

Glück ist Hormonsache: Wie unsere Botenstoffe Stimmung, Energie & Gesundheit steuern
Glück ist keine reine Kopfsache. Ob Energie am Morgen, Gelassenheit am Abend oder emotionale Stabilität – Hormone spielen dabei eine zentrale Rolle.
Im Healthwise Podcast sprach Moderator Nils Behrens mit Dr. Katharina Burkhardt, Hormonexpertin und Buchautorin („Glück ist Hormonsache“), über die unsichtbaren Dirigenten unseres Wohlbefindens. Die wichtigste Erkenntnis: „Ohne Hormone läuft gar nichts.“
Die Folge HEALTHWISE auf Spotify
Hormone – das stille Netzwerk hinter allem
Hormone sind Botenstoffe, die fast jede Körperfunktion beeinflussen: Stoffwechsel, Schlaf, Stimmung, Temperaturregulation, Sexualität und Energie. Gesteuert wird das System über die Hypophyse – die „Schaltzentrale“ – und ein fein abgestimmtes Rückkopplungssystem.
- Progesteron: wirkt beruhigend, schlaffördernd und entspannend.
- Estradiol: hebt die Stimmung und unterstützt kognitive Funktionen.
- Cortisol: der physiologische „Wecker“, der uns morgens wach macht.
- Melatonin: Gegenspieler des Cortisol – steuert den Schlaf.
- Serotonin: unser Stimmungsaufheller – zu 95 % im Darm gebildet.
-> Ein Ungleichgewicht dieser Hormone kann sich in Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Schlafproblemen oder Antriebslosigkeit zeigen.
Der Darm – unterschätzter Schlüssel zur Hormonbalance
Eine stabile Darmflora ist eine der Grundvoraussetzungen für ein intaktes Hormonsystem. Ein gesunder Darm unterstützt die Bildung von Serotonin, die Schilddrüsenaktivität und die Nebennierenfunktion.
Praktische Tipps:
- Ballaststoffe & Pflanzenkost: fördern Vielfalt und Stabilität der Darmflora.
- Leicht saures Milieu: unterstützt die „guten“ Keime.
- Leaky Gut vermeiden: intakte Darmbarriere = bessere Nährstoffaufnahme.
- Langfristig denken: Darmgesundheit stärkt Hormonregulation.
Cortisol & Melatonin – das Zusammenspiel von Stress und Schlaf
Cortisol ist morgens am höchsten – unser natürlicher Wecker. Abends übernimmt Melatonin. Stress am Abend stört dieses Gleichgewicht, Cortisol bleibt erhöht, Schlafprobleme sind die Folge.
Also:
- Abends keine intensiven Aktivitäten mehr – Cortisol niedrig halten.
- Sonnenlicht am Morgen fördert den natürlichen Cortisol-Rhythmus.
- Melatonin niedrig dosieren, um morgendlichen „Hangover“ zu vermeiden.
Hormone & Stress – warum Pausen so wichtig sind
Chronischer Stress raubt dem Körper Mikronährstoffe und bringt das Hormonsystem aus dem Takt. Schlaf, moderate Bewegung und gute soziale Beziehungen sind kein Luxus – sie sind hormonelle Notwendigkeit.
Praktische Tipps für hormonfreundlichen Alltag:
- Regelmäßige Pausen und Atemübungen.
- Rhythmus statt Dauerstress.
- Soziale Kontakte stärken.
- Mikronährstoffe auffüllen.
Mikronährstoffe – Bausteine des Hormonhaushalts
Damit Hormone gebildet und reguliert werden können, braucht der Körper bestimmte Mikronährstoffe:
- Vitamin C & B5: wichtig für die Nebennierenrinde (Cortisol, DHEA).
- Vitamin D3: moduliert Hormonspiegel und unterstützt Testosteronbildung.
- Magnesium: beteiligt an über 600 Stoffwechselprozessen.
- Vitamin B6, Zink & B12: unterstützen die Steroidhormonsynthese.
- Omega-3-Fettsäuren: wirken entzündungshemmend und sind für die Synthese essenziell.
- Coenzym Q10 (Ubiquinol): liefert Energie für die Mitochondrien.
- Aminosäuren: Tryptophan (Serotonin), Tyrosin (Schilddrüse), Glycin & Taurin (Nervenbotenstoffe).
Pflanzenkraft & Hormone – natürliche Unterstützung
Phytotherapie kann die Hormonbalance unterstützen – ersetzt aber keine gezielte Hormontherapie bei starken Mängeln. Wichtige Pflanzenstoffe:
- Mönchspfeffer: progesteronwirksam, häufig bei PMS.
- Maca: kann Testosteronspiegel moderat unterstützen.
- Wechsel & Anpassung: keine Daueranwendung einer einzigen Pflanze.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
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Dr. Katharina Maria Burkhardt ist Hormonwissenschaftlerin und Expertin für integrative Hormonmedizin mit Fokus auf bioidente Hormone. Sie beschäftigt sich damit, wie hormonelle Ungleichgewichte Körper und Psyche beeinflussen, und entwickelt Therapiekonzepte, die auf präziser Diagnostik und individuell angepasster Behandlung basieren.
Ihr Ansatz sieht Hormone als zentrale Steuergrößen des gesamten Organismus – sie beeinflussen Schlaf, Energie, Stoffwechsel und Stimmung. Statt auf pauschale Lösungen zu setzen, kombiniert Dr. Burkhardt Laboranalysen mit gezielter Hormontherapie, Mikronährstoffunterstützung und Lebensstilmaßnahmen. Ziel ihrer Arbeit ist es, hormonelle Balance als Grundlage für ganzheitliche Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden zu fördern.
Außerdem hat Katharina Burkhardt mehrer Bücher über das Thema Hormone geschrieben, die hilfreiche Werkzeuge, um die Gesundheit aktiv zu gestalten enthalten und zudem dabei helfen, ein tieferes Verständnis für den Körper zu entwickeln.
Mehr zu Dr. Katharina Burkhardt: https://katharina-maria-burkhardt.at/
Zu ihren Büchern: https://katharina-maria-burkhardt.at/buecher/
024 Glück ist Hormonsache. Mit Dr. Katharina Burkhardt
[Katharina Burkhardt] (0:00 - 0:07)
Also die Frage wäre eher, gibt es eine Situation im Alltag, wo Hormone keine Rolle spielen? Und ich würde sagen, nein.
[Nils Behrens] (0:07 - 1:06)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich guttut.
Zeig mir deinen Hormonspiegel und ich sag dir, wer du bist. Die Welt der Hormone hat eine immense Bedeutung für unser psychisches Wohlbefinden.
Dr. Katharina Maria Burkhardt ist eine anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Hormonforschung und hat sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Hormonen und psychischem Wohlbefinden auseinandergesetzt. Gemeinsam mit Sylvia Neubauer hat sie das Buch „Glück ist Hormonsache“ geschrieben, das sich mit natürlichen Wegen zur Balance von Körper und Seele beschäftigt. Dr. Burkhardt hat umfassende Erfahrungen in der Patienteninformation und Psychoedukation, was sie zu einer der führenden Stimmen in der modernen Medizin macht. Und deswegen sage ich herzlich Willkommen, Dr. Katharina Burkhardt.
[Katharina Burkhardt] (1:07 - 1:10)
Hi Nils, ich grüße dich. Ich freue mich.
[Nils Behrens] (1:10 - 1:25)
Liebe Katharina, große Vorfreude auf dieses Gespräch. Ich glaube, seitdem ich bei Sunday bin, versuche ich schon irgendwie, dass wir diesen Termin dann zustande kriegen. Und jetzt, heute ist es endlich so weit.
Und deswegen, wo wir schon bei Sunday sind, frage ich dich, wie sieht denn für dich der perfekte Sonntag aus?
[Katharina Burkhardt] (1:26 - 1:35)
Das ist bei mir eine etwas schlechte Frage, weil am Sonntag arbeite ich immer. Können wir einfach einen anderen Tag nehmen? Und ich sage dir, wie der dann aussieht.
[Nils Behrens] (1:35 - 1:37)
Welcher ist denn dein Lieblingstag?
[Katharina Burkhardt] (1:37 - 1:42)
Ich mag eigentlich den Montag sehr gerne und stehe da ziemlich allein da.
[Nils Behrens] (1:43 - 1:43)
Ich glaube auch.
[Katharina Burkhardt] (1:44 - 2:22)
Ja, mein perfekter Montag sieht so aus, nachdem ich meistens Sonntagnachts vom Arbeiten zurückkomme, dass ich lang ausschlafe, mich dann mal in den Whirlpool setze und mich mal aufwärme und durch sprudeln lasse. Dann trinke ich mal genüsslich einen Tee, gehe eine Runde spazieren und treffe dann am liebsten Freunde, mit denen ich mich dann zu Tode quatsche. Und dann esse ich was Leckeres und lasse den Abend schön ausklingen.
Meistens mit irgendeiner seichten Serie, weil das brauche ich, wenn mein Gehirn überanstrengt wird. Und dann gehe ich auch schon wieder früh schlafen. Das ist perfekt.
[Nils Behrens] (2:22 - 2:32)
Ich bin ja beeindruckt. Ich würde jetzt behaupten, ich finde gar nicht so viele Menschen, die sich mit mir am Montag totquatschen würden, weil die meisten am Montag leider arbeiten müssen. Also insofern hast du scheinbar den Freundeskreis richtig gewählt.
[Katharina Burkhardt] (2:33 - 2:34)
So ist es.
[Nils Behrens] (2:36 - 2:43)
Okay, dann lass uns doch mal auf dein Buch eingehen. Glück ist Hormonsache. Was war denn so grundsätzlich erstmal die Inspiration zu dem Buch?
[Katharina Burkhardt] (2:44 - 3:49)
Also tatsächlich ist es so, dass einfach in den letzten, das weiß ja jeder, drei, vier Jahren, es den Leuten jetzt nicht unbedingt besser ging, ganz allgemein. Und wir einfach festgestellt haben, dass die psychischen Erkrankungen sozusagen in den Vordergrund gerieten und ganz, ganz viele Menschen noch mehr darunter gelitten haben. Ich habe eigentlich immer schon gesagt, Hormone wirken auf die Psyche.
Und das muss in die Ausbildung der Neurologinnen, der Psychiaterinnen, der Psychotherapeutinnen usw., auch der Coaches und Lebensberaterinnen. Und jetzt habe ich das zum Anlass genommen, weil jetzt waren die Verlage auch offen. Die haben alle gesagt, das wollen wir jetzt, das brauchen wir, weil die Welt schreit nach diesen Zusammenhängen.
Depressionen am Vormarsch, Burnout usw., wurde jetzt immer mehr. Und da haben wir das sozusagen gepackt, das Thema.
Und es waren mehrere Verlage tatsächlich interessiert. Ich habe mich für meinen Hausverlag entschieden, weil die einfach supercoole Covers und Designs machen, mit denen ich sehr happy bin.
[Nils Behrens] (3:50 - 4:13)
Ich finde auch, es ist supercool geschrieben, muss ich wirklich sagen. Es ist ja wirklich eine unglaubliche Leichtigkeit, also eine sehr, ich würde es mal fast sagen, saloppe Sprache, die ihr benutzt, was natürlich diesem Thema auch sehr guttut. Also man hat da insgesamt das Gefühl, dass man sich eher mit seiner besten Freundin jetzt über das Thema unterhält, als dass man jetzt ein Lehrbuch in der Hand hält.
[Katharina Burkhardt] (4:14 - 4:35)
Das stimmt. Das war auch so gedacht. Also der Verlag mag das sowieso gern.
Und da muss ich wirklich die Sylvia, meine Co-Autorin, in den höchsten Tönen loben. Weil sie hat die Fähigkeit, wirklich wissenschaftliches Faktenpassiertes in diese blumige, saloppe Sprache reinzubringen, was mir oft nicht so gelingt. Also ohne sie wäre das nicht möglich gewesen.
