

11 Naturheilmittel: Die natürliche Hausapotheke
Die moderne Medizin ist unverzichtbar, doch für die tägliche Unterstützung unseres Wohlbefindens hält die Natur erstaunliche Schätze bereit. Das ist kein alter Aberglaube, sondern wird heute oft durch moderne Erkenntnisse untermauert. Ob die wohltuenden Eigenschaften von Ingwer oder die traditionelle Anwendung von Honig: Die Ärztin und Bestsellerautorin Dr. med. Franziska Rubin erklärt in dieser Folge des HEALTHWISE Podcast, wie wir unsere Vitalität mit einfachen Hausmitteln wissenschaftlich fundiert unterstützen können – und warum die Naturkunde eine wertvolle Ergänzung im Alltag sein kann.
Die Folge HEALTHWISE auf YouTube
Naturheilkunde & Schulmedizin – warum beides zusammengehört
Lange Zeit wurde die Naturheilkunde von der Schulmedizin belächelt, doch das Blatt wendet sich. Dr. Rubin betont, dass es mittlerweile zahlreiche Studien und universitäre Forschungen gibt, die die Wirksamkeit pflanzlicher Mittel bestätigen.
Dabei macht sie gleich zu Beginn klar: Sie ist keineswegs gegen die Schulmedizin, im Gegenteil – als Ärztin erachtet sie diese für extrem wichtig und notwendig. Es gibt jedoch viele Beschwerden, bei denen eine Behandlung mit naturheilkundlichen Maßnahmen völlig ausreichend sein kann. Manche pflanzlichen Verfahren haben aufgrund der starken wissenschaftlichen Evidenz längst Einzug in medizinische Leitlinien gefunden.
Für Dr. Rubin ist es daher kein "Entweder-oder", sondern ein Miteinander: Während wir bei akuten medizinischen Diagnosen die konventionelle Medizin brauchen, bietet die Natur für unser allgemeines Wohlbefinden eine sanfte und bewährte Unterstützung.
Mehr zu Dr. Rubins „Naturapotheke“
Kraftvolle Naturschätze aus der Küche
Dr. Rubin stellt im Podcast ihre Favoriten vor: Hausmittel, die fast jeder zu Hause hat und die das Wohlbefinden unterstützen können.
Apfelessig: Unterstützung für den Stoffwechsel
Wer vor dem Essen ein bis zwei Esslöffel Apfelessig in Wasser trinkt, kann laut Dr. Rubin dazu beitragen, dass Kohlenhydrate langsamer aufgespalten werden. Dies kann helfen, Blutzuckerspitzen abzufedern, länger satt zu bleiben und so das Gewichtsmanagement zu unterstützen.
Anwendungstipps
- 1–2 Esslöffel Apfelessig
- in einem Glas Wasser einrühren
- ca. 30 Minuten vor einer Mahlzeit trinken
Dr. Rubin erwähnt, dass man Apfelessig auch mit Zitrone kombinieren kann.
Honig: Der süße Immunsystem-Booster
Honig ist weit mehr als ein Brotaufstrich. Dr. Rubin verweist auf Studien, die nahelegen, dass zwei Esslöffel Honig am Tag das Immunsystem unterstützen und sogar den Heißhunger auf andere Süßigkeiten reduzieren können.
- Bei Erkältungszeit: Honig wird traditionell als wohltuend bei Hustenreiz empfunden.
- Wichtig: Nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet weil Honig ein Rohprodukt ist und Botulinumsporen enthalten kann!
- Anwendung: Nicht über 40 Grad erhitzen, sonst gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Also erst in den Tee geben, wenn dieser Trinktemperatur hat.
Ingwer: Die scharfe Knolle
Ingwer wird traditionell wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Dr. Rubin bezeichnet die Knolle aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sogar metaphorisch als das "Schmerzmittel der Natur".
- Anwendung: Vielseitig anwendbar als Tee, „Shot“ oder beim Kochen als Gewürz sowie äußerlich als Wickel, was bei Gelenkbeschwerden als angenehm empfunden wird.
Rosmarin: Konzentration und Haare
Rosmarin nennt Dr. Rubin das „Kraut der Denker“. Im Podcast beschreibt sie Rosmarin als anregend – und für sie als eine mögliche Alternative zum Kaffee, etwa bei niedrigem Blutdruck oder Müdigkeit.
- Beauty-Tipp: Dr. Rubin verweist auf eine Studie, in der Rosmarinöl in seiner Wirkung auf die Kopfhaut in einem ähnlichen Rahmen diskutiert wurde wie Minoxidil. Dafür empfiehlt sie, Rosmarinöl immer verdünnt in einem Trägeröl als Kopfhautmaske anzuwenden. Wichtig: langsam herantasten und prüfen, was individuell verträglich ist.
Leinsamen: Omega-3 und Zellschutz
Leinsamen zählen für Dr. Rubin zu den heimischen Klassikern in der natürlichen Hausapotheke. Im Podcast betont sie vor allem die Vorteile von Leinöl und den ganzen Samen und erwähnt zudem, dass Lignane in der Forschung immer wieder untersucht werden. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine lignanreiche Ernährung zellschützende Eigenschaften haben könnte.
Wie du Leinsamen in deinen Alltag integrierst
- geschroteten Leinsamen innerhalb von 1–2 Wochen verbrauchen
- sonst lieber ganze Samen kaufen und frisch anknacken
- am besten im Kühlschrank lagern
Heilerde, Salz & Wasser
- Heilerde: Ein bekanntes Hausmittel bei Sodbrennen, da es Säure binden kann. Zudem kann es Fette binden, was Dr. Rubin im Kontext der Cholesterinkontrolle erwähnt.
- Salz: Gurgeln mit Salzwasser ist ein Klassiker bei Kratzen im Hals. Ansteigende Fußbäder können das Immunsystem bei nasskaltem Wetter unterstützen.
- Wasser: Kalte Gesichtsgüsse oder das „kalte Armbad“ beleben und regen den Kreislauf an.
Frauenpower: Zyklus & Wechseljahre natürlich begleiten
Auch bei frauenspezifischen Themen teilt Dr. Rubin im Podcast ihre naturheilkundlichen Erfahrungen. Für das Wohlbefinden rund um die Periode nennt sie neben Magnesium auch Mönchspfeffer als mögliche Pflanze, die traditionell im Kontext des Zyklus eingesetzt wird.
Für die Wechseljahre gibt Dr. Rubin insgesamt Entwarnung: Laut ihrer Einschätzung hat nur etwa ein Drittel der Frauen stärkere Beschwerden. Bei starken oder anhaltenden Symptomen empfiehlt sie eine ärztliche Abklärung. Bei leichten Beschwerden nennt Rubin verschiedene Pflanzen, die im naturheilkundlichen Bereich häufig genutzt werden – immer individuell und je nach Verträglichkeit:
- Salbei: wird traditionell im Zusammenhang mit Schwitzen verwendet.
