

Alpha-Liponsäure einfach erklärt
Alpha-Liponsäure ist ein Molekül, das sowohl im Körper gebildet als auch über Lebensmittel aufgenommen werden kann. In dieser HEALTHWISE Deep-Dive-Episode erklärt Host Dr. Alina Lessenich, welche Rolle Alpha-Liponsäure in biochemischen Prozessen spielt, wo sie in der Ernährung vorkommt und was sie aus naturwissenschaftlicher Sicht so interessant macht.
Dabei geht es unter anderem um die besonderen chemischen Eigenschaften der Substanz, ihr Vorkommen in den Mitochondrien sowie darum, worauf bei einer möglichen Supplementierung zu achten ist.
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Wo Alpha-Liponsäure vorkommt
Bei der Alpha-Liponsäure handelt es sich um eine schwefelhaltige Verbindung, die natürlicherweise im Körper produziert wird, die wir aber auch über unsere Ernährung zu uns nehmen. Alpha-Liponsäure kommt sowohl im menschlichen Stoffwechsel als auch in verschiedenen Lebensmitteln vor. Besonders in tierischen Produkten lassen sich messbare Mengen finden.
Beispiele für natürliche Quellen:
- Innereien wie Leber, Herz oder Nieren
- Rotes Fleisch
- Gemüse wie Spinat oder Brokkoli
- Tomaten
In der täglichen Ernährung ist Alpha-Liponsäure typischerweise in geringeren Konzentrationen enthalten als in konzentrierter Supplementform.
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Die besonderen Eigenschaften von Alpha-Liponsäure
Dr. Lessenich beschreibt eine Eigenschaft, die Alpha-Liponsäure von vielen anderen Molekülen unterscheidet: Sie ist sowohl wasser- als auch fettlöslich. Dadurch kann sie in verschiedenste Zellbereiche gelangen.
Diese Eigenschaft erklärt die weite Verteilung der Alpha-Liponsäure im Körper – unter anderem in den Mitochondrien, den zentralen Bestandteilen unserer Zellen.
Vier Aufgaben von Alpha-Liponsäure in der Zellbiologie
Im Podcast beschreibt Dr. Alina Lessenich vier zentrale Merkmale, die Alpha-Liponsäure aus biochemischer Sicht charakterisiert.
Komplexbildung (Chelat-Eigenschaften)
Alpha-Liponsäure kann bestimmte Metallionen binden. In der Chemie werden solche Moleküle als Chelatoren beschrieben. Dr. Lessenich erläutert im Gespräch, dass diese Bindungseigenschaften in der Biochemie verschiedene Ionen und Mineralstoffe betreffen können.
Redox-Eigenschaften
Alpha-Liponsäure wird im Gespräch im Zusammenhang mit Redox-Reaktionen beschrieben. In der Chemie können Moleküle mit freien Radikalen interagieren. Die Alpha-Liponsäure verfügt über eine Struktur, die sie für die Forschung an diesen Prozessen interessant macht
Interaktion mit anderen Substanzen
Eine weitere Besonderheit ist laut Dr. Lessenich ihre Beteiligung an biochemischen Kreisläufen, in denen auch andere Moleküle wie Vitamin C, Vitamin E, Glutathion oder Coenzym Q10 vorkommen. Dabei geht es um den Austausch von Elektronen auf molekularer Ebene.
Rolle als enzymatischer Cofaktor
Darüber hinaus beschreibt Dr. Lessenich die Funktion der Alpha-Liponsäure als Cofaktor bestimmter Enzyme. Diese Enzyme sind Bestandteil der Mitochondrien, die in der Zellbiologie als zentrale Orte des Stoffwechsels bekannt sind.
Mitochondrien und die Forschung in der Zellbiologie
Außerdem erwähnt Dr. Lessenich ein Modell aus der Zellbiologie, das sich mit der Rolle der Mitochondrien beschäftigt. Diese Theorie untersucht, wie Veränderungen in den Mitochondrien mit zellbiologischen Prozessen zusammenhängen könnten.
