

Projekt Lebensverlängerung: Wie Forschung und Lifestyle das Altern neu definieren
Länger leben – und das bei bester Gesundheit. Was früher nach Science-Fiction klang, ist heute Gegenstand intensiver Forschung. Biotechnologie, Zelltherapie, Genforschung und künstliche Intelligenz arbeiten an einem Ziel: das biologische Altern zu verlangsamen oder sogar umzukehren. Wissenschaftsjournalist Thomas Schulz beleuchtet, was davon bereits Realität ist, welche Visionen die führenden Forscherinnen und Forscher verfolgen und was wir selbst heute schon für mehr Lebensjahre in Gesundheit tun können.
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Die neue Wissenschaft des Alterns
Altern ist kein Schicksal, sondern ein biologischer Prozess – und damit grundsätzlich veränderbar. Weltweit arbeiten Labore daran, die Mechanismen zu verstehen, die Zellen altern lassen. Dabei geht es um Themen wie Zellreparatur, DNA-Stabilität, Stammzellaktivierung und Entzündungshemmung.
In den letzten Jahren hat sich die Altersforschung enorm beschleunigt:
- Epigenetik zeigt, dass Gene durch Lebensstil, Ernährung und Umweltfaktoren beeinflussbar sind.
- Senolytika sollen alternde, funktionslose Zellen gezielt entfernen.
- Reprogrammierungstechniken zielen darauf ab, Zellen in einen „jüngeren“ Zustand zurückzuführen.
- Stoffwechseltherapien wie NAD+, NMN oder Metformin werden erprobt, um Alterungsprozesse zu bremsen.
Was früher als Traum galt, ist heute greifbar: Alterung wird zunehmend als behandelbarer Zustand gesehen – nicht als unvermeidlicher Verfall.
Technologische Fortschritte – von der Zelle bis zur KI
Neben der Biologie treibt Technologie den Wandel voran.
- Künstliche Intelligenz beschleunigt Wirkstoffforschung, simuliert Alterungsprozesse und entdeckt Muster in riesigen Datensätzen.
- Wearables und Sensorik messen Vitalparameter in Echtzeit und helfen, Lebensstilfaktoren präzise zu steuern.
- Stammzelltechnologie erlaubt die Regeneration geschädigter Gewebe, etwa bei Herz, Haut oder Muskeln.
- mRNA- und Gen-Therapien könnten in Zukunft präventiv eingesetzt werden, um degenerative Erkrankungen zu verhindern.
Ziel all dieser Ansätze ist nicht Unsterblichkeit, sondern gesunde Langlebigkeit – also mehr Lebensjahre in Vitalität und Selbstbestimmung.
Ethik und Gesellschaft – dürfen wir das?
Die Vision eines verlängerten Lebens wirft Fragen auf: Wer hat Zugang zu solchen Technologien? Wie verändert sich eine Gesellschaft, in der Menschen 100 oder 120 Jahre alt werden?
Thomas Schulz betont, dass diese Diskussionen Teil des Fortschritts sein müssen. Technologie allein reicht nicht – entscheidend ist, wie wir sie nutzen. Langlebigkeit darf kein Privileg weniger werden, sondern sollte für alle zugänglich sein.
Lebensverlängerung im Alltag – was wir jetzt schon tun können
Auch ohne Hightech kann jeder viel tun, um Alterungsprozesse zu verlangsamen. Die wichtigsten wissenschaftlich belegten Hebel sind:
- Bewegung: Krafttraining, Ausdauer und regelmäßige Aktivität aktivieren Zellreparaturprozesse.
- Ernährung: Pflanzlich betonte Kost mit viel Gemüse, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien schützt Zellen.
- Schlaf: 7–8 Stunden pro Nacht sind entscheidend für Regeneration und Hormonbalance.
- Stressmanagement: Meditation, Natur, soziale Kontakte – chronischer Stress beschleunigt Zellalterung.
- Kälte- und Hitzereize: Saunagänge, Wechselduschen oder Eisbäder stimulieren die Mitochondrien und fördern die Zellgesundheit.
Diese einfachen, aber konsequent umgesetzten Prinzipien bilden die Basis für gesundes Altern – egal, wie weit die Wissenschaft noch kommt.
Take Aways
- Altern ist ein biologischer Prozess, der beeinflussbar ist.
- Forschung und Technologie schaffen neue Möglichkeiten zur Lebensverlängerung.
- Gesundheit steht im Fokus, nicht Unsterblichkeit.
- Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stressreduktion bleiben die zentralen Säulen der Langlebigkeit.
- Langlebigkeit bedeutet nicht nur mehr Jahre, sondern vor allem mehr gute Jahre.
REchtlicher hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Gesundheitsbezogene Aussagen müssen individuell geprüft und gegebenenfalls mit Ärztinnen oder Therapeuten abgestimmt werden.
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Thomas Schulz ist Journalist und Bestsellerautor mit einem Fokus auf Technologien, Medizin und Zukunftsentwicklung.
Er untersucht, wie digitale Innovationen, Künstliche Intelligenz und biomedizinischer Fortschritt unsere Lebenswelten verändern – etwa in seinen Büchern zur Zukunftsmedizin und Lebensverlängerung. Sein Stil verbindet anspruchsvolle Recherche mit verständlicher Sprache, so dass er sowohl technische Mechanismen als auch gesellschaftliche Auswirkungen fundiert darstellt. Schulz zeigt auf, wo Chancen zur Gesundheitsverbesserung liegen, aber auch welche ethischen und sozialen Fragen sich daraus ergeben – und regt dazu an, nicht nur zuzusehen, sondern sich aktiv mit den Folgen technologischer und medizinischer Veränderung auseinanderzusetzen.
Mehr zu Thomas Schulz: https://www.tomschulz.com/
Zu seinen Bestsellern: https://www.tomschulz.com/bestseller/
025 Projekt Lebensverlängerung. Mit Thomas Schulz
[Thomas Schulz] (0:00 - 0:20)
Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Schritt, wenn man eigentlich erst mal versteht, was genau im Körper passiert. Das ist eine ganz andere Motivation, da nochmal einzugreifen, zu sagen, okay, also wenn ich meine eigenen Zellen tatsächlich motivieren kann, sich zu verjüngen, indem ich ein bisschen mehr Sport mache, ist das was anderes, als wenn man allgemein zu dir sagt, komm, jetzt geh mal eine halbe Stunde laufen, das ist doch gesund für dich. Also mich hat das ganz anders motiviert jetzt.
[Nils Behrens] (0:21 – 1:41)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheits-Podcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich guttut.
In einer Zeit, in der der medizinische Fortschritt und die technologischen Innovationen das Potenzial haben, unser Leben grundsätzlich zu verändern, rückt die Frage nach der Verlängerung eines gesunden Lebens zunehmend in den Fokus. Die Idee, nicht nur länger zu leben, sondern diese zusätzlichen Jahre auch in guter Gesundheit zu verbringen, fasziniert und bewegt Wissenschaftler, Mediziner und die Gesellschaft gleichermaßen.
Dabei geht es nicht nur um die Zukunft der Medizin, sondern auch um die grundlegenden Veränderungen in unserem Verständnis vom Altern und von der Lebensqualität. Thomas Schulz ist ein renommierter Wissenschaftsjournalist und Autor, der als langjähriger US-Korrespondent des Spiegels über die neuesten Entwicklungen in Technologie und Wissenschaft berichtet hat. Mit seinem Fokus auf Zukunftstechnologien und Biomedizin hat er sich als Experte für Themen rund um künstliche Intelligenz, Gentechnik und Verlängerung der Lebensspanne etabliert.
In seinem Buch Projekt Lebensverlängerung beleuchtet er, wie durch Spitzentechnologie und moderne Medizin ein gesundes Leben bis ins hohe Alter möglich sein kann. Und darauf freuen wir uns sehr. Deswegen sage ich herzlich willkommen, Thomas Schulz.
[Thomas Schulz] (1:41 – 1:42)
Danke für die Einladung. Ich freue mich.
[Nils Behrens] (1:42 – 2:29)
Ach Thomas, ich muss dir erst mal ein Vorschusslob geben.
Ich finde, dein Buch ist, man sagt ja immer wieder so, es sind ja in letzter Zeit sehr viele Longevity-Bücher so rausgekommen und man denkt immer so, wer braucht denn noch den nächsten Longevity-Ratgeber? Und das, was ich so faszinierend finde, es ist ja weder noch. Also dein Buch ist ja weder ein Ratgeber, es ist ein Ratgeber, aber eigentlich nicht nur.
Es ist auch eine ethische Betrachtung, der sollen wir das eigentlich alles machen und wohin führt das mit unserer Gesellschaft? Und es ist eben halt eigentlich auch ein wissenschaftlicher Bericht. Also ich bin total begeistert und dieses Vorschusslob wollte ich einmal loslassen, bevor ich dann aber doch zu meiner ersten Frage komme.
Nach der Recherche zu diesem Buch, wie wichtig sind denn jetzt Sonntage für unsere Longevity?
[Thomas Schulz] (2:31 – 2:34)
Sonntage? Im Sinne von Freizeit, meinst du?
[Nils Behrens] (2:34 – 2:35)
Erholung, Regeneration.
[Thomas Schulz] (2:38 - 3:11)
Ich wäre froh, wenn ich mal wieder einen Sonntag hätte, um ehrlich zu sein.
Erwischst mich gerade in der Zeit, die sieben Tagewochen irgendwie bedeuten. Also ich glaube, dass die Sonntage gar nicht mehr so wichtig sind, sondern das ist einfach die sieben Tage in der Woche komplett sein müssen, indem man irgendwie Zeit findet, sich zu erholen und dass man einfach diese Freizeit einbaut mit Sport und Zeit für sich selbst xüber die gesamte Woche verteilt. Weil eigentlich genau das, ich schufte mich sechs Tage zu Tode und an einem Tag erhole ich mich, finde ich eigentlich gar nicht richtig.
Also das ist irgendwie auch das, was ich von allen höre, die sich damit befassen.
[Nils Behrens] (3:11 - 3:28)
Schuftig mich zu Tode ist ja direkt mal eine gute Vorlage. Du sprichst in deinem Buch davon, dass wir durchaus gesund 100 Jahre alt werden können. Also je nachdem natürlich, wann man anfängt, seine Gesundheitseinwirkung, sage ich mal sowas.
Aber dass es für die nächste Generation vielleicht sogar schon völlig normal ist. Also die jetzt kommende.
[Thomas Schulz] (3:28 - 4:13)
Ja, nicht nur vielleicht. Also die führenden Demografen gehen davon aus, kann man ja berechnen nach oben, dass die Mehrheit der jetzt geborenen Generationen in den letzten zehn Jahren, dass die Mehrheit die 100 einfach erreichen wird. Das heißt natürlich nicht jeder, weil am Ende den einen oder anderen erwischt immer noch der Verkehrsunfall oder eben halt auch doch Krebs oder schwere Erkrankungen.
Aber die Mehrheit erreicht einfach die 100. Das heißt, wer jetzt Kinder hat im Alter unter 15, der sollte sich darauf einstellen, dass diese Kinder die 100 schaffen werden. Und das ist natürlich eine ganz andere Perspektive auf das Leben, wenn du von vornherein davon ausgehst.
Weil wir so in unserem mittleren Alter, wir sind ja nicht losgelaufen und haben gedacht, naja 100, wir wären ja froh, wenn wir die 80 schaffen.
[Nils Behrens] (4:13 - 4:42)
Absolut. Wobei ich finde es ganz interessant, weil, wenn man sich die jetzige Verlängerung der Lebensspanne anschaut im Durchschnitt und du bist ja lange in den USA gewesen, also da hat man diese Begriffe Lifespan und Healthspan, also die Lebensspanne und die Gesundheitsspanne. Und wenn man sich das anschaut, hat sich ja nur signifikant die Lebensspanne verlängert, aber nicht die Gesundheitsspanne. Das heißt also eigentlich verlängert sich momentan nur, der Teil des Dahin-Siechens sage ich jetzt mal so ein bisschen.
[Thomas Schulz] (4:43 - 5:42)
Ja, das ist immer so schwierig, auch wenn man sich diese Gesamtstatistiken anschaut. Das ist halt natürlich in die verschiedenen Segmente der Bevölkerung entwickelt sich das halt sehr unterschiedlich. Es gibt halt auch gerade in den USA natürlich so die unteren 30 Prozent, die signifikant schlechtere Gesundheits- und Lebenserwartungen haben, während eben die oberen 20 Prozent eben viel besser aufgestellt sind.
In Europa ist es ein bisschen ausgeglichen. Also wenn man sich die Gesamtstatistiken anschaut, ist das ein bisschen verwirrend. Aber am Ende funktioniert es tatsächlich ja nur so, dass wenn die großen Krankheiten ausbleiben, eben halt auch das Leben länger werden kann.
Das ist auch jetzt schon so. Es ist halt leider oft noch so, dass die letzten zehn Jahre nicht so dolle sein können. Aber das ändert sich ja gerade auch schon sehr.
Man hat es in den letzten zehn Jahren schon sehr stark gemerkt, weil wir angefangen haben, viele Krebsformen wirklich gut in den Griff zu bekommen. Und das macht einen erheblichen Teil der Gesundheitsspanne aus. Und das weitet sich jetzt auch auf viele andere von den großen Volkskrankheiten aus.
[Nils Behrens] (5:44 - 5:52)
Sehr gut, sehr gut. Dein Buch heißt „Projekt Lebensverlängerung“ und das erscheint jetzt am 25..
[Thomas Schulz] (5:52 - 5:53)
Genau.
[Nils Behrens] (5:53 - 6:08)
25. September. Wäre dann voraussichtlich, wenn wir diese Folge am 24. September dann mal rausbringen und dann können morgen alle direkt in den Buchladen laufen. Was verstehst du genau unter Projekt in diesem Zusammenhang? Also warum sollte jeder Mensch sich so einem Projekt widmen?
[Thomas Schulz] (6:08 - 6:52)
Es ist ein doppeltes Projekt. Es ist tatsächlich ein großes Projekt für die Wissenschaft und zwar für ganz viele verschiedene Disziplinen, für Medizinforscher, für alle verschiedenen Bereiche der Medizin, für Krebs, Alzheimer, weil alle arbeiten tatsächlich jetzt viel, viel stärker daran. Die Gerosciences, also die Alterswissenschaften, konzentrieren sich eben sehr viel stärker auf eine gesunde Lebensspanne.
