Informationen zur Podcastfolge Nr. 194 Der Multifocus-Effekt. Mit Birgit AmelungInformationen zur Podcastfolge Nr. 194 Der Multifocus-Effekt. Mit Birgit Amelung

Der Multifocus-Effekt. Mit Birgit Amelung

In einer Welt, die oft den Tunnelblick erfordert, verlieren wir häufig den Blick für das Wesentliche. Doch was, wenn radikale Reduktion uns eher Energie raubt, statt uns wirklich voranzubringen?

In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit der Unternehmerin, Strategieberaterin und Organisationsentwicklerin Birgit Amelung über den Multifokus-Effekt, die Kraft eines mehrdimensionalen Lebens und warum Fokus ursprünglich viel mehr mit Wärme als mit Verzicht zu tun hat.

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Fokus als Ort der Verbindung

Ursprünglich war Fokus kein Begriff aus der Leistungslogik. Birgit Amelung erklärt, dass das Wort im Lateinischen "Herd- oder Feuerstelle" bedeutete. Es war jener Ort im Haus, an dem sich das Leben versammelte, an dem gelacht und Verbindung geschaffen wurde.

Diese historische Perspektive verändert unser heutiges Verständnis von Konzentration grundlegend. Fokus muss laut Birgit Amelung keine bloße Reduktion oder ein negatives „Nein-Sagen“ sein. Vielmehr dient er als positives Instrument für Lebensfreude und echte Verbindung zu den Dingen, die uns wichtig sind.

Multifokus statt Multitasking

Der klassische Monofokus passt oft nicht mehr zu unserer heutigen, vielseitigen Lebensrealität. Birgit Amelung beschreibt das Leben als bunt und mehrdimensional. Multifokus bedeutet dabei jedoch nicht Multitasking, da unser Gehirn Letzteres ohnehin kaum bewältigen kann.

Es geht darum, verschiedene Lebensbereiche sinnvoll zu verknüpfen und eine bewusste Gleichzeitigkeit herzustellen. Birgit Amelung empfiehlt, mit dieser Gleichzeitigkeit "Freundschaft zu schließen". So schaffen wir es, multifokussierter zu leben und dennoch im Moment präsent zu sein.

MEHR ZUM THEMA: Der Multifokus-Effekt

Resilienz durch Vielseitigkeit

Mikrostress entsteht durch die kleinen, leisen Stressoren des Alltags, die sich unbemerkt summieren. Birgit Amelung nennt hier vorwurfsvolle Nachrichten oder kurze Auseinandersetzungen am Morgen als Beispiele. Diese subtilen Reize aktivieren dauerhaft unser Nervensystem und schütten Kortisol aus.

Ein multidimensionales Leben wirkt hierbei wie ein Schutzschild. Menschen mit vielen verschiedenen Lebensbereichen und Hobbys sind laut Birgit Amelung weniger anfällig für Mikrostress. Die verschiedenen "Säulen" des Lebens sorgen für ein stabileres inneres Gleichgewicht und machen uns insgesamt resilienter

Die 5 Fokustypen nach Birgit Amelung

  • Scanner-Persönlichkeiten: Haben tausend Ideen gleichzeitig und starten gerne Projekte, führen sie aber seltener zu Ende.
  • Neo-GeneralistInnen: Suchen stets nach Verbindungen zwischen unterschiedlichen Themen und dem großen Ganzen.
  • TaucherInnen: Benötigen tiefen Fokus auf ein einzelnes Thema und verlieren dabei oft das Gefühl für Raum und Zeit.
  • NavigatorInnen: Organisieren und navigieren das Außen perfekt, verlieren sich dabei aber oft selbst aus dem Blick.
  • SprinterInnen: Funktionieren phasenweise mit extrem hoher Intensität, benötigen danach aber lange Regenerationszeiten.

Energiemanagement als Basis

Zeit ist eine feste Größe, aber unsere Energie ist flexibel. Birgit Amelung rät dazu, den Tag nicht stoisch nach Zeitfenstern, sondern nach den individuellen Energie-Levels zu strukturieren. Jeder Mensch hat über den Tag verteilte Hoch- und Tiefphasen, die genutzt werden wollen.

Aufgaben sollten gezielt dort platziert werden, wo die passende Energie vorhanden ist. Birgit Amelung nutzt ihre „Energy-Highs“ beispielsweise für kreative Prozesse wie das Schreiben an ihrem Buch. In Phasen niedrigerer Energie dürfen dann die eher „gemütlichen“ oder weniger fordernden Tätigkeiten folgen.

Strategien gegen Mikrostress

  • Unterbrechungen steuern: Notifications bewusst ausschalten und Deep-Work-Blöcke im Kalender schützen.
  • Akzeptanz üben: Trigger wahrnehmen, kurz beiseitelegen und die eigene Reaktion aktiv führen.
  • Energiewechsel vornehmen: Durch Musik oder Gespräche bewusst aus einer negativen Stimmung ausbrechen.
  • Selbstführung: Nicht vom Außen steuern lassen, sondern selbst in den „Driver Seat“ der eigenen Energie steigen.

TAKE AWAYS

  • Ursprung verstehen: Fokus bedeutet ursprünglich Verbindung und Wärme, nicht bloßen Verzicht.
  • Gleichzeitigkeit nutzen: Multifokus erlaubt ein buntes Leben ohne die Überforderung durch Multitasking.
  • Resilienz aufbauen: Vielfältige Lebensbereiche stabilisieren uns gegen die Belastungen durch Mikrostress.
  • Energie statt Zeit: Plane deine Aufgaben nach deinem Biorhythmus und deinen Kraftreserven.
  • Räume für Kreativität: Bewusste Leere und sogar Langeweile sind der Nährboden für neue Ideen.

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Birgit Amelung ist Unternehmerin, Strategieberaterin und Organisationsentwicklerin. Mit ihrer Agentur AWAKE begleitet sie Konzerne und Startups durch Innovationsprozesse. Als Gründerin von „The Her Club“ und Host des Podcasts „Her Healthy Hustle“ setzt sie sich leidenschaftlich für Female Health und Erfolg jenseits klassischer Leistungslogik ein.

Mehr zu Birgit Amelung unter www.herklub.com.

[Birgit Amelung] (0:00 - 0:52)

Klassisch Monofokus funktioniert tatsächlich in der heutigen Zeit gar nicht mehr so, weil es einfach auch nicht so sehr unserer Lebensrealität entspricht.

Weil das Leben ist einfach nicht monofokussiert, es ist halt irgendwie mehrdimensional, es ist wild, es ist bunt.

Es geht aber darum, Lebensbereiche miteinander zu verbinden und mehr das zu tun, was für uns wichtig ist, was uns Freude macht, was für uns wertvoll ist und da auch durchaus eine gewisse Gleichzeitigkeit der Dinge herzustellen.

Und das ist eben eine ganz neue Perspektive auf Fokus, die es meines Erachtens braucht. Das nenne ich eben Multifokus.

Also sozusagen, wie können wir es schaffen, multifokussierter zu leben und damit auch ein bisschen mehr in der heutigen Lebensrealität dran zu sein.

Mit all den Themen, die uns auch bewegen, beschäftigen und die Impulsen, die nun mal da sind.

Was aber eben, wie gesagt, nicht heißt alles auf einmal, weil das wird dann wieder schwierig.

Aber wir können trotzdem eben versuchen, mit der Gleichzeitigkeit so ein bisschen Freundschaft zu schließen.

[Nils Behrens] (0:52 - 1:43)

Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sundae Natural.

Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein.

Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.

Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.

Wir leben in einer Zeit, in der der Fokus schon fast zur Religion geworden ist.

Aber was, wenn genau dieser Tunnelblick uns Energie raubt, statt uns voranzubringen?

Birgit Amelung ist Unternehmerin, Strategieberaterin und Organisationsentwicklerin. Mit ihrer Agentur AWAKE begleitet sie Konzerne, KMUs und Startups durch Innovations- und Transformationsprozesse.

Als Gründerin von The Her Club und Host des Podcasts Her Healthy Hustle verbindet sie Female Health, Fokus und Erfolg jenseits klassischer Leistungslogik.

Und deswegen sage ich herzlich willkommen, Birgit Amelung.

[Birgit Amelung] (1:44 - 1:46)

Ja, vielen Dank. Ich freue mich sehr, dass ich hier sein darf.

[Nils Behrens] (1:46 - 1:52)

Du, ich freue mich auch sehr, dass du da bist.

Du hast ja im Vorgespräch schon gesagt, dass du auch tatsächlich regelmäßige Hörerin bist.

[Birgit Amelung] (1:52 - 1:56)

Absolut. Einer meiner Lieblingspodcasts. Deswegen umso schöner, dass ich heute hier sitzen kann.

[Nils Behrens] (1:56 - 2:10)

Ja, ganz ganz toll, ganz ganz toll. Deswegen kennst du es ja, meine Einstiegsfrage ist ja immer eine Sonntagsfrage und meine Sonntagsfrage, die ich mir für dich überlegt habe, ist, wie fokussiert war denn dein letzter Sonntag und war es eher ein Monofokus oder auch schon ein Multifokus?

[Birgit Amelung] (2:11 - 3:05)

Also ich glaube Monofokus gibt es in meinem Leben irgendwie gar nicht so richtig, um ehrlich zu sein.

Es war auf jeden Fall ein multifokussierter Sonntag, wobei ich vorab mal sagen muss, dass ich grundsätzlich das auch wirklich liebe, einfach so in den Tag hinein zu leben Sonntags.

Ich bin da jetzt nicht krass durchgetaktet, trotzdem gibt es immer verschiedene Themen bei mir Sonntags und das war letzte Woche, mal kurz überlegen, also ich starte Sonntags immer mit einer kleinen Yoga-Session.

Das habe ich mir so ein bisschen zum Ritual gemacht tatsächlich.

Dann gibt es bei uns immer ein ausgiebiges Familienfrühstück mit Pancakes, das lieben meine Kinder, da stehen die auch drauf.

Sonntags gibt es immer Smoothie und Pancakes und dann haben wir letzten Sonntag einen Spaziergang gemacht mit Freunden, was auch sehr nett war und danach habe ich dann zu Hause, das gehört bei mir auch immer zum Sonntag dazu, mich der anstehenden Woche gewidmet.

Das heißt so ein bisschen Wochenplanung, was steht an, so meine Rocks definiert, um mich schon mal so einzustimmen und dann haben wir noch Olympia geschaut.

Das heißt es war, würde ich sagen, auf jeden Fall ein Multifokus-Sonntag.

[Nils Behrens] (3:05 - 3:10)

Ein Multifokus-Sonntag, sehr gut, sehr gut und haben wir irgendwelche Medaillen gewonnen als Deutschland?

[Birgit Amelung] (3:11 - 3:23)

Doch, das war dann, war das am Sonntag oder einen Tag später, ich weiß es nicht mehr.

Es war, also der Podcast ist ja sozusagen jetzt schon ein bisschen später dran, aber die Bob, da wurde doch Bob Gold gewonnen, oder?

Von dem Deutschen, glaube ich.

[Nils Behrens] (3:23 - 3:23)

Bob der Baumeister?

[Birgit Amelung] (3:24 - 3:24)

Bob.

[Nils Behrens] (3:25 - 3:26)

Bob fahren, okay.

[Birgit Amelung] (3:26 - 3:35)

Also sorry, wir haben Snowboarden geschaut, wir haben Schlittschuhlaufen, also ich liebe ja Eiskunstlauf, das ist ja wirklich so, das erinnert mich an meine Kindheit, also könnte ich mir stundenlang anschauen, da waren die Deutschen gar nicht dabei.

