Longevity Mindset – Mit welcher Einstellung wir gesund alt werden  - Mit Dr. Guido AxmannLongevity Mindset – Mit welcher Einstellung wir gesund alt werden  - Mit Dr. Guido Axmann

Longevity Mindset – Mit welcher Einstellung wir gesund alt werden  mit Dr. Guido Axmann

Gesund alt zu werden beginnt im Kopf. Nils Behrens spricht mit dem Arzt und Mindset-Experten Dr. Guido Axmann darüber, warum ein „Longevity Mindset“ nicht auf Angst, sondern auf Freude basieren sollte – und wie emotionale Gesundheit, Resilienz und innere Ruhe entscheidend zu einem langen, erfüllten Leben beitragen.  

Anstatt das Leben als endlose To-do-Liste der Selbstoptimierung zu sehen, lädt Axmann ein, es als Tanz zu begreifen – ein Prozess ohne Ziel, aber voller Präsenz, Lebendigkeit und Verbundenheit.

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Was bedeutet ein Longevity Mindset?

Ein Longevity Mindset beschreibt eine Haltung zum Leben, die auf Freude, Bewusstsein und innerer Balance beruht – nicht auf Angst vor dem Altern.  

Dr. Axmann unterscheidet zwei Grundmotivationen menschlichen Handelns:

  • Angstbasiert: „Ich tue etwas, um Krankheit oder Alter zu vermeiden.“  
  • Freudebasiert: „Ich tue etwas, weil ich Lebendigkeit, Vitalität und Lebensfreude spüren möchte.“

Diese Perspektive verändert alles: Wer aus Freude handelt, stärkt automatisch emotionale Resilienz, reduziert Stress und fördert langfristig Wohlbefinden.

Mentale Gesundheit zuerst: „Sauerstoffmaske“ für dich

Laut Axmann ist emotionale Gesundheit eine der wichtigsten Säulen für ein langes Leben. Sie entsteht, wenn die innere Wahrnehmung mit der äußeren Realität übereinstimmt.  

Drei Faktoren beeinflussen dabei maßgeblich unser psychisches Gleichgewicht:

1. Abbau von Bedrohung: Viele leben in einem Dauerzustand subtiler Angst – vor Krankheit, Jobverlust oder gesellschaftlichen Krisen. Ein Longevity Mindset erkennt: Im Hier und Jetzt besteht meist keine reale Bedrohung.  

2. Auflösen des Mangelerlebens: Der ständige Glaube, „nicht gut genug“ zu sein, erzeugt Stress. Innere Ruhe entsteht, wenn man akzeptiert: Man ist bereits vollständig.  

3. Bewusste Selbstwirksamkeit: Wir entscheiden, wie wir Situationen bewerten. Realität liefert nur neutrale Informationen – unsere Bewertung schafft Emotionen.

Mentale Resilienz trainieren

Mentale Resilienz bedeutet, anpassungsfähig zu bleiben – körperlich wie geistig.  

Axmann empfiehlt dazu konkrete Wege:

  • Bewusstes Atmen in Stressmomenten: Eine kurze Ausatmung senkt akuten Druck und schafft Abstand.  
  • Eisbaden oder kalte Duschen: Trainieren den Körper, mit Stress ruhig umzugehen. (Diese Methode sollte nur bei guter Gesundheit und nach ärztlicher Rücksprache praktiziert werden.)  
  • Meditation: Nicht um „besser zu werden“, sondern um das eigene Denken zu beobachten. Wenn sich der Geist beruhigt, entsteht Klarheit – wie Wasser, das zur Ruhe kommt.

Freude statt Kontrolle – Ernährung, Bewegung, Erholung

Ein Longevity Mindset zeigt sich auch im Umgang mit den klassischen Säulen der Gesundheit:

  • Ernährung: Nahrung liefert die Bausteine für Körper und Geist. Eine pflanzenbetonte, nährstoffreiche Ernährung unterstützt Vitalität – ohne Dogmatismus.  
  • Bewegung: Sport und tägliche Aktivität sind gelebte Freude an der Lebendigkeit. Nicht Kontrolle, sondern Flow zählt.  
  • Erholung: Schlaf ist kein Leistungsprojekt. Wer Druck loslässt, findet oft leichter in die Ruhe. Axmann: „Schlaf ist wie ein scheuer Vogel – er kommt, wenn man ihn nicht jagt.“

Soziale Verbundenheit als Schlüssel zur Langlebigkeit

Studien bestätigen, dass starke soziale Beziehungen zu den wichtigsten Faktoren für ein langes, gesundes Leben gehören.  

Echte Verbundenheit entsteht jedoch nicht durch Perfektion, sondern durch Authentizität.  

Axmann betont: Nur wer mit sich selbst im Einklang ist, kann anderen wirklich begegnen.  

> „Wenn ich nicht bei mir bin, kann ich auch niemand anderem wirklich begegnen.“

Krisen als Teil des Lebens

Krisen gehören zum Leben – sie sind keine Anomalie, sondern Wachstumsmomente.  

Ein Longevity Mindset begegnet ihnen nicht mit Widerstand, sondern mit Präsenz:

  • Wahrnehmen, nicht verdrängen.  
  • Atmen statt kämpfen.  
  • Spüren, dass das Hier und Jetzt fast nie eine echte Krise ist – sie existiert meist nur in unseren Gedanken.  

So wird aus jeder Herausforderung eine Möglichkeit zur Reifung.

Die Essenz: Life is a Dance

Zum Abschluss zitiert Axmann den Philosophen Alan Watts:  

> „Life is a dance – das Leben ist ein Tanz, kein Ziel.“  

Ein Longevity Mindset bedeutet, diesen Tanz bewusst zu leben – mit Freude, Achtsamkeit und innerer Ruhe. Nicht der ständige Fortschritt, sondern die bewusste Gegenwart ist das eigentliche Geheimnis eines langen, erfüllten Lebens.

Take Aways  

  • Ein Longevity Mindset basiert auf Freude, nicht Angst.  
  • Emotionale Gesundheit entsteht, wenn Wahrnehmung und Realität im Einklang sind.  
  • Mentale Resilienz lässt sich durch Atmung, Kälte-Training und Meditation stärken.  
  • Ernährung, Bewegung und Erholung sind Ausdruck von Selbstverbundenheit, nicht Kontrolle.  
  • Soziale Beziehungen fördern Langlebigkeit – Echtheit statt Perfektion.  
  • Krisen gehören zum Leben und sind Chancen zur Entwicklung.  
  • Wer im Moment lebt, tanzt – statt zu jagen.

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Guido Axmann ist Business Angel, Coaching-Experte und Unternehmer mit Sitz in Berlin, der sich auf Start-ups im Healthcare- und Digitalbereich fokussiert.

Sein Ansatz beruht darauf, dass Innovation und medizinischer Fortschritt Hand in Hand gehen müssen – nicht nur als technischer Wettlauf, sondern mit einem klaren Blick auf praktischen Nutzen, Skalierbarkeit und echten Mehrwert für Patient:innen. Dabei unterstützt er junge Gründer:innen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse nutzbar zu machen, Geschäftsmodelle zu entwickeln und Marktzugänge zu schaffen.

Axmann legt Wert auf frühe Validierung von Ideen, datengestützte Entscheidungen und ein agiles Vorgehen, das schnell auf Feedback reagiert. Für ihn gilt: Technologie darf nicht Selbstzweck sein – sie muss Gesundheit messbar verbessern, realistische Anwendung finden und langfristig tragfähig sein. Damit steht Guido Axmann für eine moderne Schnittstelle zwischen Medizin, Innovation und Unternehmertum.

Zur Website von Guido Axmann: https://www.art-of-longevity.com/

#007 Longevity Mindset- Mit welcher Einstellung wir gesund alt werden. Mit Guido Axmann


[Guido Axmann] (0:00 - 0:29)

Der Alan Watts hat das Leben als Tanz bezeichnet, life is a dance und der Tanz hat eben kein Ziel, der Tanz hat einfach nur den Tanz. Und mal macht das Tanzen Spaß, mal macht es mehr Spaß, mal tanzt du mit tollen Leuten, mal mit anderen Leuten, ist egal, du tanzt. Und dieses life is a dance finde ich als Bild unheimlich hilfreich und glaube ich räumt so ein bisschen auf mit all diesen Entwicklungspropheten, die da sagen, Nils, the best version for you is just waiting for you.


[Nils Behrens] (0:29 - 1:38)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen einen Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.


Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. In unserer schnelllebigen Welt ist es wichtiger denn je, sich nicht nur um die körperliche, sondern auch um die emotionale Gesundheit zu kümmern. Ein Longevity Mindset hilft dabei, ein langes und erfülltes Leben zu führen.


Indem es sowohl die mentale als auch die psychische Resilienz stärkt. In diesem Gespräch tauchen wir tief in die Strategien ein, die uns helfen, unsere emotionale Gesundheit zu fördern und ein nachhaltiges positives Mindset zu entwickeln. Guido Axmann ist ein renommierter Experte für emotionale Gesundheit und Mindset-Optimierung, der sich intensiv mit den Themen Langlegigkeit und persönliches Wohlbefinden beschäftigt.


Als Arzt, Coach und Speaker hat er bereits vielen Menschen geholfen, ihre mentale Resilienz und Lebensqualität zu verbessern. Mit seinem Fachwissen und seinen praxisnahen Ansätzen inspiriert er, ein erfülltes und gesundes Leben zu führen. Und deswegen sage ich herzlich willkommen, Guido Axmann.


[Guido Axmann] (1:38 - 1:40)

Hallo Nils, danke, dass ich hier sein kann.


[Nils Behrens] (1:41 - 1:44)

Lieber Guido, glaubst du, dass Sonntage wichtig sind für unser Mindset?


[Guido Axmann] (1:45 - 1:45)

Sonntage?


[Nils Behrens] (1:45 - 1:45)

Ja.


[Guido Axmann] (1:45 - 2:30)

Also ich glaube ganz fest, dass wir für die soziale Synchronisation gemeinsame Feiertage, sowas wie Sonntage brauchen. Also ich sehe das ein Stück weit so, das ist wie so ein soziales Metronom, das den gesellschaftlichen Puls bestimmt. Stell dir vor, du hättest nur ein Feiertagsbudget und musstest dich für jeden, mit jedem irgendwie immer abstimmen, wann man sich irgendwie gemeinsam Urlaub nehmen könnte.


Das wäre der absolute Horror. Du kennst ja auch Weihnachten. Letztendlich, während ihr da um den Weihnachtsbaum tanzt, ist es zwar nicht die Feierlichkeit, was so großartig ist, aber dass die ganze, zumindest westliche Welt stillsteht und sich nicht noch mehr Aufgaben auftürmen.


Also ich glaube, dieser Rhythmus ist wichtig, damit wir relativ gut in die Beziehung gehen können, ohne jedes Mal ein riesen Büro beschäftigen zu müssen.


[Nils Behrens] (2:31 - 3:01)

Ich finde es ganz schön, dass du diese Analogie zu den Feiertagen bringst. Ich bin großer Ostern-Fan zum Beispiel, weil ich finde im Gegensatz zu Weihnachten, wo ja dann meistens auch immer ein gewisser Familiärer Druck, sagen wir mal so, da ist, ist ja ein Ostern, der eigentlich überhaupt nicht vorhanden. Und das Schöne ist aber, dass einfach alle frei haben.


Das heißt also, das Rad dreht sich nicht mehr weiter in der Zeit und man kann dann wirklich die Zeit genießen und meistens sind die Osterwochen ja auch dann von gutem Wetter auch noch dann häufig begleitet. Von daher ist das einer meiner Lieblingsfeiertage.


