hoher Einmaldosen moderat zu supplementieren (z. B. 1 000–2 000 IE pro Tag, bei Übergewicht evtl. 3 000–4 000 IE). In der großen randomized Studie des New England Journal wurde bei Personen mit normalem BMI und täglicher Gabe von 2 000 IE D3 eine Reduktion des Krebsrisikos über zwei Jahre beobachtet — allerdings nur in einem Teilanalyse-Subgruppenschnitt.
Er warnt davor, dauerhaft über 4 000 IE/Tag ohne ärztliche Begleitung zu gehen, da eine zu hohe Kalziumaufnahme im Blut problematisch sein kann.
Weitere erwähnte Supplemente
- Magnesium: Kast erwähnt, dass er Krämpfe erfolgreich mit Magnesium gelindert hat — ein klassischer Einsatzbereich in der Praxis.
- Astaxanthin: Kast verweist auf Tierdaten (ITP-Studien) für lebensverlängernde Effekte bei männlichen Mäusen, aber mahnt Vorsicht bei Karotinoiden an (z. B. Beta-Carotin bei Rauchern).
- Coenzym Q10, Spermidin & NAD: Er zieht Parallelen zu anderen Substanzen, deren Level mit dem Alter sinken, und diskutiert, ob sie eher Marker oder aktive Treiber des Alterns sein könnten.
Praktische Handlungsempfehlungen: Dein eigener Supplement-Kompass
Hier sind konkrete Tipps, wie du (ohne Übertreibung) vorgehen kannst:
1. Basis sichern – Ernährung & Sonne
Sorge für eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und möglichst viel Sonnenexposition (sofern möglich)
Supplemente sind keine Wunderpillen, sondern Ergänzungen
2. Blutbefunde prüfen lassen
Vitamin D-Spiegel, Magnesiumstatus, ggf. Taurin-Level (falls verfügbar)
Nur so kannst du gezielt nachsteuern
3. Supplement klein beginnen & beobachten
z. B. 1 g Taurin/Tag, 1 000–2 000 IE Vitamin D, 1–2 g D-Mannose in akuter Phase
Starte mit niedrigen, gut tolerierten Dosierungen
4. Periodische Pausen oder Zyklisierung
Nicht dauerhaft „auf 100 %“, sondern z. B. 4 Wochen Einnahme, dann 1–2 Wochen Pause
Reduziert mögliche Langzeitrisiken, schützt Organismen
5. Kritisch bleiben & prüfen, ob Wirkung eintritt
Beobachte Symptome (Krämpfe, Stimmung, Harnwegsprobleme), ggf. Re-Befund nach Monaten
Nicht jede Wirkung ist sofort sichtbar
6. Im Zweifelsfall ärztlich begleiten lassen
Vor allem bei Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme
Manche Substanzen interagieren oder sind kontraindiziert
Acht thematisch passende Sunday-Natural-Produkte
Hier sind acht Produkte aus dem Sunday-Sortiment, die thematisch zur Episode passen und dir helfen können, deinen individuellen Supplement-Kompass zu gestalten:
- Taurin Pulver (99 % rein)
Flexibel dosierbares Taurin – ideal, um mit niedriger Einstiegsmenge zu testen - Taurin Kapseln 500 mg
Praktische Alternative zur Pulverform, gute Dosierungskontrolle - Vitamin D3 2500IE Tropfen
Hochwertige Vitamin D3-Option für gezielte Ergänzung - Coenzym Q10 200 mg Ubiquinon
Q10 ist ein oft diskutierter Alterungsfaktor – passt in den Gesprächskontext - Astaxanthin 8 mg (BioAstin)
Für das Thema antioxidativer Stress und mögliche Schutzwirkungen - Magnesiumglycinat hochdosiert
Unterstützt Nerven & Muskulatur – häufig bewährter Einsatzbereich - Kreatin Pulver (reines Monohydrat)
Wird oft im Kontext von Muskel- & Energieoptimierung diskutiert - D-Mannose Pulver (99 % rein)
Reines Pulver zur gezielten Anwendung bei Harnwegsproblemen
Take Aways
- Der „Supplement-Kompass“ heißt: kritisch prüfen, nicht blind folgen.
- Taurin zeigt vielversprechende Tierdaten, aber keine sicheren RCTs am Menschen (noch).
- D-Mannose kann bei Harnwegsinfekten unterstützend wirken – mit dem Arzt absprechen.
- Vitamin D3 ist eines der am besten untersuchten Supplemente bei suboptimalem Spiegel – moderate Dosierung bevorzugen.
- Beginne mit kleinen Dosierungen, dokumentiere Ergebnisse und überprüfe regelmäßig (z. B. via Bluttest).
- Supplemente ersetzen keine gesunde Ernährung, Bewegung und Schlaf.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Produktempfehlungen von sunday natural
Bas Kast ist ein deutscher Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor, der sich insbesondere mit Themen rund um Ernährung, Lebensstil und psychische Gesundheit auseinandersetzt.
In seiner Arbeit kombiniert er fundierte Recherche mit einem klaren Praxisbezug: Er durchleuchtet wissenschaftliche Studien zu Ernährung und Wohlbefinden und leitet daraus verständliche Empfehlungen ab, die im Alltag umsetzbar sind. Sein Ansatz betont, dass Gesundheit nicht aus radikalen Maßnahmen entsteht, sondern aus klugen Entscheidungen bei Ernährung, Bewegung und Lebensführung. Zudem richtet er seinen Blick darauf, wie mentale Balance, Resilienz und innere Stärke durch gezielte Lebensstilstrategien gefördert werden können.
Bas Kast steht damit für eine integrative Sicht auf Gesundheit—eine Verbindung von Evidenz, Alltagstauglichkeit und Selbstwirksamkeit, mit dem Ziel, Menschen zu befähigen, bewusst und langfristig gesund zu leben.
Mehr über Bas Kast: https://baskast.hellohealth.de/programme/bas-kast-anti-stress-kompass
#008 Der Supplement-Kompass. Mit Bas Kast.
[Bas Kast] (0:00 - 0:29)
Wenn du jetzt einen Tierversuch machst und eine Zellkultur hast, dass also die Krebszellen als erstes dieses Taurin nehmen und mit dem Taurin besser wachsen können. Also würde man denken, oh, böse Taurin. Und jetzt kam der paradoxe Effekt, wenn die Forscher jetzt Taurin hinzugegeben haben, also Taurin supplementiert haben, sah man weniger Krebswachstum.
Das ist jetzt mal paradox, weil man denkt, die Krebszellen nehmen doch das Taurin und können besser wachsen.
[Nils Behrens] (0:29 - 1:36)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen einem Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Es gibt eine Begrifflichkeit, die für vieles, was ich höre, sehr gut passt. Bro-Science.
Also eine Mischung aus Bro wie Brother und Science wie Wissenschaft. Wenn Freunde und Bekannte pseudowissenschaftliche Ratschläge erteilen und auf anekdotische Erfahrungen, Missverständnisse oder populäre Mythen basieren und nicht fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse teilen. Das Gegenteil lebt mein heutiger Gast.
Bas Kast ist ein deutsch-niederländischer Wissenschaftsautor und Journalist, der vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Bücher und Artikel bekannt ist. Der studierte Psychologe und Biologe arbeitete unter anderem für die Zeit und den Tagesspiegel. Kast hat mehrere Bestseller geschrieben, darunter mein absolutes Lieblings Ernährungsbuch der Ernährungskompass, in dem er wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer gesunden Ernährung zusammenfasst.
Und deswegen sage ich, herzlich willkommen Bas Kast.
[Bas Kast] (1:36 - 1:39)
Ja, vielen Dank Nils, superschön da zu sein.
[Nils Behrens] (1:39 - 1:42)
Ja Bas, sag mir mal, kannst du an Sonntagen eigentlich richtig abschalten?
[Bas Kast] (1:44 - 1:58)
An Sonntagen, warum ja, ja ziemlich gut, ich meine ich habe drei Jungs, drei kleine Söhne und ja, ich versuche schon abzuschalten, obwohl ich schon jemand bin, dem die Arbeit ständig eigentlich so durch den Kopf geht.
[Nils Behrens] (1:58 - 2:26)
So schätze ich dich auch ein, weil das, was dich ja so besonders macht, zumindest so wie der Blick aus meiner Sicht ist, ist ja, dass du so jemand bist, der sich auf einmal so ein Thema stürzt und dann gräbst du dich da so richtig, richtig rein. Also so ist ja quasi der Ernährungskompass entschieden, weil du ja irgendwie gefühlt zwei Jahre lang dich irgendwie in eine Kriminate, würde man heutzutage sagen, eingeschlossen hast und jede Studie dazu gewälzt hast und dann eigentlich so das Ganze einfach mal in eine Struktur gebracht hast und den letzten Stand geteilt hast.
[Bas Kast] (2:27 - 3:33)
Ja und es ist schwer auch abzuschalten, auch insofern, was du jetzt beschreibst, weil das ja oft das, was ich studiere, die Studien, die ich mir angucke, weil das ja oft sich in den Alltag übersetzen lässt. Also ich lese eine Studie über XY, sagen wir über Magnesium oder Taurin oder irgendwelche anderen Supplements oder Ernährungssachen und ich kann das ja, wenn ich will, sofort umsetzen. Ich kann mir ja dann sofort Magnesiumkapseln in der und der Form bestellen, gucken, was passiert mit meinem Körper und irgendwie mag ich dieses, ich mag ja auch diese Selbstversuche, auch mit dem Psychedelika, die ich gemacht habe.
Also ich sehe in der Literatur, Psychedelika werden jetzt bei Mental Health Problemen eingesetzt. Okay, jetzt will ich das auch mal im eigenen Körper erfahren. Und insofern, gerade glaube ich, weil man viele dieser Dinge, Ernährung, Fitness, Supplements, Mental Health, also auch so Sport, Bewegung etc., weil man das so gut umsetzen kann, ist es schwer jetzt hier meine Arbeit von meinem Privatleben zu trennen.
[Nils Behrens] (3:33 - 3:54)
Total, total. Also ich verstehe das total, was du meinst, mir geht es ehrlich gesagt genauso. Also ich bin dann auch immer jemand, der dann irgendwie was liest von irgendetwas Neuem, insbesondere auch, habe ich natürlich eine sehr hohe Affinität schon immer gehabt zum Thema Nahrungsergänzungsmittel und dann probiere ich das dann immer aus, kann immer gar nicht abwarten, es auszuprobieren und dann fragen mich die Leute immer, und wie geht es dir damit und dann bin ich ja immer so, gut.