[Nils Behrens] (4:36 - 4:44)
Okay, dann lass uns doch mal in das Thema einsteigen. Also welche Rolle spielen Hormone und Neurotransmitter denn in unserem täglichen Leben und für unser Wohlbefinden?
[Katharina Burkhardt] (4:45 - 5:07)
Ja, also das heißt ganz klar, ohne Hormone läuft mal gar nichts. Nämlich wirklich gar nichts. Das heißt, du würdest in der Früh nicht aufstehen, du könntest nicht aufs Klo gehen, du hättest keinen Hunger, du wüsstest nicht, was du dir anziehen sollst, weil du kein Temperaturempfinden hättest, du könntest nicht lachen und nicht weinen und würdest nicht wissen, wann du dich wohlfühlst, wann du traurig bist und so weiter.
[Nils Behrens] (5:07 - 5:08)
Das klingt traurig.
[Katharina Burkhardt] (5:09 - 5:50)
Ja, das heißt, ich bin natürlich extrem als Hormonwissenschaftlerin, aber ich sage, Hormone steuern alles. Es gibt nichts, wo Hormone nicht beteiligt sind. Das heißt, wir haben Körpertemperatur, Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel, alles.
Ich sage immer, die Schilddrüse ist so ein kleines Organ. Niemand denkt daran, aber ohne Schilddrüse schlägt kein Herz. Das heißt, wenn du jemanden fragst, was ist das wichtigste Organ, sagt der 100 Pro das Herz und ich sage nein, die Schilddrüse.
Ohne Schilddrüse schlägt kein Herz. Also die Frage wäre eher, gibt es eine Situation im Alltag, wo Hormone keine Rolle spielen und ich würde sagen nein.
[Nils Behrens] (5:50 - 5:56)
Du beschreibst dieses Hormonsystem ja auch als ein Telekommunikationsnetzwerk. Also kannst du uns erklären, wie denn dieses Netzwerk wirklich funktioniert?
[Katharina Burkhardt] (5:57 - 7:06)
Ja, also ich würde sagen, wir haben eine Art obere Steuerungszentrale. Die sitzt, wenn wir hier bei den Ohren so gerade reingehen, dort sitzt die Hypophyse. Das ist sozusagen die Chefin in dem Ganzen.
Darüber ist noch der Hypothalamus, aber die Hypophyse ist so die wichtigste Schaltzentrale, über die alles drüber läuft. Die gibt Befehle an die einzelnen Drüsen im Körper, zum Beispiel an die Schilddrüse, an die Nebenniere, an die Eierstöcke usw. und befiehlt und sagt, schütte doch Hormone aus.
Wir brauchen jetzt so und so viel Progesteron, wir brauchen so und so viel Testosteron oder so und so viel FT3 oder FT4. Ist das passiert, gibt es eine Rückkopplung an diese oberste Schaltzentrale und es wird rückgekoppelt und gesagt, so wir haben genug, mach mal Stopp usw.. Also so kann man sich das vorstellen.
Entweder stellt man sich es vor wie Mobile oder wie eine Firma, wo ich auf unterschiedlichsten Ebenen einfach unterschiedliche Leute habe, die zuständig sind. Und alle sind mit allen anderen verknüpft. Und das ist essenziell.
[Nils Behrens] (7:08 - 7:22)
Und sag mir mal, du hast jetzt schon so ein paar Hormone genannt, Progesteron hast du genannt. Das ist ja sehr häufig auch gerade im Zusammenhang mit der Menopause auch immer wieder ein Thema. Wie wirkt denn sowas wie Progesteron oder auch Estrogen auf unsere Psyche oder beziehungsweise unser emotionales Wohlbefinden?
[Katharina Burkhardt] (7:23 - 9:28)
Ja, ich mache es jetzt ganz einfach. Wir nennen das Progesteron auch Valium. Das heißt, Progesteron ist unheimlich beruhigend und entspannend.
Das ist das Hormon für die Psyche, für Frauen und Männer. Also da machen wir keinen Unterschied. Es entspannt, es wirkt schlaffördernd.
Es ist so, die Leute, also die jungen Leute sagen immer, chill mal deine Base. Also Progesteron chillt definitiv die Base. Oder wie meine Töchter mal zu mir gesagt haben, chill mal deine Eierstöcke.
Das tut das Progesteron. Man ist tiefenentspannt. Und ich würde sagen, Progesteron wirkt antidepressiv.
Ganz, ganz wichtig. Vor allem ist es wichtig, daran zu denken nach einer Geburt. Weil was passiert da?
Das Progesteron fällt von einem ganz, ganz hohen Level nach der Geburt runter in den Keller. Dann kommt der Baby Blues. Aber im blödesten Fall haben wir eine Postpartumdepression oder eine Stillpsychose.
Und da sollten wir alle ans Progesteron denken. Wenn die Frauen nämlich schon schwer schwanger geworden sind und da Progesteron schon gefehlt hat, fehlt es nach der Geburt auch definitiv. Das heißt, das ist das Wohlfühlhormon für die Psyche und für Gelassenheit.
Und das Estradiol nenne ich den Glücksbuddha. Und das ist essentiell auch schon für junge Frauen. Die haben ja meistens genug davon.
Aber dann in der Prä-, Peri- und Postmenopause sollte es bei den meisten Frauen substituiert werden, weil die nämlich sonst ihres Lebens nicht mehr froh werden. Weil was passiert dann? Die sind gereizt.
Die haben Stimmungsschwankungen. Die haben Depression. Die können nicht mehr schlafen.
Die haben Gelenksbeschwerden. Die haben Herzbeschwerden. Und so weiter und so fort.
Und hier sprechen wir nicht mehr von Befindlichkeiten, wo man jetzt so salopp sagt, naja, denk mal positiv. Oder in unseren Breitengraden, jetzt reiß dich mal zusammen. So schlimm ist das nicht.
Aber hier geht es wirklich um ernste Beschwerden, die diese Hormonmängel auslösen können.
[Nils Behrens] (9:29 - 10:30)
Okay, dann nehmen wir einfach jetzt mal mit. Also Progesteron ist das Valium, also chill mal deine Basis. Und das Estradiol macht uns glücklich.
Das heißt, wir sind gechillt und glücklich, wenn wir genügend Estradiol und Progesteron haben.
Und dazu ja mein ganz wichtiger Punkt. Ich habe schon mal in einem anderen Zusammenhang einen Podcast über Hormone aufgenommen. Ich glaube, das was ja ganz wichtig ist in dem Zusammenhang, weil viele, die zu wenig von den genannten Hormonen hatten, und das kommen wir ja gleich nochmal zu, supplementieren, dass die dann eben halt diesen Uplift haben, sowohl in der beruhigenden als auch in der glücklich machenden Wirkung.
Nichtsdestotrotz ist das ja nicht wie, ich sage jetzt mal, Koffein. Umso mehr Kaffee ich trinke, umso aufgedrehter werde ich, sondern besser als gut, sagte die Dame dann zu mir, geht nicht. Das heißt also, man kann eigentlich nur dafür sorgen, dass der Level gut aufgefüllt ist.
Aber da ist eben halt sozusagen, wenn der Tank voll ist, ist er voll. Und dann ist irgendwann auch keine Steigerungsmöglichkeit mehr da. Ist das so weit richtig?
[Katharina Burkhardt] (10:31 - 11:40)
Genau. Steigerung im Wohlbefinden hast du nicht. Aber im schlimmsten Fall hast du eine Überdosierung, die dann Nebenwirkungen erzeugt, auch bei den bioidentischen Hormonen.
Und das ist wichtig zu beachten, dass wir uns das individuell und komplex uns das ansehen und individuell und komplex dosieren. Und keine Normdosierung für jede Frau gleich. Jede Frau hat andere Probleme, wiegt unterschiedlich, ist unterschiedlich alt, hat unterschiedliche Bedürfnisse.
Das ist ja auch so, wenn wir Vitaminenstatus messen, ist es ein Unterschied, ob jemand einen die D3-Spiegel von 10 oder von 30 hat. Und genau so machen wir das auch. Das heißt, wir schauen uns die Klinik an.
Wie geht es der Frau? Was hat sie für Symptome? Und einen Befund dazu.
Dann wird das in Korrelation gesetzt. Und dann wird überlegt, wie viel an Dosierung sie braucht, um die Speicher aufzufüllen. Und wie viel braucht sie als Erhaltungsdosis, um sich dauerhaft wohlzufühlen.
Aber es geht nicht darum, hier Hochdosen zu verabreichen, in der Hoffnung, es wird noch besser, besser, besser. Da gebe ich dir vollkommen recht.
[Nils Behrens] (11:41 - 12:28)
Ich kenne diese Aussagen von deinen Kolleginnen und Kollegen. Man hat ja sehr viele von diesen Hormonen, die über die Haut aufgetragen werden. Und die dann so einen Uplift haben, dass sie irgendwann immer großzügiger mit dem Auftragen werden.
Und irgendwann am liebsten ihren ganzen Körper damit eincremen. Aber das ist halt einfach besser als gut geht halt einfach nicht.
Sehr gut, sehr gut. Sag mal, dann ist ja eine der Sachen, die...
Ich weiß es gar nicht, wie neu diese Erkenntnis ist. Aber es gibt ja auch eine Verbindung zwischen unserem Darm und dem Hormonsystem. Also unter anderem ja diese ganzen Ozempic-Spritzen.
Das sind ja diese GLP-1-Agonisten. Da werden ja tatsächlich die Hormone im Darm beeinflusst. Magst du mal so ein bisschen was über diese Verbindung erzählen?
[Katharina Burkhardt] (12:28 - 14:10)
Ja. Also für mich ist das Allerwichtigste tatsächlich der Nervenbotenstoff Serotonin. Wo wir wissen, dass der zu 95 Prozent im Darm produziert wird.
Da ist dann für mich jede Diskussion beendet. Zu sagen, Nervenbotenstoffe und Hormone haben mit dem Darm nichts zu tun. Selbstverständlich.
Hier ist der Hauptproduktionsort für Serotonin. Das heißt, eine gesunde Darmflora, eine gesunde Darmschleimhaut, sprich Immunität im Darm, ist Voraussetzung für die Produktion von genügend Nervenbotenstoffen und Hormonen. Wir wissen aus der Praxis, dass 20 Prozent der Schilddrüsenaktivität von einer gesunden Darmflora abhängt.
Und 10 bis 15 Prozent eine gesunde Darmflora Voraussetzung ist für eine gesunde Nebennieren-Rindenfunktion. Das ist unheimlich wichtig. Und jetzt erkläre ich, wieso.
Ich brauche eine gesunde Besiedelung. Ich brauche genug Säuerungsflora, damit der Körper die Kofaktoren aufnehmen kann, die für die Hormonsynthese essenziell sind. Das ist dieser Zusammenhang.
Und deswegen ist es wichtig, nicht nur die Leber bei der Hormonsynthese, die produziert ja den Grundbaustein, das Cholesterol für alle nachfolgenden Hormone, sondern auch den Darm hier ins Zentrum zu setzen. Und das passiert oft nicht. Das heißt, es werden die Hormone angeschaut, die Hormone werden substituiert und dann vergisst man auf Darm, Leber und Kofaktoren, was wirklich essenziell ist.
Und dass ein Leaky Gut natürlich für die Nährstoffaufnahme nicht gerade günstig ist, wissen wir alle. Und dann gehen wir im Nachhinein die Kofaktoren ab für die Produktion der einzelnen Hormone.
[Nils Behrens] (14:11 - 14:54)
Ja, ich habe interessanterweise heute schon einen Podcast aufgenommen, wo nochmal der Steve Horvath da auch zitiert wurde, der eben halt sagt, dass einer der größten Longevity-Einflüsse tatsächlich, die ihn überrascht haben, die pflanzliche Ernährung auch war. Und da ist natürlich gerade wegen dieser ganzen Pflanzenstoffe, also es geht jetzt gar nicht darum, sage ich mal so, das Fleisch wegzulassen und nur noch Nudeln mit Soße zu essen, sondern es geht wirklich darum, die wirklichen Pflanzenstoffe aufzunehmen. Und um eben halt genau das, was du sagst, diese gesunde Darmflora auch herzustellen.
