Ganzheitliche Herzgesundheit – Was unser Herz wirklich stark macht - mit Christian W. EngelbertGanzheitliche Herzgesundheit – Was unser Herz wirklich stark macht - mit Christian W. Engelbert

Ganzheitliche Herzgesundheit – Was unser Herz wirklich stark macht - mit Christian W. Engelbert

Das Herz ist weit mehr als nur eine Pumpe – es ist das Zentrum unseres körperlichen und seelischen Wohlbefindens. Facharzt für Allgemeinmedizin und integrative Medizin, Christian W. Engelbert, spricht mit Nils Behrens über die moderne Sicht auf das Herz, die Verbindung zwischen Körper, Geist und Emotion, und was wir tun können, um unser Herz langfristig zu schützen.

Die Folge HEALTHWISE auf spotify

Das Herz – mehr als eine Pumpe

„Das Herz ist keine Pumpe“, erklärt Dr. Engelbert. Es ist ein Regulationsorgan, das ständig auf unsere körperlichen und emotionalen Zustände reagiert. In der Embryonalentwicklung liegt das Herz ursprünglich direkt unter dem Gehirn – ein Symbol für seine enge Verbindung mit unserem Bewusstsein und Nervensystem.  


Das Herz reagiert auf jede Form von Stress – körperlich wie emotional. Eine gesunde Balance zwischen Aktivität und Ruhe ist daher essenziell.  


Fazit: Herzgesundheit bedeutet nicht nur gute Durchblutung, sondern auch emotionale Balance und bewusste Selbstfürsorge.

Stress, HRV und Herzbalance  

Die Herzratenvariabilität (HRV) ist ein wichtiger Indikator dafür, wie flexibel unser autonomes Nervensystem reagiert. Je variabler die Herzschläge, desto anpassungsfähiger der Organismus. Doch Vorsicht: Es geht nicht um „hoch ist gut“, sondern um Balance und Regulation.  


Dr. Engelbert betont:  

„Stress ist Stress – weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.“  


Praktische Tipps zur Herzbalance:

  • Bewusst atmen: 5 Minuten tiefe Bauchatmung täglich.  
  • Bewegung im Flow: Spaziergänge, Tanzen oder leichtes Ausdauertraining.  
  • Digitale Pausen: Bewusstes Abschalten reduziert Dauerstress.  
  • HRV-Tracking nur als Orientierung, nicht als Diagnoseinstrument verwenden.

Moderne Diagnostik: Herz verstehen statt nur messen  

Von Vektorkardiographie über Stress-Echokardiogramme bis hin zu Pulswellengeschwindigkeit – moderne Verfahren erlauben tiefere Einblicke in die Herzgesundheit.  

Trotzdem bleibt laut Engelbert die wichtigste Diagnostikform die Anamnese: das achtsame Gespräch mit dem Patienten.  


Tipp: Regelmäßige Herz-Check-ups ab 40 – besonders bei familiärer Vorbelastung, Bluthochdruck oder chronischem Stress.  

Ernährung und Mikronährstoffe für das Herz  

Eine ausgewogene Ernährung bildet die Basis. Dennoch kann es sinnvoll sein, gezielt auf Nährstoffe zu achten, die Herz und Gefäße unterstützen. 


Wichtige Mikronährstoffe laut Dr. Engelbert:  

  • Magnesium: Trägt zur normalen Muskelfunktion und Nervenfunktion bei – inklusive Herzmuskel.  
  • Coenzym Q10: Wird in den Mitochondrien benötigt und ist entscheidend für die Energieproduktion.  
  • Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA): Unterstützen eine normale Herzfunktion.  
  • Lavendel & Löwenzahn: Pflanzen, die laut Engelbert das vegetative Nervensystem und die Leber – als „Nachbarn des Herzens“ – stärken können.

Bewegung, Prävention und emotionale Herzpflege  

Herzgesundheit bedeutet Bewegung – körperlich und seelisch. Ob Nordic Walking, Schwimmen, Yoga oder Tanzen: Entscheidend ist die Freude daran.  


Dr. Engelbert empfiehlt, sich regelmäßig mit dem eigenen Herzen zu verbinden:  

>„Sagen Sie Ihrem Herzen ruhig mal: Danke, dass du schlägst.“  


Auch emotionale Pflege zählt zur Prävention: Dankbarkeit, soziale Beziehungen und achtsame Ruhephasen stärken die Herzbalance nachhaltig.

Frauenherzen schlagen anders  

Frauenherzen reagieren sensibler und zeigen oft andere Symptome bei Herzproblemen: statt Brustschmerz eher Übelkeit, Schwindel oder Müdigkeit.  

Die Gendermedizin fordert hier mehr Aufmerksamkeit – sowohl in Forschung als auch Diagnostik.  


Takeaway: Frauen sollten Symptome ernst nehmen, auch wenn sie „nicht typisch“ wirken. Regelmäßige Herz-Checks sind besonders wichtig.

Pflanzenkraft & Traditionelle Heilmethoden  

Pflanzliche Begleiter wie Herzgespann, Eselsdistel oder Birkenblätter werden in der Naturheilkunde traditionell eingesetzt, um Herz und Kreislauf zu harmonisieren (*Hinweis: keine medizinische Wirkung nachgewiesen, basiert auf Erfahrungsmedizin*).  


Dr. Engelbert plädiert für das Zusammenspiel aus Schul- und Naturmedizin:  

„Die Zukunft liegt im Miteinander – nicht im Entweder-oder.“

Take Aways  

  • Herzgesundheit ist körperlich und emotional.  
  • Balance zwischen Anspannung und Entspannung ist wichtiger als reine Leistungswerte.  
  • Moderne Diagnostik ermöglicht frühe Erkennung – ersetzt aber nicht das ärztliche Gespräch.  
  • Magnesium, Q10 und Omega-3 können die Herzfunktion sinnvoll unterstützen.  
  • Bewegung mit Freude – nicht aus Zwang – stärkt das Herz langfristig.  
  • Frauenherzen haben eigene Bedürfnisse: Symptome und Dosierungen unterscheiden sich.  
  • Ganzheitliche Medizin sieht das Herz im Zusammenspiel mit Körper, Geist und Seele.

Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural

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Christian W. Engelbert ist Facharzt für Allgemein-, Rettungs- und Integrativmedizin mit Praxis in Berlin und langjähriger Verfechter eines ganzheitlichen Medizinansatzes.

Er verbindet schulmedizinische Diagnostik mit Naturheilverfahren, Akupunktur, Klangtherapie und moderner Schmerz- sowie Hormon- und Energie­medizin. Sein Ansatz basiert auf dem Prinzip, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern systemische Zusammenhänge im Körper zu erkennen – etwa im Herz-Kreislauf-, Darm- oder Stress­bereich – und individuell darauf einzugehen.

Engelbert verfolgt eine „sprechende Medizin“, bei der ausführliche Anamnese, Maßnahmeplanung und lebensstilorientierte Strategien im Mittelpunkt stehen. Seine Praxis versteht Gesundheit als Resultat aus medizinischer Präzision, bewussten Lebensentscheidungen und integrativen Therapieformen, mit dem Ziel, Menschen langfristig in ihrer Vitalität und Widerstandskraft zu unterstützen.

Mehr über Christian W. Engelbert und seine Praxis: https://integrative-medizin-beelitz.de/

#004 Ganzheitliche Herzgesundheit. Mit Christian W. Engelbert


[Christian W. Engelbert] (0:00 - 0:29)

Wenn du etwas machst, was dir Spaß macht, dann verlierst du ganz schnell so die Kontrolle, wann ist genug. Du machst es einfach. Du bist drin im Flow.


Und dann kommt genau das raus, in der Zeit hattest du vermehrt Stress, das kann ja okay sein. Wenn man Sport macht, hat man auch Stress. Aber du merkst es nicht.


Wenn dir jemand sich ärgert oder du hast eine Aufgabe machst, die du nicht leiden kannst, dann merkst du, das stresst mich total, ich merke das. Und das ist mit Vorsicht zu genießen, also Stress ist Stress, weder gut noch schlecht.


[Nils Behrens] (0:29 - 1:39)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.


Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Herzerkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit und können durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden, darunter Lebensstil, Ernährung und Stress. Die integrative Medizin bietet ganzheitliche Ansätze, um die Herzgesundheit zu fördern und zu erhalten.


Von traditionellen Heilmethoden über moderne wissenschaftliche Erkenntnisse bis hin zu speziellen Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Herz zu stärken. Christian W. Engelbert ist ein Facharzt für Allgemeinmedizin und Experte für integrative Medizin.


Er hat seine medizinische Ausbildung in Berlin hier absolviert und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Kardiologie, Naturheilverfahren und der Akupunktur. Dr. Engelbert ist der Gründer einer Privatpraxis in Berlin und hat sich intensiv mit der ganzheitlichen Behandlung von Herzerkrankungen beschäftigt. Zudem ist er Autor mehrerer Bücher und regelmäßiger Referent in verschiedenen medizinischen Fachkreisen.


Deswegen sage ich herzlich willkommen, Christian W. Engelbert.


[Christian W. Engelbert] (1:40 - 1:41)

Ja, herzlichen Dank für die Einladung.


[Nils Behrens] (1:42 - 1:44)

Lieber Christian, sind Sonntage eigentlich wichtig fürs Herz?


[Christian W. Engelbert] (1:45 - 2:17)

Interessante Frage, ja. Und zwar deshalb, weil der Sonntag ja zur Sonne gehört, wie wir wissen, und der Planet, der zum Herzen gehört, ist die Sonne. Und die Sonne steht auch für das Metallgold und Gold, Gold im Herzen, spielt eine große Rolle auch in der Medizin oder in der Naturheilkunde, weil wir mit Goldprodukten, also homöopathischen Goldprodukten auch das Herz unterstützen können, zum Beispiel durch eine Einreibung mit einer Goldsalbe.