[Bas Kast] (3:54 - 5:07)
Und manchmal hast du erstaunliche Wirkungen, also nicht nur bei der Ernährungsumstellung, wo ich eine erstaunliche Wirkung hatte, aber ich habe jetzt neulich auch, und das erlebt man ja immer wieder, also ich hatte diese, ich habe ja immer wieder so komische Alterswehwehchen und ich hatte so komische Spasmen, Muskelkrämpfe entwickelt in der Hand und im Fuß, insbesondere so, wenn ich so ein Workout machte und irgendwie so in den Trizeps trainiert habe und auf den Knien saß, dass plötzlich sich so mein Bein verkrampft hat oder mein Fuß vielmehr, auf irgendwie so eine nicht schmerzhafte, aber unangenehme Weise. Und ich natürlich dann gleich recherchiert und mal geguckt, könnte Magnesium helfen, ich habe Magnesium genommen und es ist weg, die sind vollkommen verschwunden. Und dieses Gefühl von Ursache-Wirkung, es passiert mir was, geht eigentlich so, Alterung ist eigentlich so downhill, es wird jetzt alles schlimmer, nee, du kannst auch wirklich etwas tun, das deine Situation verbessert, du hast so eine gewisse Kontrolle selbst über den Alterungsprozessen, das finde ich unendlich faszinierend und auch ermächtigend.
[Nils Behrens] (5:08 - 5:43)
Total, total, ich weiß genau, was du meinst, ich hätte mich mal sehr darüber aufgeregt, es war vor zwei Jahren, glaube ich, ein großer Artikel im Spiegel darüber, dass das ja alles Schwachsinn wäre, dass im Grunde genommen Nahrungsergänzungsmittel nur teurer Urin wären und ich weiß nicht, was das ist. Und da war wirklich ein Arzt, der explizit sagte, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen Krämpfen und Magnesium sozusagen und das kann ich einfach nur sagen, stimmt nicht, bei mir ist das einfach wirklich so, wenn ich Magnesium nehme, ist es weg. Und wenn ich es nicht nehme, weil gerade Vorrat aus ist oder ich auf Reisen bin und es vergessen habe, keine Ahnung was, kommt es wieder.
Und das ist eben halt das, wo ich einfach wirklich das direkt sehe.
[Bas Kast] (5:44 - 8:52)
Ja, und ich meine, ich verstehe schon ein bisschen diese Skepsis auch, weil ich glaube, es gibt auch auf der anderen Seite, ich meine, ich stimme dir vollkommen zu, es gibt diese Wirkung, es gibt manchmal einen Manko und das kann man dann beheben und ich finde das sinnvoll und ich bin ja auch wirklich für Selbstexperimente. Aber es gibt auch so ein bisschen, auch so historisch so einen gewissen Hype, der glaube ich oder bestimmt anfing mit dem zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling, der also zwei Nobelpreise, nicht nur einen, einen für Chemie, einen für den Friedensnobelpreis und der irgendwann auf die Idee kam, ein Mann, ein Arzt hat ihn angeschrieben, er hatte selber irgendwelche Wehwehchen und ein Arzt hatte ihn angeschrieben und meinte, er solle mal Vitamin C ausprobieren. Das hat er dann gemacht und war dann Feuer und Flamme und hat ja dann dieses Konzept in die Welt gesetzt, Megadosierungen von Vitamin C können im Grunde jede Krankheit heilen, bis hin zu Krebs und das hat bis heute so eine gewisse Tradition in einer Richtung, die man Otto-molekular-Medizin nennt und meines Erachtens auch manchmal so ein bisschen über das Ziel dann hinauszieht, weil es gab ja dann eine Ernüchterung, man hat ja dann auch wirklich gedacht, ja also zum Beispiel wir sehen, wenn Leute in der Ernährung viel Beta-Carotin essen oder viel Vitamin E essen, also in der Ernährung und sogar wenn wir die Blutwerte uns angucken und sehen, im Blut zirkuliert viel Beta-Carotin, dass sie dann zum Beispiel vor bestimmten Krebserkrankungen eher geschützt sind. Also lag es auch nahe, einfach eine hochdosierte Form von Beta-Carotin zu nehmen, den Leuten zu geben, insbesondere jetzt Leute, die eher von Krebs betroffen sind, ein höheres Risiko haben, wie Raucher und dann gab es diese erste Ernüchterung in der empirischen Wissenschaft, wo man eben sah, dass das Risiko für Lungenkrebs erhöht ist, wenn man ein hochdosiertes Beta-Carotin, das sind in diesem Fall 20 Milligramm am Tag, das ist eine Menge, aber man ging da hinein und dachte, das wird wirklich schützen und da sah man ein erhöhtes Risiko und insofern ist dann so eine gewisse Ernüchterung eingetreten, auch so in der Mainstreammedizin, wo man sagt, ne Leute, langsam, langsam, langsam, wir wollen erstmal die Evidenz sehen, bis wir hier überhaupt ein Supplement empfehlen und ich glaube, ich kann so beide Haltungen ein bisschen verstehen, ich finde, man sollte nicht das Baby mit dem, wie sagt man, Kind mit dem Bade auskippen und einfach wirklich nüchtern, das tue ich ja im Moment, auch so in vielen YouTube-Videos, nüchtern sich so die empirische Sachlage für jedes Supplement im Grunde ansehen, sei es jetzt Magnesium, etwas Standardmäßiges oder sowas Exotisches wie Taurin und ich finde das faszinierend.
[Nils Behrens] (8:53 - 9:16)
Dazu kommen wir sofort, ich wollte an dieser Stelle, ich glaube, wir sind jetzt sehr schnell in das Thema reingesprungen, erstmal das Aufmachen, ich sage jetzt mal, von deinen Deep Dives war ja der Ernährungskompass etwas, was dich, ich sage jetzt mal, auf die ganz große Bühne gebracht hat, würde man ja schon so sagen, sage ich mal so, es war ja über Monate Platz 1, glaube ich, der Spiegel-Bestseller, oder? Wie viele Wochen warst du da?
[Bas Kast] (9:17 - 9:53)
Das weiß ich nicht, aber es war, glaube ich, 2019 das meistverkaufte Sachbuch des Jahres, es war sicherlich Monate auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und anderer Bestsellerlisten und das hat sich insgesamt weit über eine Million mal verkauft, also das war mein mit Abstand bestverkauftes Buch und viele Leute, ich meine, ich habe, glaube ich, 10 Bücher oder so geschrieben und viele Leute, wenn sie mich ansprechen, sagen, ja, ich habe dein Buch, ich kenne dein Buch und sie kennen eben nur den Ernährungskompass und die 9 anderen Bücher, die existieren.
[Nils Behrens] (9:53 - 10:13)
Genau, es kam ja dann, es kam ja noch das Kochbuch dann auch passend zum Ernährungskompass als Praxisbuch und jetzt eben halt vor einem Jahr, wenn ich das richtig weiß, war eben halt der Kompass für die Seele, der ja auch schon etwas sehr Persönliches von dir mit reinbrachte, weil du sprichst ja auch offen darüber, dass du quasi mit einer Depression sozusagen dann zu kämpfen hattest.
[Bas Kast] (10:13 - 11:34)
Ja, Depression ist so ein bisschen hart gesagt, ich denke nicht, dass es eine handfeste Depression war, aber schon so wirklich mit einem Low, mit einer Down, so ein Down, lustlos Down, energielos, vielleicht nah dran an einer depressiven Episode und das war natürlich erstaunlich, gerade in so einer Phase nach dem Ernährungskompass mit dem Erfolg, dass ich nicht irgendwie auf Wolke 7 schwebte die ganze Zeit, das hat mich natürlich besonders irritiert und wie ich dann so bin, ist es auch nicht so, dass ich jetzt wochenlang da dann sozusagen abwarte und mir das angucke oder sozusagen sage, Bass, ja jetzt, du armer Junge und so, sondern wirklich mich dann frage, okay, wie kommst du da wieder raus, was kannst du jetzt machen und was sagt die Forschung und ich gucke dann halt in die empirische Forschung und gucke wirklich, was gibt es an Evidenz, wie du deine Stimmung bessern kannst und war natürlich dann auch extrem motiviert, das alles zu recherchieren, Ernährung spielt eine Rolle und es gibt natürlich noch viele andere Faktoren und ja, so kam so ein zweites kompassartiges Buch zustande, das auch wieder so einen Überblick über so ein Thema gibt, in diesem Fall nicht über Ernährung, sondern so über diesen Mental Health Bereich.
[Nils Behrens] (11:35 - 12:30)
Dieses Thema mentale Gesundheit ist ja etwas, was zum Glück ja auch sein Schattendasein immer mehr verlässt und wo die Menschen eben halt auch bereit sind, sehr viel offener darüber zu sprechen und ich finde das, was ich so spannend finde, ist, dass du ja auch gerne in deinen Beiträgen, sei es jetzt eben halt in deinem Podcast, den du eine Zeit lang gemacht hast, der Wissenskompass oder eben halt jetzt in deinem YouTube Channel, den ich an dieser Stelle auch nochmal sehr empfehlen möchte, ja auch immer wieder Dinge neu angehst.
Das heißt also, das was vielleicht andere Menschen machen würden, dass sie im Zweifelsfall sagen, ich rede mal nicht darüber, dass sich da jetzt was geändert hat oder dass ich vielleicht auch meine Meinung zu Themen geändert habe, das machst du ja sehr offensiv. Du hast ja sogar auch jetzt zum Beispiel zum Thema Alkohol, hast du ja ein neues Kapitel geschrieben für den Ernährungskompass, was du auch öffentlich gemacht hast, wo du sagst, ihr müsst euch jetzt, wenn ihr jetzt ein Buch habt, nicht jetzt nochmal das Update kaufen, aber diese neuen Bücher werden jetzt mit dem neuen Kapitel verkauft.
[Bas Kast] (12:30 - 14:49)
Ja genau, Alkohol war eines meiner ersten Videos auch auf YouTube, weil ich es so wichtig fand. Also ich habe eine Umfrage gestartet bei YouTube. Hey Leute, welche Themen habt ihr am liebsten?
Und interessanterweise die meisten auf YouTube wollten Supplements. Supplements wie Vitamin D, Omega 3, Magnesium und so weiter. Und Alkohol war nicht so super beliebt bei dieser Umfrage und ich dachte, ich muss einfach trotzdem Alkohol als erstes machen, weil es am wichtigsten ist, weil es den meisten Impact hat auf deine Gesundheit und weil ich hier falsch lag im Ernährungskompass.
Es ist auch ein bisschen so, dass die Datenlage und der Tenor in der Forschung in den vergangenen zehn Jahren hier so immer mehr in Richtung kritisch gegangen ist und immer weniger und ich bin dann richtig erschrocken, als Kanada, der Staat Kanada, das Land, also Anfang 2023 war das, seine offizielle Richtlinieempfehlung runtergeschraubt hat auf sozusagen, normalerweise ist ja immer so die Empfehlung, ja so ein bis zwei Drinks, ein Drink für eine Frau, maximal zwei Drinks für einen Mann am Tag sind noch halbwegs okay.
Und Kanada hat gesagt, ja ein bis zwei Drinks, aber nicht mehr am Tag, sondern pro Woche ist noch halbwegs risikofrei, am besten aber gar nicht. Am besten aber gar nicht. Und da dachte ich echt, wow, also was ist da dran?