[Nils Behrens] (3:36 - 4:44)

Ich muss jetzt etwas sagen und wahrscheinlich werde ich jetzt in meiner Female Community gleich ein bisschen Hate dafür ernten, aber ich wusste gar nicht, dass es auch eine Fraueneishockey-Mannschaft gibt, weil, ja, keine Ahnung, irgendwie ist es für mich immer so ein männlicher Sport gewesen mit auf die Fresse hauen und sowas, also deswegen ist es gar nicht so, dass das Frauen nicht können, aber es ist eben halt so körperlich im Sinne von auch aggressiv körperlich und deswegen war ich doch überrascht, dass es eben halt eine, also dass es das eben halt auch als weibliche Disziplin gibt

und muss dann aber sagen, ich bin ein richtiger Fan geworden, weil es wirklich Spaß macht zu schauen und es darüber hinaus, ich dann, wenn die meisten von den Spielerinnen dann ihren Helm abnehmen, denkst du wirklich, dass da irgendwie das Casting für Germany's Next Topmodel läuft, also man denkt das gar nicht, weil die eben halt wirklich sich nichts schenken im Gegensatz zu den Männern sozusagen, also wirklich sehr rabiat an dieses Thema rangehen und man dann gar nicht so, ja, die Frauen dahinter gar nicht so erwartet, am Anfang sieht man, die meiste Zeit sieht man sie ja

nur mit Helm und so und deswegen.

[Birgit Amelung] (4:44 - 4:53)

Ja, ich finde es allgemein macht total Spaß zuzuschauen, auch weil sich die Technik ja auch nochmal so entwickelt hat, also jetzt mit den Drohnenaufnahmen teilweise jetzt beim Snowboard-Springen oder so, ist schon mega, also macht richtig Spaß.

[Nils Behrens] (4:53 - 5:25)

Mega, und auch den Computeranblendungen so, aber wir kommen jetzt mal, um mal auf unseren Fokus zurückzukommen, kommen wir doch mal zu dem, deinem Buch und zu dem Thema Fokus so und mein Highlight, ich liebe ja unnützes Wissen, deswegen mache ich ja diesen Podcast auch und dafür ist ja das tatsächlich der Ursprung des Wortes Fokus so.

Vielleicht erst klärst du uns beziehungsweise unseren HörerInnen mal ganz kurz, was eigentlich der Ursprung ist und warum das im Grunde genommen eigentlich eine ganz spannende Überleitung zu dem ist, was du in deinem Buch geschrieben hast.

[Birgit Amelung] (5:26 - 6:28)

Genau, ja das Spannende ist, das fand ich auch super schön, dann bei meinen Recherchen rauszufinden, weil mir das auch vorher gar nicht bewusst war, dass Fokus ursprünglich überhaupt kein Leistungsbegriff war, sondern tatsächlich das Wort Fokus im Lateinischen, also auch mit C geschrieben, Fokus bedeutet ursprünglich Herd- oder Feuerstelle, das heißt so der Ort auch im Haus, wo sich auch früher ja so das Leben versammelt hat, wo die Leute gelacht haben, gekocht haben, wo man zusammengekommen ist, wo auch viel Verbindung stattgefunden hat tatsächlich und das finde ich super schön, weil es halt auch für mich irgendwie impliziert,

okay, Fokus muss gar nicht Reduktion sein oder oft so ein bisschen impliziert mit ja, wir müssen was reduzieren, wir eher Nein sagen, also vielleicht auch manchmal so ein bisschen negativ konnotiert, sondern vielmehr, wir können das auch ganz auch positiv besetzen, also es ist sozusagen verbunden mit Freude, mit Verbindung und damit auch so ein bisschen ja ein Instrument für Lebensfreude, sag ich mal, was ich eben über diesen Ursprungsbegriff widerspiegelt, das fand und es passt ja auch sozusagen zu meiner Idee des Multifokus und ja sozusagen dieser Perspektive, die ich so ein Welt tragen möchte.

[Nils Behrens] (6:29 - 6:36)

Ja, also mir sind zwei Tabs im Kopf aufgegangen, der eine ist natürlich das Thema, die besten Partys sind immer in der Küche.

[Birgit Amelung] (6:36 - 6:38)

Absolut, genau, die Küchenpartys.

[Nils Behrens] (6:38 - 6:46)

Und das zweite ist aber auch tatsächlich, wenn man mal in seinem Leben in einer WG gewohnt hat, dass man dann auch weiß, dass eigentlich das so der Begegnungsraum ist.

[Birgit Amelung] (6:46 - 6:47)

Das ist ja bis heute so, finde ich.

[Nils Behrens] (6:47 - 7:31)

Ja, meistens ist ja so, also in vielen WGs gibt es ja auch gar keinen Wohnzimmer im klassischen Sinne, sondern dass man dann eher sich eben in der Küche trifft, wo vielleicht auch die meisten Streitereien auch sind, weil dann vielleicht irgendwas nicht aufgeräumt ist oder der Joghurt von der falschen Person aufgegessen wurde.

Aber nichtsdestotrotz, also es hat schon diese Begegnungsstätte und deswegen, ich mochte das sehr.

Viele kennen ja nur zwei Extreme, entweder Multitasking, was ja laut der meisten Neurowissenschaftler nicht wirklich funktioniert oder ich sage jetzt mal radikalen Monofokus.

Und ich kenne das wirklich so, ich würde sagen, dass das mein Vater hat mir das echt immer eingebläut.

Es hat nicht richtig gut funktioniert, wahrscheinlich aber, weil sich die Zeiten auch geändert haben, immer so, mach eins nach dem anderen.

Und warum braucht es aus deiner Sicht denn ein drittes Modell?

[Birgit Amelung] (7:32 - 8:38)

Also ich glaube, klassisch Monofokus funktioniert tatsächlich in der heutigen Zeit gar nicht mehr so, weil es einfach auch nicht so sehr unserer Lebensrealität entspricht.

Weil das Leben ist einfach nicht monofokussiert, es ist halt irgendwie mehrdimensional, es ist wild, es ist bunt.

Was jetzt nicht bedeutet, dass wir alles gleichzeitig machen sollen oder müssen, weil dann sind wir wieder beim Multitasking und das ist etwas, was unser Gehirn tatsächlich wirklich nur schwer schafft.

Also es geht nicht darum, alles gleichzeitig zu machen, es geht aber darum, Lebensbereiche miteinander zu verbinden und mehr das zu tun, was für uns wichtig ist, was uns Freude macht, was für uns wertvoll ist und da auch durchaus eine gewisse Gleichzeitigkeit der Dinge herzustellen.

Und das ist eben eine ganz neue Perspektive auf Fokus, die es meines Erachtens braucht.

Und das nenne ich eben Multifokus.

Also sozusagen, wie können wir es schaffen, multifokussierter zu leben und damit auch ein bisschen mehr in der heutigen Lebensrealität dran zu sein.

Mit all den Themen, die uns auch bewegen, beschäftigen und die Impulsen, die nun mal da sind.

Was aber eben, wie gesagt, nicht heißt alles auf einmal, weil das wird dann wieder schwierig.

Aber wir können trotzdem eben versuchen, mit der Gleichzeitigkeit so ein bisschen Freundschaft zu schließen.

[Nils Behrens] (8:39 - 8:53)

Ich finde das ganz lustig. Ich habe in meinem Buch das auch geschrieben, weil ganz viele Leute ja immer sagen, du brauchst den Purpose, diesen eine Sache, dich sozusagen, deinen Beitrag für das Leben.

Warum bist du auf dieser Welt?

So und ich lehne das ja komplett ab.

[Birgit Amelung] (8:53 - 8:54)

Habe ich gelesen dein Buch auch.

[Nils Behrens] (8:54 - 9:38)

Und deswegen matcht sich das ja so ganz gut, weil ich finde es immer zu eng.

Es ist wie so ein ein enges Korsett zu sagen, ich habe diese eine Aufgabe, diese eine Aufgabe, weswegen ich jetzt auf der Welt bin und das ist jetzt mein Beitrag.

Also erstens finde ich das auch ein sehr, sehr großes Versprechen und zweitens muss ich einfach wirklich so sagen, nein, also wenn ich so mein Leben anschaue, ich meine, ich bin mal einmal gestartet als Bankkaufmann.

Also von daher, also weiter weg könnte ich ja sozusagen jetzt nicht weg sein.

Und wenn ich jetzt damals mein Purpose hätte bestimmen müssen, in meiner Ausbildung dazu, hätte ich sagen, mein Purpose ist es, den Leuten Sparkonten und Girokonten zu öffnen.

Dann würde ich sagen, davon bin ich heute, also dann würde ich sagen, habe ich mein Lebensziel nicht geschafft.

[Birgit Amelung] (9:39 - 11:13)

Ja, total. Also auf jeden Fall ist auch so ein bisschen Story of my life und ich muss sagen, da ist auch das Buch tatsächlich daraus entstanden, weil ich halt ganz lange immer gedacht habe, das war auch immer so ein Painpoint von mir, also dieses Thema Fokus.

Ich muss mich doch fokussieren.

Ich mache immer Ende des Jahres meistens so ein Vision Board mit Freundinnen und ich hatte da viele Jahre immer Fokus so als Thema stehen, so ich brauche Fokus in meinem Leben, weil ich mich immer ganz lange auch habe in keine Schublade stecken lassen, also auch karrieretechnisch nicht.

Ich bin auch immer wieder neue Wege eingeschlagen, habe dann wieder was mitgenommen aus dem alten Job in den neuen Job rein und so weiter und habe immer gedacht so, ja, aber ich bin ja irgendwie nicht spezialisiert und ich kann mich nicht gut fokussieren und ich mache ja so viele Sachen in meinem Leben und dazu kam auch immer noch die Frage, die mir wirklich seit Jahren eigentlich am allermeisten gestellt wird in meinem Umfeld ist mal, Birgit, wie schaffst du das alles?

Und das Buch ist eben so ein bisschen auch die Antwort darauf, weil ich irgendwann für mich gemerkt habe, nee, ich finde mein Leben eigentlich ziemlich cool, so wie es ist.

Und ich bin auch nicht total ausgebrannt, was jetzt nicht immer heißt, ich habe auch Tage, Phasen, wo es wirklich too much ist, wo mir alles zu viel ist, wo ich auch mal irgendwie einen kurzen Meltdown habe oder so.

Ich glaube, das haben wir alle. Aber so grundsätzlich muss ich sagen, finde ich das schön, so wie ich lebe, also mit den vielen Aufgaben, Rollen, Projekten, Verantwortlichkeiten, auch Herausforderungen und bin dafür irgendwie sehr dankbar.

Und das ist sowas, was ich so ein bisschen aufzeigen möchte, zu sagen, okay, es geht eben auch anders und ich muss vielleicht nicht immer so nach dem klassischen, nach der klassischen Denkweise fokussiert sein auf eine Sache und reduzieren, sondern ich kann auch ja sagen zu Dingen und trotzdem in dem Moment fokussiert sein auf die eine Sache und trotzdem viele Dinge in meinem Leben haben.

Das finde ich total schön. Das ist einfach so ein Perspektivwechsel.

[Nils Behrens] (11:14 - 11:46)

Total schön, total schön. Und ich kann dir da nur zustimmen.

Ich finde, ich glaube, ich habe es auch im Buch geschrieben, Varieties, the spice of life.

Und ich finde, das ist es einfach auch so. Ich kriege zwar in der letzten Zeit immer so viele Kommentare, ich rede zu viel Englisch, deswegen übersetze ich es mal kurz.

Vielfalt ist die Würze des Lebens.

Ja, ist auch so. Und von daher finde ich das absolut richtig.

Und ich muss da so ein bisschen lachen, weil du gerade das Vision Board noch mal erwähnst, weil das habe ich auch gelesen.

Und das Witzige ist, ich kannte dieses Thema Vision Board lustigerweise gar nicht.

[Birgit Amelung] (11:46 - 11:46)

Ach komm, echt?

[Nils Behrens] (11:46 - 12:22)

Ja, ja, ne, kannte ich nicht. Und die erste Frau, die davon mal erzählt hat, weil sie es hier bei Sunny Natural mit allen Mitarbeitern gemacht hat, ist unsere Personalchefin Sarah, die uns ja sozusagen jetzt beim zweiten Mal auch wieder zusammengebracht hat.

Und von daher fand ich es so lustig, dass ich dich mit Sarah verbinde.

Und gleichzeitig, Sarah verbinde ich komplett mit dem Thema Vision Board, weil sie es eben für alle Mitarbeiter hier mal gemacht hat.