Und vor allem, ich glaube, solange man eben halt genügend, vor allem Ballaststoffe da hat, ist ja auch die beste Prävention für das Thema Leaky Gut-Syndrom. Also es sozusagen nicht zu bekommen.
[Katharina Burkhardt] (14:55 - 15:46)
Unbedingt. Es geht vor allem um die Diversität der Keime. Und die erreiche ich nur mit Präbiotika, mit genügend Ballaststoffen.
Und dann geht es aber auch darum, dieses saure Milieu. Und da schreien dann immer alle, ah nein, ansäuern ist ganz schlecht. Aber die Säuerungskeime brauchen ein saures Milieu, damit sie gedeihen können.
Und sie brauchen Futter. Ja, das sind die Ballaststoffe. Und dann können die sich dauerhaft ansiedeln.
Und wenn ich dann ein breites Spektrum an all diesen Keimen habe, dann kann der Körper die Nährstoffe am besten verwerten. Und dann funktioniert die Hormonsynthese um, ja, ich würde sagen, 20-30% besser. Und das stellen wir fest, wenn wir den Darm sanieren, dass die Menschen meistens weniger Substitution von Schilddrüsenhormonen und von biodenten Hormonen brauchen.
[Nils Behrens] (15:47 - 16:28)
Es hat ja eigentlich schon dein Landsmann, der F. X. Mayr, der bekannt ist durch seine Kur, ja, damals schon gesagt, dass der Darm die Wurzel des Menschens oder die Gesundheit des Menschens ist.
Also von daher, vor 100 Jahren hat der das schon gewusst. Insofern scheint es heute mehr richtig zu sein denn je. Wir haben jetzt schon so ein paar Hormone durchgegangen.
Serotonin, würde ich jetzt mal sagen, ist ja auch ein Stimmungshormon in dem Sinne. Lass uns dann doch mal über das Thema Cortisol sprechen. Weil da hast du in deinem Buch auch die Begrifflichkeit: unseren physiologischen Wecker.
Cortisol ist unser physiologischer Wecker. Also da muss ich jetzt ganz ehrlich sagen, das klingt lustig, aber ist für mich noch nicht selbsterklärend.
[Katharina Burkhardt] (16:28 - 18:03)
Ja, okay. Also ich fange mal vorher an, weil das Hormon, warum wir schlafen können, ist das Melatonin. Und du hast gerade noch einmal vom Serotonin gesprochen.
Melatonin wird ja aus Serotonin produziert. Und der wichtigste Kofaktor für die Serotonin- und Melatonin-Synthese ist das Vitamin B6. Ist übrigens bitte ein essenzielles Vitamin für die komplette Hormonsynthese.
So, und jetzt steigt am Abend das Melatonin an und hat seinen Höhepunkt zwischen 1 und 3 Uhr nachts. Und das Cortisol hat dort seinen tiefsten Punkt. Das heißt, diese zwei Hormone sind Gegenspieler.
Am Abend ist das Melatonin hoch, das Cortisol niedrig. Und in der Nacht überkreuzt sich das dann irgendwann. Und der physiologische Wecker ist das Cortisol deswegen, weil das Cortisol am Morgen seinen Peak erreicht.
Das heißt, das Cortisol erreicht seinen Höchstwert. Das Melatonin sinkt auf ein Minimum ab. Und das ist der Zeitpunkt, wann wir dann aufwachen.
So ist das gemeint. Und das Cortisol senkt sich im Verlauf des Tages ab. Das heißt, wir haben eine Spitze in der Früh und dann so einen schönen Bogen, idealerweise.
Und wenn wir zu viel Stress haben abends, wissen wir alle, dass wir da nicht gut einschlafen, weil das Cortisol dann wieder steigt. Und das sollte es nicht. Das heißt, alle stressigen und anstrengenden Aktivitäten, auch sportliche Betätigung nach 20 Uhr sind absolut nicht gut für einen gesunden Schlaf.
Weil das Cortisol dann wieder hochschießt und das Melatonin wieder in den Hintergrund gedrängt wird.
[Nils Behrens] (18:03 - 18:15)
Man kann sich das also wie so einen Regler vorstellen, wo man dann einfach wirklich sagt, der eine geht hoch und der andere geht runter. Und in dem Augenblick, wenn ich den einen wieder hochziehe, geht der andere automatisch wieder runter. Und dementsprechend schlafe ich schlecht.
Ist das so weit richtig verstanden?
[Katharina Burkhardt] (18:15 - 18:17)
Ja, hast du richtig verstanden.
[Nils Behrens] (18:18 - 18:29)
Und sag mal, diese ganzen Longevity-Ärzte, so wie Huberman und Co., die sagen ja immer, morgens rausgehen und Sonnenlicht, Sonnenlicht, Sonnenlicht. Hat das auch was damit zu tun?
[Katharina Burkhardt] (18:31 - 19:15)
Naja, was macht Sonnenlicht? Sonnenlicht löst die Ausschüttung von diversen Botenstoffen aus. Ja, wir haben eine Vitamin D3-Produktion, Serotonin steigt und so weiter.
Das heißt, wir werden wach und fröhlich. Das ist so, so man Sonnenlicht findet. Ja, ist ja nicht jeden Tag der Fall.
Aber auf jeden Fall ist das so. Auch wenn noch zu viele Melatonin-Reste da sind, die werden natürlich dadurch dann verdrängt. Wichtig ist auch, bitte bei Melatonin abends nicht zu hoch zu dosieren, weil sonst hat man so ein bisschen ein Hangover.
Und es kann dann bis in die Mittagszeit reingehen, dass man noch so ein bisschen belemmert ist, würde ich jetzt mal salopp formulieren. Oder benebelt.
[Nils Behrens] (19:15 - 19:27)
Ja, und dann ist ja auch so eine Instagram-Diskussion immer, auf keinen Fall innerhalb der ersten anderthalb Stunden Kaffee trinken, weil es nicht gut für den Cortisol-Spiegel ist. Hast du da eine Meinung zu?
[Katharina Burkhardt] (19:28 - 20:26)
Ja, also ich würde mal sagen, dass das sehr viel von der Genetik abhängt, wie das mit der Koffeinverwertung läuft. Ich kann nur von mir selbst sprechen. Ich weiß, dass ich Kaffee liebe, aber ihn ganz schlecht vertrage, weil ich das Koffein einfach sehr, sehr langsam abbaue.
Deswegen versuche ich, ihn zu vermeiden. Diese Diskussionen mit diesen eineinhalb Stunden und so weiter, dazu kenne ich keine Studien und habe mich nicht intensiv damit beschäftigt. Ich bin der Meinung, ein Espresso in der Früh als Genussmittel ist sicher eine wunderbare Sache.
Alles, was so über drei Kaffee täglich hinausgeht, sollte man hinterfragen. Aber ich würde wirklich anschauen, wie ich verstoffwechsele. Das ist genetisch und das kommt eh immer mehr.
Sich diese COMT-Geschichten anzuschauen, ist auch für die Hormontherapie und für die Nährstofftherapie tatsächlich essenziell.
[Nils Behrens] (20:26 - 20:37)
Du hast gerade das Thema Stress am Abend schon angesprochen. Generell, was würdest du sagen, wie beeinflusst Stress und auch unsere Lebensgewohnheiten den Hormonspiegel und damit auch unser Glücksempfinden?
[Katharina Burkhardt] (20:39 - 21:20)
Leider enorm. Und das darf man jetzt einfach nicht vernachlässigen. Es ist wirklich, wirklich wichtig, dass wir darauf schauen, dass wir einen gesunden Lifestyle pflegen.
Darüber lässt sich streiten. Und Nils, ich glaube, ich brauche dir das nicht erklären, wie viele Richtungen es mittlerweile gibt und wie sich die alle untereinander bekämpfen und das Thema gesunde Ernährung dazu führt, dass wir 200 unterschiedliche Meinungen haben und am Ende sich keiner mehr auskennt. Ich denke trotzdem, dass wir uns über ein paar Dinge einig sind.
Dass wir genügend Schlaf brauchen, dass wir uns mit tollen Menschen umgeben, die uns nicht ärgern, sondern uns guttun.
[Nils Behrens] (21:20 - 21:22)
Die, die du am Montag immer triffst?
[Katharina Burkhardt] (21:23 - 22:39)
Ganz genau. Dass wir uns moderat bewegen sollen. Ich komme selbst aus dem Leistungssport.
Das hat mir definitiv nicht gutgetan. Das hat mir meine Nebennierenrinde ruiniert. Und ich habe absolut keinen Bock auf groß Sport.
Das ist echt Stress. Moderate Bewegung. Und dann einfach auch schauen, Rhythmik ins Leben zu bringen.
Hormone sind rhythmisch. Wir Frauen machen das vor mit unserem monatlichen Zyklus. Wir sind rhythmisch.
Und ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass wir auf diese Dinge achten. Und was macht Stress? Stress raubt uns.
Mikronährstoffe. Die Basis für die Hormonsynthese. Und deswegen bitte in stressigen Zeiten noch mehr darauf achten.
Und wenn es nur 5-10 Minuten am Tag sind, dass wir uns diese Auszeiten nehmen. Und dass wir dort verstärkt auf die Einnahme von Mikronährstoffen zurückgreifen und nicht dann da vergessen. Weil das ist nämlich das große Drama, das hier läuft.
Wenn wir Stress haben, vergessen wir oft all die Dinge, die uns gut tun. Das heißt, ich schreibe mir diese Sachen in den Kalender. Sonst passiert es nicht.
Das heißt, ich mache Termine mit mir selbst aus. Und das funktioniert. Ich weiß, das ist traurig.
Aber ich traue mich, das auch laut zu sagen. Weil so ist es nun mal.
[Nils Behrens] (22:41 - 23:33)
Du, ich habe das hier schon mehrfach erzählt, dass ich immer so eine Pillendose habe, die ich mir Sonntag immer zusammenstelle mit meinen Mikronährstoffen. Zwei habe ich sogar genau genommen, weil in die eine passt nicht alles rein. Aber da sehe ich dann eben genau.
Und ich habe gerade gestern wieder einen Tag vergessen. Das sind dann so Dinge, genau was du sagst. Selbst diese Tatsache, dass ich schon diese Dose habe.
Das Problem ist eben, dass man viele von denen idealerweise mit einer fettigen Mahlzeit zusammennehmen sollte. Wenn ich sie alle einfach am Morgen nehmen könnte, wäre es easy. Aber kann ich ja leider nicht.
Sondern ohne irgendeinen Zusatz, irgendeine Nahrung, verpuffen ja dann die einen oder anderen auch. Ich brauche sie auch gar nicht zu nehmen. Und deswegen ist das dann eben der Punkt, wo ich dann teilweise in meiner Hektik des Alltags es dann auch immer wieder vergesse.
Aber gut, was würdest du denn sagen, welche Symptome können auftreten, wenn unser Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät?
[Katharina Burkhardt] (23:34 - 23:44)
Ja, da müsste man jetzt ein bisschen auf einzelne Hormone eingehen, weil sonst sitzen wir morgen noch da. Was hättest du denn gern gewusst? Welches Hormon interessiert dich denn insbesondere?
[Nils Behrens] (23:45 - 23:53)
Naja, ich finde, weil du es ja schon eben gerade so, das Progesteron zum Beispiel angesprochen hast, finde ich, wäre das auf jeden Fall ein guter Startpunkt.
[Katharina Burkhardt] (23:53 - 24:53)
Ja, also beim Progesteron treten verstärkt PMS-Symptome auf. Starke psychische Beschwerden, unregelmäßige Zyklen, Zwischenblutungen, Dauerblutungen. Also jetzt bei den Frauen.