Klingt ein bisschen komisch, aber hat interessante Effekte, die man einfach mal erleben muss.


[Nils Behrens] (2:18 - 2:27)

Ich muss jetzt so spontan, so danziger Goldwasser, glaube ich, das haben so die etwas älteren Generationen auch gerne getrunken, wo so kleine Gold, hieß das so? Ich glaube ja.


[Christian W. Engelbert] (2:27 - 2:31)

Das hieß genauso und ich kenne es auch als Kind noch, mein Vater hatte das zu Weihnachten immer auf dem Tisch stehen.


[Nils Behrens] (2:32 - 2:44)

Herrlich. Gut, dann kommen wir mal wirklich zu den etwas besseren gesundheitlichen Themen. Was hat dich denn dazu inspiriert, muss man sagen, sich ein bisschen intensiver mit dem Thema Herzgesundheit zu beschäftigen?


Das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich.


[Christian W. Engelbert] (2:44 - 3:33)

Also ich komme ja aus der Kardiologie, habe bei einer Reha-Klinik angefangen, war dann an einer Uniklinik, habe klinische Forschung mitmachen dürfen und war dann auch im Stationsdienst im Bereich der Kardiologie und war schon beeindruckt von der Vielfältigkeit der Fachrichtungen, die sich um dieses Organ kümmern. Also der eine ist Schrittmacher, der andere macht Herzkatheter, der andere kümmert sich um die Herzklappen, der andere Herzschwäche, der andere Rhythmusstörung. Im Laufe der Jahre habe ich aber irgendwie, ist mir das zu mechanisch oder gibt es da nicht noch ein bisschen mehr?


Dann hatten wir in der Uniklinik eine Krankenschwester, die Akupunktur gemacht hat und das hat mich so fasziniert. Da war noch ein Homöopath dabei, also irgendwie, es gibt noch ein bisschen mehr drumherum. Dann habe ich mich in die Allgemeinmedizin geworfen, habe dann breite Ausbildung gemacht, Notfallmedizin, Chirurgie, Landarztpraxen, war dann 22 Jahre niedergelassen in Zeven zwischen Bremen und Hamburg, eine Stadt.


[Nils Behrens] (3:33 - 3:39)

Oh, das kenne ich. Da war ich früher in Mayers Tanzpalast, das war so eine Großraumdiskothek.


[Christian W. Engelbert] (3:39 - 4:01)

Ja, das war eins der wesentlichen Punkte von Zeven, viel mehr gab es da auch nicht. Aber da habe ich dann angefangen, mich mit Naturverfahren noch intensiver zu beschäftigen und habe dann auch über das Herz viel gelernt, viel in der Geschichte nachgeschaut, was gab es, was gibt es jetzt noch, was kann man jetzt eigentlich tun und wie kann man das Herz vielleicht ein bisschen anders oder sagen wir mal erweitert verstehen. Das war eigentlich so der Impuls dafür.


[Nils Behrens] (4:01 - 4:08)

Also eine Ganzheitlichkeit letztendlich, das ist ja so ein viel genutztes Buzzword in der Medizin, aber tatsächlich ein bisschen hier so gemeint, oder?


[Christian W. Engelbert] (4:08 - 4:20)

Ja, wir werden noch sicher darauf kommen, von dem Bild, von dem mechanistischen Bild her, das ja früher ganz anders war und jetzt vielleicht wieder ein bisschen anders wird, das ist auch so ein Anliegen von mir, das mal ein bisschen zu fördern, zu unterstützen.


[Nils Behrens] (4:20 - 4:42)

Ich habe ja netterweise schon mal einen Vorabzug von deinem Buch, das Herz verstehen und schützen bekommen und da sprichst du ja gleich am Anfang von dem Herzen als Sitz der Seele und wie sich das Verständnis des Herzens von der Antike bis heute entwickelt hat und magst du ja vielleicht so einen kleinen Teil, die Leute sollen ja auch immer nur dein Buch kaufen, aber vielleicht einen kleinen Einblick zu geben?


[Christian W. Engelbert] (4:42 - 6:23)

Ja sicher. Es ist ganz spannend, weil die Bedeutung des Herzens war an der Antike eine ganz andere. Es ging sogar so weit, dass die Alten gesagt haben, der Mensch denkt mit dem Herzen, wobei der Prozess des Denkens damals ja noch anders zu verstehen ist oder der Verstand, was wir darunter verstehen, der Verstand sitzt im Herzen, aber eigentlich besser noch die Seele wohnt im Herzen.


Und da denkt man, naja, wo sitzt die Seele, wenn man das mal in die Moderne reinschaut, sich mal die Schlagertexte anschaut, von denen wir alle sagen, naja, ist ein bisschen schmalzig vielleicht, aber dass ein Bezug von seelischen Qualitäten zum Herzen gehört, das wissen wir eigentlich alle, vor allem, wenn wir mal Kummer hatten oder wenn wir eine große Freude hatten, dann merkt man nämlich genau da irgendwas und es gibt, wir kommen da zu einer Krankheit, die damit sehr eng zusammenhängt, die ganz modern und wichtig geworden ist.


Also dieses Denken im Herzen sitzt die Seele, hat sich natürlich dann gewandelt. Später war es so, dass die nächsten Forscher dann gesagt haben, die Seele sitzt im Gehirn. Auch das schwierig, da gibt es ja auch so Äußerungen von Chirurgen, die sagten, ich habe tausende von Menschen seziert, die Seele habe ich nie gefunden.


Also irgendwas geheimnisvolles, unsichtbares. Der Blick auf das Herz war immer ein ganz besonderer. Man hat in Ägypten zum Beispiel das Herz bei den Verstorbenen herauspräpariert und dafür ein Skarabeus, also ein Käfer, eingesetzt als Edelstein.


Dieser Käfer, wenn man ihn genau betrachtet, sieht aus wie ein Herz mit vier Klappen, Herzklappen und mit verschiedenen Anteilen, die dem Herzen entspricht. Also als was ganz Besonderes, das Herz wurde dann, ja mumifiziert letztendlich mit den entsprechenden Maßnahmen und extra nochmal bestattet. Also ganz besonders.

 


[Nils Behrens] (6:23 - 6:24)

Du hattest auch einen eigenen Sarkophag gehabt.


[Christian W. Engelbert] (6:24 - 6:39)

Genau, einen eigenen Sarkophag gehabt, also eine ganz besondere Bedeutung dieses so wichtigen Organes. Das hat sich dann später weiter verwandelt und dann kamen so ein paar Entwicklungen, die auch mit dem Thema, da kommen wir wahrscheinlich noch drauf, Pumpe zu tun haben, aber das können wir ja dann nochmal besprechen.


[Nils Behrens] (6:39 - 6:50)

Ich nehme die Frage direkt mal auf, weil ich sie mir ja so aufgeschrieben habe. Du betonst in deinem Buch immer wieder, dass das Herz mehr ist als eine Pumpe, also es übernimmt eben halt auch zahlreiche weitere Funktionen. Was denn zum Beispiel?


[Christian W. Engelbert] (6:50 - 7:06)

Also erst mal zu dem Begriff Pumpe, ich habe es vorsichtig ausgedrückt, das Herz ist keine Pumpe. Jeder Mechaniker, der eine Pumpe bauen sollte und das abgeliefert hätte, hätte gesagt, nee, das ist keine Pumpe, weil es ist, die Funktionen einer Pumpe sind ganz andere. Das Herz hat, soll ich mal anfangen?

 


[Nils Behrens] (7:07 - 7:07)

Bitte, bitte.


[Christian W. Engelbert] (7:08 - 9:25)

Das Herz hat vielfältige Aufgaben und wenn man sich das anschaut, muss man einen Blick in die Embryologie, also in die frühen Entwicklungen des Menschen reinschauen. Da gibt es ein schönes Institut in Göttingen, da kann man diese Schnittbilder der Embryonen mal sehen, wie das Herz entstanden ist.


Also erst mal die Anlage war direkt unter dem Gehirn und oberhalb der Leber. Also da sieht man schon die Beziehung von Gehirn und Herz. Später sackte dann dieser Teil, aus dem das Herz wurde, ab und hat dann eine andere Verbindung bekommen zu allen Organen letztendlich.


Eine Verbindungswellenform zu allen Organen und das, die Entwicklung daraus, kann man dann sagen, also das Herz kann keine Pumpe sein, weil vom Bau her ist es schon ganz anders. Wenn man es mal anguckt, es hat vier Kammern, zwei Vorkammern, zwei Hauptkammern und die rechte, der rechte Teil ist wie so eine Neubauwohnung, also mit relativ dünnen Bänden und das linke ist das kräftige. So und was passiert in die Neubauwohnung?


Da kommen die erschöpften Gäste rein, also das sauerstoffarme Blut wird dort gesammelt, verwaltet, weitergeleitet und dann über die Lunge zurück zum Herzen gebracht. Dann wird der Kopf, das Gehirn extra für sich versorgt, kommt wieder zurück. Das Herz selber, das ja im Dauereinsatz ist, braucht eine eigene Versorgung, hat also die Herzkranzgefäße, die auch durchblutet werden mit sauerstoffreichen Blut, wieder zurückgeführt werden und dann gibt es noch den Lungenkreislauf.