- Traubensilberkerze: wird im naturheilkundlichen Kontext bei wechseljahresbedingten Beschwerden häufig genannt.
- Lavendel & Baldrian: werden oft in Abendroutinen eingebaut, um zur Entspannung beizutragen.
Hinweis: Bei anhaltenden oder starken Beschwerden empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.
Die Informationen in diesem Artikel sind zur Orientierung gedacht. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden lass dich bitte medizinisch beraten – und hör auf deinen Körper.
Take Aways
- Honig als Immun-Booster: Täglich zwei Esslöffel Honig (aus der Region) können das Immunsystem stärken und den Heißhunger auf Süßes stillen.
- Ingwer – das natürliche Schmerzmittel: Die Knolle wirkt entzündungshemmend und kann innerlich (als Shot/Tee) oder äußerlich (als Wickel) Gelenkschmerzen lindern.
- Der Apfelessig-Trick: Ein bis zwei Esslöffel Apfelessig vor dem Essen verlangsamen die Kohlenhydratspaltung, halten länger satt und stabilisieren den Blutzucker.
- Rosmarin für den Kopf: Das „Kraut der Denker“ fördert die Durchblutung im Gehirn und ist eine wirksame, koffeinfreie Alternative zu Kaffee bei Müdigkeit.
- Kaltes Wasser macht wach: Ein kaltes Armbad (20–30 Sekunden) wirkt wie eine „Tasse Kaffee der Naturheilkunde“ und reguliert Herzschlag sowie Kreislauf.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Produktempfehlungen von sunday natural
Dr. med. Franziska Rubin ist Ärztin mit ganzheitlichem Blick, TV-Moderatorin und Bestsellerautorin. Viele kennen sie als langjährige Moderatorin des MDR-Gesundheitsmagazins „Hauptsache Gesund“, das sie von 1998 bis 2015 wöchentlich begleitet hat. Für ihr Engagement wurde sie mit dem Kneipp-Gesundheits-Preis ausgezeichnet und ist heute als Referentin gefragt.
Ihr Ziel: Naturheilkunde und Komplementärmedizin so zu vermitteln, dass Menschen sie sicher und alltagstauglich nutzen können – als Ergänzung zur Schulmedizin. Ihr Wissen teilt sie neben Büchern und Vorträgen auch auf ihren YouTube- und Instagram-Kanälen.
Mehr über Dr. Franziska Rubin: https://www.franziska-rubin.de/
161 Naturheilmittel ersetzen eine Apotheke. Mit Dr. med. Franziska Rubin & Jennifer Knäble
[Dr. med. Franziska Rubin] (0:00 - 0:23)
Man kann da so viele Fliegen sozusagen mit einer Klappe schlagen mit dem Honig. Der ist wirklich ein ganz interessantes Lebensmittel, am besten eben aus der eigenen Region und dann zwei Esslöffel am Tag, wer mag. Und was bei dieser Studie zum Beispiel aufgefallen ist, bei dieser österreichischen, wo diese ganzen Menschen diese zwei Esslöffel Honig am Tag genommen haben, die haben gar nicht mehr so viel andere Süßigkeiten gegessen.
Weil wenn man das isst, dann ist der Süßbedarf eigentlich auch schon gedeckt.
[Jennifer Knäble] (0:24 - 1:40)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Jenny Knäble und wir erkunden gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir sprechen über Themen wie Ernährung, Mental Health, Beauty und über Frauengesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Ihr Lieben, wir starten heute mit einem kleinen Quiz, Achtung. Apfelessig, Honig, Ingwer, Kamille, Leinsamen, Salz, Rosmarin, Thymian, Wasser, Zitrone und Heilerde.
Und jetzt die große Frage, was kann man draus machen? Klingt so ein bisschen wie so ein Zaubertrank, das wäre jetzt so meine Antwort gewesen. Die Frau, die ich heute zu Gast habe, die sagt ganz klar, diese elf Naturheilmittel ersetzen eine komplette Apotheke.
Und sie sagt außerdem, Lavendel zum Beispiel hilft beim Schlafen, Kohlwickel nehmen den Knien den Schmerz, wenn man Knieschmerzen hat und Äpfel zum Beispiel senken das Cholesterin und all das haben wissenschaftliche Studien bewiesen. Ich freue mich sehr, dass sie heute mein Gast ist. Sie ist Ärztin, Bestsellerautorin, TV-Moderatorin, Podcasterin und Spezialistin für Frauengesundheit.
Herzlich willkommen im HEALTHWISE Podcast, liebe Dr. Franziska Rubin.
[Dr. med. Franziska Rubin] (1:40 - 1:44)
Ja, hallo Jenny, hallo da draußen, schön hier zu sein.
[Jennifer Knäble] (1:44 - 2:08)
Ja, schön, dass du da bist. Franziska, bevor wir auf den Zaubertrank kommen, wie ich ihn eben so schön genannt habe, ich habe bei meiner Recherche etwas sehr Schönes gefunden. Wir sind ja quasi auch ein bisschen Kollegen, TV-Kollegen und du hast eine interessante TV-Vergangenheit und zwar mit Kai Pflaume.
Ihr hattet nämlich beide euren ersten Fernsehauftritt, man glaubt es nicht, bei Herzblatt.
[Dr. med. Franziska Rubin] (2:09 - 2:09)
Das stimmt.
[Jennifer Knäble] (2:10 - 2:10)
Crazy.
[Dr. med. Franziska Rubin] (2:10 - 2:11)
Ich weiß.
[Jennifer Knäble] (2:11 - 2:12)
Hast du das irgendwo noch?
[Dr. med. Franziska Rubin] (2:12 - 2:22)
Vor allen Dingen, wenn ich in Talkshows gehe, dann kommen ja die Bilder noch dazu. Das war ja damals beim Rainhard Fendrich und ich glaube, dass der Kai, der war ein bisschen vor mir da. Aber es war ungefähr die gleiche Zeit.
[Jennifer Knäble] (2:22 - 2:24)
Ich glaube, Rudi Carrell.
[Dr. med. Franziska Rubin] (2:24 - 2:48)
Der war bei Rudi Carrell und ich war bei Fendrich. Das war gerade die Wechselzeit.
Und es war tatsächlich so, dass damals immer Regisseure angefragt haben oder Produzenten, wer ist euch denn so aufgefallen. Da ist ja die ganze Jugend quasi Deutschlands durchgelaufen. Und wir sind die, die jetzt immer noch sozusagen im Fernsehen unterwegs sind nach der langen Zeit.
Er ist ja super erfolgreich. Und ja, das alles durch Herzblatt im Grunde.