Ein Aspekt dieser wissenschaftlichen Betrachtung ist die Untersuchung von freien Radikalen, die natürlicherweise im Rahmen von Stoffwechselprozessen entstehen, so Lessenich. Alpha-Liponsäure wird in diesem Zusammenhang als ein Molekül beschrieben, das aufgrund seiner chemischen Eigenschaften auch in diesen Zellstrukturen vorkommen kann
Einnahme und Supplementierung: Worauf zu achten ist
Dr. Alina Lessenich gibt außerdem Tipps, was bei einer möglichen Supplementierung mit Alpha-Liponsäure beachtet werden sollte.
Wichtige Punkte:
- Einnahme möglichst zeitlich getrennt von anderen Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten
- Idealerweise auf nüchternen Magen (ca. 30 Minuten vor einer Mahlzeit)
- Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten beachten
- Bei Unsicherheiten oder bestehenden Vorerkrankungen medizinischen Rat einholen
Unterschied zwischen R- und S-Alpha-Liponsäure
Alpha-Liponsäure kommt in zwei sogenannten Isomeren vor:
- R-Alpha-Liponsäure (die natürliche Form)
- S-Alpha-Liponsäure (die synthetische Form)
Viele Präparate enthalten eine Mischung beider Formen. Dr. Lessenich erklärt, dass die R-Alpha-Liponsäure die Variante ist, die so auch natürlicherweise im Körper vorkommt.
Take Aways
- Alpha-Liponsäure ist ein Molekül mit verschiedenen Funktionen in der Zellbiochemie.
- Sie kann sowohl im Körper gebildet als auch über Lebensmittel aufgenommen werden.
- Die Eigenschaften der Substanz werden insbesondere im Kontext von Mitochondrien und zellbiologischen Abläufen diskutiert.
- Bei Nahrungsergänzungsmitteln sind Einnahmezeitpunkt und die Form (Isomere) zu beachten.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Produktempfehlungen von sunday natural
Dr. Alina Lessenich ist Expertin für Ernährung, Mikronährstoffe und mitochondriale Gesundheit. Mit ihrer BODY-MIND-SOUL ACADEMY verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele verbindet. In enger Zusammenarbeit mit Sunday Natural entwickelt sie hochwertige, pflanzenbasierte Supplemente – von Immunsystem- und Energie-Komplexen bis hin zu speziellen Formeln für Detox und Mitochondrien-Support. Ihr Ziel: Menschen mit fundiertem Wissen und reinen Wirkstoffen dabei zu unterstützen, Energie, Vitalität und innere Balance nachhaltig zurückzugewinnen.
Mehr über Dr. Alina Lessenich: https://dralinalessenich.de
177 Deep Dive: Alpha-Liponsäure. Mit Dr. Alina Lessenich
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Dr. Alina Lessenich und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen einigen Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.
Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Deep Dive und zwar zur Alpha-Liponsäure, abgekürzt ALA, für Englisch Alpha lipoic Acid. Was ist ALA, wo kommt sie vor und welche Bedeutung hat sie für unsere Gesundheit, für unsere Langlebigkeit, für unser Energielevel und für Entgiftungsprozesse? Bei der Alpha-Liponsäure handelt es sich um eine schwefelhaltige Fettsäure, die natürlicherweise im Körper produziert wird, die wir aber auch über unsere Ernährung zu uns nehmen.
Insbesondere Innereien wie Leber, Herz und Nieren, aber auch rotes Fleisch enthalten Alpha-Liponsäure. In pflanzlichen Lebensmitteln finden sich eher geringe Mengen an ALA, zum Beispiel in Spinat, Brokkoli oder Tomaten. Die Mengen an Alpha-Liponsäure, die unser Körper selber produziert und die wir über die Ernährung zu uns nehmen, reichen aber absolut nicht aus, um die Positiveffekte zu erzielen, über die wir jetzt gleich sprechen werden.
Für diese in Studien nachgewiesenen Wirkungen von Alpha-Liponsäure braucht es Dosierungen, die wir nur noch über eine Supplementierung von ALA erreichen können. Was macht ALA in unserem Körper? Die Alpha-Liponsäure zeichnet sich durch ein paar ganz besondere Eigenschaften und Fähigkeiten aus.