Also es gibt verschiedene Kreisläufe, die ja später entdeckt wurden und es geht vor allen Dingen darum, dass das Herz ein Regulations-, ein Rückstauorgan ist, das heißt es regelt den Anstrom und den Abstrom, je nachdem was der Körper in der Peripherie benötigt, was die Organe benötigen. Wenn zum Beispiel du jetzt einen Marathon läufst, dann hast du einen ganz anderen Sauerstoffbedarf und brauchst einen ganz anderen Blutfluss, als wenn du gemütlich vorm PC sitzt und darauf reagiert das Herz mit seinen Fähigkeiten. Wir kommen noch auf die einzelnen Eigenschaften, die das Herz hat und dann zieht sich in der Tat dieser eine starke Muskel zusammen und bringt das Blut in die Richtung, wo es hin muss und der andere Teil des Herzens, der empfängt das Blut und je nachdem welche Menge da ist, wird es gedehnt und reguliert dadurch über diesen Dehnungsreiz den Weitertransport.


Also hochspannend, hochkompliziert muss man auch mal nachlesen vielleicht.


[Nils Behrens] (9:25 - 9:58)

Ja, ein total faszinierendes Organ, muss man ja zweifelsohne sagen. Das, was ich so interessant finde und wahrscheinlich viele von unseren Hörerinnen und Hörern auch, ist ja auch das Thema Stress. Das heißt also die Auswirkung des Stresses auf das Herz oder andersrum, wie das Herz es dann reguliert.


Und da ist ja so etwas, so drei Buchstaben, die sich ja sehr stark breiten machen, sind ja die Buchstaben HRV, die Herzratenvariabilität, aus denen man dann wiederum ableiten kann, ob man gerade gestresst ist oder nicht angeblich. Magst du das vielleicht mal kurz für unsere Hörerinnen aufklären, was es damit so genau auf sich hat?


[Christian W. Engelbert] (9:59 - 10:37)

Also Hintergrund ist erstmal, dass es ein System in uns gibt, das unbewusst reguliert. Das unbewusste Nervensystem, das vegetative Nervensystem im Gegensatz zu dem Bewussten, was wir ganz bewusst machen können. Und das steuert zum Beispiel den Herzschlag, die Atemfrequenz, die Verdauung, alles mögliche, Hormonproduktion, alles was uns gar nicht bewusst ist.


Und je mehr Druck ich von außen bekomme oder Anforderungen an mein System bekomme, reagieren alle Organe. Unsere Formen von Stress sind ja andere als früher. Das alte Beispiel mit den Mammuts, die man jagen muss oder man rennt davor weg, haben wir ja nicht mehr.


Wir haben andere Arten.


[Nils Behrens] (10:37 - 10:43)

Ich bin sehr dankbar, dass du nicht diesen Säbelzahntiger sagst. Ich weiß nicht, warum das immer alle tun, aber schön mal was anderes zu hören mit Mammut.


[Christian W. Engelbert] (10:46 - 12:30)

Die haben wir ja nicht mehr, die Belastung. Wir haben andere Belastungen. Auf diese Belastungen reagieren wir auch anders.


Wir rennen jetzt nicht mehr weg oder kämpfen. Könnte man vielleicht auch mal wieder einführen. Und darauf reagiert das Organ Herz genau wie alle anderen Organe auch.


Und die Erkenntnis, die ist übrigens uralt, dass man ein Messsystem verwenden kann, indem ich einfach das Herz beobachte, wie es schlägt und schaue in welchen Rhythmus und in welchen Abständen die einzelnen Herzschläge kommen. Und daraus konnte man schließen oder hat man dann geschlossen, dass je variabler die einzelnen Herzschläge zueinander in der Länge sind, desto besser kann ich beurteilen, ob das System der unbewussten Regulation gut funktioniert oder nicht. Das haben wir übrigens vor 4000 Jahren ein Chinese festgestellt, der hat gesagt, wenn der Regen regelmäßig auf das Dach trommelt und das Herz genau so schlägt, dann stirbt der Patient in vier Tagen.


Das heißt in anderen Worten, je metronomartiger das Herz schlägt, desto höher ist die Gefahr, dass es seine Arbeit nicht mehr leisten kann. Und das hat man genutzt und hat gesagt, okay, ich messe einfach mal einen gewissen Zeitraum oder auch über 24 Stunden den Herzrhythmus und lasse messen, wie sind die Abstände von Herzschlag zu Herzschlag und daraus kann ich ableiten mit komplizierten Formeln. Das vegetative Nervensystem reagiert gut, reguliert gut oder es ist unter Anspannung und Anspannung heißt Sympathikus, fehlende Entspannung, fehlender Parasympathikus und daraus hat sich dieses HRV, dieses Heart Rate Variability oder Herzratenvariabilität entwickelt und wird genutzt in verschiedenen Bereichen der Medizin, um abzuschätzen, ist es ein Patient, der vielleicht ein Risiko hat in der nächsten Zeit oder ist der gut und entspannt oder was, erklärt das vielleicht seine Beschwerden, die ich sonst nicht erklären kann und das hat sich sehr, sehr bewährt.


[Nils Behrens] (12:30 - 13:03)

Wobei es ganz interessant ist, dass man bei der HRV ja nicht automatisch sagen kann, grundsätzlich ist höher gleich gut, aber nicht allgemein. Also wenn ich das richtig verstanden habe, ist es ja so, dass wenn jemand, es geht eher um die Tendenzen und um den Trend, wenn ich es richtig verstanden habe, weil es ist nicht automatisch, dass du sagst, ich habe einen von 30, du hast einen von 60, also geht es dir besser, sondern es geht eben halt ja auch ein bisschen darum, dass du, wenn du immer 60 hast, ist ja alles gut. Wenn du irgendwann von 60 auf 30 fällst, ist es schlecht, oder?


[Christian W. Engelbert] (13:03 - 13:48)

Genau so ist es. Es geht um die Balance und die Balance kann ich beobachten, indem ich die Aktivität des Sympathikus, des Parasympathikus, auch der Neurohormone betrachte und wie in welcher Relation stehe ich zueinander und Patienten, die mit ihrer Regulationsfähigkeit nicht gut ausgeprägt sind, den muss ich auch, den darf ich auch nicht zu viel Energie zumuten, wenn ich jetzt sage, ich behandle den. Patienten, die ganz oben hypersensitiv sind, die kann ich gut beruhigen und entspannen und da kann ich auch ein bisschen was zugeben, aber die Schwachen oder die nicht so gut Regulierenden, die muss ich anders behandeln.


Aber es geht, wie du schon sagtest, genau um die Balance. Es geht nicht um gut und schlecht, sondern es geht um, was passiert jetzt und warum passiert ist und was kann ich bei der Anamnese noch vielleicht herausbekommen, warum der Patient unter diesem starken Druck, wenn er da ganz ruhig sitzt, unter diesem starken Druck steht oder eben nicht.


[Nils Behrens] (13:49 - 14:17)

Mich hat neulich tatsächlich ein, ich weiß gar nicht, wie alt sie ist, aber ich würde so schätzen Mitte 20-jähriges Mädchen, hat mich darauf angesprochen, weil sie eben halt so über den Oral Ring immer ihren HV misst und sie sagt, der wäre immer so niedrig und ist damit so unzufrieden, dass er so niedrig ist und was kann man denn machen, dass der mal höher ist. Und da habe ich gesagt, naja, wenn er immer gleich bleibend niedrig ist, ist es nicht so schlimm, aber gibt es trotzdem etwas, womit man sozusagen sein HRV-Game nach oben springen kann?


[Christian W. Engelbert] (14:19 - 15:04)

Also gerade dieser Ring, der reduziert sich auf einen Wert, das ist nicht HRV. HRV hat ganz verschiedene, viele Werte, vom biologischen Alter her bis zur Aktivität des Parasympathikus, Sympathikus. Das muss man in der Balance und in der Relation sehen.


Und jemand, der immer unten ist, wenn ich mal sage, unten, dass man mal nehmen darf, ist auch regulationsgestört, als einer, der immer ganz oben schwebt. Also es geht wirklich darum, was passiert, wenn jetzt eine Anforderung kommt? Wenn du jetzt zu mir sagst, hey, da stehen drei mit Kalaschnikow draußen vor der Tür, was passiert dann?


Oh, ganz entspannt, das geht natürlich nicht. Da muss was passieren und das kann man dann im Verlauf sehen, wenn ich dem Patienten zum Beispiel etwas anbiete oder er hat einen stressigen Tag, ich messe nochmal, was ist da passiert? Es geht immer um die Relation, immer um die Balance und nicht um gut und schlecht.


[Nils Behrens] (15:07 - 15:33)

Ja, vielen Dank nochmal für die Aufklärung. Ich finde es ja gerade diese Werte, diese ganzen Sachen, die man so misst, kann man ja auch sehr schnell dann auch einfach wirklich auch so fehlinterpretieren und dadurch dann gibt es ja auch einen Grund, warum es Ärzte gibt und warum man ab und zu auch die mal konsentrieren sollte und nicht nur seine App fragen sollte. Also von daher, ich glaube, das ist schon ein sehr wichtiger Punkt.


Kommen wir deswegen mal zur modernen Diagnose. Was ist denn besonders effektiv, um Herzprobleme frühzeitig zu erkennen?


[Christian W. Engelbert] (15:35 - 16:34)

Sehr gute Frage. Erstmal nach wie vor über die ganzen Jahrhunderte die Anamnese, die Krankenschichte. Ich frage also den Patienten, befrage ihn, wie er in bestimmten Situationen reagiert und ob er sein Herz merkt.


Denn normalerweise merken wir unseren Herzschlagger nicht. Du weißt ja nicht, welche Frequenz du jetzt Herzschlager hast, oder? Weißt du, was du jetzt 86 hast?