[Jennifer Knäble] (2:48 - 2:54)
Meine Frage ist jetzt, durch was bist du denn aufgefallen damals?
[Dr. med. Franziska Rubin] (2:55 - 3:32)
Also ich glaube erst mal freche Klappe. Das war damals schon klar. Und dann war es aber auch so, was ich sehr ungünstig finde im Nachhinein, weil es ja immer wieder in den Talkshows ausgegraben wird.
Die haben aus meinen drei Outfits, die ich mitgebracht hatte, jeweils das knappeste Teil rausgesucht. Das heißt, ich saß da mit der kürzesten Hose, mit dem größten Ausschnitt. Und es sieht ganz furchtbar aus, völlig überschminkt.
Und wenn ich heute das sehe, dann schäme ich mich jedes Mal. Und netterweise gibt es dann immer Leute, die sagen, das war halt so in den 90ern, das sah man halt so aus. Und dann denke ich so, danke, danke. Das sieht so schlimm aus.
[Jennifer Knäble] (3:32 - 4:26)
Wieso irgendwann mal über uns jetzt auch sagen, ach du lieber Gott, die zwei, wie saßen die denn da im Podcast? Wir haben uns heute versucht, aus allem so ein bisschen was rauszusuchen, weil sonst müssten wir zehn Podcasts aufnehmen.
Ich habe eingangs schon gesagt, natürlich wollen wir sprechen über die elf Naturheilmittel, die eine ganze Apotheke ersetzen. Das finde ich ja super spannend. Vielleicht kannst du vorab nochmal sagen, weil es gibt ja auch immer Leute, die sagen, naja, so mit dieser pflanzlichen Geschichte, so richtig funktioniert das ja auch nicht mit der Natur, da ist schon besser, wenn man so ein richtiges Medikament hat.
Es ist schon spannend. Es gibt ja wirklich universitäre Kliniken und weltweite Studien, die die Wirksamkeit naturheilkundlicher Verfahren und pflanzlicher Mittel untersucht haben und bestätigt haben. Also, make a long story short, die Natur kann heilen.
[Dr. med. Franziska Rubin] (4:26 - 6:17)
Ja, das ist ja das, was mich so fasziniert. Und ich bin ja auch gar nicht gegen die Schulmedizin, im Gegenteil, ich bin ja selber Ärztin. Das heißt, ich sage, wir brauchen die konventionelle Medizin, wir brauchen die aber nicht immer, sondern in ganz vielen Fällen brauchen wir vielleicht die Naturheilkunde.
Und an dem Tag, wo wir so weit gekommen sind, dass ein Arzt zu dir sagt, liebe Jenny, du hast das und das Problem, du kannst entweder hier die konventionelle Medizin nehmen, du kannst das Antibiotikum nehmen oder du probierst es mal mit Rosmarin und Thymian in der und der Dosierung, weil es ist noch nicht so weit. Das schafft dein Körper vermutlich, ja. Und da, das ist irgendwie so mein Gedanke, da müssen wir eigentlich mal hin, weil es ist besser für die Patienten, die haben mehr Auswahl.
Es ist oft der gesündere Weg, also mit weniger Nebenwirkungen. Die Ärzte haben viel mehr Auswahl. Man kann das besser graduieren, abstufen.
Und es ist natürlich auch viel günstiger. Ja, das heißt, es ist eigentlich genau das, was unser Gesundheitssystem braucht. Und das Schöne ist, ich meine, im Augenblick wird so viel Quatsch erzählt überall, ja, und mit einer Inbrunst gelogen und so.
Das ist ja alles ganz normal, scheinbar gerade. Aber was ich wirklich toll finde, ist das, was du sagst. Die Evidenz ist ja immer mehr da.
Und was die meisten gar nicht wissen, ist, dass auch viele Pflanzentherapie ja schon Einzug in unsere Leitlinien der Ärzte gefunden haben. Also es gibt ja durchaus auch in den Leitlinien Anweisungen, Pflanzentherapie zu nutzen. Ist ja nicht so, dass wir da jetzt hier irgendwie zurück ins Mittelalter müssten.
Und das Schöne ist, ich habe ein Buch zum Beispiel mal geschrieben, das heißt Einfach heilen mit Natur. Da sind nur Studien drin. Und das ist total beeindruckend gewesen für mich, wie viele Studien es gibt.
Wie viele Studien auch gerade die wir deutschen Universitätskliniken gemacht haben, die eben zeigen, wie die Wassertherapien wirken oder was der Apfel tatsächlich macht. Oder die getrockneten Apfelringe oder wie Schokolade wirkt etc. Das heißt, wer da sagt, dass das funktioniert nicht, der hat einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht.
Der muss halt einfach mal ein bisschen recherchieren gehen.
[Jennifer Knäble] (6:17 - 6:35)
Wie bist du dazu gekommen, eigentlich aus der Schulmedizin kommend zu sagen, Moment mal, da gibt es noch was anderes. Weil man könnte ja sagen, gut, das hast du jetzt irgendwie so im Kopf, aber du hast dich ja wirklich damit beschäftigt, hast Bücher dazu geschrieben, Ratgeber. Also wann war der Moment, wo du gesagt hast, okay, da muss ich ein bisschen mehr mit in die Welt gehen?
[Dr. med. Franziska Rubin] (6:36 - 9:03)
Ich komme ja eigentlich aus einem ganz konventionellen Ärztehaushalt. Also mein Vater war ein sehr begnadeter Arzt, muss ich sagen. Der war Rheumatologe, einer der ersten in Deutschland.
Und der hat mir aber immer mitgegeben, das war auch damals die Zeit, das waren die 80er. Mein Gott, waren wir stolz auf diese ganzen Medikamente. Und er hat immer gesagt, boah, das ist so toll, was unsere Medizin kann.
Und das andere ist alles Mist. Nichtsdestotrotz hat es meine Mutter eigentlich schon gemacht. Also ich bin schon aufgewachsen, immer viel mit Inhalieren und Kamille hier und dort und so.
Das war irgendwie auch okay. Und dann hatte ich so ein Schlüsselerlebnis ausgerechnet mit Homöopathie, die ja jetzt so durch wie die letzte Sau durchs Dorf gejagt wird. Zu Unrecht meiner Meinung nach.
Ist ein billiges Heilmittel, was vielen Menschen hilft. Und es war so witzig, weil ich hatte so Rückenschmerzen. Mein eigener Vater konnte das nicht behandeln, selbst mit Spritzen und so.
Weil ich wusste, dass es psychogen ist. Ich war halt in einer Examsituation, konnte nicht mehr sitzen, stehen, schlafen. Es war ganz, ganz schlimm.
Und dann hat ein Kollege zu mir gesagt, geh doch mal in die Homöopathie-Vorlesung. Und da habe ich gesagt, was? Ja, was willst du denn?