Es ist eine Fettsäure, die sowohl wasser- als auch fettlöslich ist und die dadurch ganz easy Zellmembranen und auch unsere Blut-Hirn-Schranke, die Schutzbarriere zwischen Gehirn und Blutkreislauf passieren kann. Das heißt, sie kann in alle Zellen und Gewebe, eben auch in unser Gehirn und in unsere Mitochondrien, die Energiekraftwerke unserer Zellen gelangen, was den allermeisten anderen Molekülen nicht so ohne weiteres möglich ist. Warum ist das relevant bzw.
was macht die Alpha-Liponsäure in unseren Zellen und Zellorganellen? Hier sind ihre wichtigsten Eigenschaften und Aufgaben. Erstens ist die Alpha-Liponsäure ein Chelator.
Was das bedeutet, dazu komme ich gleich. Zweitens ist ALA eines der wichtigsten Antioxidantien des Körpers. Drittens ist ALA der wichtigste Recycler des Körpers.
Auch dazu gleich mehr. Und viertens agiert die Alpha-Liponsäure als Co-Faktor für Enzyme, die an der Produktion unseres Energiemoleküls ATP, Adenosintriphosphat in unseren Mitochondrien beteiligt sind. Dröseln wir das mal im Einzelnen auf.
Was ist zunächst mal ein Chelator? Ein Chelator ist eine Verbindung, welche Kationen in stabilen Komplexen fixieren kann. Mit anderen Worten, ein Chelator ist eine Verbindung, die in der Lage ist, Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Cadmium und Arsen zu binden.
Und damit ist die Alpha-Liponsäure, wie einigen von euch sicher bereits bekannt ist, ein wunderbarer Entgiftungshelfer, der aufgrund seiner Eigenschaften eben auch ins Gehirn und in die Mitochondrien gelangen und diese entgiften kann. Die Alpha-Liponsäure ist sogar in der Lage, Schwermetalle aus ihrer Bindung an Schwefelhaltige Aminosäuren herauszulösen und sie letzten Endes über die Gallenflüssigkeit auszuscheiden. Kurz zur Erklärung, toxische Schwermetalle haben eine enorm große Affinität zu Schwefel und binden sich an Schwefelhaltige Aminosäuren wie Cystein oder Methionin in unseren Enzymen und blockieren so deren Aktivität, was zu Zellschäden führt.
Diese Bindung wird durch die Alpha-Liponsäure aufgehoben und die Schwermetalle können nun aus dem Körper ausgeleitet werden. Das einzige Problem dabei ist, dass ALA nicht nur toxische Metalle bindet, sondern auch solche, die für unseren Körper essentiell sind, wie Zink, Kupfer oder Eisen. Und auch zum Beispiel Calcium und Magnesium werden von der Alpha-Liponsäure gebunden und stehen dem Körper somit eventuell nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung.
Deshalb ist ein therapeutischer Grundsatz beim Einsatz insbesondere größerer Mengen an Alpha-Liponsäure, diese nur mit zeitlichem Abstand zu anderen Supplementen und natürlich auch mit zeitlichem Abstand zu Medikamenten einzunehmen und auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen zu achten. Neben einem wunderbaren Entgiftungswerkzeug ist ALA aber auch ein enorm wichtiges Antioxidant. Das heißt, dass ALA unsere Biomoleküle wie unsere Zellmembranen, unsere Zellorganellen oder unsere DNA vor Oxidation durch freie Radikale schützt.
Freie Radikale sind aggressive, instabile Moleküle, denen ein Elektron fehlt und die unsere Biomoleküle schädigen, indem sie sie oxidieren, das heißt, indem sie ihnen Elektronen stehlen. Und die Alpha-Liponsäure geht jetzt her und schützt unsere Moleküle, indem sie freie Radikale neutralisiert, bevor diese Schaden im Körper anrichten können. Diese starke antioxidative Wirkung von ALA wirkt vielen chronischen Erkrankungen entgegen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, die mit großem oxidativen Stress einhergehen.
Die ersten Studien dazu gibt es schon. Auch beim Einsatz von ALA zur Förderung der Regeneration geschädigter Nerven, zum Beispiel bei peripherer Neuropathie, einer Schädigung der Nerven außerhalb vom Gehirn und Rückenmark, die zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheit, Ameisenlaufen etc. führt, wurden positive Effekte nachgewiesen.