Und dann kommen Patienten und sagen, mein Herz klopft immer so. Können wir sagen, Gott sei Dank, aber gemeint ist ja was anderes. Da kommt etwas ins Bewusstsein, was eigentlich unbewusst ist, was vor sich hinschlägt, ohne dass wir uns darum kümmern müssen.


Das ist das Erste. Dann macht man im Allgemeinen ein sogenanntes EKG, eine Herzstromkurve, weil wir ja wissen, dass das Herz von elektrischen Strömen durchflutet ist und ich kann gewisse Leistungen des Herzens über das EKG erkennen. Ich bin erst vorsichtig, weil es nicht so wahnsinnig viele Leistungen sind, die ich da sehen kann.


Ich sehe den Rhythmus. Ich sehe grob, wenn Durchblutungsstörungen da sind. Fein sehe ich es nicht.


Und vielmehr wieder liegt das Herz im Körper. Aber viel mehr sehe ich auch nicht.


[Nils Behrens] (16:34 - 16:36)

Es ist gut, dass das Herz im Körper liegt.


[Christian W. Engelbert] (16:37 - 16:38)

Ja, wie? In welcher Achse?


[Nils Behrens] (16:38 - 16:39)

Darum geht es.


[Christian W. Engelbert] (16:39 - 19:33)

Da kann ich Rückschlüsse ziehen. Ich kann sehen, ob eventuell die Herzmuskulatur stärker ist. Aber viel mehr geht mit diesem zweidimensionalen Messsystem eigentlich nicht.


Nun gibt es neuerdings, nein, neuerdings nicht, sondern seit 50 Jahren, jetzt modern, ein sogenanntes Vektor-EKG. Das heißt, ich beobachte das Herz dreidimensional. Ich messe also nicht nur mit Elektroden vorne, sondern auch hinten und sehe, wie die Herzströme im Raum durch das Herz fließen und kann damit eine ganz andere Aussage treffen.


Ich kann sagen, die Durchblutung des Herzens scheint gut zu sein, die Struktur des Herzmuskels scheint gut zu sein und das Rhythmussystem scheint gut oder nicht gut zu sein. Das ist eine gewaltige Aussage. Ich erspare mir fast das Belastungs-EKG damit.


Also einen Belastungstest. Das ist eine große Bereicherung, jetzt seit einigen Jahren erst in der Praxis verfügbar. Die Vektorkardiographie gibt es schon seit vielen Jahrzehnten, sagte ich schon, ist schwer zu beurteilen.


Aber diese Computerbewertung im Vergleich mit ganz vielen Daten gibt mir ein gutes Kriterium an die Hand, wie ich das Herz beurteilen kann. Dann natürlich die Ultraschalldiagnostik, also das Echokardiogramm. Ich beobachte also mit einem Ultraschall das schlagende Herz, kann verschiedene Messungen vornehmen, sehe, wie die Herzklappen aussehen, wie die Leistung des Auswurfs des Herzens, die Dehnung kann ich gut betrachten.


Das ist eine wunderbare ergänzende Untersuchungsmethode, vor allen Dingen in Verbindung mit Belastung. Das heißt, ich lasse, während ich den Ultraschall mache, den Patienten Fahrrad fahren und sehe jetzt, wie der Motor unter Belastung läuft. Wenn ich mein Auto in die Werkstatt gebe, der macht den Motor an, sagt er, alles in Ordnung, aber ich muss immer eine Probefahrt machen.


Und jetzt lasse ich praktisch das Herz arbeiten und schaue dann, was macht denn das jetzt? Pumpt es immer noch gut, wenn ich von einer Pumpe rede? Das ist das sogenannte Stress-Echokardiogramm.


Das Nächste, was ich machen kann, ich kann die Elastizität der Gefäße, die auch unbemittelbar mit dem Herzen zusammenhängen, messen, mit der sogenannten Pulswellengeschwindigkeit. Kompliziertes Verfahren. Ich kann den zentralen Blutdruck messen, also den Blutdruck, der direkt hinterm Herzen herrscht, mit einer bestimmten technischen Methode, weil das der wahre Blutdruck ist.


Das ist auch so ein ganz wichtiges Thema. Da kann ich sagen, okay, die große Aorta, die aus dem Herzen kommt, ist von ihrer Elastizität gut oder eben nicht mehr so ganz gut. Dann muss ich weitere diagnostische Schritte einleiten.


Das sind so die wesentlichen Bereiche. Es gibt noch etwas Neues, relativ Neues. Ich kann mit einem hochempfindlichen Mikrofon die Durchströmung der Herzkranzgefäße von außen messen.


Dazu muss es natürlich, so wie hier, sehr leise sein. Aber es geht, ich kann eine Aussage treffen, die Herzkranzgefäße sind gut durchblutet oder vielleicht doch nicht so gut. Und die gute Messung heißt, zu über 90% sind die Herzkranzgefäße gesund.


Das erspart den Herzkatheter zum Beispiel. Was auch nicht alle lustig finden, die das gerne machen. Aber es ist eine unheimliche Bereicherung und indirekte Methode.


[Nils Behrens] (19:34 - 20:01)

Ich finde es ganz interessant, was du über den Blutdruck sagst. Weil das Thema Blutdruck ist ja etwas, was man immer glauben würde, das würde man ja merken. Ich habe in meinem letzten Leben sehr lange für eine Privatklinik gearbeitet.


Und da ist eine der häufigsten Sachen, die insbesondere bei Männern, muss man sagen, immer wieder auffällt, ist, dass die einen massiven Bluthochdruck haben, ohne es zu wissen. Weil man immer denkt, man würde es spüren oder merken. Ist aber nicht so.


[Christian W. Engelbert] (20:03 - 21:28)

Menschen mit einem ganz niedrigen Blutdruck merken es manchmal, dass es ein bisschen döselig wird, vor allem, wenn sie aufstehen. Aber der hohe Blutdruck bis zu einer Höhe, sagen wir mal, ganz grob so 170, 180. Da kannst du gar nichts merken.


Nicht mal Unruhe, gar nichts. Und das ist das Fatale an den erhöhten Blutdruckwerten, dass man eben sie nicht spontan dem Arzt sagt, ich habe einen hohen Blutdruck. Sondern man muss es wirklich messen.


Man muss es auch über einen längeren Zeitraum messen. Nicht eine Einmalmessung machen. Das macht den Blutdruck so besonders.


Aber er gehört auch zu den unbewussten Regulationsphänomenen im Körper. Und deswegen ist es so. Denn wenn du einen Marathon läufst, oder wenn du einen Stress hast, oder wenn akut jemand dich ärgert, dann kriegst du einen hohen Blutdruck.


Den musst du haben. Weil du müsstest eigentlich jetzt was tun. Und dann sinkt er wieder runter.


Das merkt man nicht so auf den Punkt genau. Ist aber trotzdem hochgefährlich. Das ist in der heutigen Zeit hochgefährlich.


Weil wir produzieren ja eine Energiebereitstellung, wenn wir einen hohen Blutdruck haben. Das Beispiel mit der Kalaschnikow ist vielleicht nicht so schön. Aber jemand macht uns richtig Stress.


Und wir können aber nichts machen. Wir können nicht weg, wir können ihm auch keinen runterhauen. Wir können nicht im Boxring steigen.


Der Blutdruck steigt mit der Bereitstellung von Energie, die aber nicht gebraucht wird. Sie verpufft letztendlich. Die geballte Faust in der Hosentasche, die bleibt, bis der Chef rausgeht.


Und dann entspannt sie sich wieder. Aber die Energie, die da war, die macht was mit uns. Und wenn das oft genug passiert, dann gibt es leider Schäden an den Organen, an den Gefäßen.


[Nils Behrens] (21:29 - 22:07)

Trotz allem ist ja das Thema Stress, es gibt ja positiven und negativen Stress. Ich fand das ganz interessant. Ich hatte jetzt gerade vor zwei Tagen eine längere Bahnfahrt und habe während der Bahnfahrt ganz viel geschrieben.


Ich schreibe immer regelmäßig irgendwelche Beiträge für mein LinkedIn-Profil. Und dann hatte ich da so eine richtig gute, kreative Phase. Ich war richtig im Flow.


So, und dann gucke ich abends so auf meine Ring-Auswertung und die hat gesagt, da hatte ich zwei Stunden Stress. Ich war aber in so einer totalen Euphorie, weil es einfach so ein wahnsinnig guter Flow war. Und trotz allem, mein Ring sagt, es war eine ganz schön stressige Phase, die du hattest.


[Christian W. Engelbert] (22:08 - 22:58)

Ich muss dir widersprechen, es gibt keinen guten Stress, es gibt nur Stress. Das heißt, auch nicht richtig, es gibt nur Stressreaktionen. Wenn du etwas machst, was dir Spaß macht, dann verlierst du ganz schnell die Kontrolle, wann ist genug.


Du machst es einfach, bist drin im Flow. Und dann kommt genau das raus, in der Zeit hattest du vermehrt Stress. Das kann ja okay sein.


Wenn man Sport macht, hat man auch Stress. Aber du merkst es nicht. Wenn dir jemand sich ärgert oder du eine Aufgabe machst, die du nicht leiden kannst, dann merke ich, das stresst mich total.


Ich merke das. Und das ist mit Vorsicht zu genießen. Stress ist Stress.


Weder gut noch schlecht. Deswegen ist die Messung ganz gut, dass man ab und zu mal guckt. Oura-Ring von mir aus oder wie auch immer.


Kann man das ja ganz gut überprüfen. Hat mich das eigentlich gestresst? Ja, sicher da.


Also es wäre gut gewesen, zwischendurch eine Entspannungsübung zu machen oder durch den Zug zu laufen oder irgendwas.