Und was ist das für ein Quatsch? Und so. Und habe gedacht, naja, kann ja nichts schaden, weil mir geht es so schlecht.
Und das war ganz berührend, weil dieser Mensch hat mich Sachen gefragt. Es war mir sau peinlich vor den ganzen Leuten, die da saßen. Also ob ich mit Füßen drausschlafe, ob ich heute Morgen Leberwurst oder Marmelade gegessen habe.
Daran erinnere ich mich noch. Es war nahezu traumatisch, vor diesen Leuten das alles zu erzählen. Und dann hat er mir ein Mittel gegeben, damals Rhus Toxicodendron.
Danach hatte ich drei Tage Bauchschmerzen und Bauchmuskelkater. Und danach waren die Rückenschmerzen weg. Und dann habe ich gesagt, das kann ja wohl nicht wahr sein.
Was ist denn jetzt passiert? Ich glaube da nicht dran. Ich fand es total peinlich, die ganze Prozedur.
Und jetzt ist der Rückenschmerz weg. Und das war für mich ein Schlüsselerlebnis. Danach habe ich mich zumindest mal geöffnet.
Da habe ich gesagt, okay, ich mache jetzt nur noch Formulaturen in Naturheilweise-Kliniken. Ich gucke mir mal die traditionelle chinesische Medizin an, das Ayurveda. Ich öffne mich für die Naturheilkunde und was es alles gibt.
Und das war für mich der Weg. Das ist einfach genial, was es da gibt. Das freut mich immer.
Und ich lerne auch viele Patienten kennen. Ich habe auch ein tolles Format auf YouTube, Beste Hilfe aus der Natur. Und da gibt es demnächst Patientengeschichten.
Das heißt, Leute, die wirklich erzählen, wie die Natur sie wundergeheilt hat. Weil es einfach toll ist. Wie viele Patienten ich schon gehört habe.
Und Leute in Kliniken, die gesagt haben, mir hat nichts geholfen. Aber dann kam der Blutegel und jetzt geht es mir super.
[Jennifer Knäble] (9:05 - 9:15)
Woher kommt es, sagst du, dass es trotzdem so einen schlechten Ruf hat, die Naturmedizin? Dass ja viele immer noch kurz diesen ersten Impuls haben zu sagen, das ist ja alles Humbug.
[Dr. med. Franziska Rubin] (9:16 - 10:09)
Ich glaube, dass es in Deutschland eigentlich nicht mehr so ist. Es gibt ja auch immer Umfragen, die ich sozusagen auf meinen Vorträgen zitiere. Wo die meisten Menschen, also eigentlich 85 Prozent der Deutschen sagt, ich würde schon gerne eine Naturheilkunde machen.
Ich weiß halt nicht, wie es geht. Also die Offenheit ist schon da. Ich glaube, es gibt wie überall immer schwarze Vögel.
Es gibt immer die, die sagen, die dann irgendwie Hokuspokus draus machen oder so was. Es ist einfach, finde ich, nicht mehr die richtige Zeit. Wir haben so viel Evidenz, wir wissen, es funktioniert.
Wir haben es sogar biochemisch verstanden, wie es funktioniert. Deswegen, es gibt keinen Grund mehr, das nicht zu machen. Und schön finde ich halt auch, wenn man in die Selbstfürsorge gehen kann.
Also wenn der Patient selber weiß, das ist meine Achillesferse. Also ich habe immer Rückenschmerzen oder jemand anders kriegt immer Schlupfen oder Blasenentzündungen oder so. Sich dann ganz schnell selbst helfen zu können und gar nicht so viel zum Arzt gehen zu müssen.
Das finde ich gut.
[Jennifer Knäble] (10:10 - 10:15)
Gehen wir doch mal die einzelnen Heilmittel durch. Die Powerheiler, sage ich jetzt mal.
[Dr. med. Franziska Rubin] (10:16 - 10:17)
Dein Zaubertrank.
[Jennifer Knäble] (10:18 - 10:18)
Mein Zaubertrank, genau.
[Dr. med. Franziska Rubin] (10:18 - 10:22)
Da habe ich noch gar nicht versucht, die alle zusammen zu kippen. Ist ja vielleicht eine gute Idee.
[Jennifer Knäble] (10:22 - 10:26)
Oder jetzt für den Winter. Also wenn es funktioniert, sagst du mir Bescheid.
[Dr. med. Franziska Rubin] (10:26 - 10:56)
Also was z.B. genial ist, und das muss jeder mal probieren, das ist in Honig, einfach in einem Honigglas, Ingwer und Zitrone zu tun. Ich sage dir Jenny, das ist der beste Honig, den du jemals gegessen hast. Das ist so Hammer.
Und da hast du ganz viele Eigenschaften. Du hast diese Schmerzlinderung, du hast die Entzündungshemmung vom Ingwer. Du hast aber gleichzeitig den Honig, der gut fürs Immunsystem wirkt.
Und die Zitrone, die sowieso viele Schutzstoffe hat, Vitamin C etc. Und das schmeckt ganz toll. Schmeckt besser als jeder Honig.
[Jennifer Knäble] (10:57 - 11:19)
D.h. es gibt auch so Powerkombinationen. Da können wir auch noch drauf angehen. Dass die so miteinander als Duo oder Trio noch besser wirken.
Fangen wir doch mal an, liebe Franziska, mit dem berühmten Apfelessig. Den haben wir ja alle schon gehört. Da gibt es ja auch immer am besten Morgens nehmen und super für die Verdauung.
Es ist ja auch so ein Allround-Wundermittel, wenn man die Frauenzeitschriften liest. Was kann Apfelessig?
[Dr. med. Franziska Rubin] (11:20 - 12:49)
Ich mag keinen Apfelessig. Ich komme da nicht ran. Ich habe den immer im Kühlschrank von meiner Tante selbst gemacht.
Und ich nehme den echt nur zum Salat, muss ich gestehen, zu meiner Schande. Obwohl ich den gerne nehmen würde, weil er nämlich z.B. beim Abnehmen hilft. Der Apfelessig macht etwas Besonderes, und zwar mit unserem Blutzucker.
Wenn wir vor dem Essen Apfelessig trinken, und da geht es nur um ein, zwei Esslöffel auf ein Glas Wasser, eine halbe Stunde vorm Essen. Dann lässt er uns die Kohlenhydrate langsamer aufspalten. Das heißt, der Blutzuckerspiegel steigt nicht so rasant an, sondern eben langsamer.
Und das heißt, wir bleiben länger satt. Das ist wirklich eine sehr interessante Wirkung vom Apfelessig. Das kann man auch mit Zitrone kombinieren.
