Longevity Strategien – Expertentipps von Dr. Andrea GartenbachLongevity Strategien – Expertentipps von Dr. Andrea Gartenbach

Longevity Strategien – Expertentipps von Dr. Andrea Gartenbach

Gesunde Langlebigkeit beginnt mit Prävention:  Langlebigkeit bedeutet heute weit mehr als ein langes Leben – es geht um gesundes, aktives Altern.
Dr. Andrea Gartenbach, Fachärztin für Innere Medizin und Expertin für Präventionsmedizin, spricht mit Moderator Nils Behrens über Strategien, um Vitalität und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten.

Ihr Credo:

„Es gibt keine One-Size-Fits-All-Methode. Prävention muss individuell sein.“

Die Folge HEALTHWISE auf spotify

Drei Säulen der Prävention: Primär, Sekundär, Tertiär

Dr. Gartenbach unterscheidet drei Ebenen der Prävention:

  • Primärprävention – Krankheiten verhindern, bevor sie entstehen (z. B. durch Lebensstil und Ernährung).
  • Sekundärprävention – Krankheiten früh erkennen (z. B. durch regelmäßige Checks).
  • Tertiärprävention – Fortschreiten bestehender Erkrankungen aufhalten.

Der Schlüssel liegt darin, eigene Risikofaktoren zu kennen – etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen – und daraus eine persönliche Strategie zu entwickeln.

Datenbasierte Gesundheit: Messen, machen, messen

„Messen, machen, messen“ – so beschreibt Dr. Gartenbach ihr Vorgehen.
Blutwerte, Genanalysen oder Glukosemessungen helfen, den Körper besser zu verstehen und gezielt zu unterstützen.

Ein Beispiel:
Mit einem kontinuierlichen Glukosemonitor (CGM) lässt sich erkennen, wie stark Blutzuckerspitzen nach bestimmten Mahlzeiten ausfallen. So kann man durch Bewegung nach dem Essen oder angepasste Mahlzeiten die Blutzuckerbalance verbessern – ein zentraler Baustein für Stoffwechselgesundheit.

Bewegung: Kraft & Ausdauer als Jungbrunnen

Sport ist der wichtigste Faktor für gesunde Langlebigkeit.
Dr. Gartenbach betont, dass Krafttraining und Walking gleichermaßen essenziell sind:

  • Krafttraining schützt vor Muskelschwund (Sarkopenie) und fördert die Stoffwechselgesundheit.
  • Walking verbessert Herz-Kreislauf-Funktion, Lungenkapazität und Stressresilienz – ideal im aeroben Bereich („Zone 2“).

Schon 20 Minuten Gehen pro Tag können das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen deutlich senken (wissenschaftlich belegt).

„Bewegung ist das zugänglichste Medikament – kostenlos und ohne Nebenwirkungen.“

Schlaf: Das unterschätzte Longevity-Tool

Dr. Gartenbach nennt Schlaf das effektivste Präventionsinstrument überhaupt.
Besonders die REM-Schlafphase in den frühen Morgenstunden ist entscheidend für Regeneration, Hormonbalance und mentale Gesundheit.

Tipp:
Lieber morgens 30 Minuten länger schlafen, statt früher aufstehen – das stärkt Immunsystem und Zellregeneration.
Aber: Snooze-Taste vermeiden! Sie stört die Schlafarchitektur und verhindert echte Erholung.

Mikronährstoffe: Magnesium, Antioxidantien & Co.

Eine ausgewogene Ernährung ist Basis jeder Prävention. Doch laut Dr. Gartenbach reicht sie oft nicht aus, um alle Mikronährstoffe optimal zu decken.

Magnesium – der unterschätzte Allrounder

Magnesium ist an über 300 Stoffwechselprozessen beteiligt, insbesondere an Muskel- und Nervengesundheit.
Die richtige Magnesiumform ist entscheidend:

  • Magnesiumglycinat wirkt entspannend auf Muskeln und Nerven.
  • Magnesiumtaurat unterstützt das Herz-Kreislauf-System.
  • Magnesiumcitrat fördert Energie und Stoffwechsel.

Antioxidantien – Balance statt Übermaß

Antioxidantien schützen Zellen vor oxidativem Stress. Doch Dr. Gartenbach warnt:

„Zu viele Antioxidantien können natürliche Regenerationsprozesse hemmen. Die Dosis macht das Gift.“

Eine moderate, ausgewogene Zufuhr – etwa über Obst, Gemüse oder gezielte Supplementierung – ist ideal.

Longevity-Tools der Zukunft

Dr. Gartenbach sieht die Zukunft der Präventionsmedizin in Datenintegration und Individualisierung:
Genetische Analysen, personalisierte Ernährungs- und Trainingsstrategien und moderne Diagnostik (z. B. AngioCT) werden in den nächsten Jahren den Zugang zu Prävention revolutionieren.

Gleichzeitig betont sie die gesellschaftliche Verantwortung: Prävention muss für alle zugänglich und von Krankenkassen gefördert werden.

Take Aways  

  • Prävention ist individuell: Kenne deine Risiken und Bedürfnisse.
  • Messen statt mutmaßen: Blutwerte, Glukose, Genetik geben wertvolle Hinweise.
  • Bewegung ist Medizin: Kombination aus Krafttraining und Walking ist ideal.
  • Schlaf ist essenziell: Besonders die REM-Phase unterstützt Regeneration.
  • Magnesium ist unverzichtbar: Unterschiedliche Formen – unterschiedliche Effekte.
  • Antioxidantien dosiert einsetzen: Balance ist wichtiger als Überfluss.
  • Langfristig denken: Langlebigkeit entsteht durch tägliche Gewohnheiten.

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Dr. med. Andrea Gartenbach ist Fachärztin für Innere und Funktionelle Medizin und zählt zu den Vorreiterinnen im Bereich Longevity-Medizin.

Ihr medizinischer Ansatz basiert auf dem Credo „Messen, Machen, Messen“: Nur wer Gesundheits- und Leistungsdaten genau kennt, kann systematisch optimieren. Dabei verbindet sie modernste Diagnostik mit Lebensstilmedizin — von Ernährung, Schlaf und Regeneration über Bewegung bis hin zu Stress- und psychosozialen Faktoren. Ein zentrales Ziel ihrer Arbeit ist nicht lediglich eine Verlängerung der Lebenszeit (Lifespan), sondern eine Verlängerung der aktiven und gesunden Lebenszeit (Healthspan).

Gartenbach betont, dass individuelle Voraussetzungen – wie Genetik, Stoffwechsel, Umfeld und Lebensführung – berücksichtigt werden müssen und dass Standardlösungen selten ausreichen. Ihr Ansatz ist personalisiert, wissenschaftlich fundiert und ganzheitlich ausgerichtet: Gesundheit wird als Zusammenspiel vieler Faktoren verstanden, die gemeinsam gesteuert werden können – mit dem Ziel, nicht nur älter, sondern vor allem kraftvoll, fit und selbstbestimmt zu bleiben.

Mehr über Dr. Andrea Gartenbach: https://www.gartenbach.com/

#002 Longevity Strategien- Expertentipps von Dr. Andrea Gartenbach


[Nils Behrens] (0:00 - 0:20)

Bevor es losgeht, möchte ich einmal kurz Danke sagen. Danke, dass ihr so zahlreich eingeschaltet habt bei der ersten Folge. Dank euch sind wir auf Platz eins in der Kategorie Gesundheit und Fitness und Platz zwei in der Gesamtkategorie der Deutschen Podcast gelandet.


Und das muss ich ganz ehrlich sagen, hat uns total überwältigt. Also danke. Und ich hoffe, dass ihr auch weiterhin zuhört.


Und jetzt geht's weiter zur Folge.


[Dr. Andrea Gartenbach] (0:20 - 0:37)

Das frage ich meine Patienten natürlich immer. Was wollen sie denn mit 80? Kilimanjaro besteigen oder in der Finca sitzen, ein Buch lesen und ein Glas Wein trinken?


Und dafür brauchen wir ganz unterschiedliche Methoden, an die wir rangehen und müssen dementsprechend auch unterschiedlich präventiv agieren.


[Nils Behrens] (0:37 - 1:57)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheits Podcast präsentiert von Sun & Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen einen Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.


Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Ein wichtiger Teil der Longevity Bewegung ist die Prävention. Sie spielt eine entscheidende Rolle in der modernen Medizin, indem sie darauf abzielt, Krankheiten vorzubeugen, bevor sie entstehen.


In einer Zeit, in der chronische Erkrankungen weltweit zunehmen, wird die Bedeutung von präventiven Maßnahmen immer offensichtlicher. Heute wollen wir die neuesten Entwicklungen, wirksamen Strategien in der Prävention beleuchten und herausfinden, wie wir unsere Gesundheit aktiv schützen können. Dr. Andrea Gartenbach ist eine renommierte Expertin und Unternehmerin im Bereich der Präventionsmedizin und Longevity, Fachärztin für Innere Medizin und sie studierte Humanmedizin an der Charité Berlin, promovierte in der Kardiologie und Notfallmedizin, absolvierte ihre Fachausbildung in der Schweiz und arbeitete als Oberärztin für Innere Medizin in der Hirsland Klinik in Zürich. Sie ist eine gefragte Rednerin auf internationalen Konferenzen, ist bekannt für ihre praxisorientierten Ansätze und ihr Engagement, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die medizinische Praxis zu integrieren. Und heute teilt sie ihr Wissen auch mit uns. Herzlich Willkommen, Dr. Andrea Gartenbach.


[Dr. Andrea Gartenbach] (1:58 - 1:59)

Hallo Nils, vielen Dank.


[Nils Behrens] (2:00 - 2:01)

Liebe Andrea, wie sieht denn dein perfekter Sonntag aus?


[Dr. Andrea Gartenbach] (2:04 - 3:08)

Perfekt heißt ausschlafen, was mit kleinen Kindern nicht immer so gut funktioniert, aber was natürlich für den REM-Schlaf das Wichtigste ist. Dann bekomme ich seit sehr, sehr vielen Jahren jeden Morgen einen Kaffee von meinem Mann gemacht. Das ist eine kleine Tradition.


Und mittlerweile sitzen wir gerne im Garten mit den Kindern, trinken Kaffee. Dann mache ich meistens eine Stunde ungefähr Sport. Dann nehmen wir uns sehr viel Zeit für Frühstück zusammen.