Und da habe ich mir angefangen, die Studien anzugucken und habe das weiter verfolgt und dachte, okay, das ist viel, viel kritischer geworden. Man ist sich viel mehr dessen bewusst geworden, dass diesen Effekt und das ist nicht wirklich ein Effekt, sondern dieser Zusammenhang, den man sieht, dass wenn Leute moderat trinken, dass das sehr oft damit zusammenhängt, dass diese Leute aus einer höheren sozialen Schicht sind, dass das Leute sind, die mehr Sport treiben, dass das Leute sind, die sich eh mehr um ihre Gesundheit, gesunde Ernährung etc.
kümmern, die trinken halt auch häufiger ein Glas Wein dann zum Essen und dass das dazu beiträgt, dass man eben sieht, diese Leute haben ein gesenktes Sterblichkeitsrisiko bis zum höchsten Grad. Und dieser Effekt, es ist kein echter Effekt, sondern es ist ein Zusammenhang, den man sieht.
[Nils Behrens] (14:50 - 14:56)
Also es ist eine Koexistenz und keine Kausalität, oder?
[Bas Kast] (14:56 - 16:36)
Ja, oder Korrelation ist nicht Kausalität. Und das ist bei vielen dieser Beobachtungsstudien, auch in der gesamten Ernährungsforschung, auch bei den Supplements bis zu einem gewissen Grad ein Problem natürlich. Da hast du am liebsten diese echten randomisierten Experimente.
Nun jedenfalls habe ich dann dazu ein Video gemacht über Alkohol. Und ich glaube, das ist das meist geguckte Video tatsächlich im Moment auf meinem YouTube-Kanal. Etwas mehr als eine Stunde über Alkohol.
Alle sagten mir, was, so lange guckt keiner und so weiter. Und ich stelle fest, die langen Videos werden unter Umständen sogar mehr geguckt. Es gibt mehr Aufrufe als die kurzen Videos.
Ich bin eigentlich froh zu sehen, dass die Leute, die es auch in die Tiefe mit mir mitgehen und sich diese Videos angucken. Weil ich mache die ganz alleine auf eigene Faust in meinem Keller. Ich sitze da ganz alleine in meinem Keller und recherchiere so ein Thema unter Umständen über Wochen und nutze also auch mein Video, meinen YouTube-Kanal auch so ein bisschen, um solche Korrekturen vorzunehmen aus meinem Buch.
Sachen, die ich im Buch nicht so besprochen habe im Ernährungskompass, wie zum Beispiel Salz. Da bin ich nicht zugekommen. Da habe ich ein ganzes Video fast zwei Stunden lang nur über Salz.
Und auch da habe ich mein eigenes Verhalten geändert, weil ich immer unter Bluthochdruck litt. So einen leichten Bluthochdruck. Und ich habe jetzt umgeschaltet auf eine salzarme Diät mit Kaliumsalz.
Und ich bin total überrascht davon, wie sich mein Blutdruck normalisiert hat.
[Nils Behrens] (16:37 - 17:05)
Also Kalium ist ja wirklich auch, was das Thema Blutdruck betrifft, auch ein, also wo wir schon bei Nahrungsergänzungsmittel sind, ein so unterschätzter Game-Changer, ehrlich gesagt. Also es ist wirklich immer wieder überrascht, wie schnell man den Blutdruck wirklich durch Kalium einstellen kann und wie selten es wirklich, ich habe mit so vielen Kardiologen auch schon gesprochen, ich habe noch nie jemandem das Wort Kalium sagen hören. Also möchte da jetzt niemandem irgendwie zu nahe treten oder irgendwie sowas.
Aber die sind immer ganz schnell so gleich bei den Pharmakas. Und das ist natürlich schon echt schwierig.
[Bas Kast] (17:06 - 18:15)
Ja und auch mit Blick auf unsere Evolution. Interessant, also Natrium, das übliche Salz, das wir benutzen, war von der Evolution her eher wenig vorhanden. Also wenn du auf Jägersammler Gruppen guckst, die wenigen, die es noch gibt, was die so essen, dann ist das Verhältnis von Natrium zu Kalium meist krass umgekehrt.
Nämlich, dass sie viel, viel mehr Kalium essen als Natrium. Also zehnmal mehr oder nochmal mehr. Und bei uns, wir in unserer modernen Zivilisation mit dem verarbeiteten Essen, mit dem vielen Salz in dem vor allem verarbeiteten Essen, übrigens auch in Brot, steckt viel Salz.
Jeder, der selber mal ein Brot backt, weiß, wie viel Salz er da reintun muss, damit das überhaupt dann nicht nur nach Karton schmeckt. Und jedenfalls, wir essen viel, viel mehr als in der Evolution, wo man ungefähr einen Gramm oder so am Tag aß, Salz. Und wir inzwischen essen zehn Gramm ungefähr.
Und vor allem dieses Verhältnis Natrium zu Kalium hat sich vollständig umgedreht, sodass wir viel mehr Natrium essen und viel, viel weniger Kalium.
[Nils Behrens] (18:16 - 18:19)
Weil das Standardsalz, was wir auch so kaufen können, ist ja immer Natriumsalz.
[Bas Kast] (18:20 - 19:45)
Man muss auch sagen, es schmeckt auch etwas besser. Also dieses Kaliumsalz hat so ein bisschen was Bitteres. Ich meine, Kaliumsalz heißt zwar so, aber der Großteil ist immer noch Natrium in Kaliumsalz.
Man hat halt einen Bruchteil davon. Ein Drittel, maximal die Hälfte hat man ersetzt durch Kalium. Und der Rest ist noch Natrium.
Und wenn man noch mehr ersetzen würde, würde es halt sehr bitter werden. Aber ich benutze das und es gibt große Studien, erschienen in den wirklich besten Mediziner-Fachjournals, also zum Beispiel im New England Journal of Medicine, wo man in China in ganzen Dörfern geradezu, wirklich in mehreren Dörfern, in 600 Dörfern oder so, Kaliumsalz einfach mal im Haushalt ausgetauscht hat und diesen Natriumsalz ersetzt hat durch Kaliumsalz. Und über Jahre hinweg geguckt hat und man sieht zum Beispiel dann weniger Schlaganfälle und so weiter.
Und die Mortalität, also das Sterberisiko geht runter. Also wir haben sehr, sehr viele solide Studien, die zeigen, was für positive Wirkungen das haben kann. Und man sieht auch nicht irgendwie Hyperkalämie oder so.
Also die Furcht davor, dass man jetzt zu viel Kalium zu sich nimmt. Natürlich kann es solche Situationen geben. Insofern immer mit dem Arzt solche Dinge absprechen, wenn man solche Veränderungen vornimmt.
Aber die sieht man in den Studien so gut wie nicht.
[Nils Behrens] (19:46 - 20:22)
Ja, wobei Kalium gerade auch, also ich glaube, es fängt an sich eher noch, ich sage mal, im Magen zu merken, wenn man zu viel nimmt. Also dass man dann irgendwie ist, auch teilweise wirklich so die Leute dann auch Verdauungsprobleme oder sonst was bekommen, wenn man wirklich tatsächlich viel zu viel supplementiert. Also von daher, ich glaube, das ist aber vollkommen richtig.
Also immer abstimmen soll, ist das da. Zu dem Thema Länge. Ich habe mal, über den wir gerade gesprochen haben, Andrew Huberman auch persönlich kennengelernt und ich habe dann wirklich mit ihm auch mal darüber gesprochen.
Es ist doch ein Wahnsinn, weil er hat es ja am Anfang genauso wie du gemacht, dass er sich alleine vor das Mikrofon gesetzt hat und da zwei Stunden, drei Stunden über Sachen referiert hat.
[Bas Kast] (20:22 - 20:37)
Aber der hatte immerhin noch einen Kumpel. Nee, ganz am Anfang nicht. Da hat er aber so kurze Instagram-Videos gemacht.
Nee, ganz am Anfang hat er wirklich alleine da gesessen und hat… Schon seine YouTube-Videos, ganz allein?
[Nils Behrens] (20:37 - 20:52)
Ganz alleine, ganz am Anfang. Und dann meine ich dann so, dass das ja ein Wahnsinn ist, dass der trotzdem so erfolgreich damit ist. Und er sagt tatsächlich, dass er auch festgestellt hat, dass die Videos unter einer Stunde nicht so gut laufen wie die über einer Stunde.
[Bas Kast] (20:52 - 21:21)
Ja, also ich meine, er macht ja teilweise wirklich drei Stunden oder so über ein Monothema. Und das war natürlich für mich eine Ermutigung, das auch auszuprobieren. Andrew Huberman war natürlich eine echte Ermutigung.
Ja, und manche empfinden das als Bro. Es gibt ja diese hübsche Straßendefinition von Bro-Seins, der mit den meisten Muckis hat recht. Und insofern sollte Huberman mehr Recht haben als ich, weil er ist ja schon gut geworden.
[Nils Behrens] (21:21 - 21:30)
Wahnsinn, Wahnsinn. Also wenn du neben ihm stehst, dann denkst du immer so, also wenn jetzt hier eine Kneipen-Schlägerei losgeht, dann will ich den auf meiner Seite haben. Das ist mal klar.
[Bas Kast] (21:31 - 21:34)
Und das als Stanford-Professor?
[Nils Behrens] (21:35 - 21:45)
Ich sage immer, der sieht eher aus, weil er trägt ja auch immer komplett schwarz. Also vielleicht müssen wir unseren Hörer, der jetzt vielleicht nicht alle so tief drin ist, einmal kurz sagen, wer Andrew Huberman ist. Magst du definieren kurz?
[Bas Kast] (21:46 - 23:19)
Naja, Andrew Huberman ist ein Stanford-Professor, der eigentlich auf dem Gebiet der Ophthalmologie, also der Augenkunde forscht und auch neurobiologisch. Hatte einige interessante Paper auch dazu, teilweise auch in Science sind erschienen, auch zu Neuroplastizität und ist aber dann mehr und mehr zum Podcaster geworden. Ich habe gehört auch von Leuten, die ihn kennen, du hast ihn selber kennengelernt, dass er das schon seit Jahren wollte und macht eben Podcasts, wo er selber in die Kamera spricht, über zwei Stunden, drei Stunden, am Stück, ohne Grafiken und alles.
Einfach nur so ein schwarzes Studio, schwarzer Hintergrund, nur ihn, zwei, drei Stunden lang und zum Beispiel dann wirklich geht es zur Sache, zum Beispiel über eine halbe Stunde über wie Dopamin im Gehirn funktioniert. Also es geht richtig zur Sache und ist immens populär geworden. Man spricht ja in Amerika auch schon vom Huberman Husband, also Ehemänner, die dann nur noch nach Huberman Protokollen leben, wo sie dann morgens ihre 10 Minuten Licht in die Augen bekommen wollen.