Dann hat man einen doppelten Effekt. Das Besondere ist auch, dass er durch diesen blutzuckerstabilisierende Wirkung natürlich gut ist für alle Diabetiker. Für alle, die auch an den Bauchspeck ran wollen, weil er tatsächlich auch stoffwechselstabilisierend wirkt und immunstimulierend.
Das ist eine Wirkung, die ich interessant finde beim Apfelessig. Aber ich glaube, das Besondere ist, dass er diese Kohlenhydratspaltung bremst. Und damit eigentlich eine sinnvolle Ergänzung ist.
Eigentlich sollte man immer mindestens im Salat, oder wenn es eben geht, nicht nur morgens, wie du gesagt hast, sondern tatsächlich vor den Mahlzeiten Apfelessig nehmen. Gerade für Leute, die ihren Bauchspeck loswerden wollen, ist es eigentlich eine gute Geschichte.
[Jennifer Knäble] (12:50 - 13:18)
Dann, gerade schon erwähnt, der Honig. Ich habe tatsächlich gerade auch bei Instagram viele Reels gesehen, wo es auch um Kinder ging, jetzt in der Erkältungszeit, wo vorgeschlagen wurde, ihr müsst eurem Kind gar nicht den Hustensaft geben, sondern versucht es doch mal mit Honig. Es ist natürlich immer, muss man genau gucken, wie stark ist die Krankheit.
Aber dass Honig auch viel besser wirken kann als ein Hustensaft oder ein Antibiotikum.
[Dr. med. Franziska Rubin] (13:19 - 15:13)
Es gibt dazu eine interessante Studie. Und zwar hat man Kindern Honig gegeben statt Hustensaft. Und das tatsächlich auch verblendet.
Die Kinder wussten nicht, was sie nahmen. Oder die Ärzte oder Behandler. Vorm Schlafen gehen, einfach nur in warmes Wasser.
Und hat festgestellt, dass es genauso gut funktioniert. Das heißt, Honig hat eine sehr stark Halsschmerzen beruhigende, Husten beruhigende Wirkung. Ich mag übrigens auch Bienenwachswickel bei Kindern.
So ein Bienenwachswickel, warm auf die Brust. Aber bei Honig, muss man immer wissen, nicht bei Kindern unter einem Jahr. Das ist ein rohes Lebensmittel.
Da kann Botulinumtoxin drin sein, diese Bakterien. Und dagegen kann sich deren Darm noch nicht wehren. Das heißt, es ist ganz wichtig, alle, die mit Honig agieren bei Kindern, nicht bei Kindern unter einem Jahr.
Vielleicht sogar noch ein bisschen länger warten. Spannend finde ich die österreichische Studie, die gezeigt hat, dass zwei Esslöffel Honig am Tag. Und das ist schon ziemlich viel, das gebe ich zu.
Aber man könnte zum Beispiel ein Honigbrot essen statt ein Marmeladenbrot. Dass diese zwei Esslöffel am Tag das Immunsystem so stark stärken. Das ist wirklich faszinierend.
Ich sage immer, wenn ihr jetzt Pollenallergien habt oder allergisch unterwegs seid, dann nehmt den Honig, der bei euch in der Gegend von den Bienen gesammelt wurde. Das ist wie eine kleine Provokation durch die Pollen. Das ist wie ein Abgewöhnen dieser Allergie.
Man kann da so viele Fliegen mit einer Klappe schlagen mit dem Honig. Der ist ein interessantes Lebensmittel, am besten aus der eigenen Region. Und dann zwei Esslöffel am Tag, wer mag.
Was bei dieser Studie aufgefallen ist, bei dieser österreichischen, wo diese Menschen diese zwei Esslöffel Honig am Tag genommen haben, die haben gar nicht mehr so viele andere Süßigkeiten gegessen. Wenn man das isst, ist der Süßbedarf schon gedeckt.
[Jennifer Knäble] (15:15 - 15:24)
Gibt es Unterschiede beim Konsumieren? Ist der Honig im Tee genauso gut wie der Honig auf dem Brot?
[Dr. med. Franziska Rubin] (15:24 - 15:39)
Am Ende ist es Wurst. Aber du darfst ihn nicht so heiß erhitzen. Du darfst den Honig nicht über Trinktemperatur erhitzen, weil er dann kaputt geht.
Wenn man sagt, heiße Milch mit Honig, ist das echt falsch. Es muss eine warme Milch sein mit Honig.
[Jennifer Knäble] (15:39 - 15:44)
Gerade bei Tee finde ich es spannend. Man macht den Honig ja auch rein, wenn der Tee noch ziemlich heiß ist.
[Dr. med. Franziska Rubin] (15:44 - 15:55)
Die Leute brühen oft den Tee viel zu heiß auf, 70°C reicht, bei den meisten Tees. Und dann erst mal abkühlen lassen. Trinktemperatur und dann den Honig rein, ganz wichtig.
[Jennifer Knäble] (15:56 - 16:13)
Der Ingwer. Ich trinke tatsächlich immer Ingwer-Tee, genauso wie du ihn eben beschrieben hast. Mit Minze, Zitrone und eben Ingwer.
Das koche ich so richtig schön auf, wie so ein Zaubertrank. Da habe ich auch immer gemerkt, wenn ich mal krank war, das boostet mich zurück ins Leben.
[Dr. med. Franziska Rubin] (16:14 - 17:53)
Ingwer ist toll. Ingwer ist eigentlich das Schmerzmittel der Natur. Was du beschreibst, du musst es dir gar nicht so schwer machen.
Du könntest z.B. die Sachen in eine Thermoskanne schmeißen und dann heißes Wasser oben drauf. Dann lasse ich das z.B. ziehen, ich lasse das sitzen. Das wird dann über den Tag immer schärfer.
Aber das ist egal. Ich mag das halt gerne. Du hast dann trotzdem die Wirkstoffe da drin.
Der Ingwer ist auch äußerlich sehr interessant. Das wissen die wenigsten Leute. Man kann diesen Ingwer entweder reiben.
Das ist natürlich wieder aufwendig. Ich bin ja eher so für die einfachen Rezepte. Deswegen habe ich Ingwerpulver zu Hause.
Das ist so eine Tüte. Ich habe Kurkuma, eine dicke Tüte und eine dicke Tüte Ingwerpulver. Immer Bio-Qualität.
Am besten auch aus Deutschland, weil es gar nicht so verunreinigt sein kann. Diesen Ingwer kann man als innerliches Schmerzmittel verwenden. D.h. ich nehme zwei Teelöffel am Tag, egal wo rein. Ob ich das ins Essen schmeiße, ins Kram mitkoche, ob ich mir daraus einen Shot mache. Ich liebe so Shots. Sachen zusammenkippen in den Mixer.
Man könnte da z.B. diese zwei Teelöffel Ingwer reintun. Oder eben auch Kurkuma. Wichtig, insgesamt nicht die zwei Teelöffel am Tag überschreiten.