Ein ganz besonderer Aspekt der antioxidativen Wirkung der Alpha-Liponsäure betrifft jedoch unsere Mitochondrien und das Thema Langlebigkeit. In den späten 80er Jahren stellte der australische Professor für Biochemie Anthony Lina die Mitochondriale Theorie des Alterns auf, die auch als Mitochondriale freie radikale Theorie des Alterns bekannt ist. Diese Theorie besagt, dass unsere Mitochondrien im Prinzip unsere biologische Uhr und damit für den Alterungsprozess verantwortlich sind.
Dieser Theorie nach treiben vor allem die im Rahmen der ATP-Produktion, der Energieproduktion, in unseren Mitochondrien entstehenden freien Radikale den Alterungsprozess voran. Denn die im Inneren der Mitochondrien gebildeten freien Radikale führen zu Schädigungen bis hin zur Zerstörung von Mitochondrien. Überschreitet der Verlust an Mitochondrien pro Zelle eine gewisse Grenze, so wird die Apoptose, der programmierte Zelltod, ausgelöst.
Die Zelle begeht quasi Selbstmord und stirbt ab. Durch einen Verlust an Mitochondrien und die dadurch bedingte erhöhte Apoptoserate, also den erhöhten Untergang von Zellen in Organen und Geweben, kommt es zu einem schleichenden Verlust von Organfunktionen und somit zu Krankheit, Alterung und irgendwann natürlich auch zum Tod. Sollte diese mitochondriale Theorie des Alterns zutreffend sein, so liegt der Schlüssel zur Gesundheit, Energie und einem langen Leben in unseren Mitochondrien.
Vor allem aber liegt unser Langlebigkeits- und Gesundheitsschlüssel dann darin, eine Schädigung unserer Mitochondrien durch freie Radikale zu verhindern. Und das ist genau einer der Hauptjobs der Alpha-Liponsäure, die ja, wie eingangs beschrieben, zu den ganz, ganz wenigen Molekülen gehört, die mühelos in unsere Mitochondrien hineingelangen können und die in den Mitochondrien dann als starkes Antioxidant freie Radikale neutralisiert und somit eine Schädigung von Mitochondrien verhindert. Das heißt, die Alpha-Liponsäure hält unsere Mitochondrien gesund und am Leben und trägt auf diese Weise zu einem hohen Energielevel und natürlich zu unserer Gesundheit und Langlebigkeit bei.
ALA sorgt aber noch auf zwei weitere Weisen dafür, dass wir gesunde Mitochondrien und ausreichend Energie zur Verfügung haben. Zum einen ist ALA nämlich unser wichtigster Recycler. Was meine ich damit?
Alpha-Liponsäure kann andere Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E oder unser Master Antioxidant Glutathion regenerieren oder recyceln. Wie läuft das ab? Trifft zum Beispiel Vitamin C auf ein freies Radikal, also auf ein Molekül, welchem ein Elektron fehlt, dann spendet Vitamin C diesem freien Radikal eines seiner Elektronen.
Dadurch wird Vitamin C oxidiert, das heißt jetzt fehlt dem Vitamin C ein Elektron und das freie Radikal wird durch die Elektronenspende reduziert. Damit Vitamin C nun wieder als Antioxidant arbeiten kann, muss Vitamin C zunächst einmal recycelt werden. Es muss wieder reduziert werden, indem es nun ebenfalls ein Elektron gespendet bekommt und dieses Elektron kommt von der Alpha-Liponsäure.
Alpha-Liponsäure gibt Elektronen an oxidierte Antioxidantien ab, nämlich an Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und auch an Coenzym Q10, ein essentielles Molekül für die Energieproduktion in unseren Mitochondrien. Also nochmal, Vitamin C gibt ein Elektron an ein freies Radikal ab und wird dadurch oxidiert, dann nimmt es von der Alpha-Liponsäure ein Elektron auf und wird dadurch wieder reduziert und kann somit wieder als Antioxidant arbeiten. Auch über dieses Recycling von Antioxidantien schützt ALA unsere Mitochondrien und unsere Gesundheit.