[Nils Behrens] (23:00 - 23:36)

Ja, total spannend. Meine letzte Frage zum Thema Diagnostik und dann kommen wir auch gleich weiter zum nächsten Thema, ist aber etwas, was so, ich weiß gar nicht, wie viel es da mit dem Spezialgebiet zu tun hat, aber es ist so etwas, was so in diesem ganzen Longevity-Hype immer wieder als Vergleichsmessung kommt, ist der VO2-Max-Wert. Da wird ja immer gesagt, umso höher der ist, umso mehr kann man sich ausrechnen, wie es dann später im Alter irgendwo so sein wird.


Wie ist denn da, magst du zwei Worte zum VO2-Max-Wert sagen, was es an sich ist und dann auch deine Einzelstellung dazu?


[Christian W. Engelbert] (23:37 - 24:38)

Also ganz grundsätzlich kann ich mal sagen, Einzelwerte, die mir prognostizieren, ob ich in zehn Jahren noch einen guten Leistungssport mache, das ist für mich schwachsinnig. Das kann nicht sein, dass ein Wert, der einen bestimmten Leistungsindex darstellt, eine Gesamtaussage über ein dynamisches System macht. Das geht nicht.


Da gibt es viel zu viele Einflüsse. Ich brauche nur Magnesium und mein Gehirn funktioniert. Das geht so nicht.


Und welcher Wert das auch immer sein mag, den du da dir raussuchst, es gibt nicht einen Wert, der mir sagt, ob ich dann und dann die Leistung bringe. Das gibt es nicht. Dann habe ich das System nicht verstanden.


Aber das ist genau das, was so schade ist bei uns. Wir denken in Maschinen, wir denken in Leistungen, in Maschinenleistungen. Das geht nicht.


Du kannst so viel VO2-Max haben, wie du willst, kommt irgendwas anderes dazwischen, ist das völlig aus dem Ruder, aus der Balance raus und Ende. Das geht nicht, das reicht nicht.


[Nils Behrens] (24:38 - 25:25)

Das hat mir tatsächlich einer der Kardinologen, mit dem wir lange zusammengearbeitet haben, der Professor Kuck, der hat mir tatsächlich auch mal erzählt, dass insbesondere Leistungssportlerherzen oder auch schon Menschen, die ambitionierten Ausdauersport über längere Zeit gemacht haben, haben ja meistens ein vergrößertes Herzen. Und jeder, der mit Knetgummi mal gearbeitet hat, weiß, wenn die Masse an Materialien gleich bleibt, man dann aber es anfängt, aufzugrößer zu machen, dann werden die Wände automatisch dünner.


Und damit steigt im höheren Alter, wenn dann eben halt eine, sag ich mal so, gewisse Materialitätsermüdung kommt, auch tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, dass dann eben halt auch so ein Vorflimmern kommt oder eben halt ein bisschen instabiler dann eben halt tatsächlich wird.


[Christian W. Engelbert] (25:26 - 26:20)

Hintergrund ist, dass die Strukturen, die wir im Körper haben, die zu gewissen Dingen notwendig sind, ob es Gelenke sind, ob es Muskeln sind, ob es Sehnen sind, brauchen den Reiz, damit sie in Anführungszeichen wissen, was sie zu tun haben. Wenn das nicht gebraucht wird, stellt es die Leistung ein. Das kennen wir beim Gips zum Beispiel ums Kniegelenk herum.


Du kannst die Unterschenkelmuskulatur beobachten, wie sie schrumpft, weil sie nicht gebraucht wird. Warum schrumpft sie? Sie könnte ja da bleiben, ist sie aber nicht.


Also du musst immer wieder anregen, immer wieder sagen, das brauche ich, bewege mich, bis ins hohe Alter. Mein Geist bewege ich genauso, inneres und äußere Bewegung. Das muss sein, sonst habe ich verloren.


Wenn ich nicht abtrainiere als Leistungssportler, dann passiert genau das, was du sagst. Das Herz in einer Situation, wo du sagst, ich bringe hier Leistung, ich kann das gut, aber ich will auch gebraucht werden. Und du wirst nicht mehr gebraucht.


Das kann ganz fatal sein.


[Nils Behrens] (26:22 - 26:42)

Fatal ist auch mein nächstes Thema, und wir haben im Vorgespräch ganz kurz darüber gesprochen, ob wir das überhaupt noch ansprechen, das Thema Corona. Ich meinte, ist das noch ein Thema? Und da sagtest du, mehr denn je.


Du hast sogar ein Sonderkapitel zu deinem Buch dazu geschrieben. Was sind denn da die Gründe, oder die Erkenntnisse, warum das immer noch so ein Thema ist?


[Christian W. Engelbert] (26:45 - 28:32)

Eigentlich wissen wir viel zu wenig, was passiert ist. Wir wissen zu wenig, was bei der Covid-Infektion wirklich passiert. Wir wissen ein paar Dinge.


Entzündungsparameter, Flut von Entzündungsparametern, die rausgeschüttet werden, das Herz ärgern, die Gefäße. Gerade im Kopf war ja hochdramatisch. Entzündungsprozesse.


Und das Herz ist nun mal ein Organ, das hochsensibel auf solche Störungen reagiert. Es hat die höchste Anzahl von Mitochondrien, also Kraftwerken in den Zellen, im Herzen. Und reagiert deswegen besonders empfindlich auf Störungen, auf Entzündungen, auf akut überwältigende Entzündungen, aber auch auf diese kleinen feinen Entzündungen.


Und wir sehen jetzt, nachdem die Pandemie eigentlich überwunden zu sein scheint, immer noch, und wenn du die Presse mal guckst, gerade bei den Sportlern, dass auf einmal junge Leute auf dem Sportplatz umfallen und tot sind. Oder Herzprobleme bekommen. Oder diese Myokarditis, diese Entzündung des Herzmuskels, die immer noch vorkommt, die war in der Anfangszeit relativ häufig, hat jetzt nachgelassen, aber sie ist immer noch da.


Und wir sehen immer noch Funktionsstörungen, die nach längerer Zeit auftreten. Das heißt, wir müssen sehr genau hingucken, gerade bei jungen Menschen, die gerne Sport machen, auch viel Sport machen. Weil, altes Thema wieder, wir merken es nicht gleich.


Das Herz arbeitet, funktioniert und auf einmal kommt ein Point of No Return, dann geht es nicht mehr, dann funktioniert es nicht mehr. Weil eben Schädigungen, der Mitochondrien vorliegen und dann Nährstoffe, die gebraucht werden, auch vielleicht nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Da ist noch viel Arbeit, da kommt noch viel auf uns zu, gerade bei den jungen Menschen, sollten wir sehr genau hingucken.


Meinen Patienten, die Sport machen, empfehle ich immer, nicht angstmachend, aber immer zu überprüfen, ist die Leistungsfähigkeit des Herzens gut?


[Nils Behrens] (28:33 - 29:37)

Das ist wichtig. Ich habe das tatsächlich gemacht. Ich habe nach der ersten Corona-Infektion bin ich zu einem der Kardiologen hingegangen und habe tatsächlich einmal kurz checken lassen, ob jetzt so ich wieder Sport machen kann.


Ich habe zwar vorher schon so ein bisschen mit leichtem Kraftsport angefangen, aber Ausdauer habe ich mich nicht getraut. Ich habe da aber auch zugegebenermaßen Myokarditis kannst du ja dir durch jede Virusinfektion dann eigentlich zufügen, also auch eine Grippe letztendlich. Weil ich bin meinen ersten Marathon 2002 gelaufen in Hamburg damals und da ist jemand, der in meinem Jahrgang war, im Ziel tot umgefallen.


Und da hat sich jemand auch herausgestellt, dass der einfach mit seiner Erkältung gelaufen ist oder mit seiner Infektion gelaufen ist. Das heißt also der war 2002, der war dann damals 29. Also das ist dann wirklich dramatisch, muss man wirklich so sagen.


Aber da sieht man eben halt, wie schnell das dann auch gehen kann, wenn man sowas eben halt unterschätzt. Und das was eben halt ja aber auch so, wenn es nicht so dramatisch endet, grundsätzlich kann ja eine Myokarditis zu einem dauerhaften Herzschaden führen.


[Christian W. Engelbert] (29:37 - 30:10)

Absolut, absolut. Der Herzmuskel wird dann geschädigt und kann sich nicht mehr regenerieren. Das dauert zwar eine Zeit, aber es kommt dann und dann gibt es die sogenannten Kardiomyopathien, also die Herzmuskelstörungen, die sehr unangenehm zur Herzinsuffizienz, zur Herzmuskelschwäche führen, die nicht so leicht zu behandeln sind. Vor allen Dingen, wenn es dann im jüngeren Alter kommt.


Ich habe auch so ein paar Patienten und wir gucken jetzt natürlich genauer hin nach Corona, aber es ist schon mehr geworden und diese Todesfälle oder akuten Fälle bei den Sportlern, die haben sich eindeutig gehäuft. Das ist so.


[Nils Behrens] (30:10 - 30:26)

Das ist in der Sportmedizin auch so. Okay, also wir geben mal grundsätzlich raus, kein Sport mit Infektion machen. Richtig.


Wenn man jetzt nicht die Möglichkeit hat, es sich vom Arzt abchecken zu lassen, kann man einfach sagen, wie viele Tage sollte man symptomfrei sein, bevor man wieder Sport macht?


[Christian W. Engelbert] (30:26 - 30:32)

Also um auf Corona zurückzukommen, wir sagen sechs Monate nach Infektion kein Sport und dann langsam anfangen.


[Nils Behrens] (30:32 - 30:33)

Sechs Monate?