Also zum einen ist ein Projekt für die für die Altersforschung wirklich das Altern zu Entschlüsseln. Auf der anderen Seite ist es ein Projekt für jeden Einzelnen von uns auch daran zu arbeiten, weil darauf zu warten, dass am Ende die große eine Pille kommt, die das Leben verlängert. Das ist eben nicht die Lösung und das kommt dann beides zusammen.
Deswegen finden wir, dass das Projekt genau der richtige Titel dafür ist.
[Nils Behrens] (6:54 - 7:12)
Viele würden ja sagen, Altern ist ein natürlicher Prozess. Und ich habe das bei Nina Ruge mitbekommen. Die hat mal irgendwann ein Buch geschrieben, das hieß „Altern wird heilbar“ und hat dafür sehr viel Gegenwind bekommen.
Und es gibt ja sehr viel Thesen, die immer wieder sagen, dass man Altern eher als eine Krankheit bezeichnen würde. Wie ist dein Zugang dazu?
[Thomas Schulz] (7:13 - 8:41)
Ja, es gibt ja einen großen Vertreter dieser These, David Sinclair, Harvard-Genetiker, den ich auch gesprochen habe in diesen hunderten Interviews, die ich in den letzten Jahren zu dem Thema geführt habe. Der wurde in den letzten Jahren auch stark dafür angegangen, dass er sagt, Altern müssen wir als Krankheit verstehen, weil es eben nicht die klassische Betrachtung aus der medizinischen Sicht ist. Aber in der Alternsforschung sieht man es inzwischen.
Die Alternsforschung vereint eben auch viele Disziplinen von Neurobiologie bis Onkologie, gehen inzwischen viele davon aus, dass man zumindest sehr grundsätzlich die Biologie betrachten muss und dass man sagen muss, okay, wenn wir uns den Körper anschauen und wie er sich verändert und auch wie auch Krankheiten entstehen, dann hängen sie am Ende alle zusammen. Und das Altern bringt eben diese vielen Krankheiten mit sich. Man kann natürlich auch am Ende sagen, der grundlegende Prozess, der hinter vielem steckt, ist eben das Altern.
Man kann ihn entweder als Grundprozess sehen oder man kann es zuspitzen und sagen, Altern ist eine Krankheit. Ich glaube, das ist am Ende, da kann man sich da semantisch drüber streiten, was das eine oder das andere ist. Aber worüber sich die führenden Wissenschaftler in der Welt schon einig sind, ist, dass dieser Prozess der Alterung ein so grundlegender, biologischer ist, den wir bis jetzt nicht verstanden hatten, aber der hinter vielem steckt und dass wir den als Grund, als Wurzel sehen müssen.
Und wir müssen diese Wurzel bekämpfen. Und das ist der Weg dazu, eben viele Krankheiten in den Griff zu bekommen.
[Nils Behrens] (8:43 - 9:01)
Du sprichst ja auch über die medizinischen Interventionen, wodurch Altern, ich sage jetzt mal ein Stück weit aufgehalten, manchmal sogar auch umgekehrt werden kann für spezielle Bereiche. Glaubst du, dass wir bereits da schon auf einem sehr guten Weg sind, das sozusagen auch in eine breite Masse dann auszurollen?
[Thomas Schulz] (9:04 - 10:27)
Also was die große Lösung angeht, da arbeiten ja einige dran, tatsächlich sozusagen einen zellulären Reset zu finden, also wirklich ein grundlegender Eingriff in die Biologie. Da sind wir noch nicht an dem Punkt. Ich glaube, dass wir tatsächlich da irgendwann hinkommen werden.
Da geht im Moment so viel Geld rein. Teilweise in Startups, aber auch in der Pharmaforschung. Und da hat sich so viel getan in den letzten 10, 15 Jahren in der Stammzellenforschung, dass man tatsächlich an den Punkt Altern stoppen und umkehren, wirklich auf der gesamtbiologischen Ebene, dass man da vielleicht irgendwann hinkommen kann.
Aber im Moment sind wir eher an dem Punkt, wo wir gelernt haben, wie man das Alter ein bisschen ausbremsen kann. Und das liegt dann vor allen Dingen in aller, allererster Linie eben an uns selbst. Das wussten wir auch vorher, Sport, Ernährung, darüber redest du ja auch sehr viel, dass das eine wesentliche Rolle spielt.
Ich fand das Spannende eben, dass man in den letzten wirklich nur 5, 6, 7 Jahren sehr konkret gelernt hat, wie diese eigenen Lifestyle-Maßnahmen tatsächlich bis in die molekulare Ebene des Körpers reinwirken. Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Schritt, wenn man eigentlich erst mal versteht, was genau im Körper passiert. Das ist eine ganz andere Motivation, da nochmal einzugreifen, zu sagen, okay, also wenn ich meine eigenen Zellen tatsächlich motivieren kann, sich zu verjüngen, indem ich ein bisschen mehr Sport mache, ist das was anderes, als wenn man allgemein zu dir sagt, komm, jetzt gehen wir eine halbe Stunde laufen, das ist doch gesund für dich.
Also mich hat das ganz anders motiviert jetzt.
[Nils Behrens] (10:28 - 11:09)
Total, total. Also bei mir, ich habe meine Sportroutine komplett geändert. Ich war früher wirklich ein nahezu ausschließlicher Läufer und habe dann Gym gerade mal so ab und zu, damit man irgendwie, ich sage mal, nackt besser aussieht.
Aber das war nie die Grundmotivation sozusagen. Und ich habe es jetzt komplett geswitcht. Also ich bin jetzt wirklich von, ich sage mal, wenn ich fünfmal die Woche Sport mache, bin ich mindestens dreimal die Woche im Gym und zweimal die Woche laufen, manchmal auch viermal die Woche Gym und einmal die Woche laufen.
Also dieses grundsätzliche Bestreben, weil ich habe es tatsächlich in meinen 20ern dann auch verpasst, da ein vernünftiges Muskelvolumen aufzubauen und das jetzt nachzuholen und sozusagen den Muskelverfall aufzuhalten, das ist eine meiner Grundmotivationen.
[Thomas Schulz] (11:09 - 11:53)
Genau, da kommt vieles zusammen. Um nochmal auf diesen Punkt zu kommen, also ich finde es schon faszinierend, wie tief wir in den letzten fünf, sechs, sieben Jahren gekommen sind. Zum Beispiel haben wir gelernt, also wir, die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Menschen, die viel Sport und Training betreiben, dass tatsächlich die Telomere, die unsere Chromosomen, unser Erbgut schützen, dass die wieder verlängert werden können, wenn man viel Training hat, weil anscheinend offenbar Enzyme angeregt werden, die tatsächlich die Telomere über den Chromosomen wieder verlängern.
Und das ist natürlich was völlig anderes, als zu sagen, hey, geh einmal die Woche laufen, das schützt Herzkreislauf. Tut es auch, aber wir gehen jetzt inzwischen viel tiefer und wir verstehen diese Zusammenhänge und das finde ich faszinierend.
[Nils Behrens] (11:54 - 12:15)
Total faszinierend, total faszinierend. Ich finde, ich mag dieses Gleichnis so gerne bei diesen Telomeren, das ist so ein bisschen wie diese Enden von den Schnürsenkeln, also wenn man dann diese Plastikdinger hat, man kennt das ja, wenn man Sneaker sehr lange trägt, dass die dann irgendwann auch aufbröseln und dann sind, also versuch da nochmal so ein Schnürsenkel dann irgendwo einzufädeln und so ähnlich. Also der Schutz macht ja schon Sinn.
[Thomas Schulz] (12:15 - 14:34)
Genau, also und da passiert irgendwie so wahnsinnig viel und deswegen bin ich überhaupt in diese Thematik reingekommen. Du hast es ja am Anfang gesagt, ich bin eigentlich kein Wissenschaftsjournalist als solcher. Ich war ja für den Spiegel der USA-Korrespondent, sehr lange kam 2009 in die USA, war der Posten noch in New York, Finanzkrise und dann fing damals gerade so die digitale Revolution richtig an.
Also Facebook wurde gerade erst groß, das iPhone kam erst noch, genau wurde dann auch, wurde dann groß, das iPad kam gerade raus, so all diese Sachen waren völlig neu. Google war damals auch echt noch nicht so groß, Apple hatte sich gerade erholt, so das war so 2010, 2011. Das Silicon Valley kannte eigentlich außerhalb der USA und Fachkreisen fast niemand, aber man merkte auf einmal, das kam so alles und dann musste ich ständig da rüber fliegen, weil so viele Geschichten waren und dann lernte man auch all die Leute, die heute große Stars sind, irgendwie noch kennen, als sie kleine Startup-Gründer mehr oder minder waren, Mark Zuckerberg und Larry Page und ich habe dann irgendwann gesagt, das ist mir zu viel mit der Fliegerei und was eigentlich passiert ist, dass Technik anscheinend ja anfängt, alles zu treiben. Es ist so wichtig und dann haben wir uns entschlossen, das Spiegel-Korrespondentenbüro von New York nach San Francisco und Silicon Valley zu verlegen und dann war ich dann viele, viele Jahre im Silicon Valley und habe diese ganze Entwicklung, wie KI auf einmal aufkam und ein Thema wurde von vor Ort verfolgt und das war der eigentliche Auslöser, weil alle, die sich mit Daten und KI und Big Data angefangen haben zu befassen, haben als erstes gemerkt, was kann ich damit? Ich kann Unmengen von Informationen verarbeiten und analysieren und verstehen, an die ich vorher nicht rankam und was treibt das als erstes?
Die Wissenschaft, weil die brauchen ja alle möglichen Informationen und das ist der Hintergrund, worum ich mich damit jetzt befasst habe, weil wie ist das alles möglich geworden, dass wir auf einmal so viel wissen über Telomere und Sport und Ernährungsmedizin? Das hängt halt irgendwie damit zusammen, dass wir ein ganzes Genom von Menschen innerhalb von ein paar Minuten für ein paar hundert Dollar analysieren können und dass wir unser Mikrobiom auslesen können und dass wir tatsächlich Zellen manipulieren können im Körper. Das geht alles nur, weil wir halt auf einmal diese Datentechnologie haben.
Das ist der Hintergrund.
[Nils Behrens] (14:35 - 14:49)
Es ist total spannend. Ich möchte auf den einen oder anderen Punkt gleich noch mal im Detail eingehen. Ich fand aber ein Thema auch wirklich sehr spannend in deinem Buch, die sogenannten Super-Ager.
Magst du vielleicht unseren HörerInnen mal erklären, was Super-Ager sind?
[Thomas Schulz] (14:49 - 15:39)
Super-Ager sind Menschen, die bis ins sehr hohe Alter, manche definieren es ab 85, manche ab 95, die bis ins sehr hohe Alter total fit und vital bleiben, sowohl physisch als auch kognitiv und dann meistens auch über die 100 noch teilweise drüber kommen und dabei aber eigentlich selbstständig leben, alleine zu Hause, die keine der Alterskrankheiten haben, die fast nie Krebs bekommen, kein Alzheimer, also sozusagen die das Leben, was wir uns so vorstellen, nämlich genau die fitten 100, die schaffen das schon.
Und von denen gibt es einige. Und in den letzten auch so 10, 15 Jahren haben ganz viele Wissenschaftsinstitute angefangen, solche Gruppen von Super-Agern zu beobachten und herauszufinden, warum sind die eigentlich so fit und wie können wir das vielleicht auch schaffen.
[Nils Behrens] (15:40 - 15:42)
Und gibt es da vielleicht schon Erste Erkenntnisse?
[Thomas Schulz] (15:42 - 19:59)
Ja, das ist total spannend. Tatsächlich wusste man relativ wenig und dann sind die Wissenschaftler da mit verschiedenen Thesen herangegangen. Ziemlich ausführlich haben mir das Mediziner vom Einstein College of Medicine in New York erzählt.
Die haben so große Super-Ager-Gruppen, die machen auch ziemlich viel zur Langlebigkeit im Allgemeinen, aber die haben da so große Kohorten. Nir Barzilai.
Und der macht auch viele verschiedene andere Ecken. Und da Metformin ist ein großes Thema, aber das nur am Rande. Genau, und die haben da mehrere von diesen Kohorten, die sie seit 10, 15 Jahren beobachten.
Und die sind aber auch am Anfang da herangegangen, ohne genau zu wissen, wonach sie eigentlich gucken. Die erste These, so hat er es jedenfalls dann auch erzählt, war, dass er sagte, okay, vielleicht haben sie die perfekten Gene einfach. Also das ist alles genetisch, Erbgut, die sind super drauf und die haben einfach Glück gehabt.
Haben sich aber angeschaut, haben sich dann auch genau das, was man heute halt kann, das ging früher nicht, die Gene sequenziert, sich alles angeschaut und haben festgestellt, die haben genau die gleichen oft problematischen Gene, die auch der Rest der Bevölkerung hat. Zum Beispiel gibt es die bekannten Brustkrebs-Gene und auch andere, also von diesen Onkogenen, die halt die Wahrscheinlichkeit für Krebs viel größer machen. Die hatten auch die Genetik, die eigentlich Alzheimer auslösen sollte oder zumindest sehr viel wahrscheinlicher macht, dass Alzheimer ausgelöst wird.
Die hatten schlechte Cholesterinwerte und all das, was wir eigentlich auch haben, aber sind trotzdem alt geworden. Die guten Gene waren es nicht. Die schlechten Gene waren es schon mal nicht.
Dann haben sie sich angeschaut, ob sie dann perfekte Gene haben, die alles sozusagen überstimmen. Die haben sie aber irgendwie auch nicht gefunden. Dann war noch die dritte Möglichkeit, wo sie gedacht haben, okay, vielleicht leben sie schon im perfekten Lifestyle.
Aber war natürlich auch nicht so, weil die Leute, die heute 90 sind, die sind natürlich genau durch diese 50er, 60er, 70er-Jahre gegangen, wo es irgendwie nur Fleisch und Kartoffeln gab. Das haben sie bis heute irgendwie auch alle gegessen. Viele von ihnen haben auch geraucht, irgendwie über lange Jahrzehnte.