[Guido Axmann] (3:01 - 3:28)

Ja, ich wäre da nicht zitierfähig. Ich meine, es gibt Studien aus den nordischen Ländern, die irgendwie gezeigt haben, dass die gerade in Dänemark und Schweden nehmen die ja sehr synchron die Sommerferien. Da sind einfach alle weg.


Da geht gar nichts. Machen sie in Italien ja auch. So und das scheint durchaus für eine gewisse Zufriedenheit zu sorgen, die wir so gar nicht kennen, weil irgendjemand doch immer weiter dreht.


Also so im Schichtbetrieb ist irgendwie steht das Ding nie still und dieser Stillstand hilft auch einigen dann mal so richtig loszulassen.


[Nils Behrens] (3:28 - 3:38)

Ich finde Zufriedenheit ist ein wunderbares Stichwort, um auf unser eigentliches Thema zu gehen. Das Thema ist nämlich Longevity Mindset. Und wie würdest du diesen Begriff erst mal so definieren?


[Guido Axmann] (3:40 - 4:35)

Longevity Mindset geht auf eine Beobachtung Erkenntnis zurück, die da ist, dass wir, wenn wir es mal ganz simpel runterbrechen, eigentlich jegliches Verhalten hat immer zwei Motivationen. Entweder es ist angstgetrieben. Ich möchte vor irgendeine Angst getrieben irgendwas tun oder es ist aus der Freude.


Ich kann hier heute mit dir sitzen, weil ich einfach Freude daran habe, meine Gedanken mit anderen zu teilen. Ich kann aber auch sitzen aufgrund einer Angst vor Irrelevanz und ich müsste hier meine Reichweite erhöhen. Und genauso gibt es natürlich Longevity aus der Angst vor dem Altern vor dem Tod oder aus der Freude am Leben.


Das macht einen himmelweiten Unterschied. Von außen nicht immer erkennbar, aber in der Haltung einen Riesenunterschied. Und diese Haltung, die nenne ich Longevity Mindset.


Aus der Freude heraus mehr Freude am Leben haben zu wollen. Und damit Vitalität zu erhöhen, Fitness zu steigern und letztendlich vielleicht auch ein paar Bonusrunden extra bekommen.


[Nils Behrens] (4:36 - 4:40)

Also du würdest dich eindeutig in die Freude Ecke dann reinordnen?


[Guido Axmann] (4:41 - 5:07)

Ich kenne beides natürlich. Also ich bin auch nur Human Being und laufe genauso mit der Konditionierung rum. Kommen wir vielleicht noch zu im Laufe des Gesprächs.


Aber dennoch versuche ich immer wieder auch meinen eigenen Patienten oder unseren Patienten immer wieder die Frage zu stellen. Ist das jetzt eher Angst getrieben? Hast du hier Angst, dass der Tumor schon überall rumlungert und wir deswegen eine Lipobiopsie machen?


Oder aber können wir deine Lebenskraft, deine Lebensfreude erhöhen?


[Nils Behrens] (5:07 - 5:37)

Das ist deutlich der spannendere Weg. Total, total. Also ich merke das auch immer wieder, wie einige Leute schon ein bisschen genervt sind von diesem ganzen Longevity-Hype und allem drum und dran.


Und dann denke ich immer so, warum seid ihr so genervt? Weil ich finde diese Möglichkeiten, die wir heute haben, diese Faszination, dass wir das Altern zumindest im Idealfall ein bisschen verlangsamen können, das ist doch das. Weil letztendlich wollen wir doch alle alt werden, aber keiner von uns will alt werden.


Und ich finde, das ist doch eigentlich das, was uns im Idealfall alle Hörer dieses Podcast auch motivieren sollte.


[Guido Axmann] (5:37 - 6:05)

Absolut. Ich meine, das Altern ist ja häufig auch schon wieder bedingt durch ein Abflachen der Lebendigkeit, indem man halt immer mehr in einen kontrollierten Zustand geht. Die Grimmigkeit nimmt zu im Alter, wie wir das häufig beobachten.


Also sprich, wenn wir das dann mit der Angst bekämpfen wollen, haut das nicht hin. Also wir müssen die Angst mit der Freude bekämpfen oder sagen wir mal unterfüttern oder ihnen den Boden entziehen. Und dementsprechend ist das Longevity-Mindset auf der lebensbejahenden Seite.


[Nils Behrens] (6:05 - 6:33)

Wenn man sich das Longevity-Game so anschaut, dann hat man ja meistens die einen sprechen von vier Säulen, die einen sprechen von sechs Säulen, manche haben sogar sieben Säulen, die sozusagen die Basis für ein langes, gesundes Leben ist. Und nichtsdestotrotz kann man immer sagen, diese eine Säule wird immer als emotionale Gesundheit bezeichnet. Und was würdest du sagen, diese emotionale Gesundheit, wie wichtig würdest du diese Säule im Kontext von vier oder sieben Säulen einordnen?


[Guido Axmann] (6:34 - 10:57)

Ich halte sie für super wichtig, muss da vielleicht ein ganz bisschen ausholen, was ich da vielleicht mit meine. Und wir wissen, dass die Sprache immer irgendwo trennend ist. Und wir reden hier nur von semantischen Begriffen, die wir irgendwie füllen müssen.


Die trifft natürlich immer nicht das Leben, weil sie immer nur auf eine Richtung zeigt. Aber wenn wir emotionale Gesundheit mal ein bisschen auseinanderklamüsern, dann stecken da Emotionen drin. Wann entstehen Emotionen?


Emotionen entstehen, wenn du dein psychomentales Modell, das du von der Wirklichkeit baust, also was du hier wahrnimmst, wenn du mich sprechen hörst, kriegst du ja nur neutrale Informationen. Du machst damit was und baust daraus ein psychomentales Modell, in dem du lebst. Und wenn wir dadrin eine große Divergenz zu der Realität erleben, sprich ich wollte meinen Geburtstag bei blühendem Sonnenschein im Garten feiern und nun regnet es.


Dann kann ich in meiner Fantasie einen schönen Geburtstag gehabt haben und er ist plötzlich nicht mehr da. Das nennen wir dann Enttäuschung. Ich enttäusche mich, weil ich mich vorher getäuscht habe in meinem Modell und diese Divergenz führt zu Emotionen.


Und emotionale Gesundheit heißt nun, dass ich eine hohe Konkurrenz zwischen meinem eigenen Modell und der Realität habe. Dass das Delta nicht zu riesig ist, sodass ich mich nicht dauernd täuschen und dann wiederum enttäuschen muss. Und da sehe ich im Wesentlichen drei Faktoren, die wir irgendwie ein Stück weit wieder in den Griff kriegen müssen.


Du hast von klein auf gelernt, dass du extrem bedroht bist. Alles ist bedrohlich. Deine Schule war bedrohlich.


Deine Umwelt ist bedrohlich. Es gibt einen Klimawandel, der Putin, Pandemien, alles ist permanent irgendwo bedrohlich. Immer wird irgendwie eine Zeitbombe in die Ecke deines Lebens gestellt.


Und unter diesem Bedrohungszustand, das können wir jetzt natürlich medizinisch übersetzen, ist immer ein hoher Sympathikotonus bei den Menschen angeschaltet. Der ist immer leicht bedroht. Und das ist in der Realität natürlich häufig gar nicht vorhanden, sondern lediglich in der Narrative deines Modells.


Wenn wir beide hier jetzt sitzen, bist du nicht bedroht. Du bist einfach jetzt gerade überhaupt nicht bedroht. Egal, was auf deinem Konto los ist oder was zu Hause los ist.


Hier sitzt du jetzt gerade mit mir in einem Raum in Berlin-Mitte vor einem Mikrofon bei, keine Ahnung, 21,5 Grad mit einem Glas Wasser daneben. Also du hast keinen Hunger, du hast keinen Durst, du bist nicht bedroht. Du könntest jetzt aber in die Narrative gehen und wieder diese Bedrohung hervorholen.


Tausend Dinge erzählen dir das. Punkt eins. Zweiter Punkt ist, dir wurde immer wieder erzählt, dass du nicht gut genug bist, Nils.


Also zieh die Jacke richtig an früher, damit Mami auch pünktlich dann zur Arbeit kommt und du nicht bei der Kita irgendwie im Weg stehst. Dann ging das weiter in der Schule, da musstest du immer irgendwie sein, musstest irgendwas lernen, irgendwas tun, irgendwie anders sein. Dann ging das weiter, weiß nicht, ob du in einer Religion warst oder in einer Partei oder in irgendeiner Bewegung, wo du auch irgendwie das Ideal nie erfüllen konntest.


Und jetzt kommen noch die ganzen Longevity-Coaches, die sagen, hey Nils, there is a best version of yourself out there. Don't you want to have it? Was heißt das?


The best version of Nils? Heißt, dass die Version, die hier vor mir sitzt, Mist ist. Also dann gibt es immer eine bessere.


Deine jetzige Version ist dann immer nur Sprungbrett für irgendwas in der Zukunft, was du irgendwie erreichen möchtest. Das ist kaufmännisch ein tolles Modell, weil ich dir dann ein Pfad, ein Programm, irgendwas verkaufen kann. Aber natürlich ist das diskreditierend auf dein Gefühl und das schreit natürlich permanent nach Befriedigung, Ersatzbefriedigung.


Und was das immer dann bei dir ausmacht, ob das irgendwelche Süchte wären oder irgendwelche Kompensationsmaßnahmen, dieses sich nicht genug fühlen, immer Mangel sein, ist eine der großen Wurzeln oder Übel der fehlenden emotionalen Gesundheit. Und das dritte ist, dass man dir die Macht abspricht, dass du eigentlich ja absolut in der Kontrolle deines psychomentalen Modells bist. Du kannst 100% entscheiden, was du empfindest.


Die Realität präsentiert dir neutrale Informationen, Regen, Sonne, das ist erstmal neutral. Was du daraus machst, ist deine Bewertung, ist deine Macht. Du kannst immer entscheiden, wie du dich fühlst, immer.


Das hat mit der Außenwelt nicht so wahnsinnig viel zu tun. Das ist die dritte Komponente zur emotionalen Gesundheit. Also sprich, Bedrohung muss weg, Mangel erleben muss irgendwie mal wirklich hinterfragt werden und die eigene Macht oder die eigene Einflussnahme, Gestaltungsmöglichkeit des eigenen Modells ist dir völlig anvertraut und wird immer so getan, als wenn du die Macht nicht hättest, sondern du im Außen irgendwas regeln müsstest.


Du müsstest erst ein Auto kaufen und dann bist du toll oder musst gewisse Klamotten tragen oder musst sonst irgendwas tun, damit du irgendwie was wirst.


[Nils Behrens] (10:57 - 11:43)

Das ist natürlich Quatsch, kannst du alles selber regeln. Du hast da ganz viele Faktoren drin, die natürlich alle für sich sehr interessant sind. Nehmen wir jetzt hier bei dem perfekten Geburtstag.


Ich kann nur wirklich sagen, häufig, wenn wir eine Feier draußen geplant haben und dann auf einmal alle reingehen mussten, waren es die besten Küchenpartys. Von daher meine ich, man hat ja sehr häufig dann andere Faktoren, die da reingehen. Du sagst, man ist nie gut genug.


Ich glaube, das ist ja wirklich etwas, da kann ich mich auch nicht völlig von frei machen, aber das Hochstapler-Syndrom, glaube ich, heißt es ja tatsächlich so, dass man immer wieder glaubt, dass man jeden Augenblick entlarvt wird, dass man eigentlich gar nichts kann. Das ist ja doch ein sehr verbreitetes Syndrom und ich bin da immer wieder überrascht, wenn ich mich mit einigen Menschen darüber unterhalte, die unfassbar erfolgreich sind, die das genauso antreibt.