Und das bedeutet am Wochenende Gemüse anbraten, fermentierte Lebensmittel, frische Brötchen, Brot, Eier. Ja, einfach so richtig Zeit nehmen. Und dann geht's meistens irgendwo hin, raus, Aktivitäten machen, Gartenarbeit machen oder auf Kongresse, Seminare irgendwie.


Einfach Zeit mit Menschen verbringen, die ich mag. Meistens eben in Aktionen, in Bewegung mit der Familie und manchmal auch einfach nur im Garten liegen und nichts tun und lesen und Spaß haben und irgendwann so in den Tag reinleben.


[Nils Behrens] (3:09 - 3:34)

Also total spannend. Ich glaube, die ganzen Longevity-Biohacker machen jetzt gerade so ihre persönliche Checkliste, was alles so check, check, check schon mal alles dabei ist. Womit wir doch direkt mal ins Thema einsteigen können.


Was würdest du sagen? Also ich finde, ich hatte es ja eingangs schon gesagt. Longevity ist dieses englische Wort für letztendlich gesunde Langlebigkeit.


Aber letztendlich ist ja der wichtige Teil davon die Prävention. Deswegen was bedeutet Prävention für dich und warum ist es so wichtig?


[Dr. Andrea Gartenbach] (3:35 - 5:48)

Also wir können drei Arten der Prävention unterscheiden. Wir haben einmal die Primärprävention, die Sekundärprävention und die Tertiärprävention. Bedeutet Primärprävention kennen viele zum Beispiel das Impfen.


Das bedeutet, wir wollen Krankheiten verhindern. Sekundärprävention ist, wir wollen sie früh erkennen, wie zum Beispiel die Mammografie, die wir nutzen. Und Tertiärprävention ist, dass wir das Fortschreiten von schon bestehenden Erkrankungen verhindern.


Für mich ist Prävention essentiell. Ich habe als Ärztin, du hast es schon eingangs erwähnt, als Oberärztin auf der inneren Medizin gearbeitet. Ich war viel in der Notaufnahme, auch auf der Intensivstation, auf der Nephrologie, wo wir Dialysepatienten hatten.


Das sind alles Sachen, häufig, wenn es jetzt keinen Unfall betrifft, was wir verhindern können und vor allen Dingen, wo wir auch viel Krankheit verhindern können, wenn wir wissen, was uns dazu führt. Und wir sind alle individuell. Es gibt keine One-Size-Fits-All-Mentalität hier.


Wir müssen wissen, was sind denn die individuellen Risiken? Was ist mein Risiko? Was ist dein Risiko?


Beispiel kardiovaskuläre Erkrankungen, Alzheimer Risiko. Wir können das alles genetisch messen und wir können viel im Blut messen. Und damit können wir dann zusammen mit den Wünschen, die wir haben, wie wir unser Leben, unser Alltag verbringen wollen, vor allen Dingen auch, wenn wir alt sind, dann das übereinanderlappen und dann einfach sagen, okay, welche Strategie brauchst du zum gesund alt werden?


Und welche brauche ich? Wir werden nicht nur, weil wir männlich-weiblich sind, unterschiedliche Strategien haben, sondern auch, weil wir unterschiedliche Ziele und Wünsche haben. Und das frage ich meine Patienten natürlich immer.


Was wollen sie denn mit 80? Kilimandscharo besteigen oder in der Finca sitzen, ein Buch lesen und ein Glas Wein trinken? Und dafür brauchen wir ganz unterschiedliche Methoden, an die wir rangehen und müssen dementsprechend auch unterschiedlich präventiv agieren.


Das heißt, ich brauche eine Strategie, die mich entweder mit 80 den Kilimandscharo hochlaufen lässt, Stichwort V2O Maxx, oder das Enkelkind hochheben. Wie viel Kraft muss ich denn dann eigentlich noch haben, ein 15 Kilo schweres Enkelkind hochzuheben? Oder was bedeutet das, dass ich einfach nur mein Weinglas hochheben muss und mein Buch halten muss?


Das sind einfach ganz unterschiedliche Ansätze.


[Nils Behrens] (5:48 - 6:19)

Total unterschiedliche Ansätze. Ich glaube, du hast mir gerade so ungefähr 20 Steilvorlagen gegeben, über was wir jetzt eigentlich noch mal tiefer einsteigen könnten. Aber ich kenne ja unsere privaten Gespräche auch schon immer, dass wir immer gut da drin sind, vom Höckchen auf Stöckchen zu kommen.


Von daher versuche ich mich ein bisschen an dem Skript zu halten, was ich vorbereitet habe. Nichtsdestotrotz gebe ich dir absolut recht. Also gerade in deinem Fachbereich der Kardiologie, ich glaube, 80 Prozent der Herzvorfälle sind ja vermeidbar, wenn ich das richtig weiß.


Also von daher, also die Statistiken sagen zumindest, dass ein Großteil davon eigentlich nicht sein muss.


[Dr. Andrea Gartenbach] (6:20 - 6:40)

Absolut. Und da sollte man eben schon spätestens im Jugendalter mit anfangen. Ich plädiere eigentlich dafür im Kindesalter.


Also ich habe tatsächlich meine Kinder auch durchgetestet und gucke, was die jeweils brauchen. Weil wenn wir es nicht wissen, wenn wir die Daten nicht haben, dann können wir es nur mutmaßen. Und ja, da kann man auch gerne mal falsch liegen.


Da hat man einfach eine 50-50-Chance.


[Nils Behrens] (6:41 - 7:05)

Was ich sehr interessant finde, und damit komme ich jetzt wieder zurück zum Skript, die HörerInnen werden mir hoffentlich diesen Bruch so ein bisschen verzeihen, aber am Ende macht es dann hoffentlich alles Sinn. Ich finde es sehr interessant, gerade in diesem Longevity-Bereich sind ja ganz viele Sachen, die erforscht werden, sind bei den meisten Studien an Mäusen, Würmern und Fliegen. Und ich finde insbesondere diese Würmer und Fliegen, da denke ich immer so, welche Relevanz hat das denn eigentlich für die Menschen?


[Dr. Andrea Gartenbach] (7:05 - 8:51)

Ja, also wenn wir in der Medizin forschen, haben wir einfach per se erst mal die theoretische Forschung, dann geht es in die Tierforschung und dann geht es in die menschliche Forschung. Und gerade Mäuse, Würmer, Fruchtfliegen haben einfach eine sehr, sag mal, kurze Lebensdauer. Jetzt zum Beispiel bei den Mäusen anderthalb bis zwei Jahren.


Und dadurch kann man eben eine komplette Lebensspanne in einer kürzeren Zeit abbilden und kann somit anfangen, Rückschlüsse zu ziehen. Das hat natürlich Einschränkungen. Zum einen sind das häufig eben Mäuse, die alle genetisch gleich sind, weil sie quasi reproduziert sind.


Und man darf auch nicht vergessen, so eine Maus in einem Labor hat natürlich ganz andere Umwelteinflüsse, nämlich in der Regel gar keine. Sie haben sehr vor gefertigtes, perfektioniertes Essen. Und wir wissen natürlich auch nicht, das ist immer so ein bisschen mein Kritikpunkt, weil ich finde mentale Gesundheit total wichtig.


Wie fühlen die sich denn da? Haben die Stress, wenn die in so einem kleinen Raum sind? Haben die gar keinen Stress?


Streit mit der anderen Maus? Kommt da irgendwas oder nicht? Haben die Beziehungsprobleme?


Wie sind denn eigentlich die Emotionen und die Auswirkungen? Weil wir wissen natürlich, mein Body Connection hat einen riesen Einfluss. Das sind alles Themen, die müssen wir da ausklammern.


Aber das ist auch okay, weil wir gehen ja natürlich erst mal, wir brauchen erst mal eine Forschungsgrundlage. Hat das eigentlich einen Effekt? Und da sind eben die Würmer, die Fruchtfliegen und die Mäuse sehr hilfreich.


Aber ich finde, man muss es einfach immer abstrahieren. Das heißt, wenn wir uns Studien oder Effekte anschauen, die nur an den Spezien sozusagen erforscht wurden, kann man das nicht immer gleich eins zu eins auf den Menschen übersetzen und sollte da einfach mit Bedacht noch mal rekapitulieren. Und genau deswegen gibt es eben die unterschiedlichen Phasen von Studien.


[Nils Behrens] (8:52 - 10:08)

Hier kommt die Werbung. Wenn ihr wie ich euren Longevity Lifestyle durch Supplements unterstützen wollt, gibt es ein paar Inhaltsstoffe, die von allen Longevity-Enthusiasten für gut befunden werden. Dazu gehört zum Beispiel Selen, Asaxantin, Reishi, Spermidin, Q10 oder PQQ.


Und das ist nur eine kleine Auswahl. Das heißt, in der Vergangenheit habe ich immer ganz viele Monoprodukte zusammengestellt, die ich morgens dann zu mir genommen habe. Doch damit ist jetzt Schluss.


Jetzt gibt es von Sunday Natural ein Produkt, in dem schon alles drin ist und noch viel mehr als das, was ich schon aufgezählt habe. Es heißt Beautiful Aging. Und schön altern wollen wir doch alle.


Schaut euch das mal an bei sunday.de/podcast. Da habe ich das Produkt vorgestellt und noch ein paar andere Highlights, die für deine Longevity gut sind. Also schau mal vorbei und jetzt wünsche ich dir viel Spaß mit der weiteren Folge.


Gerade in dieser Longevity-Szene gibt es zwei Medikamente, die sehr häufig immer wieder genannt werden. Die sind zugegebenermaßen nicht nur an Mäusen und Würmern und Fliegen getestet, sondern an echten Menschen, allerdings für andere Zwecke. Also das eine ist das Metformin, was ja ursprünglich für Diabetiker immer entwickelt wurde.


Nicht zu verwechseln mit dieser Spritze, auf die jetzt gerade alle so scharf sind, um abzunehmen, sondern das ist eben ein sehr langjähriges Produkt schon oder ein Medikament, was auf dem Markt ist. Kannst du was uns zum Thema Metformin sagen?


[Dr. Andrea Gartenbach] (10:08 - 10:35)

Genau, also Metformin ist in aller Munde, weil es ein sehr günstiges Medikament ist, was in vielen Bereichen für gesunde Langlebigkeit sehr gute Effekte gezeigt hat. Primär an Mäusen und eben Nierbasila ist vielleicht manchen, die sich mit dem Thema Longevity beschäftigen, auch ein Begriff. Der ist jetzt eben da dran in der großen TAME-Studie, das Medikament auch eben mit den präventiv-medizinischen Effekten am Menschen zu validieren.