Also er hat ja so eine richtige Followerschaft, eine Anhängerschaft entwickelt und Fans und wird auf der Straße erkannt und so weiter. Also wirklich Millionen, die seine Videos gucken und nicht unumstritten auch in gewisser Hinsicht, aber für mich eine große…
[Nils Behrens] (23:19 - 23:26)
Der Hauptteil, wo früher ja kritisiert wurde, wurde ja das scheinbar seine mehreren Beziehungen, die er gleichzeitig mit verschiedenen Frauen hat.
[Bas Kast] (23:26 - 23:31)
Seine sechs Freundinnen, die nicht voneinander wussten, dass er parallel…
[Nils Behrens] (23:31 - 23:46)
Also ich finde, man muss da ja auch immer ein bisschen, wie heißt das, das Werk vom Künstler trennen, sage ich mal sowas. Und ich finde das, was er macht, was er eben halt da tatsächlich an Wissenschaft teilt und allem Drum und Dran, das ist ja fundiert und das ist ja wenig umstritten.
[Bas Kast] (23:46 - 24:07)
Ja, wenig umstritten, aber wenn du dieses Niveau erreichst, dann wirst du immer Kritik bekommen. Insofern, ich gebe dir vollkommen recht, es ist wenig umstritten, aber es gibt natürlich Wissenschaftler, die dann das eine oder andere monieren, die sagen, okay, das hat er nicht so genau gemacht. Dann das Zweite, er verkauft ja auch Supplements, er ist sozusagen verbandelt mit einer Supplementfirma.
[Nils Behrens] (24:07 - 24:09)
Und AG1 ist ja der große Botschafter.
[Bas Kast] (24:09 - 24:14)
Genau, und AG1. Und hierfür wird dann natürlich auch kritisiert, dass er so zurecht…
[Nils Behrens] (24:14 - 24:15)
An dieser Stelle möchte ich sagen, zurecht.
[Bas Kast] (24:17 - 24:18)
Inwiefern? Sag ruhig mal.
[Nils Behrens] (24:18 - 24:25)
Nein, ich finde halt einfach, es ist ein… Nein, ich möchte jetzt nicht etwas Schlechtes über AG1 sagen, nein, das möchte ich nicht.
[Bas Kast] (24:25 - 25:24)
Okay, dann sag ich was. Darf ich was sagen? Weil ich glaube, AG1 ist ein vollkommen überschätztes Produkt.
Also aus meiner Sicht. Ich meine, es ist sicherlich teuer, solche Produkte mit diesen Rohstoffen herzustellen. Aber es ist extrem teuer.
Ich habe es selber mal ausprobiert. Ich hatte das Gefühl, ich kriege sogar Kopfschmerzen davon. Und ich bin mir nicht sicher.
Es ist ein bisschen aus meiner Sicht ein leicht, nicht leicht, sondern stark überteuertes Multivitamin, das man im Grunde nimmt. Und ich halte es allerdings für ein super gutes Marketing. Also die haben wirklich eine Menge Podcaster auf ihre Seite gezogen.
Wahnsinn. Nicht nur Andrew Huberman, sondern auch andere, die ich total mag. Tim Ferriss oder Peter Thier zum Beispiel, der glaube ich auch mit der Firma verbandelt ist sogar.
Ein offizieller Berater auch der Firma ist. Und also auch hier so ein bisschen befangen ist.
[Nils Behrens] (25:24 - 25:41)
Wahnsinnig gutes Marketing. Ich war neulich auf einer Wohnungseinweihungsparty und da hat mir eine Frau erzählt, dass sie jetzt immer Micky Beißenherz hört und dass sie bei der AG1 Werbung macht und der ja scheinbar so viel Energie hat und überall ist. Deswegen hat sie es jetzt auch gekauft.
Da sieht man immer den Abstrahleffekt, wie dann Marketing auch so funktioniert.
[Bas Kast] (25:42 - 25:57)
Klar, ich habe es natürlich auch ausprobieren müssen, wenn all meine Podcaster, Vorbilder oder Leute, die ich zumindest zu schätzen weiß, wenn die die ganze Zeit über AG1 reden, will ich es zumindest mal ausprobieren. Ich finde es schmeckt ganz gut, es sieht ganz cool aus, dieses Grün.
[Nils Behrens] (25:57 - 25:59)
Ich möchte jetzt dieses Thema mal verlassen.
[Bas Kast] (26:00 - 26:04)
Wir wollen ja nicht hier weiter AG1 Werbung machen, um Gottes Willen.
[Nils Behrens] (26:04 - 27:31)
Also ich möchte an dieser Stelle einfach mal wirklich reingehen, weil ich habe ja schon gesagt, ich habe mit sehr viel Freude deine Videos dann auch gesehen und muss sagen, bei mir ein Effekt. Lustigerweise, ich hatte genau vor einer Woche, da saß hier der Professor Michalsen. Und mit dem rede ich ja auch immer so ein bisschen darüber, was er jetzt so nimmt und all drum und dran.
Ganz interessant, weil er war früher ein totaler Kritiker und hat alle Supplements abgelehnt. Und jetzt mittlerweile sagt er, nein, da haben schon viele ihre Berechtigung. Und deswegen tauschen wir uns da mal aus.
Und er war auch eine Zeit lang dann sehr auf dem Thema NMN zum Beispiel. Also das ist ja ein NAD Plus Booster, etwas, was letztendlich dann sozusagen der Brennstoff für die Mitochondrien darstellt. Und da habe ich ihn dann am Anfang des Gesprächs, nicht als das schon lief, dann gefragt, ob er da noch NMN nimmt.
Und er meinte so, nee, NMN ist jetzt im Augenblick gerade so ein bisschen entzaubert, auch wieder nach der neuesten Studienlage. Aber im Augenblick ist eben halt in dieser ganzen Longevity-Szene der neue Hit Taurin. Und da hast du ja auch ein ganzes Video zu gemacht und warst ja, ich sage jetzt mal, ähnlich euphorisch, würde ich mal so sagen.
Und von daher würde ich gerne da mal einsteigen und mal sagen, vielleicht magst du einmal mit anfangen, was Taurin ist. Weil die meisten haben wahrscheinlich eine Dose mit einem Bullen drauf vor Augen. Und das ist es ja nicht unbedingt.
Oder das ist angeblich drin, aber…
[Bas Kast] (27:31 - 27:41)
Genau, natürlich, ja. Taurin, Taurus. Und da kommt das her, weil das zum ersten Mal in der Galle eines Ochsen isoliert wurde von zwei deutschen Wissenschaftlern.
[Nils Behrens] (27:41 - 27:43)
Ewig, das war ja 1800 irgendwas, oder?
[Bas Kast] (27:45 - 28:43)
1827 oder so, genau. Und dann auch jahrelang nicht weiter groß erforscht und dann gibt es diese lustige Geschichte eigentlich. Oder lustig, nicht so super lustig für diejenigen, die betroffen waren.
Aber das in den Haushalten von reichen Leuten, die Haustiere hatten, insbesondere Katzen. Dass da, als man vermehrt Katzen hielt in den 50er Jahren, fing das dann an in den reichen Haushalten. Und die ihr Kraftfutter bekamen, dass die erblindeten die Katzen.
Und wieder gingen teure etruskische Vase kaputt und das war natürlich schlimm für die reichen Leute, wenn die blinden Katzen da all ihre Sachen kaputt gemacht haben, weil sie blind waren. Und ich fand dann heraus in diversen Studien, die glaube ich in den 70er, Mitte der 70er Jahre erschienen, dass es vor allem an Taurin fehlte in dem Katzenfutter.
[Nils Behrens] (28:43 - 28:46)
Weil die halt keine Mäuse mehr jagten und dieses Fertigfutter hatten.
[Bas Kast] (28:47 - 30:10)
Genau, also wenn man eine Maus jagt, in der Maus selber steckt Taurin, wie in unserem Körper auch. Und da bekamen sie das Taurin her. Aber in diesem Kraftfutter, was auch immer, das Fertigfutter, das die da bekamen, war das nicht mehr drin.
Und Taurin scheint eben sehr, sehr wichtig, unter anderem auch für die Retinase, also für die Netzhaut zu sein. Und wenn das fehlt, erblinden die Katzen. Es gibt andere Entwicklungsstörungen, die wurden auch krank.
Also teilweise bekamen die Entwicklenden die Diabetes etc. Die Katze? Ja, also Zuckerkontrolle, Krankheiten und auch das lag wohl am fehlenden Taurin.
In den 70er Jahren hat man das herausgefunden und es wurde dann ergänzt in Katzenfutter, in Tierfutter. Und dann kam das erst später wieder auf, tauchte das wieder auf. Und wo es dann wirklich den Durchbruch hatte in der Öffentlichkeit und weshalb auch Michalsen darüber geredet hat, war einfach eine sehr, sehr große Science-Studie von Forschern der Columbia University in New York in den USA.
Die feststellten, dass Taurin, wenn du älter wirst, dann sinken deine Taurin-Levels. Also vielleicht nur ganz kurz, um das zu sagen, Taurin ist eine Aminosäure.
[Nils Behrens] (30:11 - 30:12)
Aber keine essentielle.
[Bas Kast] (30:12 - 30:49)
Nein, und sie ist auch noch nicht immer proteinogen, wie man sagt. Also normalerweise sind Aminosäuren ja die Bausteine für deine Eiweiße, also für deine Proteine. Aminosäuren werden an deinem Körper so aneinandergereiht, bilden eine Kette und die falten dann so und dann werden sie ein Protein.
Und das Protein bildet deinen Körper, nicht alles in deinem Körper, nicht nur deine Muskeln, sondern zum Beispiel auch dein Immunsystem besteht oder Botenstoffe bestehen aus Proteinen. Also dein gesamter Körper ist ja eine Art wässrige Proteinmaschine, wenn man so will.
[Nils Behrens] (30:51 - 30:53)
Mein Körper wurde schon schöner beschrieben, aber vielen Dank.
[Bas Kast] (30:56 - 30:57)
Fühlt sich doch ganz gut an.
[Nils Behrens] (30:58 - 31:01)
Wässrige Proteinmaschine. Ich habe dich unterbrochen.
[Bas Kast] (31:02 - 32:01)
Taurin ist allerdings keine Proteinogene, das heißt sie beteiligt sich nicht an der Bildung von Proteinen, aber an sehr vielen anderen Prozessen. Also die sind extrem komplex, zum Beispiel Osmose, also die Regulation von Teilchenverhältnissen, wo ja auch Salz eine wichtige Rolle spielt und Blutdruck etc. Und wie gesagt die Retina und im Grunde überall im Körper.
Es ist eine der am meisten verbreiteten natürlichen Aminosäuren in unserem Körper, aber eben bildet keine Eiweiße. Was man sehr häufig sieht, ist, dass die Taurin-Levels in unserem Körper sinken mit dem Alter. Das heißt, wenn du 50 bist, hast du niedrigere Levels als wenn du 30 bist.