Also einen perfekten Lifestyle haben sie am Ende auch nicht gelebt. Also einfache Antworten gab es leider schon mal irgendwie nicht. Aber wenn man die Leute dann über die Jahre sehr, sehr, sehr genau unter die Lupe genommen hat, dann hat man ein paar Hinweise gefunden, die für uns dann heute auch sehr spannend sind.
Zum Beispiel haben sie festgestellt, dass es ein Muster gibt, dass viele dieser Menschen so veranlagt sind, dass sie besonders viel gutes Cholesterin produzieren. Kennt ihr diese Unterscheidung? Gutes, schlechtes Cholesterin.
Das HDL, das LDL. Genau. HDL ist hab dich lieb.
Das ist die gute. Genau. Und dass sie zum Beispiel eben das in einem unglaublich großen Maße produzieren, dass sie so veranlagt sind.
Und die Schlussfolgerung war natürlich daraus, dass man gesagt hat, okay, wenn das so eine Rolle spielt, viel größer als wir es bis jetzt gedacht haben, dann musste man sich vielleicht anschauen, warum das den Körper so sehr beeinflusst und wie wir das zum Beispiel vielleicht in Interventionen in Menschen oder auch medikamentös am Ende auch für andere Menschen entwickeln können. Das ist alles noch nicht so weit, aber man lernt jetzt halt eben, dass es bestimmte Faktoren gibt, die am Ende eine Rolle spielen. Vor allen Dingen in den Hormonsystemen haben wir das irgendwie festgestellt.
Also auch gerade diese ganzen IGF oder IGF, das Wachstumshormonsystem, spielt dabei auch irgendwie eine Rolle. Das scheint bei den Menschen eben viel niedriger ausgeprägt. Das wussten wir eigentlich auch vorher schon so.
Wachstum ist irgendwie, oder Wachstumshormone zu haben. Irgendwie ist es wahnsinnig wichtig, so bis 20 halt, damit man wächst. Aber wir wussten auch vorher schon, wenn man irgendwie ausgeprägtes Wachstumshormonschema noch irgendwie mit 60 hat, dann verkehrt sich das irgendwann ins Gegenteil.
Es steigert das Krebsrisiko und auch andere Faktoren, die irgendwie nicht so gut sind. Bei den Menschen ist das eben nicht so ausgeprägt. Das ist auch schon der Gedanke, okay, nicht zu viel mit Fachbegriffen um uns schmeißen, aber dieses IGF1, das eines dieser Systeme ist, scheint irgendwie so ein Schlüssel zu sein, wo man die Super-Ager, bei denen ist das viel besser aufgestellt als im Rest der Bevölkerung.
Also können wir vielleicht medizinische Interventionen finden, die uns sozusagen der Biologie dieser Super-Ager näherbringen?
[Nils Behrens] (20:00 - 20:18)
Das liest man ja auch sehr häufig immer schon. Es ist ja dieser mTOR, der letztendlich diesen Wachstum mit rausbringt. Das spielt auch eine Rolle.
Und dass man ganz viele Interventionen als auch Medikamente, als auch Nahrungsergänzungsmittel usw. eben speziell auf den mTOR hat.
[Thomas Schulz] (20:19 - 20:23)
Genau, mTOR ist nochmal ein riesiges Gebiet. Wollen wir da einsteigen?
[Nils Behrens] (20:24 - 20:33)
Ich weiß es nicht so genau. Ich kann mir genau vorstellen, dass die einen Leute jetzt am Kopfhörer sagen, ja bitte, und die anderen sagen, oh mein Gott, nicht zu tief.
[Thomas Schulz] (20:33 - 22:40)
Lass es uns auf eine ganz grundlegende Weise ansprechen, weil es geht nochmal auf das zurück, was wir am Anfang gesagt haben. Und das finde ich wahnsinnig wichtig. Also mir hat es jedenfalls sehr geholfen, diese Welt der Alternsforschung und der Langlebigkeit besser zu verstehen, warum wir auf einmal da so weit gekommen sind und warum das alles kein, wie soll ich sagen, Wunschdenken oder Hokuspokus ist.
Es gibt, was wir in den letzten sieben, acht, neun Jahren geschafft haben, sind halt solche ganz spezifischen Signalwege im Körper, dazu gehört halt mTOR zu identifizieren, wo man weiß, die steuern vieles im Körper. Und mTOR ist einer dieser Signalwege, der tatsächlich das Nährstoffnetzwerk im Körper steuert. Das ist wie ein Sensor.
Und da haben wir herausgefunden, dass es halt solche Sensoren gibt und dass die halt eine zentrale Rolle spielen. Und dass man solche Sensoren einfach mit Sport und Ernährung halt stimulieren kann. Das kann man relativ einfach dann irgendwie auch erklären.
Du hast da so Nährstoffsensor, der merkt halt irgendwie, kriegst du viel Energie zugeführt, also viel Essen, oder kriegst du halt irgendwie wenig, wenig Essen. Und dann reagiert die Zelle darauf und unser Körper. Also ganz vereinfacht gesagt, wenn dieser Nährstoffsensor irgendwie merkt, es gibt weniger, als er gedacht hat, dann schaltet der in den Modus, wo er sagt, hier Zelle, wir haben irgendwie ein bisschen weniger Energie, als wir dachten.
Wir sollten uns ein bisschen fitter halten. Also Selbstreinigung anschmeißen, DNA-Reparatur. Es sind irgendwie schlechte Zeiten.
Sieh mal zu, dass du in die Pötte kommst. Und wenn der halt merkt, Überversorgung, es gibt so viel Energie und Essen, dann macht er irgendwie wie Couch-Potato. Dann ist die Zelle eher so, oh mei.
Und wird halt immer schlapper. Und dann irgendwie eine schlappe Zelle macht halt irgendwie auch schlappe Organe und einen schlappen Körper. Das ist so jetzt die ganz vereinfachte Version.
All so einen Kram wussten wir halt einfach vor zehn Jahren nicht. Jetzt wissen wir das. Und daraus kann man natürlich dann schon Schlussfolgerungen, 20, 30 solcher großen, grundlegenden Erkenntnisse führen halt dazu, dass wir diesen gesamten Körper besser verstehen.
Und wenn wir den verstehen, dann können wir auch Interventionen, Eingriffe, Medizin entwickeln.
[Nils Behrens] (22:40 - 22:47)
Das ist ja das, was ich immer sage. Wir haben im Grunde genommen eigentlich jetzt das Verständnis, warum wir altern und damit auch den Schlüssel dazu in der Hand, um es aufzuhalten.
[Thomas Schulz] (22:48 - 23:38)
Ganz genau. Man kann nichts aufhalten, was man nicht versteht. Und das ist das Faszinierende.
Das ist uns in den letzten zehn Jahren gelungen. Eben aufgrund all dieser digitalen Technologien. Es wäre halt alles ohne künstliche Intelligenz und Big Data und Machine Learning einfach nicht denkbar gewesen, weil das so kompliziert und komplex ist.
Und das können wir jetzt. Und jetzt lernen wir halt in einem wahnwitzigen Tempo, dass die Wissenschaft ja gar nicht hinterherkommt. Aber man sieht es halt daran, dass rund um die Welt, auch in den Eliteuniversitäten, diese ganzen Aging-Institute, manche nennen sich auch Longevity-Institute, dass die halt ausgebaut werden, dass die größer werden, dass auch ganz viele Wissenschaftler aus den angrenzenden Bereichen, sei das Onkologie oder Neurobiologie, in diese grundlegende Alternsforschung strömen, weil sie halt sehen, dass sich da was tut.
[Nils Behrens] (23:39 - 24:00)
Lass uns doch mal von dem subjektiven, ich fühle mich alt oder ich sehe alt aus, hin zu dem wirklich objektiven kommen. Es gibt ja unser kalendarisches Alter und es gibt unser biologisches Alter. Und da gibt es ja verschiedene Messmethoden, das zu messen.
Was sind denn so die üblichsten, gängigsten Methoden, wo du dich auch in deinem Buch mit auseinandergesetzt hast?
[Thomas Schulz] (24:01 - 25:36)
Ja, ich finde es ja wahnsinnig spannend. Ich weiß nicht, ob ihr hier schon mal ab und an in einem Podcast darüber gesprochen habt. Das ist ja auch eine dieser großen, finde ich, faszinierenden Entdeckungen, dass wir in der Lage sind, unser wirkliches biologisches Alter jetzt ganz gut zu bestimmen.
Also nicht nur das, was irgendwie auf der Geburtsurkunde oder auf dem Personalausweis steht. Wir kennen das ja oft, wenn du zum Klassentreffen gehst und der eine sieht aus, als wäre er immer noch gerade frisch vom Abi gekommen und der nächste sieht aus, als wäre er kurz vor der Rente. Und dieses äußerlich anders Wirkende, das kann man auch im Detail bis in die Zelle dann auch oft messen, dass die Menschen wirklich völlig unterschiedlich gealtert sind.
Es gibt natürlich viele Gründe dafür. Manche sind natürlich auch klar, wer irgendwie jede Nacht nur drei Stunden schläft und drei Päckchen Zigaretten raucht, aber auch Krankheiten können das natürlich verursachen. Vor zehn Jahren, man merkt irgendwie, es fällt alles zusammen mit dem Aufkommen von KI, gab es hier einen deutschstämmigen Genetiker, der tatsächlich eine Methode entwickelt hat, wie man das an ganz, ganz vielen Stellen im Körper, hängt mit einem komplizierten Prozess zusammen, den wir nicht irgendwie aufarbeiten müssen hier, aber wer es googeln will, das nennt sich DNA-Methylierung.
Und es gibt noch einen Prozess, der heißt Epigenetik. Das kann man sich ja merken, also Genetik wissen wir ja alles, was es ist und Epigenetik, Epi heißt über, ist sozusagen das, was steuert irgendwie, welche Gene bei uns eigentlich zum Einsatz kommen.
[Nils Behrens] (25:36 - 25:36)
Ich sage mal wie Lichtschalter, sozusagen. Also man kann die an- oder ausschalten.
[Thomas Schulz] (25:37 - 26:08)
Genau. Genau. Also sozusagen du hast irgendwie eine Veranlagung, aber welche davon zum Zuge kommt, das wird am Ende durch diese Epigenetik bestimmt so.
Und der hat sich halt einfach gedacht, naja, vielleicht kann ich halt irgendwie auch diese Epigenetik am Ende messen, indem ich an ganz vielen verschiedenen Stellen diese DNA-Methylierung irgendwie untersuche, ein paar hunderte Orten sozusagen, verschiedene Moleküle untersuche. Und das ist ihm halt auch gelungen so. Brauchen wir uns den Prozess nicht näher anzuschauen.
[Nils Behrens] (26:08 - 26:10)
Aber Entschuldigung, ist das nicht S.E. Crowell?
[Thomas Schulz] (26:10 - 26:11)
Ja, genau.
[Nils Behrens] (26:11 - 26:12)
Und der ist deutschstämmig?
[Thomas Schulz] (26:12 - 26:44)
Ja, der ist deutschstämmig. Doch, der hat Frankfurt, Berlin. Der hat auch hier ursprünglich in Berlin Mathe hat er hier erst mal studiert.
Genau. Spricht natürlich auch immer noch fließend Deutsch. Ist aber vor Jahrzehnten dann in die USA gegangen.
Ist ja jetzt in England. Genau. Und toller Typ.
Und wir haben lange und oft über dieses Thema diskutiert. Wahnsinnig. Wenn du ihn mal einladen kannst, lade ihn mal ein.
[Nils Behrens] (26:45 - 27:06)
Ich wollte immer gerne, Alexander Zhavoronkov und Evelyne Bischof, die sind ja auch sehr stark da in dem Bereich unterwegs. Deswegen, ich dachte immer an Evelyne, aber die macht das nicht, weil sie an der Universität nicht erlaubt ist, sozusagen, solche Podcasts zu machen. Sehr schade.
Die bringt das auch sehr gut rüber, aber gut zu wissen.
[Thomas Schulz] (27:06 - 28:46)
Genau. Also auf jeden Fall, der hat diesen, lass noch kurz sagen, der hat irgendwie diese biologische, diese epigenetische Uhr entwickelt, um das biologische Alter zu entwickeln. Und das kann man normalerweise, man nimmt dann halt Blut ab und dann ist es halt irgendwie eine komplexe Analyse.
Brauchen wir ja nicht ins Detail irgendwie zu gehen. Aber die misst halt irgendwie aufhand von diesen mehreren hundert Punkten, was tatsächlich wohl dein echtes Alter ist. Und zwar berechnet der dann halt einfach eine Wahrscheinlichkeit am Ende, wie du wie du gealtert bist.
Und aber vor allen Dingen, und das ist der eigentliche Gag, es berechnet die Wahrscheinlichkeit nach vorne, wann du eigentlich tot umfallen würdest, sozusagen. Das ist eine mathematische Berechnung. Und das war halt auch der Gag, weil als wir gesprochen haben und er hat mir das alles erklärt und er hat gemeint, möchtest du denn auch mal so einen Test machen, so einen richtigen epigenetischen Test?
Die kann man inzwischen, viele Firmen bieten das an, man kann die kaufen, kostet ein paar hundert Euro, je nachdem, wo man das irgendwie macht. Aber sozusagen er hat den Ursprung entwickelt und das ist auch nicht kommerzialisiert, was er macht. Er bietet das irgendwie nur wissenschaftlichen Forschungen an, aber dann kann man das halt eben auch machen über seine Stiftung.
Und er hat gemeint, willst du das wirklich? Und ich so, ja klar, wir reden ja darüber. Und er meinte, willst du das wirklich, wirklich, wirklich?
Und ich so, jetzt werde ich irgendwie nervös. Was meinst du denn damit? Er so, ja.
Er wollte ja eigentlich nur noch mal darauf hinweisen, also offiziell sagen sie halt immer, es berechnet das Alter und es spuckt dir dann halt sozusagen eine Zahl aus. Du bist irgendwie laut irgendwie diesem epigenetischen Test 46. Aber sie machen das nur der Verständlichkeit halber, weil eigentlich ist das eine mathematische Formel, die berechnet, was die Wahrscheinlichkeit ist, dass du morgen tot umfällst.
Und ich so, ahhh.