Aber lass uns mal ein bisschen stärker einsteigen. Du beschreibst das Phänomen Microstress oder Mikrostress.

Das sind ja diese kleinen, leisen Stressoren, die sich summieren.

Woran merke ich, dass ich nicht einfach nur zu viel arbeite, sondern unter Mikrostress leide?

[Birgit Amelung] (12:23 - 14:38)

Ich muss mal einmal hier rein. Genau, also ich habe diesen Begriff Mikrostress, den habe ich ja jetzt nicht geprägt, sondern er stammt tatsächlich von einer US-amerikanischen Autorin, Karen Dillon und einem Professor, Rob Cross.

Die haben halt über viele Jahre Studien gemacht und haben über 10.000 sozusagen Beschäftigte auf der ganzen Welt befragt und haben dann sozusagen dieses Thema Mikrostress, haben darüber auch ein Buch geschrieben und haben das sozusagen untersucht.

Und was ja das Gemeine ist, sage ich mal, ein Mikrostress ist ja eben, was du eben auch schon gerade beschrieben hast, es ist ja nicht der Stress, der für uns oft so ganz klar ist.

Also beispielsweise vielleicht ein Schicksalsschlag, extremer beruflicher Stress und Workload, vielleicht Stress in der Partnerschaft, Stress in der Freundschaft und so weiter.

Sondern es sind eigentlich diese kleinen alltäglichen Sachen, die uns aber immer wieder so rausreißen und so subtil beschäftigen, also so ein bisschen so ein grummeliges Bauchgefühl machen.

Also ich sage mal zum Beispiel, du bist gerade in einem Meeting und da kommt eine Nachricht rein per WhatsApp, die du dann irgendwie so überfliegst, vielleicht von einem Freund oder einer Freundin, die aber vielleicht so ein bisschen kryptisch ist, vielleicht auch irgendwie so ein bisschen vorwurfsvoll.

Und du legst es dann erst mal wieder weg, aber es beschäftigt dich irgendwie. Du denkst, was ist da los?

Also es ist sofort entsteht sozusagen was, auch im Körper, im Bauch, auch im Kopf.

Also in dem Moment wird ja dann auch unser Nervensystem aktiviert.

Oder auch zum Beispiel, das kann so sein, du streitest dich morgens mit deinem Partner, deiner Partnerin, kann nur eine kurze Auseinandersetzung sein, verlässt dann das Haus, trägst das Ganze aber so ein bisschen mit in den Tag oder auch mit ins Büro rein.

Und das ist sozusagen etwas, was natürlich dann dauerhaft diese Kortisol-Ausschüttung, sage ich mal, begünstigt.

Und das Spannende ist aber, was die, was also Dylan und Cross festgestellt haben bei ihren Recherchen, dass oder bei ihren Befragungen, dass die Menschen, die ein, sie nennen es multidimensionales Leben führen, also die sozusagen viele Lebensbereiche in ihr Leben integrieren, die auch viele Hobbys verfolgen, weniger anfällig sind für Mikrostress.

Was ich super spannend fand, weil das natürlich auch nochmal so ein bisschen meine These mit dem Multifokus auch so bestätigt.

Ich dachte, interessant, weil sie eben sagen, dass die Menschen ein stabileres inneres Gleichgewicht haben, weil sie eben sozusagen die Dinge, die für sie von Wert sind, die ihnen Freude machen, in ihrem Leben auch leben und dadurch viel resilienter sind.

[Nils Behrens] (14:38 - 15:34)

Ach, interessant. Ich hatte tatsächlich meine Theorie dazu. Ich habe es ja auch gelesen.

Entschuldigung. Meine Theorie dazu war ja eher, dass ich dachte, na ja, wenn du so viele Säulen in deinem Leben hast, die dir auch wichtig sind und dann mal eine wackelt, dann kann man sich ja vorstellen, wie so ein Tisch, der auf sechs Beinen steht, sage ich mal so.

Wenn dann das eine Bein steht, dann fällt der Tisch ja nicht um.

Also meistens bleibt er einfach sogar noch sehr solide stehen.

Und deswegen hatte ich das für mich auch so ein bisschen mit Verbindung gebracht.

Weißt du, wenn du jetzt dich komplett definierst über, ich sage jetzt mal, deinen Sport vereinten und nur die Arbeit oder nur die Arbeit, nur Elternschaft oder was auch immer.

So. Und wenn dann eben diese vielen anderen Dingen, die aber eben halt ähnlich wichtig sind, so hast, dass du dadurch dann natürlich dann auch einfach diese Stressoren an der einen Stelle besser ausgleichen kannst.

[Birgit Amelung] (15:35 - 16:31)

Ja, absolut. Ich denke, das spielt ja auch absolut mit rein, weil das ist ja genau das.

Also darum geht es ja auch so ein bisschen in dem Buch.

Und da bin ich auch total große Verfechterin davon, dass ich merke das auch gerade zum Beispiel.

Ich bin gerade persönlich auch in einer nicht so ganz einfachen Phase.

Wir haben familiär irgendwie einen Krankheitsfall und ich habe auch gerade beruflich ist einfach extrem viel los.

Dann plus sozusagen diese ganze Buchthematik. Das kennst du ja auch, Nils.

Wenn es dann losgeht mit Buch, Promo und so weiter, ist ja auch noch so eine Sache auf der Platte, die man plötzlich zusätzlich hat.

Und ich finde zum Beispiel, was mir gerade total meine meine mein Anker ist, zum Beispiel gerade mein Sport, wo ich auch dann gerade die Woche jetzt dachte, so, das ist einfach bei mir so fest verankert, wo ich dann irgendwie mittwochs zum Training gegangen bin.

Ich dachte, das hat mir halt richtig wieder Stabilität gegeben.

Und ich glaube, das ist ja sowas, was du auch beschreibst mit diesen Säulen.

Und wenn wir es schaffen, eben die sozusagen fest in unser Leben zu integrieren, so die Sachen, die uns auch gut tun und Freude machen, können wir darauf auch zurückgreifen.

Also werden wir automatisch vielleicht resilienter und sind eben auch weniger anfällig für dann diese kleinen Mikro Stressoren Unterbrechungen, die uns auch immer wieder dann so rausreißen können.

[Nils Behrens] (16:32 - 16:39)

Total. Total. Was sind denn drei konkrete Hebel, mit denen unsere HörerInnen sofort Mikrostress reduzieren könnten?

[Birgit Amelung] (16:40 - 19:12)

Also ich würde sagen zum einen grundsätzlich weniger Unterbrechungen zulassen. Also das kann man ja auch selbst steuern.

Und ich sage ja auch, auch in dem Buch beschreibe ich das ja auch in einem längeren Kapitel, dass Fokus ja auch ganz viel Selbstführung ist.

Also gar nicht so sehr sich vom Außen so steuern lassen, sondern ich gehe sozusagen in den Driver Seat und ich steuere, worauf ich jetzt gerade meine Energie lenken will und worauf ich mich in dem Moment auch fokussiere.

Und das kann ja auch allein schon heißen, dass wenn ich einfach jetzt gerade mich einem Thema gerade widme, das kann jetzt entweder ein Deep Work Block sein, wo ich gerade intensiv an einem Konzept arbeite.

Das kann aber auch gerade jetzt der Nachmittag mit meinem Kind sein, wo ich vielleicht irgendwie auf dem Spielplatz bin oder weiß nicht, den zu irgendeinem Sportklasse begleite, dass ich da eben bewusst auch mal nichts auf Handy schaue, mich nicht unterbrechen lasse oder das auch mal ausstelle oder auch am Wochenende, wenn ich zum Beispiel weiß, jetzt möchte ich mal irgendwie Kraft tanken und nicht so sehr am Außen sein, bewusst Notifications ausschalte oder auch gar nicht erst auf Instagram gehe.

Also mal so als kleines Beispiel. Also da mehr selber auch zu steuern und hinzuhören.

Ich glaube, das ist oder hinzuschauen.

Ich glaube, was auch immer so ein erster Schritt ist, ist so die Akzeptanz und das Bewusstsein.

Also in dem Moment, wo mich etwas triggert oder unterbricht, das wahrzunehmen und dann auch vielleicht zu sagen Okay, ich lege das jetzt kurz weg.

Ich packe das jetzt kurz zur Seite.

Ich packe das jetzt kurz mal. Das vielleicht auch so für sich zu formulieren oder auch für das Gegenüber zu formulieren.

Also da bin ich auch mittlerweile so auch jetzt in Freundschaften, wenn dann, wenn dann, wenn da Themen sind oder jemand will was von mir.

Und ich habe aber gerade irgendwie wirklich was anderes, was gerade Priorität hat, dass ich dann auch sage, so gib mir mal ein, zwei Tage, ich melde mich dazu.

Ich finde, das ist ja dann auch so eine Sache, das kann ich dann auch selber steuern und formulieren.

Und was ich sagen, was ich, ich muss mal gucken, was ich mir da noch aufgeschrieben hatte.

Ja, genau, da habe ich es überlegt. Und ich glaube auch, bewusst so einen Energiewechsel vorzunehmen.

Also sich bewusst sozusagen aus der negativen Energie vielleicht in dem Moment rauszubringen oder auch zu sagen so Okay, was weiß ich, ich mache mir jetzt meine gute Laune Playlist auf der Arbeit an oder ich frage jetzt meine Freundin, ob sie nicht Zeit hat für ein Dinner heute Abend spontan, weil mir das irgendwie jetzt gut tut, weil ich gerade irgendwie gestresst bin, weil mich irgendwas triggert.

Oder auch einfach vielleicht das Buch zu bestellen, was schon länger bei mir auf der Liste war, so, weil ich jetzt eigentlich schon lange lesen wollte.

Also so diese, ich sage mal so Good Vibes, Good Energy dann bewusst einzuschlagen.

Ja, das ist so, würde ich sagen. Und auch so im Kleinen.

Also es muss ja gar nicht immer so das Große sein, aber vielleicht irgendwie so was Kleines zu tun.

Wirklich, wenn es nur der Lieblingssong ist, den man sich kurz anmacht und dann denkt Okay, jetzt geht's wieder weiter.

[Nils Behrens] (19:13 - 19:52)

Total gut. Total gut. Ich finde, das ist ja dieses Phänomen des Embodiments, dass du auch teilweise wirklich was machst, auch wenn du dich da gar nicht danach fühlst.

Was weiß ich nicht, sind ja auch die Studien dazu, dass wenn du, wenn du jetzt einfach mal 30 Sekunden oder länger einfach lächelst, obwohl dir gar nicht danach ist, dass du dann merkst, dass die Stimmung dann automatisch besser wird.

Und von daher, ich finde das total gut. Bei mir ist es wirklich so, dass ich merke, dass mir das Thema Atmung, also bewusste Atmung auch nur für zwei, drei Atemzüge, also gar nicht mal so jetzt fünf Minuten meditieren oder sonst was, aber so dieses, das nennt sich ja diese physiologische Seufzeratmung.

Wenn man, wenn ich das zwei, dreimal mache, dann merke ich auch mal, wie mein Nervensystem relativ schnell sich dann auch wieder beruhigt.

[Birgit Amelung] (19:53 - 20:04)

Das ist ja auch belegt, dass sozusagen Atmung da einen ganz immensen Effekt drauf hat.

Ich finde auch diese, was ist das? Die 4-7-8-Atmung.

Das habe ich auch mal gemacht. Das werde ich nie vergessen. Da war ich in der Situation im Taxi.

[Nils Behrens] (20:05 - 20:05)

4-7-8 ist es.

[Birgit Amelung] (20:06 - 20:33)

4-7-8, sorry, 4-7-8-Atmung. Da war ich in der Situation, saß im Taxi vor einem sehr wichtigen Meeting und Gespräch, war unfassbar aufgeregt.

Also schon so, dass es mir fast schlecht war und habe dann diese Atmung an und habe meine Freundin angerufen und habe gesagt, was, ich brauche irgendwas, was soll ich machen?

Und hat sie gesagt, jetzt machst du diese Atmung. Und dann habe ich das gemacht und war sofort beruhigt.

Das war Wahnsinn.