Und je älter du wirst, umso niedriger sinken diese Levels.
[Nils Behrens] (32:01 - 32:13)
Nur vielleicht ganz kurz dazu, das ist ja eigentlich genau die gleiche Parallele mit dem NAD+. Also der NAD-Plus-Level ist mit 50 halb so groß wie mit 30. Also von daher ist da ja eine gewisse Parallele einfach mal so da.
[Bas Kast] (32:13 - 33:04)
Und das sieht man bei unheimlich vielen Sachen, wie zum Beispiel Coenzym Q10, das auch eine Rolle spielt bei dem von dir beschriebenen Mitochondrien-Energie-Prozess. Das nimmt Elektronen auf und spielt dort eine Rolle bei der Bildung von Energie, also ATP, chemischer Energie. Und zum Beispiel auch andere Sachen, wie Spermidin, was ein Forscher, bei dem ich in Graz war, Frank Madeo, viel zu geforscht hat.
Das zeigt, dass das zum Beispiel eine wichtige Rolle spielt bei der Autophagie. Also in diesen wichtigen Prozessen, weißt du, wenn in der Zelle endlich mal aufgeräumt wird, sieht dieser Selbstreinigungsprozess der Zelle, es sammelt sich ja immer mehr Müll im Alter an und die Autophagie, diese Selbstverzehrung, die bei langem Fasten angeworfen wird, wird auch angeworfen durch zum Beispiel Spermidin.
[Nils Behrens] (33:05 - 33:37)
Wobei, was mich da interessieren würde, also ich glaube, ich habe eine Antwort dazu, aber du bist ja viel tiefer drin. Es ist ja auch ein Trugschluss, weil viele Leute denken dann so, okay, dann muss ich ja nicht mehr fasten. Und ganz viele machen ja diese Intervallfasten oder andere Fastenarten.
Und Fasten ist jetzt ja nicht unbedingt nur Spaß, also viele genießen es, aber auch viele finden es auch anstrengend und sagen, ich würde lieber meine normalen Mahlzeiten so überhaben. Man kann jetzt ja nicht einfach Spermidin nehmen und sagen, damit spare ich mir das Fasten und die Autophagie wird auch ausgelöst, sondern es unterstützt doch den Autophagie-Prozess, oder?
[Bas Kast] (33:38 - 37:01)
Ja, so kann man das sehen. Also in gewisser Weise spricht man schon von so einem Fasten-Mimeticum, also so einem Fasten-Imitator, wenn man so will. Also Kaffee hat diese Eigenschaft wohl auch, aber es ist natürlich klar, dass wenn du Kaffee trinkst und fastest und dann zum Beispiel joggen gehst, was auch nochmal die Autophagie anregt, dass du dann natürlich über mehrere Signalwege im Grunde diese Autophagie anregst und einen stärkeren Effekt hast.
Insofern würde ich das unterschreiben, was du sagst. Aber um zurück zu unserem Thema zu kommen, dieses, was du beschrieben hast mit NAD und ich jetzt mit Spermidin, mit Taurin und Coenzym Q10 und vielen anderen Stoffen, ist dieses allgemeine Bild, das man sieht, im Alter sinken diese Level zu. Und jetzt kommt eine Kernfrage, nämlich ist das eine Korrelation mit dem Alter?
Also geht das einfach mit Alter einher, aber es ist nicht ursächlich für den Alterungsprozess. Oder ist in diesem Fall das Taurin-Defizit, sind diese sinkenden Levels, treiben die den Alterungsprozess regelrecht an? Also sind die ein Driver of Aging?
Und das ist der Titel dieser großen Science-Studie von diesem Columbia Forschungsteam, das eben Mäusen, andere Tiere, bis hin zu Rhesusaffen, geradezu Taurin, supplementiert hat. Und dann geguckt hat, was passiert, ob wirklich Alterungsprozesse gebremst werden können. Und das konnten die.
Und der Titel dieser Science-Paper ist Taurin as a Driver of Aging. Taurin-Deficiency as a Driver of Aging. Also die haben wirklich zeigen können, dass Taurin-Defizit, Taurin-Mangel den Alterungsprozess antreibt.
Und wenn du mit Taurin supplementierst, dass du nicht nur Altersleiden zurückdrängen kannst, wie zum Beispiel Diabetes oder Osteoporose, sondern das hat man jetzt nur bei den Mäusen festgestellt, weil bei Affen so ein Experiment zu lange dauert, sondern dass sogar auch die Lebensspanne um 10 oder 12 Prozent oder so erhöht werden konnte. Also die Mäuse leben länger und sie leben länger gesünder, wenn du sie im mittleren Alter und dann bis ans Ende ihres Lebens täglich, in diesem Fall läuft das dann über das Trinkwasser, täglich mit Taurin supplementierst. Und zwar in diesem Fall war die Dosis ordentlich.
Und dann ist immer so eine Frage, wie rechnet man das physiologisch um auf den Menschen, weil oft ist es dann so, man muss rein nach Körpergewicht gehen, aber hier spielen noch andere Sachen eine Rolle. Und wenn man das physiologisch jetzt umrechnen würde, dann würde das bedeuten, wenn das auch für den Menschen gelten würde. Und darüber können wir reden.
Also man sieht in den ersten Experimenten hier sehr positive Befunde, aber vieles ist noch offen. Dann würde das bedeuten, dass so eine Supplementierung von 3 bis 6 Gramm Taurin täglich deine Gesundheit und deinen Alterungsprozess unterstützen könnte. Und wie gesagt, ich kann diese Empfehlung und tue das auch in meinem Video noch nicht offiziell geben, weil hier noch die Daten einfach fehlen.
[Nils Behrens] (37:01 - 37:23)
Aber wir haben ja ein Versuchsobjekt bei den Menschen, gibt es ja schon, der das freiwillig macht und dafür sehr viel Geld ausgibt, nämlich Brian Johnson. Das ist dieser Multimillionär, der sich vorgenommen hat, nicht zu sterben. Er hat jetzt gerade eine neue Zahl veröffentlicht, dass er pro Jahr nur 0,65 Jahre alt ist oder 0,64 Jahre genau genommen.
Und deswegen ist die große Frage, nimmt er Taurin?
[Bas Kast] (37:23 - 37:45)
Ja, er nimmt Taurin und er hatte schon Taurin in seinem Paket von 120 Pillen, das schwankt immer so ein bisschen. Und er hat Taurin schon genommen, 1 Gramm täglich und hat dann, als diese Studie in Science erschien letztes Jahr, aufgestockt auf 3 Gramm Taurin. Also wie ich weiß, nimmt er täglich 3 Gramm Taurin.
[Nils Behrens] (37:47 - 37:50)
Und das ist ja, wenn man es als Pulver nimmt, gar nicht so schlimm. Das ist ein Teelöffel, oder?
[Bas Kast] (37:50 - 38:11)
Genau, und du kannst das als Bölk, also sozusagen als reine Substanz in so einem Riesenpaket hier, wie Kreatin, das du mir freundlicherweise geschenkt hast. Das ist ja pures Kreatin hier und dann kannst du dir einfach so ein kleines Teelöffelchen, genau, ein Teelöffel zur Orientierung definiert man meistens als 4 Gramm, 5 Gramm ungefähr.
[Nils Behrens] (38:12 - 38:16)
Ich glaube, ein Espressolöffel ist so ein bisschen kleiner, so 1,5 Gramm, oder?
[Bas Kast] (38:16 - 38:30)
Genau, ein Espressolöffel kommt ungefähr hin, also ein voller Espressolöffel wären ungefähr so 3 Gramm. Das sind 3 Gramm, okay. Wenn du eine feine Waage hast, wenn du dir die zulegen willst, die kosten ja heutzutage nichts mehr, und wenn du in diesem Thema drin bist, dann hast du natürlich so, wie ich.
[Nils Behrens] (38:31 - 38:31)
Eine Feinwaage?
[Bas Kast] (38:31 - 38:42)
Ja, natürlich. So diverse Feinwagen, mit denen auch meine Söhne immer gerne spielen, bis sie dann kaputt sind und ich mir wieder eine neue kaufen muss.
Ich habe immer gerne die Löffel in der passenden Größe.
[Nils Behrens] (38:42 - 38:48)
Also hier in dem Kreatin ist auch ein passender Löffel drin, das heißt, wenn du den Löffel einmal gestrichen hast, dann weißt du, wie viel Gramm du hast.
[Bas Kast] (38:48 - 38:52)
Das sind dann wahrscheinlich hier 2,5 Gramm oder so Löffel oder 3 Gramm oder so.
[Nils Behrens] (38:53 - 38:54)
Ich glaube, es sind…
[Bas Kast] (38:54 - 39:04)
Meistens in der Größenordnung.
Also ich nehme so in der Größenordnung 2,5-3 Gramm Kreatin auch. Ich vergesse es manchmal auch, aber…
[Nils Behrens] (39:04 - 40:10)
Kreatin muss ich auch sagen, vergesse ich leider auch. Das ist das Erste, was ich ab und zu immer vergessen habe. Ich mache es wirklich so, dass ich am Sonntag immer meinen Pillen-Stack sozusagen dann befülle und dann immer einen festen Punkt habe, wo ich meine ganzen Tabletten dann nehme.
Die ganzen Tabletten ist jetzt falsch, die ganzen Kapseln. Und da ich jetzt keine Kapsel ist, fällt es ab und zu dann mal durchs Raster. Aber ich möchte trotzdem noch mal kurz aufs Taurin zurückkommen, weil ich glaube jetzt, dass wir gelernt haben, dass es gewisse Dinge sozusagen aufhalten kann oder aber eben halt auch so zurückdrehen kann.
Und da kommt ja sehr häufig, ich sage jetzt mal so, bei allem was sozusagen in irgendeiner Weise immer einen positiven Einfluss auf die Zellen hat, ist man ja sehr schnell auch immer, was ist dann vielleicht auch die negativen Seiten. Und ganz häufig ist es ja immer so, dass man dann, wenn etwas stimuliert wird, dann auch meistens immer die Frage kommt, kann es sein, dass auch ein Krebszellenwachstum zum Beispiel stimuliert wird oder sowas. Und da hast du ja auch zumindest eine Aussage dazu.
[Bas Kast] (40:10 - 43:43)
Ja und das finde ich auch eine total berechtigte Frage, weil wenn du natürlich sagst, okay ich versuche jetzt hier den Alterungsprozess meiner Körperzellen günstig zu beeinflussen. Ich versuche im Grunde meinen Körperzellen etwas Gutes zu tun, sodass die gut wachsen können oder dass sie gut überleben können und so weiter. Dazu muss man natürlich dann wissen, dass Krebszellen aus deinen eigenen Körperzellen entstehen.