Sonst kommt man zu viel. Da kippt das Ganze. Dieses Ingwerpulver kann ich entweder zwei Teelöffel am Tag gegen meine Schmerzen innerlich nehmen.
Oder ich mache das warm und packe es mir auf die Gelenke. Oder ich mache es mir kalt und packe es mir auf die Gelenke. Weil Ingwer ist immer entzündungshemmend und Schmerzen lindernd, äußerlich wie innerlich.
Wenn man das zu Hause hat, damit kann man schon so viele Sachen behandeln. Selbst, schnell, effizient. Dass man nicht in die Apotheke muss in der Regel.
[Jennifer Knäble] (17:55 - 18:01)
Dann Kamille. Kamille. Kennen wir eine aus der Kindheit.
[Dr. med. Franziska Rubin] (18:01 - 18:05)
1 Mio. Tassen werden am Tag getrunken auf der Welt. 1 Mio. Tassen.
[Jennifer Knäble] (18:05 - 18:05)
Wirklich?
[Dr. med. Franziska Rubin] (18:06 - 18:06)
Wahnsinn.
[Jennifer Knäble] (18:09 - 18:13)
Ich mache meinen Kindern jeden Morgen Kamillentee. Das ist der einzige, den sie trinken.
[Dr. med. Franziska Rubin] (18:15 - 18:19)
Meistens trinken Kinder gerne Fenchel-Tee. Weil er so süß ist.
[Jennifer Knäble] (18:20 - 18:39)
Bei uns ist es Kamille. Ich habe in meiner Kindheit immer Kamillentee getrunken. Dass ich das so weitergegeben habe.
Auch bis heute. Kamille ist immer so, da weiß man, man tut was Gutes. Der Hund hat Augenprobleme.
Da hieß es, bitte mit Kamille auswaschen. Man ist erkältet, Bauchschmerzen, trinkst einen Kamillentee.
[Dr. med. Franziska Rubin] (18:40 - 20:20)
Stimmt, deshalb. Die Welt hat 1 Mio. Die kommen nicht von oben. Sonst bist du die Hälfte davon.
Mit deiner Familie. Kamille ist desinfizierend. Mein Thema, was ich auf Insta veröffentlicht habe, ist die Blasenentzündung.
Das geht wieder los. Wenn man Kamilleblüten zu Hause hat, braucht man ein paar Esslöffel mit heißem Wasser überbrühen. Das abziehen.
Dann abseihen, dass der Dreck raus ist. Den Rest in die Badewanne. Dann ein Sitzbad machen.
Da merkt man sofort die desinfizierende und krampflösende Wirkung. Das sind die beiden Hauptwirkungen der Kamille. Das ist ein Wundermittel.
Eine Blasenentzündung, die kommt, das ist so fies. Ich kann an nichts anderes denken. Dann hocke ich mich in die Wanne oder in mein Sitzbad.
Das ist sehr wohltuend. Ansonsten ist Kamille die Nummer eins. Genauso wie der ayurvedische Ingwer gegen Übelkeit.
Damit hat man einen guten Start in den Tag. Wirkt Magen und Darm beruhigend. Das ist sicherlich sehr geschickt.
Was ich interessant finde für Kinder, ist das Kamillesäckchen. Wenn die zahnen, kann man die Kamille in den kleinen Beutel neben das Bettchen tun. Offensichtlich haben auch diese Dämpfe der Kamille eine desinfizierende und beruhigende Wirkung.
Das ist ein altes, tradiertes Hausmittel. Es gibt eine tolle Studie mit Kamille. Gegen eine 0,25-prozentige Kortisonsalbe.
Wo die Wirkung auf Neurodermitis genauso gut ist. Das heißt, wer juckende, kratzende, trockene Stellen hat, kann eine Kamillensalbe probieren statt Kortison.
[Jennifer Knäble] (20:21 - 20:22)
Das ist spannend.
[Dr. med. Franziska Rubin] (20:22 - 20:35)
Oder Umschläge, die kann man selber machen. Dass man die Kamille aufbrüllt und ein Tuch reintunkt, drauflegt. Kamille kann ganz viel.
Kamille ist eine unscheinbare Pflanze. Gehört zur Familie der Gänseblümchen.
[Jennifer Knäble] (20:36 - 21:07)
Ach, du weißt ja alles, Franziska. Du hast eben das Frühstück angesprochen. Leinsamen ist etwas, was ich wieder für mich entdeckt habe. Ich war bis vor kurzem Team Salami-Worschte-Brot.
Wie man hier in Hessen sagt. Ich habe das auch mit völliger Inbrunst morgens sehr gerne gegessen. Bis mir viele Experten nahegelegt haben, das Salami-Brot.
In ihrem Alter, v.a. mit Mitte 40, ist es nicht so eine gute Idee. Ist das nicht ein Ding?
[Dr. med. Franziska Rubin] (21:09 - 21:17)
Wenn man immer so Experten da sitzen hat, dann denkt man die ersten Male, ich erzähle es einfach nicht mehr. Irgendwann hat man es dann geändert.
[Jennifer Knäble] (21:18 - 22:00)
Dann stand ich am Kühlschrank und habe gedacht, dann nimmst du jetzt den Joghurt mit Obst. Leinsamen. Aber ich muss sagen, der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier.
Am Anfang habe ich wirklich gedacht, da sind wir jetzt, Frau Knäble. Aber mittlerweile, ich esse das jeden Morgen und ich freue mich. Mir schmeckt es auch mittlerweile.
Erstmal dachte ich, das ist jetzt Essen und weg. Mittlerweile genieße ich das tatsächlich. Ich habe auch so einen Naturjoghurt, nicht mal einen mit Geschmack.
Das war eine Überwindung. Wie ich dann gehört habe, Leinsamen ist ja auch ein Gamechanger gesundheitlich.
[Dr. med. Franziska Rubin] (22:00 - 24:58)
Ja, Leinsamen sind zwei Faktoren interessant. Erst mal das Leinöl, was da drin ist. Und dann aber auch die Schale.
Gerade im Osten sieht man oft noch so blaue Leinfelder. Die sind ja wunderschön. Ich finde, in Anbetracht der Tatsache, dass da so viele gute Öle drin sind, die man sonst nur in fetten Seefischen hat, ist Lein ein Lebensmittel, was man unbedingt einbinden sollte.
Entweder als Öl oder als Leinsamen. Oder am besten in beiden Formen. Ich finde mittlerweile mit der Überfischung der Meere ...
Ich habe mal einen Kurs gemacht zum Thema Leinöl. Und dann kam sofort, Algenöl ist ja viel besser. Wegen der Aufspaltung von dem und dem.