Also das hatte so einen Effekt. Also von daher, das ist sicherlich auch ein super guter Hebel.

Ja, und auch wenn es immer so tief durchatmen ist oder so.

[Nils Behrens] (20:33 - 20:40)

Total, total. Du betonst immer wieder Energie statt Zeitmanagement. Wenn ich nur eine Sache ändern dürfte, wo soll ich denn anfangen?

[Birgit Amelung] (20:41 - 22:01)

Ja, ich finde das ganz spannend, weil dieser Begriff Energiemanagement stammt ja von dem amerikanischen Autor und Leadership-Experten Michael Hyatt.

Und er sagt halt so, time is fixed, but energy flexes.

Also sozusagen, Zeit ist ja gesetzt, aber Energie kann nicht sozusagen variieren oder Energie variiert ganz natürlich.

Das kennen wir ja auch von uns alle. Also wir haben ja alle auch über den Tag gesehen verschiedene Energie-Level sozusagen.

Und das war für mich auch wirklich ein Game-Changer, mehr zu schauen, nicht einfach Dinge, sage ich mal, stoisch abzuhaken, sondern wirklich zu schauen, wie kann ich meine Energie besser einsetzen?

Und das wäre, glaube ich, auch so der Hack, den ich an der Stelle irgendwie mitgeben kann.

So nicht sich zu fragen, wann habe ich Zeit, sondern wann habe ich Energie?

Und danach mehr den Tag zu strukturieren.

Also sozusagen, und das ist ja auch wirklich sehr unterschiedlich.

Also Menschen haben ja auch unterschiedliche Biorhythmen oder auch teilweise unterschiedliche, kommt ja auch, also manche Menschen arbeiten im Schichtdienst, andere haben irgendwie klassische Bürojobs.

Also es kommt ja auch immer super auf die individuelle Situation an so, wo ich, wo ich, wo ich drin bin, also beruflich und auch privat.

Und da wirklich zu schauen, wo sind denn meine Energy-Highs und da auch die, die Aufgaben reinzulegen, die das erfordern und die anderen Aufgaben dann vielleicht eher in die Bereiche des Tages zu legen, wo meine Energie nicht ganz so hoch ist.

[Nils Behrens] (22:02 - 22:17)

Also ich habe mich da total drin wiedergefunden, weil irgendwie alles, was ich in meinem Leben bisher konsequent erreichen wollte und dazu sage ich mal so, was ich merke, dass ich nicht so vorankomme, habe ich immer festgestellt, dass wenn ich es dann wirklich an den Tag vorne ranlege, dass es dann funktioniert.

[Birgit Amelung] (22:17 - 22:18)

Ist bei mir auch so. Absolut.

[Nils Behrens] (22:18 - 22:46)

Also ich bin für mein Buchschreiben, bin ich immer morgens um fünf, habe ich mir einen Wecker gestellt, habe mich dann dahin gesetzt und habe dann angefangen zu schreiben, sozusagen vor der Arbeit.

Und manchmal bin ich da so toll in den Flow gekommen, dass ich richtig, ich sage jetzt mal, traurig war, dass ich mich jetzt eigentlich mal so langsam fertig machen muss, um dann irgendwie ins Büro oder zu anderen Terminen zu fahren.

Und genauso auch, weil sich dann Marathon-Training mal dann irgendwie so ist, morgens dann immer vor der Arbeit, weil ich merke einfach immer so, das ist so, so schön gesetzt.

Da kommt dann nichts dazwischen.

[Birgit Amelung] (22:46 - 22:47)

Ja, ja, voll.

[Nils Behrens] (22:47 - 22:49)

Und ich habe eben halt auch die Energie dafür.

[Birgit Amelung] (22:49 - 22:50)

Und dann zieht man es nämlich auch durch.

[Nils Behrens] (22:50 - 22:51)

Und dann zieht man es durch.

[Birgit Amelung] (22:51 - 24:30)

Weil das habe ich zum Beispiel bei Sport gemerkt. Ich habe viele, viele Jahre immer klassisch so dieses nach der Arbeit ins Fitnessstudio.

Und ich musste mich wirklich quälen.

Es war immer so ein Muss, weil ich muss doch irgendwie Sport machen.

Und ich hatte immer das Gefühl, es nimmt mir irgendwie was von meiner wertvollen Zeit weg.

Ich kann das gar nicht so beschreiben.

Deswegen war es immer eher ein Okay, ich muss es halt machen, weil es ist irgendwie gut für mich.

Aber eigentlich will ich es nicht wirklich. Und ich habe dann sozusagen, das kam auch so mit meinem mit meinem zweiten Kind dann, wo sich dann so und kann dadurch halt an den Abenden dann, wo ich auch wirklich nicht mehr so viel Energie habe, weiß nicht, gehe ich dann irgendwie essen oder gehe auch mal auf ein Event oder bin einfach zu Hause oder arbeite noch ein bisschen, aber eher so gemütlich.

Ist eher so ein gemütlicher Modus, wo ich nicht mehr so Leistung bringen muss, weißt du?

Und das ist so, das zu verstehen. Aber ich habe auch zum Beispiel eine Freundin, mit der ich letzten Oktober gesprochen, die sagte, ne, sie geht halt immer so wirklich nach der Arbeit ins Fitnessstudio.

Das ist für sie halt der Hammer, weil sie halt runterkommt, weil sie und sich damit mal zu befassen und zu wirklich zu überlegen, wo liegen meine Energie Highs und Lows am Tag und danach dann ein bisschen mehr sich so zu strukturieren.

Das ist cool. Und dann kommen nämlich auf einmal auch so Themen wie beispielsweise Sport, die fallen dann viel leichter.

Und dann auf einmal mache ich halt auf einmal jeden Morgen ein bisschen was, weil es meinem natürlichen Energierhythmus entspricht, sage ich mal.

[Nils Behrens] (24:30 - 24:44)

Ja, ja, ja, total. Und ich finde ja auch, weil du es beschreibst, machst es gleich morgens als erstes.

Ich finde, man kann das ja bei Hunden immer so schön beobachten, wenn die dann sozusagen morgens aufwachen oder wenn die vom Schlaf aufwachen, dann wie die sich dann ja auch erst mal dann irgendwie so schön durchdienen.

[Birgit Amelung] (24:44 - 24:45)

Mit Strecken und Regeln, ja, ja, ja.

[Nils Behrens] (24:46 - 24:50)

Und das heißt also, das hat die Natur schon so vorgesehen. Wir machen es als Menschen nur nicht.

[Birgit Amelung] (24:50 - 25:06)

Das habe ich bzw. mal irgendwo gelesen, auch in irgendeinem Buch, dass wir eigentlich als allererstes beim Aufstehen so wie eine Katze in alle Richtungen uns regeln, streckt man am besten noch so Miau und irgendwie so umeinmal so das System.

Das fällt mir gerade dazu ein, dass du das sagst.

Ja, ja.

[Nils Behrens] (25:06 - 25:20)

Lass uns mal nochmal wieder zum Buch zurück. Du beschreibst vier Lebensbereiche, Gesundheit und Energie, Beziehung und Verantwortung, Wirkung und Beruf und Klarheit und Entwicklung wie Zahnräder, die ineinander greifen.

Was würdest du sagen, welches Zahnrad wird am häufigsten ignoriert?

[Birgit Amelung] (25:22 - 28:03)

Also ich glaube, es sind tatsächlich zwei Zahnräder, weil ich glaube, zwei von den vielen sind ja so relativ gesetzt.

Das eine ist natürlich Wirkung und Beruf, weil die meisten von uns gehen dann doch in irgendeiner Art und Weise einer Arbeit nach, haben eine Art von Berufsleben, haben einen Job, haben da eine Verantwortung.

Das heißt, das ist so das, was wir ja oft jetzt automatisch nicht unbedingt vernachlässigen.

Und das Zweite ist auf jeden Fall auch Beziehung und Verantwortung, wo natürlich einfach Familie mit rein zählt, auch Freunde und so das ganze große Thema der Vereinbarkeit, wo ja der erste Struggle schon anfängt.

Und da fängt es nämlich dann eben schon an, dass ja bei vielen Menschen dann gar nichts ansonsten mehr richtig Platz findet oder oft so ein Gefühl ist, oh, das vernachlässige ich aber.

Und das ist zum einen dann eben die Gesundheit tatsächlich und Energie.

Weil ich persönlich finde ja auch, Energie ist unsere Währung number one sozusagen.

Und aber da sozusagen nicht dann zu, ich fang nochmal an.

Und ich glaube, die Krux liegt so ein bisschen darin, dass viele Menschen Gesundheit, also so auch wenn ich in den Dialog gehe, auch in meinem Umfeld oder so, eher so ein bisschen so als Add-on betrachten.

Also so ein bisschen als notwendiges Übel. Und damit meine ich jetzt, ob das jetzt Sport ist oder auch Ernährung.

Und dann so ganz stolz, so jetzt habe ich aber heute mal irgendwie gesund und so.

Und ich finde halt so das, das als wirklich zu integrieren, als als selbstverständliche Säule und dann zu merken, was das für einen Impact hat auf die anderen Felder.

Ich glaube, das wird schon oft vernachlässigt. Wobei es, glaube ich, den meisten schon bewusst ist.

Aber das dann wirklich auch bewusst zu leben, ist, glaube ich, für viele eine Herausforderung und eine Challenge.

Auch ich schaffe das nicht immer so, wie ich es vielleicht gerne würde.

Aber ich habe da wirklich daran gearbeitet in den letzten Jahren und merke eben, was es für einen Einfluss hat, für ein Positiven auf mein Leben.

Und ich würde sagen, auf jeden Fall auch dieses Thema Klarheit und Entwicklung.

Weil das ist ja, da geht es ja wirklich auch so um persönliche Weiterentwicklung, um Lernen, auch mal raus aus der Comfortzone zu gehen.

Also, was habe ich jetzt gesagt?

Wirkung und Entwicklung? Klarheit und Entwicklung. Achso, okay.

Und ich glaube natürlich auch ganz, ganz, nochmal. Und auf jeden Fall wird so dieses Thema Klarheit und Entwicklung, glaube ich, auch ziemlich oft vernachlässigt.

Also das merke ich zum Beispiel auch an mir selbst.

Das ist auch, glaube ich, die Säule, die ich am meisten vernachlässige, obwohl ich ja auch schon versuche nachzugehen.

Das ist ja, da geht es ja wirklich um persönliche Weiterentwicklung, um Lernen, um sich, ja genau, sich mit sich selber auseinanderzusetzen.

Also sich bewusst darüber zu werden, was will ich jetzt eigentlich gerade?

Was sind eigentlich meine Werte? Vielleicht eine Weiterbildung zu machen, vielleicht, genau, auch doch mal wieder das Buch zu lesen, anstatt abends nur Doomscrolling zu machen.

Und das ist, glaube ich, auch sowas, was oft vernachlässigt wird, weil wir uns die Zeit dafür nicht nehmen, was total schade ist, ehrlich gesagt.

[Nils Behrens] (28:04 - 28:53)

Total, total. Also ich habe jetzt den, mein persönlicher Vorteil ist ja natürlich, dass ich mich immer auf diese Gespräche auch vorbereiten muss.

Von daher habe ich ja natürlich sozusagen ein ständiges Lernen, was quasi der Druck kommt sozusagen ja ein bisschen durch die Arbeit.

Und bin da echt immer wieder sehr dankbar für, weil ich eben halt auch wirklich mich total freue, weil es ja immer wieder neue Perspektiven sind, neue Themen, die man dann lernt.

Und von daher, aber ich finde dieses, da ist ja eher die Weiterentwicklung im Sinne von der Weiterbildung sozusagen.

Dass ich aber jetzt mich auch hinsetze, ich finde es total toll.

Ich wollte zwar hin zum Vision Board basteln, ging aber nicht.

Dieses Jahr ist Sarah leider dann krank gewesen, als ich mich angemeldet hatte.

Also auch dieses Jahr gibt es wieder schon ein Vision Board von mir.

Aber vielleicht kann ich es ja noch machen. Wir nehmen jetzt im Februar auf. Das heißt, also.