[Nils Behrens] (28:46 - 28:47)
Okay.
[Thomas Schulz] (28:47 - 30:40)
Now we're talking. Das heißt, wenn ich jetzt diesen Test mache und er spuckt eine 80 aus, dann hört das natürlich nicht so schön. Aber er hat gemeint, das machen wir natürlich trotzdem. Und ich bin gerade 50 geworden und er hat dann irgendwie für mich eine 49,1 oder so ausgespuckt.
Also ich war erst mal enttäuscht, weil ich dachte, ich wäre fitter. Aber am Ende bin ich auch froh, dass es nicht in die andere Richtung gezeigt hat.
Und am Ende ist es auch so, es berechnet halt irgendwie, wie du halt die letzten Jahrzehnte eben gelebt hast und nicht, wie du jetzt halt nach vorne lebst. Aber das Spannende an dieser Messung des biologischen Alters ist halt, dass wir das halt jetzt tatsächlich sehr genau bestimmen können, wie der Körper gealtert ist und wo du stehst und wie er sich jetzt weiterentwickelt, wenn du mit Interventionen dagegen gehst. Also wenn du selbst was unternimmst, aber auch wenn du mit medizinischen Interventionen dagegen gehst.
Das heißt, wenn du alle sechs Monate einen Test machst, kannst du halt gucken, wie sich das verändert. Das ist jetzt nicht nur für uns normale Menschen interessant, sondern diese Tests spielen jetzt eine unglaublich große Rolle in allen Bereichen der medizinischen Forschung. Also die Krebsforscher gucken sich an, was passiert mit den biologischen Alterungsprozessen im Körper, wenn du Krebs hast.
Die Alzheimer-Forscher gucken sich an, wenn du Alzheimer hast. Die Psychologen gucken sich an, was mit deiner Alterung passiert, wenn du Depressionen hast und wie das die gesamte Alterung bestimmt. Deswegen lernen wir auch, deswegen gerade so viel über das Alter, weil wir sehen, wie verschiedene Krankheitsbilder den gesamten Alterungsprozess im Körper verändern und wie, wenn wir diese Krankheiten in den Griff kriegen, wie das auf die gesamte biologische Alterung sich auswirkt.
Da lernen wir viel.
[Nils Behrens] (30:27 – 30:29)
Wir sind ja ungefähr gleich alt. Was ist denn bei dir als Enddatum rausgekommen?
[Thomas Schulz] (30:29 – 33:28)
Es hat sozusagen nur diese 49 gegeben. Er meinte, das ist komplett unethisch.
Und es ist ja auch nur beruhend auf den letzten Jahrzehnten, wie du gelebt hast. Und deswegen wollen sie das natürlich auch auf gar keinen Fall machen. Es gibt inzwischen andere Varianten von diesen epigenetischen Uhren, die weniger auf das eine Datum gehen, sondern auf die Rate der Alterung.
So berechnet wird das halt immer, weil es diese großen Datenmengen gibt, in denen zum Beispiel in UK gibt es diese Biobank. Da sind inzwischen 400.000 Briten mit all ihren Gesundheitsdaten drin. Und dann aber auch eben, wann welche Menschen gestorben sind.
Du berechnest, deswegen ist es eine mathematische Berechnung, deine Werte gegen die des Durchschnitts und was sozusagen die Mortalitäts- und Sterberisiken in der Masse sind. Und deine wird dann statistisch dagegen gerechnet. Deswegen ist das alles sozusagen ein mathematisches Modell, was aber eben sehr genau ist.
In zwölf Monaten wollte ich den nächsten Test machen, weil ich dann doch einiges umgestellt habe. Das Faszinierende, da wollte ich eigentlich darauf hinaus, es dient natürlich den Wissenschaftlern und Forschern aus allen Universitäten der Welt, an tausend Projekten arbeiten, unglaublich viele Daten dazu gesammelt jetzt. Und er sagt, das ist schon faszinierend zu sehen.
Also er sagt, die Uhr, der Zeiger bewegt sich stark, wenn du halt dagegen arbeitest. Du kannst es überall sehen. Also du kannst mit Ernährung und mit Sport und all dem, worüber wir hier immer reden, du siehst es in diesem epigenetischen Alter, es schlägt stark aus.
Eigener Faktor ist Rauchen da drin. Da sieht man immer noch, wie groß das Risiko ist, was Rauchen für die gesamte Biologie darstellt. So, das ist eine eigene mathematische Variable in dieser Berechnung.
Das ist die einzige wirklich große eigene Variable ist Rauchen. Ich habe ihn natürlich gefragt, ob ihn irgendwas überrascht hat, was stärker ausgeschlagen hat, als er dachte. Und da sagte er ja.
Er hätte nicht gedacht, dass die Umstellung auf pflanzliche Ernährung, also jetzt nicht reines, veganes oder vegetarisches Leben, aber die Aufnahme von Vielpflanzenstoffen, dass es doch am Ende so einen Ausschlag hat auf die Uhr. Das hat er eigentlich nicht erwartet, so positiv. Spannend.
Also das, was die Ernährungsmediziner immer sagen, wir wissen, dass es gesünder ist, mehr pflanzen und es ist auch gut. Wir können es sehen, dass es in all den einzelnen Bereichen, Herz-Kreislauf, Alzheimer, Krebsprävention, dass pflanzliche Ernährung überall große Vorteile hat, weil das, was in der pflanzlichen Ernährung drinsteckt, nicht das Fleisch weglassen. Aber du kannst es dann tatsächlich auch in diesen Molekular-Tests sehen, dass es ausschlägt.
[Nils Behrens] (33:28 - 34:17)
Aber sehr spannend, weil im Augenblick habe ich so das Gefühl, dass mein Instagram-Feed, ich folge ja sehr vielen von diesen Ärzten und Longevity-Leuten und allem Drum und Dran, hat man das Gefühl, dass insbesondere Eier gerade wieder so eine totale Renaissance haben. Also alle reden nur noch über Eier im positiven Sinne. Und wie viel besser es eben halt ist, zumindest Eier und Fleisch zu essen als verarbeitete, ja vegane Produkte.
Also die bashen eigentlich sehr stark diese Fake-Fleisch-Geschichten. Und von daher ist es so ein bisschen, also ich bin großer Eier-Fan, muss ich zugeben. Schönen Gruß an meinen Vater, der Hühner hat.
Aber ansonsten praktisch, sehr praktisch. Aber wirklich spannend. Einer der größten Faktoren wirklich das Thema pflanzlich.
[Thomas Schulz] (34:17 - 34:43)
Genau, aber der Punkt ist ja nicht das Weglassen des Fleisches oder die vegane oder vegetarische Ernährung als solches, sondern tatsächlich die Aufnahme von Pflanzenstoffen. Also das Gemüse und Obst zu essen und jetzt nicht irgendwie die Nudeln mit Tomatensauce. Sondern es ist das, was in den Pflanzen, die Polyphenole, Karotenoide, all das, was irgendwie in Pflanzen nur drinsteckt.
Das musst du halt aufnehmen. Das bewegt die molekulare Nadel.
[Nils Behrens] (34:44 - 35:00)
Wir haben eben das Thema Epigenetik schon mehrfach erwähnt, aber auch das Thema Genetik. Du hattest es im Zusammenhang mit den Super-Agern auch so erzählt. Wenn du jetzt mal nach all deinen Recherchen sehen würdest, wie groß würdest du sagen, ist der Einfluss von Genetik, Epigenetik sozusagen auf das tatsächliche Alter?
[Thomas Schulz] (35:00 - 35:24)
Ja, bei Genetik, genau, es gibt keine ganz klare Zahl, nur dass sie eben relativ gering ist. Es gibt dann ein bisschen Unterschiede in der Wissenschaft. Also Nir Barzilai zum Beispiel ist irgendwie jemand, der irgendwie an 10 Prozent genetischen Einfluss glaubt.
Es gibt andere, die an 25 Prozent irgendwie, man kann es nicht genau messen, aber wir bewegen uns in dem 10 bis 25 Prozent-Bereich, spielt Genetik eine Rolle in der Lebenserwartung.
[Nils Behrens] (35:24 - 35:25)
Also relativ gering?
[Thomas Schulz] (35:25 - 36:21)
Relativ gering, das ist der Stand der Wissenschaft, außer bei den Super-Agern, wo der Anteil der Genetik hochgeht, ist ab 90. Die, die ab 90 noch fit sind, also nicht die über 90 leben, sondern die noch fit sind, dann geht der Anteil der Genetik dann doch deutlich nach oben. Also, dass du tatsächlich eine genetische Disposition hast, die dafür sorgt, dass dein Körper in vielen Ecken runder läuft.
Das ist jedenfalls das, was die Super-Ager-Forschung ergeben hat. Aber wir werden sicherlich mehr dazu wissen, wenn viel mehr von uns 90 werden, wo wir uns ja offenbar hinbewegen. Aber es ist sozusagen, man kann sich nicht darauf zurückziehen, zu sagen, schauen wir halt mal, ich habe das Erbgut und die anderen haben es nicht.
Aber genau, ab den 90, und deswegen ist es halt auch oft so, dass, wenn es einen Super-Ager in der Familie gibt, dann ganz viele, also meistens gibt es ganz viele Beispiele, wo dann der eine wird 100 und dann die Schwester wird 100 und die Cousine wird 100 und die Mutter wird auch 100.
[Nils Behrens] (36:21 - 36:33)
Ja, das ist also meine, die Riege meiner großen Mutter sozusagen, sie ist über 90 geworden, ihre Schwester ist weit über 90 geworden und die dritte Schwester ist sogar 102 geworden. Also, von daher, das ist so.
[Thomas Schulz] (36:33 - 36:34)
Good for you, würde ich mal sagen.
[Nils Behrens] (36:34 - 36:49)
Ja, ja, ja, also ein Teil ist schon mal, ist schon mal ein Haken dran, würde ich sagen. Kommen wir mal auf das Thema Gehirngesundheit, da hast du ja ein ganzes Kapitel zu. Und was sind denn da so die Learnings, beziehungsweise wie können wir denn da etwas für tun?
[Thomas Schulz] (36:50 - 41:01)
Ja, klar, ich meine, das wissen wir ja alle selber. Es ist ja schön, wenn du irgendwie keinen Krebs bekommst und irgendwie körperlich eigentlich noch in der Lage wärst, irgendwie 50 Kilo zu stemmen, wenn du irgendwie 90 bist. Aber kriegst davon nichts mehr mit im Kopf, ist natürlich, geht einfach natürlich gar nicht.
Und deswegen ist Gehirngesundheit für alle in der Forschung ein großes, großes Thema. Und es ist halt aber eben das schwierigste Thema, war es schon immer. Wir sehen es ja daran, dass Alzheimer-Medikamente noch immer nicht an dem Punkt sind, wo wir sie gerne hätten, dass sie wirklich wirken.
Es gibt ja nur ein, zwei, die überhaupt jetzt zugelassen worden sind, wovon eins nicht richtig funktioniert. Und Gehirngesundheit hat zwei Teile. Zum einen natürlich irgendwie so Krankheitsbilder, also Demenzerscheinungen.
Auf der anderen Seite gehört dazu aber auch die emotionale Gesundheit, psychische Gesundheit. Zwei bisschen zusammenhängende, aber unterschiedliche Felder. Und es gibt zumindest Hoffnung, dass wir diese Gehirngesundheit auf der Krankheitsebene endlich auch, dass wir vorankommen, was bis vor ein paar Jahren auch noch nicht so aussah.
Das hängt mit vielen komplizierten Faktoren zusammen. Das Wichtigste, den man sich eigentlich nur merken kann, ist, wir haben ja diese spezielle Blut-Hirn-Schranke. Und deswegen ist es wahnsinnig schwierig, überhaupt Medikamente überhaupt ins Gehirn zu kriegen von vornherein, weil vieles dann irgendwie ausgefiltert wird.
Da sind wir in den letzten Jahren endlich mal weitergekommen, auch eben dank all dieser KI-Technologien, die es irgendwie möglich macht, auf eine ganz andere Art und Weise Medikamente zu entwickeln und zu testen. Deswegen gehen viele davon aus, dass in den nächsten Jahren mehr Medikamente tatsächlich in diesen Demenzbereich kommen werden, endlich. Der zweite große Bereich, in dem es Fortschritte gibt und den werden wir auch im Alltag jetzt relativ bald merken, ist, dass viele Bluttests in Entwicklung sind für Alzheimer, für die vor Jahren überhaupt niemand auf dem Radar hatte, weil alle sagten, was soll ich für einen Test dafür entwickeln, nur damit ich weiß, dass ich Alzheimer habe.
Ich kann ja eh nichts dagegen tun. Jetzt haben wir aber schon gelernt, dass das eine der großen Entwicklungen in den letzten Jahren ist, dass gerade Alzheimer, aber auch andere Demenzerkrankungen viel früher schon anfangen, als wir dachten. Nämlich oft schon Ansätze in den Fünfzigern, wenn man ab 50 ist, und nicht erst mit 65 oder 70, wenn man Symptome bemerkt.
Teilweise zehn oder 15 Jahre, bevor die Symptome entstehen, beginnt die Krankheit sich zu entwickeln. Damit zusammenhängend haben wir gemerkt, dass viele Versuche, Medikamente zu entwickeln, viel zu spät angesetzt wurden. Wenn du schon tatsächlich erkrankt warst, kriegst du die Erkrankung nicht mehr in den Griff.
Aber wenn du viel früher ansetzen würdest, besteht die Hoffnung, dass die Medikamente wirken. Dann macht es natürlich Sinn, früh zu testen, früh zu wissen, dass du was hast, und dann eben auch ein Medikament zu geben, was früh ansetzt. Das ist im Moment die Entwicklung, die es geht, die Hoffnung macht, dass wir ansatzweise diese Demenzerkrankungen besser in den Griff bekommen werden.
Das ist die eine Seite. Die zweite Seite ist, dass es inzwischen eben auch 1.000 Studien dazu gibt, dass die emotionale Gesundheit die Lebensverlängerung ganz klar beeinflusst. Das können wir uns auch denken, Stress bringt dich um.
Aber auch das können wir jetzt klar sehen. Dann sind wir wieder bei den epigenetischen Tests, die sich natürlich genau auf all das angewendet haben. Was passiert denn, wenn jemand drei Jahre Dauerstress hat und du machst ein paar von diesen epigenetischen Tests?