[Nils Behrens] (10:35 - 10:39)

Also Entschuldigung, wenn ich kurz einheiße. Also es ist ja nicht nur an Mäusen, sondern auch an Diabetikern.


[Dr. Andrea Gartenbach] (10:39 - 12:06)

Genau, wir haben einmal an Mäusen den Test und wir haben einmal an Diabetikern, die eben auch schon krank sind, also an kranken Patienten getestet. Metformin ist ein Medikament, was man Diabetikern gibt, um den Zuckerstoffwechsel quasi zu beeinflussen, positiv zu beeinflussen. Und im Moment dürfen wir als Ärzte das bei einem bestimmten Wert des sogenannten Hb1Cs, des Langzeitzuckers geben und damit therapeutisch eingreifen.


Es ist nicht zugelassen offiziell, das ist Off-Label für die Prävention von Patienten, die eben kein Prä-Diabetes oder Diabetes haben. Und hier hat die Forschung eben gezeigt, dass es protektive Effekte gerade im kardiovaskulären Bereich gibt. Und dazu sollen jetzt eben Studien folgen, die das Ganze validieren.


Denn natürlich hat jedes Medikament, auch wenn es natürlich gut wirkt, Side-Effekte, also Nebenwirkungen. Und gerade bei Metformin wissen wir, dass es einen Rieseneinfluss auf die Muskulatur hat und die Gefahr der sogenannten Sarcopenie, also des Muskelschwundes, da ein riesengroßes Thema ist. Und das zeigt für mich immer, nur eine Tablette nehmen und dann die anderen Lifestyle-Faktoren nicht mit zu balancieren, das ist einfach zu engstirnig gedacht.


Gesunde Langlebigkeit hat ganz viele verschiedene Aspekte mit. Und da müssen wir einfach gucken, von welcher Konzentration sprechen wir, von welchen Nebenwirkungen reden wir, wie könnten wir die ausbalancieren? Und da muss man in vielen kleinen Rädchen drehen.


Das Gleiche Rapamycin, das hast du genannt, das ist ein Medikament, das kenne ich sehr gut.


[Nils Behrens] (12:06 - 12:11)

Hab ich noch nicht genannt, aber du weißt schon, was das zweite Medikament ist, weil es so naheliegend ist.


[Dr. Andrea Gartenbach] (12:11 - 13:16)

Weil es so naheliegend ist, genau. Weil das eben die beiden sind. Rapamycin ist ein Medikament, was ein Immun-Suppressivum ist, was man in der Therapie bei Nierentransplantierten gesehen hat, in meiner oberärztlichen Zeit genommen hat.


Und das hat einen großen Einfluss auf das Immunsystem und damit auch auf unterschiedliche biochemische Regulationsprozesse im Körper, die einen potenziellen Effekt hier haben. Das hat man auch an Mäusen gesehen. Denen hat man das Medikament gegeben, als sie 600 Tage alt waren.


Das ist ein ungefähr 60-jähriger Mensch, zurückgerechnet. Und man hat eine Verlängerung der Lebenszeit gesehen. Aber auch da muss man natürlich sagen, die Dosis macht das Gift.


Wir müssen erst mal Studien haben, die zeigen, was bedeutet das eigentlich an uns Menschen? Denn kommen wir wieder auf das zurück, welche Umgebung, in welcher Forschungsumgebung liegen Mäuse und in welcher Forschungsumgebung liegen Menschen und welche Einflüsse haben wir da aufeinander? Ganz spannende Studien, ganz spannende Daten.


Aber man muss das einfach wirklich mit Vorsicht genießen. Und man darf nie vergessen, die Dosis macht das Gift.


[Nils Behrens] (13:16 - 14:02)

Ja, ich finde es insgesamt, also ich bin jetzt groß geworden mit einer, also meine Großmutter wohnte bei uns im Haus und die hatte Diabetes Typ 2. Und da habe ich als Kind, fand ich natürlich immer ganz furchtbar, wie die sich irgendwie da immer diese Spritzen reinjagen musste und denkt die ganze Zeit so, naja, wenn ich habe einen funktionierenden Diabetes, Insulinhaushalt, Entschuldigung, ich habe einen funktionierenden Insulinhaushalt, dass ich da wirklich einfach mal auf einer nicht vorhandenen Studienlage einfach anfange einzugreifen. Da denke ich immer so, naja, wer ist der größte Protagonist von Metformin ist David Sinclair, der macht almost no Sport und der ist immer in der Harvard-Kantine.


Da denke ich mir immer so, naja, also da würde ich dann eher auf die Hubermann und Atiyahs hören, die, sag ich mal deutlich aktiver und einen gesamten holistischeren, gesünderen Lifestyle haben.


[Dr. Andrea Gartenbach] (14:02 - 15:00)

Genau das ist es eben. Man muss immer gucken, okay, was gehört denn eigentlich zur gesunden Langlebigkeit dazu? Und gerade die Muskulatur, also wie kurz erwähnt, Metformin beeinträchtigt einfach den Muskelprozess und den Muskelaufbau.


Und wenn wir im Alter einfach eine schlechtere Muskulatur haben, dann sind wir sturzgefährdet. Dann sind wir, dann ist der ganze Metabolismus beeinträchtigt. Und das darf man einfach nicht unterschätzen.


Und da muss man wirklich sehr gezielt auswählen, welche Medikamente man über welchen Zeitraum nimmt. Weil wir wissen einfach, dass es so viele ganz einfache, für jeden zugängliche, kostenfreie, nebenwirkungsarme oder wirkungsfreie Methoden gibt, gesunde Langlebigkeit eben zu beeinflussen. Gerade auch, was das Thema Sport und Muskelaufbau betrifft.


Da würde ich mich immer lieber mehr auf die Daten verlassen, die natürlich einen gewissen Effort von uns erwarten, aber einen sehr guten Effekt haben ohne Side Effects.


[Nils Behrens] (15:00 - 15:48)

Naja, also gerade beim Muskelschwund, also der Kilimanjaro mit 80 wird dann auf jeden Fall, zumindest kriegt ein leichtes Fragezeichen dazu, würde ich jetzt einfach mal so sagen. Wo wir aber das Thema Insulinausschüttung gerade mal so haben. Man sieht das ja immer häufiger, dass die Leute so einen kleinen Chip am Arm haben.


Ich muss mich jetzt hier auch kurz outen. Ich habe hier auch einen, den habe ich, glaube ich, sogar mal von dir bekommen auf der FIBU und finde es wahnsinnig interessant. Also dieser Chip steht eben halt für CGM, für kontinuierliches Glucosemessung.


Und ja, also ich weiß ja, warum ich ihn dran habe, aber vielleicht kannst du uns den HörerInnen vielleicht mal kurz erzählen, warum man sowas mal machen sollte. Also es gibt ja Leute, gibt ja auch, ich glaube Tiertrinken permanent. Das würde ich jetzt nicht machen.


Aber was für einen Vorteil hat so ein Messer?


[Dr. Andrea Gartenbach] (15:48 - 19:00)

Genau, mit den Systemen messen wir eben, wie unser Körper auf Zucker reagiert. Und hier ist vor allen Dingen der Hintergrund, dass wir eine stabile Zuckerkurve brauchen, bedeutet also, ohne dass wir ständig spiken, bedeutet, wenn wir etwas essen oder trinken, wenn wir von Saft sprechen zum Beispiel, wo Zucker und Fruktose drin ist, spikt das Ganze. Also wir gehen mit dem Zucker hoch, was je nach Höhe einen sehr schlechten Einfluss auf den Körper und die Zellen hat, weil es eben Diabetes macht, Inflammation und so weiter.


Und wenn wir sehr hoch spiken, also so über 200, dann krachen wir danach ein, weil natürlich der Körper gegenreguliert Insulin ausschüttet, die ganzen Rezeptoren sensitiviert werden. Und dann gehen wir in die Unterzuckerung, dann gehen wir wieder hoch, gehen wir wieder runter. Und das hat nicht nur Einfluss auf unsere Gesundheit und auf unsere Langlebigkeit im Sinne der Inflammation und Erkrankungen, sondern eben auch auf ganz banale Dinge wie den Schlaf.


Also es bedeutet, wenn wir tagsüber, dann haben wir das nachts meistens auch, solche starken Schwankungen, dann schlafen wir natürlich nicht gut. Der Körper kommt immer wieder in den Stress rein. Und ich finde das sehr spannend, einfach zu gucken, was löst denn bei uns zum Beispiel diese Spikes aus?


Und ich musste leider feststellen, was natürlich auch irgendwie fast offensichtlich ist, dass Sushi jetzt bei mir wirklich Spikes von über 200 Milligramm pro Deziliter auslösen, was für mich bedeutet, sollte ich nicht essen oder danach wenigstens spazieren gehen, dass ich den Zucker wieder abbaue und dann nicht runterkrache. Man kann dann auch ein bisschen sehen, wie ist denn eigentlich der eigene Stressmetabolismus? Weil man findet dann irgendwann raus, was kann man gut essen, was nicht.


Vertrage ich meinen Hafermüsli morgens oder vertrage ich das nicht? Was ist denn eigentlich, wie verstoffwechsel ich so meine Lieblingsgerichte? Und wenn man das mal rausgefunden hat und man dann immer noch so schwankt, muss man dann auch einfach mal an das Thema Stress denken, weil im Stress sind wir im sogenannten Sympathikotonus.


Die Gluconeogenese, also die Bildung von Zucker in der Leber für das Fight or Flight, also für das Wegrennen, wird produziert. Und das hat natürlich auch wieder einen Einfluss. Also wir können aus so einem kleinen Messgerät total viele Informationen rauslesen, die uns helfen im Alltag gesund zu leben, ohne dass wir uns einfach Dinge verbieten.


Und wenn ich dann was esse, weil ich Lust darauf habe, was für mich zu einem Spike führt, achte ich zum Beispiel darauf, dass ich danach einen Spaziergang mache oder danach eine Bewegung mache, dass ich einfach einen guten Einfluss auf meinen Zuckerhaushalt habe. Ja, man kann das dauerhaft tragen, wenn man das möchte. Ich halte das jetzt auch nicht so für ganz sinnvoll, weil man darf auch nicht vergessen, dass man dann auch sich sehr darauf fokussiert und sich häufig der Gedanke nur noch darum dreht, tue ich mir jetzt was Gutes, tue ich was Gesundes?


Das kann nicht jeder damit umgehen. Ich zum Beispiel kann das nicht. Ich möchte mich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen, was ich jetzt essen darf und was ich nicht essen darf oder ja, was mir gut tut und nicht gut tut, weil so ein bisschen Bauchgefühl haben wir ja auch noch.