[Birgit Amelung] (28:53 - 28:55)

Du hast ja noch ein bisschen Zeit für dein nächstes Vision Board.

[Nils Behrens] (28:55 - 28:56)

Ich habe noch ein bisschen Zeit.

[Birgit Amelung] (28:56 - 28:57)

Wobei du kannst auch jetzt dein Vision Board machen.

[Nils Behrens] (28:57 - 28:58)

Meine ich ja. Aber das Jahr ist ja noch jung.

[Birgit Amelung] (28:59 - 29:43)

Also von daher, das, ja, also das kann ich echt nur empfehlen. Das macht total Freude.

Und gerade auch dieses Visuelle und dann die Dinge auch noch mal plakativ zu sehen, so vor Augen.

Und ich habe das tatsächlich, mein Vision Board. Also wir haben es dieses Jahr, beziehungsweise Ende letzten Jahres, mit der ganzen Family gemacht.

Das ist aber total spontan entstanden, weil meine Tochter das irgendwie gerne wieder mit mir machen wollte.

Ich mache es eigentlich immer mit Freunden. Das habe ich ja nur zeitlich nicht geschaffen.

Da habe ich gesagt, komm, dann setzen wir uns jetzt alle an den Tisch.

Und hat irgendwie mein Mann und mein Sohn auch mitgemacht. Das war mir total süß.

Und wir haben es tatsächlich jetzt bei uns auch so an die Innenseite der Schlafzimmertür gehängt.

Das heißt, jeden Morgen, wenn ich sozusagen rausgehe, habe ich das einmal so ganz kurz vor Augen.

Und auch wenn es nur so ein Glimpse ist, kann ich halt, habe ich immer kurz so die Essenzen so einmal vor Augen.

Und es ist irgendwie, ist ganz schön.

[Nils Behrens] (29:43 - 29:55)

Total, total. Du sprichst ja von fünf Fokustypen. Vielleicht kannst du sie ja einmal ganz kurz nennen, welche fünf Fokustypen es sind.

Und dann würde mich in dem Zusammenhang aber mal interessieren, welche Typen sind besonders anfällig für Überforderung?

[Birgit Amelung] (29:56 - 30:40)

Genau, also ich habe so durch meine Recherchen und auch tatsächlich Bücher, die ich selber gelesen habe und weil ich ja für mich selber auch lange auf so einem eigenen Trip war.

Wer bin ich eigentlich? Was für ein Fokustyp bin ich eigentlich?

Und warum passe ich eigentlich in keine Schublade? Habe ich so fünf Fokustypen identifiziert, die ich auch so ziemlich klar in meinem Umfeld so ausmachen kann.

Das ist zum einen, sind das die Scanner-Persönlichkeiten oder Scanner-Innen, dann Neo-Generalist-Innen.

Dann gibt es die Taucher-Innen, die Navigator-Innen und die Sprinter-Innen.

Und um da mal ganz kurz darauf einzugehen, was macht die jeweils aus?

Also im Buch gibt es dann mehr Details dazu.

Es gibt auch einen Fokustypen-Test tatsächlich im Buch, wo du auch herausfinden kannst, was bist du selber für ein Fokustyp?

[Nils Behrens] (30:40 - 30:43)

Und ich habe ja gelernt, eigentlich ist man nie nur einer.

[Birgit Amelung] (30:44 - 31:02)

Genau, es gibt Mischtypen, das sowieso. Das ist auch in dem Test sozusagen, kommt dann auch raus, was ist so dein Haupttyp?

Aber es gibt immer noch einen Zweityp.

Und ich denke, auch die meisten Menschen werden sich in mehreren Typen oder zumindest zweien irgendwie wiederfinden.

Und Scanner-Persönlichkeiten, hast du vielleicht auch schon mal gehört? Weil die sagt dir das was?

[Nils Behrens] (31:02 - 31:03)

Nein, habe ich vorher nie gehört.

[Birgit Amelung] (31:03 - 35:25)

Ah, interessant, okay. Also ich fange vielleicht mal direkt auch mit deiner Frage an, weil du hast ja nach der Überforderung gefragt.

Und zwar sind, würde ich sagen, alle Fokustypen auf ihre ganz eigene, individuelle Art und Weise überfordert.

Deswegen kann man gar nicht sagen, welcher Typ jetzt am meisten überfordert ist, weil alle haben natürlich ihre persönlichen Struggles.

Und bei den Scanner-Persönlichkeiten, das sind einfach so Menschen, die immer so tausend Ideen im Kopf haben, die dann auch immer gleich raus wollen, die dann auch super gerne sofort neue Projekte starten, aber sie dann auch oft nicht zu Ende führen, weil sie eigentlich damit überfordert sind, weil es zu viel ist und weil sie sich dann auch nicht gut strukturiert bekommen am Ende und auch eben nicht so gut priorisieren können.

Also das ist so eine klassische Scanner-Persönlichkeit.

Die brauchen das aber auch gleichzeitig. Also die haben auch, die brauchen sozusagen Kontrast, die brauchen Projekte und Ideen.

Also das sind jetzt auch keine Menschen, die sich jetzt zum Beispiel zehn Jahre nur in einem Berufsbild sein können und jeden Tag sozusagen das Gleiche tun.

Dann gibt es eben die Neogeneralisten und Generalistinnen. Dazu würde ich mich zählen.

Da gibt es übrigens auch ein ganz tolles Buch, was ich gelesen habe, The Neogeneralist.

Und als ich dieses Buch gelesen habe, da hatte ich wirklich einen Aha-Moment.

Da habe ich wirklich gedacht, okay, that's me. Und zwar sind das Menschen, die ähnlich wie Scanner-Persönlichkeiten funktionieren, aber ganz stark immer nach Verbindung suchen.

Also immer sozusagen dieses große Ganze sehen wollen und Themen miteinander in Verbindung bringen, sodass daraus dann auch was Neues entstehen kann.

Und die zum Beispiel auch in ihren Karriere wägen. Der ist halt überhaupt nicht geradlinig.

Ist meiner ja auch nicht. Sozusagen einen Job anfangen, daraus etwas ziehen und mit in ihren nächsten Job nehmen und dann sozusagen wieder so eine neue Phase ihres Lebens einläuten.

Ja, ja, könntest du auch sein.

Dann mach mal den Test, Nils, dann weißt du es.

Und da ist so ein bisschen der Struggle oder die Überforderung immer diese Frage, wie gehört das jetzt eigentlich alles zusammen?

Und auch so ein bisschen, was ist der rote Faden?

Und tatsächlich auch so ein bisschen so die, also das ist bei mir zumindest so die eigene Positionierung.

Also ich hatte ganz lange dieses, wenn mich jemand fragt, ja, was machst du denn?

Okay, wo soll ich eigentlich anfangen?

Wie viel Zeit hast du ja? Also dieses genau eben nicht in eine Schublade zu passen.

Das aber auch als Stärke dann anzuerkennen.

Also es ist ganz spannend. Also wie gesagt, das Buch kann ich auch für alle, die sich da jetzt irgendwie wiederfinden, können natürlich auch mehr in meinem Buch dazu lesen.

Ist auf jeden Fall ein ganz spannender Typus.

Dann gibt es so TaucherInnen. Das sind eben die Menschen, die wirklich diesen Tiefgang brauchen, die wirklich auch sagen, ich muss gar nicht noch zu viele andere Themenbereiche irgendwie beackern, sondern ich bin, also ich habe zum Beispiel eine Freundin von mir, die ist Art Direktorin.

Die liebt das, die macht das jeden Tag, die ist mit Leib und Seele, ist die Designerin.

Und wenn das irgendwie zum Beispiel bei jeder so andere Themenbereiche auf einmal mit reinschwingen oder wenn da irgendwie Kundenanfragen kommen, die so ein bisschen strategischer werden oder dann sagt sie gleich so, ne, das ist nicht meins, da habe ich nichts mit zu tun, möchte ich auch gar nicht.

Und die braucht das auch. Die ist auch so eine, die dann zum Beispiel sich so ein bisschen in Raum und Zeit verliert und auch mal einen Tag lang nichts isst.

Also das sind so TaucherInnen, die wirklich so voll deep reingehen und aber sich dann schon mehr auf ein Thema fokussieren, zumindest so beruflich.

Und da ist natürlich oft der Struggle, dass die so ein bisschen diesen Druck von außen haben und so diesen Stress oder holt mich jetzt jemand raus aus meiner Tiefe und dann sind die irgendwie überfordert und dann ist so, ah, du machst mir Druck und so.

Das ist so eine typische TaucherInnen-Sache, würde ich sagen.

Und genau, bei den NavigatorInnen, das sind eigentlich so typisch so Menschen, die immer alles so unter Kontrolle haben wollen, die sozusagen alles immer so navigieren, die sehr funktionieren und organisieren und dabei sich aber selber oft ein bisschen verlieren.

Also eigentlich sich gar nicht so sehr um sich selbst kümmern, sondern viel mehr im Außensinn und so gucken, dass irgendwie alles rundherum funktioniert und alles strukturiert ist und so weiter.

Und genau, dann gibt es eben zu guter Letzt noch die SprinterInnen und das sind eben Menschen, das sind auch so typische Berufsbilder, wie zum Beispiel, also eine Freundin von mir, die hat zum Beispiel ein Catering-Unternehmen und die ist dann zum Beispiel im Sommer, wenn so Wedding-Season ist, also viele Hochzeiten sind, Geburtstag und so weiter, ist die komplett raus, ist die nicht ansprechbar, ist die auch wirklich so, sagt die, okay, ich bin zwei Monate jetzt, ich arbeite 24-7 und danach muss die aber erstmal irgendwie sechs Monate nach Thailand fliegen und sich erholen.

Also so dieses in Sprints zu funktionieren sozusagen und da ist dann halt natürlich auch so ein bisschen diese Überforderung oder der Struggle zu sagen, okay, aber das ist halt auch nicht gesund auf Dauer und wie kann ich denn auch in diesen Sprintzeiten trotzdem mir Pausen einbauen, trotzdem noch meine Freunde sehen, trotzdem noch irgendwie mich mal kurz spüren, sag ich mal, ja, also das mal so kurz zusammengefasst.

[Nils Behrens] (35:25 - 36:01)

Total spannend und ich finde, ich weiß nicht, wie es jetzt unseren HörerInnen ging, aber dass man wirklich das Gefühl hat, okay, jetzt hat man genau, also es kommt eigentlich zu jedem Beschreibung, die du hast, sofort eine Person.

Also witzigerweise auch gar nicht, ich habe jetzt gar nicht über mehr nachgedacht, sondern ich habe gedacht so, Mensch, die redet ja von hmm.

So und das finde ich total interessant.

Lass uns doch mal ein bisschen darüber sprechen. Du hast ja auch über den Multifokus-Shift geschrieben, also der bewusste Moment, in dem ich mich entscheide, wohin ich die Energie lenke.

Kannst du vielleicht mal mit uns teilen, wie man diesen Shift auch trainieren kann?

[Birgit Amelung] (36:01 - 38:21)

Ja, also es geht so ein bisschen in die Richtung, was ich auch eben schon mal erwähnt habe bei dem Energiemanagement, also dieser Energy-Shift, also sozusagen bewusst die Energie woanders hinzulenken.

Und da geht es auch wieder viel um Selbstführung und sich nicht so leben lassen, wie es meine Freundin so schön letztens formuliert hat, sondern sozusagen selber das Leben aktiv in die Hand zu nehmen.

Und da habe ich auch so ein ganz schönes Beispiel.

Also Klassiker kennen wir, glaube ich, alle. Wir sitzen irgendwie im Büro, der Tag startet, wir warten vielleicht auf ein positives Go, auf eine positive Rückmeldung.

Also in meinem Fall, ich habe eine Agentur, vielleicht eine Auftragsbestätigung vom Kunden oder so.

Und dann kommt irgendwie die Absage, kommt irgendwie die blöde Nachricht, die E-Mail, die einen so richtig aus dem Flow reißt, wo man denkt, Scheiße.