Die Alterung beschleunigt sich ungemein. Genauso, wenn du depressiv bist. Die Alterung beschleunigt sich ungemein.
Das sehen wir jetzt ganz klar. Auch da ist genau derselbe Punkt. Wir haben uns vorher schon gedacht, Stress ist nicht gut, Depressionen sind nicht gut.
Aber du kannst es jetzt teilweise in Jahre der Lebenserwartung umrechnen, die dir weggehen, wenn du überarbeitet bist. Burnout und Depressionen sorgen nicht nur dafür, dass du dich schlecht fühlst, sondern die fressen dir 5, 6, 7, 8, 9 Jahre Lebenserwartung weg.
[Nils Behrens] (41:01 - 41:18)
Aber auch andersherum positive Einstellungen können ja auch wirklich viel dazu bringen. Es gibt ja diese Nonnen-Studie, wo sie das Journaling von verschiedenen Nonnen ausgewertet haben und gesehen haben, dass die positiven Nonnen deutlich länger vital bleiben, deutlich länger leben. Man kann ja nicht nur versuchen, nicht depressiv zu werden.
[Thomas Schulz] (41:18 - 41:32)
Richtig, genau. Du hast völlig recht. Der Umkehrschluss ist genau das.
Es gibt die Studien, die in die andere Richtung gehen und die sagen, was ist mit Menschen, die viele Freunde haben, die eine enge Familie haben?
[Nils Behrens] (41:32 - 41:33)
Soziale Kontakte.
[Thomas Schulz] (41:35 - 42:09)
Genau. Und dann gibt es auch noch viele andere Studien, die in diese Richtung gehen. Das hängt natürlich einfach damit zusammen, wenn du viele soziale Kontakte hast, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass du Alkoholiker wirst, dass du übergewichtig wirst, weil du halt jeden Abend allein im Sessel sitzt und Chips vorm Fernseher isst. Also es hängt mit ganz vielen verschiedenen Sachen zusammen.
Dein Gehirn bleibt aktiver. Das geht auch wieder bis auf die zelluläre Ebene. Genau das aktiv sein, sozial sein, emotional gesund sein, wirkt positiv wie negativ extrem.
[Nils Behrens] (42:10 - 42:23)
Wenn wir jetzt nochmal auf das Thema Ernährung und Bewegung reingehen, gab es da jetzt irgendwie, also positiv auf jeden Fall für dieses längere Leben, aber gab es da jetzt auch einen Faktor, wo du sagst, in deiner Recherche, der dich besonders überrascht hat?
[Thomas Schulz] (42:26 - 43:59)
Ja, also das eine hatten wir, wenn wir jetzt bei Ernährung bleiben, hatten wir eben schon angesprochen, da war ich halt eben genauso überrascht von, weil ich sozusagen ja auch mit dieser Haltung reinging, na gut, ich weiß, viel Fleisch essen ist irgendwie nicht gut, weil das hatte ich auch vorher schon, wusste man vorher schon, kann irgendwie entzündungsfördernde Enzyme enthalten und viel Weißbrot essen treibt den Blutzuckerspiegel und am Ende natürlich irgendwie dann irgendwie natürlich auch viszerales Fett und so weiter.
So das wusste ich schon. Aber dass dann tatsächlich der Punkt ist, diese Menge an Pflanzen, die man zu sich nimmt und dass es so viele Pflanzenstoffe gibt, die halt auf molekularer Ebene wirken, dass sie antientzündlich wirken, dass sie die Zellreinigung anwerfen, dass sie teilweise die Mitochondrien fit halten, weil das einfach biochemische Zusammensetzungen sind, die eine Rolle spielen. Das war mir in dieser Dichte neu, weil es auch eigentlich erst Entwicklungen sind, die fünf, sechs Jahre alt sind, dass wir das so wissen.
Und das hat mich auch für mein Leben geändert. Vorher war halt auch so, ich lasse ein bisschen mehr Fleisch weg und esse irgendwie vegetarisch. Aber das war dann halt oft irgendwie dieses, na gut, dann esse ich halt irgendwie die Nudeln und irgendwie, oh Gott, dann habe ich ja was Gutes getan.
Aber das ist nicht der Punkt. Was ich wirklich gelernt habe, ist, die Menge an Brokkoli und Himbeeren und Obst, die ich mir irgendwie reinschiebe, die Menge macht es irgendwie aus. Und die Vielfalt aber auch.
Die Vielfalt, genau. Also einer auf dieser molekularen Ebene und das zweite große Thema, was da dran hängt, ist dann das Mikrobiom natürlich im Endeffekt.
[Nils Behrens] (44:00 - 44:01)
Und im Bewegungsbereich?
[Thomas Schulz] (44:02 - 44:39)
Im Bewegungsbereich am Ende dasselbe Problem wahrscheinlich wie viele haben, wie du auch, dass irgendwie der Muskelaufbau halt irgendwie vernachlässigt wird und dass er doch am Ende so eine große Rolle spielt für Zusammenhänge, die eigentlich einem ja klar sein müssten, aber die dann erst so richtig dir bewusst werden, wenn du weißt, okay, klar, wenn du keine Muskeln hast, wirst du gebrechlich und wenn du gebrechlich wirst, fällst du um, brichst dir irgendwie die Beine und wenn du die Beine brichst, bist du im Krankenhaus und das löst diese ganze Spirale aus. Also das wurde mir nochmal sehr vor Augen gerufen.
[Nils Behrens] (44:39 - 44:56)
Und wie hoch die Sterblichkeitsrate denn danach ist. Das ist ja so schockierend. Nach so einem Oberschenkelhalsbruch gibt es also 30 Prozent der Menschen, die sterben innerhalb der nächsten sechs Monate, die so einen Oberschenkelhalsbruch im gewissen Alter haben.
Also das finde ich ist so schockierende Zahlen.
[Thomas Schulz] (44:57 - 45:50)
Genau und dann, da gibt es natürlich noch ganz viele Sachen, die da hinten dranhängen. Also die Muskelmasse nimmt ab, wenn du halt immer inaktiver wirst. Und das geht dann auch, das wissen wir jetzt schon auch, geht dann bis tief auf die zelluläre Ebene.
Da gibt es irgendwie dann auch Enzym- und Hormonsysteme, die dann nicht mehr richtig funktionieren und die eigentlich nur richtig anlaufen, wenn du wieder Muskelmasse aufbaust. Es gibt dieses Apelin-System zum Beispiel, was dahinter hängt. Kann man, wer sich tief interessiert für Apelin einmal googeln.
Da gibt es dann auch viel, was irgendwie inzwischen dann dazu geforscht wird. Da tut sich dann wahnsinnig viel. Also dieser gesamte Zusammenhang zwischen Muskelmasse und Gesamtfunktion des Körpers, der ist noch viel stärker, als ich es wusste, aber auch viel stärker, als viele Wissenschaftler es noch vor ein paar Jahren am Ende wussten.
Und der zweite große Faktor ist VO2max.
[Nils Behrens] (45:51 - 46:03)
Das ist ja so lustig. Es ist ja wirklich so ein neuer Hero wert geworden. Also ich höre immer nur entweder VO2max oder Grip Strength, also die Griffkraft.
Das sind so die beiden Themen. Warum ist das so wichtig geworden?
[Thomas Schulz] (46:04 - 46:59)
Das ist so wichtig geworden, also VO2max, wir müssen ja kurz einmal sagen, was es ist, ist sozusagen die Kapazität des Körpers, Sauerstoff zu verarbeiten. Und das spielt halt eine Rolle, wenn ich einen Berg hochlaufe und ich gleich anfange zu röcheln, dann merke ich irgendwie, ich kann gar nicht so viel Energie umsetzen, wie ich eigentlich bräuchte, um den Berg hochzukommen oder Treppe zu steigen. Und wenn ich total fit bin, dann kann mein Körper viel mehr Sauerstoff verarbeiten.
Das wussten wir vorher auch schon. Das wissen wir vor allem aus der Spitzensportforschung. Aber auch da sind in den letzten 20 Jahren, das ist halt eben der Fortschritt, wahnsinnig viele Daten und Informationen zusammengekommen.
Und wir haben inzwischen halt so Werte, wo wir wissen, das hat ein Spitzensportler, der hat dann halt irgendwie so einen Durchschnittswert von 55 oder 60. Ich schmeiße jetzt einfach mal ein paar Zahlen da rein.
[Nils Behrens] (47:00 - 47:01)
Da gibt es ja Tabellen.
[Thomas Schulz] (47:01 - 50:40)
Es gibt Tabellen, genau. Und es gibt ganz klare Tabellen, die sagen, was hat ein gesunder Mensch für eine Sauerstoffkapazität und was hat ein kranker Mensch. Und wir wissen halt genau, wenn der Wert irgendwie unter 30 fällt, dann habe ich schon irgendwie Probleme, eine Treppe hochzukommen.
Das spielt natürlich im Alter eine wahnsinnige Rolle, wenn ich irgendwie keine Treppe mehr hochkomme. Irgendwie ist es erstens nicht schön, aber zweitens fange ich dann an, mich immer weniger zu bewegen. Dann laufe ich auch nicht mehr zum Edeka, dann bleibe ich nur noch im Sessel.
Und das löst dann wieder diese Spirale aus. Immer inaktiver, alle Organe fahren runter. Und die Umkehrschlussfolgerung daraus ist also, umso mehr Kardio-Kapazität oder Kardio-Fitness nennt sich das ja, ich habe, umso mehr bewege ich mich, umso aktiver kann ich im Leben sein.
Und wenn ich aktiver bin, hilft das bei allem. Ist erst mal logisch.
Total logisch. Das hat aber dann dazu geführt, dass ganz, ganz viele Wissenschaftler sich das angefangen haben anzuschauen, was das sozusagen für Lebensqualität irgendwie bedeutet, aber eben auch, ob es eine Korrelation zwischen diesem VO2max oder dieser Kardio-Fitness und Sterblichkeit gibt und Lebenserwartung. Und dabei hat sich halt eben in den letzten Jahren herausgestellt, dass es die beste Korrelation in dem klarsten Zusammenhang überhaupt gibt.
Alte Menschen mit einer hohen Sauerstoffkapazität haben ein viel geringeres Sterblichkeitsrisiko als Menschen, die halt eben einen niedrigen Wert haben. Und das ist eben so weit gegangen, dass zum Beispiel die American Heart Association dafür plädiert, dass diese Messung von diesem VO2max-Wert, dass die ein Standard wird für jeden großen Arzt-Checkup, den man halt irgendwie macht, weil das so eine klare Korrelation eben ist für den Gesamtzustand des Körpers und die Lebenserwartung. Also das ist nicht sozusagen so ein Nischenwert, der jetzt irgendwie in der Longevity-Forschung irgendwie jetzt gerade cool ist, sondern der spielt halt irgendwie eine große Rolle.
Und das liegt halt eben daran, dass wir so viele Daten haben, weil wenn man jetzt, also bei jeder, deswegen kommt das eigentlich auch von den Kardiologen, wenn ich eine Herzerkrankung habe, dann mache ich normalerweise so einen VO2max-Test. Das heißt, du machst einen EKG, klar, aber du machst halt oft irgendwie halt auch diese VO2-Messung, wenn du halt eine weiterführende Erkrankung hast. Das heißt, der Arzt misst dich da einmal richtig und nicht nur der Spitzensportler.
Und deswegen gibt es eigentlich, die wurden nur nicht richtig ausgewertet, jahrzehntelange teilweise Daten, gerade aus den großen Herzkrankenhäusern, wo Daten von teilweise hunderttausenden Patienten über die Jahre gesammelt wurden, die halt diese VO2max-Werte haben und die man natürlich dann oft auch weiterverfolgt hat. Und dann kann man genau in diesen großen Studien, wo teilweise zehntausende, hunderttausende Leute dran sind, sehen, was hatten die für Sauerstoff-Kardio-Fitnesswerte und wann sind die gestorben oder nicht gestorben. Und daraus kann man halt diese Zusammenhänge so klar sehen.
Und deswegen ist das halt so ein großes Ding geworden, dass man sagt, okay, wenn du im Alter einen schlechten Wert hast, ist deine Sterbewahrscheinlichkeit viel höher. Umgekehrt ist sie viel niedriger. Dann sollten wir vielleicht daran arbeiten.
So, lange Rede jetzt. Und der zweite Punkt ist, dieser Wert nimmt einfach mit dem Alter ab. Da gibt es auch einen statistischen Wert.
Mit jeder Dekade sinkt der um ein paar Prozent irgendwie. Und es ist halt im Alter alles viel schwieriger aufzubauen. Die ganz einfache Logik, letzter Satz dazu, ist, wenn ich den in den mittleren Jahren oder jungen Jahren diesen Wert nach oben treibe, super cardiofit bin, dann fällt der halt im Alter von einem viel höheren Berg runter.
Und selbst, wenn ich im Alter nicht mehr so viel trainieren kann, dann komme ich von so einem hohen Niveau runter, dass ich halt nicht mehr unter diese Grenze falle, wo es mir schwerfällt, aufzustehen.
[Nils Behrens] (50:41 - 51:26)
Ja, total richtig. Und ich fand das ganz lustig, der Peter Thiel hat das jetzt gerade, ich glaube, vor zwei Tagen erst gepostet, dass er so ein Statement sagte, naja, V2-Max ist auch insofern so spannend, weil, wenn ich dir jetzt eine Woche Zeit gebe, dich war richtig hart zu trainieren, richtig viel zu machen und du vorher keinen guten Wert hattest, dann wirst du nach einer Woche keine Veränderungen sehen. Wenn du ihn nach drei Monaten lang trainieren willst, wirst du auch keinen Riesensprung daneben sehen.
Das heißt also, es ist ein so stabiler Wert, leider, muss man dann ja auch sagen, so, das heißt also, wie immer der Wert im Augenblick aussieht, man muss richtig dafür kämpfen, um den überhaupt erstmal dann wieder auf ein relevantes Niveau zu bringen oder auf ein Niveau, auf das man gerne möchte, wie du eben schon gesagt hast, wenn du auf einen 30 kommst, dann wird es schwierig.
[Thomas Schulz] (51:27 - 51:27)
Wie viel liegt dein Wert?