Zudem ist ALA aber auch noch direkt an der Energieproduktion in unseren Mitochondrien beteiligt und zwar in seiner Funktion als Cofaktor. Was ist ein Kofaktor? Für die Produktion von ATP, genauso wie auch für alle anderen biochemischen Reaktionen im Körper, braucht es Enzyme als Biokatalysatoren, als Moleküle, welche Reaktionen beschleunigen.
Ohne Biokatalysatoren würden diese Reaktionen so langsam ablaufen, dass es mit dem Leben nicht vereinbar wäre. Bei diesen Katalysatoren handelt es sich um Proteine, die für ihre Funktion verschiedene Kofaktoren wie Magnesium, Zink oder Selen oder eben die Alpha-Liponsäure benötigen. ALA ist entscheidend für einige enzymatische Reaktionen im Rahmen der ATP-Produktion und damit ist Alpha-Liponsäure entscheidend für unser Energieniveau.
Soviel zu den vier Hauptaufgaben der Alpha-Liponsäure, nämlich ihrer Entgiftungswirkung, ihrer Aufgabe als Antioxidant und ihrer Aufgabe als Recycler anderer Antioxidantien sowie ihrer Wirkung als Cofaktor bei der Produktion von Energie. Ein paar weitere nachgewiesene Effekte von ALA möchte ich noch kurz erwähnen. Alpha-Liponsäure wirkt sich positiv auf unseren Blutzuckerspiegel aus und verringert das Diabetesrisiko.
Eine tägliche Dosis zwischen 300 und 1200 Milligramm ALA erhöht die Insulinsensitivität. Was bedeutet das? Bei hohem Blutzuckerspiegel, also bei viel Glucose im Blut, schüttet unsere Bauchspeicherdrüse Insulin aus, welches sich nach dem Schlüsselschlossprinzip an Insulinrezeptoren auf unseren Körperzellen, zum Beispiel auf Muskelzellen bindet.
Durch diese Bindung wird die Glucoseaufnahme in die Zelle vermittelt. Das heißt, Insulin schließt der Glucose quasi die Zelle auf, sodass diese in die Zelle hineingelangen und dort zur Energieproduktion genutzt werden kann. Bei dauerhaft hohem Blutzuckerspiegel muss die Bauchspeicherdrüse nun aber permanent hohe Mengen an Insulin ausschütten, was über kurz oder lange dazu führt, dass die Insulinrezeptoren auf unseren Zellen unempfindlicher für Insulin werden und nicht mehr auf Insulin reagieren.
Und das nennt man Insulinresistenz und das ist die Vorstufe zum Diabetes Typ 2. Die ALA sorgt nun dafür, dass sich die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren wieder erhöht. Sie hilft also dabei, die Insulinresistenz wieder umzukehren und unterstützt somit gesunde Blutzuckerspiegel und gute Energieproduktion in unseren Zellen.
Einen weiteren Positiveffekt der Alpha-Liponsäure, der ebenfalls mit der Produktion von Energie zu tun hat, können Sportler für sich nutzen. ALA erhöht die Glucoseaufnahme in die Muskulatur und unterstützt dadurch das Muskelwachstum und ALA verkürzt die Regenerationszeit nach einem Workout, sodass wesentlich schneller wieder sportliche Höchstleistungen möglich sind. Auch beim Abnehmen kann die Alpha-Liponsäure Unterstützung bieten.
Studien zeigen, dass übergewichtige Menschen im Rahmen einer kalorienreduzierten Ernährung mehr Gewicht verlieren, wenn sie täglich 300 bis 600 Milligramm ALA supplementieren. Und damit lasst uns auf die Supplementierung von ALA schauen. Was ist hier die empfohlene Form, was sind die empfohlenen Dosierungen und was gilt es zu beachten?
ALA sollte, wie bereits besprochen, in zeitlichem Abstand zu anderen Supplementen und Medikamenten und am besten auf nüchternen Magen eingenommen werden. Was Medikamente anbelangt, so können insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten, Antidiabetika oder Chemotherapeutika Wechselwirkungen auftreten, weshalb die Supplementierung von Alpha-Liponsäure bitte mit Ärzten und Therapeuten besprochen werden sollte. Es gibt Menschen, die allergisch auf ALA reagieren, was sich zumeist in Form von Hautausschlägen, Juckreiz oder Schwellungen äußert, sollten solche Symptome auftreten, so ist im Folgenden selbstverständlich von der Einnahme von ALA abzusehen.