Und man ist irgendwie genervt, frustriert, man ärgert sich und man merkt auch, man kommt eigentlich nicht mehr so richtig rein für den Rest des Tages, weil man einfach damit beschäftigt ist und auch hinterfragt und denkt, warum ist das jetzt so und so weiter.

So, dann habe ich ja eigentlich so jetzt die Wahl, bleibe ich jetzt in diesem Modus, in diesem Fokus-Modus, sage ich mal.

Und bleibe ich halt auch den ganzen Tag jetzt bei der Arbeit sitzen, obwohl ich weiß, eigentlich kriege ich das nicht mehr so richtig gut hin.

Oder wechsle ich jetzt bewusst den Modus und sage, jetzt passt auf, es bringt heute eh nichts mehr.

Ich höre jetzt vielleicht ein bisschen früher auf, wenn ich die Möglichkeit habe, so als Beispiel.

Hole jetzt irgendwie meinen Sohn ein bisschen früher aus der Kita ab, verbringe mit dem irgendwie einen schönen Nachmittag und rufe dann irgendwie abends wirklich meine Freundin an und sage, pass mal auf, ich hatte heute einen blöden Tag, können wir mal kurz drüber reden.

Und wechsle sozusagen bewusst in einen anderen Modus für mich. Also der dann eben eher ist Familie, Verbindung, Freundschaft.

Oder ich gehe vielleicht auch zum Sport, weil ich dachte, es tut mir jetzt gut, ich muss mir jetzt einmal abreagieren.

Und das ist ein bisschen dieser Multifokus-Schiff, den wir auch superbewusst steuern können. Geht auch in eine andere Richtung.

Also ich habe irgendwie einen super nervigen Morgen, irgendwie, keine Ahnung, Kinder quengeln rum, die Wäsche läuft irgendwie, weiß nicht, irgendwie kriege ich noch eine blöde Nachricht und denke mir so, irgendwie bin noch zu spät dran, was auch immer, fahre dann aber irgendwie zur Arbeit, habe eigentlich ein schönes Projekt auf dem Tisch, was mir Freude macht und sage dann auch ganz bewusst, okay, jetzt Deep Work, ich mache mal alles aus, komme da in den Flow, tauche nach zwei Stunden wieder auf und denke mir so, cool, ich habe was geschafft, hat mir jetzt gut getan und jetzt

widme ich mich irgendwie wieder dem anderen Chaos da draußen.

Also so da ein bisschen bewusster mit umzugehen und das ein bisschen bewusster zu steuern.

[Nils Behrens] (38:22 - 38:42)

Ja, total gut. Du sprichst ja auch von unverhandelbaren Inseln im Kalender, also Sport, Familie, Pausen und ich kenne das selbst wirklich so aus meiner Zeit, insbesondere, wenn man noch so ein bisschen mehr in so einen Konzern eingebunden ist.

Wie verhindere ich denn, dass ich diese Inseln wirklich als erstes streiche?

[Birgit Amelung] (38:43 - 38:52)

Naja, also es fängt ja schon mit dem Kalendereintrag an. Also du hast ja gerade schon den Kalender angesprochen.

Ich glaube einfach, diese Insel sich schon mal überhaupt einzutragen.

[Nils Behrens] (38:52 - 38:57)

Habe ich schon so oft im Leben gemacht und hat sie dann wirklich wenig mit Leben geführt.

[Birgit Amelung] (38:57 - 39:14)

Okay, ich glaube, aber das ist auch so eine Geschichte. Du müsstest halt so konkret wie möglich machen.

Also ich glaube einfach nur zu schreiben, da ist jetzt irgendwie, weiß ich nicht, Me-Time und dann ist aber die Frage, wie fülle ich die Me-Time?

Sondern, okay, was heißt, was hast du dann im Kalender reingeschrieben beispielsweise?

[Nils Behrens] (39:14 - 39:47)

Keine Ahnung, wenn ich jetzt zum Beispiel ganz konkret, wenn ich dann sage, so Mensch, ich möchte in der Mittagspause eben lieber zum Sport gehen, als, häufig ist es ja wirklich so, dass diese Mittagspausen ja eher Mittagstermine sind.

Das heißt also, dass man sie nutzt, um sich mit Personen zu treffen, um sich mal abzudaten.

Und dann gibt es eben halt immer wieder Situationen, wo ich sehe so, du, das nächste Mal Mittagessen können wir in acht Wochen.

So jetzt mal übertrieben gesagt, aber manchmal ist es gar nicht so übertrieben.

Und dass man dann sagt, okay, nee, dann nehme ich jetzt hier meine Sportmittagspause raus.

[Birgit Amelung] (39:47 - 40:01)

Ja, also genau, das ist zum Beispiel, da habe ich ein ganz gutes Beispiel, weil das ist bei mir ja auch so, also ich habe mir ja diesen Mittwoch, Mittag, ist sozusagen meine Sportmittagspause, wo ich sozusagen mein Lagree-Krafttraining mache.

Das ist auch wirklich absolut gesetzt. Das ist auch bei mir eingetragen im Kalender.

[Nils Behrens] (40:01 - 40:02)

Wo machst du das?

[Birgit Amelung] (40:02 - 40:07)

Das, also gehe ich entweder hier in Berlin zu Shapesty oder zu Framework. Und das ist...

[Nils Behrens] (40:07 - 40:09)

Komm nur drauf an, weil Framework war ja hier auch schon im Podcast.

[Birgit Amelung] (40:10 - 42:00)

Ah ja, ja, ja, ja, also beides super coole Studios, kann ich total empfehlen, wer in Berlin ist.

Und das wissen aber zum Beispiel auch bei mir die Leute im Team.

Und das, also wenn ich dann zum Beispiel Anfragen bekomme für Meetings oder Calls, ist dieser Mittwoch für mich sozusagen keine Option.

Also diese Zeit ist zwischen zwölf und vierzehn Uhr mit Weg und zurückgerechnet und noch Lunchtime ist für mich keine Option.

Das heißt, das wird überhaupt nicht erst reingegeben als Option.

Genauso dann auch bei Lunchverabredungen, außer es ist jetzt wirklich, sage ich mal, eine super wichtige High-Priority-Verabredung.

Ein Mensch, den ich jetzt schon seit einem halben Jahr treffen will.

Und was ich aber dann mache, ist nicht einfach rausstreichen, sondern zu schauen, welchen anderen Slot kann ich dann nehmen?

Und das mache ich eben in meinem...

Ich habe ja eben schon erzählt am Anfang, dass ich immer sonntags meine Woche so ein bisschen plane.

Und da weiß ich ja dann oft schon, was so ansteht.

Und es ist zum Beispiel auch manchmal so, ich bin ja auch viel unterwegs, als Beraterin für Kundenworkshops und so weiter, hab natürlich auch manchmal mittwochs Geschäftsreisen, ganz normal, wenn man unterwegs.

Das heißt, wenn ich das aber schon weiß, schon ein oder zwei Wochen vorher, schaue ich schon, wann kann ich mir dann den Slot legen und schiebe den dann schon um?

Ob das dann Freitag ist oder ein Dienstag oder auch mal einen Morgen früh vor der Arbeit.

Aber sozusagen dieser eine Slot in der Woche, der ist da und der ist dann auch unverhandelbar.

Man muss natürlich erst mal so ein bisschen reinkommen. Also auch hier Routinen.

Du kennst das selber auch, wie heißt es?

Ich glaube, man muss 60 Tage oder so das irgendwie durchziehen.

Aber sozusagen nicht einfach streichen, sondern dann gleich Ersatztermin finden. Das ist vielleicht auch so ein...

Und von vornherein das gar nicht erst zur Option stellen.

Und ich glaube auch immer, wenn andere noch mit im Boot sind, also beispielsweise deine Team-Member, dann ist das auch nochmal so ein kleines Commitment.

Und dann wissen die auch, okay, da hauen sie dir jetzt zum Beispiel nichts rein.

[Nils Behrens] (42:01 - 42:12)

Ja, wo wir gerade schon bei der Mittagspause sind. Du nennst ja auch den Essensplan ein echtes Multifokus-Tool.

Warum ist Ernährung für Fokus kein Nebenthema, sondern wirklich ein echtes Fundament?

[Birgit Amelung] (42:13 - 44:34)

Ja, also ich muss ja sagen, dieser Essensplan, das klingt ja immer so wahnsinnig unsexy, auch wenn ich von mir so freundlich bin.

Wir machen halt immer so unseren Essensplan sonntags. Aber es ist wirklich auch ein Game-Changer, habe ich jetzt schon öfter gesagt das Wort.

Aber es ist wirklich so, es ist auf verschiedenen Ebenen einfach total vorteilhaft.

Also zum einen spart es dir wertvolle Nerven und Zeit in der Woche, wenn du nicht mehr überlegen musst jetzt, okay, also auch vor allem mit Familie, was esse ich denn jetzt?

Ja, oder was koche ich denn jetzt heute Abend?

Sondern wenn du sozusagen vorbereitet bist und auch danach schon einkaufst, ist es einfach so eine Sache weniger, über die du Gedanken machen musst.

Ganz einfach. Es ist einfach Headspace, den du dir sparst.

So, und damit wiederum deinen Fokus auf andere Sachen lenken kannst.

Gleichzeitig lenkst du in dem Moment, wo du diesen Essensplan machst, auch deinen Fokus darauf, ach, worauf habe ich denn Lust?

Was könnten wir denn mal wieder machen?

Vielleicht habe ich auch mal wieder Lust, was Kleines, Neues zu kochen. Oder auch, okay, der Tag wird vielleicht stressig.

Da weiß ich jetzt schon, es wird ein langer Arbeitstag.

Oder ich habe da vielleicht noch ein Event oder was. Mein Mann ist vielleicht alleine zu Hause mit den Kindern.

Also machen wir einfach nur, bei uns ist das dann irgendwie bunter Teller.

Das heißt, das ist dann irgendwie ein Brot mit Obst und Gemüse dazu.

Und das ist halt einfach noch fünf Minuten vorbereitet. Aber ich weiß es halt einfach vorher schon und kann es eintakten.

Und stehe da dann nicht irgendwie an dem Tag, oder mein Mann steht da und sagt, was soll ich denn jetzt mit den Kindern machen?

Und dann hat man schon wieder irgendwie Stress sozusagen, ja.

Dann spart es, finde ich auf jeden Fall auch Geld, weil man halt auch nicht so viel überschüssig einkauft.

Weil ich kam irgendwann in den Punkt, dass ich gedacht habe, ich möchte nicht mehr so viel wegschmeißen.

Also ich möchte nicht einfach nur in den Supermarkt gehen, im besten, im ungünstigsten Fall, wenn ich Hunger habe, und dann einfach irgendwie einkaufen.

Und dann landet alles Mögliche im Kühlschrank, was ich dann am Ende ja gar nicht esse.

Das heißt da auch so ein bisschen einfach vorausschauend planen, sage ich mal, und dann weniger wegschmeißen und sich Geld zu sparen dadurch natürlich auch.

Ja, also ich finde, das hat eigentlich nur Vorteile. Und gerade wenn man auch doch einen, also wenn man Wert darauf legt, das ist bei mir schon so.

Ich merke halt auch, genau wie Sport, dass Ernährung einen wahnsinnigen Einfluss hat auf mein Wohlbefinden.

Und gerade in stressigen Phasen oder wo ich viel unterwegs bin, wenn ich mir da vorher ein bisschen Gedanken mache, was ich halt esse oder was ich auch vorbereiten kann.

Also ich bin auch großer Fan von Mealprep, was ich vielleicht auch schon mitnehmen kann, dass ich irgendwie vielleicht meine Overnight Oats schon dabei habe, wenn ich morgens in die Bahn steige, mir nicht noch irgendwie am Bahnhof ein Croissant holen muss, weil ich jetzt einfach Hunger habe und dann fühle ich mich über den ganzen Tag aufgebläht.

Also jetzt mal so ganz simpel. Ich bin keine Ernährungswissenschaftlerin, aber so aus dem Leben gegriffen, kennen wir alle.

[Nils Behrens] (44:34 - 44:39)

Das heißt aber tatsächlich hat dein Ernährungsplan dann drei Mahlzeiten mal vier Personen?