Aber so zwei, dreimal im Jahr immer wieder mal zu gucken, was passt, was passt nicht und vielleicht passt halt am Anfang des Jahres was und am Ende des Jahres hat sich so viel verändert in unserem alltäglichen Leben, dass es Sinn macht, es nochmal wieder anzugucken.


[Nils Behrens] (19:01 - 20:10)

Ich kann nur absolut zustimmen. Also ich habe das beim ersten Mal, als ich den getragen habe, sehr viel gelernt über so ein paar Sachen, die ich gerne gegessen habe. Ich hatte zum Beispiel auch so eine Dinkelvollkorn-Müsli-Stange, da waren aber auch Cranberries mit drin zum Frühstück gegessen und die haben auch wahnsinnig gespikt.


Und das, was man vielleicht einfach mal, du hast es sehr schön medizinisch, wissenschaftlich erklärt, aber das Nebenproblem ist ja einfach, wenn man so hoch spikt, dass man dann, wenn es dann auch sehr schnell wieder abfällt, der Zucker so schnell abfällt, dass ein Mangelgefühl entsteht und dieses Mangelgefühl ja wieder Hunger auslöst. Das heißt, man ist eigentlich noch komplett satt, hat aber eigentlich das Gefühl, dadurch, dass eben so ein schneller Zuckerverfall ist, man schon wieder was nachladen muss. Und das ist ja natürlich das Problem.


Und ich glaube, wir dürfen auch, wir waren schon mal zusammen Sushi essen, aber ich sollte mir das wirklich nicht mehr tun, weil ich hatte tatsächlich letzte Woche, war ich nämlich in einem Laden, wo es eine Kimchi-Bowl gab, alles komplett vegan mit Sushi-Reis und genau, was du sagst, 202 Glucosemessungen und dann innerhalb von neun Minuten schon wieder auf 180 runtergefallen. Und das ist natürlich eine Vollkatastrophe als Spike.


[Dr. Andrea Gartenbach] (20:10 - 20:44)

Und das liegt vor allen Dingen daran, dass zum einen der Reis bei vielen Spikes, je nachdem, was für eine Art von Reis wir nehmen und zum anderen in Sushi-Reis ist ja natürlich der Essig und ein bisschen Zucker drin. Und das macht es halt eben so gefährlich. Dann kann man natürlich noch sagen, wir nehmen noch Protein dazu.


Also wenn man jetzt, ich vertrage zum Beispiel Haferflocken total gut. Bei meinem Mann war das eben anders und der musste darauf achten, dass er trotzdem auch eben noch Protein dazu nimmt. Und wir haben ja unterschiedliche Strategien, wie wir das Ganze so ein bisschen ausbalancieren können.


Es gibt einige Supplements, die positiven Einfluss darauf haben können.


[Nils Behrens] (20:44 - 21:13)

So ein Blutzuckerregulat zum Beispiel, gibts bei Sunday auch, habe ich mal ausprobiert. Ist wirklich interessant, wenn du sowas parallel nimmst, also zu einem etwas, was vorausliegt Spike, sowas wie eine Pizza oder irgendwie sowas so. Oder Frühstück mit Orangensaft und solchen Sachen.


So fand ich wirklich interessant. Ich habe das dann mal gleiche Frühstück mit Supplement und ohne Supplement. Und du siehst eben halt, dass der Spike fast gar nicht da ist.


Ich war wirklich ganz beeindruckt.


[Dr. Andrea Gartenbach] (21:13 - 21:36)

Also so ein Thema Behavior Change ist total wichtig und auch mal alle fünf gerade sein lassen, also auch mal eine Pizza essen. Und wie meine Kinder sich immer lustig über mich machen. Ich habe eine ganz starke Schwäche für Chips, was natürlich das ungesündeste überhaupt ist.


Weil also wirklich ist eine Vollkatastrophe bei meiner Genetik. Aber manchmal tut das einfach gut und es ist okay. Und ja, darf doch auch mal sein.


[Nils Behrens] (21:36 - 21:37)

Gesund ist das, was glücklich macht.


[Dr. Andrea Gartenbach] (21:37 - 21:37)

Genau.


[Nils Behrens] (21:38 - 21:43)

Ich glaube auch. Zumindest in Maßen. Wie waren wir da wieder bei die Menge macht das Gift.


[Dr. Andrea Gartenbach] (21:43 - 21:43)

Richtig, genau.


[Nils Behrens] (21:44 - 22:30)

Ja, wo wir das ganze Thema Longevity mal betrachten. Es gab ja vor ein paar Jahren eine eine große Aufmacher. Das Thema Hypobare Sauerstofftherapie, das absolute Wundermittel.


Und ich habe den den Professor Scheier Frati auch mal tatsächlich in Israel kennengelernt. Und der hat dann seine Studien gezeigt. Und es ist ja alles so.


Also es macht uns eigentlich kaum etwas jünger als so eine Hypobare Sauerstofftherapie. Dazu vielleicht einmal nur am Rande gefragt, was du davon hältst. Aber was ich finde, eigentlich viel interessanter in dem Zusammenhang finde, ist das Ganze wird ja mal gemessen an sogenannten Bio-Age-Clocks so.


Und wie deine Meinung eigentlich zu diesen Messmethoden dann ist? Zwei Fragen, aber ich hoffe, du kriegst sie einigermaßen bearbeitet.


[Dr. Andrea Gartenbach] (22:31 - 23:26)

Also Hypobare Sauerstofftherapie gibt es wirklich total interessante Studien. Man muss einfach immer. Man darf das nicht über einen Kamm scheren, weil diese Studie hat ein sehr spannendes Protokoll dahinter.


Das sind 60 bis 90 Tage. Gibt unterschiedliche Ansätze, wo man an fünf Tagen 90 Minuten bei über 1,5 Atter in die Hypobare Sauerstoffkammer geht. Das bedeutet einen riesen Zeitaufwand und es hat aber auch spannende Effekte.


Es ist immer die Frage, wie viel ist praktikabel und wie viel Effekt hat es dann langfristig? Und die Studie schaut die sogenannte Telomere-Länge an. Wenn wir jetzt auf deine Bio-Age-Testings-Clocks gehen, gibt es unterschiedliche Ansätze.


Wir haben zum Beispiel einmal die Telomere-Längenmessungen. Wir haben unsere DNA und die haben sogenannte Schutzkappen drauf. Das sind die Telomere und die schützen sozusagen unsere DNA vor dem Abbau.


Die kann man messen.


[Nils Behrens] (23:27 - 23:45)

Ganz kurz, ich finde die Analogie, die ich mal gehört habe, finde ich immer so nett, weil sie tatsächlich ganz gut passt. Wenn man so Sneaker hat, also Turnschuhe hat, dann hat man am Ende der Schnürsenkel auch diese Plastikkappen. Und jeder weiß, wenn man seine Lieblingssneaker sehr lange trägt, dass die dann mit dem Laufe der Zeit irgendwann anfangen, sich auch so aufzubröseln.


Irgendwann sind sie ja auch ganz weg.


[Dr. Andrea Gartenbach] (23:46 - 23:46)

Genau.


[Nils Behrens] (23:46 - 23:55)

Ich fand das eine ganz schöne Analogie, weil genau so ist es ja eigentlich. Also mit unseren DNA-Strengen sozusagen, die haben genau die gleichen, also nicht die gleichen, aber man kann sich so vorstellen.


[Dr. Andrea Gartenbach] (23:55 - 25:36)

Es ist eine super Analogie. Genau, wir haben das. Dann haben wir, daran können wir zum Beispiel gucken, wir haben die epigenetischen Clocks, die sich vor allem die Methylierung in erster Linie angucken.


Dann haben wir mittlerweile Glocks, die sich das Organalter angucken. Dann haben wir Glocks, die unterschiedliche Blutparameter reinnehmen und darüber das Alter bestimmen. Wir haben jetzt, mit Brian Kennedy sind wir gerade dran zu gucken, okay, welche Clocks sind für uns interessant?


Wie können wir die poolen und unseren Patienten zur Verfügung stellen? Weil eben da macht auch wieder die Mischung aus allem ist eben sehr interessant. Die Forschung geht da sehr weit.


Man muss manchmal einfach das Alter mit Humor nehmen. Und es kann einfach, es ist im Moment eigentlich noch so, dass es einen Indikator gibt. Dafür gehe ich mit dem, was ich tue, in die richtige Richtung.


Und man sollte dann immer bei einer Clock bleiben. Man sollte nicht die eine mit dem anderen vergleichen oder man mischt sie direkt und bildet quasi das Mittel daraus. Aber da wird in den nächsten Jahren noch ganz viel Forschung reinsetzen.


Ich wende das wirklich nur bedingt bei meinen Patienten an und auch nur im Kontext und gucke jetzt eben auch gerade mit Forschern, was können wir denn eigentlich in die Praxis mit reinnehmen? Da ich meine Patienten sehr, sehr enge betreue, kann ich natürlich ganz schnell Feedback geben und kann dann sagen, okay, das hat einen Einfluss, das hat keinen Einfluss und die Glocks nehmen wir zusammen rein. Und das ist total spannend.


Aber ja, eben, also wir hatten uns da auch mal drüber unterhalten. Man hat dann, wenn man verschiedene Glocks an einem Tag macht, auch gerne mal eine Altersrange von, ich hatte zwischen sieben Jahre, ich hatte zwischen 28 und 48. Und naja, es ist total interessant.


[Nils Behrens] (25:36 - 25:44)

Ich habe mir innerhalb von 30 Sekunden zwei mit dem Wattestab reingemacht bei zwei verschiedenen Anbietern, gleich im Testverfahren und sieben Jahre Altersunterschied.


[Dr. Andrea Gartenbach] (25:44 - 26:02)

Ja, also man kann das so ein bisschen als Indikator nehmen und kann gucken, in welche Richtung es geht. Man sollte sicher das nicht zu streng nehmen. Aber da kommt, da kommt jetzt ganz, ganz viel.


Es gibt ganz tolle Forscher, die in dem Bereich wirklich sehr forefront sind. Und da kommt auf jeden Fall noch was.


[Nils Behrens] (26:03 - 26:30)

Sehr forefront ist auch wieder quasi die Vorlage für mich für das nächste Thema, nämlich das AngioCT. Also wir alle hören ja, das heißt wir alle, ich höre sehr gerne, du auch, die amerikanischen Podcast mit Peter Attier und Huberman und wie sie alle heißen. Und da ist eben gerade dieser Longevity-Arzt, der Peter Attier, der spricht immer von dem AngioCT und da kann man eben gewisse Risikofaktoren mit abklären.