Und wenn du natürlich deinen Körperzellen etwas Gutes tust, musst du immer mitbedenken, tue ich damit auch meinen Krebszellen unter Umständen, denn viele Leute wissen das ja nicht, dass viele von uns jederzeit Mini-Tumore entwickeln, die vom Immunsystem hoffentlich erkannt werden und vernichtet werden. Und dann einfach nicht weiter wachsen, sondern zerstört werden. Es entsteht also immer mal wieder Krebs in uns und du willst diesen Krebs nicht eigens füttern.
Und dazu gibt es auch Studien, um das generelle zu sagen, der generelle Tenor in der Forschung, der Studienlage im Moment ist, dass Taurin eher krebshemmend wirkt. Aber es gab diese konkrete Studie, die vor einem oder zwei Monaten erschienen ist, glaube ich, in einem sehr renommierten Forschungsjournal Cell. Eine sehr ausführliche Studie, da hat man das eben bei Krebs studiert und gesehen, dass Krebszellen im Grunde auch Taurin brauchen, um zu wachsen.
Um es jetzt mal runterzubrechen auf die Essenz, dass aber unsere Immunzellen auch von diesem Taurin profitieren. Und dass es also insgesamt so ist, dass normalerweise unter normalen Umständen, wenn du jetzt einen Tierversuch machst und eine Zellkultur hast, dass also die Krebszellen als erstes dieses Taurin nehmen und mit dem Taurin besser wachsen können. Also würde man denken, oh, böse Taurin.
Und jetzt kam der paradoxe Effekt, wenn die Forscher jetzt Taurin hinzugegeben haben, also Taurin supplementiert haben, sah man weniger Krebswachstum. Das ist jetzt mal paradox, weil man denkt, die Krebszellen nehmen doch das Taurin und können besser wachsen. Und was die Erklärung war, wie die wirklich akribisch herausgefunden haben, dass gewisse Immunzellen diesen Krebs also zerstören können, aber denen wird das Taurin entzogen von den Krebszellen.
Und die funktionieren nicht mehr so gut. Wenn du jetzt Taurin supplementierst, haben ja die Krebszellen Taurin, aber deine Immunzellen kriegen jetzt den Boost und zerstören den Krebs. Das ist, was bei dieser Studie herauskam.
Aber die Forscher sagen auch, das würden wir jetzt allerdings schon gerne auch wirklich mal an einer Gruppe von Patienten, Krebspatienten testen. Und das ist eben wichtig, dass man, bevor man jetzt generelle Empfehlungen ausspricht, also ich bin, wie du merkst und wie glaube ich auch in dem Video rüberkommt, auch ziemlich begeistert über Taurin. Über diese Studie in Science und andere Studien auch, die zum Beispiel zeigen, dass Taurin auch beim metabolischen Syndrom helfen kann, schützend wirken kann.
Aber ich finde es schon wichtig, dann auch wirklich klinische Studien am Menschen zu haben, am besten über ein paar Jahre, die zeigen, es besteht kein erhöhtes Krebsrisiko und im Idealfall sogar eine krebsschützende Wirkung.
[Nils Behrens] (43:44 - 43:56)
Also mir hat es gereicht, ich habe tatsächlich jetzt erst mal direkt Taurin bestellt. Wir haben es leider nur noch in Kapselform lieferbar gehabt und nicht in Pulver. Das heißt, ich muss jetzt wieder ein paar Kapseln mehr nehmen.
Aber ich hoffe, irgendwann kommt das Pulver auch wieder.
[Bas Kast] (43:56 - 43:58)
Aber sagt mal, habt ihr das nicht bei Sunday Natural?
[Nils Behrens] (43:58 - 44:04)
Doch, doch, sage ich ja. Als Kapseln und als Pulver. Aber das Pulver war gerade ausverkauft, da ich nicht warten wollte.
[Bas Kast] (44:04 - 44:07)
Ich dachte nur, du sitzt jetzt wirklich direkt an der Quelle.
[Nils Behrens] (44:08 - 44:22)
Ich wollte nicht warten und deswegen habe ich jetzt erst mal Kapsel bestellt. Was ich jetzt im gleichen Abenzug bestellt habe, ist etwas, wozu du auch ein Video gemacht hast, weil meine Tochter das häufiger hat, nämlich Blasenentzündung. Dann weißt du auch schon, worauf ich hinaus will.
[Bas Kast] (44:22 - 46:01)
Ja, D-Mannose. Also da gibt es sogar Daten, von denen ich weiß, über die ich aber nicht sprechen darf, weil sie noch nicht publiziert sind. Und das hat mich überhaupt auf diese Fährte gebracht.
Ich darf leider darüber nicht sprechen, aber worüber ich sprechen darf, ist, dass D-Mannose, so ein einfacher Zucker, der fast von der Molekülstruktur her so ist, also von der Summenformel ist es identisch mit Glucose. Es ist genau dasselbe an Atomen drin wie in Glucose. Glucose ist ja Traubenzucker, nennt man auch so.
Das ist ein ganz einfacher Zucker, der fast überall in kohlenhydratreichen Lebensmitteln drinsteckt. Von Kartoffeln, Reis, in Früchten, in Obst etc. Überall drin, auch in Gemüse teilweise.
Und Glucose ist also dieser Einfachzucker und wenn du da so in einer gewissen räumlichen Anordnung, wenn du da so eine Art Atome vertauschst, dann kriegst du ein Molekül, das unheimlich ähnlich ist und das ist wahrscheinlich wichtig, aber eben nicht identisch. Same same but different. Ja und das ist faszinierend, dass es dann eine total unterschiedliche Wirkung im Körper hat.
So eine minimale Vertauschung und diesen Zucker nennt man eben D-Mannose. Und was ich gezeige, viele Frauen sind davon betroffen, Männer viel weniger, Frauen insbesondere, weil ich glaube es liegt vor allem daran, dass die Harnröhre etwas kürzer ist bei Frauen. Und es gibt ein Bakterium namens Echerichia coli.
[Nils Behrens] (46:02 - 46:04)
Also sie sind betroffen von Blasenentzündungen.
[Bas Kast] (46:05 - 47:10)
Und von wiederkehrenden, das ist ja das doofe, dass diese Blasenentzündungen häufig wiederkehren. Und das liegt zu 80-90% an einem ganz konkreten Bakterium, das die Blase infiziert.
Und das wandert über die Harnröhre in die Blase hinein und in der Blase, wenn man sich diese Blaseninnenwand vorstellt, da gibt es ja an der Zelloberfläche immer so Eiweißstrukturen, die aus der Zellhülle hervorstechen. Und in diesem Fall gibt es auf einigen dieser Eiweißstrukturen in der Blasenwand, die eben aus diesen Zellhüllen hervorstechen, da drauf sitzt ein Mannoserest. Also dieser Mannosezucker, den man supplementieren kann, sitzt da just drauf.
Und das Bakterium E. coli, das hat so Fortsätze, so Tentakel, wie mein Arm mit am Ende so einer Spitze. Und diese Spitze hat eine Affinität oder mag diese Mannose und krallt sich daran fest.
[Nils Behrens] (47:11 - 47:13)
Wie der Rhesusaffe die Banane.
[Bas Kast] (47:13 - 48:41)
Richtig, genau und dann nicht nur das, wenn es sich festgekrallt hat, das Bakterium trinkt es in die Zellen, vermehrt sich dort, kommt dann wieder aus der Zelle raus und kolonisiert dann die Blase. Und wir müssen dann ständig pinkeln und haben diese Beschwerden, das ist unangenehm. Viele werden sich jetzt vorstellen können, was passiert, wenn ich jetzt diese Mannose zu mir nehme und Mannose sich dann übers Blut in mein Urin ansammelt.
Urin ist ja im Grunde nichts anderes als gefiltertes Blut. Sammelt sich also auch Mannose im Blut an, dein Blut wird süß im Grunde, wie bei Diabetes, Zucker süßer Durchfluss ist das Wort für Diabetes, aber nur vorübergehend. Also es sammelt sich Mannose in deinem Urin an und jetzt krallt sich natürlich das Bakterium E.
coli an diese in dem Urin sich befindende Mannose fest. Und kann sich jetzt einmal festgekrallt an Mannose nicht mehr an die Zellinnenwand festkrallen und wird mit dem Urin ausgespült. Und so wirst du nach ein paar Tagen schon, das zeigen eben auch klinische Experimente, wenn du Leuten D-Mannose gibst, es ist dieser Einfachzucker, der wenig Nebenwirkungen hat.
Und nicht nur das, sondern auch hier in diesem Fall zeigt sich eine gewisse Anti-Krebswirkung, schützende Wirkung, was auch interessant ist. Entschuldige, bevor du auf den Punkt gehst. Und gegen Krebs.
[Nils Behrens] (48:41 - 49:14)
Bevor du auf den Punkt gehst. Ich finde, was mich viel mehr fasziniert hat, war, dass es scheinbar so aussieht, dass es, also ganz viele Leute kennen ja dieses Schema Cranberry-Saft bei Blasentzündung, also dass es scheinbar nicht nur besser als der Cranberry-Saft wirkt, sondern sogar scheinbar besser als das eine oder andere Antibiotika. Und ich meine gerade ich, der nur aus der Welt komme, wo Darmgesundheit eigentlich über allem steht, weiß ja jeder, dass man Antibiotika möglichst vermeiden sollte.
Also ich meine, wie fantastisch ist das denn, dass man etwas nehmen kann, was bessere Wirkung hat als Antibiotika?
[Bas Kast] (49:15 - 49:39)
Teilweise, genau. Gerade so im prophylaktischen Bereich, also gibt es zumindest Hinweise darauf. Dies ist nicht unumstritten und Ärzte würden vielleicht sagen, nein, du musst ein Antibiotikum nehmen.
Aber ich meine, gerade auch so bei Wiederkehrenden, du willst ja nicht andauernd alle paar Monate deine Darmflora zunichte machen, wieder mit dem Antibiotikum. Und das hat ja schon heftige Nebenwirkungen unter Umständen.
[Nils Behrens] (49:39 - 49:50)
Ja und ich meine jetzt so eine Manose, wenn du dann einmal im Monat ab und zu mal das wieder nimmst, präventiv, kann das ja durchaus vielleicht dazu führen, dass du dann irgendwann die Beschwerden nochmal ganz los wirst.
[Bas Kast] (49:50 - 50:26)
Genau und eben das ist, was sich zeigt, dass es dann auch prophylaktisch wirkt. Wenn du jetzt zum Beispiel deine akute Entzündung losgeworden bist, nach 4-5 Tagen oder so, dann würde ich das auch noch ein bisschen länger nehmen. Also von der Dosis her würde ich so am Anfang, typischerweise nimmt man in den Experimenten so mehrmals am Tag 2 Gramm.
Also ich würde so sagen, zweimal am Tag 2 Gramm, das wäre wieder so ein typischer Espressolöffel, also Mannose. Schmeckt auch, kannst du auch so als Reinstoff kaufen, brauchst nicht unbedingt Kapseln, wo sie dann wieder...