[Christian W. Engelbert] (30:33 - 30:34)

Sechs Monate.


[Nils Behrens] (30:34 - 30:35)

Oh wow.

 


[Christian W. Engelbert] (30:35 - 31:25)

Nach Corona, wir reden nur von Corona jetzt. Ich muss das untersuchen. Ich muss das wirklich untersuchen lassen nach so einer Infektion.


Das ist wirklich Pflicht heutzutage, weil es dauert seine Zeit, bis das richtig ausgeheilt ist. Weil verschiedene Bereiche des Herzens mit Herzhaut, das Perikard, wird ja auch mit betroffen. Manchmal und das ist ja die Hülle praktisch, die Faszie des Herzmuskels und auch die ist hochsensibel.


Ein Organismus, der ja viel mehr ist als so eine Hülle oder ein Mantel, sondern das hat ja eigene Fähigkeiten, verschiedene Herzfunktionen. Haut reagiert auch auf äußere Reise, hat mit dem Immunsystem ganz viel zu tun, wie die Faszien überhaupt. Also das ist nicht so einfach und man sollte deswegen wirklich die Möglichkeiten der Diagnostik ausschöpfen, wenn man Sport macht.


[Nils Behrens] (31:25 - 31:30)

Okay, das heißt also, wenn ich jetzt, also ich glaube, ich würde durchdrehen, wenn ich sechs Monate keinen Sport mehr machen darf.


[Christian W. Engelbert] (31:31 - 31:34)

Leistungssport, Leistungssport. Leichten Ausdauersport, das kann man ja gucken.


Das ist kein Problem.


[Nils Behrens] (31:35 - 31:38)

Aber schon ratsam, dann im Zweifelsfall vorher einmal in die Diagnostik zu kommen.


[Christian W. Engelbert] (31:38 - 31:38)

Ja, auf jeden Fall.

 


[Nils Behrens] (31:40 - 32:16)

Dann kommen wir mal zu einem Thema der Nahrungsergänzungsmittel. Ich fand das sehr interessant. Mein Vater, der war in kardiologischer Behandlung und hat dann so seine Medikamente so semi-gut vertragen und dann habe ich ihn dann mal auch so gefragt, Mensch, was für ein Omega-3 nimmst du denn eigentlich?


Und dann hat er gesagt, gar keines. Und da war ich so ein bisschen überrascht, ehrlich gesagt, dass das Thema Nahrungsergänzungsmittel wirklich in der klassischen Medizin noch ganz häufig gar keinen Stellenwert hat. Und da ist ja die Studienlage doch schon gar nicht so schlecht, ehrlich gesagt, so was das betrifft.


Oder wie ist dein Zugang dazu?


[Christian W. Engelbert] (32:17 - 33:01)

Er hat schon Stellenwert in der Schulmedizin oder in der wissenschaftlichen Medizin, in der wissenschaftlichen und negativen allerdings. Weil es wird nicht ganz zu unrecht gesagt, die Leute nehmen viel zu viele extra Dinge ein, die sie gar nicht brauchen. Das kann ich unterstreichen.


Wenn ich aber nachgucke und im Labor schaue, hat er genug von dem, was wir wissen. Fehlt da im Spiegel etwas, dann sollte ich schon darauf picht sein, das aufzufüllen, zu ersetzen, wie auch immer. Mit Nahrung natürlich zuerst, aber manchmal reicht es nicht aus, dann brauche ich auch Stoffe.


Und wir haben in den letzten Jahren, muss man vorsichtig ausdrücken, es gibt natürlich eine Industrie, die wahnsinnig expandiert. Du kennst die 100.000 von Nahrungsergänzungsmitteln, von denen man sicher einen Großteil nicht unbedingt braucht.


[Nils Behrens] (33:01 - 33:03)

Vielleicht nicht alle braucht.

 


[Christian W. Engelbert] (33:03 - 33:43)

Das Problem, um es gleich zu sagen, ich vergesse, sind die Zutaten zu den Stoffen. Also wenn ich jetzt Magnesium habe oder Omega 3, wie verpacke ich das? Wie nehme ich das in Vitamin D?


Was ist da drum rum? Was sind da für Hilfsstoffe dabei? Sind da Farbstoffe dabei?


Tatsache, du hast völlig recht, wir leben in einer Zeit, in der die Beanspruchung des Verbrauchs dieser Mikro-Nährstoffe höher ist und die Zufuhr über die Nahrung leider nicht mehr so optimal ist. Deswegen gucke ich nach den wichtigsten Stoffen im Körper, messe die im Blut, soweit ich es beurteilen kann und gebe dann Nahrungsergänzungsmittel, von denen ich meine, dass sie eine gute Qualität haben.


[Nils Behrens] (33:43 - 34:01)

Du hast ja mit uns zusammen, also mit Sunday, den Herzstresskomplex entwickelt. Da sind ja einige Sachen drin, die man ja sagen kann, das sind ja zumindest, wenn man das Thema Herzgesundheit und Nahrungsergänzungsmittel mal überhaupt in einen Zusammenhang stellt, sehr häufig gesehene und andersrum auch wieder ein paar Überraschungen dabei.


[Christian W. Engelbert] (34:03 - 35:00)

Überraschung, weil ich denke, der Herz kann ja bloß ein bisschen Magnesium sein und mal gucken. Q1 zum Q10, fangen wir an. Das ist natürlich nachvollziehbar, weil im Herzen sind Mitochondrien, das war der größte Anteil Mitochondrien und Mitochondrien brauchen Q10, um Energie zu produzieren, ganz einfach daher gesagt.


Aber warum ist da Lavendel drin? Warum ist da Löwenzahn drin? Das hat ja mit dem Herzen eigentlich nichts zu tun.


Doch, hat es doch, weil ich sehe das Herz eben im Gefüge, im Zusammenspiel mit der Niere. Birkenblätter gebe ich da gerne, um die Blutung anzuregen. Ich gebe gerne Lavendel, weil das vegetative Nervensystem ganz eng Verbindung mit dem Herzen hat.


Ich gebe Löwenzahn, um die Leber zu stärken. Die Leber hat eine ganz wichtige Kombination oder Verbindung mit dem Herzen und so weiter. So habe ich verschiedene Dinge da reinkomponiert, die eben mit dem Herzen direkt scheinbar nichts zu tun haben.


Aber das Herz nimmt es trotzdem, glaube ich, dankbar an, weil ich eben die anderen Organe mit stärke und die Nachbarn mit bediene. Das war so die Idee.


[Nils Behrens] (35:01 - 35:16)

Sehr gut, das ist so ein bisschen wie diese Charity-Geschichten, Plan International oder irgendwie sowas. Dann hat man ja mal ein Patenkind und dann ist es ja, wenn das arme Kind in einem sehr armen Dorf ist, dann soll ja nicht das Kind dann mit Nike rumrennen und alleine sind neidisch, sondern man stärkt dann in der Regel das ganze Dorf.


[Christian W. Engelbert] (35:16 - 35:45)

Vielleicht noch ein Wort zum Magnesium. Natürlich ist da Magnesium drin, alle kennen das wegen Wadenkrämpfen, manche kennen es auch wegen Rhythmusstörungen. Verhinderung von Rhythmusstörungen. Ich habe es reingetan, weil wir aus der Hirnforschung wissen, dass jeder Gedanke, den wir bilden, Magnesium braucht.


Und deswegen ist der Magnesiumgehalt so extrem wichtig und das kommt nicht immer so gut an. Deswegen auch mal messen. Und dann brauche ich eben ein gutes Produkt, ein qualitativ hochwertiges Produkt, damit ich davon ausgehen kann, das kommt auch wirklich dahin, wo es hin soll.

 


[Nils Behrens] (35:47 - 36:05)

Ja, und Omega 3 ist auf jeden Fall immer, glaube ich, ein Thema.


[Christian W. Engelbert] (36:06 - 37:31)

Das ist natürlich jetzt das absolute Reizthema, wie du vielleicht weißt, weil es gibt viele Studien, das hast du richtig gesagt, die einen positiven Effekt von Omega 3, also diese beiden Säuren DHA und EPA, die sind vor allem im Fisch vorhanden. Diese beiden Fettsäuren haben extrem gute Wirkungen auf den Blutfluss, auf die Herzkraft, auf das Gedächtnis, auf die Psyche und so weiter. Auf die Fließfähigkeit des Blutes, denn warum haben die Fische Omega 3 in sich drin?


Die Kaltwasserfische, das ist Frostschutz. Wenn die tief tauchen, soll das Blut ja nicht gefrieren. Und deswegen brauchen die das.


Und wie gesagt, viele Studien gibt es. Nun gibt es ganz kritische Stimmen auf einmal. Jetzt kam die Patientin und sagt, ich kriege ja Vorhofflimmern, wenn ich Omega 3 nehme.


Ja, dann muss man sich die Studien mal angucken und genau lesen und schauen, bei wem ist was aufgetreten. Und diese Meta-Analysen, also die Analyse der vielen Studien hat gezeigt, dass bei einer bestimmten Konzentration von diesen Omega 3 Fettsäuren in der Tat herzkranke Patienten offensichtlich mehr Vorhofflimmern bekommen. Wir müssen trotzdem noch genauer hingucken.


Was für ein Omega 3 wurde denn gegeben? Wurde es ein Extrakt oder ein Konzentrat gegeben? Konzentrat ist was ganz anderes, das ist chemisch behandelt.


Um es noch konzentrierter zu machen. Die wurden mit Konzentrat gemacht. Das ist der eine Punkt.


Trotzdem bleibt es unklar, warum die hohen Dosierungen offensichtlich zu Vorhofflimmern, eine geheimnisvolle Krankheit, führen. In der normalen Dosierung behandeln wir ja sogar Vorhofflimmern damit, also das ist ein bisschen widersprüchlich. Nur die Patienten haben Angst.