Allerdings gibt es das bei uns nicht.


[Dr. Andrea Gartenbach] (26:31 - 30:14)

Es gibt es schon und der Zugang ist nicht ganz so einfach, wie es in den Podcasts immer klingt. Es kommt ein bisschen auf den Alter drauf an. Wir haben hier in Deutschland sehr strenge Regularien und die Radiologen, die denen unterliegen, die müssen natürlich immer wieder rechtfertigen, wenn sie geprüft würden, ob das ganze Körperverletzung oder nicht ist.


Jetzt muss man wissen, so ein modernes CT-Gerät, wo man so eine Angiografie macht, wofür macht man die? Man möchte wissen, wie in den Herzgefäßen die Situation mit harten und weichen Plax ist, damit wir Arteriosklerose beurteilen können. Normalerweise macht man das eigentlich, man macht ein Ultraschall der hirnzuführenden Arteriengefäße und sieht dann im Ultraschall, haben wir da Ablagerung oder nicht?


Das ist natürlich dann nur hier an der Karottis, also am Hals der Fall und nicht am Herzen. Wir können nur da mutmaßen, dass es da ähnlich aussieht. Ich weiß aber von meinen Patienten, dass das nicht immer der Fall ist und deswegen habe ich sehr gerne und stimme da Peter Attia zu, ein sogenanntes CT-Angiogramm.


Jetzt muss man wissen, das sind ungefähr ein bis zwei Millisievert, was dort an Strahlenbelastung ist, wenn man das fährt und man sollte 50 Millisievert nicht überschreiten im Jahr, zumindestens als Gesunder im präventivmedizinischen Bereich. Jetzt habe ich kürzlich einen Ende-20-jährigen Patienten gehabt mit einer positiven Familienanamnese, ein erhöhtes Apolipoprotein B, erhöhte Cholesterinwerte, ein erhöhtes Lipoprotein A und einer positiven Familienanamnese und ich möchte dann den sehr gerne im CT-Angiogramm sehen. Aber die Radiologen haben gesagt, naja, wenn wir geprüft werden, wäre das Körperverletzung, weil wir andere Methoden hier haben und wir haben sehr strenge Regularien.


Die Methoden, die uns zur Verfügung stehen, sind natürlich nicht so präzise, aber das ist tatsächlich dann im Ermessen des Radiologen, ob er das dann rechtfertigen kann, wenn er geprüft wird. Und das ist für mich einfach eine Riesenmotivation gewesen, in die Gesundheitspolitik jetzt einfach mal einen Schub zu machen und zu sagen, hey, warum dauert das bei uns so lange und warum haben wir als Ärzte auch teilweise einfach so Schwierigkeiten, neueste Diagnostik, die uns einfach zeigen, was denn eigentlich gut diagnostisch möglich ist. Warum können wir das nicht durchführen?


Und da muss man sagen, gibt es gibt es jetzt auch mehr und mehr Ärzte, die da in der Politik einfach versuchen, das nach vorne zu bringen, dass sich die Regularien ändern, weil mit ein bis zwei Millisievert für so eine Diagnostik tun wir keinen Schaden, weil wir wissen, dass dieser junge Mann, der eben sehr sportlich ist und sich perfekt ernährt, also wirklich, der ist eine Blaupause eines hervorragend gesund lebenden Menschen, dass er einfach damit sehr gut eingreifen könnte.


Und wir machen das, die Untersuchungen jetzt im Ausland und gucken mal, was dabei rauskommt. Und ich muss sagen, wenn wir da dann einfach schon Veränderungen in den Gefäßen sehen und Peter Attier hat zum Beispiel in seinem Buch auch beschrieben, er hatte eben auch einen Patienten, der hatte einen unauffälligen Calcium Score, der häufig ja noch gemacht wird. Vorher hat ihn aber dann trotzdem ins CT-Angiogramm geschickt und da hat man auch eben schon harte und weiche Plaques gesehen.


Und ich denke, es ist ganz wichtig, mit guten Messmethoden zu wissen, was auf uns zukommt, weil zu warten, bis dann der erste Herzinfarkt ist oder bis wir schon überall Plaques haben, das ist dann einfach zu spät. Dann sind wir bei der Tertiärprävention und ich plädiere einfach sehr dafür, wenn wir wissen, was es für einen Effekt hat und was wir tun können, dass wir diese Diagnostik dann auch machen, wenn das Risiko eine Nebenwirkung oder eine Schaden sehr gering ist. Aber da muss man einfach wissen und sind in Deutschland als Ärzte einfach teilweise die Hände gebunden und man braucht dann einfach einen ärztlichen Kollegen, der sich traut, diesen Schritt zu machen.


Und ja, das ist einfach eine Herausforderung in Deutschland.


[Nils Behrens] (30:15 - 30:20)

Nur mal eine Frage, ich weiß nicht, ob du es weißt, aber wie hoch ist denn die Strahlenbelastung bei einem Langstreckenflug im Vergleich?


[Dr. Andrea Gartenbach] (30:20 - 30:40)

Ja, die ist deutlich höher. Ich glaube, das waren über 10 Millisievert, glaube ich. Je nachdem, wo man hinfliegt, das ist wirklich deutlich mehr.


Also Menschen, die einfach viel hin und her fliegen in unterschiedliche Länder, gerade Richtung USA, Richtung Singapur. Also wirklich diese langen Langstrecken über 10 Stunden. Da sind wir schneller dabei.


Und das ist das Groteske.


[Nils Behrens] (30:41 - 30:41)

Genau.


[Dr. Andrea Gartenbach] (30:41 - 30:42)

Das ist grotesk.


[Nils Behrens] (30:42 - 30:49)

Also letztendlich sagt ja auch keiner, der Langstreckenflug, den man vielleicht beruflich auferlegt bekommt, ist Körperverletzung.


[Dr. Andrea Gartenbach] (30:49 - 30:50)

Ja, richtig.


[Nils Behrens] (30:51 - 31:28)

Ich komme jetzt mal wieder zu einem ganz anderen Produkt und es ist ehrlich gesagt eins meiner absoluten Essentials. Also ich merke immer sofort, sobald ich kein Magnesium zu mir nehme, liegt einfach daran, dass ich schon einfach sehr viel Sport mache, dass ich dann eben halt auch dazu tendiere, in der Nacht so Muskelkrämpfe zu bekommen. Das heißt also, es ist wirklich so für mich das unverzichtbarste Supplement überhaupt.


Und wenn ich jetzt mal bei Sunday auf die Seite schaue, dann sehe ich, dass wir 15 verschiedene Magnesiumprodukte haben. Jetzt frage ich mal wirklich und ich hoffe, es kommen jetzt nicht die falschen Antworten. Warum sollte man denn überhaupt Magnesium nehmen?


Aber vor allem, warum sollte man unterschiedliche Magnesiumformen für verschiedene Bedürfnisse einnehmen?


[Dr. Andrea Gartenbach] (31:29 - 34:04)

Ja, also erstmal kannst du deinem Körper danken, dass er dir das mit Krämpfen zeigt. Die meisten merken gar nicht, dass sie einen Magnesiummangel haben. Magnesium ist an über 300 Prozessen im Körper beteiligt, der sogenannte Kofaktor.


Und die Aufnahme von Magnesium, also zum einen der Magnesiumgehalt in unserer Ernährung und dann zum anderen die Resorption durch den Darm, ist bei vielen Menschen einfach beeinträchtigt aufgrund von Stress und unterschiedlichen anderen Faktoren. Jetzt wissen wir, diese 300 Prozesse brauchen einfach Magnesium und wir wissen, dass unterschiedliche Magnesiumformen unterschiedlichen Impact haben. Also ich nehme sehr gerne das Beispiel des Magnesiumglucinat, was viele eben nehmen, hat vor allen Dingen eine Wirkung im Darmbereich, wird sehr gut und schnell resorbiert.


Und das Magnesiumglucinat zum Beispiel oder auch Taurat hat einen sehr guten Effekt auf unsere Nervengesundheit. Und das hängt einfach mit der biochemischen Formel und der Resorption zusammen, wo was gebraucht wird. Und ich kombiniere tatsächlich die Magnesiumformen immer und ich habe einfach für meine Patienten ein Magnesiumkomplexprodukt, was ich gebe als quasi Basis und agiere dann noch je nachdem, ob sie an dem Tag Sport gemacht haben, ob sie sehr viel Stress haben, auch zu unterschiedlichen Tageszeiten die unterschiedlichen Magnesiumformen.


Und das hat einen sehr, sehr großen Effekt. Es gibt Magnesiumformen, also man sollte immer auf die Qualität achten und auf die Verabreichung darauf achten, dass es auch wirklich gut aufgenommen wird. Und ich spiele auch so ein bisschen zwischen Tabletten nehmen und Pulver nehmen, ins Getränk machen, sodass man einfach über den Tag unterschiedliche Magnesiumformen in unterschiedlichen Arten zu sich nimmt.


Weil viele haben natürlich dann auch Mühe, die ganzen Tabletten zu schlucken und da muss man einfach mitspielen. Aber für mich ist Magnesium einfach so immens wichtig. Und gerade wenn man sogenannte, wenn man genetische Snips hat, jetzt haben wir zum Beispiel sowas Klassisches, worüber viel geredet wird, ist der sogenannte ComSnip, also wo Katecholamine, unsere Stresshormone abgebaut werden.


Die Menschen brauchen halt gerade noch mehr Magnesium. So und damit müssen wir einfach so ein bisschen spielen. Wir wollen, dass wenn wir unsere Laborwerte angucken im oberen Drittel des grünen Normalbereiches haben und nicht im mittleren oder unteren Drittel und schon gar nicht im roten Bereich.


Und bei Magnesium sage ich immer meinen Patienten, wenn die sagen, wie viel soll ich denn nehmen? Versuche ich es immer hoch zu dosieren auf 400 bis 600 Milligramm meistens und sag dann immer, bis der Durchfall kommt und dann gehen wir ein bisschen zurück. Und das führt man dann so langsam langsam ein.


Und ja, dann gibt es ein bisschen weicheren Stuhlgang. Aber der Körper gewöhnt sich daran.


[Nils Behrens] (34:04 - 34:05)

Nehmen Sie so lange, bis Sie Durchfall bekommen.