[Nils Behrens] (51:28 - 51:39)
Das ist je nachdem, wie du fragst. Also mein Ring gibt mir einen Wert von 48, meine Uhr gibt mir einen von 56, also von daher würde ich sagen.
[Thomas Schulz] (51:39 - 51:49)
Hast du dich mal aufs, also den richtig genau, den Test machen, kennt man ja oft aus Fernsehbildern, das sind dann irgendwie die Athleten, die auf dem Trimmrad sitzen und so eine Sauerstoffmaske aufhaben.
[Nils Behrens] (51:49 - 52:01)
Ja, die Spiroergometrie, genau. Das habe ich das letzte Mal vor fünf, sechs Jahren gemacht, aber wie gesagt, da habe ich den Wert damals noch nicht so auf der Reihe gehabt, weil ich müsste tatsächlich mal in eine alte Messung reingehen, das wäre wirklich mal interessant zu sehen.
[Thomas Schulz] (52:02 - 53:09)
Beziehungsweise es dann einfach mal, es bieten ja viele inzwischen irgendwie auch an, irgendwie für 50, 80 Euro oder sowas das einmal zu machen. Ich habe es jetzt am Anfang des Jahres gemacht bei Lutz Graumann aus Rosenheim, das war ein Sportmediziner, der auch viel in Longevity irgendwie macht und habe mich einmal da durchgequält. Ja, also ich bin nur nicht da, wo er sein soll, ich bin bei 47,5.
Ich würde wie alle gerne über die 50 kommen, aber das war jetzt schon die sehr genaue Messung, auch mit Laktat. Genau, aber das ist tatsächlich das größte Ziel für mich, dass ich den oben halte, weil ich habe mir 30 Studien dazu angeguckt und mit zehn Altersforschern über dieses Thema gesprochen, das ist so eindeutig. Also wenn man einen Tipp immer geben kann, dann ist es ihnen zu, dass du irgendwie diese Sauerstoffkapazität nach oben jagst.
Und ich sehe es auch bei mir in der Familie, also eine der Sportarten, die diesen Wert total hoch jagt, ist Tennis, weil es ein Intervallsport ist. Ich spiele viel Tennis, mein Vater ist jetzt 85, spielt immer noch Tennis und der ist halt einfach der ist. Ich meine, der latscht mit mir immer noch auf 2000 Meter den Berg hoch, der hat so eine Sauerstoffkapazität, das ist halt weil der seit 40 Jahren Tennis.
[Nils Behrens] (53:10 - 53:24)
Aber es ist spannend, also da gibt es ja auch eine Studie zu, wie viel Lebensverlängern welche Sportart ist und das fand ich ganz interessant. Also Laufen, was man immer so denkt, wäre jetzt das Beste, sind nur 3,2 Jahre, während Tennis spielen 9,7 Jahre länger das Leben.
[Thomas Schulz] (53:24 - 54:15)
Das ist eine der Studien, genau, aber es gibt viele Studien dazu. Wie kommen solche Studien zusammen? Es gibt zum Beispiel die Kopenhagen Heart Study, also auch das, da wurden dann auch Zehntausende über Jahre beobachtet.
Da wird aufgenommen, welche Sportarten machen die und wie entwickeln sich ihre Gesundheitswerte und daraus kann man dann sozusagen das statistisch berechnen, wie sich das am Ende ausgewirkt hat. Das sind immer ungefähr Werte, aber am Ende siehst du sozusagen, der eine Faktor ist natürlich einfach besser und da schlagen diese Ballsportarten Tennis und so weiter durch, weil sie am Ende Intervalltraining sind. Volle Kanne rennen, stoppen, kurze Pause, volle Kanne rennen, also das, was wir sozusagen künstlich simulieren werden, wenn du auf dem Fahrrad 30 Sekunden volltrittst, Pause 30 Sekunden volltreten, also das, was wir als Intervalltraining kennen, das simulieren diese Sportarten halt und deswegen sind die so viel besser als langsames Laufen oder Schwimmen am Ende.
[Nils Behrens] (54:17 - 54:35)
Wir sind jetzt hierbei so, das sind ja alles Impulse, die dem Körper gegeben werden, wie du sagst und Intervalltraining und du hast ja auch ein Extrakapitel zum Thema Biohacking geschrieben und ich finde es ganz interessant, du hast das ja jetzt, sag ich mal, nicht nur glorifiziert sozusagen, sondern du sagst ja auch, da sind auch Chancen und Risiken.
[Thomas Schulz] (54:35 - 56:40)
Klar, also genau, das Spannende ist ja erstmal, wir haben natürlich in den letzten Jahren viele Stoffe identifiziert, die ein potenzielles Verlängerungspotenzial einfach haben. Davon kennen wir ja in der Zwischenzeit 30 Sachen jetzt hier reinschmeißen, teilweise gehen die Studien ja bis in die Anfang der 2000er zurück, auch David Sinclair, also angefangen von Resveratrol über Spermidin, über Calcium AKG und so weiter, da gibt es Taurin, also wir kennen jetzt tausend Sachen und denen wird an allen geforscht. Das ist ja erstmal super.
Wir haben irgendwie was, an das wir rangehen können. Die Vorsicht ist halt in dem Sinne geboten, weil viele Grunddaten kommen halt aus Tierstudien, da gibt es dann halt irgendwie klare Studien zu und sagen, die Maus lebt halt doppelt so lange, ist toll. Wir wissen aber natürlich auch, eine Maus ist halt was anderes als ein Mensch und es gibt halt einfach zu fast allen Supplements, die interessant sind, halt eben gar keine oder noch wenig studierende Menschen und da muss natürlich jeder selbst wissen, wie er damit umgeht.
Also ich bin halt jemand, der gerne ein paar Studien gesehen hat, bevor er sich irgendwas einschmeißt. Es ist uns ja allen klar, also ich meine, wir wissen Ibuprofen ist ein Gegenbeispiel. Ibuprofen ist super, um wirkliche Kopfschmerzen wegzuhauen.
Kannst den ganzen Tag nehmen, denkst du, das ist irgendwie super, aber dann merkst du halt irgendwie nach drei Jahren, dass halt deine Leber kaputt ist. Das wissen wir halt irgendwie aus, dass wir halt zehn Jahre Begleitstudien dazu hatten und genauso ist es natürlich bei allen neuen Sachen. Du fühlst dich zwölf Monate lang irgendwie total super und deine Werte sind überall besser, aber ob du nach vier Jahren eine kaputte Niere hast, das weißt du halt noch nicht.
Das ist halt die Problematik, dass wir noch nicht so tief in die Jahre gegangen sind mit vielen der Zusatzstoffe und es gibt halt aber eben halt einige, die sind eben besser erforscht. Da wissen wir seit 20 Jahren, dass die safe sind.
[Nils Behrens] (56:41 - 56:53)
Aber safe auch immer für wen? Weil ich finde dieses Thema mit dieser Metformin-Euphorie zum Beispiel so ein Diabetesmittel, das natürlich seit vielen, vielen Jahren an Diabetikern getestet und erforscht ist, aber nicht an Nicht-Diabetikern.
[Thomas Schulz] (56:54 - 57:29)
Genau, das ist zum Beispiel der Punkt. Genau, Metformin ist ein gutes Beispiel. Da sehen wir überall, genau, da hat man aus den Studien ja zufällig herausgelesen, dass Moment mal alle, die Metformin genommen haben in diesen Untersuchungsgruppen von diesen Diabetikern, die haben irgendwie länger gelebt.
Die hatten auch irgendwie keine Herzinfarkte. Das ist ja super. Da hat man aus einer Studie mit Daten von 100.000 Leuten gesehen, Moment mal, Metformin, das muss ja super sein. Erste Schlussfolgerung ist total klar. Aber genau, das ist halt an Menschen, die halt schon krank waren, die Diabetes und andere Herz-Kreislauferkrankungen hatten.
[Nils Behrens] (57:30 - 58:50)
Ich finde das ist so, entschuldige, da muss ich jetzt mal, du als Journalist, muss ich dann wirklich auch nochmal sagen, manchmal ist man auch überrascht, wie Journalisten so arbeiten. Weil ich war jetzt gerade auf dieser Konferenz in Kopenhagen, wo eben halt diese ganzen Longevity-Drogen sozusagen, also Drugs, also Medikamente, Longevity-Medikamente besprochen wurden. Und da haben die ganz klar gesagt, dass der Wirkstoff, der hinter Ozempic und Co. steckt, einer der größten lebensverlängernden Faktoren überhaupt sind. So, da haben sie dann die Studien dazu präsentiert. Dann ist es natürlich klar, weil es geht da um die Lebensverlängerung von Menschen, die mit diesen Medikamenten behandelt werden, für die sie gemacht sind.
Das heißt, Diabetes Typ 2 und Adipöse. So, es gibt Menschen, die sind geheilt worden von Diabetes Typ 2 und es sind Menschen, die sind geheilt worden davon, dass sie eben halt ihre Fettleibigkeit besiegt haben. Dadurch leben die länger.
Natürlich ist das der größte Hebel, den man sich vorstellen kann. Heißt es, dass wir beide jetzt anfangen sollten, uns Ozempic zu spritzen? Nein, weil dafür ist es nicht gemacht.
Und das ist eben halt das, was ich finde immer häufig, und da habe ich mich so drüber geärgert, das hat mir neulich einer dann direkt nach der Konferenz, hat mir jemand dann einen Artikel von NTV geschickt, wo es sagt, so lebensverlängernde Wirkung von Ozempic. Und dann denkst du so, sorry, aber so verkürzen kann man es nicht.
[Thomas Schulz] (58:51 - 58:56)
Klar. Ich muss mir nur kurz werden, wie Journalisten so arbeiten. Es gibt halt immer den einen oder anderen.
[Nils Behrens] (58:56 - 59:22)
Nein, nein, das ist meine Grundkritik. Ich finde, dass heute viele Journalisten wirklich nicht mehr so sauber arbeiten, habe ich so das Gefühl. Das ist eher so, gerade dieser Online-Journalismus teilweise wirklich so ein bisschen zu arg verkürzt ist.
Und deswegen traue ich es mich überhaupt in deiner Idee, mit einem Qualitätsmedium anzusprechen.
[Thomas Schulz] (59:22 - 1:00:53)
Ja, ich kann nur sagen, dass wir beim Spiegel tatsächlich genau in die Gegenteilrichtung darauf achten, dass genau das eben nicht passiert. Das ist extrem aufwendig irgendwie. Auf der anderen Seite, wenigstens so als Side-Note, arbeitest du natürlich irgendwie gegen die immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne der Leute an, und dass sie halt irgendwie am Ende nicht drei Seiten über Ozempic lesen wollen, sondern irgendwie vier Sätze.
Ich würde nur sagen, das ist natürlich oft die Problematik irgendwie dahinter.
Deswegen ist es auch schön, mal ein Buch zu schreiben, wo man auf 300 Seiten was erklären kann. Aber nur ganz kurz, um bei dem Ozempic-Thema zu bleiben. Na ja, also interessant an der Sache ist ja aber schon, dass die Datenlage ja zeigt, und ich kenne die Novo Nordisk-Leute ja auch ganz gut und Leute, die aus diesen Forschungsbereichen kommen, dass sie ja schon festgestellt haben, dass diese GLP-1 Antagonisten, die ja der Hintergrund irgendwie sind, das ist ein Fachbericht dafür, dass die auch in andere Bereiche reinwirken, die überraschend waren. Also sie sehen bei Nierenerkrankungen, dass es sich auswirkt, wofür es ja auch eigentlich nicht gemacht ist. Es gibt Hoffnung dafür, dass es, also da laufen jetzt Parallelstudien zu, ob es eventuell bei Alzheimer Wirkungen zeigt.
Also die Hoffnung ist schon, dass es vielleicht noch in andere Bereiche reinwirkt, für die es nicht gemacht ist. Das wäre ja nicht das erste Beispiel. Also zum Beispiel Statine, die ja irgendwie der Hauptmedikament sind, das bei Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt wird, war ursprünglich zugelassen für eine ganz, ganz spezielle Sondererkrankung und ist heute eines der weiterbreitesten Medikamente.
[Nils Behrens] (1:00:53 - 1:00:55)
Viagra wurde ja auch noch so etwas ganz anderes entwickelt.
[Thomas Schulz] (1:00:55 - 1:01:39)
Ja, ganz genau. Aber das ist ein interessanter Punkt, den du ansprichst, weil in dem Sinne, das halte ich auch für am wahrscheinlichsten, ist, dass wir, wenn wir über Anti-Aging-Medikamente sprechen, ist, dass wir als erstes sehen werden, sind bereits erprobte Medikamente, von denen wir lernen, dass sie eine breitere Wirkung haben, als für das, was sie eigentlich gemacht waren. Das war auch das Interesse an Metformin, wo man hoffte, vielleicht wirkt es für mehr.
Bei GLP-1 gehört es tatsächlich auch zu einem dieser Bereiche, wo wir sagen, vielleicht ist das jetzt kein grundsätzliches Anti-Aging, aber dann tatsächlich in seiner Wirkstoffweise ein Forschungsgegenstand, der uns dorthin führt.
[Nils Behrens] (1:01:41 - 1:02:38)
Absolut, absolut. Also es ist ja eigentlich, die große Überraschung war ja eigentlich, dass diese Hormone, die man dann ja im Darm gefunden hat, dass man die, also a), dass da überhaupt welche produziert werden und b), dass man sie dann eben halt steuern kann. Und das ist ja das, was jetzt auch die ganzen Nachfolgeprodukte auch machen, dass sie sich anschauen, wo wird noch überall Hormone produziert und wie können wir sie steuern.
Ich muss ehrlich gesagt aus meiner naiven Sicht dann so ein bisschen auch manchmal sagen, und ich bin ja sehr euphorisch, was das ganze Thema betrifft, aber mir kommt es ein bisschen vor, wie in unserer Jugend, als wir noch so eine Stereoanlage hatten mit Equalizer. Und irgendwann hat man den perfekten Sound austariert gehabt und denkt man so, komm, hier probiere ich nochmal was, um es noch besser zu machen. Und dann irgendwann hat man alles versaut, musste einmal auf Null stellen und wieder alles neu einstellen.