[Nils Behrens] (50:26 - 50:29)
Nein, ich habe für meine Tochter, auch bei Sunday das bestellt, aber auch als Pulver.
[Bas Kast] (50:30 - 51:03)
Genau und das ist super, weil dann hast du das reine Zeug und nicht unbedingt noch mit Zuckerlose drin und so, wie es in manchen Produkten ist, wo sie dann lauter Sachen noch dazu fügen, die man gar nicht braucht. Sondern nimmst das einfach, schmeckt süß, bisschen leicht bitter auch, ist ganz okay und du wirst sie akut los mit etwas Glück, also es wirkt bei der einen vielleicht besser als bei der anderen. Und man sieht eben auch eine prophylaktische Wirkung, wenn man dann zum Beispiel alle 2 Monate oder so eine Woche so eine Kur macht und dass man dann eher geschützt ist.
[Nils Behrens] (51:03 - 51:06)
Und dann kommen wir jetzt zu dem Thema Krebs, wo wir jetzt schon einmal waren.
[Bas Kast] (51:06 - 51:40)
Und das ist ja auch so total interessant, das hier geht wirklich auch wieder auf eine Studie in Nature zurück, also in einem sehr angesehenen Fachjournal. Und das ist das Bemerkenswerte, dazu muss man wissen, dass Krebszellen unheimlich viel Zucker verschlingen. Also das nennt man, jeder kann das auch mal nachgucken, das nennt man Warburg-Effekt.
Das war ein deutscher Forscher glaube ich, ziemlich sicher ein deutscher Forscher Warburg, also Warburg. Ich bin so in der englischen Literatur drin, dass ich Warburg sage, also Warburg-Effekt.
[Nils Behrens] (51:41 - 51:44)
Das hat nichts mit der Warburg-Bank zu tun, an die sich Olaf Scholz nicht erinnert.
[Bas Kast] (51:44 - 52:29)
Nein, zum Glück nicht. Es hat auch wieder mit den Mitochondrien zu tun und zwar sind die Krebszellen nicht so effizient darin, Zucker zu verwerten und daraus Energie herzustellen. Die verwerten das sehr ineffizient und brauchen dafür in der Regel sehr, sehr, sehr viel Zucker.
Das ist teilweise, wie man einen Tumor aufspürt mit dem PET-Scanner, wo man einfach sieht, hier wird im Körper unheimlich viel Zucker verbraucht. Mit radioaktivem Zucker erscheint das hier in unserem, nicht Kernzimmertumorgarten, sondern in unserem Scanner. Und daraus schließt man dann heraus, es könnte ein Tumor sein.
[Nils Behrens] (52:29 - 52:42)
Ich hatte so Assoziationen mit dem Film Ghostbusters, wo man dieser dicke schleimige Geist ist, der dann irgendwo ist und ganz viel isst. Also von daher, so ähnlich stelle ich mir das gerade vor, man sucht also quasi ab und da, wo der dicke Geist sitzt, das ist dann…
[Bas Kast] (52:42 - 54:24)
Da, wo auf einmal ungewöhnlich viel Zucker im Körper verbraucht wird, könnte dann ein Tumor sich dahinter verbergen. Und das sieht man schon, also man könnte sagen, in gewisser Weise ist ein Tumorkrebs abhängig von Zucker, von jeder Menge Zucker. Ich habe auch mal kommuniziert mit einem sehr renommierten US-Krebsforscher, der wirklich Angst hat vor Zucker und deshalb eine Low-Carb-Diät macht, Louis Cantley, sehr berühmter Krebsforscher in den USA, der auch Experimente, nebenbei gesagt, macht mit Vitamin C-Infusionen als Adjuvantentherapie bei Krebs, aber das ist ein anderes Thema.
So, was jetzt wichtig ist, ist, dass wenn jetzt diese D-Mannose in den Körper gelangt, dann nehmen Krebszellen dieses auf, so als sei es normaler Zucker, aber sie können diesen Zucker jetzt nicht verwerten, um ihn in Energie zu verwandeln. Und jetzt liegt also ihre Energieversorgung brach und sie können nicht mehr so gut wachsen. Und das ist eine Hypothese, wie also D-Manose, eine Supplementierung mit D-Mannose, Krebs hemmen könnte und also in der begleitenden Therapie, auch bei einer Chemotherapie helfen könnte.
Natürlich, wenn man betroffen ist, sollte man nicht auf eigene Faust experimentieren, sondern das mit seinem Arzt besprechen. Und man sieht tatsächlich in dieser Nature-Studie, die ich auch in dem Video bespreche, dass also die Tumoren wirklich kleiner sind, dass die Mäuse teilweise wirklich von einer D-Manose, Mäuse mit Krebs von einer D-Mannose-Supplementierung profitieren.
[Nils Behrens] (54:24 - 54:43)
Ich sehe so ein bisschen auf der Uhr, wir müssen gucken, was wir uns jetzt noch an Themen leisten können sozusagen. Und ich wäre natürlich jetzt irgendwie falsch hier, wenn ich nicht zumindest noch einmal das Vitamin D ansprechen würde, Vitamin D3, wo du ja auch nochmal ein Video dazu gemacht hast. Und magst du uns vielleicht da mal was zu erzählen?
[Bas Kast] (54:43 - 55:32)
Ich glaube Vitamin D3, also ich weiß ja, mich hat natürlich gleich interessiert, dass du sagtest, Michalsen ist jetzt auch offener geworden in Supplementen gegenüber welchen er gegenüber offen ist. Aber ich glaube Vitamin D und insbesondere Vitamin D3, ich glaube hier gibt es mittlerweile Konsens, dass eine Supplementierung sinnvoll ist. Mehr und mehr auch Konsens, dass eine Dosis, die etwas über dieser üblichen Empfehlung wie 800 Einheiten pro Tag oder so, dass etwas mehr sinnvoll ist wie 1000 oder sogar 2000 Einheiten am Tag.
Und dann bei Übergewicht vielleicht sogar 3000 und bei richtiger Fettleibigkeit, also einem BMI von über 30 eher so 4000 Einheiten am Tag, so als grobe Richtlinie.
[Nils Behrens] (55:32 - 55:36)
Da hat man ja immer diese 20.000 Einheiten einmal die Woche gegeben.
[Bas Kast] (55:36 - 56:44)
Ja, das macht man immer noch und man macht auch diese hohen Dosen immer noch, wenn jemand ein krasses Defizit hat, dass man ihn schnell auf ein höheres Blutlevel bringen will. Aber im Großen und Ganzen spricht die Gesamtbefundlage eher für so eine gleichmäßigere Verteilung. Die ist ja auch natürlicher.
Zum Beispiel wenn du in die Sonne gehst. Selbst wenn du ein Supplement nimmst, Vitamin D3, dann nimmst du 2000 Einheiten, dann sieht man, dass der Blutwert sehr stark ansteigt und dann auch ziemlich rasch wieder nach Stunden sinkt. Hingegen wenn du in die Sonne gehst und über deine Haut Vitamin D bildest, dann steigt das fast über Tage, ist ein bisschen viel gesagt, aber über einen viel längeren Zeitraum an.
Und da kann man schon eine gewisse Vorstellung davon bekommen, was eine natürliche Art und Weise ist, wie sozusagen der Körper mit Vitamin D gerne umgeht. Dass er also nicht gerne so einen super schnellen unnatürlichen Anstieg hat, der dann auch rasch wieder absinkt, sondern lieber so einen gleichmäßigen langfristigen Anstieg.
[Nils Behrens] (56:44 - 57:23)
Bei mir hat das auch nicht funktioniert. Ich habe das gemacht einmal die Woche 20.000 und ich hatte immer noch einen Vitamin D Mangel. Das liegt tatsächlich auch an der Menge der Fettzellen, die man hat, weil es sich ja im Fett ablagert.
Das hat bei mir nicht so gut resorbiert. Von daher muss ich viel häufiger als einmal die Woche eine große Dosis in die kleinere, regelmäßige Dosis. Ich bin da genauso wie du es sagst, man sagt ja alles bis 4.000 ist noch so unbedenklich. Deswegen versuche ich eher in diesem Fenster zwischen 2.000 bis 4.000 zu liegen.
[Bas Kast] (57:23 - 57:39)
Über 4.000 sollte man ohne einen Arzt und ohne einen konkreten Grund jetzt nicht hinausgehen. Du hast an einem Tag dich verschluckt oder so und hast 8.000 genommen. Da musst du nicht sofort zum Arzt.
Das ist kein Problem.
[Nils Behrens] (57:40 - 57:44)
Nicht die tägliche 20.000er Dosis.
[Bas Kast] (57:45 - 1:00:48)
Da sieht man schon unter Umständen Probleme, dass zu viel Kalzium ins Blut gelangt.
Ein zentraler Punkt, Vitamin D, hilft ja dabei, dass der Darm und auch die Knochen Kalzium aufnehmen. Das hilft also beim Knochenbau. Das geht ja zurück auf diese Zeiten, das war vor 100 Jahren oder so, als man bei Kindern sah, dass der Knochenbau, dass sie wirklich O-Beine hatten oder X-Beine, dass die Knochen so weich waren, teilweise weil sie zu wenig Licht abbekamen in den Städten.
Und das Essen mit Vitamin D steckt kaum. Vitamin D in Essen, die hatten zu wenig. Und dann erweichen deine Knochen.
Und unter deinem Oberkörpergewicht knicken dann wirklich deine Beine ein. Die hatten X-Beine, O-Beine. Deshalb empfiehlt man ja auch eine Mindestdosis Vitamin D für Babys, Neugeborene und Kinder.
Für Knochen spielt das eine Rolle. Man hat dann später entdeckt, dass fast jeder, jedes Organ unseres Körpers so einen Vitamin D Rezeptor hat. Und dass es unter anderem auch eine Rolle beim Schutz gegen Krebs spielen könnte.
Und hier finde ich eben interessant, es gibt so wenig echte, randomisierte Experimente mit einer richtig großen Gruppe, mit einer vernünftigen Laufzeit über ein paar Jahre, wo man einer Gruppe Vitamin D gibt, sagen wir 2000 Einheiten am Tag und einer anderen Gruppe ein Placebo. Und dies hat eben die Harvard Universität gemacht. Und diese Studien sind erschienen und die klangen erstmal so ein bisschen ernüchternd.
Und wenn man dann, das fand ich schon sehr interessant, in die Paper hineinguckt, in das paper, in das maßgebliche Paper, das im New England Journal of Medicine erschienen ist, dann sieht man einen bemerkenswerten Befund, nämlich dass bei Leuten mit normalem BMI, BMI bis zu 25, die Supplementierung mit Vitamin D3, 2000 Einheiten pro Tag, über zwei Jahre lief das Experiment, oder sogar noch etwas länger, tatsächlich mit einer Risikosenkung, was Krebs betrifft, einhergeht. Also wirklich das Risiko, Krebs zu bekommen, schützt.