Dann haben wir zum Beispiel Probleme wie massive Eifersucht. Das muss ich kurz erzählen, weil ich hatte eine Patientin, eine Psychologin, die kam zu mir, war schwer eifersüchtig und hat schon tausend Dinge gemacht, um das irgendwie zu beheben.
Es hat nichts gebracht. Wir haben Progesteron getestet. Sie hatte einen Progesteron-Spiegel von 20.
Normal wäre in ihrem Alter so 300 bis 400 gewesen. Und dann sage ich, weißt du was? Und sonst auch noch Symptome.
Du kriegst jetzt mal Progesteron, lass die Eifersucht mal in Ruhe. Die ist eh da, ob du dich jetzt kümmerst oder nicht. Und nach drei Monaten rief sie mich an, weinend, also glücklich weinend, dass ich das auf ein so starkes Minimum reduziert hat, dass sie eigentlich keine Auswirkungen mehr davon hatte.
[Nils Behrens] (24:53 - 25:05)
Ach, das ist ja wirklich interessant. Ich würde sagen, eifersüchtig sein ist fast eher wie ein Charakterzug. Aber nein, da sind wir wieder bei meiner Einleitung.
Zeig mir deine Hormone und ich sage dir, wer du bist.
[Katharina Burkhardt] (25:06 - 26:16)
Vielleicht gibt es das auch, dass es ein Charakterzug ist. Aber bei der war es halt jetzt ganz eindeutig. Dann haben wir halt auch, weißt du, Suizidgedanken, massive Schlafstörungen und so weiter.
Kapaltunnelsyndrom, also das kann auch wirklich auf die körperliche Ebene gehen. Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, mangelnde Leistungsfähigkeit. Also das Progesteron hat einfach wirklich, wirklich eine große Symptombandbreite.
Deswegen sollte es auch wirklich in den Mittelpunkt gerückt werden, vor allem auch für die Männer. Weil die profitieren so davon, die Managertypen und so weiter, die nicht runterkommen am Abend. Wenn die Progesteron oral zuführen, fallen die in einen sanften Schlaf.
Und warum passiert das? Wenn ich Progesteron oral zuführe, wird es über die Leber verstoffwechselt und im Gehirn an GABA-Rezeptoren gebunden. Das nennt man das sogenannte Allopregnanolon, das da gebildet wird.
Und das führt zu diesem chillenden Effekt. Und es gibt eine tolle Studienlage dazu, auch bei wirklich schweren psychischen, psychiatrischen Erkrankungen, dass wir dort ganz, ganz tolle Effekte haben.
[Nils Behrens] (26:17 - 26:40)
Du hast in deinem Buch, also vielen Dank für die Aufklärung. Ich glaube tatsächlich, die Leute sollen A), noch dein Buch kaufen. Aber B), glaube ich, wird es wahrscheinlich zu lange dauern, über alle Einzelheiten nochmal zu sprechen.
Aber erst mal das rausfinden, was einem eigentlich fehlt. Und da erwähnst du verschiedene Diagnosetests. Du redest über Bluttest, Speicheltest, Urintest.
Magst du vielleicht trotzdem mal ganz kurz darauf eingehen, welche Vorteile diese verschiedenen Methoden bringen?
[Katharina Burkhardt] (26:40 - 29:29)
Ja, also im Serum, das ist so die klassische Messung, sehen wir die Gesamtmenge der Hormone, die dort abgebildet wird, und die Leistung der Drüsen, die wir dort herauslesen können. Und das Tolle ist im Serum, dass wir die Bindungsproteine, also die Transportproteine, die die Hormone durchs Blut transportieren, das ist zum Beispiel das SHBG, Sexualhormonbindendes Globulin, dass man die dazu bestimmen kann und einfach eine größere Aussagekraft dadurch auch erzielt. Und die Schilddrüsenhormone macht man zum Beispiel nur im Blut.
Jetzt ist es aber so, dass natürlich bei jüngeren Personen, also Frauen und Männern, diese Vorstufenhormone eigentlich noch alle gut funktionieren und auch mit den Transportproteinen meistens alles passt. Und dann ein Serumtest nicht so viel Aussage hat, weil die Drüsen ja noch voll funktionsfähig sind. Da gehen wir gerne in den Speichel, weil im Speichel messen wir freie ungebundene Hormone, und zwar fast zu 98, 99 Prozent.
Das heißt, ich sehe die Hormone, die in der Lage sind, an der Zelle zu wirken. Heißt, wenn ich jetzt Wohlbefinden mehr testen will als irgendwelche schwerwiegenden Erkrankungen wie eine Ovarialinsuffizienz zum Beispiel, bin ich im Speichel besser aufgehoben. Also in der Prämenopause und auch noch zu Beginn der Perimenopause ist ein Speicheltest sicher sinnvoller als ein Serumtest.
Ich empfehle immer beide gleichzeitig zu machen, weil dann wird es richtig spannend. Dann kann ich super vergleichen und auch zum Speicheltest dazu, die Transportproteine im Serum anzuschauen, macht immer Sinn. Und dann aber in der Peri- und Postmenopause, was jetzt die Frauen betrifft und auch bei den Männern, beim PAdaM, beim partiellen Androgendefizit des alternden Mannes.
Da hat die Sandra, eh von Sunday, so schön gesagt, da sind wir Frauen mit Menopause noch gut weggekommen. Anstatt diesem PAdaM-Begriff würde ich sagen, reicht dann auch der Serumtest. Im Harn, also im Urin, sehen wir leider, können wir nicht alle Hormone sehen, sondern eben die Abbauprodukte Hormone werden ja, wenn sie gewirkt haben in der Zelle, abgebaut und dann über das Nieren-Harn-System abtransportiert und über den Harn ausgeschieden.
Ist eine tolle Geschichte, wenn ich diese Metaboliten mir anschauen will und möglicherweise auch sogenannte Risiken ausschließen will. Also ich bin eine Freundin von Serum-Speichel in Kombination. Ist auch immer eine Frage ein bisschen der Größe der Brieftasche.
Speicheltests muss man privat zahlen, das zahlt die Krankenkasse oder Gesundheitskasse noch nicht. Aber ich hoffe, dass wir irgendwann dorthin kommen und möglichst viele Testmethoden miteinander kombinieren und vergleichen können und immer eben dort, wo es Sinn macht. Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht komplett verwirrt.
[Nils Behrens] (29:31 - 30:28)
Überhaupt nicht, überhaupt nicht. Ich finde, du hast das sehr gut verstanden.
Ich denke, unsere HörerInnen haben es auch mit verstanden. Insofern alles gut. Ich bin jetzt schon gedanklich bei meiner nächsten Frage und ich überlege gerade, ob ich diese kleine Schleife nochmal machen möchte.
Und ich glaube, ich möchte sie machen, weil ich war jetzt gerade auf einem Longevity-Kongress in Kopenhagen und da hat gleich am Anfang eine Forscherin aus Thailand nochmal erzählt, das Thema Hormonersatztherapie. Und da hat sie nochmal wirklich diese große Schleife gemacht, über das Thema der Historie der Hormonersatztherapie und woher eigentlich dieser schlechte Ruf kommt. Und ich finde, wir müssten an dieser Stelle ruhig nochmal die Aufklärung machen, weil ich hatte im Nachhinein am Abend beim Dinner-Gespräch dachte ich so, Mensch, das war doch jetzt irgendwie ein sehr alter Hut.
Und dann saßen da mir zwei Ärzte gegenüber, die sagten, ich wusste das noch nicht. Also von daher, lass uns doch mal vielleicht nochmal auf den Fehlschlag der Hormonersatztherapie, woher auch der schlechte Ruf kommt, ganz kurz eingehen, wenn du magst.
[Katharina Burkhardt] (30:28 - 33:29)
Ja, also ursprünglich war ja sozusagen die Gewinnung von sogenannten bioidenten Hormonen, wurde aus dem Harn trächtiger Stuten gewonnen. Das war schon relativ früh der Fall. Ich glaube sogar, bevor die Antibabypille auf den Markt kam.
Ja, ich bin mir ziemlich sicher, weil das Präsomen aus dem Harnträchtiger Stuten, glaube ich, war in den 40er Jahren und die Pille kam dann in den 60ern. Und Hormonersatztherapie, also im Englischen ist ja Hormon Replacement Therapy, HRT. Davon gehen wir komplett weg, weil wir dort nicht wissen, sprechen wir von konjugierten Hormonen, wie die von den trächtigen Stuten oder sprechen wir von Derivaten.
Heißt, und man muss jetzt aufpassen, jetzt wird es ein bisschen kompliziert. Die meisten glauben immer bioident ist so super, weil es ist bio und hat mit synthetisch nichts zu tun. Das ist völliger Quatsch.
Jedes Hormon, das bioident oder humanident ist, wird meistens aus einer Pflanze gewonnen. Sprich Soja, Jams, Kiefer, Raps und so weiter. Sie erschließen sich immer mehr Quellen.
Aber wir brauchen dann Synthese-Schritte, biochemische Synthese-Schritte, um zu diesen bio- oder humanidenten Hormonen zu kommen. Das heißt, wenn ich synthetisches Hormon sage, weiß ich nicht, ist es eine Antibody-Pille oder ist es ein bioidentes Hormon. Das heißt, wir sollten es immer als das bezeichnen, was es ist.
Ein Estradiol ist bioident, korrekterweise heißt es 17-Beta-Estradiol. Wenn es nicht bioident ist, hat es einen ganz anderen Namen. Es ist dann ein Derivat und hat eine andere biochemische Formel, wie sie in unserem Körper vorkommt.
Und dort sind diese negativen Dinge entstanden. Erstens, weil das alles vermischt wurde und weil die konjungierten Hormone, wenn wir die angewendet haben, der Körper nicht als körpereigen anerkennt. Die Rezeptoren trotzdem teilweise schneller und länger besetzt werden und wir dann natürlich zum Beispiel verhütende Wirkungen haben, die wir unbedingt wollen, das ist ganz klar.
Aber wir haben auch Nebenwirkungen aus diesen Therapien. Und das ist der Unterschied. Und deswegen sollten wir eigentlich davon sprechen, konjungierte Hormone, Derivate oder einfach das wirklich konkret benennen, von was wir sprechen.
Weil Hormonersatztherapie sagt genau gar nichts. Da wissen wir nicht, um welches Hormon handelt es sich. Ist es körpereigen, ist es körperfremd, ist es von einem Tier, ist es aus einer Pflanze, ich weiß nicht von wem.
Und das ist das, wo ich so dran bin, dass wir sagen, wir müssen hier Aufklärung machen. Auch für die Ärztinnen, dass die wissen, um was geht es, von was sprechen wir und was erziele ich damit. Und dann ist alles gut.
[Nils Behrens] (33:29 - 34:12)
Es ist ja wirklich noch dieses Thema Brustkrebs, diese Studie, die dann rausgebracht hat, dass diese Frauen, die mit dem Pferdeurin generierten Hormon behandelt wurden, dass da eben ein höheres Brustkrebsrisiko war. Da war ja die ganze Studie völlig falsch angelegt, muss man ja sagen. Die Frauen waren ja nach der Menopause, sie waren ja post-Menopause, sie waren sowieso schon in einem erhöhten Risiko.
Und da sind ja ganz viele Sachen. Also man kann heute, glaube ich, wirklich sehr guten Gewissens sagen, dass dieser Zusammenhang von einer, ich nenne sie nochmal Hormon-Replacement-Therapie und dem Erhöhen des Brustkrebsrisikos grundsätzlich nicht gegeben ist. Oder?
Würdest du dem nicht zustimmen?