[Guido Axmann] (11:44 - 13:03)

Ja, ich glaube auch wirklich, das ist jetzt gar nicht so der eine ist richtig, der andere ist falsch. Das machen wir, glaube ich, als Menschheit schon eine ganze Weile. Ja, das ist jetzt nicht irgendwie, auch deine Eltern haben das nicht böse gemeint, die wollten dich auch nur vorbereiten auf das Leben.


Aber grundsätzlich ist es eigentlich, was dann psychologisch passiert, ist eigentlich, dass du in der Situation der Bedrohung, die dir suggeriert wird, auf die einen Rahmen, Rat und Weise, du dann auch nur nicht dich als gut empfindest, du dissoziierst. Letztendlich baust du dir ein Ideal, ich. Dann entsteht auch dieses Hochstapler-Ding, weil alle vorgeben, irgendjemand anderes zu sein.


Irgendwie entweder sportlicher, schneller, reicher, was auch immer. Und da strebt es sich hin, da zieht es sich hin. Das ist wirklich wie eine richtige Psychose, könnte man fast sagen.


Nur, dass wir ihnen nicht diesen Krankheitswert zumessen, weil es einfach alle betrifft. Und in dieser eigentlich Ich-Schwäche, ich gehe aus meinem Selbst heraus, baue mir ein Ideal, ich, das ich natürlich nie erreichen kann, fühle mich dadurch immer ein bisschen defizitär und brauche deswegen immer irgendwas, um da möglichst hinzukommen. Und diese Narrative erzähle ich mir und allen anderen.


Und jetzt, wo wir Instagram haben mit den Fotos, wird sogar noch visuell extrem gelebt. Und eigentlich zerreißt es die Leute. Und das ist, glaube ich, das, wenn wir da zurückkommen zu deiner Frage, emotionale Gesundheit beginnt halt da, wo ich diese Ich-Schwäche auflöse, wieder zu mir zurückkomme und eigentlich da wieder meine eigenen natürlichen Impulse und Bedürfnisse wirklich spüre und mir nicht einrede.


[Nils Behrens] (13:04 - 13:12)

Würdest du sagen, dass dieser Druck, dieses Mindset tatsächlich meine Longevity dann auch bedroht?


[Guido Axmann] (13:12 - 14:06)

Absolut. Also die Angst führt, also die, nochmal, ich dissoziiere im Rahmen dieser Bedrohungssituation und der Mangel des Erlebens. Ich muss irgendwie anders sein.


Das versuche ich zu erreichen. Und das bringt mich natürlich zwar irgendwie scheinbar nach vorne, auf der anderen Seite entfernt es mich von den echten Bedürfnissen. Ich muss permanent irgendetwas tun, machen, was mich irgendwie dahin bringt, was mich aber immer weiter von mir entfernt.


Das heißt, ich weiß gar nicht, was mein echtes Bedürfnis ist. Also wie viele Leute lassen sich, und deswegen dieser Wunsch nach immer, gib mir mal dein schnelles Rezept mit. Was muss ich denn nehmen und was muss ich denn tun, damit das funktioniert?


Die Angst als Grundlage führt nicht zum Erfolg, weil sie versucht ja, dich und dein Leben zu kontrollieren. Du möchtest aber eigentlich in die Lebendigkeit kommen. Du möchtest in die Spontanität.


Du möchtest in das, was du kennst. Dieses Freie, dieses Einfach-Da-Sein. Einfach mit Leuten eine gute Zeit haben.


Das möchtest du haben.


[Nils Behrens] (14:07 - 14:19)

Produzierst aber das Gegenteil. Wenn du sowas identifizierst bei deinen Patienten, Klienten, wie immer du sie gerade nennst, gibt es dann auch so einen Ratschlag, dass du einfach sagst, lass mich mal die sozialen Medien weg? Oder wie hilft man dann solchen Personen?


[Guido Axmann] (14:19 - 15:17)

Ja, auf jeden Fall. Also eben an diesen drei Punkten arbeiten. Wie kriege ich die Bedrohungslage raus?


Das sind manchmal einfach wirklich Reflektionen. Und den meisten hilft es enorm, wenn man aus dieser reinen Narrative, also diesem Sprachdenken, etwas rausgeht und eher in die körperliche Empfindung geht. Häufig haben die Leute in dieser Dissoziation es verlernt, einfach die Dinge so wahrzunehmen, wie sie sind.


Sondern sie sind immer in dieser Narrative, sind immer im Kommentator. Sie verwechseln eigentlich den Spieler. Jetzt haben wir wieder WM, EM.


Also der Kommentator, der da mal rumplappert, ist natürlich nicht der Spieler. Manchmal kommt es einem so vor, als wenn sie da mitspielen würden, tun sie das natürlich nicht. Und genauso ist da im Kopf einer, der dir immer irgendwas erzählt, dich aber eigentlich davon abhält, das zu erleben, was hier wirklich um dich herum passiert.


Und das ist Teil des Programms. Das ist eigentlich ein Anti-Brainwashing-Programm, das man im Bereich des Longevity-Mindsets fahren muss. Raus aus der Bedrohung, raus aus dem Mangelerleben, hin zu sich selber und einfach mal wieder spüren, was mir wichtig ist.


[Nils Behrens] (15:18 - 15:48)

Ich finde es ganz interessant, dass du das nochmal so heraussagst, was einem wichtig ist. Weil wenn einem wichtig ist, dass man absolut die größte Yacht hat, die jetzt gerade im Hafen liegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass dann doch irgendwann doch nochmal eine größere kommt, doch durchaus gegeben, sage ich mal so. Und ich glaube, das ist, mein Freund Florian Langscheid, der sagt das immer sehr häufig in seinen Vorträgen über das Glück, also über das Glücklichsein, dass wahrscheinlich der größte Zerstörer von Glück Neid ist.


Also in dem Augenblick, wenn dich das tangiert, dass deine Yacht nicht mehr die größte ist, die im Hafen liegt, dann ist sie auch nichts mehr wert.


[Guido Axmann] (15:49 - 17:15)

Ja, und wie gesagt, an der Yacht alleine kann ich es nicht ausmachen. Ich kann eine Yacht besitzen aus Freude. Also es ist häufig nicht der Fall, wenn wir die Yachtbesitzer kennenlernen, es ist häufig nicht so, dass das pure Freude ist, sondern es ist eben, wer hat den längsten?


Na klar, logisch. Aber natürlich kann ich das erstmal nicht ausmachen. Es gibt ja jemand, der mit seiner Yacht unterwegs ist, das einfach die Wellen genießt, den Wind genießt, tolle Sachen macht, gute Feiern macht, lustige Leute trifft und das ist alles wunderbar, ja.


Aber das Gros ist häufig da, weil sie eben das Ich, das Selbstverlassen haben, jetzt ein Ideal ich projizieren, damit erhoffen sich eine Art von Status zu erarbeiten, was ja schon schwachsinnig in sich ist, aus diesem Mangelerleben heraus etwas Besonderes plötzlich sein zu müssen. Auch dieser Schwachsinn, den wir heutzutage von Anfang an hören, häufig sogar von unseren Eltern. Hey Nils, du bist was Besonderes.


Nils, du bist zwar einzigartig, ja, logisch, aber du bist eine Zelle in diesem Organismus. Das wäre so, als wenn die Leberzelle dauernd irgendwie rumspuckt und sagt, ich bin die geilste Leberzelle aller Zeiten. Das ist völlig irrelevant.


Du sollst einfach nur deine Rolle einfüllen, dein Leben leben, Teil dieses Organismus sein, sich verbunden fühlen mit dem Ganzen. Und natürlich hilft die Leberzelle der Hirnzelle und die Hirnzelle der Leberzelle. Aber die reden ja auch nicht daran, ich bin das Hirn, ich finde das Essen oder der Magen sagt, ich besorge euch das Zeug, damit ihr überhaupt leben könnt.


Totaler Quatsch. Also es ist ein Organismus. Und wenn du jetzt besonders sein willst und meinst, du kannst durch die Yacht und die Fotos von der Yacht irgendwie besonders sein, dann bist du halt auf dem Holzweg.


[Nils Behrens] (17:16 - 17:48)

Du hast es so angesprochen, dieses Thema Selbstoptimierung. Und ich würde mal sagen, am Anfang meiner Karriere war mein Teil der Selbstoptimierung, dass ich ganz viele von diesen Karrierebüchern auch gelesen habe. Und eins von dem, was ich würde sagen, mit am meisten hängen geblieben ist, ist eins über das damals ein neu aufkommenden Begriff der emotionalen Intelligenz.


Und ich finde, wenn wir jetzt über das Thema emotionale Gesundheit reden, ist natürlich der Weg zu einem Thema emotionale Intelligenz auch sehr nahe da. Inwieweit spielt das für dich eine Rolle im Zusammenhang mit dem Longevity Mindset?


[Guido Axmann] (17:48 - 19:31)

Ja, also emotionale Intelligenz, damals aufkommend, hat ja häufig irgendwie mit viel Empathie und Mitgefühl zu tun. Ich halte es für in dem Sinne schwierig. Also ja, hat seine Berechtigung auf gewisse Art.


Wenn ich jetzt wieder beim Selbst anfange, ich dissoziiere mich, baue das Ideal ich, dann brauche ich natürlich irgendwie Empathie, um mit dieser ganzen dissoziierten Situation umzugehen. Echte emotionale Intelligenz würde ich darauf zurückführen, dass ich eigentlich weiß, emotional weiß, jetzt nicht irgendwie nur kognitiv, sondern emotional weiß, dass die Realität mir neutrale Informationen präsentiert. Alles.


Regen, Sonne, Hitze, Kälte, Erfolg, Niederlage oder Gewinn, Verlust, wird alles präsentiert. Und ich in meinem Modell bewerte. Ich leide nie unter der Information.


Ich leide immer unter der Bewertung. Und du bekommst keine Situation präsentiert, die du nicht händeln könntest. Das ist so vorgesehen.


Sonst würde das Ding nicht funktionieren, was wir Leben nennen. Und in diesem Bewusstsein, das würde ich emotionale Intelligenz nennen. Dass du entscheidest, wie du interpretierst und damit eigentlich die Intelligenz hast, mit deinen Emotionen umzugehen.


Du bist nicht Opfer deiner Emotionen. Das ist nur, wenn du eben nicht diesen Schritt verstanden hast oder nicht verinnerlicht hast und immer darauf abhängig bist, wie du es in der Bewertung wahrnimmst und oder wie andere dich sehen. Dann bist du immer gefangen und dann brauchst du Empathie und Mitgefühl.


Das brauchst du aber nicht, wenn du deine Bedürfnisse kennst, bei dir selber bist, die Realität wahrnimmst und spürst, wohin dich der nächste Schritt bringt.


[Nils Behrens] (19:32 - 20:15)

Du hast in deiner ersten Ausführung der drei Faktoren auch das Thema Stress einmal angesprochen. Wir alle wissen, dass Stress grundsätzlich erst mal schlecht sein kann, aber auch nicht sein muss. Eigentlich ist es ja auch gut, wenn wir dann positiven Stress auch mal empfinden können.


Oder würdest du generell sagen, im Zusammenhang mit dem Longevity Mindset, ist Stress nicht ideal? Ich war neulich ganz überrascht. Es war tatsächlich sogar ein Beitrag von Brian Johnson, der sagte, dass man idealerweise gar nicht in der Anspannungsphase ist.


Ich hatte das immer persönlich eher als so ein Pendel gesehen, was im Idealfall hin und her schwingt. Wie ist dein Zugang oder Meinung dazu?


[Guido Axmann] (20:15 - 23:28)

Zu Brian Johnson kommen wir vielleicht noch. Aber vielleicht erst mal zu deiner Frage. Wenn wir mal weglassen, dass es natürlich EuStress gibt.


Der Mensch wächst ausschließlich an der Grenze zwischen Challenge und Unterstützung. Zu viel Überforderung, kann dich in den Breakdown bringen, macht dich einfach nur lahm und lazy. Sprich, du brauchst diese Challenge.