Und das habe ich so manchmal das Gefühl, wenn wir jetzt an zu viele Hormonproduktionen unten, die dann eben halt in unseren Organen dann so produziert werden, wenn wir da an zu viel gleichzeitig eingreifen, habe ich das Gefühl, es ist wie beim Equalizer, wo wir jetzt anfangen, zu viele Knöpfe auf einmal zu verstellen.
[Thomas Schulz] (1:02:39 - 1:03:49)
Ja, natürlich, klar. Und das ist natürlich aber auch so das Problem, du weißt am Ende ja nicht mehr, was was irgendwie bewirkt hat. Das ist ja auch der Gag an z.B. an diesen epigenetischen Uhren, wenn man dann halt irgendwie sagt, ich fände jetzt zwölf Sachen irgendwie gleichzeitig und teste mich dann alle sechs Monate. Du weißt aber eigentlich nicht, was irgendwie am Ende der Auslöser war für deine für deine besseren Werte. Und das natürlich in der Medizinforschung. Dann am Ende ist es halt noch schwieriger, dann in die Details zu gehen.
Ich glaube nur, dass sich wirklich viel tut und wir in fünf, sechs, sieben Jahren sowohl bei dem Supplement-Bereich als auch im Anti-Aging-Medikamente-Bereich sehr viel weiter sein werden. Und das klingt jetzt weit weg, aber ich finde fünf Jahre irgendwie gar nicht weit weg. Und wenn man jetzt zurückguckt, was sich in der Krebs-Medikamente-Bereich getan hat, da haben wir in zehn Jahren irgendwie ja mehrere Revolutionen durchlaufen.
Und man sagt, das ist ja verrückt, was da passiert ist. Und das hat am Ende natürlich damit zu tun, dass wahnsinnig viel Geld da reinging und die Forschung sich so entwickelt hat. Und wir sehen denselben Weg jetzt Geld und Forscher, die halt in diesen gesamten Aging-Bereich reingehen.
Und das wird sich einfach bemerkbar machen.
[Nils Behrens] (1:03:49 - 1:04:14)
Ich hatte es ja gerade in meiner kurzen Vorrede dann schon angesprochen, dass du ja auch den gesellschaftlichen Anteil oder den gesellschaftlichen Aspekt von, was machen wir denn mit einer Gesellschaft voller 100-Jährigen dann irgendwie auch mit betrachtet hast. Also das sind natürlich alles Faktoren, sowohl ökonomische Faktoren als auch soziale Faktoren. Also da hast du ja auch so eine Blickweise darauf zumindest angerissen.
[Thomas Schulz] (1:04:14 - 1:07:05)
Ja, müssen wir, glaube ich. Es fällt ja auch jedem ein. Also die erste Frage ist erstmal, will ich 100 werden?
Und dann ist die Antwort darauf, ja, wenn es gesunde 100 sind. Und der zweite ist, okay, was ist dann aber, wenn wir jetzt irgendwie alle 90 werden? Und wir sind ja einfach wirklich auf dem Weg dahin.
Und du brauchst ja wirklich nur, wenn du mal eine Zeitung in der Hand hast, ab und an, wenn ich mal so bei den Schwiegereltern in der Provinz bin und die Todesanzeigen blätterst, da sind ja schon alle 88, wenn sie dann mal sterben. Also wir sind sowieso auf dem Weg dahin. Und deswegen gibt es natürlich auch immer mehr Regierungskommissionen und Taskforces.
Und auch in Stanford gibt es ein eigenes Longevity-Forschungscenter, wo es halt nur um die gesellschaftlichen Folgen geht. Und dann ist natürlich klar, da muss ich mir halt auch denken, Moment mal, wenn wir jetzt alle 100 werden, das Erste, was mir dann dabei eingefallen ist und was natürlich auch vielen anderen dabei einfällt, ist so, okay, wer zahlt das eigentlich alles? Weil die Rente war natürlich mal dafür gemacht, dass man so mit 60, 65 in die Rente geht.
Und dann kriegen halt alle irgendwie 10 Jahre, 15 Jahre vielleicht eine Auszahlung, wenn jetzt aber irgendwie die Rente dich 30 Jahre tragen soll. Das war immer weniger einzahlen. Ja, aber auch immer länger auszahlen irgendwie.
Wie soll das gehen? Das funktioniert ja jetzt schon nicht mehr. Das ist eine der Schlussfolgerungen, die ich auch für mich persönlich sofort daraus gezogen habe.
Du musst dich finanziell völlig anders aufstellen irgendwie. Weil klar, vielleicht, ich weiß nicht, ob für uns das Rentensystem dann irgendwie in 30 Jahren irgendwie noch da ist, um uns zu zahlen oder ob das einfach umgekippt ist. Aber für ein Kind und alles, was die jüngere Generation ist, der private Altersvorsorge muss ja irgendwie komplett, sonst haben wir alle irgendwie Altersarmut ohne Ende in den nächsten Jahrzehnten.
Das ist das Erste, was mir dazu einfällt. Und das Zweite, wenn man das jetzt auch natürlich auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene betrachtet, klar, also das Sozialsystem, die werden ganz schön ächzen darunter. Weil was ist denn auch, wenn wir sagen, okay, die Hoffnung ist ja, wir werden alle gesund 90 oder 95, wird aber bestimmt so eine Übergangszeit geben, wo einfach eher die Lebenserwartung halt steigt, aber die gesunde Lebenserwartung noch ein bisschen dahinter herhinken wird.
Sondern hast du dann doch immer mehr Leute, die in die Pflege kommen. Irgendwie, wie soll das Pflegesystem das tragen? Das ist ja auch jetzt schon irgendwie nicht mehr funktioniert.
Und das sind ja nicht gerade kleine Probleme, wenn man sich das anschaut. Rente, Pflege, Sozialkrankenversicherungssysteme, die sind ja jetzt schon riesige gesellschaftliche Themen. Aber in zehn Jahren werden die richtig ins Ätzen kommen, ins Ächzen kommen.
Und wir kennen ja die Tendenz der Politik, sich mit langfristigen Problemen sehr ungerne auseinanderzusetzen oder erst in allerletzter Sekunde. Und deswegen finde ich es wahnsinnig wichtig, dass, wenn immer wir darüber reden, dass diese hundertjährige Gesellschaft eigentlich gesetzt ist, dass wir auch darüber reden, was das eigentlich für uns alle bedeutet. Weil alles andere wäre sehr, sehr kurzsichtig.
[Nils Behrens] (1:07:06 - 1:08:08)
Total. Ich stelle mir ja nochmal eine ganz andere Frage. Weil wie viele Menschen haben ja auch so ein Stück weit den Sinn ihres Lebens auch durch ihre Beschäftigung, ihre Arbeit.
Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass von diesen fitten 70-Jährigen ganz viele auch Lust hätten, noch weiterzuarbeiten. Aber auf der anderen Seite, wer lässt sie denn auch noch arbeiten, sage ich mal so. Also ich sage jetzt mal so, der wirklich viel körperlich arbeitet, der Bauarbeiter oder irgendwie so, das kann ich mir gut vorstellen, dass der mit 70 nicht zwingend weiterhin noch genauso viel machen will wie vorher.
Aber die Menschen, die geistige Tätigkeiten haben und gerade jetzt in meinem Umfeld so Marketing, Kreativität, wird ja häufig eben auch mit Jugend dann auch verbunden. So das heißt also einen 70-Jährigen Werber, sage ich jetzt mal, der wird jetzt nicht unbedingt dann gleich die Vorschusslorbeeren bekommen und sagen, na klar nehmen wir den, weil der noch so wahnsinnig kreativ ist und den Zeitgeist versteht. Was er durchaus könnte.
[Thomas Schulz] (1:08:09 - 1:09:54)
Genau. Lass uns mal ins Positive drehen. Das sollte ich mit meinem kalifornischen Hintergrund sowieso lieber machen.
Also erstens klar, wir haben ja den Fachkräftemangel und es könnte uns eigentlich nichts Besseres passieren, als dass es eben viele sehr gut ausgebildete, kluge, aktive, fitte ältere Menschen gibt, die halt einfach dann einfach noch arbeiten und die einfach noch Input bringen und die natürlich auch was zur Volkswirtschaft beitragen. Das ist natürlich wahnsinnig wichtig. Es wird auch, glaube ich, kein Weg dran vorbeigehen, dass wir länger arbeiten.
Da kriegen natürlich viele jetzt erst mal die Krise, die sagen, ich dachte, wir wollen mit 65 aufhören. Aber ich glaube, das wird so nicht sein. Andererseits wird es die Möglichkeit geben, grundsätzlich diese Arbeitsmodelle von vornherein umzustellen, dass man halt eben sagt, das, was wir auch zum Beispiel wollen, die 4-Tage-Woche, die wird halt viel wahrscheinlicher, wenn ich sage, ich höre nicht mit 60 auf, sondern ich arbeite halt vielleicht mein ganzes Leben nur auf der 4-Tage-Woche, aber dafür halt eben bis 72 oder bis 73 oder bis 74, weil ich auch erst keinen Bock habe aufzuhören, habe aber vorher mich schon nicht so gestresst.
Und es bietet natürlich die Gelegenheit, dass man halt einfach diese Lebensmodelle von vornherein halt irgendwie völlig anders denkt, dass nicht alles so gedrängt in dieser Lebensmitte ja irgendwie oft ist, wo man weiß, das ist der Höhepunkt meiner Karriere mit 45, hier muss ich alles erreicht haben, aber ich muss gleichzeitig noch zwei Kinder gezeugt haben und ein Haus gebaut haben. Das ist also wahnsinnig stressig für viele Menschen. Das zeigen ja auch alle Studien.
Ab 50 werden alle viel glücklicher, weil diese zehn Jahre davor so stressig sind. Aber wenn sich das alles entzerrt in viele andere längere Lebensabschnitte, dann hat das natürlich wahnsinnig große Vorteile. Aber dafür müssen wir uns halt eben darauf einstellen, dass wir diese Altersdiskriminierung, die wir ja oft in den Köpfen eben rumtragen, die du eben schon beschrieben hast, mit 70 will ja aber keiner mehr für mich arbeiten haben, dass das halt einfach nicht mehr da ist.
[Nils Behrens] (1:09:54 - 1:09:55)
Das war nicht meine Meinung.
[Thomas Schulz] (1:09:55 - 1:10:54)
Nein, nein, nein, aber du sprichst den Punkt natürlich an. Aber das kommt natürlich daher, so wie es halt immer war früher, dass du halt einfach mit 70 eigentlich alt warst und gebrechlich und irgendwie nicht mehr fit. Und das ändert sich ja gerade grundsätzlich.
Das sehen wir ja jetzt schon. Also die 75-Jährigen sind halt eben oft fit, aktiv, vital und noch total klar im Kopf. Und das Gesellschaftsbild der Alten, das hinkt noch hinterher.
Aber das wird sich anpassen, weil es halt immer mehr Menschen gibt, die in dem Alter fit sind. Dann wird man merken, nee. Und das sieht man übrigens auch, das finde ich sehr interessant, gibt ja große Altersstudien, gibt zum Beispiel diese deutsche Alterssurvey, die hier von der Humboldt-Uni gemacht wird, schon seit ein paar Jahrzehnten.
Und wenn man da 65-Jährige fragt, ob sie sich alt fühlen, sagen sie, nee, wir sind nicht alt. Die 75-Jährigen sind alt. Wenn du die 70-Jährigen fragst, dann sagen die, nee, die 80-Jährigen sind alt.
Also du merkst schon, dass sich das total verschiebt. Und das wird irgendwann gesellschaftlich ankommen.
[Nils Behrens] (1:10:55 - 1:11:29)
Total. Mir geht es aber immer noch so, es war neulich so eine Geschichte, wie so ein 50-jähriger Mann, ein Japaner, dann tatsächlich zwei Bären mit seinen Karategriffen da irgendwie verjagt hat. Und dann habe ich noch so, wie ich im Kopf so dachte, ja lustig, dass der Alte da irgendwie sowas so macht.
Und dann merke ich, nee, der ist halt wie ich. Also man merkt immer so, dass wenn man in den Nachrichten einen 50-jährigen Mann hört und man sich das dann irgendwie mit sich selbst noch nicht so, also ich zumindest immer wieder merke, dass wenn es völlig aus dem Kontext gerissen in den Nachrichten erscheint, dass ich dann an einen anderen Menschen denke, als an mich selbst.
[Thomas Schulz] (1:11:29 - 1:11:45)
Ja, ja. Ich weiß. Ich weiß, man sieht das ja immer, wenn irgendwelche Promis, man sieht irgendwie den Geburtstag.
Oh, Sandra Bullock ist 60? Verdammt. Ja, ja.
Du denkst, das kann doch nicht sein, die ist doch irgendwie sowas so alt wie ich. Ja, total.
[Nils Behrens] (1:11:46 - 1:12:06)
Sag mir mal nach all dem, was du, du hast es ja eben gerade kurz schon angesprochen, als du den Test bei Steve gemacht hast und sagst, du willst dich nach 12 Monaten nochmal wiederholen. Und sag das ja schon so ein bisschen, was du jetzt hier auch umgestellt hast. Also was sind denn sozusagen so die vielleicht drei größten Hebel, wo du sagst, die du durch deine Recherche jetzt so für dich verändert hast?
[Thomas Schulz] (1:12:07 - 1:12:15)
V2-Max-Training, was mir leichtfällt, weil ich einfach mehr Tennis spiele, irgendwie noch mehr. Ja, und auch einfach darauf wirklich jetzt gezielt achte.
[Nils Behrens] (1:12:15 - 1:12:19)
Ich bin nächste Woche zum Tennis spielen verabredet, schöne Grüße an Flo, wenn er es hier hört.
[Thomas Schulz] (1:12:23 - 1:12:42)
Zweitens, um in die Ernährung zu gehen, viel stärker auf den Blutzucker zu achten, wobei ich vorher noch nicht so viel wusste. Also den Zusammenhang zwischen Blutzucker, Fett, Muskelmasse, da brauchen wir jetzt nicht ins Detail gehen.
[Nils Behrens] (1:12:42 - 1:12:59)
Aber vielleicht doch ganz kurz, weil wir es gar nicht angesprochen hatten, weil es ist natürlich jetzt hier, man sieht ja immer mehr auch Nicht-Diabetiker mit diesen Chips, mit den Glucosomonitoren rumlaufen. Ich habe es auch gerade neulich wieder gemacht. Warum ist das so schlecht, diese Sugar Spikes zu haben?