[Katharina Burkhardt] (34:12 - 35:58)
Dem stimme ich zu. Was wirklich wichtig ist, was wir auch machen und anbieten, wir machen jährliche Follow-ups, speziell für Fachkreise, also sprich Ärztinnen, Heilpraktikerinnen, wo wir die aktuelle Studienlage und die aktuellen Leitlinien zusammenfassen und präsentieren. Weil es ist tatsächlich, finde ich, ein bisschen zu viel verlangt, dass jeder Einzelne oder jede Einzelne sich damit beschäftigt und sich das zu Gemüte führt.
Es ist unheimlich komplex und umfangreich. Und wir versuchen in Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen, das etwas zu kürzen und zusammenzufassen. Aber ich kann nur sagen, und ich nenne es jetzt bewusst Human-Ident, die Human-Ident-Hormon-Therapie ist, wenn sie richtig angewendet wird, wenn eine gute Risiko-Nutzen-Abwägung gemacht wird.
Da geht es ja nicht nur um Krebs, da geht es um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um Osteoporose-Prophylaxe, um Demenz-Prophylaxe usw.. Nutzt sie mehr, als sie schadet. Und diese Abwägung macht eine Ärztin oder einen Arzt in einem wirklich guten Anamnese-Gespräch.
Und man braucht überhaupt keine Angst zu haben. Ich hätte eher Angst davor, wenn ich schwere Hormonmängel hätte, was dann mit mir passiert. Und da müssen wir umdenken.
Und da orientiere ich mich dann doch zwischendurch gerne an den US-AmerikanerInnen, die dann da einfach schon weiter sind. Die übertreiben zwar, weil die machen ihre Prävention mit 20. Das finde ich übertrieben.
Man muss auch nicht mit 70, 80 aussehen wie 40. Das ist auch nicht so mein Fall. Aber ich denke, bei diesen schwerwiegenden Erkrankungen dürfen wir lernen, präventiv zu arbeiten, auch was die Hormone betrifft.
Da müssen wir hin.
[Nils Behrens] (35:59 - 36:27)
Absolut, absolut. Da würde ich dir vollkommen zustimmen. Zum Thema übertreiben der Amerikaner fällt mir noch ein, Hormon kurz mal ein, wo ja dann auch anfingen die Männer dann sehr stark auf einmal auf das Thema Hormone einzugreifen.
Es war ja eine Zeit lang, ich weiß gar nicht, ob der noch da ist, der Hype. Ich habe das Gefühl, es ist ein bisschen ruhiger geworden. Aber da war ja DHEA, war ja dann auf einmal dann auch so als das Longevity, Hormone, dann auch wirklich sehr gehypt. Magst du vielleicht dazu ganz kurz was erzählen?
[Katharina Burkhardt] (36:27 - 37:24)
Ja, also das DHEA ist absolut eines meiner Lieblingshormone. Und wir haben ja in unseren Insiderkreisen nennen wir das, das heilt einfach alles. D-H-E-A.
Heißen tut es Dehydroepiandrosteron, aber es merkt sich eh keiner. Ich wäre ein bisschen zurückhaltender. Wichtig ist, die Verstoffwechselung dieses Hormons zu kennen.
Aus dem DHEA bildet der Körper Testosteron und anschließend Estrogene. Wenn ich nicht weiß, wie die Enzymatik im Hintergrund funktioniert, wäre ich vorsichtig. Wenn ich einem Mann hochdosiert DHEA verabreiche, kann es im blödesten Fall passieren, dass er mir zu stark, wenn die Aromataseaktivität erhöht wird, in Estrogene verstoffwechselt.
Und dann habe ich wieder ein anderes Problem, weil dann erzeuge ich im schlimmsten Fall Estrogen-Dominanzen, die dann wieder zu Wirkungen führen, die ich eigentlich nicht haben will.
[Nils Behrens] (37:24 - 37:25)
Dann bekommt er sehr schöne Brüste.
[Katharina Burkhardt] (37:26 - 37:28)
Ja, wunderbare Brüste.
[Nils Behrens] (37:29 - 38:21)
Die Aromatase möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz kurz mit einbringen. Für alle, die nicht wissen, was es ist. Da wird quasi Testosteron in Estrogen gewandelt.
Und das ist tatsächlich auch etwas, was man sich bewusst machen muss, auch sehr stark durch Mikroplastik ausgelöst wird. Das heißt, wir haben sowieso schon als Männer, die viel aus Plastikflaschen trinken oder aus Plastik essen oder sonst was, ein Problem, dass gegebenenfalls zu viel von unserem Testosteron in Estrogene umgewandelt wird. Und von daher, also das ist ein Katalysator für die Aromatase.
Und von daher absolut richtig. Also dieses Problem der männlichen Brüste, der Moops, wie sie im Amerikanischen heißen, das wird dadurch nochmal befeuert. Und von daher glaube ich, wenn Menschen dann länger leben wollen, aber dafür dann eine sehr feminine Ausprägung, zumindest optischer Art, bekommen, ist dann wahrscheinlich auch keinem mit geholfen.
[Katharina Burkhardt] (38:21 - 39:29)
Ja, vor allem, Nils, noch kurz zum DHEA. Dazu gibt es ja noch das Cortisol als antagonistisches Hormon. Und wenn ich über einen langen Zeitraum DHEA substituiere, sollte ich im Hintergrund das Cortisol im Auge behalten und schauen, dass mir das nicht so sehr absinkt.
Weil den meisten Menschen geht es in den ersten paar Jahren mit DHEA Monosubstitution wunderbar, aber irgendwann kann das auch kippen. Und ich glaube, dass die Dinge müssen komplex und differenziert betrachtet werden. Es gibt nicht ein Präparat, das weißt du, sonst würden wir alle, die ganze Welt, einen Nährstoff schlucken und wären alle gesund.
Das heißt, es ist ein sehr verzweigtes, unheimlich komplexes System, wo jeder Mensch dann auch noch individuell darauf reagiert. Deswegen müssen wir auch kontrollieren und zwischendurch wieder besprechen und anpassen. Und so über die Jahre findet man dann seinen eigenen individuellen Zugang und kriegt auch ein gutes Gespür und Gefühl dafür, was brauche ich denn jetzt.
Ja, weil du nimmst ja auch nicht zehn Jahre durchgehend jeden Tag dieselbe Nährstoffpalette. Das wäre ja völlig schwachsinnig.
[Nils Behrens] (39:30 - 40:35)
Total. Ich möchte ganz gern, bevor wir auf das Thema Nährstoff, was ich gleich auch machen werde, kommen, an dieser Stelle noch mal das Thema Östrogen noch einmal abschließend behandeln, weil ich finde, das ist eine sehr große Überraschung. Ich habe mich mal mit einem Neurologen länger unterhalten.
Und es ist ja so, dass Frauen häufiger an Demenz erkranken als Männer. Und ich dachte immer, es liegt daran, dass die Frauen älter werden als die Männer. Stimmt aber nicht.
Die gleiche Kohorte, wenn man sie wirklich prozentual sich anschaut, der 80-Jährigen, sage ich mal sowas, sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Und einer der Gründe, man ist ja bei dieser ganzen Gehirngesundheitsforschung immer noch nicht ganz final, final, aber eine der sehr starken Thesen in diesem Bereich ist tatsächlich das Thema Östrogene. Das heißt also, Östrogene sind das Schutzhormon, so habe ich es zumindest von dem Neurologen gelernt, des Gehirns.
Unter anderem. Und da wundert man sich ja, weil die Östrogene würde man ja immer eher mit Frauen in Verbindung bringen als mit Männern. Und deswegen gebe ich jetzt mal den Sprechstab wieder an dich und würde mich mal interessieren, warum ist das so?
[Katharina Burkhardt] (40:36 - 41:06)
Ja, also ich möchte kurz was einwerfen. Also wir sprechen von den Estrogenen und davon gibt es mittlerweile vier, die wir kennen. Das ist das Estron, das Speicherhormon, das Estradiol, das weiblich-geschlechtsprägende Hormon, das Estriol, das schleimhautaufbauende und befeuchtende Hormon und das E4, das Estetrol, das wird in Zukunft noch eine ganz, ganz große Rolle spielen.
Da möchte ich jetzt nicht näher darauf eingehen, da machen wir mal was Eigenes.
[Nils Behrens] (41:06 - 41:07)
Machen wir eine Exetrafolge.
[Katharina Burkhardt] (41:07 - 42:36)
Ja, ja, ja. So, jetzt haben wir Frauen das Problem, dass in der Perimenopause das Estradiol beginnt zu sinken und zwar rapide. Und unsere Drüsen stellen sozusagen die Leistung komplett ein und das Estradiol geht gen null.
Das passiert bei euch Männern nicht. Das ist eigentlich relativ stabil. Das heißt, was dieses Hinlaufen in die Demenz befeuert, ist, dass die Estrogene bei den Frauen einfach ganz, ganz stark absinken.
Und quasi wie nicht mehr vorhanden sind. Und hier im Westen ist das noch viel stärker der Fall, dass die Estrogene im Mangel sind. Die Amis sprechen ja immer alle von den Estrogendominanzen.
Wir sehen das hier bei uns im Westen nicht so häufig. Das liegt unter anderem daran, dass wenn wer Tierprodukte zuführen, dass hier viel strengere Vorschriften sind. In den USA werden die Tiere teilweise noch mit Hormonen gefüttert und so weiter.
Das befeuert diese Estrogendominanzen. Aber wir sehen, dass auch junge Frauen bereits in frühen Jahren schon unter Estrogenmangel leiden. Und das ist der Unterschied von Männern zu Frauen.
Bei Männern sinkt eher das Testosteron. Bei den Estrogenen sehen wir nicht diesen starken Abfall. Wenn wir aber Männer mit Demenz wiederum testen, sehen wir, dass die auch starke Estrogenmängel haben.
[Nils Behrens] (42:37 - 43:03)
Kann es sein, dass die Männer durch die Aromatase, dass sich das Testosteron in die Estrogene wandelt, dass es gegebenenfalls dadurch der Spiegel aufrechterhalten wird? Weil Männer einfach noch ein stärkeres Depot haben. Und wenn der Körper sagt, hier sinkt etwas, dass er sich dann vom Testosteron was holt?
Das ist eine hobbymedizinische These.
[Katharina Burkhardt] (43:03 - 44:19)
Auf jeden Fall. Und ich sage dann immer, ein kleines Bäuchlein schadet gar nicht. Wir reden jetzt wirklich von einem kleinen Fettansatz.
Weil genau das brauche ich, damit Aromatase auch funktioniert. Ich sage mal, die etwas fülligeren Menschen, ich spreche nicht von starkem Übergewicht, um Gottes willen, sind hormonell besser dran, als die wirklich zarten, ganz dünnen. Weil da einfach ganz viele Enzyme nicht so stark laufen.
Die Frage ist immer, was will ich? Will ich, dass hier umgewandelt wird oder nicht? Nehmen wir jetzt einen Transmann zum Beispiel.
Der will auf gar keinen Fall, dass das DHEA, das er zuführt, in Estrogene umgewandelt wird. Weil da verhütet er sich. Der will Testo, Testo, Testo und auf keinen Fall Estrogene.
Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir nicht zu stark und zu sehr beeinflussen durch die Gabe von Monosubstanzen. Es geht immer darum, dieses komplette Werk auszugleichen. Und dieses ursprüngliche Mobile oder diese überfließende Gewässer, dass wir da nicht nur auf einer Ebene reinfahren und hier massiv auffüllen.
Weil wir wissen nicht, was der Körper damit macht.
[Nils Behrens] (44:20 - 45:20)
Jetzt sind wir ungefähr schon bei einer Dreiviertelstunde. Ich hoffe, dass bei dem Thema genügend Männer zugehört haben. Ich finde, wir waren bisher relativ unisex sogar.
Deswegen stelle ich jetzt eine Männerfrage an dieser Stelle. Wenn wir nur noch weibliche Hörerinnen haben, können die das ihren Männern erzählen. Es ist gefühlt, vielleicht liegt es bei mir am Alter, aber es sind immer mehr Menschen in meinem Umfeld, die jetzt angefangen haben, Testosteron auch sozusagen zuzuführen.