In diesem Moment gibt es natürlich einen Arousal, den könnte man auch als Stress bezeichnen. Ein geiles Autorennen fahren ist super, aber ist natürlich stressig. Ob das per se irgendwo auch noch eine Kaskade triggert, die gewisse negative Folgen hat, würde ich nicht sagen.


Wenn wir die andere Seite des Stresses in den Griff kriegen würden, den Distress. Wo kommt der her? Der kommt, wie schon angesprochen, wenn du dich als bedroht erlebst.


Obwohl du es eigentlich gar nicht bist. Sprich, du kriegst die Reaktion, steht ein Tiger um die Ecke, ist aber gar keiner da. Dann entsteht aber körperlich genau die gleiche Reaktion, als wenn der Tiger da wäre.


Die Reaktion des Körpers ist ja brillant. Die schaltet das Hirn aus, macht schwarz-weiß denken, Flucht, Fluch, Angriff, Freeze usw. Und sorgt dafür, dass du erstmal dich aus dem Staub machst, wenn der Tiger um die Ecke kommt.


Wenn du das aber jetzt jedes Mal tust, weil dein Handy klingelt oder eine Message kommt, oder im Autoverkehr jemand zu langsam oder einfach auch nur im Tempolimit fährt, und du jedes Mal dich aufregst, dann hast du natürlich ein Problem. Und dieses sich bedroht fühlen ist das Problem. Da haben einige diese Grundanspannung permanent.


Sie fühlen sich eigentlich immer bedroht. Schlagen die Nachrichten auf, fühlen sich bedroht. Reden mit jemandem, und das ist so schlecht, und das passiert hier, und die Überfremdung, und das und jenes.


Und da hat jeder, der dir irgendwas verkaufen will, seine Narrative für dich parat. Die Grünen machen es mit dem Klimawandel. Die AfD macht es mit der Überfremdung.


Die Linken machen es mit dem Kapitalismus. Und alle haben ihre Narrative, warum du natürlich bedroht bist und warum du jetzt einem Regelwerk folgen solltest. Und das löst Stress aus.


Kann man Stress trainieren? Kann man Stress bewältigen? Ja, auf jeden Fall.


Ein absolutes, probates Mittel, das ich allen meinen Klienten empfehle, ist tatsächlich das Eisbad. Ins Eisbad gehen ist mal neben der reinen Thermoregulation und den ganzen vasomotorischen Trainingseinheiten, das perfekte Stresstraining, das ich bisher gefunden habe. Sprich, du gehst kontrolliert ins Eis, und bei jedem wird eine hundertprozentige, sympathische Reaktion ausgelöst.


Immer kommt der Fluchtreflex. Du willst da raus. Und du bringst deinem System bei, über eine Ausatmung, über ein Mindset, den du dir vor, mit dem du dich mit dieser Situation beschäftigst, und dann da reingehst, bringst du deinem Körper bei, dass du einfach hier bleibst.


Nach der Anfangsphase des Adrenalins kommt das Dopamin. Alles gut. Im Eis ist dann alles gut.


Aber du musst einmal durch die Welle durch. Und das kannst du natürlich sowohl Geist und Körper trainieren lassen, und das kannst du auch dann im Alltag anwenden. Kommt ein Stress, du atmest aus, schaust dir das an, gehst ins Gespür, stellst fest, bist du wirklich bedroht, bist du es nicht.


Weil wenn du meistens bedroht bist, dann musst du gar nicht nachdenken, dann bist du es ja eh. Sprich, Auto kommt vor, du springst zur Seite, musst du nicht groß denken. Das ist immer schnell gelöst.


Aber alles andere ist eigentlich immer eine Fehlwahrnehmung.


[Nils Behrens] (23:29 - 23:34)

Wo gehe ich denn in die Eisbaden? Ich habe so eine Eiswanne, die leider nur im Winter funktioniert, wenn es draußen auch kalt ist.


[Guido Axmann] (23:37 - 24:09)

Also Winter ist natürlich ganz einfach, logisch, Seen, Flüsse und so weiter. Es gibt die ganze Profi-Version. Einige unserer Klienten, die haben wirklich den Monkey zu Hause.


Das ist quasi eigentlich wirklich eine Tiefkehltruhe, die permanent betrieben wird, wenn du das jeden Tag machst. Also das ist die absolute Profi-Version. Davon gibt es natürlich Unterversionen.


Du kannst dir in einem meistens Großstadtraum immer Eis bringen lassen. In Berlin gibt es den Iceman, der bestellt. Da kannst du online bestellen, der bringt dir 10, 20, 30 Kilo Eis vorbei, machst in die Badewanne oder in deine Wanne auf dem Balkon.


Ist wirklich eigentlich kein Thema. Also kann man machen.


[Nils Behrens] (24:11 - 24:13)

Okay. Werde ich mal wieder mit aufnehmen.


[Guido Axmann] (24:14 - 24:35)

Nimm es mal unter dem Aspekt des Stresstraining. Unter dem Aspekt macht man es häufig nicht. Aber dieses ins Eis gehen, du merkst, alles drängt dich weg und du atmest aus und sagst, ist keine Gefahr.


Ich weiß, die Kälte ist nicht das Problem für meinen Körper. Ich bin nicht bedroht. Ich kann hier bleiben und plötzlich schaltet sich alles an und alles wird gut.


[Nils Behrens] (24:36 - 24:50)

Ich habe 2017 mal Wim Hof kennengelernt, bevor er eigentlich so fame wurde. Und seitdem dusche ich nur noch kalt. Und ich könnte mittlerweile einen Reiseführer darüber schreiben, wo es die kältesten Duschen gibt, weil es ist schon ein Unterschied zwischen kalt und sehr kalt.


[Guido Axmann] (24:51 - 24:58)

Das ist sehr enttäuschend, wenn ein Hotel das nicht hinkriegt, dass die Duschen kalt sind. Manchmal haben sie ja keine 18 Grad. Schrecklich.


[Nils Behrens] (24:58 - 25:38)

Meine Dusche zu Hause ist leider auch nicht richtig, richtig kalt. Also ich würde sagen, jeder normale Mensch würde sagen, die ist kalt. Aber ich würde sagen, nein, da geht noch was.


Da geht noch einiges. Zumindest ist der Wille da und ich genieße die Kälte sehr und ich genieße aber auch die Hitze sehr. Ich finde beides für sich sehr, sehr gut.


Aber danke für diesen Tipp. Wenn wir jetzt mal generell wieder zu diesem Thema der mentalen Resilienz kommen und wir müssen davon ausgehen, dass nicht alle unsere HörerInnen mit den ganzen Vokabeln hier vertraut sind. Vielleicht kannst du einmal für uns nochmal das Thema Resilienz definieren und dann aber auch deren Bedeutung nochmal herausstellen.


[Guido Axmann] (25:38 - 26:48)

Ja, mental von mens, Geist kommt. Also etwas Geistiges oder auch letztendlich nicht Materielles, meint man damit. Mental und Resilienz heißt Widerstandsfähigkeit oder Widerstandsfähigkeit auch übersetzt ist ja im Wesentlichen, wenn wir jetzt mal bis zu Darwin zurück gucken, ist Widerstandsfähigkeit eigentlich eine Anpassungsfähigkeit.


Also wenn ich mich besser anpassen kann, bin ich resilienter. Bin ich widerstandsfähiger. Das heißt wird es draußen kalt und mein Körper kann mit der Kälte gut umgehen bin ich widerstandsfähiger und habe weniger Krankheiten.


Genauso ist es wie wenn mich Viren anfliegen, mein Immunsystem ist gut trainiert, dementsprechend passiert dann weniger. Und genauso ist es mental. Wenn ich verstanden habe oder verinnerlicht habe, dass viele der sogenannten Stressoren, die mich bedrohen könnten, nur Pseudostressoren sind, weil sie in einer Narrative sind, die ich mir erzähle oder die andere mir erzählt haben, dann kann ich mentale Resilienz entwickeln, indem ich diese Wahrnehmung, die ich ja alleine beherrsche, ich entscheide ja, wie ich Sachen wahrnehme.


Das hatten wir schon. Also ich bewerte irgendeine Situation die kann ich ändern. Ich kann nicht immer das Außen verändern.


Ich kann nicht jetzt über Nacht dafür sorgen, dass ich eine Million Euro auf meinem Konto habe. Das geht nicht sofort.


[Nils Behrens] (26:48 - 26:48)

Schade.

 


[Guido Axmann] (26:49 - 26:59)

Ja, ich finde es sogar fast ganz gut, weil stell dir mal vor, es wäre so. Was wäre dann los? Katastrophe.


Dann würden alle durchdrehen. Dann würden die Friedrichstraße voll sein mit G-Klassen.


[Nils Behrens] (27:00 - 27:00)

Siehe schon.


[Guido Axmann] (27:01 - 27:34)

Genau. Und ich kann aber immer die Bewertung des Ganzen wahrnehmen. Und das am Ende führt zu meiner mentalen Resilienz.


Wenn ich nicht mehr sozusagen Opfer dieses direkten der Wahrnehmung, die Information fließt rein, egal jetzt ob Auge, Ohr oder Gedanke und ich muss sofort reagieren. Und wenn ich da eine kleine Lücke zwischen kriege, dann hilft mir das in meiner Resilienz. Das heißt, ich habe eine größere Bandbreite von potenziell herausfordernden Situationen, denen ich aber relativ gelassen begegne. Ich bleibe cool, zu deutsch.


[Nils Behrens] (27:36 - 28:24)

Ich finde das ganz interessant. Wir haben ja beide diesen Auro-Ring, nicht bezahlte Werbung, und da gibt es ja seit ich glaube seit einem halben Jahr oder so ist jetzt das neue Feature auch drin, Resilienz.


Ich bin ein bisschen enttäuscht, muss ich immer sagen, weil ich bin immer nur durchschnittlich. Ich bin ja ungern durchschnittlich. Ich mache das immer an den beiden Faktoren fest, der Tagesverfassung und dem Schlaf unter anderem und dann eben halt den Stress, den man dann so ausgesetzt hat.


Bei mir ist tatsächlich das Thema Stress Level dann doch häufig zu hoch und wenn dann einer der beiden Faktoren, wie die HRV am Tag oder der Schlaf in der Nacht dann wegfällt oder nicht ideal sind, dann komme ich ganz kurz in stark rein und dann falle ich wieder runter auf durchschnittlich. Und macht uns sowas nicht auch Stress im Zweifelsfall?


[Guido Axmann] (28:25 - 30:50)

Ja, also du sprichst jetzt das Thema Schlaf an und Schlaf ist eben nicht so trainierbar wie Ausdauer und Kraftsport. Da kann ich mir Einheiten machen und dann sehe ich relativ Ursache, Wirkung liegt da relativ nah beieinander. Schlaf ist ja so ein Stück weit anders.


Schlaf ist ja irgendwie mehr wie eine Zärtlichkeit und eine Sinnlichkeit. Das ist wie so ein scheuer Vogel, der auch schnell wegfliegt, wenn man ihn zu sehr greifen will. Also sprich, man muss ihn eigentlich nicht wollen und dann passiert er.


Das kennen wir schon, wenn wir Kind sind und nicht so richtig einschlafen können und Mami ein Lied singen muss oder wer auch immer. Und dann habe ich halt diese Gefahr, die du ansprichst, wenn ich jetzt wieder aus dem, ich sag mal dem Anti-Longevity-Mindset denke heraus, also aus Angst basiert, ich müsste jetzt was kontrollieren, dann komme ich in so einen Teufelskreis rein. Also wenn ich da meine Resilienzwerte sehe, die angeblich schlecht sind, durchschnittlich oder durchschnittlich sind, dann kann das natürlich weiterhin, oder nehmen wir einfach nur die normalen Schlafwerte, du willst jetzt unbedingt deine Deep Sleep-Phase erhöhen, das ist dann gar nicht so einfach.