Ja, aber erstens ist das teuer. Und zweitens haben wir wieder das Problem, was machen wir mit unseren Meeren? Und dann habe ich noch das Problem, dass ich nicht genau weiß, wie viel Jod da drin ist.
Das ist auch gar nicht für alle geeignet. Währenddessen ist Leinöl ein Game-Changer. Das ist günstig, das muss ich im Kühlschrank aufbewahren, weil es schnell kippt.
Aber ansonsten Leinsamen, da gilt übrigens das Gleiche. Leinsamen am besten frisch schroten, wenn man das irgendwie schafft. Entweder ich esse viel geschroteten Leinsamen.
Da kann ich den auch kaufen, geschrotet. Und dann zocke ich den weg innerhalb von ein, zwei Wochen. Aber wenn mir das nicht gelingt, und ich habe da immer eine Tüte, von der esse ich das ganze Jahr, dann lieber den ganzen kaufen.
Und schön mal ganz kurz im Mörser ein bisschen anknacken. Und dann kann ich den auch besser verdauen. Und das Irre beim Lein ist, dass da zum Beispiel, was du eben angesprochen hast, da gibt es interessante Hinweise, dass insbesondere diese Lignane da drin sogar krebshemmend wirken sollen.
Interessant ist es, man weiß deswegen, dass eine lignanreiche Ernährung das Risiko für Krebserkrankungen reduziert. Beispiel Speiseröhre, Magendarm und Brustkrebs für Frauen nach der Menopause. Diese Linolensäure, die da drin ist, die ist Herzschützen und Blutdruck senken.
Das ist sehr spannend da drin. Das kann man auch nicht vergleichen mit anderen Ölen, außer dem Algenöl. Das heißt, das, was du da machst, wirkt entzündungshemmend auf deine Gefäße.
Dadurch, dass du das sozusagen jeden Tag einbaust. Dann ist es für den Darm gut, weil es gilt ja auch als veganer Eiersatz. Ich weiß nicht, ob du das weißt, man kann mit diesem Schleim sozusagen statt Ei das nutzen.
Und dann hast du die Phytoöstrogene, die brauchst du noch nicht, aber vielleicht bald. Wir wissen, dass wir die einheimischen Phytoöstrogene viel besser verwerten können als die in Soja, also wir europäischen Frauen. Dann kann man das auch wieder äußerlich anwenden, der Leinsamen.
Der bringt alles aus der Haut. Wenn man Furunkel hat oder solche dicken Beulen, dann den zerschmetzten Leinsamen da drauf, weil das dann rauskommt, das Zeug.
[Jennifer Knäble] (24:59 - 25:05)
Salz, Franziska, Salz. Ich habe gedacht, ja gut, Salz. Wissen wir ja alle.
Aber was steckt da noch drin?
[Dr. med. Franziska Rubin] (25:05 - 25:08)
Ist das Essen versalzen, ist der Koch verliebt?
[Jennifer Knäble] (25:09 - 25:11)
Meine Mutter meinte, ich war verliebt beim Essen.
[Dr. med. Franziska Rubin] (25:13 - 26:09)
Dann kannst du immer sagen, dass das daherkommt, dass das früher als Aphrodisiakum gilt. Wirklich Salz? Genau.
Das Interessante ist, man weiß aus der Forschung, dass es die Schlagkraft von T-Zellen des Immunsystems gegen Krebszellen erhöhen kann. Das heißt, es wirkt aktivierend auf unser Immunsystem. Ich finde toll an Anwendungen bei Arthritis, also alle Gelenkerkrankungen.
Der Salzhandschuh oder warme Salzanwendungen sind interessant. Gurgeln bei Halsschmerzen, das hat jeder zu Hause. Salz hat jeder da.
Wenn ich merke, dass es anfängt im Hals zu jucken, dann nehme ich ein bisschen Salz auf ein warmes Glas Wasser und gurgle. Und habe sofort die Keime ein bisschen reduziert. Dann Fußbäder, da ist auch immer interessant, Salz dazu zu tun, gerade diese ansteigenden Fußbäder.
Machst du das mit deinen Kindern, wenn die krank werden?
[Jennifer Knäble] (26:09 - 26:10)
Fußbäder habe ich noch nicht gemacht.
[Dr. med. Franziska Rubin] (26:11 - 26:47)
Das ist total cool.
Meine Kinder haben das eingefordert, weil es so gut geholfen hat. Du setzt die alle auf den Badewannenrand. Bei uns war das wie die Orgelpfeifen.
Dann lässt du warmes Wasser ein und lässt immer Heißes dazulaufen, 20 Minuten lang. Wenn man da noch Salz dazu tut, kann man die Temperatur besser ertragen. Dann kann man die sogar ein bisschen höher machen.
Dieses Zulaufen von diesem warmen Wasser stärkt auch das Immunsystem. Das ist eine tolle Geschichte. Die Kinder haben das geliebt.
Ich habe denen dann was vorgelesen. Dann haben wir da zusammengesessen. Dann haben die immer gesagt, ich werde krank, komm, wir machen Fußbad.
[Jennifer Knäble] (26:48 - 26:54)
Meine Kinder würden reinspringen, das ist das Problem. Die bleiben da nicht sitzen. Aber ich habe es in meinem Hinterkopf, das ist gut.
[Dr. med. Franziska Rubin] (26:55 - 27:00)
Salz ist was, was wir immer da haben. Womit man viele verschiedene gute Anwendungen machen kann.
[Jennifer Knäble] (27:01 - 27:08)
Franziska, muss man beim Salz auf irgendwas achten? Es gibt Jodsalz, viele sagen, das ist nicht gut. Die anderen sagen, toll, man muss darauf achten, dass es draufsteht.
[Dr. med. Franziska Rubin] (27:09 - 27:54)
Ich schreibe gerade an einem Schilddrüsenbuch. Es ist so, dass Schilddrüsenerkrankungen vorsichtig sein müssen mit Jodsalz. Aber ansonsten sollten wir das alle verwenden.
Sonst droht uns eine Stroma. Gerade hier unten in Bayern, da ist einfach Jodmangelgebiet. Da wäre es besser, wenn Jod dem Salz zugesetzt ist.
Und nur auch meiner Meinung nach. Ansonsten ist bei Salz wichtig, Leute, die hohen Blutdruck haben, die sollten auf alle Fälle mal einen Salzauslösversuch machen. Ein Drittel von uns spricht auf Salz mit Blutdruckerhöhung an.
Das heißt, wenn man das weglässt, kann es sein, dass der Blutdruck ein Stück runtergeht. Das trifft aber nicht für alle zu. Man kann das nicht so generell sagen.
Deswegen ausprobieren.
[Jennifer Knäble] (27:54 - 27:55)
Rosmarin.