Zusätzlich. Die meisten machen das unter anderem wegen Muskelwachstum, lustigerweise. Aber eben auch wegen dem Thema Manneskraft, sagen wir mal so im weitesten Sinne.
Jetzt würde mich mal auch da dein Zugang interessieren, gerade wenn das Menschen machen, um einen besseren, schnelleren Muskelaufbau zu haben. Deine Meinung mal dazu. Wann macht eine Testosteron-, sage ich mal, Ersatztherapie Sinn aus deiner Sicht und wann nicht?
[Katharina Burkhardt] (45:21 - 46:44)
Das ist eine heikle Frage. Also jetzt rein zum Muskelaufbau zwecks der Schönheit halte ich eine Testosteronsubstitution für nicht sinnvoll. Um Krankheiten vorzubeugen auf jeden Fall, um schwere Mängel auszugleichen und präventiv das Testosteron einzusetzen, ja.
Aber nicht, ohne dass ich mir die Enzymatik angeschaut habe. Also jetzt einfach, wenn ich sage, ich gehe trainieren und spritze mir mal Nebido, weil das ist cool und das machen alle, würde ich eher davon abraten und wirklich auf den Lifestyle verweisen und eher in den Bereich Mikronährstoffe, Aminosäuren, Eiweißsubstitutionen und so weiter in diese Richtung gehen und einfach vernünftig trainieren und sich gut beraten lassen, was esse ich zu welcher Zeit, welche Makronährstoffe esse ich zu welcher Zeit und so weiter.
Wenn da absolut nichts geht und wenn ich sage, gut, ich habe im Hintergrund eine Osteopenie, eine Osteoporose und ich brauche gute Muskelstruktur und schaffe das nicht, trotz allem Bemühen, ja, dann kann man gerne darüber reden, aber dann bitte vorher Spiegel kontrollieren, Risiko-Nutzen-Abwägung machen und dann auch ebenso, wie du gesagt hast, bitte nicht im Übermaß und sich da zuschütten und niederspritzen. Das kann einfach auch schwere Nebenwirkungen haben.
[Nils Behrens] (46:45 - 46:53)
Dann kommen wir jetzt doch mal auf das Thema, was du jetzt schon zweimal mir die Vorlage zu gegeben hast. Welche Nährstoffe sind denn besonders wichtig für unser hormonelles Gleichgewicht?
[Katharina Burkhardt] (46:54 - 47:27)
Ja, also im Prinzip sind es eh alle, aber es gibt halt so ein paar Hauptplayer. Meine zwei Lieblinge, die kaum jemand kennt, da geht es jetzt um die Nebennieren-Rinden-Synthese, also um die Produktion von Cortisol und DHEA. Das wäre ein ganz, ganz einfaches Vitamin, nämlich das Vitamin C.
Und ja, das ist der wichtigste Kofaktor für die Produktion dieser beiden Hormone. Und dazu kommt noch die Pantothensäure, das Vitamin B5. Und kein Mensch denkt jemals an diese zwei Vitamine, wenn man von Hormonsynthese spricht.
[Nils Behrens] (47:27 - 47:32)
Lustig, Vitamin B5 wüsste ich im Augenblick gar nicht mal, ob es in meinem Vitamin-B-Komplex drin ist. Ich hoffe, ja.
[Katharina Burkhardt] (47:33 - 47:50)
Aber wenn du wirklich erschöpft bist und ein Burnout hast, sprechen wir hier von ganz anderen Dosierungen als die Dosierung, wie sie im B-Komplex ist. Also wir wollen da 500 bis 1.000 Milligramm, falls ich so etwas sagen darf, substituieren von der Pantothensäure.
[Nils Behrens] (47:50 - 47:54)
Man darf in Österreich ja sowieso mehr substituieren als in Deutschland, das habe ich auch gelernt.
[Katharina Burkhardt] (47:54 - 48:42)
Ja, genau. Und das ist ja was Wasserlösliches, da sind wir nicht gleich in einer problematischen Zone. Vitamin C und B5, eben für die Nebennieren-Rinde.
Dann das Allerwichtigste ist natürlich das D3. Hier haben wir Modulation. Das heißt, hohe Hormonspiegel werden gesenkt, niedrige werden gehoben.
Vitamin D3, bitte auch für die Männer, die glauben, sie wollen Testos substituieren, die sollen mal ihre D3-Spiegel auffüllen. Weil da gibt es eine tolle Studienlage von einer Grazer Kollegin, die da forscht zu D3- und Testosteronproduktion. Unglaublich spannend.
Und dann sind wir natürlich, und das ist für Frauen und Männer, für die Synthese der Steroid-Hormone, brauchen wir Vitamin B6, Zink und Magnesium.
[Nils Behrens] (48:42 - 48:44)
Zink dachte ich auch immer für Testosteron, oder?
[Katharina Burkhardt] (48:45 - 48:53)
Ja, Zink für Testosteron, aber Zink brauchen wir genauso für Progesteron und für die Estrogene und so weiter. Das ist genauso wichtig.
[Nils Behrens] (48:54 - 49:32)
Und B6 finde ich ganz interessant, da hat sich ja dieser Biohacker aus den USA, David Asprey, gerade ganz groß vorgewarnt, er nimmt auf gar keinen Fall B6. Allerdings, muss man sagen, weil er da auf das Synthetische, was wohl der Standard ist in den USA, referenziert hat. Und dieses synthetische B6 hat tatsächlich wirklich wohl massive negative Nebenwirkungen.
Und von daher auch wieder wichtig, sich die Quelle anzuschauen, sodass man dann eben halt natürlichen Inhaltsstoff da hat. Der hat wirklich gesagt, nimmt auf gar keinen Fall B6. Aber weil eben halt der Standard in den USA von B6 dann immer ein synthetischer ist.
[Katharina Burkhardt] (49:33 - 50:20)
Ja, krass. Und wenn wir jetzt ganz zurückgehen zu dem Ursprung aller Hormone, das Cholesterol, das in der Leber produziert wird. Und wenn aus Cholesterol das erste andere Hormon gemacht wird, das Pregnenolon, wir nennen die die Großmutter, dort brauchen wir vor allem das Vitamin B12.
Weil das ist Mitochondrienarbeit und dort ist das B12 vorherrschend. Und deswegen bitte, bitte vor allem alle, die sich vegan und vegetarisch ernähren, immer da gut drauf achten. Wir haben das in der Praxis immer gerne gespritzt.
Aber ihr habt diese tollen Lutschtabletten, die da ganz wunderbar, wo das Sublingual ganz toll aufgenommen wird. Also bitte in der Hormonsynthese nicht auf das B12 vergessen. Das steht eigentlich ganz oben an allererster Stelle.
[Nils Behrens] (50:21 - 50:38)
Ja, die B-Vitamine muss man schon sagen. Also die sind ja wirklich für vieles, vieles muss man dann ja wirklich auch die Folsäure mit dem B9 zum Beispiel. Also ich glaube, die B-Vitamine sind wirklich lang unterschätzte Vitamine aus meiner Sicht.
[Katharina Burkhardt] (50:39 - 50:40)
Ja, auch das C.
[Nils Behrens] (50:41 - 50:57)
Aber Vitamin C ist doch so ein Klassiker. Das weiß man doch schon immer, dass Vitamin C so wahnsinnig gesund ist. Ich glaube nur, es ist so normal geworden.
Deswegen ist der Hype da drum weggegangen. Aber ich meine, letztendlich ist das doch schon ein Evergreen, oder?
[Katharina Burkhardt] (50:57 - 51:01)
Das ist ein Evergreen. Aber die meisten glauben, ach, das nehme ich über die Nahrung auf.
[Nils Behrens] (51:03 - 51:30)
Aber was nimmt man denn noch über die Nahrung auf? Ich finde, wenn man sich immer so diese Zahlen anschaut, also auch selbst der von uns allen so geliebte Brokkoli und gefeierte Brokkoli, was man da an Mikronährstoffen auch schon vor 10 Jahren zu heute dann eben halt sich so anschaut, das ist ja alarmierend, muss man wirklich sagen. Von daher, ja.
Definitiv, definitiv. Okay, haben wir noch was vergessen auf deiner Favorite-Liste?
[Katharina Burkhardt] (51:31 - 51:44)
Na ja, also Omega 3 gehört natürlich auch dazu. Aber also mein Favorite ist wirklich C, B5, B6, Magnesium, Zink, B12. Und dann natürlich noch ganz, ganz viele.
[Nils Behrens] (51:45 - 51:46)
Und D hast du noch gesagt.
[Katharina Burkhardt] (51:46 - 51:55)
Ja, D3, unbedingt. Steht auch ganz oben. Aber Magnesium, hunderte von Stoffwechselprozessen.
Ohne Magnesium läuft gar nichts.
[Nils Behrens] (51:55 - 52:01)
Ich hatte neulich im Interview mit Nina Ruge gesagt, es wären 300. Sie sagt, nein, es sind 600. Da sieht man mal.
[Katharina Burkhardt] (52:01 - 52:02)
Ja, hat recht.
[Nils Behrens] (52:04 - 52:53)
Ja, 600 Stoffwechselprozesse, die davon beeinflusst sind. Und deswegen finde ich ja auch immer so wichtig, das richtige Magnesium oder eine Bandbreite von Magnesium zu nehmen, weil es natürlich auch so ist, dass diese verschiedenen Verbindungen natürlich auch alle für sich eine eigene Rolle spielen. Also wir werden jetzt ab Oktober auch dieses Magnesium-Threonat haben.
Oder Threonit wird es glaube ich ausgesprochen. Was eben halt wirklich eine direkte Wirkung aufs Gehirn hat. Also und man tatsächlich, womit wir jetzt wieder auf das Thema Demenz zurückspringen.
Erste Forschungsergebnisse, man wirklich sieht, dass da Menschen sozusagen eine Verbesserung haben. Also wie gesagt, das ist alles noch am Anfang, aber dass tatsächlich Demenz-Symptome zurückgedreht wurden. Und das ist natürlich schon extrem vielversprechend, finde ich, ehrlich gesagt.
[Katharina Burkhardt] (52:53 - 53:24)
Ja, ist unglaublich. Ich würde mir mehr Forschung zu Estriol wünschen. Zu dem Schleimhautbefeuchtenden.
Ich glaube, ohne befeuchtete Schleimhäute läuft gar nichts. Das heißt, ohne Befeuchtung entsteht Trockenheit, entsteht Entzündung. Und aus Entzündung, wissen wir, entstehen all die furchtbaren Zivilisationserkrankungen, die wir heute haben.
Und das E3 wird definitiv unterschätzt. Die meisten kennen es nur für vaginale Trockenheit und dann ist es aus mit dem Wissen zu Estriol. Aber was das alles kam, ist sensationell.
[Nils Behrens] (53:25 - 53:40)
Okay, spannend. Du hast eben gerade Omega-3-Fettsäuren nochmal angesprochen. Ich meine, da wissen wir ja, dass die gerade fürs Gehirn unheimlich wichtig sind.
Verschiedene andere Prozesse, auch für den Ausgleich der Blutfette. Warum spielt das für die Hormone auch eine Rolle?
[Katharina Burkhardt] (53:41 - 54:35)
Also Omega-3 wirkt wie ein Prohormon. Es ist tatsächlich wichtig, bei diesen enzymatischen Syntheseschritten wird es gebraucht, damit eine Stufe in eine andere Hormonstufe auch umgewandelt werden kann. Es ist auch wichtig, aus dem Cholesterol heraus oder damit die absolute Vorstufe, das Cholesterol, überhaupt in ausreichendem Maße produziert werden kann.
Da brauchen wir es schon. Das heißt, es ist essenziell,a damit die ganze Synthese überhaupt in Gang kommt. Dann haben wir natürlich durch Omega-3, wie alle wissen, einfach stark entzündungshemmende Eigenschaften.