Da kann man sicherlich viele Dinge tun, aber jetzt dogmatisch und du hast ihn vorhin schon erwähnt, jetzt Brian Johnson mit einem absoluten militärischen Protokoll da ranzugehen, was dir am Ende die Lebendigkeit nimmt, halte ich wiederum nicht für ratsam im Big Picture. Also klar kann ich meine Schlafwerte optimieren und ich glaube auch, dass ich eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit damit vielleicht herstellen kann, aber erhöht es meine Lebendigkeit, erhöht es meine Spontanität, ist das wirklich meine Lebensfreude? Ich würde sagen, wenn Schlafoptimierung zu einer mehr Lebendigkeit führt, bist du auf dem richtigen Weg, wenn Schlafoptimierung nur zu Stress und jetzt habe ich wieder nicht geschlafen führt, dann hast du ein Problem.


Ein schlechter Schlaf, eine Nacht schlechter Schlaf bringt dich auch nicht um. Dennoch glaube ich, haben wir und wir sind der Jahrgang, wo man noch gedacht hat, dass man schlafen kann, wenn man tot ist. Also ich glaube, wir haben noch diesen Switch, überhaupt Schlaf zu priorisieren, merke ich auch bei mir immer wieder.


Die Maschine anzuschalten und dann so einen Tag durchzumetern, das ist irgendwie gelernt, so sind wir groß geworden, so sind wir sozialisiert und da zu sagen, nee, ich achte ganz gezielt auf meine Ruhepausen, das ist absolut ratsam und sich auch einfach mal zwischendurch hinzulegen, da spricht überhaupt nichts gegen, mal kurz raus zu gehen, sich hinzulegen, wenn man Erholung braucht. Bleib kreativ, bleib lebendig, bleib spontan, versuch es jetzt nur nicht alles so einzuordnen, wie du dein ganzes Leben in eine reine Checklist verwandelst, dafür sind wir nicht auf diesem Planeten.


[Nils Behrens] (30:51 - 31:53)

Brian Johnson haben wir jetzt schon mehrfach erwähnt, das ist ja ein Multimillionär aus den USA, der ich glaube mindestens zwei Millionen pro Jahr dafür ausgibt, um eben halt im Idealfall nicht zu sterben. Er hat jetzt gerade ganz stolz gepostet, dass er in einem Jahr nicht ein Jahr älter wird, sondern nur 0,64 Jahre, das heißt also der macht alles, um eben halt sein Longevity-Game zu optimieren und im Idealfall niemals zu sterben. Was ich so interessant finde ist, wenn man sich die längste Longevity-Studie der Welt anschaut, die Harvard Grand Study, dann kommt hier offen ganz klar nur ein Hauptfaktor für gesundes Alter oder ein langes Leben und das sind gute soziale Bindungen, gute soziale Kontakte, du sprachst eben an, dass die Mutter auch da ist und einen in den Schlaf singt und das macht meine Mutter zugegeben haben sie mich jetzt nicht mehr in meinem Alter, aber nichtsdestotrotz habe ich eben halt ein sehr gutes soziales Netzwerk. Da frage ich mich, bei so einem Brian Johnson jetzt gesprochen, wie das denn eigentlich mit dem Longevity-Game zusammengeht, weil ich kann mir gut vorstellen, dass das, was der so macht, sehr sozial unkompatibel ist, muss man ja wirklich so sagen.


[Guido Axmann] (31:54 - 32:06)

Ja, es ist jetzt wirklich in dem Sinne schwer, über Brian Johnson zu urteilen oder zu sprechen, ohne ihn jetzt wirklich persönlich zu kennen. Ich kenne halt auch nur das, was er uns dazu kommuniziert und ich glaube, da ist natürlich wie immer viel Marketing dabei. Die 2 Millionen ist ein super Marketing-Budget.


[Nils Behrens] (32:07 - 32:13)

Wir müssen ja gar nicht über Brian Johnson im Schiedsrhein sprechen, aber lass uns doch mal über die Bedeutung der guten sozialen Kontakte sprechen.


[Guido Axmann] (32:13 - 34:06)

Absolut wichtig, jetzt muss man bei den sozialen Bedingungen, es ist ja auch so eine Plattitüde, also irgendwie weiß, glaube ich, jeder, Blue Zone und so weiter, soziale Bindungen sind absolut wichtig und eines unserer größten gesellschaftlichen Probleme ist die Einsamkeit. Jetzt muss man ein bisschen wieder auf die Ursache gucken. Also wenn ich wieder da bin, ich weiß nicht, wer ich bin, ich habe mich dissoziiert, ich will so ein Ideal, da bin ich natürlich per se schon einsam.


Ich fühle mich ja immer im Mangel. Ich bin ja nicht der, der ich sein möchte. Ich gehe abends ins Bett und denke, ich war schon wieder nicht der.


Ich stehe morgens, aufgucke in den Spiegel und sage, ich bin schon wieder nicht der, der ich eigentlich sein möchte. Und wenn jetzt die soziale Bindung oder die soziale Beziehung ins Spiel kommt, das ideale Ich ist gar nicht in der Lage, echte soziale Bindung auszuprägen. Dann treffen sich Leute und haben diesen üblichen Chitchat miteinander über ihre, bei den Jungs ist es mal mein Yacht, mein Motorrad, mein Auto so ungefähr und bei Mädels sind es halt andere Themen, aber im großen Ganzen interagieren dort gar keine Menschen.


Der kennt sein Ich nicht und damit kann er das Du auch gar nicht begegnen. Echte Wir-Bildung. Also wenn wir beide zusammensitzen, wir beide ganz bei uns sind, dann können wir zusammen eine Beziehung eingehen und das ist das, wofür wir hier sind.


Wir sind alle tiefsoziale Wesen, wie eben schon die ernannte Zelle im Organismus. Wir wollen Teil des großen Ganzen sein. Wir wollen uns als das Ganze auch fühlen, dass man spricht auch von Verbundenheit, dieses Connected sein.


Psychedelics führen in einen Zustand, wo die Connectedheit spürbar ist und das kann ich natürlich im Menschen. Wenn du sehr bei dir bist und ich jetzt sehr dissoziiert bin, hilft mir das, weil du mich einfach wieder auf den Stück weit in die Menschlichkeit zurückholst. Und das ist häufig, glaube ich, auch die Rolle des eigentlichen Therapeuten, dass er dir dabei hilft, einfach wieder zu dir zurückzufinden und nicht dieses Ideal ich zu bedienen und dir noch einen draufzulegen.


Hey, du musst noch fünf Kilo abnehmen, musst noch drei Stunden mehr schlafen, musst noch VO2 Max auch nochmal um hier zehn Punkte verbessern. Das kann nicht die Rolle des Therapeuten sein.


[Nils Behrens] (34:07 - 35:30)

Das ist tatsächlich eins der großen Corona Gewinne bei mir, in meinem Fall. Ich war wahnsinnig viel auf Veranstaltungen und immer so diese ganzen Red Carpet Events. Ich habe dann irgendwann gesagt, ich sehe meine Red Carpet Freunde mehr als meine echten.


Und als dann Corona losging, hat man dann gemerkt, dass A, natürlich keine Red Carpet Veranstaltungen mehr da sind, aber auch B, dass man mit vielen von seinen Freunden nicht mehr diesen regelmäßigen Austausch hat. Und das ist etwas, was ich seitdem wieder ganz stark betrieben habe. Zum Glück habe ich, Großteil meiner Freunde sind eben halt schon seit 20, 30 Jahren eben halt treu.


Von daher ist es nicht so, dass man die jetzt irgendwie verloren hat, weil man sie vernachlässigt hat, aber wie viel mehr es ausmacht, wenn wir jetzt Freunde wären, enge Freunde wären und wir haben uns jetzt ein halbes Jahr nicht gesehen, dann würde ich jetzt mal sagen, wie geht's? Wenn wir uns aber jede Woche sehen oder vielleicht telefonieren oder sonst was, dann würde ich sagen, sag mal, wie ist denn jetzt eigentlich die Präsentation der letzte Woche bei euch gelaufen? Und das bringt es natürlich auf eine ganz andere Qualität der Beziehung, weil man natürlich dann auch viel offener redet, weil wenn ich dich jetzt einfach nach einem halben Jahr sehe und sage, wie geht's?


Dann ist je nachdem, was für ein Typ ist, kann natürlich auch schnell sein, dass wir dann auch erstmal, alles super und das habe ich toll und das und keine Ahnung was, während man eben halt, wenn man tatsächlich die ganze Zeit so dicht an jemandem dran ist, man natürlich dann auch viel offener seinen Austausch hat und ich finde diese Qualität, diese Qualität des regelmäßigen Austauschs mit seinen guten Freunden, die bringt es natürlich nochmal auf ein ganz anderes Level.


[Guido Axmann] (35:31 - 37:22)

Es gibt natürlich alle Formen, du kennst es auch, dass du in einen scheinbar Fremden triffst und eine sehr tiefe Begegnung hat, auch das kann passieren, kann im Flugzeug passieren, man sitzt neben jemandem und plötzlich ist der sehr bei sich, man selber auch und man erwischt sich in Momenten, wo man wirklich sehr, sehr tief geht, obwohl man so viel mit Freunden nicht, also ich glaube alle Spielarten da und das ist ja eben dieses Faszinierende, dieses Organismus, damit mache ich nicht nur rein die Menschheit, sondern wirklich alles. Wenn wir Teil des Ganzen sind, dann passieren genau diese Dinge. Ich muss natürlich immer wieder nur gucken, wo ist diese, wo ist die Lebenskraft, die ich da spüre und bei einigen Freunden kennst du es auch, da spürt man manchmal so, den sehe ich jetzt lieber nicht und das ist auch durchaus gut, weil nicht alles ist unbedingt immer förderlich, weil also man kann nicht immer so pauschal sagen, sozial gleich immer gut, viele soziale Beziehungen sind auch irgendwo letztendlich, wenn sie weiterhin diese Bedrohung fördern und dieses ganze Gemecker und das Gejammer und so und du gehst da rein und denkst dir, verdammt, was war denn das für ein Abend, da irgendwie alles, kommst raus, fühlst dich komplett ausgelaucht, das war dann nicht unbedingt das Förderliche und das spürst du aber eigentlich, kannst eigentlich immer spüren, geht es hier in die Lebendigkeit oder geht es eigentlich raus? Geht es in irgendeine Kontrolle und dann versteift man sich in die Narrativen und das müsste man alles anders machen und die da oben und die da unten und alles falsch und so weiter, dann bin ich halt komplett in den Narrativen und während ich in der Lebendigkeit bin, dann kommt die Freude, der Humor, man umarmt sich mal, man macht lustige Sachen, das ist nicht so geplant, man macht was Spontanes, das ist dann, das glaube ich, das ist das Nahrhafte. Das gab es auch in der Corona-Zeit wunderbar, wir waren auf dem Land, trotz Versammlungsverbot, da waren mehrere Nachbarn da, wir haben ums Feuer getanzt, das war eine Zeit, die war großartig, ich glaube, unsere Kinder werden das in Erinnerung behalten als die schönste Zeit ihrer Schulfrei und ums Feuer tanzen mit netten Freunden, das war großartig.


[Nils Behrens] (37:22 - 37:43)

Du hast es gerade gesagt, man spürt das auch und in diesem Zusammenhang kommt ja immer wieder auch so ein Begriff, der gefühlt jetzt sehr groß geworden ist, das Thema Selbstfürsorge. Du hast es auch schon mal kurz angesprochen, dass man auch darauf achten muss, dass man seinen Schlaf priorisiert und allem drumherum. Aber wie würdest du jetzt so insgesamt dieses Thema Selbstfürsorge gegenüber deinen Klienten auch so priorisieren?