[Thomas Schulz] (1:13:00 - 1:14:07)
Na ja, kommt drauf an, wie hoch die Sugar Spikes dann irgendwie sind. Aber genau, es gibt ja jetzt verschiedene Firmen, die das anbieten. Es gibt in den USA ein großes, Levels heißen die, die gibt es hier noch nicht, aber die sind da so das bekannteste, machen gerade so im Promibereich viele.
Ich weiß nicht, ob alle Hörer wissen, was das ist, halt irgendwie so ein Glucosomonitor. Da hängt meistens eine coole App dahinter und da sieht man halt genau, wenn man irgendwie Nahrung zu sich nimmt, was das halt mit deinem Blutzucker macht, wenn du dich bewegst, wie das dann dagegenwirkt. Also du kannst sehr genau über den gesamten Tag deine Blutzuckerschwankungen verfolgen.
Und wir wissen ja eigentlich, konstant hoher Blutzucker führt zu Diabetes oder Prä-Diabetes ist schlecht. Irgendwie auch Prä-Diabetes ist schon schlecht, führt normalerweise dazu, dass du halt viel mehr Bauchfett, ganz kurz jetzt gesagt, Bauchfett ist entzündungsfördernd, ist gesamt schlecht für den Körper. Also das ist dann so ein Kreislauf, der da auslöst.
Also das heißt, eigentlich sollten wir darauf achten, dass wir diese hohen Blutzuckerausschläge vermeiden, damit wir halt irgendwie kein Fettproblem und am Ende dann keine anderen Gesundheitsprobleme bekommen.
[Nils Behrens] (1:14:07 - 1:14:08)
Was spiket bei dir am meisten?
[Thomas Schulz] (1:14:10 - 1:15:50)
Weißer Reis, was schlimm ist, weil ich Sushi über alles liebe. Deswegen ist es sehr hilfreich, tatsächlich mal so ein Monitor zu tragen, mal wenigstens für zwei Wochen und da einfach zu beobachten, was passiert, welches Essen ausschlägt. Und dann, es gibt ja Wege damit umzugehen.
Und diese Blutzucker, das war für mich halt neu, das so klar zu sehen, was man machen kann, damit der Blutzucker nicht ausschlägt, auch wenn ich Sushi esse. Die zwei einfachsten Tricks, die kennen die meisten von deinen Hörern sicherlich, ist, entweder sich direkt nach dem Essen zu bewegen und zwar mal für 20 Minuten richtig, weil es drückt dann einfach den Blutzuckerausschlag, weil die Muskeln halt, wenn sie aktiviert werden, dann einfach die Glucose anders aufnehmen. Kniebeugen sind sehr effektiv.
Kniebeugen. Einfach als Hampelmänner, wo ich immer merke, nach dem Essen schwierig. Aber einmal das Haussaugen ist ja auch schon was.
Meine Frau und ich, wir kloppen uns jetzt immer darum, morgens das Kind in die Schule zu laufen, damit wir nach unserem Frühstück bewegt haben. Und der zweite große Faktor ist, und den habe ich wirklich auch radikal, weil du gefragt hast, was habe ich geändert, ist, tatsächlich Gemüse, Obst oder Protein vor den Carbs bei der Mahlzeit zu essen. Also, wenn ich Mittagessen auf dem Tisch habe und das ist irgendwie Salat mit Nudeln, ich einfach die Dinge Salat erst vorher esse und dann die Nudeln, weil es einfach die Glucoseaufnahme total verändert.
Und das habe ich radikal gemacht und ich habe es echt einfach gemerkt, dass der Fettgehalt im Körper allein dadurch stark nach unten gegangen ist.
[Nils Behrens] (1:15:50 - 1:15:59)
Es gibt ja tatsächlich auch so Blutzucker Stabilisatoren, die man vorher nehmen kann. Entweder in Form von Apfelessig oder eben auch in einer kompletten Form.
[Thomas Schulz] (1:15:59 - 1:16:28)
Kann man machen, genau. Kann man machen, kann man unterstützend machen. Ich merke, dass ich da lazy werde und dass es einfacher ist für mich, ist einfach beim Essen von vornherein darauf zu achten.
Das hat aber einen extrem hohen Effekt für mich gehabt. Ich muss sagen, ich hatte auch immer vor zehn Jahren, also meine Stressphase am schlimmsten war, weil das Leben war wirklich Arbeiten und Business Dinners. Und dann noch in den USA, wo dann das Essen sowieso alles fetter ist und das war echt schlecht.
[Nils Behrens] (1:16:28 - 1:16:50)
Und spät. Und spät, ja. Ja, zumindest finde ich, man hat das Gefühl, dass Miami oder Kalifornien, die sind ja ähnlich wie die Südländer, dann ist das ja echt immer alles sehr spät. Ja, total spannend. Also ich finde das ist.
Achso, warte mal. Entschuldige, du wolltest drei Sachen sagen. Du hast gerade das Thema V2 Max, du hast das Thema Ernährung gesagt.
Gibt es noch einen Faktor?
[Thomas Schulz] (1:16:51 - 1:17:35)
Ja, ich kann überlegen, welcher der wichtigste von allen ist. Wahrscheinlich vielmehr, also wir haben uns tatsächlich irgendwie eine Gewichte-Bank angeschafft und ein ganzes Gewichtesortiment und erarbeiten echt viel mit Gewichten. Was einerseits mit der Erkenntnis zusammenhängt, wie wichtig Muskelmasse ist, aber zum Zweiten halt, wo wir auch merken mit 50, dann musst du halt einfach auch anfangen, was dafür zu tun.
Mit 40 hätte ich es wahrscheinlich noch weiter ignoriert. Aber ja, also das sind so die von den Lifestyle-Maßnahmen, glaube ich, die drei größten. Das Einzige, was ich nicht angefasst habe, muss ich ehrlich zugeben, ist Alkoholkonsum.
Das ist immer noch so ein Sonderthema. Aber jetzt auch gerade im Urlaub, zweieinhalb Wochen Südfrankreich ohne Rosé, unvorstellbar.
[Nils Behrens] (1:17:36 - 1:17:49)
Es ist wahrscheinlich eine der größten Longevity-Interventionen, die viele wahrscheinlich von denen, die jetzt im Augenblick gerade so alle auf den Longevity-Trip sind, sage ich mal so, den Hebel, den viele noch nicht anfassen, würde ich immer so sagen.
[Thomas Schulz] (1:17:49 - 1:18:06)
Ja, genau. Und da kann man natürlich jetzt das übliche Argument dagegen bringen, wir kommen wieder zur emotionalen Gesundheit, Happiness. Und wenn ich sage, dass Alkohol allein mich happy macht, aber mit sechs Freunden um den Terrassentisch zu sitzen und eine Flasche Weißwein zu trinken, ist halt einfach nice.
[Nils Behrens] (1:18:07 - 1:18:09)
Ja, du. Und letztendlich ist das Leben ja auch zum Leben da.
[Thomas Schulz] (1:18:10 - 1:18:20)
Genau. Genau der Punkt ist mir wichtig, weil den natürlich auch viele dann immer machen, so bist du jetzt irgendwie zum Asketen geworden. Ich sage, nee, auf gar keinen Fall.
Das sind ja alles, die Hebel sind ja, kann man ja auch subtil bewegen.
[Nils Behrens] (1:18:22 - 1:19:03)
Thomas, ich sage dir auch immer, alles, was du heute machst für deine Longevity, ist ja etwas, was dich auch heute schon besser fühlen lässt. Das heißt also, die Tatsache, dass du jetzt vielleicht mehr Muskulatur hast, dass du eine höhere V2 Max hast, führt ja dazu, dass du im Alltag besser die Treppen hochkommst, führt ja dazu, dass du die Einkäufe besser nach Hause tragen kannst. Das sind ja alles Dinge, die dich heute schon besser fühlen lassen.
Und das ist ja das Schöne, finde ich, an all diesen Interventionen, dass sie ja nicht etwas sind, wo du sagst, ah, dann geht es mir mit 90 mal besser, sondern es geht dir ja heute schon besser. Und das ist, finde ich, das, was ich finde, den großen Spaß eigentlich dabei dann auch ausmacht, weil die Belohnung eben halt auch so früh kommt.
[Thomas Schulz] (1:19:03 - 1:19:34)
Genau, genau, völlig klar. Also mehr Energie macht sich in allem bemerkbar. Du hast völlig recht.
Es ist auf jeden Fall ein Antrieb, konsequenter mit allem zu sein und dann das auch zu merken. Also ich mache jeden Morgen eine halbe Stunde Yoga. Das habe ich früher einfach nicht durchgehalten.
Da habe ich mir eigentlich zweimal die Woche geschafft, jetzt wirklich jeden Morgen echt aufstehen, eine halbe Stunde Yoga. Und im ersten Moment denkst du irgendwie so, oh Gott, anstrengend, nervt irgendwie. Aber am Ende fühlst du dich einfach so viel besser.
[Nils Behrens] (1:19:35 - 1:19:41)
Ja, das Hinterher ist gut. Wie siehst du den 100-jährigen Thomas oder will Thomas überhaupt 100 Jahre alt sein?
[Thomas Schulz] (1:19:41 - 1:20:53)
Ja, Thomas möchte gesunde 100 werden. Es gibt ja viele, die immer diesen Reflex haben, das will ich gar nicht. Ich glaube, das ist stark getrieben immer noch von diesem Hintergedanken, dass es irgendwie einfach nicht schön sein kann.
Ich habe halt einige Super-Ager gesehen und erlebt, die mit 100 einfach so super fit sind und Violine spielen. Denke ich mir so, ja, finde ich toll. Ich würde gerne meine Enkel und Urenkel halt einfach noch sehen und mit denen halt noch in den Urlaub fahren, auf den Berg krackseln, so wie ich mich jetzt freue, dass ich mit meinem Vater Mitte 80 noch auf den Berg kracksele.
Und ich würde auch gerne mit Mitte 90 mit ihm noch auf den Berg krackseln. Ich bin ein aktiver Mensch und ich bin auch ein bisschen geprägt von dieser, wir sind aus Kalifornien mal viel nach Palm Springs gefahren, was ja so ein bisschen die Retirement Community an der Westküste ist, wo alle den ganzen Tag Golf und Tennis spielen. Das Wüstenklima ist ja auch sehr zuträglich und das ist so meine Idealvorstellung, dass ich mit 97 irgendwie erst eine Stunde Tennis spiele und dann, wie ich das da immer gesehen habe, dann irgendwie so schön einen Dry Martini direkt oben drauf schütte und mir das natürlich alles überhaupt nichts ausmacht und dann meine drei Urenkel sich in den Pool schmeißen.
Das ist so die Idealvorstellung. Und hey, warum nicht?
[Nils Behrens] (1:20:53 - 1:21:08)
Warum nicht? Gibt es einen letzten Tipp, den du jetzt deinen ZuhörerInnen hier noch geben würdest, wo du sagen würdest, okay, wenn die sich jetzt irgendwie auch inspiriert führen, das Projekt Lebensverlängerung anzugehen, was man jetzt sozusagen denen mitgeben kann?
[Thomas Schulz] (1:21:08 - 1:22:05)
Klar, mein Buch lesen, da sind auf den letzten zehn Seiten alle Tipps zusammengefasst, irgendwie als Kurzanleitung. Deswegen ist das durchaus hilfreich. Mir persönlich, aber da ist jeder anders, hat natürlich sehr geholfen, die Grundlagen zu verstehen, warum tatsächlich all diese Lifestyle-Maßnahmen den Körper grundlegend verändern und dass das nicht irgendwie so eine Floskel ist, Sport ist irgendwie gut für dich, sondern dass ich irgendwie weiß, wenn ich mit 50 viel Sport mache, dass tatsächlich mein Gehirn fitter ist, wenn es 70 ist und dass die Studienlage dafür eindeutig ist, dass ich dann weniger, geringeres Risiko für Alzheimer habe, wenn ich mich jetzt richtig ernähre.
Das hat mir sehr geholfen, dieses Verständnis zu entwickeln. Und ich finde, die ganz grundlegende Empfehlung an alle, einfach mehr über den Körper zu lernen, ist der erste Schritt.
[Nils Behrens] (1:22:06 - 1:22:36)
Ich kann nur hundertprozentig recht geben. In dem Augenblick, wo man weiß, warum man es tut und nicht nur einfach diese große Bubble ist, das ist gesund, sondern dass man wirklich versteht, warum man das jetzt genau tun soll, ändert die Motivation komplett. Also deswegen kann ich auch nur noch mal unterstreichen, es ist ein fantastisches Buch, was du da geschrieben hast, es liest sich sehr, sehr gut.
Wenn man auch keine Vorkenntnisse hat, holst du die Leser sehr, sehr gut ab. Und ich glaube, das hast du in diesem Gespräch heute auch getan. Und deswegen sage ich herzlichen Dank für das Gespräch.
[Thomas Schulz] (1:22:36 - 1:22:36)
Vielen Dank dir.
[Nils Behrens] (1:22:41 - 1:22:44)
Hast du eigentlich ein Supplement, irgendwas, was du nimmst, so ein Lieblingssupplement?
[Thomas Schulz] (1:22:47 - 1:22:49)
Ich nehme Calcium AKG, ja.
[Nils Behrens] (1:22:50 - 1:22:52)
Tatsächlich? Also auch dann so ein bisschen Longevity?
[Thomas Schulz] (1:22:52 - 1:23:21)
Das nehme ich. Ich habe mir zu allem die Studiendaten sehr, sehr genau angeguckt, was ist irgendwie total safe, wo ist die Studienlage nicht unterschiedlich. Da habe ich mich erst mal auf das geeinigt.
Gibt nur so zwei, drei andere Sachen, die ich mir anschaue. Und dann natürlich aber so ein paar Sachen, Vitamin D und all sowas, wo es irgendwie auch klare Studienlagen aus der Krebsforschung gibt, das auch. Aber für diesen speziellen Longevity-Supplements erst mal das und dann mal gucken, was noch so kommt.
[Nils Behrens] (1:23:21 - 1:23:46)
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