[Dr. Andrea Gartenbach] (34:05 - 34:07)

Nehmen Sie so lange, bis Sie Durchfall bekommen.


[Nils Behrens] (34:07 - 34:28)

Wir brauchen Magnesium. Wir brauchen Magnesium. Und ich kann Ihnen nur aber auch sagen, leider, obwohl ich weiß, wie wichtig es für mich ist, dass ich manchmal es trotzdem auf Reisen vergesse, mitzunehmen.


Und wenn du dann unterwegs bist im Ausland, dann kriegt man ja fast immer nur ist immer so lustig, man geht dann in so einen Drogeriemarkt und dann gibt es einfach da Magnesium. Da steht dann erst mal gar nicht drauf.


[Dr. Andrea Gartenbach] (34:29 - 34:30)

Da weiß man gar nicht, was drin ist.


[Nils Behrens] (34:30 - 34:42)

Da weiß man gar nicht, was drin ist. In den meisten Fällen, wenn man dann auf die Website des Herstellers geht, sieht man, das ist das Magnesiumoxid. Also das, ich sage jetzt mal, das zumindest das günstigste, ich will es jetzt gar nicht bewerten, aber zumindest das finanziell günstigste Produkt.


[Dr. Andrea Gartenbach] (34:42 - 34:46)

Das werteste ist das, was am schlechtesten resorbiert wird. Und was wirklich, also da kann man es auch eigentlich fast gleich lassen.


[Nils Behrens] (34:46 - 34:51)

Ganz genau. Ganz genau. Da habe ich nämlich auch festgestellt, da kann ich echt sehr viel von einwerfen.


Da passiert nicht viel.


[Dr. Andrea Gartenbach] (34:51 - 34:52)

Da passiert nicht mal Durchfall.


[Nils Behrens] (34:54 - 35:27)

Ich dachte, das passiert noch am ehesten, aber ja, also auf jeden Fall. Magnesium ist für mich, ich glaube, wenn ich ein, wenn ich mich nur noch in meinem Leben nur noch ein Supplement zu mir nehmen dürfte, dann wäre es wahrscheinlich für mich Magnesium. Also das ist auf jeden Fall so.


Du hast gerade von Snips gesprochen. Das ist ja auch etwas, was sehr gerne im Longevity-Bereich gemacht wird oder eine Prävention, also eine genetische Analyse von Snips oder ein genomes Sequencing. Wollen wir da vielleicht erstmal schaffen, es kurz zu touchieren oder sprengen wir damit jetzt gleich den Rahmen?


[Dr. Andrea Gartenbach] (35:27 - 37:41)

Ich glaube, ich sprenge den Rahmen damit. Aber einen Satz dazu. Ganz am Anfang habe ich erwähnt, wie wichtig es ist, zu wissen, welche eigenen Risiken, individuellen, persönlichen Risiken wir haben.


Und über Snip-Analyse können wir, das bedeutet, wir haben unterschiedliche Basenpaare in unserer, in unseren Genen. Also unsere DNA ist ja über so eine Helix, über so eine Windung gewunden und die bestehen aus den unterschiedlichen Basen A, T, C, G. Und dort kann es einzelne Austauschbasen geben.


Und das sind sogenannte Snips, jetzt mal total einfach gesagt. Und daran können wir unterschiedliche Risikoprofile sehen. Viele kennen zum Beispiel das ApoE, was gerade bei Alzheimer sehr, sehr bekannt ist, wo wir wissen, wie hoch ist denn eigentlich mein Risiko?


Und je nach Konstellation habe ich bis zu ein zwölffach erhöhtes Risiko, Alzheimer zu bekommen. Und eine Full Genome Sequencing Analyse ist vor allen Dingen für Rare Diseases, also seltene Krankheiten, sehr sinnvoll und wichtig. Aber auch mittlerweile können wir daraus sehr, sehr viel mehr lesen.


Das Full Genome Sequencing ist sehr spannend, ist immer noch relativ teuer, wobei es sehr günstig geworden ist. Vor fünf Jahren war ein Full Genome Sequencing, also eine komplette Analyse der Genetik, lag bei ungefähr 50.000 Euro. Im Moment liegt es ungefähr bei 5.000 Euro. Und man muss sagen, es kommen wirklich fünf bis sechsstellig tausende Studien, also 10 bis 80, 90, 100.000 Studien zu diesem Thema pro Monat eigentlich raus. Das heißt, wir haben sehr viel Forschung da drin. Es gibt sehr große Datenbanken.


Und ich denke, in zwei, drei Jahren haben wir für die Menschen einen sehr guten, günstigen Zugang, ein Full Genome Sequencing zu machen und damit dann auch ganz genaue Analysen der Genetik zu machen. Es gibt in anderen Ländern schon sehr spannende Projekte, wo das jedem zugänglich ist, die damit eingeschlossen werden. Und ich glaube, das ist eines der sehr spannenden Themen, die wir uns angucken können.


Bisher im Moment, finde ich, jetzt kann man sehr guten Zugang über SNP-Analysen machen. Da liegen wir teilweise bei plus minus 500 Euro und können schon sehr gute Risiken, individuelle Risiken für uns detektieren, worauf wir unsere Gesundheitsstrategie dann einfach sehr personalisiert anpassen können.


[Nils Behrens] (37:41 - 38:00)

Ich habe so einen größeren Gentest mal gemacht und ich fand es wirklich wahnsinnig interessant. Aber meine Frau hat auch versucht, mich davon abzuhalten, weil sie meinte, das ist dann auch so ein bisschen Self-Fulfilling Prophecy, wenn man dann je nachdem, was da rauskommt. Aber ich glaube, da muss auch jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit man zu einer Wahrsagerin geht oder nicht.


[Dr. Andrea Gartenbach] (38:00 - 39:49)

Ja, genau. Nur ist das halt dann wirklich Datenfakten. Die Wahrsagerin macht so ein bisschen.


Okay, dazu positioniere ich mich jetzt am besten nicht. Aber wenn wir uns die Genetik angucken, ja, da muss jeder mit umgehen können. Ich empfehle das immer nur in Begleitung eines Arztes zu machen, der auch weiß, wie man es interpretiert.


Aber es gibt eben ganz viele unterschiedliche Aussagen, die wir dann da rausziehen können. Auch unsere Supplementierung können wir danach dann einfach viel besser anpassen oder zum Beispiel auch unsere Medikamenteneinnahme, weil die Pharmacogenomics, also das bedeutet, zu gucken, welche Medikamente wir gut und schlecht verstoffwechseln, finde ich, ist sehr, sehr, sehr potent. Wir in der Medizin kennen das vor allen Dingen von der Brustkrebstherapie.


Bei dem Medikament Tamoxifen, da wird auch geguckt, wie verstoffwechselt das der Körper, wie viel Dosierung brauche ich? Und es gibt eine sehr, sehr tolle Studie, die das ganze Thema zum Aspirin zeigt. Und zwar nehmen ja viele, viele Millionen Menschen Aspirin und je nachdem, welche Veränderungen wir in einem bestimmten Gen haben, haben wir entweder eine 30-prozentige Risikoreduktion, wenn wir Aspirin nehmen oder eine 30-prozentige, ein 30-Prozent erhöhteres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, wenn wir das nehmen.


Und das macht einfach sehr, sehr viel Sinn. Und gerade die Pharmacogenetics, wenn wir schon Medikamente nehmen müssen, ist es doch sinnvoll zu wissen, ist das ein Medikament, was sich schnell, langsam oder normal verstoffwechselt, damit ich auch die richtige Dosierung nehme, wieder zurück. Die Dosis macht das Gift.


Wenn ich jemand bin, der ein bestimmtes Medikament langsam metabolisiert, habe ich natürlich eine andere Nebenwirkungsgefahr oder zumindest ein anderes Nebenwirkungsprofil, wenn ich das schnell oder langsam verstoffwechsel. Und das macht uns in der Medizin es viel, viel leichter, dann auch eben mit diesem Pro und Kontrast der Medikamenteneinnahme zu spielen.


[Nils Behrens] (39:51 - 40:10)

Wenn ich mir mein Skript so anschaue, habe ich das Gefühl, ich habe, glaube ich, so ein Niveau-Rollercoaster hier zusammengestellt. Zumindest kommen wir jetzt gerade von Gen-Sequenzierung zu meiner nächsten Frage. Mal die Vor- und Nachteile von Blendobst gegenüber dem normalen ganzen Obst zu sprechen.


Also das eine ist eben das, was ich im Smoothie gemixt habe. Und das andere ist das, was ich einfach normal esse.


[Dr. Andrea Gartenbach] (40:11 - 41:29)

Ja, also ein riesiges Diskussionsthema. Tatsächlich, ich bevorzuge das Gemüse dem Obst tatsächlich wegen der Fruktose, weil Fruktose einfach einen riesen Impact auf unsere Gesundheit und auf den Zuckerstoffwechsel hat. Und wir brauchen eben die Ballaststoffe im ganzen Obst, um quasi diesen Zuckerstoffwechsel zu balancieren.


Das heißt, ich plädiere immer für das ganze Obst. Aber man muss eben auch sagen, für viele ist der Smoothie dann wenigstens immerhin eine Art und Weise, überhaupt Obst zu sich zu nehmen und das in den Alltag zu integrieren. Die Gefahr ist dann einfach, dass man trinkt, trinkt, trinkt und nur einen Obst-Smoothie hat.


Da rate ich total von ab. Aber wenn man einen schön balancierten Gemüse-Smoothie hat mit einer bisschen Obstsüße drin, dann ist das schon mal besser als gar nichts nehmen. Weil am Ende brauchen wir eine bunte, gesunde Vielfalt aus möglichst verschiedenen, gerade Gemüseformen und eben auch ein bisschen Obst.


Und dementsprechend ist das auch wieder so ein Trade-Off. Das ist so eine Balance. Eigentlich möchte ich sagen, erst bitte das ganze Obst und Gemüse, weil es natürlich viel vollwertiger ist und viel besser in unserem Körper für Stoffwechsel ist.


Aber bevor man gar nichts nimmt, kann man dann eben auch sagen, gut, dann nehme ich vielleicht den etwas ungünstigeren Effekt in Kauf.


[Nils Behrens] (41:29 - 41:46)

Der Hinweis, bevor man gar nichts nimmt, dann lieber der Smoothie, ist ein ganz interessanter Übergang zu meinem nächsten Frage. Wenn wir jetzt mal das Thema Breitband-Supplements angehen in der Prävention, wie ist denn deine Meinung dazu? Also ich sage jetzt mal so ein Multivitamin-Präparat.