Das ist ein Schlagwort, Omega 3, Vorhofflimmern. Und das ist einfach zu einfach, so geht es nicht.


[Nils Behrens] (37:32 - 38:33)

Und das ist ja genau dieses Thema, negative Schlagzeilen verbreiten sich ja um ein vielfaches besser und schneller als positive. Und das ist ja so ähnlich wie, gerade das Thema der Hormone ist ja so ein Klassiker mit Hormontherapie macht Brustkrebs. Diese Studie ist ja erstens völlig überholt.


Zweitens, ich meine, das war glaube ich auf Pferdeurin basierte Hormone und sowas macht man ja heute gar nicht mehr. Und drittens war die Kohorte, die sie hatten, sowieso in einem Alter, wo das Wahrscheinlichkeitsrisiko nochmal überproportional hoch war. Also das ganze Studienprotokoll war einfach so katastrophal und ist so vielfach widerlegt.


Aber trotz allem, es hält, es bleibt einfach, es bleibt genauso wie der Spinat angeblich so viel Eisen hat, weil es irgendwann mal einen Messfehler gab, was positiv ist, aber trotz allem ist es unfassbar, wie lange solche Mythen dann auch bleiben. Also ja, sehr spannend. Kommen wir doch aber trotzdem jetzt mal zu dem Thema Prävention.


Was ist die wichtigste präventive Maßnahme aus deiner Sicht, die wir ergreifen sollten, um unser Herz zu schützen?


[Christian W. Engelbert] (38:34 - 39:34)

Das Wichtigste ist, dass ich mit meinem Herz mal spreche und zum Beispiel sage, mein liebes Herz, du schlägst ruhig und kräftig und das jeden Tag, hunderttausende Mal, ich mag dich oder ich hab dich lieb oder irgend sowas. Das ist ja auch etwas für uns ganz fremdes. Wir kommen ja bewusst, wenn irgendwas nicht funktioniert, ich hab's da an der Pumpe oder das Knie ist Mist oder Schrott oder sonst was.


Einfach mal das ein bisschen umkehrt und sagt, ich hau ich mal in mich rein, was funktioniert denn alles eigentlich super und da könnte ich mich auch mal für bedanken. Prävention heißt, ich muss es benutzen. Es möchte auch benutzt werden.


Das heißt, ich sollte mich schon bewegen. Ich sollte es auch mal in Bewegung setzen, dass es mal ein bisschen mehr arbeitet. Genau wie ein Kind sagen muss, jetzt mach mal deine Schularbeiten und setz dich mal ran und guck nicht nur Fernsehen.


Bewegung, Ausdauerbewegung, Ausdauersport. Am liebsten ist mir Nordic Walking, muss ich nach wie vor sagen, obwohl es ja schon fast wieder abgeebbt ist und auch darüber, es ist ja was für alte Leute und es erfällt ja Quatsch. Wenn man einmal Nordic Walking barfuß am Strand gemacht hat, dann weiß man, dass das Leistungssport ist.


[Nils Behrens] (39:35 - 39:58)

Ich finde Walken generell, ich habe neulich gerade mit schönen Grüßen an Frau Fuxi mal eine schnelle Runde um die Alster gedreht. Das ist schon ein richtiger Sport und das interessante ist, ganz kurz das Side-Effekt, ich jogge das normalerweise und wir sind dann eben halt gewalkt. Wir haben dann eben halt dementsprechend länger gebraucht, aber der Kalorienunterschied ist gar nicht so massiv höher beim Joggen wie beim schnellen Walken.


[Christian W. Engelbert] (39:59 - 41:09)

Deswegen auch jetzt Fahrrad, sagen die Sportmediziner, wenn du jetzt so ein Stehfahrer zu Hause hast und so ein Ergometer da, das ist gar nicht sinnvoll, da hohe Belastungen reinzumachen. Mach es einfach. Mit wenig Belastung hast du einen super Trainingseffekt.


Also Ausdauertraining, Ausdauersport, Muckibude schwierig, weil du Einzelmuskel trainierst, Krafttraining mit Pressatmung, also Ausdauersport ist klasse, Radfahren, Schwimmen, Tanzen, ganz toll, ganz wichtig für den Rhythmus, Tanzen, alles was die Atmung mit einbezieht ist toll. Yoga kann man natürlich auch machen, wunderbar. Das ist eine wichtige Prävention, aber ich muss es auch mögen.


Ich muss nicht da laufen, auch dieses Bezug auf mein inneres Leben, wie finde ich denn das da hin? Habe ich einen Bezug zu meinem Herzen? Habe ich einen Bezug zu meiner Nähe, zu meiner Niere?


Dass ich das mache, weil ich glaube, es geht mir wirklich gut und nicht, weil es irgendwo in der Zeitung steht. Ernährung, riesen Thema natürlich, klar. Was ist gesunde Ernährung?


Gibt es nicht. Es gibt nur Ernährung, die es mir gut bekommt und die für mich gemacht ist, aber sie ist wichtig natürlich. HRV, die Balance zwischen Anspannung und Entspannung.


[Nils Behrens] (41:09 - 41:31)

Aber das Wichtige ist tatsächlich, dass es eine Balance ist, weil ich war jetzt gerade so überrascht, Brian Johnson als der Longevity Verrückter, muss man ja wirklich sagen, dieser Milliardär, der zwei Millionen im Jahr für seine Nicht-Altern ausgibt, hat jetzt gerade ein Video gepostet, dass er sagt, am besten ist es, wenn wir immer entspannt werden und das ist doch...


[Christian W. Engelbert] (41:31 - 41:32)

Völliger Quatsch.


[Nils Behrens] (41:32 - 41:32)

Völliger Quatsch, oder?


[Christian W. Engelbert] (41:33 - 42:16)

Völliger Blödsinn. Da brauchst du es ja dann nicht. Dann sagt das Herz, mein Muskel brauche ich nicht, dann schrumpft das alles und genau das nicht.


Also es ist wie ein Pendel, was hin und her schlingt. Das ist ja die Schwierigkeit, dass man das versucht auszugleichen und da sind so die altöstlichen Weisheiten gar nicht so schlecht, dass man mal den Kopf leer macht und dass man aber das Ganze auch mal ein bisschen anders betrachtet und nicht unter dem Messen, Leistungsdruck, Parameter messen, so und soviel Proteine muss ich nehmen. Das geht alles in eine Richtung des Materialistischen und das sind wir nicht.


Wir sind es nicht. Es gibt auch keine Normen. Diese Normwerte, das ist auch so.


Wo ist denn die psychische Normwert von Normalität? Wo ist denn die? Kenn ich nicht.


[Nils Behrens] (42:17 - 42:36)

Normwerte sind aber eine ganz gute Vorlage jetzt für meine nächste Frage. Das Thema Geschlechterunterschied.


Komme ich jetzt gerade von einer Veranstaltung, da war eine Kardiologin dabei, die schreibt gerade ein Buch über das Thema Frauen Herzgesundheit und das ist ja doch ein massiver Unterschied gerade in der Medizin, den man immer wieder feststellt, oder?


[Christian W. Engelbert] (42:37 - 45:00)

Eines meiner Lieblingsthemen seit vielen Jahren und da muss ich als Nestbeschmutzer eigentlich meinen Kolleginnen und Kollegen sagen, das ist eigentlich ein Jammer, dass wissenschaftliche Daten, die ausreichend da sind, gerade in der Kardiologie zum Thema Unterschiede Mann und Frau, einfach ignoriert werden. Das fängt bei Medikation an, das hört beim Training auf. Das ist eins der traurigsten Kapitel, muss ich sagen.


Die Gendermedizin, so nennt sie sich ja, ist seit vielen Jahrzehnten etabliert. Es gibt sogar einen Lehrstuhl an einer freien Universität. Die Erkenntnisse daraus werden nicht in der Praxis umgesetzt.


Ich nehme ein Beispiel. Beta-Blocker. Es gibt verschiedene Beta-Blocker, die blockieren die Herzfrequenz und damit auch den Blutdruck.


Die werden unterschiedlich verstoffwechselt im Körper. Es gibt Enzyme, die bauen das ab. Bei einem Beta-Blocker sind die Enzyme bei einem Mann 100 Prozent, das wird in den Studien abgebaut, und bei der Frau geht das viel langsamer, weil die weniger Enzyme hat, um diesen Beta-Blocker abzubauen.


Das heißt, sie nimmt ein, baut langsamer ab, nimmt ein, baut langsamer ab, der Spiegel steigt. Was wird sie? Sie wird müde.


Der Blutdruck sinkt, sie wird müde und keiner weiß warum, vielleicht psychische Probleme. Anstatt zu gucken, ich weiß, dass bei diesem Beta-Blocker die Enzymaktivität bei der Frau erhöht ist. Und jetzt wäre es das Einfachste, diese Beta-Blocker gibt die Frau nicht mehr.


Es gibt ja genug andere. Passiert aber nicht. Gerade dieser Beta-Blocker wird bei Frauen hervorragend verteilt und gegeben, und das macht mich wahnsinnig, wenn ich das sehe.


Das ist wirklich ein Beispiel. Die Symptomatiken, gerade beim Herzen, sind bei Frauen völlig anders als beim Mann. Beim Mann kennt man das typische Herzinfarkt, Brustschmerz, Schmerz im linken Arm, kleinen Finger.