[Guido Axmann] (37:44 - 39:03)

Ich glaube, Selbstfürsorge kommt aus dem Symptombekämpfungs-Mindset der konventionellen Medizin, nur jetzt auf der mentalen Seite. So wie ich die Aspirin nehme, um eine Ethanolvergiftung oder die Auswirkung einer Ethanolvergiftung zu bekämpfen, sprich den Kater nicht zu spüren, so kann ich durch Selbstfürsorge versuchen, diesen dissoziierten Zustand, dieses Mangelerleben zu übertünchen. Das ist dann so, die ich-schwachen Menschen, die diesem Idealicht hinterherlaufen, erkennen dann im Ideal - Ich, dass sie mal was für ihr anderes selbst tun sollen.


Das ist ein schizophrener Zustand geradezu, psychotisch. Also sprich, das ist Ausdruck dessen, dass da jemand natürlich nicht bei sich ist und sich deswegen selbstfürsorge. Wie soll denn das gehen?


Wer soll denn für mich sorgen, wenn ich nicht schon außerhalb mir bin? Also ich würde ja nicht über mich als Selbstfürsorge sprechen, wenn ich ganz in meinem Selbst bin, meine Bedürfnisse kenne und logischerweise das Selbst für sich selbst sorgt. Also sprich, ich glaube da müssten wir ehrlich werden und müssen sagen, wir müssen den Leuten nicht Selbstfürsorge verordnen, sondern wir müssen diese Psychose durchbrechen und sagen, komm, das was du da gebaut hast, das lass mal sein, diese Projektion, und komm mal ganz zurück.


Und das ist dann natürlich irgendwo auch Selbstfürsorge, aber der Begriff, glaube ich, passt da nicht mehr, weil du bist einfach nur wieder du selbst und dann musst du auch keine Selbstfürsorge betreiben.


[Nils Behrens] (39:03 - 39:27)

Sehr interessant, sehr interessant. Ich habe das für mich, auch wenn ich es nicht als Selbstfürsorge sehen würde, aber ich habe es auf dem Jakobsweg wirklich gemerkt, wo man mal wirklich frei von, nicht frei von äußeren Einflüssen, aber du bist frei natürlich von diesem ständigen Beschaltwerden und ich habe es zumindest so ausgeschaltet und dann einfach wirklich mal über mehrere Stunden mit seinen Gedanken allein zu sein. Und da merkt man dann einfach so, es war für mich wirklich, als ob ich einen alten Freund mal wieder getroffen habe, der den ich lange nicht gesehen habe.


[Guido Axmann] (39:28 - 40:02)

Ja, und das meine ich eben, dieses, man spricht ja auch von Entfremdung, du bist man selber auch, ich will mich da immer komplett mit einreihen, wenn ich hier arrogant drüber sitze und sage, das kenne ich nicht, das alles durchlebt immer wieder, aber natürlich erkennt man die Muster dann immer mehr. Und dieses Entfremdungsmoment, das kannst du, das sorgt für all diese gesamte Spannung, diesen ganzen Druck, der da ist und wenn ich das mal sein lasse, dann merke ich eigentlich, dass das meiste ganz gut ist. Ich vermute nicht, dass du auf dem Jakobsweg dann, wenn du das zulassen konntest, ein echtes Mangelerleben hattest.


Wahrscheinlich alles gut.


[Nils Behrens] (40:03 - 40:34)

Wunderbar, wunderbar. Ein anderes, ich weiß gar nicht so genau, ob ich so negative Buzz-word nennen würde, aber ein Phänomen, was man in letzter Zeit immer mehr hat, ist das Thema der positiven Psychologie. Und ich glaube, auch darüber habe ich sogar schon mal einen ganzen eigenen Podcast gemacht, aber wie würdest du das einordnen?


Also ich glaube, nach all dem, was du jetzt heute schon gesagt hast, ist natürlich von der Priorisierung schon da, aber wenn du jetzt einfach mal auf das schaust, was jetzt so als positive Psychologie dann auch, sage ich mal, sowas so in den Medien präsent ist.


[Guido Axmann] (40:36 - 42:20)

Ähnlich wie die Selbstfürsorge, glaube ich, ist es ein, ist es geboren aus dieser schon krankhaften oder pathologischen Situation heraus. Also die positive Psychologie verschlimmert eigentlich das Problem, meiner Meinung nach, wenn man sie wirklich so ernst nehmen würde. Ich glaube nochmal, du kriegst aus der Realität, erster Ordnung, also das hier, Tische, Stühle, was es also gibt, Informationen, einfach Signale, auditive, visuelle, Geruch, Geschmack, Tastsinn.


Du baust daraus ein Modell, in der lebst du, ist deine gelebte Wirklichkeit, Wirklichkeit zweiter Ordnung, in der du die Deutungshoheit hast. Du allein. Ich kann dir da nicht reinfunken, Nils.


Ich kann das zwar als Elternteil immer versuchen und das nimmst du auch mit rein, aber letztendlich entscheidest du das, ja oder? Ich nicht, aber deine Eltern, deine Teachers, Preachers haben dir da alle möglichen Sachen rein und du hörst auch zum Teil ja noch andere Stimmen, wenn du die nicht rausgeschmissen hast. Also sprich in deinem Modell spukt einiges rum.


Und wenn du verstehst, dass das da im Grunde neutral ist, dann musst du das nicht irgendwie dir positiv reden oder mit Suggestionen arbeiten oder ähnliches. Das ist letztendlich, das funktioniert, aber es ist manipulativ. Und ich glaube, das führt die Leute eher letztendlich, on the long run, eher weiter von sich weg als zu sich hin.


Das ist mein Ding, weil am Ende wird dir das so präsentiert, wie es ist und du machst damit, was du machst. Und wenn du, was wir schon hatten bei der emotionalen Intelligenz, wenn du weißt, dass du entscheiden kannst, wie du deine Emotionen sich letztendlich gestalten, indem du die Bewertung veränderst oder die Bewertung sein lässt, auf dem Jakobsweg die plappernde Stimme einfach mal plappern lässt, dann bist du, dann brauchst du da nichts positiv reden, du musst nichts negativ reden. Also beide Richtungen funktionieren, ich weiß nicht, immer polarisieren.


[Nils Behrens] (42:20 - 42:41)

Du gibst immer die perfekten Vorgaben. Plappernde Stimme ist das Nächste. Das Thema Meditation, es wird ja im Zusammenhang mit Stressbewältigung oder emotionaler Mindset auch sehr häufig das Thema Meditation angesprochen.


Und wie ist da so dein persönlicher Zugang und wie arbeitest du damit auch zusammen mit deinen Klienten?


[Guido Axmann] (42:42 - 44:45)

Halte ich wirklich für hochrelevant. Also ich glaube, egal ob man jetzt welche Form man wählt, gibt ja etliche Formen, Arten, Vipassana, Shamatha, Tibetisch, Zen, was auch immer, religiös konnotiert oder nicht. Aber wenn wir rein dieses wirklich mal ganz mechanistisch betrachten, dass du wie so ein Glas Wasser, wenn das jetzt hier mit irgendwie Schlamm versetzt ist oder irgendwelchen Steinchen und ich würde das aufrühren und rühre darin und es ist immer trübe.


Wenn ich es dann einfach hinstelle und einfach mal die Dinger sich setzen lasse, dann wird das relativ klar. Dann ist zwar unten Belag drin, aber das Wasser ist klar und so ähnlich ist dein Geist auch. Wenn du die Stimme einfach mal reden lässt, du sollst sie ja gar nicht unterdrücken, du lässt sie einfach mal plappern, du lässt alles mal reinkommen, du lässt alles so wie es ist, du lernst mal, wie es ist, es nicht zu bewerten in dem Moment, dann merkst du, wie du bei deinem Selbst ankommst, das hast du auf dem Jakobsweg gespürt, und dann merkst du auch, dass da alles gut ist.


Dort gibt es keinen Mangel, dort gibt es kein Problem, dort gibt es keine Sorge, das ist immer die Narrative, es ist immer die Stimme, es ist immer das Sprachdenken, das die Narrativen produziert. Die sind per se nicht schlecht, die Stimme hilft dir im Alltag zu navigieren, die sagt dir, welches Müsli du kaufen sollst und die weiß, welche Supplements du einkaufen sollst, das sagt irgendwie, rationalisiert Dinge, aber sie kann nie das Selbst im Grunde rausnehmen. Und dieses mal sein zu lassen, um einfach mal das Selbst zu spüren, das hilft dir in der Meditation, dann machst du es im geschützten Raum, ist wie so ein Trainingscamp, eine Meditation ist wie das Training vorm Spiel, das Leben ist das Spiel, aber das Trainingscamp ist die Meditation, und wenn du das machst und das Gefühl entwickelst, oder die Sensibilität entwickelst, wie sich das Selbst anfühlt und wie dieser Zustand der Verbundenheit ist, dann kannst du das auch in den lauten Alltag übertragen. Deswegen ist die Meditation ein Mittel zum Zweck, klar, da ist das Training, eigentlich willst du irgendwann nicht mehr meditieren, also es geht nicht darum jeden Tag zu meditieren, um wieder im Protokoll zu sein, sondern es geht darum zu lernen, wie sich es anfühlt, wenn ich das Sein einfach sein lasse. Und das mir rübernehme, dann kann ich das auch im Alltag, in der U-Bahn, beim Arbeiten, jetzt hier beim Podcast.


[Nils Behrens] (44:47 - 45:05)

Ich hatte ja Anfang schon die verschiedenen Säulen des Mindsets, oder Entschuldigung, die verschiedenen Säulen von Longevity angesprochen, und da ist ja auf jeden Fall das Thema Bewegung und Ernährung immer eine der Säulen, die immer genannt werden. Wo würdest du aber jetzt sagen, ist die Verbindung auch von dem Mindset, Longevity Mindset, zu diesem Thema Ernährung und Bewegung?


[Guido Axmann] (45:06 - 46:55)

Ja, mega wichtig. Also letztendlich, du bist ja zu 100 Prozent, das was hier vor mir sitzt, ist ja zu 100 Prozent das, was du durch Nahrung, Atmung aufgenommen hast. Sowohl die Nährstoffe, wie die Schadstoffe.


Also deswegen, du bist literally das, was du isst. So, da kann keiner dran vorbei. Das heißt, selbst wenn du, ich sag mal, die emotionale Gesundheit weitestgehend hast, du nimmst keine Bedrohung wahr, wo keine ist, du bist nicht mehr im Mangel, du bist Herr deiner Wahrnehmung, selbst dann, wenn die Wahrnehmung, das gute Laune, wenn dir die Bausteine für das gute Laune, Hormonen, Serotonin fehlen, dann kannst du auch mit der Wahrnehmung gar nichts mehr machen.


Das heißt, die Ernährung, die zur Verfügung stellen, all der Bausteine, die du brauchst, um dann all diese Sachen am Laufen zu halten, alle Prozesse, ist natürlich wichtig. Und da kann auch keiner, das kann auch keiner mental überschreiben. Hast du nur die Bausteine und die Wahrnehmung nicht, haut es nicht hin.


Und hast du die Bausteine, aber die Wahrnehmung, haut es auch nicht hin. Also du brauchst beides. Und Bewegung ist natürlich, Bewegung, Sport, ist einfach das perfekte Mittel, man neben allen, da gehen wir jetzt heute nicht rein in die ganzen Longevity-Aspekte, die Sport, Ausdauer, Flexibilität und Krafttraining natürlich an sich hat, ist es natürlich auch das einfachste Mittel, um diese Lebendigkeit zu spüren.