[Birgit Amelung] (44:39 - 45:45)

Also Essensplan, Ernährungsplan, ja genau. Also gar nicht so kompliziert, gar nicht so kompliziert, sondern es geht eigentlich eher so um die Abende.

Was essen wir abends?

Und was ich mache? Ich mache eben sonntags immer so eine, meistens so eine Mealprep-Stunde.

Das habe ich letzten Sonntag auch noch gemacht, habe ich ganz vergessen zu sagen.

Aber es geht mittlerweile so ratzfatz, weil oft kochen wir dann auch schon, was wir eh Sonntagabend kochen.

Dann gibt es irgendwie, weiß ich nicht, eine Suppe beispielsweise. Dann nehme ich die aber noch montags mit ins Büro.

Das heißt, ich überlege mir dann einfach so ein bisschen, was kann ich auch mit ins Büro nehmen?

Aber ich weiß dann ja auch schon, wann bin ich vielleicht zum Lunch verabredet oder wann?

Also und danach plane ich das dann eben so ein bisschen.

Und das hört sich so wahnsinnig unsexy an, ist aber halt ein wahnsinnig wertvolles Fokustool.

Also ich habe auch, ich habe ein ganzes Kapitel im Buch mit Multifokustools.

Also da geht es um Jahresplanung, Monatsplanung bis hin zu Wochen- und Tagesplanung.

Und es macht aber auch eigentlich total Spaß, wenn man sich anfängt, damit mal ein bisschen zu beschäftigen.

Und man spart sich echt Zeit und Nerven im Alltag und kann seinen Fokus dann auf die schönen Dinge legen.

Hat dann auf einmal wieder Zeit für andere Sachen, die ihm mehr Spaß machen, als sich jetzt noch zum Supermarkt zu rennen, kurz vor Ladenschluss und irgendwas noch schnell zu besorgen.

Und ja.

[Nils Behrens] (45:46 - 46:07)

Ich muss ja wirklich sagen, also ich stimme dir in allem zu und ich finde es so lustig, weil bei meinen Eltern war es halt einfach immer so, da gab es halt einfach Abendbrot.

So, das heißt, da muss man einfach dafür sorgen, dass irgendwie Brot da ist, dass der Aufschnitt da war.

Und meistens gab es dann irgendwie noch eine Brühe dazu.

Und wir hatten immer...

[Birgit Amelung] (46:07 - 46:08)

Oder einen Salat machen wir auch gerne dazu.

[Nils Behrens] (46:08 - 46:27)

Ja, bei uns, wollte gerade sagen, häufig immer noch so eine Gurke aus meinem Elternheim, so ein Gewächshaus, so wenn man in der Zeit dann so isst und so.

Das Brot hat meine Mutter meistens selbst gebacken. Also von daher, das war so alles einfach da.

Und dadurch natürlich auch wirklich sehr wenig, worüber denke ich jetzt nach? Was wollen wir denn heute zum Abendessen?

[Birgit Amelung] (46:27 - 47:36)

Ja, das hat sich ja sehr verändert. Ich bin auch so aufgewachsen noch eher mit dem klassischen Abendbrot, dass man eher mittagswarm ist, sozusagen, als ich aus der Schule kam.

Und das hat sich ja jetzt ein bisschen verändert, auch einfach, weil meine Tochter ist alleine schon bis vier in der Schule, sozusagen mit Betreuung.

Bei uns ist es eben eine Mischung. Also bei uns gibt es auch, wir nennen das in den Kindern, haben wir das so mit dem sogenannten bunten Teller so ein bisschen schmackhaft gemacht.

Und wenn wir sagen, heute gibt es bunten Teller, das finden sie halt immer cool.

Aber wir kochen auch abends oder essen auch mal warm. Wir gehen natürlich auch mal essen.

Aber ich finde das tatsächlich auch so eine Sache, weil das höre ich auch super oft aus meinem Umfeld.

Oder ich finde auch, ich meine, ich habe ja auch einen Podcast für Healthy Hustle und dieses Ernährungsthema ist auch für viele Frauen, die eigentlich sich wünschen, sie würden sich gerne ein bisschen gesünder ernähren oder so.

Und ich kenne das auch total. Und dann ist es im Alltag oft dann nicht mehr so umsetzbar, weil dann die Zeit fehlt, sich darüber Gedanken zu machen.

Und deswegen finde ich das eine schöne Sache, gerade am Sonntag, wenn auch noch so ein bisschen Ruhe da ist.

Dann kann man sich auch mal, ich setze mich auch manchmal ganz gerne mit dem Kochbuch dann mal eine halbe Stunde auf die Couch und schmöker so ein bisschen rum.

Ich finde es gibt auf Instagram auch richtig coole, tolle Rezepte, irgendwie man auch super easy nachkochen kann.

Und da kriegt man dann schnell auch so ein Gefühl dafür und hat dann auch so ein paar Basics dann irgendwann da.

Und dann fühlt man sich auch besser und hat man wieder mehr Energie.

Und ja, es ist alles am Ende ja so ein Kreislauf.

[Nils Behrens] (47:37 - 48:08)

Total, total. Du hast es ja eben gerade so formuliert, dass man dadurch natürlich auch ein bisschen weniger, du hattest gesagt, ein bisschen weniger Headspace, auch da wieder so ein bisschen weniger Gedanken im Kopf.

Und das schafft ja auch im Grunde genommen eigentlich einen Raum für Kreativität.

Das heißt also, du sagst, Kreativität muss nicht immer durch mehr Leistung entstehen, sondern immer durch mehr Räume.

Das heißt also, dass du wirklich deine purposefreie Zeit sozusagen da hast.

Wie würdest du denn jetzt nochmal so einen Tipp für unsere Hörenden geben?

Wie schaffe ich denn diese Räume?

[Birgit Amelung] (48:10 - 50:51)

Ja, das ist natürlich echt eine super große Herausforderung, weil wir ja automatisch alles füllen.

Also da muss ich auch sagen, da bin ich selber auch wirklich noch so gerade am Anfang.

Ich habe ein Buch gelesen, was mich wahnsinnig inspiriert hat, und zwar von Florence Gaub, Zukunft.

Und es geht unter anderem in dem Buch eben auch darum, dass wir viel mehr Zeit für Langeweile einplanen sollten, weil dann die besten Ideen entstehen.

Und dass es das aber auch etwas ist, was wir heutzutage am Ende auch zu einem Fokusthema machen müssen.

Also es ist ja auch etwas, was nicht unbedingt einfach so entsteht, weil unsere Tage so voll sind, weil unsere Kalender so voll sind, sondern wo wir bewusst Räume für schaffen müssen.

Und es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, weil ich auch gedacht habe, ich habe eigentlich kaum solche Räume im Alltag.

Und was ich wirklich bewusst versuche, jetzt schon seit einer ganzen Weile, und das ist auch das, was ich so mitgeben würde, ich glaube, da muss man auch erst mal ganz klein anfangen, weil da müssen wir erst mal aus unseren Mustern wieder so ausbrechen.

Beispielsweise wir warten auf die Bahn oder laufen irgendwohin, nicht aufs Handy zu gucken, nicht einen Podcast zu hören und nicht die Sprachnachricht reinzusenden, weil wir es irgendwie füllen, sondern einfach mal kurz nichts zu machen.

Hinzuhören, hinzuschauen, auch mal die Umgebung wahrzunehmen. Spricht auch Nora Blume in ihrem Buch Radikale Freundlichkeit, fällt mir gerade dazu ein davon.

Also finde ich ganz interessant, so diesen Aspekt auch bewusst mal präsent zu sein im Moment.

Und was ich zum Beispiel jetzt auch angefangen habe, das fällt mir wahnsinnig schwer, weil ich ein Mensch bin, ich muss immer irgendwie alles so füllen und auch an einem Sonntag, wo es vielleicht mal nicht so viel zu tun gibt, finde ich immer eine Beschäftigung, wenn es irgendwie den Schrank umräumen ist oder so.

Aber vielleicht auch wirklich mal sich aufs Sofa zu setzen und wenn es nur zehn Minuten sind, einfach mal so rauszugucken oder auch mal zwischen Meetings kurz mal einfach sein, aus dem Fenster gucken oder mal kurz durchatmen, du hast es eben schon angesprochen, und mal kurz so die Gedanken schweifen lassen.

Ich glaube, das ist das, wie wir es überhaupt mal anfangen können, überhaupt so ein bisschen wieder zu üben, dass da mal nichts ist.

Und ich glaube, der nächste Step ist dann wirklich zu sagen, das kann man sich dann auch bewusst steuern, also sich darauf fokussieren, zum Beispiel mal in einen Silent Retreat zu gehen, was ich auch schon gemacht habe, wo du einfach drei Tage ohne jegliche Devices, also ohne jegliche Impulse von außen mit dir bist, in der Stille bist zum Beispiel.

Und dann mal zu gucken, was kommt dann da. Und das ist dann vielleicht auch so ein bisschen Next Level.

Aber ich glaube, wenn du jetzt von Alltag sprichst, dann ist das vielleicht das, wo wir alle ein bisschen mehr üben können, den Blick vom Handy wegzunehmen, rein in den Moment oder einfach mal in die Weite und das irgendwie so ein bisschen aufzunehmen.

[Nils Behrens] (50:51 - 51:04)

Total, total. Ich habe das hier im Podcast schon hier wirklich oft geteilt, aber bei mir war auch so ein richtig, es ist so lustig, ich achte jetzt ja wirklich vermehrt darauf, weniger Englisch zu reden, aber weil du jetzt schon mehrfach das Wort Game Changer benutzt hast.

[Birgit Amelung] (51:04 - 51:06)

Ja, ich sage, glaube ich, auch relativ viel Englisch, und du griffst schon mehr Leute.

[Nils Behrens] (51:06 - 51:59)

Und da habe ich jetzt gerade darüber nachgedacht, wie würde ich denn jetzt Game Changer tatsächlich vergleichbar auf Deutsch sagen, dass es dann nicht komisch klingt.

Aber für mich hat es tatsächlich einen Unterschied gemacht, dass ich, wenn ich jetzt von der Arbeit nach Hause fahre, dann keine Kopfhörer mehr reintue, sondern einfach nur fahre sozusagen, nur Rad fahre, weil ich dadurch stärker wahrnehme, dass ich von der Arbeit nach Hause fahre.

Und dadurch komme ich zu Hause an und habe die Arbeit wirklich auch physisch hinter mir gelassen.

Und das ist ja genau das, was du beschreibst, dass du einfach wirklich mal nichts tust.

Weil sonst war es immer so, dass ich dann häufig auf dem Fahrrad dann entweder telefoniert habe oder eben halt Podcast gehört habe.

Und dadurch dann die Wahrnehmung des Nachhausewegs gar nicht mehr so da ist.

Und dadurch ich eben im Grunde um diesen Abschalt zur Arbeit gar nicht mehr so gespürt habe.

[Birgit Amelung] (51:59 - 53:14)

Ja, und was auch wirklich so ist, das habe ich, darüber schreibe ich auch im Buch.

Also unser Gehirn muss sich auch immer entspannen. Also wir sind auch sozusagen in der Verpflichtung, um unser Gehirn und unsere Denkleistung zu schützen, unserem Gehirn Pausen zu geben.

Und ich fand das irre. Also ich fand das auch fast beängstigend.

Es ist auch wirklich erwiesenermaßen so in Studien und so weiter, durch diese ständigen Impulse und Dauerreize kann auf Dauer auch unsere Gehirnleistung schrumpfen sozusagen.

Und eigentlich sind wir sozusagen wirklich, ja, in der Pflicht zu sagen, liebes Gehirn, ich gebe dir jetzt mal einen Moment Pause.

Du darfst dich jetzt mal kurz entspannen. Und ich habe auch tatsächlich wirklich diese Momente, wo ich das manchmal auch richtig spüre, wo ich manchmal schon fast Kopfschmerzen habe, weil so viel los ist im Kopf, weil ich das gar nicht mehr so richtig verarbeitet bekomme.