[Dr. Andrea Gartenbach] (41:46 - 43:17)

Es gibt sehr interessante Studien. Zuletzt die spannendste eigentlich ist im Januar diesen Jahres rausgekommen. Die hat eben im Breitband-Supplement bei älteren über 60-Jährigen angeschaut, was Kognition und Prävention von Erkrankungen, die uns am Ende sterben lassen, anschaut und hat gezeigt, dass es einen sehr guten, positiven Effekt darauf hat.


Woran liegt das denn? Es liegt daran, dass ein Breitband-Supplement häufig sehr niedrig dosiert ist. Das muss man sagen.


Also das heißt, damit füllen wir selten Mangel auf. Bis eigentlich gar nicht. Aber wir geben quasi eine Basis rein.


Das bedeutet, wir geben zumindest dem Körper schon mal Kofaktoren, mit denen er arbeiten kann. Ich bin ein großer Fan von Messen machen Messen. Ich möchte wissen bei meinen Patienten oder im Blut, was fehlt denn eigentlich?


Und was muss ich wie stark denn eigentlich supplementieren? Und das ist meistens in Phasen geteilt. Das bedeutet, ein paar Wochen lang muss ich natürlich etwas höher dosieren.


Ein paar Wochen lang kann ich dann ein bisschen runtergehen und irgendwann langfristig, wenn sich alles eingependelt hat, auf ein Breitband-Supplement gehen. Wenn man jetzt aber sagt, mir sind zu viele Tabletten, Schlucken oder Pulverchen nehmen einfach ein bisschen schwierig. Und auch aus der Ernährung können wir häufig einfach leider nicht mehr das ziehen, was wir eigentlich wirklich brauchen.


So viel können wir teilweise gar nicht essen an Fisch und Salaten und so weiter. Dann ist das auf jeden Fall ein sehr, sehr guter Anfang. Und gerade einen guten Effekt hat das wirklich auch, wenn wir uns unsere Eltern, Großeltern angucken, die häufig über viele, viele Jahre ein Defizit einfach angesammelt haben.


Hat das einen sehr, sehr guten Effekt.


[Nils Behrens] (43:18 - 43:31)

Absolut, absolut. Also ich kenne es gerade, was du sagst von den älteren Generationen, dass die teilweise wirklich so eine Unterversorgung von Mikronährstoffen haben, dass man dann häufig feststellt, ist dann auch leider dann manchmal schon zu spät.


[Dr. Andrea Gartenbach] (43:32 - 43:57)

Ja, da muss man einfach dazu sagen, man muss immer nach Angebot und Nachfrage gucken. Also das bedeutet, wie viel ist denn eigentlich in der Ernährung drin, die wir bekommen? Und wie viel und wie kann der Körper denn eigentlich das alles resorbieren und verarbeiten?


Und ja, da ist halt mittlerweile einfach durch die Agrarwirtschaft und die Art und Weise, wie wir essen, wie schnell wir essen, dass der Darm häufig nicht mehr alles richtig gut resorbiert. Es ist einfach ein Mismatch entstanden.


[Nils Behrens] (43:58 - 44:10)

Wenn wir jetzt mal von den Breitband-Supplements rüberkommen zu den Antioxidantien. Wie sinnvoll ist es denn täglich Antioxidantien zu sich zu nehmen? Jedes Mal, wenn ich diese Fragen stelle, habe ich so ein bisschen Angst vor der Antwort.


[Dr. Andrea Gartenbach] (44:12 - 46:03)

Also da kommt es auch wieder auf die Dosierung drauf an. Was tun denn Antioxidantien? Wie der Name schon sagt, sie balancieren den oxidativen Stress aus.


Wir brauchen aber oxidativen Stress im Körper auch. Das bedeutet, alles im Körper hat ja in der Regel einen Sinn, wenn es in einer sogenannten Balance ist. Da schmeiße ich jetzt mal diesen Begriff hormesis ein.


Das bedeutet, dem Körper einen bestimmten Stressor geben, um daraus resilienter zu werden, also stärker zu werden sozusagen. Wenn wir jetzt jeden Tag ein hochdosiertes Antioxidant nehmen, greifen wir in einen Regelmechanismus ein, der vielleicht auch Sinn macht. Man hört vielleicht, ich bin erkältet und ich brauche natürlich im Moment gerade, dass mein Körper oxidativen Stress produziert, um gegen quasi den Virus anzukämpfen.


So, jetzt haben wir aber, wenn wir uns unsere Patienten anschauen oder wenn wir uns die Menschheit anschauen, haben viele davon einfach ein sehr hohes Level an oxidativen Stress, der so hoch eigentlich gar nicht sein muss und am Ende auch wieder zu DNA-Schäden und Zellschäden führt. Das bedeutet, eine geringe Supplementierung macht in gewissen Fällen Sinn. Man sollte immer die Dosis macht das Gift im Hintergrund haben.


Man sollte da wirklich einen Therapeut, einen Arzt mithaben, der mit drauf schaut. Zum einen auf die Genetik, zum anderen auf die Blutwerte, wenn man hochdosierte Supplements in dem Bereich nimmt. Auch wieder die Dosis macht das Gift.


Ich glaube, das wird heute irgendwie mein Running Gag. Ja, aber auch da ergibt es Sinn, wirklich einfach mal zu überlegen, wann nehme ich was und wie häufig und wie viel. Ich kenne jetzt zum Beispiel meine Genetik.


Ich habe einen sogenannten Compsnip. Das haben wir ja vorhin auch immer ganz kurz erwähnt. Ich sollte auf gar keinen Fall täglich Antioxidantien nehmen.


Und ich kann das aber natürlich ein bisschen damit spielen. Ich weiß, wann ich eine hohe Dosierung nehme und wann niedrige. Und wenn man sich mit dem Thema mal befasst, findet man das auch schnell raus.


Also auch wieder nicht schwarz und weiß.


[Nils Behrens] (46:04 - 46:22)

Nicht schwarz und weiß, aber ganz interessant, was du sagst, weil ich hätte jetzt spontan gesagt, jetzt habe ich mindestens schon 40 Minuten mit dir hier gesessen und geredet. Dann würde ich sagen, du bist erkältet, du hast ein Virus. Würde ich jetzt zur Prävention auch die Antioxidantien weglassen oder soll ich sie gerade nehmen, bevor ich den Virus habe?


[Dr. Andrea Gartenbach] (46:22 - 46:51)

Vorher ist quasi am besten und es kommt so ein bisschen auf das Level drauf an. Wenn ich erkältet bin, achte ich einfach vor allen Dingen auf sehr viel Schlaf, weil wir da sehr gut regenerieren und gerade das Immunsystem dann ganz viel Zeit hat zu arbeiten. Wenig bis gar kein Sport, sondern lieber mal das Spazieren gehen anstatt das richtige Sport machen.


Ich fokussiere mich sehr auf die Einnahme von Vitamin D, Omega 3 und Zink. Und Magnesium hatten wir auch gerade schon und habe da einfach ein bisschen unterschiedliche Strategien.


[Nils Behrens] (46:51 - 47:11)

Okay, sehr gut. Du sagtest gerade Spazieren gehen. Das ist tatsächlich eine der Fragen.


Ich habe da jetzt auch gerade neulich eine Studie zu gesehen, die mich wirklich total überrascht hat. Aber trotzdem, Sport ist ja ein wichtiger Teil der Prävention. Und deswegen die vielleicht ungewöhnliche Frage.


Was ist effektiver Krafttraining oder Walking, also Spazieren gehen?


[Dr. Andrea Gartenbach] (47:12 - 51:41)

Beides gleich wichtig. Und warum? Also wo fangen wir da am besten an?


Sport ist eins der wichtigsten Tools, die wir haben für eine gesunde Langlebigkeit, einen guten Metabolismus. Wenn wir uns jetzt angucken, wie wir das messen können, sind einmal, wenn du sagst der Kraftsport, haben wir das ganze Thema Muskelaufbau und Verhinderung der Sarkopenie, also des Muskelschwundes. Und zum anderen haben wir das Thema Bewegung und V2 Max, also die Verwertung von Sauerstoff im Körper.


Jetzt fangen wir mal mit dem Walking an. Also es ist immer die Frage von Wo kommst du denn? Hast du schon Sport gemacht oder nicht?


Und die Power des Walkings darf man auf gar keinen Fall unterschätzen. Warum? Zum einen bin ich in der Regel beim Walking im aeroben Bereich.


Wir reden ja nicht vom Joggen, sondern wir reden davon, dass wir beide nebeneinander laufen und uns dabei noch unterhalten können. Stichwort so ein To-Training, wo man auch noch reden kann. Schnelles, toughes Walking.


Dann machen wir das in der Regel bitte draußen, weil wir dann zum einen Sonnenlicht kriegen und damit einen sehr guten Effekt auf unser Zirkadianrhythmus bekommen und unseren Vitamin D Aushalt beeinflussen. Dann, wenn wir draußen laufen, sehen wir die Natur. Wir haben unterschiedliche Akkommodationen, also eine unterschiedliche Einstellung von den Augen, Nah- und Fernsehen.


Das hat einen sehr guten, entspannenden Effekt auf unser autonomes Nervensystem. Dann haben wir auch noch einen Effekt auf die Amygdala, das heißt den Bereich im Gehirn, der für unsere Emotionen und Angst zuständig ist. Und wir bewegen uns in der Natur.


Wir können mal die Lunge so richtig entfalten, weil wir sitzen nicht irgendwo eingekrümmt auf einem Fahrrad, sondern wir gehen aufrecht. Und dann sind wir von der Evolution her natürlich geprimed zu laufen. Das bedeutet, wir aktivieren unterschiedliche Muskulaturen, Haltemuskulatur, Gleichgewicht, Bewegung.


Wir laufen am besten nämlich auch im Wald, weil wir dann nicht nur die Bäume und die ganze Natur sehen. Sondern wir haben auch einen unterschiedlichen Untergrund. Das heißt, wir balancieren uns aus und fangen somit an, unsere ganze Ausdauer ein wenig zu trainieren.


Das aber ist ein Teil von dem ganzen Sportsegment oder Bewegungssegment, was wir brauchen, weil natürlich ist auch der Muskelaufbau total essenziell für die Verhinderung von Muskelschwund und damit Verhinderung von Sturzgefährdung und auch Metabolismus. Wir haben 650 Muskeln in unserem Körper. Das ist immens viel.