Und das sieht man eben nicht mehr, wenn du alle Testpersonen zusammennimmst und dann laut Kriterien von New England Journal of Medicine, darfst du das dann auch nicht mehr in deiner Zusammenfassung berichten. Aber du findest es in diesem Paper, das man sich angucken kann. Und ja, das finde ich schon einen sehr interessanten Befund, dass so eine einfache Supplementierung, und es gibt ja auch wirklich klare Daten, die darauf hinweisen, dass viele von uns in Deutschland zu niedrige, nicht optimale Blutlevels, Vitamin D Blutlevels haben.
[Nils Behrens] (1:00:48 - 1:00:59)
Ja, ein Freund von mir, der Dr. Katteler oder Prof. Katteler, der hat sich lange damit beschäftigt und der sagt immer, alle die nördlich von Mailand leben, können eigentlich auch den ganzen Tag nackt rumlaufen und haben trotzdem zu wenig.
[Bas Kast] (1:00:59 - 1:02:21)
Im Winter, genau. Also im Sommer geht das. Es gibt ja auch so eine App, D-Minder heißt die, von einem der größten Mitentwickelten, auch von einem der größten Mikroholic-Vitamin-D-Experten in den USA, der manchmal ein bisschen zu euphorisch ist, was sein Vitamin D betrifft. Aber er hat eine App entwickelt, die kann man gratis runterladen.
D-Minder, also nicht Re-Minder, sondern D-Minder für Vitamin D natürlich. Und da kann man dann sehen, da kann man einstellen, wo lebt man. Ich würde sagen, wie in Berlin, so einen breiten Längengrad, so und so Längengrad, Breitengrad hier auf der Höhe.
Und hier kann man wirklich sehen, zu diesem Zeitpunkt bildest du, wenn du halbnackt in die Sonne gehst, bildest du so und so viel Vitamin D in der Minute. Oder du siehst wirklich einen Zähler, der dir zeigt, wie du Vitamin D bildest. Und das ist erschreckend wenig im Winter, beziehungsweise gar nicht im Winter.
Und wenn man mal denkt, selbst im Sommer, ich meine, wie viel geht man tatsächlich raus? Ich meine, wir sitzen jetzt auch die ganze Zeit drinnen, gehen nachher wieder raus, dann habe ich einen ganz kurzen Fußweg zur S-Bahn, dann sitze ich auch wieder drinnen. Das heißt, so viel ist es nicht.
[Nils Behrens] (1:02:21 - 1:02:31)
Es ist nicht wirklich viel und es ist auch bei mir, du sagst es ja auch an einer Stelle, wenn dein Schatten länger ist als du selbst, dann ist die Vitamin D Produktion eigentlich auch schon eingestellt.
[Bas Kast] (1:02:31 - 1:02:43)
Genau, das ist eine tolle Faustregel, die man immer beherzigen kann. Wenn dein Schatten länger ist, steht die Sonne tief und die Kraft reicht einfach als Faustregel nicht aus, um dann, dass deine Haushalte wieder gut gehen.
[Nils Behrens] (1:02:43 - 1:02:54)
Und wenn ich mir überlege, wann bin ich draußen? Ich gehe morgens joggen, dann fahre ich mit dem Fahrrad morgens zur Arbeit, dann fahre ich abends mit dem Fahrrad wieder zurück. Also ich würde mal sagen, die Schattenlänge schlägt mich jedes Mal um weiters.
[Bas Kast] (1:02:54 - 1:02:56)
Ja, dein Schatten ist immer länger als du.
[Nils Behrens] (1:02:57 - 1:03:06)
Definitiv, definitiv. Ja, du, du hast insgesamt, glaube ich, erwarten wir da noch sehr viel. Ich habe ja ein Lieblingssupplement, Astaxantin.
Hast du dich damit schon beschäftigt?
[Bas Kast] (1:03:06 - 1:03:39)
Astaxantin, ja, damit habe ich mich auch schon beschäftigt. Ich fand das natürlich sehr interessant, es gibt ja so eine sehr gute Forschungskommunity, die nennt sich ITP, Interventions Testing Program, wo man an drei verschiedenen Stellen in den USA an unterschiedlichen Labors, an unterschiedlichen Mäusesträngen guckt, ob eine Substanz lebensverlängernd wirkt. Und eine der letzten Ergebnisse von dem ITP-Programm war, dass Astaxantin bei männlichen Mäusen auf jeden Fall lebensverlängernd wirkt.
[Nils Behrens] (1:03:40 - 1:04:27)
Bei Weibchen nicht, aber gut. Es ist bei mir einfach das einzige Supplement, was ich massiv merke, ob ich es nehme oder nicht. Wirklich?
Ja. Ich habe einfach wirklich, ich habe mehr Energie, ich schlafe besser, es ist irgendwie alles besser. Ich habe es wirklich eher aus so einem energetischen Punkt herausgenommen.
Und ganz interessant, mein Vater, der ja nur zweifelsohne die gleichen Gene hat, wenn ich dem die acht Milligramm da gebe, dem wäre richtig schwindelig. Also bei dem wirkt das zu stark. Und was ich ganz interessant fand war, ich hatte wirklich früher im Winter immer so dieses Gefühl, dass ich zu blass bin und habe mir dann tatsächlich so ein paar Tropfen Selbstbräune in meine Tagescreme dann reingemacht.
Und dieses Gefühl habe ich seit Jahren nicht mehr. Und da habe ich jetzt neulich mal darüber nachgedacht, wo das liegt. Und da hat mir jetzt auch jemand erzählt, dass Astaxanthin eben auch einen gesünderen Teint gibt.
[Bas Kast] (1:04:27 - 1:04:30)
Naja, Astaxanthin färbt ja auch die Flamingos pink, oder?
[Nils Behrens] (1:04:31 - 1:04:31)
Ja, und die Lachse.
[Bas Kast] (1:04:32 - 1:04:45)
Bei Lachsen wird es natürlich, das sind ja meist Zuchtlachse, die wir sehen, die sind schön hübsch orange und so, da wird das künstlich zugefügt. Normalerweise bekommen die Lachse es von Algen, die das Astaxanthin produzieren.
[Nils Behrens] (1:04:45 - 1:05:02)
Genau, und da ist es zum Beispiel auch so, dass ich auch wirklich seitdem ich es nehme, ich bin eh vorsichtig, aber ich habe schon lange lange keinen richtigen Sonnenbrand mehr bekommen. Also auch das hat einen gewissen Sonnenschutz und so. Ich finde es ein sehr faszinierendes, ich hoffe da auf ein Astaxanthin-Video von dir.
[Bas Kast] (1:05:03 - 1:05:29)
Ja, es interessiert mich auf jeden Fall sehr, insbesondere seit dieser ITP-Studie. Ich bin immer so ein bisschen vorsichtig, sobald es um Karotinoide geht. Also ich habe ja schon über Beta-Karotin gesprochen, eine hohe Dosierung, insbesondere bei Rauchern, das dann nach hinten losging.
Insofern bin ich immer da zurückhaltend, was die Karotenoide betrifft. Diese ganze Pigment-Klasse, also Astaxanthin sieht ja auch unheimlich tiefrot aus.
[Nils Behrens] (1:05:29 - 1:05:30)
Obwohl es eine Grünalge ist.
[Bas Kast] (1:05:30 - 1:05:44)
Ja, genau. Und wenn du so eine Kapsel mal aufmachst, das verfärbt deine Hände wie Kurkumin. Dieses Gelb, das du nicht mehr wegkriegst.
Aber ich werde das sicherlich weiter verfolgen.
[Nils Behrens] (1:05:45 - 1:05:46)
Sehr gut, sehr gut.
[Bas Kast] (1:05:46 - 1:05:47)
Ich mache ein Video für dich.
[Nils Behrens] (1:05:48 - 1:06:04)
Ich hoffe, du machst auf jeden Fall mit deinem Kanal weiter, weil mir macht das große Freude.
Ich finde, das ist nochmal das Shout-out und ich schaue und höre mir auch gerne die längeren Videos an. Und ja, muss jetzt leider langsam zum Ende kommen. Ich glaube, es schreit nach einer Fortsetzung.
[Bas Kast] (1:06:04 - 1:06:05)
Sehr gerne.
[Nils Behrens] (1:06:05 - 1:06:08)
Vielleicht kommt als nächstes dann der Supplement-Kompass raus.
[Bas Kast] (1:06:08 - 1:06:22)
Ja, ich arbeite dran, wirklich. Ich meine, ich habe noch keinen Vertrag mit dem Verlag, aber ich habe schon mal so ein bisschen angeteasert. Und die sind, glaube ich, ganz angetan.
Und ich kann mir vorstellen, dass ich ein Buch draus mache.
[Nils Behrens] (1:06:24 - 1:06:27)
Passt, es hat sehr lange gedauert, bis wir zusammengekommen sind. Ich sage vielen Dank für das Gespräch.
[Bas Kast] (1:06:27 - 1:06:35)
Ja, ich danke. Also wirklich super schön, dich kennenzulernen. Und ja, ich hoffe, wir bleiben in Kontakt und machen das jetzt so regelmäßig.
[Nils Behrens] (1:06:36 - 1:06:37)
Regelmäßig? Ja. Herzlich eingeladen.
[Bas Kast] (1:06:37 - 1:06:38)
Cool, danke.
[Nils Behrens] (1:06:41 - 1:06:44)
Wie viele Supplements nimmst du im Augenblick, regelmäßig?
[Bas Kast] (1:06:44 - 1:07:02)
Ich denke so um die fünf, sechs täglich. Also so ungefähr. Also Q-Enzyme, Q10 auf jeden Fall.
Vitamin D. Taurin ab und zu. Bin hier noch ein bisschen vorsichtig.
[Nils Behrens] (1:07:03 - 1:07:05)
Und Kreatin dann hoffentlich in Zukunft.
[Bas Kast] (1:07:05 - 1:07:17)
Kreatin. Ich vergesse es auch manchmal dann. Kreatin nehme ich, genau.
Ich weiß es gar nicht im Kopf. Es wechselt auch, weil ich auch gerne Magnesium natürlich. Haben wir jetzt über Magnesium?
[Nils Behrens] (1:07:17 - 1:07:19)
Wir haben gar nicht über das tolle Magnesium gesprochen.
[Bas Kast] (1:07:19 - 1:07:20)
Das machen wir das nächste Mal.
[Nils Behrens] (1:07:20 - 1:07:22)
Oder sollen sich die Leute auf Videos anschauen?
[Bas Kast] (1:07:22 - 1:07:39)
Genau, ich habe ja ein Video gemacht über Magnesium. Ja, für wen das, wer das interessant findet. Hier geht es vor allem auch um Magnesium, das im Alter tatsächlich wirklich tolle Befunde, das Gedächtnis bessern könnte.
Und hier Alterungsprozesse bremsen könnte.
[Nils Behrens] (1:07:40 - 1:08:07)
Kommt bei uns am Oktober raus. Cool.