Einfach wirklich über die Erfahrung, über das Gespür, dieses im Sport, im Schwimmen, was immer dein Sport ist, zu spüren, wie lebendig, wie leistungsfähig du bist, mit was für einem Geist und Körper du ausgestattet bist und was du damit machen kannst, das macht natürlich unheimlich viel Lust, da auch mehr von zu haben. Für mich ist das so das Gegenteil des Angstbasierten, ist genau dieses über Sport, Erlebnis, Vitalität zu gehen, ist eben der positive Kreis, der dich eigentlich anspornt, dann auch irgendwo da weiter zu spüren und weiter zu machen und dich eben nicht, also du baust Resilienz auf gegenüber all diesen anderen Marketingbotschaften, die dich eher auf dem Sofa halten.


[Nils Behrens] (46:57 - 47:24)

Nichtsdestotrotz ist ja der Punkt der Erholung auch eine der wichtigen Säulen und mit dem Thema Erholung ist ja nicht nur das Thema auf dem Sofa liegen, sondern eben halt auch, wie du schon sagst, das Thema Schlaf dann eben halt mit verbunden und da hast du ja schon gesagt, das ist ja wie ein scheuer Vogel, der dann auch nicht immer ganz so einfach zu greifen ist, aber hast du da trotzdem vielleicht auch nochmal etwas, wo man insbesondere in seinem Mindset arbeiten kann, um eben halt das Thema Schlaf und Erholung, Regeneration zu optimieren?


[Guido Axmann] (47:25 - 49:06)

Ja, also die, da kommt es ein bisschen auf an, wo du bist, es gibt ja Menschen, die schlafen überall und jederzeit, also ich spreche jetzt vielleicht eher die, wo das mit dem Schlafen manchmal auch ein bisschen schwierig ist, leichterer Schlaf, auch vielleicht nicht immer durchschlafen, auch vielleicht nicht so leicht einschlafen, wo einfach der Geist häufig die Ursache ist dessen, dass da noch viel am Erzählen ist. Und da ist genau das, was wir jetzt besprochen haben. Also einerseits sollte ich mal, sei es die Meditation oder auch das Eisbad, da kann jeder so ein bisschen seinen Weg finden.


Der eine ist es irgendwie, der kommt mit dem auf dem Kissen sitzen nicht so gut klar, der andere kann es vielleicht im Eisbad nicht sofort machen, aber dieses Trainieren, dass der Geist oder ich sag mal, dass man die Stimme reden lässt und trotzdem man einfach dabei entspannt bleibt, weil dann kann ich jeden Abend dafür nutzen, um genau diese Phase zu nutzen. Ich lege mich hin, ich lasse die Stimme reden, ich lasse es sich setzen, es kommt das Gefühl, das Mangel erleben verschwindet, diese ganze Neurose des Tages verschwindet, ich werde ruhig und schlafe dann irgendwann rein. Wenn ich das nutze, kann ich das direkt nutzen und morgens geht es dann wieder halt ins Arousal, auch da stehe auf, gucke mir an, gehe ins Gespür, gehe nicht gleich in die Narrative, nicht immer gleich rein, was muss ich alles tun und so weiter und was war denn heute, sondern einfach mal spüren, wo ist es der Tag, das Licht.


Ich bin hier, wunderbar, let's do it, so würde ich es angehen. Also niemals dogmatisch werden ist die Botschaft. Also Brian Johnson, gerne gucken, welche mechanistischen Prinzipien funktionieren, dafür sind diese ganzen Studien ja super, aber jetzt wirklich jeden Abend versuchen, da ich muss um 10 ins Bett, damit ich dann um 11 schlafe, damit ich dann meine 7 Stunden schlafe und dann womöglich der Partner dreht sich um oder irgendwas schreit oder die Tram kommt, schon bin ich genervt und komme nicht mehr klar, das ist ja nicht das Ziel.


[Nils Behrens] (49:07 - 49:52)

Du sagtest gerade, dass man so ein bisschen guckt, was man auch für den Tag sich vornimmt. Es ist ja ein generelles Thema, auch immer das Thema Purpose und ich werde es nie vergessen, das war ja, ich glaube ich war 2018 auf einem Kongress in Singapur von so einer Wellnessorganisation und es gab nur veganes Essen und alles war eben halt wahnsinnig healthy und als ich dann sagte, Mensch, es geht hier wahnsinnig viel um das Thema Purpose und ich sagte dann so, ich habe eigentlich das für mich noch nicht so definiert, das war so ungefähr an dem Tisch so, als hätte ich gerade verkündet, dass ich jetzt in Zukunft mich mehr fleischig ernähren möchte. Also die waren alle so schwer geschockt nach dem Motto, wie kann das sein, gerade jemand wie du, dass du nicht dein Purpose kennst. Und was würdest du jetzt so sagen, wie wichtig ist das im Zusammenhang mit dem Longevity Mindset?


[Guido Axmann] (49:53 - 51:25)

Purpose ist absoluter Bullshit, also absoluter Bullshit. Das ist so wie, ich gehe nochmal hin, das ist der Ich-Schwache, der ein Ideal-Ich kreiert und dieses Ideal-Ich muss sich natürlich ein Purpose geben, weil das Ideal-Ich ist ja quasi das Fake. Das Ideal-Ich sucht nach einem Purpose, sucht nach einem großen Mandat.


Das Ideal-Ich ist immer auf Heldenreise und der Held will wissen, was ist das Mandat, so ist jeder Film gestrickt. Du hörst das, the big calling und jetzt musst du der Held sein in deinem Leben, der das führt, aber das ist dieser dissoziierte Mensch, das ist der Entfremdete. Du selbst hast kein Purpose oder wie immer du das formulieren willst, the purpose of life is to live, that's it, Leben will gelebt werden, Punkt, deswegen findest du auch keinen Purpose, wenn du relativ bei dir bist.


Kannst dir einen einreden, dann kannst du da auch ein ganz besonderes Ding drum kreieren, kannst dich tätowieren lassen, kannst auf deinen Instagram-Account schreiben und kannst den anderen das auch vorleben, aber das bringt dich natürlich letztendlich nicht weiter. Deswegen glaube ich, kann man diesen entfremdeten Menschen unheimlich gut und ich bin dadurch genauso durchgegangen, ich reihe mich da absolut ein. Ich habe all die Bücher gelesen, ich habe all die Seminare besucht, ich habe auch jahrelang Purpose gesucht, das ist so Purpose, Vision Quest, Legacy-Seminare, verkaufen sich super, weil natürlich keiner wird es finden oder wenn, dann ist es eingeredet, wie nochmal, wenn der Purpose der Leberzelle ist, dass sie Leberzelle ist, dann ja okay, so what, aber dann muss die Leberzelle erkennen, dass sie Leberzelle ist, sie ist einfach Leberzelle. Punkt. Und die Leberzelle, die hat es ja auch gar nicht in der Hand, sie ist ja Leberzelle.


Genauso bist du Nils, also nicht der Name Nils, aber du bist jetzt hier und machst das, was du machst, jetzt machst du gerade einen Podcast, that's it. Wo für Purpose?


[Nils Behrens] (51:25 - 51:51)

Für wen? Ja, ich arbeite noch dran oder vielleicht höre ich jetzt nach diesem Gespräch auch damit auf. Ich hatte den lieben Florian Langscheid eben und seine Suche nach dem Glücklichsein auch schon mal zitiert und sagte Neid ist der größte Zerstörer von Glück und der größte Kreateur vom Glück, also was bringt mir am meisten Glücklichsein, sagt als Dankbarkeit.


Und wie ist denn da dein Zugang zu?


[Guido Axmann] (51:53 - 53:18)

Ich würde das ein bisschen kontroverser gestalten wollen, die Antwort. Also ja, Dankbarkeit gibt es, aber da würde man sie eigentlich nicht Dankbarkeit nennen. Also wenn du dich verbunden fühlst, auf deinem Jakobsweg, nennen wir das mal, da warst du unterwegs, du hast dir keine irren Geschichten erzählt, du hast dich mal gerade nicht gesorgt, dass irgendwas schiefläuft in deinem Leben, sondern du warst ganz bei dir, bist da lang gelaufen, dann spürst du eine Verbundenheit und die nennen wir manchmal Dankbarkeit, dass du irgendwie eine Blume anguckst und findest die wunderschön.


Aber bist du wirklich dankbar? Nein, du bist verbunden, du bist Teil des Ganzen. Du bist in touch mit der Sache.


Dankbarkeit gibt es doch eigentlich immer nur in einem Unterwerfungsmodell. Ich muss doch, wenn ich dankbar bin, irgendjemandem dankbar sein. Wem möchtest du denn dankbar sein?


Dafür, dass du Leberzelle bist. Wo soll denn das herkommen? Das ist doch wieder dieser Moment, dass du in dem Mangelerleben dem Menschen erzählst, guck mal, du hast doch so viel Tolles.


Sei doch mal dankbar für die kleinen Dinge im Leben. Das ist natürlich Quatsch, wie die Situation angeht, sondern eigentlich müsste der Mensch wieder zu sich zurückkommen, dann ist da die Verbundenheit da und dann ist natürlich automatisch eine Art Dankbarkeit Teil des Ganzen sein. Alles andere ist ja, du fühlst dich so desolat, dass du dankbar bist, dass du in deinem defekten Zustand überhaupt hier sein darfst.


Ist ja ein völlig kranker Zustand. Deswegen, glaube ich, sind Gratitude Journals auch absoluter Mist.


[Nils Behrens] (53:20 - 53:52)

Schon lustig, mit was du heute hier alles aufräumst. Nichtsdestotrotz müssen wir einmal mal auch auf dieses Thema kommen. Ich finde, das Thema ist ja Longevity, wenn man es so betrachtet.


Ich betrachte es ja mal sehr gerne aus der Perspektive der Prävention. Das heißt also, dass man einfach guckt, wie man verhindert, Altersdegeneration sozusagen aufzubauen. Nichtsdestotrotz gibt es einfach Krisen.


Das kann man sich ja nicht von frei machen. Hast du denn auch etwas, wie man dann sich sein Longevity Mindset erhalten kann, auch wenn man eben von schweren Krisen erschüttert wird?


[Guido Axmann] (53:52 - 56:19)

Absolut. Und ich glaube, auch das ist ganz wichtig zu sagen. Wir haben ja die Positivität schon eben irgendwie erschlagen, zu sagen, okay, überhaupt die Narrative, dass das Leben nur ein Walk in the Park sein sollte, nur a piece of cake, das kann es ja nicht sein.


Das ist ja wieder nur eine Narrative. Das Leben präsentiert sich ja in allen Formen. Wie gesagt, alles gehört dazu.


Regen und Sonne. Winter und Sommer. Und der Reichtum deines Lebens besteht ja in genau dieser Diversität der Erlebnisse.


Hältst du immer nur die 21 Grad, Couch, Wohlfühlgeschichte, dann wirst du evolutionär aussortiert. Meistens durch Obesity, metabolisches Problem steigst du aus. Also du willst in einer Bandbreite sein.


Du willst es auch eigentlich alles erleben. Wenn du dir nicht eine Narrative erzählen willst, dass gewisse Dinge nicht sein sollten. Und damit kannst du auch wunderbar umgehen.


Und deswegen die Krisenbewältigung ist raus aus der Narrative ins Gespür. Ähnlich wie ich es vom Eisbad nach erzählt habe. Ausatmen, richtig reinspüren.


Wenn du die Kälte nicht bekämpfst, hast du kein Problem. Du lässt die Kälte rein. Du spürst sie.


Du spürst, wie alles kalt wird. Wie auch alles weg will in deinem Körper. Weil das ist ja ein Körper.


Der ist ja lebendig. Der sagt ja hier, es ist Mist. Geh raus.


Du spürst das alles. Und nach einer ganzen Weile im Gespür merkst du, dass die Krise ihre Schärfe verliert. Ähnlich wie bei der Schmerztherapie.