Bei der Frau ist es oft eine Übelkeit, oder ein Bauchschmerz, oder ein Rückenschmerz. Die Herzschwäche, großes Thema der heutigen Zeit, bei der Frau oft eine Müdigkeit, ein Schwindel. Also ganz andere Symptomatiken, die ich mir sehr genau anhören muss, wenn die Patientin kommt und ich sage, naja, vielleicht ein Magengeschwür oder ein bisschen Verdauungsstörung.


Nee, das ist das Herz. Da muss ich wissen. Und das kann man heute wissen.


Jedenfalls in unserer Zunft können wir das wissen. Und da ist viel zu tun. Und Bücher müssen auch gelesen werden dieser Art, ganz sicher.


[Nils Behrens] (45:00 - 45:27)

Mein größter Schock war in diesem Zusammenhang, dass ich gelernt habe, dass grundsätzlich Medikamente immer nur an Menschen getestet sein müssen, um eine Zulassung zu bekommen. Das heißt aber selbst Produkte, die ausschließlich nur für Frauen sind, so wie Antibabypillen, werden auch gerne mal Männern gegeben, weil Männer einfach robuster sind, in Anführungsstrichen, was solche klinischen Tests betrifft.


Und dann sagt man, die haben die Antibabypille total gut vertragen. Und dann werden die zugelassen.


[Christian W. Engelbert] (45:27 - 45:45)

Der 40-jährige Mann, gesund, 30-40 Jahre, der kriegt keine Regel, der fällt nicht aus bei der Studie. Der macht keine Pausen. Das ist ein Unding.


Die Studien werden nur an gesunden, jungen Männern gemacht. Das geht nicht. Langsam ändert sich das ein bisschen, aber das ist überholungsbedürftig.


[Nils Behrens] (45:46 - 45:56)

Dann verlassen wir doch mal die Pharmabranche und kommen mal zu dem Thema der traditionellen Heilmethoden und der Pflanzenheilkunde. Auch da hast du ein Kapitel in deinem Buch drin. Welche Rolle spielt es denn für die Kardiologie?


[Christian W. Engelbert] (45:58 - 47:27)

Wenn man sich ein bisschen damit auskennt, eine große, weil ich weiß, dass das Herz, wie alle anderen Organe eben auch, auf sanfte Reize aus der Pflanzenmedizin oder aus der Pflanzenheilkunde hervorragende Wirkung haben. Bis hin zu stark wirksam, wenn irgendwas Digitales, den Fingerhut, wenn man den überdosiert, kriegt der Patient aber richtig Probleme. Das ist nicht irgendwas so ein bisschen Pflänzchen.


Man muss es gut dosieren, man muss sich gut auskennen und kann damit sehr gut den Patienten unterstützen. Ein sehr schwieriges Thema ist das Thema Strophantin. Ich weiß nicht, ob das dir was sagt.


Strophantin ist ein uraltes Heilmittel zur Stärkung der Herzkraft, ist dann irgendwann in Vergessenheit geraten, wurde negativ bewertet, weil es ja ganz andere Präparate gibt. Da gab es sogar richtige unangenehme Ereignisse um dieses Präparat. Jetzt kommt es langsam wieder.


Es hat kaum Nebenwirkungen. Wenn es gut dosiert wird, hat es eine wunderbare Wirkung auf die Herzkraft. Es kommt nicht wieder hoch.


Es kommt nicht wieder hoch. Es gibt viele Pflanzen, die sehr schön balancieren und zwar den hohen Blutdruck beruhigen und den niedrigen Blutdruck etwas stabilisieren. Gibt es wunderbare Kombinationen aus verschiedenen Herzen.


Die Eseldistil zum Beispiel ist ein wunderbares Präparat. Pflanzen, die in ihren Namen schon ihre Wirkung tragen. Herzgespann zum Beispiel.


So wie Frauenmantel. Herzgespann. Ein großartiges Mittel.


Man muss sich damit ein bisschen auskennen und man muss auch gucken, welche Präparate nehme ich. So fein und so gut komponiert gibt es nicht so viele Firmen, die so etwas so toll herstellen. Gibt es aber.


Und damit kann man wunderbar arbeiten. Die Patienten nehmen das dankbar auf. Dankbar auf.


[Nils Behrens] (47:27 - 47:48)

Ja klar. Ich glaube, jeder sucht nach Alternativen aus der Pharmaindustrie, weil letztendlich hat sie zumindest den Ruf, dass sie eher die Symptome als die Ursache beheben. Und von daher, glaube ich, ist es auf jeden Fall eine gute Geschichte.


Kommen wir deswegen doch mal zu dem letzten Fragen so ein bisschen Ausblick. Wo siehst du die größten Herausforderungen, aber auch die größten Chancen in der zukünftigen Behandlung und Prävention von Herzerkrankungen?


[Christian W. Engelbert] (47:48 - 48:24)

Also fangen wir mal mit dem sogenannten Negativen an. Du hast es schon ein bisschen angesprochen. Mit diesem Milliardär, der für seine Longvita da alles macht.


Es gibt ja die Strömung des Transhumanismus. Der Transhumanismus ist eine ganz interessante Entwicklung. Da versucht man ja, bevor eine Krankheit eintritt, das Organ zu ersetzen.


Zum Beispiel, ich möchte besser Tennis spielen. Ich nehme mir meinen Arm ab und lasse mir ein neues Schultergelenk einbauen mit dem Arm daran. Dann habe ich eine viel bessere Aufschlagtechnik.


Das passiert. Also diese Scheibox, das kostet viel Geld. Das wird richtig genutzt.


Ersetzen, rechtzeitig ersetzen.


[Nils Behrens] (48:25 - 48:42)

Da kommen jetzt Olympische Spiele tatsächlich. Also nicht natürlich von Olympia, aber es sind von verschiedenen Milliardären finanzierte Enhanced Olympische Spiele. Wo es nur darum geht, was man heutzutage medizinisch machen kann, um eben halt, also Doping erwünscht.

 


[Christian W. Engelbert] (48:42 - 50:35)

Ja, unfassbar. Grusel. Gruselkabinett. Ganz im Gegenteil dazu.


Also jetzt die Tendenz, was ich auch versuche, in den Vorträgen oder mit den Patienten, wie auch immer, dass einfach mal ein bisschen ein anderer Blick auf die Herzfunktion gelegt wird und zu sagen, Mensch, was ist eigentlich die Eigenschaft des Herzens bei der Frau? Worauf ich achten muss? Die Entspannungsfähigkeit des Herzmuskels.


Beim Mann schaue ich auf die Zusammenziehkraft, also die Spannungskraft. Dass ich einfach mal ein bisschen differenzierter schaue und zum Beispiel sage, was macht das Herz? Das Herz kann riechen?


Wusste ich nicht. Es gibt Zellen im Herzmuskel, die registrieren die Fettqualität. Die registrieren also, welches Fett an ihm vorbeifließt.


Bei Omega 3 reagieren sie günstig, bei ungünstigen Fetten eben ungünstig. Dass ich weiß, dass das Herz also ein Messinstrument ist für Säuregehalt, für Salzgehalt, Regulation, und das Herz weiß genau, was in der Peripherie gebraucht wird. Dass ich einfach dieses Wunderwerk ein bisschen mehr betrachte durch Aufklärung und sage, Mensch, lass uns dein Herz mal ein bisschen anders angucken.


Das, denke ich, ist wichtig. Und wenn ich anschaue, wie viel Bemühungen in die Herzgesundheit oder Herztherapie gesetzt werden und trotzdem sterben immer noch die meisten an Herz-Kreislauferkrankungen, dann frage ich mich, da ist irgendwo ein kleiner Denkfehler. So ein bisschen gucken und das muss man immer auf der Schulmedizin leider vorwerfen, dass sie nicht guckt, was gibt es denn sonst noch?


Und die sogenannte Komplementärmedizin, das ist die Medizin, die es seit 400, 4000 Jahren gibt. Und das andere ist 200, 300 Jahre alt. Also ein bisschen, dass man miteinander spricht.


Ich brauche trotzdem den Mann, der eine Herzkatheter macht und mir einen Stent setzt, den brauche ich. Ich habe übrigens einen anderen Namen, die heißt nicht mehr Ärzte, die heißen Interventionalisten. Aber dass ich miteinander spreche, dass wir miteinander reden können und sagen, Mensch, guck mal, ich habe die Erfahrung, guck doch mal, ob das nicht bei deinen Patienten auch gut wäre.


Es fängt an, so im Kleinen, aber da ist ganz, ganz viel Aufklärungsarbeit.


[Nils Behrens] (50:36 - 50:46)

Und Aufklärungsarbeit hast du eben halt in deinem Buch, was jetzt bald rauskommt, das Herz verstehen und schützen. Und ich danke vielmals für das Gespräch, dass wir hier schon so viel Aufklärung von dir hatten.


[Christian W. Engelbert] (50:46 - 50:46)

Vielen Dank.

 


[Nils Behrens] (50:50 - 50:59)

Was würdest du sagen, wie viel Prozent, wenn du jetzt einfach mal so off the record schätzen würdest, wie viel Prozent der Herz-Kreislaufkrankheiten oder generellen Herzerkrankungen sind lebensstilorientiert?


[Christian W. Engelbert] (51:00 - 51:27)

95 Prozent. Vielleicht, ja, also denke schon. Jetzt nicht den Bergbauern, der in Steiermark arbeitet, den meine ich nicht, aber in unserer Gesellschaft, wie wir sie verstehen, denke ich, ist da ein Riesenanteil.


Und das macht jetzt auch das Problem, dass so viele damit eben auch zu leiden haben, dass das Leid so groß ist und die Sterblichkeit so hoch ist, weil irgendwann sagt das Herz so, Tschüss. Wenn du mich nicht achtest oder beachtest, dann mache ich es nimmer nass.

 

 

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