Wir haben blutverdünnende Eigenschaften, wir haben herzstärkende Eigenschaften und entzündungshemmende Eigenschaften. Und das brauchen wir, damit die Hormonsynthese gut funktioniert. Das heißt, Omega-3 meiner Meinung nach befeuchtet auch, genauso wie das Estriol.
Und die zwei in Kombination lösen ganz, ganz viele Probleme.
[Nils Behrens] (54:35 - 54:51)
Ich hatte neulich ein Gespräch über das Thema Q10. Auch da wurde in dem Zusammenhang auch erste Forschungsergebnisse vorgestellt für das Thema Frauengesundheit. Hast du da auch einen Zugang oder einen aktuellen Stand für unsere HörerInnen?
[Katharina Burkhardt] (54:52 - 56:05)
Also ich bin ja ein Fan vom Ubiquinol. Ich weiß, dass diese Diskussion aufgeflammt ist. Ubiquinol da und Ubiquinol da und in Kombination und so weiter.
Aber wir sehen einfach, dass ganz, ganz viele PatientInnen tatsächlich genetisch nicht in der Lage sind, aus Ubiquinon Ubiquinol herzustellen. Ubiquinol brauchen wir ganz, ganz unbedingt an dem Punkt, wo das DHEA beginnt abzufallen. Und wir brauchen es für die Mitochondrien.
Das heißt, B12 und Ubiquinol gehören zusammen, wenn wir wissen, gut, wir haben hier eine Chronic Fatigue, wir haben hier eine Erschöpfung, wir haben ein Burnout. Das heißt, um die Nebennierenrinde zu stärken im Hintergrund, brauche ich Ubiquinol. Und auch alles, was mit Testomangel und Herzgesundheit zu tun hat, dort brauchen wir auch das Ubiquinol.
Und Studienlage ist top. Also da gibt es etliches. Mir gefällt auch wirklich diese stark entzündungshemmenden Eigenschaften des Ubiquinol.
Und bitte, für mich ist das die Kohle, die man in den Ofen schaufelt. Da kann ich feuermachen, so viel ich will. Wenn ich keinen Brennstoff habe, funktioniert einfach gar nichts.
[Nils Behrens] (56:06 - 56:36)
Aber das würde mich jetzt interessieren. Ich benutze genau das gleiche Gleichnis immer wie du, aber ich benutze es lustigerweise andersrum. Deswegen muss ich jetzt mal lernen, ob ich mich vielleicht immer falsch ausgedrückt habe, weil für mich war eigentlich immer, dass die B-Vitamine der Brennstoff sind und dass das Q10 eigentlich dafür sorgt, dass der Ofen gut geölt ist und gut funktioniert, sage ich mal so.
Aber verbrannt, dachte ich immer, wären eher die B-Vitamine. Bin ich da falsch?
[Katharina Burkhardt] (56:37 - 56:55)
Ne, ne, ne. Da bist du richtig. Aber für mich ist Ubiquinol ein Kofaktor.
Ich sehe das Gleichnis halt einfach anders. Also für mich ist es schon Stoff, den ich dazugebe, damit das überhaupt brennt und verstoffwechselt wird.
[Nils Behrens] (56:55 - 56:56)
Ist der Anzünder sozusagen?
[Katharina Burkhardt] (56:56 - 56:57)
Ja, genau.
[Nils Behrens] (56:58 - 57:39)
Okay, gut. Aber wir sind uns einig, also der Ofen, sprich eben halt die Kraftzelle, die Mitochondrien, funktionieren besser mit einem guten Q10 Spiegel, also Ubiquinol, Ubiquinon kann man jetzt nochmal differenzieren. Dazu gibt es eine eigene Folge.
Können sich die HörerInnen auch da nochmal anhören. Aber auf jeden Fall sind wir uns einig, dass es da nochmal gut reingeht. Damit hast du eigentlich meinen gesamten Basis-Layer-Pillen-Stack abgedeckt.
Du hast im Zusammenhang mit dem Testosteron ganz kurz das Thema Proteine angesprochen und in dem Zusammenhang würde mich natürlich das Thema Aminosäuren nochmal interessieren. Also spielen Aminosäuren eine Rolle in unserer hormonellen Gesundheit?
[Katharina Burkhardt] (57:40 - 58:00)
Unbedingt. Die werden leider sehr stiefkindlich behandelt von vielen, außer von unseren Paleo-Kolleginnen, die da sehr viel darauf achten. Aber ansonsten fallen die eigentlich unter den Tisch.
Ich möchte das Tryptophan benennen für den Serotonin-Melatonin-Stoffwechsel.
[Nils Behrens] (58:00 - 58:01)
Wollte gerade sagen, das ist ja auch so ein Stimmungsaufheller.
[Katharina Burkhardt] (58:02 - 59:18)
Ganz genau. Witzigerweise kommt es da wieder auf die Verstoffwechselung an. Wie verstoffwechsele ich?
Bei manchen funktioniert das Tryptophan am Abend wie ein Schlafmittel. Wunderbar. Die Leute schlafen wie Babys.
Da gibt es andere, so wie ich, wenn ich Tryptophan zuführe, kann ich Party machen gehen. Bin hellwach. Das muss man einfach ausprobieren.
Dann eine andere Aminosäure, die mir sofort einfällt für die Schilddrüsenaktivität, das Tyrosin. Absolut essenziell. Ohne die Aminosäure Tyrosin kann kein Schilddrüsenhormon gebildet werden.
Das heißt, Aminosäuren sind absolut essenziell in der Hormonsynthese und nicht wegzudenken. Ich würde aber auch hier dazu raten, ein Profil anzulegen und zu schauen, je nach Klinik, je nach Symptomatik, die die Patientin mitbringt, zu schauen, welche Aminosäuren sind in welchem Ausmaß vorhanden. Welche sind im starken Mangel?
Passt das zur Symptomatik? Und dann diese gezielt zu substituieren. Und mein absoluter Liebling ist das Glycin, das ich sehr, sehr mag und natürlich auch GABA und Taurin, die wir auch im Nervenbotenstoffwechsel regelmäßig anschauen.
Aber Glycin ist mein absoluter Liebling.
[Nils Behrens] (59:20 - 1:00:39)
Glycin, ich finde ja, das Magnesiumglycin, nein, Magnesiumglycinat ist es glaube ich richtig. Wenn ich kein Magnesiumkomplex habe, sondern nur ein Magnesium wählen dürfte, dann wäre es wahrscheinlich bei mir das Magnesiumglycinat, weil da schlafe ich auch wie ein Baby mit, ehrlich gesagt. Man sieht tatsächlich, wenn ich auch das eben halt als Monostoff zu mir nehme, wie nochmal sich das Thema Tiefschlafphase signifikant auch nochmal verbessert.
Also es scheint irgendwie gut für mich und meinen Schlaf zu sein. Aber ich glaube, das kann man jetzt nicht so kategorisch sagen, aber es ist tatsächlich das, was ich feststelle. Und Taurin, haben wir mal ein längeres Gespräch mit Bas Kast auch zu gehabt, ist ja sowieso auch gerade so ein gewisser Hype, aber im positiven Sinne, weil die ersten Tierstudien, was das Thema Altersdegeneration betrifft, natürlich sehr, sehr positiv im Augenblick sind.
Also von daher sind alle noch nicht auf den Menschen übertragbar, aber die ersten Anzeichen, ehrlich gesagt, alle Forscher, die im Augenblick an Taurin forschen, nehmen es auch schon ganz fleißig. Also von daher, ich finde, das ist erstmal so ein gutes Grundzeichen.
Wollen wir mal auf das Thema Phytotherapie gehen, weil ich habe hier schon mal die Folge Nummer 6, war schon mal eine Folge zum Thema Hormone und da war Dr. Judith Bildhauer sehr bullish auf das ganze Thema Phytotherapie. Und da würde mich natürlich auch dein Zugang in diesem Zusammenhang noch mal interessieren.
[Katharina Burkhardt] (1:00:40 - 1:02:23)
Ja, also grundsätzlich bin ich der Meinung, die Phytotherapie ersetzt nicht die Humanidente Hormontherapie. Das heißt, ich kann nicht eine Entscheidung treffen und sagen, so, ich mache alles nur mit Pflanzen, das funktioniert, weil wenn schwere Mängel da sind, können wir die mit Pflanzen nicht ausgleichen. Wir haben gerade momentan auch die Diskussion, die gibt es schon länger, dass KollegInnen sagen, die Phytohormone besetzen dauerhaft Rezeptoren und schrauben so die körpereigene Hormonproduktion noch ein Stück runter.
Das wäre natürlich fatal, weil das wollen wir gar nicht. Andere sagen wiederum, wenn du Phytohormone zuführst, muss der Darm perfekt sein, weil sonst kann der Darm das nicht in die Stoffe umwandeln, die dann hormonaktiv wirken. Und das wissen wir mittlerweile, dass das so ist.
So, zeige mir bitte jemanden, der noch einen perfekt funktionierenden Darm hat. Den kannst du mit der Lupe suchen. Und ich mag Phytohormone gerne in diversen Zubereitungen.
Also mit Tees zum Beispiel arbeiten wir gar nicht und ich arbeite auch sehr ungern mit Verkapselungen. Also schon auch, aber bevorzugt sind eigentlich so Tinkturen, die wir herstellen, mit denen ich sehr, sehr happy bin. Natürlich sind verkapselte Pflanzenessenzen super, weil die natürlich eine unheimlich tolle Wirkung haben, aber wir können noch nicht genau abschätzen, wie wirkt das.
Wir behelfen uns sozusagen mit Dingen, aber können nicht wirklich sagen, was passiert. Also wir hatten eine Frau, die hat glaube ich 20 Jahre Mönchspeffer, hochdosiert eingenommen und die war das schon so gewohnt und die hatte Angst, das abzusetzen.
[Nils Behrens] (1:02:24 - 1:02:31)
Aber die hat das wahrscheinlich genommen, weil sie PMS-Schmerzen wahrscheinlich hatte oder was war der Auslöser für die?
[Katharina Burkhardt] (1:02:31 - 1:02:58)
Genau, das war der Auslöser, aber die war dann schon in der Peripostmenopause angelangt und da passt das einfach nicht mehr, weil der Mönchspeffer eher progesteronwirksam ist. Das heißt, wie wir das gelernt und erfahren haben, ist der Mönchspeffer eher so, dass er progesteronwirksam ist. Wir haben progesteronwirksame Pflanzen, wir haben estradiolwirksame Pflanzen, wir haben testosteronwirksame Pflanzen.
[Nils Behrens] (1:02:59 - 1:03:02)
Testosteron wäre MACA oder was würdest du da nehmen?
[Katharina Burkhardt] (1:03:02 - 1:04:21)
MACA, genau. Schwarz natürlich der richtige Bomber und Rot natürlich auch wunderbar. Nur, dass wir damit jetzt die Spiegel massiv erhöhen, das ist nicht der Fall.
Das heißt, ich bin eine Freundin davon, dass wir sagen, wir nehmen ein humanidentes Hormon, dazu Kofaktoren, das ist das Allerwichtigste, das heißt wir sind bei den Mikronährstoffen und dazu gerne als drittes Pflanzenstoffe. Deswegen sind auch meine Präparate so gelagert, dass wir sagen, wir kombinieren Mikronährstoffe mit Pflanzenstoffen und das zu einer humanidenten Hormontherapie dazu kombiniert. Wenn ich die humanidenten Hormone nicht einsetzen kann, ist es super, dass ich sage, ich habe Kofaktoren und Pflanzenstoffe.
Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass ich nicht über Jahrzehnte immer dieselbe Pflanze zuführe. Es gibt Gewöhnungseffekte, es gibt Rezeptorenblockaden usw. und das muss man einfach bedenken.