Schmerz an sich kann ich nicht unbedingt wegbekommen. Als Mediziner auch. Könnte ich schon, aber will ich manchmal gar nicht.


Aber ich kann das Leiden unter dem Schmerz wegbekommen. In dem der Schmerz anders wahrgenommen wird. Ähnlich ist es bei der Krise.


Wenn du die Krise zulässt, also die sogenannte Krise, mental entschärfst, dass du diese Narrative weglässt. Ach, jetzt hat er seinen Job verloren. Wie das meistens im Leben ist, entsteht ja aus dem Jobverlust irgendwas Neues.


Das siehst du ja in dem Moment nicht. Das heißt, wenn du irgendwann gelernt hast, dass das, was du eh nur als Krise bezeichnest, wahrscheinlich nur die Hälfte der Medaille ist, sondern dass auf der Krisenrückseite wahrscheinlich auch irgendeine Chance ist oder was Neues entsteht, das weißt du in dem Moment nicht. Deswegen kannst du manchmal diesen Schritt zurücksagen und sagen, ich gehe mal aus der Narrative raus und bleibe einfach ganz in dem erleben.


Wie spürt sich das an? Wo bist du? Im Hier und Jetzt ist fast nie Krise.


Es ist fast immer in der potentiellen Zukunft oder es war in der Vergangenheit. Ich baue mir jetzt, was jetzt dieses Ereignis passiert und jetzt wird mein Leben ganz schlimm. Das ist die Krise.


Im Hier und Jetzt passiert immer relativ wenig.


[Nils Behrens] (56:21 - 56:41)

Du hast mir ja indirekt jetzt schon einige Bücher, die ich gelesen habe oder die viele von unseren HörerInnen gelesen haben, sage ich mal, so was abgeschossen, sagen wir jetzt mal bei irgendeiner Form. Gibt es denn etwas, was dich... Ich lese nicht, das ist allein Quatsch.


Gibt es denn etwas, wo du sagen würdest, das sind Bücher oder Personen oder Ressourcen, die dich besonders inspiriert haben?


[Guido Axmann] (56:42 - 59:39)

Ja, völlig berechtigte Frage und ich würde am liebsten natürlich sagen, lass uns mal nicht in einen weiteren Mechanismus gehen, weil natürlich jedes Buch, natürlich gibt es Inspiration. Das fängt an bei den alten Griechischen, das fängt bei den Philosophen an. Wir können tausend Sachen nennen, aber am Ende ist die Inspiration, kommt immer aus dem Leben.


Sie kommt immer aus dir heraus. Du brauchst kein anderes Buch, um das zu finden. Du brauchst nicht jemand, der der vermeintliche Guru ist, der dir erzählt, wie du Purpose findest.


Das kannst du alles sein lassen. Das gibt es alles aus sich heraus. Du bist hier, das ist schon mal gut genug, dass du hier bist und jetzt machst du hier das, was du machen möchtest und dafür hast du einen kompletten Seismografen.


Fühlt es sich lebendig an? Mach weiter. Fühlt es sich nicht gut an?


Geh den anderen Weg. Also das heißt, der Guide bist du eigentlich selber und das würde ich eigentlich allen immer am liebsten mitgeben, bevor sie mehr Bücher lesen und nicht, dass das Bücherlesen schlecht ist. Ich komme auch gleich.


Ich nenne auch gleich einen Namen, aber ich würde einfach wirklich erstmal raten, versucht mal die Bücher beiseite zu lassen und die Kurse und die Programme und was nicht alles gibt und einfach mal bei sich anzufangen. Was möchte ich wirklich? Und sich davon, daraus entwickeln.


Und dann gibt es sicherlich, natürlich auf dem Weg gibt es wiederum gewisse Lehrer, die einem begegnen oder Kontexte, die man dann studieren möchte und mit dem man sich auch auseinandersetzen möchte. Man möchte natürlich wachsen. Dafür ist es doch noch gut, aber nicht um dieses Fremdinspiration sich reinholen, um dann wieder zu spüren, wie schlecht man eigentlich ist.


Dann hast du wieder dieses tolle Buch gelesen von diesem inspirierenden Autor und fühlst dich wieder nur schlecht. Das kann es nicht sein. Dennoch, einen Namen, um wenigstens einen zu nennen.


Wir sind hier im Podcast. Ich finde, einer hat es ganz gut geprägt. Die meisten sprechen vom Leben immer von der Reise.


Entweder von der Heldenreise, habe ich schon kommentiert, oder von irgendeiner Reise. Aber Reise hat immer dieses Gefühl von, du musst irgendwo ankommen. Du müsstest dir irgendwas beweisen.


Der Alan Watts hat das Leben als Tanz bezeichnet. Life is a dance. Und der Tanz hat eben kein Ziel.


Der Tanz hat einfach nur den Tanz. Und mal macht das Tanzen Spaß, mal macht es mehr Spaß. Mal tanzt du mit tollen Leuten, mal mit anderen Leuten.


Das ist egal. Du tanzt. Und dieses Life is a dance, finde ich als Bild, unheimlich hilfreich.


Und, glaube ich, räumt so ein bisschen auf mit all diesen Entwicklungs- Propheten, die da sagen, Nils, the best version for you is just waiting for you. Just follow my program. Noch ein Buch.


Noch ein How to give a fuck und Habit und so weiter. Alles, glaube ich, wertvolle Inhalte. Aber wenn du erst mal das aus dem Mangel heraus machst, dann ist es wieder nur ein Hinterherjagen und wieder noch ein Stein und wieder noch eine Pflicht und noch eine Übung.


Und dann türmen sich die Bücher und du fühlst dich schlecht, weil du die alle noch nicht gelesen hast und auch gar nicht umgesetzt hast. Und dann hast du sie gelesen, hast sie aber nur halb gelesen. Dann wolltest du sie eigentlich noch mal alles notieren und hast es dann doch nicht gemacht und kannst davon nichts umsetzen.


Führt dich eigentlich nicht so richtig weiter. Life is a dance von Alan Watts.


[Nils Behrens] (59:40 - 59:59)

Also wer reinschauen möchte. Fantastisch. Ich finde es ganz interessant, weil du es nochmal so klar ansprichst.


Ich weiß gar nicht, ob es die noch gibt, aber es gab mal eine Zeitschrift, die sehr erfolgreich war. Die hieß Happiness. Und da habe ich immer gesagt, das ist die Zeitschrift der unwirklichen Menschen.


Absolut. Weil, ganz ehrlich gesagt, warum sollte ich mir, wenn ich glücklich bin, mir jede Woche, oder jeden Monat, es kam einmal im Monat raus, eine Zeitschrift kaufen, die Happiness heißt?


[Guido Axmann] (1:00:00 - 1:00:54)

Ja und auch da wieder, du bist wieder in dieser positivistischen oder positiven Psychologie. Happiness an sich willst du ja gar nicht. Also du willst es mal, aber du willst auch Traurigkeit.


Traurigkeit kann wunderschön sein. Wäre ja schlimm, wenn du den, stell dir mal vor, du würdest, ja, die ganzen dunklen Töne aus der Musik rausnehmen. Es passt nicht.


Also die Symphonie ist ja alles. Und mal ist man sehr eher auf der Welle des, ja, läuft alles gerade, glücklich, zufrieden. Dann gibt es wieder die Phase, wo du wirklich auch mal melancholisch wirst, oder traurig bist, oder hinterfragst, oder reflektierst.


Das darf ja da sein. Das ändert ja nichts dran, dass du trotzdem sehr erfüllt und verbunden bist, immer. Wenn wir das vielleicht dieses Happiness rüber holen, eher auf die Verbundenheit, dann bin ich dabei.


Aber keiner würde Magazin rausbringen, Verbundenheit. Das würde sich nicht verkaufen und Happiness verkauft sich, weil das kaufen die unglücklichen Leute. Klar.


[Nils Behrens] (1:00:54 - 1:01:08)

Meine letzte Frage, bin ich mir gar nicht so sicher, ob du da uns noch was Neues hast, aber wenn du jetzt unseren ZuhörerInnen einen Tipp mitgeben würdest, wie sie an ihrem Longevity-Mindset arbeiten sollten, oder wie sie sozusagen damit beginnen sollten, dieses aufzubauen. Hast du da noch was für uns?


[Guido Axmann] (1:01:10 - 1:03:28)

Ich würde es einfach nochmal als Mini-Zusammenfassung, oder als Wiederholung nochmal bringen. Diese drei Punkte. Punkt 1, so ein emotionales Erste-Hilfe- Notbesteck.


Du fühlst dich unwohl, vielleicht auch ängstlich, obwohl das sich manchmal gar nicht als Angst so präsentiert, aber so ein Dis-Ease, spricht man ja im Englischen, was dann schon so eine Vorstufe von Unwohlsein ist, dann geh mal wirklich in die Situation, geh ins Gespür und finde raus, ob du wirklich bedroht bist. Ist es jetzt real, oder ist es die Narrative? Punkt 1.


Also immer wieder raus da und wieder rein in den Körper spüren, was ist los hier? Bin ich bedroht, oder rede ich mir hier was ein? Punkt 2 ist, dieses von allen eindoktrinierte Mangel erleben, ist die eben schon immer wieder gesagte Ursache von diesem ewigen Streben.


Vielleicht kannst du es einfach mal sein lassen, weil du bist völlig okay, so wie du bist. Auch wenn du 5 Kilo zu viel hast, 3 Stunden zu schlecht schläfst und oder zu wenig Geld auf dem Konto hast, oder wie du eben von Florian Langscheid zitiert, auch dieser Neid, das ist natürlich immer das Vergleichen der Ideale Ichs. Also wenn ich ins Ideale Ich gehe, dann habe ich das Problem, lass es einfach mal sein, das ist alles nur Projektion, das kannst du steuern, du kannst es sein lassen.


Dass du einfach mal in dich gehst und spürst, nee, das so wie es ist, ist einfach gut. Und das möchte ich, wie gesagt, eben nicht unter Selbstfürsorge, sondern einfach nur zurückkommen lassen und einfach mal diese Narrative weglassen, dass da irgendwas nicht in Ordnung ist. Und das dritte ist, fang da mal mit an zu spielen.


Geh mal raus und guck dir die Sachen an und stelle fest, dass es einen Unterschied macht zwischen der Information und dem, was du draus machst. Und ich glaube, wenn du dieses Werkzeug immer mehr siehst, diese leichte Distanz, also fast wie so ein Telefon, ein Telefonanruf kommt rein und es gibt dieser Telefonanruf Beantworter, der geht erstmal dran. Du kannst auch immer gleich drangehen, aber du kannst auch mal kurz ausatmen und einmal reflektieren, ist da vielleicht eine Bewertung, die ich dir anders vornehmen könnte.


Und damit wirst du plötzlich in die, gehst du in die Selbst, wie nennt sich das, Selbstgestaltungskraft. Du spürst, dass du eigentlich Herr deiner Wahrnehmung bist. Und das ist natürlich ein sehr befreiender Moment, dass du auch dafür keine Kohle brauchst.


Du brauchst dafür keine Education. Du brauchst dafür keine, nix.


[Nils Behrens] (1:03:28 - 1:03:34)

Keine Bücher. Guido, es war ein großartiges Gespräch. Ich bedanke mich ganz herzlich für dir.

 


[Guido Axmann] (1:03:34 - 1:03:35)

Danke Nils. Spaß gemacht.


[Nils Behrens] (1:03:39 - 1:03:40)

Wie viel meditierst du so?


[Guido Axmann] (1:03:42 - 1:03:52)

Ich meditiere schon noch sehr regelmäßig, aber nicht nach Protokoll. Ich würde sagen, ich komme auf so eine halbe Stunde täglich, würde ich sagen.


[Nils Behrens] (1:03:53 - 1:04:18)

 

 

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