Und wo ich dann zum Beispiel auch, wenn ich im Auto sitze auf dem Weg nach Hause und ich höre sehr, sehr gerne Podcasts, das ist auch immer so meine Podcast-Seite, wo ich manchmal aber auch richtig dieses Bedürfnis habe, zu sagen, jetzt mal kurz nichts oder maximal Musik und dann aber auch eher was Ruhigeres und jetzt nicht irgendwie Elektro oder so.

Also und das ist wirklich so was, wo ich auch das Gefühl habe, so da müssen wir auch ein bisschen mehr drauf schauen alle.

Auch im Hinblick auf unsere Hirngesundheit oder wie man es nennt, zu schauen, dass wir unserem Gehirn Entspannung gönnen.

[Nils Behrens] (53:15 - 53:27)

So würde ich hundertprozentig nachschreiben. Du beschreibst KI, also Künstliche Intelligenz, nicht als Bedrohung, sondern auch als Fokusverstärker.

Wie kann ich denn die Künstliche Intelligenz nutzen, ohne meine Denkfähigkeit zu delegieren?

[Birgit Amelung] (53:30 - 57:51)

Ja, ich glaube, bei KI ist das große Thema auch wieder hier absolut so die Steuerung und die Führung und wie ich selber sozusagen, also wie smart nutze ich zum Beispiel auch KI.

Und ich muss eigentlich auch wissen, was ich will von der KI.

Also wenn wir jetzt mal so ganz klassisch einfach nur dieses Thema prompten, also es können zwei Menschen, können sozusagen ein Thema haben und unterschiedlich reingeben und kriegen zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse.

Und ich glaube einfach, also wir können natürlich jetzt irgendwie alles in die KI reinjagen und uns auch von der KI noch mehr beballern lassen und müssen vielleicht noch mehr Impulse verarbeiten sozusagen.

Und es ist noch mal mehr ein Thema, auch glaube ich natürlich aktuell für viele Menschen, was vielleicht auch irgendwie ein bisschen Angst macht oder was uns überfordert, wo wir nicht genau wissen oder wo wir dann denken, jetzt habe ich da noch mal diese Information, aber sehe ich das überhaupt so und kann das vielleicht gar nicht mehr so richtig unterscheiden auch von meiner eigenen Reflexion.

Also sind wir auch so bei dem Thema Scroll Literacy versus Deep Literacy, also dieses Hinterfragen auch von Inhalten und so weiter.

Das führt aber vielleicht noch mal ein bisschen zu weit und noch mal ein anderes Thema.

Also schreibe ich auch ein Buch drüber. Aber ich glaube, KI smart zu nutzen, indem ich sie wie eine Assistentin betrachte, die mir dabei helfen kann, gewisse Aufgaben zu vereinfachen und in dem Fall ein Fokusverstärker zu sein, indem ich gewisse Aufgaben über sie abdecken kann, was dann irgendwie in dem Moment mir helfen kann.

Also da auch so ein Beispiel. Wir waren irgendwie letzten Sommer drei Wochen in Italien im Urlaub, also eine Woche am Gardasee, zwei Wochen in Südtirol.

Du kannst dir vorstellen, wir haben ausgiebig und viel gegessen, auch sehr gut gegessen.

Pizza, Pasta in Südtirol, das ganze Essen, wir haben auch viel Wein getrunken, also so wie ich mich normalerweise nicht unbedingt so viel ernähre.

Ich habe es auch sehr genossen. Aber wir saßen wirklich im Auto auf dieser Rückreise und haben beide gedacht, und mein Mann und ich so, okay, es ist jetzt wirklich Zeit für wieder so einen kleinen Ernährungswechsel.

Und da hätte man jetzt, Stichwort Essensplan, da hätte man jetzt auch irgendwie kompliziert sich überlegen können, was kochen wir jetzt in den nächsten Wochen und so weiter.

Und da habe ich dann sozusagen diese Rückreise genutzt und bin mit der KI sozusagen in so einen Sparing-Modus gegangen, also in so einen Austausch, kreativen Austausch-Modus nenne ich es mal, und habe ihr das genauso gesagt, habe gesagt, pass mal auf, wir fühlen uns gerade irgendwie, wir haben jetzt drei Wochen so und so gegessen und wie können wir denn jetzt uns, hast du Tipps?

Es geht gleich wieder los mit dem vollen Leben.

Wie können wir uns in den nächsten drei Wochen irgendwie gesünder, besser ernähren?

Vielleicht viele Proteine, weniger von dem, mehr von dem und so weiter.

Und schmuck mir doch mal ein paar Rezepte raus und gleich eine Einkaufsliste irgendwie.

Und es hat sie dann getan. Und da waren auch irgendwie coole Sachen dabei, waren auch so ein paar Sachen dabei, die wir bis dato noch gar nicht gemacht hatten, die wir dann so ein bisschen neu entdeckt hatten für unser Familienessensportfolio.

Und das ist, glaube ich, so ein Beispiel dafür, wie man, ja, wie man KI irgendwie so smart nutzen kann.

Und hier wieder zum Thema Fokus, wenn wir von Lebensbereichen sprechen, wenn wir von Gesundheit sprechen, wie das da irgendwie darauf einteilen kann.

Oder anderes Beispiel, wir waren letztes Jahr zum ersten Mal im Elb-Sandsteingebirge.

Das ist eine ganz schöne Landschaft in der sächsischen Schweiz, irgendwie so zwei Stunden von Berlin weg.

So, und wir sind da hingefahren, total gestresst. Irgendwie kamen aus einer super vollen Arbeitswoche die Kids zum Auto.

Wir sind da irgendwie hingefahren, ich hatte eine Hoteladresse, ich hatte keine Ahnung, was wir da überhaupt machen sollen.

Das Wetter war super schlecht angesagt. Wir waren da irgendwie anderthalb Tage.

Ich habe gedacht, okay, keine Ahnung, was machen wir hier eigentlich?

So, und dann habe ich sozusagen das mit der KI ausgearbeitet.

Ich habe gesagt, okay, noch im Auto kinderfreundlich, vielleicht eine kleine Wanderung. Das Wetter wird aber schlecht.

Kannst du uns vielleicht auch noch ein Restaurant empfehlen, was irgendwie auf dem Weg ist, was vielleicht irgendwie ein bisschen so die lokale Küche hat, aber auch nicht super ungesund, so.

Und dann zack, zack, hatte ich einen Plan für anderthalb Tage mit Vorschlägen, schon so einer kleinen Tour, dass man irgendwie noch mal einmal die Elbe überkreuzt und dann irgendwie so eine kleine Wanderung macht.

Also so als Beispiel, wie man KI sozusagen nutzen kann, wenn ich aber auch weiß, was ich von ihr will und wenn ich weiß, wie sie sozusagen in meinem Alltag mir behilflich sein kann, so.

Aber sie nicht zu nutzen, um einfach nur alles blind mit ihr zu teilen, noch mehr Impulse zu haben und eigentlich dann noch mehr überfordert zu sein von Informationen und Impulsen, die ich vielleicht gar nicht unbedingt brauche.

[Nils Behrens] (57:52 - 58:14)

Ich komme zu meiner letzten Frage. Wenn du jetzt quasi, was sollen unsere HörerInnen jetzt mitnehmen aus dem Gespräch oder was sollen sie vielleicht mal als Erstes mal ausprobieren?

Was würdest du so als Tipp rausgeben, dass man sagt, okay, losgelöst davon, wenn man jetzt ein Buch natürlich dann kaufen soll.

Aber was würdest du sozusagen jetzt hier noch mal mitgeben, um sich dem Thema Multifokus mal mit offenen Armen zu nähern?

[Birgit Amelung] (58:15 - 59:48)

Also werde dir bewusst, was dir wirklich wichtig ist. Nimm dir vielleicht mal, und wenn es eine halbe Stunde ist, Zeit, dir mal deine Werte anzugucken, die zu reflektieren.

Wenn du deine Werte noch nicht kennst, ist in meinem Buch auch ein Link zu einem Wertekompass, den du dann auch digital machen kannst, wo du da ein bisschen der Sache näher kommst.

Ich glaube, das ist der erste Schritt, diese Zeit sich mal zu nehmen, weil das ist ja die Zeit, die wir uns oft gar nicht nehmen, sondern wo wir eben einfach sozusagen ein bisschen auf Autopilot funktionieren und einfach so machen, machen, machen, vielleicht auch ein bisschen unzufrieden sind und denken, wir würden eigentlich gern mehr von dem oder dem machen.

Wir wissen es aber eigentlich gar nicht. Und dann würde ich sagen, überleg dir mal, was kommt denn gerade zu kurz?

Wenn du dir überlegst, was ist mir eigentlich wichtig? Was habe ich eigentlich so für Werte?

Was kommt gerade zu kurz?

Und dann plane mal so eine Sache, eine kleine Sache, das kann in jeglicher Form sein, je nachdem, was auch dein Wert ist, die auf diesen Wert einzahlt und versuch, die vielleicht zu integrieren.

Also je nachdem, was es ist, kann es etwas sein, was du dann vielleicht auch in deinen Kalender einträgst.

Aber vielleicht ist es auch erst mal nur so einmal.

Und wenn es jetzt einmal ist, Mensch, die Freundin, die ich schon so lange nicht mehr gesehen habe, ich möchte doch eigentlich wirklich mehr Zeit mit Freunden verbringen.

Das habe ich mir schon so lange vorgenommen, die anzurufen oder eine WhatsApp zu schreiben. Wann treffen wir uns?

Hier sind drei Terminvorschläge. Also so dieser erste Schritt, raus zu zoomen, kurz zu sagen, was ist mir eigentlich wichtig?

Was sind so meine Werte?

Wo fehlt es gerade? Und was ist so der erste kleine Step?

Was ist so eine Sache, die ich machen möchte, die darauf einzahlt?

Und dann bin ich auch gleich wieder ein bisschen glücklicher, habe mehr Energie, freue mich und gehe ein bisschen leichter durchs Leben.

[Nils Behrens] (59:49 - 1:00:00)

Ein wunderbarer Schlusssatz. Ich sage vielen Dank für das Gespräch, Birgit.

Ich empfehle allen Hörern natürlich jetzt dein Buch Der Multifokus-Effekt.

Deine Einladung, dein Leben neu zu denken. Und es ist erschienen im Gabal Verlag.

[Birgit Amelung] (1:00:00 - 1:00:02)

Danke. Hat mir sehr viel Spaß gemacht.

[Nils Behrens] (1:00:02 - 1:00:09)

Mir auch. Du kennst ja auch die letzte Frage, die ich immer stelle. Hast du ein Lieblingssupplement?

[Birgit Amelung] (1:00:11 - 1:00:54)

Oh, ich habe viele Lieblingssupplements. Ich habe so drei Basics, die ich jeden Tag einnehme.

Das sind Omega-3, das ist Magnesium und tatsächlich auch Kollagen.

Und ich habe jetzt ein neues Supplement in meine Routine integriert.

Da habe ich unter anderem auch hier in dem Podcast nämlich mehr darüber erfahren und fand es dann spannend.

Mein Mann ist schon lange ein absoluter Fan und zwar ist das Creatin.

Und das nehme ich jetzt auch täglich. Ich muss zugeben, ab und zu vergesse ich es, aber meistens kriege ich es hin.

Und das ist eben vor allem im Hinblick auf so kognitive Leistungsfähigkeit, aber doch auch, weil ich ja auch viel Sport mache.

Und das ist so eine Sache, wo ich glaube, dass das mir auch gut tut, mir hilft.

Und wie gesagt, mein Mann schwört drauf. Und ich habe auch das Gefühl, dass es definitiv so ein bisschen auch meine Konzentration steigert.

Von da ist es auch irgendwie was, was ich, ja, worauf ich jetzt nicht mehr verzichten möchte.

[Nils Behrens] (1:00:54 - 1:00:57)

Ich habe von Sunny ein bisschen Creatin-Schokolade hier. Die können wir vielleicht jetzt danach noch essen.

[Birgit Amelung] (1:00:57 - 1:01:01)

Wie cool. Das verbindet ja gleich Schoki und Creatin. Ja, super.

Bin ich dabei.

[Nils Behrens] (1:01:02 - 1:01:28)

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