Und wir können damit extrem viel beeinflussen. Und um nochmal zurückzukommen, was möchtest du denn im Alter? Viele sagen, ja, ich möchte dann auch noch mit meinem Urenkelchen spielen können oder ich möchte es auch mal hochheben können.


Was bedeutet das denn? Aus der Kniebeuge hochgehen, ein Gewicht tragen. Sagen wir mal, im besten Fall ist das Enkelkind zwei, drei Jahre, vier Jahre hat so 15 Kilo, je nachdem, wie das Kind ist.


Das bedeutet, wenn wir mit 80 ein 15 Kilo schweres Kind hochheben wollen, müssen wir mit 40 ungefähr 27 bis 30 Kilogramm heben können aus der Kniebeuge raus, weil wir wissen ja, dass wir, je älter wir werden, mit jeder Dekade verlieren wir Muskulatur zwischen 8 bis 17 Prozent. Die 17 Prozent sind dann eher, wenn wir 50, 60, 70 werden, da geht das Ganze dann einfach viel, viel schneller. Das bedeutet, wir müssen jetzt wissen, wie viel Kraft wir aufbauen wollen, dass wir das dann später noch können.


Du hattest in der Einleitung eben gesagt, was ich für einen beruflichen Werdegang habe. Wenn jemand einen Unfall hat und auf die Intensivstation kommt und wochenlang dort liegt, weil man einen Bruch hat, weil man Organschäden hat, weil man einfach behandelt werden muss und ist bettlägerig aufgrund der Verletzung, dann brauchen wir eine Reserve. Und da geht es nur um das Thema Unfall und gar nicht um das Thema Krankheit.


Und wenn wir krank sind, uns nicht viel bewegen können und Sport machen können, haben wir einen Muskelabbau. Das heißt, es ist essentiell wichtig, dass wir hier vorbauen. Und damit kriegst du keine Antwort von mir, was besser oder wichtiger ist, sondern wir brauchen eine Balance aus beiden.


Und allein 20 Minuten, auch wieder eine tolle Studie, 20 Minuten laufen am Tag, hat eine Reduktion von Krankheiten, die uns sterben lassen, also Kardiovaskulär Alzheimer von rund 40 Prozent. Bedeutet, wenn wir mal Walks und Talks machen bei der Arbeit, wenn wir telefonieren, wenn wir in der U-Bahnstation früher aussteigen oder das Auto weiter wegparken und 20 Minuten spazieren gehen, laufen in den Alltag integrieren, haben wir einen Rieseneffekt auf unsere Gesundheit und auf unser Alter.


[Nils Behrens] (51:42 - 53:01)

Ich kann das insofern nur bestätigen. Also habe ich auch jetzt gerade wieder eine aktuelle Studie gelesen, die wirklich dieses Thema gehen, was man ja immer gar nicht so sehr als Sport wahrnimmt, einfach eine unfassbar genau, was du sagst, jetzt eigentlich auch schön aufgezählt hast. Positive Auswirkungen eben tatsächlich auf unsere Longterm, die wir hier haben.


Darüber hinaus habe ich jetzt gerade, ich glaube, letztes Wochenende, schöne Grüße an Frau Fuxi, einen Spaziergang um die Alzheimer gemacht. Die gleiche Strecke jogge ich normalerweise. Und wir sind aber dann eben halt gewalkt, so stramm gewalkt, sag ich mal so.


Es ist also schon ein gutes Tempo, aber wir konnten sehr gut unterhalten, haben es auch getan. So und ich fand das ganz interessant, dass es im direkten Vergleich, wenn ich jetzt jogge, ich versuche ja auch immer so möglichst noch ein bisschen in dieser Zone 2 zu bleiben, aber bin da so irgendwo zwischen der zweiten und dritten Zone, sage ich mal sowas. Nichtsdestotrotz war der Kalorienunterschied der gleichen Strecke, waren, glaube ich, das eine waren 780 Kalorien, das andere beim Walken waren 620, sage ich mal so.


Also es ist gar nicht so viel weniger Kalorien gewesen, die ich dann auf dieser Strecke dann verbrannt habe. Das fand ich wirklich sehr interessant, weil man würde ja immer denken, dass man beim Joggen viel mehr natürlich macht, weil man ja viel mehr schwitzt und viel mehr aktiv ist und all drum und dran. Deswegen also auch da noch mal wirklich so ein Shoutout fürs Walken, für alle, die sagen, sie mögen kein Joggen.


Also ich finde es tatsächlich sehr, sehr überraschend, wie viel man doch damit erreichen kann.


[Dr. Andrea Gartenbach] (53:01 - 53:42)

Und einen Satz dazu auch noch Regeneration vergessen. Viele, wenn wir im Alltag sehr viel Stress haben und sehr im sogenannten Sympathikotonus sind, also angespannt und wir müssen agieren und tun und machen und dann auch noch als Ausgleich in Sport machen, der auch noch mal sehr viel sympathische Aktivität braucht. Und das ist häufig das Joggen, weil die wenigsten bleiben dann in der Zone 2, weil sie sich vielleicht nicht so tracken mit dem Puls und mit der Atmung.


Dann fehlt uns die Regeneration und da kann dann das Walken, das schnelle Spazieren gehen und vor allen Dingen gerade, wenn man es mit jemandem zusammen macht und redet, den Social Impact für die Longevity dürfen wir auch nicht außer Acht lassen. Manchmal einfach fast noch besser sein.


[Nils Behrens] (53:43 - 54:03)

Man muss einfach sagen, wir haben jetzt hier, ich habe glaube ich noch ungefähr 15 Fragen, die ich jetzt eigentlich noch stellen wollte. Aber wir müssen langsam zum Ende kommen. Deswegen je nachdem, wie viel, wie lange deine Antwort ist, habe ich noch ein oder zwei Fragen an dich.


Gibt es eine Präventionsmaßnahme, die du persönlich für unverzichtbar hältst?


[Dr. Andrea Gartenbach] (54:04 - 54:57)

Eine? Wow. Ja, messen, machen, messen.


Ich plädiere sehr dafür, dass wir messen, was wir brauchen und wissen, was wir brauchen im Blut, im Speichel, im Urin, im Stuhl, in der Genetik und daraufhin Strategien aufbauen und Schlaf für mich ist das tollste Präventions-Tool der Schlaf. Und vor allen Dingen da dann nicht mit dem Wecker aufzustehen, wenn das geht und lieber morgens an den Schlaf 20, 30 Minuten dranhängen, weil wir damit die REM-Schlafphase, die in der zweiten Hälfte unseres schlafnächtlichen Zyklus ist sozusagen der vorher vorhebende Schlafzyklus ist. Damit verlängern wir die REM-Schlafphase und geben uns einfach ganz, ganz viel, was wir brauchen.


[Nils Behrens] (54:59 - 55:12)

Ich finde Schlaf auch absolut super und ich weiß genau, was du meinst. Wobei ich glaube, das, was entscheidend ist, das, was du sagst, wenn man sagt, was dranhängen, heißt nicht die Snooze-Taste. Ich glaube, das sagen ja auch die Studien, das bringt gar nichts.


[Dr. Andrea Gartenbach] (55:12 - 55:16)

Nee, also wenn der Wecker klingelt, bitte aufstehen oder wenn die Kinder tippen.


[Nils Behrens] (55:16 - 55:20)

Also diese acht Minuten Snoozen, die sind eher kontraproduktiv.


[Dr. Andrea Gartenbach] (55:20 - 55:21)

Sehr kontraproduktiv, ja.


[Nils Behrens] (55:22 - 55:28)

Wie siehst du die Zukunft der Präventionsmedizin? Also welcher Entwicklung erwartest du in den nächsten Jahren? Auch wieder gerne eine kurze Antwort.


[Dr. Andrea Gartenbach] (55:29 - 56:17)

Ich erhoffe mir von der Politik, dass wir als Ärzte mehr Unterstützung bekommen und die Prävention zugänglicher ist für alle und wir da mehr Unterstützung von Politik und Krankenkassen bekommen, dass es zugänglicher wird für alle Arten der Versicherung. Und ich freue mich darauf, dass es so viele tolle Forschungen in dem Bereich gibt, die allen Menschen einen einfacheren Zugang zur Prävention geben. Ich finde es toll, dass es Formate wie den gibt.


Viele Podcasts, viele Diskussionen, viele Kongresse wie die Longevity Week, die wir im Mai gemacht haben, Longevity Week Berlin, die wir nächstes Jahr wieder starten werden, wo alle kostenfrei sich mit diesem Thema beschäftigen und informieren können und dadurch einfach viel drüber geredet wird und viel drüber diskutiert wird. Und es viele gibt, die das Thema vorantreiben.


[Nils Behrens] (56:18 - 56:24)

Ich sage vielen Dank für das Gespräch und ich verspreche, nächstes Jahr bin ich auch dann dabei, wenn die Longevity Week in Berlin ist.


[Dr. Andrea Gartenbach] (56:24 - 56:25)

Ich freue mich drauf.


[Nils Behrens] (56:29 - 56:34)

Sag mal, du hast immer wieder das Thema VO2Max angesprochen. Misst du die bei dir regelmäßig?


[Dr. Andrea Gartenbach] (56:35 - 57:42)

Nicht regelmäßig genug, muss ich sagen. Aber ist total wichtig, um zu wissen, wo wollen wir denn später hin? Wir nehmen noch mal das Beispiel von Kilimandjaro.


Wenn ich mit 70, 80 auf den Kilimandscharo hoch möchte oder nehme gar nicht den Kilimandscharo. Ich möchte einfach den Berg hochlaufen oder einen Hügel hochlaufen. Dann brauche ich eine VO2Max von ungefähr 30 Milliliter.


Das bedeutet, meine Sauerstoffverwertung muss da sein. Und die reduziert sich natürlich ja auch mit dem Alter. Das bedeutet, ich muss jetzt mit Ende 30 natürlich eine Reserve aufbauen.


Und deswegen ist das wichtig, dass wir da messen und gucken, was wir brauchen und machen. Jetzt bin ich Leistungssportlerin gewesen. Jetzt habe ich immer schon, das merkt man natürlich, einen ganz anderen Grundumsatz und eine ganz andere Versorgung.


Aber es ist ein sehr leichtes Tool, was viele Tracker mittlerweile schon können. Und es gibt mittlerweile sehr viele Orte, wo man das einfach mal messen kann in der Sportart, die man mag. Dafür plädiere ich auch.


Bitte nicht, wenn man Läufer ist und nie Fahrrad fährt auf einem Fahrrad, die messen immer gerne in der Sportart, die man mag und kann.

 

 

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