Und da die Alpha-Liponsäure, wie der Name bereits sagt, eine, wenn auch schwache, aber eben doch eine Säure ist, kann es bei einigen Menschen zu Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfällen kommen. Diese Nebenwirkungen kann man oftmals minimieren, indem man ALA nicht, wie eigentlich empfohlen, auf nüchternen Magen, sondern zusammen mit einer Mahlzeit einnimmt, was zwar die Bioverfügbarkeit und damit die Wirksamkeit der Alpha-Liponsäure vermindert, aber die positiven Effekte absolut nicht ganz aufhebt. Und die Alpha-Liponsäure kann übrigens dazu führen, dass euer Urin stärker riecht als sonst, insbesondere durch den hohen Schwefelgehalt dieser Säure, nur dass ihr wisst, dass das kein Grund zu besorgen ist, sondern ganz normal ist.
Und ich habe noch ein weiteres übrigens für euch. Übrigens scheint die Alpha-Liponsäure trotz ihres hohen Gehalts an Schwefel für einige Menschen mit Histaminintoleranz gut verträglich zu sein. Ob ihr es ausprobieren wollt, das bleibt natürlich euch überlassen.
Was die Dosierung angeht, so habt ihr bereits ein paar Dosierungen gehört. Hier ein kleiner Überblick über empfohlene Dosierungen. Zur Unterstützung beim Abnehmen werden 300 bis 600 Milligramm pro Tag empfohlen, aufgeteilt auf drei Dosen, das heißt dreimal täglich 100 bis 200 Milligramm und in diesem Fall tatsächlich zusammen mit einer Mahlzeit.
Als Dosis zur Unterstützung der allgemeinen Gesundheit, um also oxidativen Stress entgegenzuwirken, die zelluläre Energieproduktion zu erhöhen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern, sind ebenfalls Dosierungen von 300 bis 600 Milligramm angezeigt. Hier kann man dreimal täglich, wenn man es gut verträgt, natürlich auf nüchternen Magen, 100 bis 200 Milligramm einnehmen. Man kann aber das Ganze auch vereinfachen und diese Dosis auf nur zwei Einnahmen pro Tag aufteilen.
Für Sportler werden bei hoher Intensität des Workouts 600 bis 900 Milligramm pro Tag empfohlen, genauso wie zur therapeutischen Begleitung bei diabetischer Neuropathie und zu Entgiftungszwecken. Um das Gehirn bei neurodegenerativen Erkrankungen, wie der Alzheimererkrankung, von Schwermetallen zu befreien, können für einige Wochen unterärztlicher Begleitung sogar bis hin zu 1800 Milligramm ALA am Tag empfehlenswert sein. Was ist bei der Auswahl eines Alpha-Liponsäurepräparates zu beachten?
Es gibt zwei Isomere der Alpha-Liponsäure, die natürliche R-Alpha-Liponsäure und die synthetisch hergestellte Spiegelbildform der R-Alpha-Liponsäure, die S-Alpha-Liponsäure. Isomere sind chemische Verbindungen mit derselben Summenformel, aber unterschiedlicher Anordnung der Atome, welche aufgrund ihrer unterschiedlichen Struktur verschiedene physikalische und chemische Eigenschaften aufweisen. Viele Nahrungsergänzungsmittel enthalten ein Gemisch beider Formen, ein sogenanntes Razzemat, da die synthetische S-Form günstiger in der Herstellung ist als die natürliche R-Form.
Da die S-Form aber nicht biologisch wirksam ist, solltet ihr bei der Auswahl eines Präparates darauf achten, dass ausschließlich die biologisch aktive R-Alpha-Liponsäure enthalten ist. Das war unser Deep Dive zur Alpha-Liponsäure. Ich wünsche euch viel Erfolg und Freude bei der Anwendung und sage bis zum nächsten Mal.