Das passiert natürlich nicht, wenn ich das mal ein Jahr nehme. Also nicht, dass alle in Panik geraten, aber wichtig ist hier auch durchzuwechseln und zu schauen, dass ich die Pflanzen anpasse an die Bedürfnisse und an die Symptome und an die Hormonmängel. Und jede Pflanze kann etwas anderes.
[Nils Behrens] (1:04:23 - 1:05:00)
Ich habe tatsächlich eine Bekannte, die benutzt immer wegen der PMS das Mönchspfeffer und nimmt dann parallel immer Marker dazu, weil sie sagt, weil Mönchspfeffer eben auch die Libido-Funktion wieder so nach unten fährt, um auch den Libido-Ausgleich entsprechend zu haben. Falls sie das hört oder ich muss ihr dann die Folge schicken, dass sie zumindest mal diese dauerhafte Strategie mal überdenken sollte.
Du betonst in deinem Buch auch das Thema Entgiftung, um mal von den Pflanzenstoffen wegzukommen.
Wie können wir denn unseren Körper dabei unterstützen, die Schadstoffe effektiv auszuscheiden?
[Katharina Burkhardt] (1:05:01 - 1:05:18)
Ja, also ich bin eine Freundin tatsächlich von, ich nenne es jetzt Hardcore-Entgiftung, also wirklich mit Pilatbildern zu arbeiten über Infusionen. Das habe ich einfach kennen und schätzen gelernt. Ich weiß, viele sind da nicht so begeistert, aber für mich funktioniert das super.
Ich liebe es.
[Nils Behrens] (1:05:20 - 1:05:22)
Magst du kurz erklären, wie das funktioniert?
[Katharina Burkhardt] (1:05:23 - 1:05:52)
Also grundsätzlich würde ich mal einen Test empfehlen. Das heißt, ich würde einen Harntest machen auf die Schwermetalle, dann einen Pilatbildner spritzen und dann schauen, was der Körper über diesen Pilatbildner, der in der Lage ist, aus der Zelle die Schadstoffe herauszumobilisieren, was dann bei der zweiten Harnprobe nach der Mobilisierung was da abgebildet wird, weil dort sehe ich tatsächlich erst die Schwermetallbelastung im Körper. Und wir wissen, dass Schwermetalle...
[Nils Behrens] (1:05:52 - 1:06:05)
Entschuldige, wenn ich einmal ganz kurz, damit wir nicht zu viel Hörer verlieren, ich glaube im Norddeutschland sagen wir Chelat. Da sind wir wieder bei der Diskussion des CHs, aber das wollte ich nur einmal ganz kurz damit...
[Katharina Burkhardt] (1:06:05 - 1:07:20)
Chemie, Chelat. Alles gut. Genau.
Das ist damit gemeint. Schwermetalle blockieren Enzyme auch in der Hormonsynthese. Deswegen ist es so wichtig, auf diese Entgiftung auch zu achten.
Bei diesem Test sehe ich, wie sehr ich belastet bin und das Tolle ist, dass durch diesen Chelatbildner eben auch bereits die Gifte ausgeschieden werden. Das ist eine Möglichkeit. Im Bereich der Mikronährstoffe liebe ich das Glutation als Entgifter.
Das finde ich ganz fantastisch. Das ist eine Möglichkeit und natürlich haben wir auch wunderbare Pflanzenstoffe, die dann diese Giftstoffe binden. Das wäre zum Beispiel Zeolit, Vulkangesteinsmineral oder die Chlorella-Alge, die ja schon wirklich sehr, sehr bekannt ist und der auch in der Entgiftung von Teichen und Gewässern ganz groß eingesetzt wird.
Und das sollte man unbedingt machen. Auch im Bereich Kinderwunsch bitte ist immer an die Entgiftung zu denken. Das heißt, wir sollen die Leber entgiften, die darf unterstützt werden und die Zellentgiftung.
Und die Zellentgiftung kann ich eben mit diesen, ich sage jetzt extra Chelatbildner, ich hoffe, du hast es bemerkt.
[Nils Behrens] (1:07:20 - 1:07:24)
Ich habe es bemerkt, ich hoffe jetzt, dass wir nicht die süddeutschen Hörer jetzt hier verlieren.
[Katharina Burkhardt] (1:07:26 - 1:07:45)
Die Chemiker drehen komplett durch, weil die sagen nur Chelat. Alles gut. Und natürlich weißt du, klassisch im Frühling und im Herbst meine Fastenwoche einzulegen.
Aber da werde ich unbedingt mit Pflanzenstoffen unterstützen und mit Mikronährstoffen und nicht einfach nur das so machen.
[Nils Behrens] (1:07:47 - 1:08:09)
Ich möchte nochmal auf das Thema psychische Gesundheit zurückkommen. Und wir können doch psychische Belastung und Traumata können doch wahrscheinlich dann auch sehr stark unseren Hormonhaushalt beeinflussen, beziehungsweise vielleicht können wir auch durch die Beeinflussung unseres Hormonhaushalts auch solche Themen besser behandeln, überstehen. Ich weiß jetzt nicht, was da die richtige Ausdrucksweise ist.
[Katharina Burkhardt] (1:08:10 - 1:09:58)
Ja, es gibt ganz gute Studien zum Thema PTBS, also ganz klassisch zur posttraumatischen Belastungsstörung, wo festgestellt wurde, dass Pregnenolon, die Großmutter, eine sehr, sehr positive Auswirkung hat und auch, dass Progesteron oral sich sehr positiv auf die Aufarbeitung und Heilung des PTBS auswirkt. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass traumatische Ereignisse dazu führen, dass der Körper unheimlich viel Nebennierenrindenhormone beischießen muss und im Hintergrund die Nebenniere einfach langsam erschöpft. Die anderen Wohlfühlhormone werden natürlich auch verbraucht.
Wir sehen bei Menschen mit PTBS oder die schwere frühkindliche Traumata erlebt haben, dass die grundsätzlich eine Hormonmangelsituation haben, mit der sie manchmal ganz gut klarkommen. Das heißt, wir sehen Menschen, die ganz gut im Leben stehen. Wenn wir aber die Hormonbefunde dazu sehen, denken wir uns, wow, Chapeau, wie steht der überhaupt noch auf am Morgen?
Wie schafft er das? Und ich glaube, es wäre tatsächlich genial, in der Behandlung von psychisch kranken Menschen die Hormontherapie viel mehr zu integrieren, weil wir könnten viel schneller und viel besser Fortschritte machen. Davon bin ich überzeugt.
Und es wirkt vice versa. Ich glaube, ein Trauma raubt Hormone und laugt Drüsen aus und ich glaube, dass eine Hormonsubstitution sehr, sehr effektiv eingesetzt werden kann in der Behandlung und Heilung von Wunden aus der Vergangenheit. Traumata.
[Nils Behrens] (1:10:00 - 1:10:31)
Ich glaube, man muss da dann wirklich gucken, wie man da die professionelle Hilfe aufstellt, aber ich finde es auf jeden Fall einen sehr wichtigen Aspekt, das ganze Thema nochmal mit zu berücksichtigen und dann eben halt gegebenenfalls dann auch da vielleicht für eine schnellere Hilfe auch zu sorgen. Also ich finde das einen ganz wichtigen Aspekt dabei. Kommen wir mal dann von den psychischen Belastungen zu ganz einfachen, praktischen Tipps für alle, die zuhören.
Was können wir denn einfach mal tun, um so einen Hormonhaushalt im Alltag besser zu regulieren?
[Katharina Burkhardt] (1:10:34 - 1:13:06)
Also für mich sind es wirklich, ist es der Rhythmus. Wir sind alle so aus dem Rhythmus gefallen. Wir machen heute das und morgen das und übermorgen das und essen irgendwann und zwischendurch und schnell, schnell.
Das heißt, es würde uns guttun, wieder Rhythmus zu generieren und Rituale zu generieren. Das ist das, was die Hormone lieben. Hormone sind pulsatil und folgen einem Ausschüttungsmuster.
Und machen nicht heute das und morgen das und übermorgen das. Und wir Frauen wissen das, wenn wir zyklisch sind, dass wir einem Rhythmus folgen. Und jeder sollte versuchen, für sich herauszufinden, was ist mein Rhythmus und diesem zu folgen.
Und das Allerwichtigste sind diese Pausen zu generieren. Und ich weiß das bei mir, das ist so ein schlimmes Wort, weil ich brauche ja keine Pause, aber wenn ich es schaffe, dreimal fünf Minuten ganz bewusst mich hinzusetzen und einfach nur blöd durch die Gegend zu schauen, dann sagen meine Hormone im Hintergrund: Juhu! Jetzt gibt sie endlich mal Ruhe.
Aber bindest du mich eine Stunde fest, fährt meine Stressachse an und es ist die Vollkatastrophe. Das heißt, hier auch, ich möchte keine generellen Tipps geben. Es ist ganz individuell.
Und ich glaube, dass jede und jeder für sich ganz genau weiß, was sie oder er braucht. Ja, weil das braucht mir keiner mehr erzählen. Wir tun es nur nicht.
Wir wissen ganz genau, was wir brauchen. Und es reicht, wenn ich am Abend drei Runden um den Block drehe, ja, und da muss es nicht immer gleich ein Waldbad sein, wo ich mit dem Auto eine Stunde hinfahre. Ja, die Dinge vereinfachen und so effizient wie möglich zu gestalten.
Und wer den Luxus hat, sich die Zeit und den Raum zu nehmen, ja bitte, macht alles, was euch guttut. Ja, und was ihr braucht. Und weg von diesen, weil diese Longevity-Geschichten arten oft in Stress aus.
Und das ist die Befürchtung, die ich dann manchmal habe, dass die Leute mir sagen, was die tagtäglich alles machen, dann denke ich mir, mein lieber Gott, was du alles an Hormonen so brauchst, ja, die du vielleicht lieber mal für dich behältst und dich einfach mal hinsetzt und einfach mal kurz, ich nenne es halt so, fünf Minuten blöd durch die Gegend schaust, ist oft effektiver als jetzt noch, oh mein Gott, ich muss jetzt ins Stadion, jetzt muss ich schnell und das und dies, ja. Und der Stress, der dadurch entsteht, ist auch nicht zu unterschätzen. Also alles mit Maß und Ziel.
[Nils Behrens] (1:13:08 - 1:13:59)
Blöd ist das richtige Wort. Ich fand dieses nicht alles andere als blöd, sondern ich finde wirklich ganz, ganz toll, was du alles geteilt hast. Und für alle, die noch mehr Lust bekommen haben, sollten jetzt sich auf jeden Fall dieses Buch holen.
Und da steht noch viel, viel mehr, auch wenn wir jetzt über eine Stunde darüber gesprochen haben, wir haben es noch nicht mal annähernd erschöpft, was da alles drin ist. Glück ist Hormonsache, heißt es. Und ansonsten kann man auch noch mal bei Katharina auf die Website schauen, die heißt, www.Hormon-Netzwerk.at. Und mir hat es wahnsinnig Spaß gemacht. Ich hoffe, wir können noch mal in das eine oder andere Thema vielleicht in einer zweiten Folge tiefer einsteigen und sage, Katharina, vielen Dank fürs Gespräch.
[Katharina Burkhardt] (1:13:59 - 1:14:00)
Danke, Nils.
[Nils Behrens] (1:14:03 - 1:14:07)
Hast du ein Supplement, wenn du nur eins nehmen dürftest, nur eins, welches wäre das?
[Katharina Burkhardt] (1:14:08 - 1:14:15)
Oh mein Gott, ich hasse diese Frage. Also momentan ist es Astaxanthin.
[Nils Behrens] (1:14:16 - 1:14:55)
Lustig, ist ja eins meiner Lieblingssupplements, wie lustig. Ich nehme es aber nicht durchgehend, genau auch wieder aus diesen Gründen, dass ich Angst davor habe vor Gewöhnungseffekten und allem drum und dran, aber mir geht es immer, mein Leben ist ein bisschen schöner, bunter, besser, wenn ich Astaxanthin nehme.
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