[Dr. med. Franziska Rubin] (27:56 - 29:17)
Das Kraut der Denker. Ja, das stimmt. Sokrates hat seinen Schülern Rosmarinkränze umgebunden, wenn es um Prüfungen ging und um Sachen zu merken.
Weil die Rosmarinsäure, die gut untersucht ist, unsere Konzentrationsfähigkeit steigen lässt. Da geht es um Durchblutungsförderung im Gehirn. Bei den Griechen war das so, dass Rosmarin der Liebesgöttin Aphrodite geweiht war.
Gleichzeitig war es eng mit dem Tod verknüpft. Die haben alle die Leichen, die Mumien mit Rosmarin bestückt. In dem Glauben, dass sie dann nicht so stinken.
Und dass sie selber nicht riechen. Sondern dass sie eine schönere Reise in den Tod haben mit dem Duft von Rosmarin. Das ist der Hammer.
Heute weiß man, weil die Rosmarinsäure so gut entschlüsselt ist, dass das Keimtöten hilft. Das wissen wir schon lange. Es wurde viel Fleisch mit Rosmarin haltbar gemacht.
Aber dass es auch blutzuckerregulierend wirkt, das weiß man noch nicht so lange. Und Rosmarinsäure ist gut fürs Mikrobiom. Wie bei deinem Joghurt und bei dem, was man für seinen Magen-Darm-Trakt tun kann.
Was ich besonders finde an Rosmarin, es ist ein munter Macher. Es ist die Alternative zum Kaffee. Leute, die niedrigen Blutdruck haben, könnten auch Rosmarin-Tee trinken statt Kaffee.
[Jennifer Knäble] (29:18 - 29:20)
Man kennt es nur vom schwarzen Tee, dass der wach macht.
[Dr. med. Franziska Rubin] (29:21 - 30:47)
Das stimmt, aber Rosmarin ist viel stärker. Er macht richtig wach und munter. Deswegen auch Leute, die immer mal wegkippen.
Oder die Probleme mit dem Kreislauf haben. Wo der Blutdruck zu weit runtergeht, die könnten sich Rosmarin-Öl mitnehmen und dran schnüffeln. Dafür ist es ganz interessant.
Gedächtnisfördernd, angstlösend auch. Gut bei Erschöpfung und Müdigkeit. Und was ich faszinierend fand, es ist eine kleine, aber feine Studie.
Da ist Rosmarin-Öl gegen Minoxidil angetreten. Das ist ein Haarwuchsmittel. Viele Frauen in den Wechseljahren kriegen diesen lichteren Scheitel oder die Geheimratsecken vor.
Da ist immer die Frage, was kann man dagegen tun? Das ist witzig auf Insta und Facebook. Da sind unglaublich viele, und TikTok noch schlimmer.
Es sind viele Anwendungen mit Rosmarin-Öl unterwegs. Die sind aber viel zu stark. Das kann ich nicht, das ist sehr hautreizend.
Ich muss wissen, wie ich es mache. Dass ich nur den einen Löffel mit einem Trägeröl mische. Und dann erst mal eine Stunde einwirken lasse.
Später kann ich das machen, wenn ich das über Nacht einwirken lasse. Oder ich mische es mir in mein Haarshampoo rein. Oder in meine Spülung, immer nur ein paar Tropfen.
Sodass ich diesen anregenden Effekt habe. In dieser Studie hat es genauso gut abgeschnitten, was die Bremsen des Haarausfalls und die Anregung von neuem Haarwuchs anspricht. Genauso wie das Minoxidil.
Das fand ich spannend.
[Jennifer Knäble] (30:48 - 30:52)
Super spannend. Wie kann ich das zu mir nehmen? Als Tee und als Öl?
[Dr. med. Franziska Rubin] (30:54 - 31:08)
Wenn ich will, dass die Haare wachsen, mische ich das in einem anderen Öl und trage das auf. Mache mir eine Kopfmaske und schlafe damit, wenn ich mich dran gewöhnt habe. Am Anfang nur eine Stunde.
Steht alles in "11 Naturheilmittel ersetzen eine Apotheke".
[Jennifer Knäble] (31:08 - 31:17)
Das muss man auf jeden Fall noch mal ... Wir machen einen kleinen Anriss. Sonst würden wir ein paar Stunden hier sitzen.
Ich habe schon viel gelernt. Auch in der Kürze liegt die Würze. Oh, Wasser.
[Dr. med. Franziska Rubin] (31:18 - 31:49)
Wasser, das wissen wir schon aus der Antike. Die alten Römer haben viel gebadet und mit Wasser gelöst. Aber wer das auf die Spitze getrieben hat, ist der Pfarrer Kneipp.
Der hat damals eine schwere Tuberkulose mit diesen kalten Bädern in der Donau geheilt. Er hat das danach auf den wissenschaftlichen Standard gehoben. Er hat geguckt, wie viel kalt, wie viel warm, was bewirkt das bei den Leuten.
Heute haben wir so viele tolle Wasseranwendungen, mit denen man bestimmte Dinge erreichen kann.
[Jennifer Knäble] (31:50 - 31:53)
Was heißt Wasseranwendung?
[Dr. med. Franziska Rubin] (31:53 - 32:58)
Dass ich meinen Kopf unter kaltes Wasser halte. Nicht den ganzen Kopf, sondern nur das Gesicht abspüle. Da gibt es eine nette Studie der Uni Essen, die gezeigt hat, dass sofort die IGA-Spiegel, unsere Abwehr in Alarmbereitschaft tritt.
Wenn ich kaltes Wasser über meine Stirn dreimal rüber und dreimal die Seiten runter und so laufen lasse. Sehr interessant in der Erkältungszeit. Dann gibt es eine gute Untersuchung zu kalten Schenkelgüssen, die auch das Immunsystem mobilisieren.
Ein kaltes Armbad. Wenn ich im Job merke, ich kann mich nicht mehr konzentrieren oder ich habe Herzrasen und mir geht es nicht gut. Dann kann ich kaltes Wasser in den Waschbecken einlaufen lassen.
Ich kann den rechten und den linken Arm reintunken. Dann lasse ich das 20, 30 Sekunden. Das kalte Armbad der Naturheilkunde ist die Tasse Kaffee der Natur.
Das macht erst mal wach. Grundsätzlich reguliert es aber unseren Herzschlag und unser Kreislaufsystem. Mit Wasser kann man ganz viel bewirken.
Man muss nur wissen, wie es geht.
[Jennifer Knäble] (32:58 - 33:00)
Ist das auch die kalte Dusche morgens?
[Dr. med. Franziska Rubin] (33:00 - 33:00)
Genau.
[Jennifer Knäble] (33:02 - 33:06)
Kalt duschen statt nur warm? Am Ende sagt man ja immer, bitte kalt.
[Dr. med. Franziska Rubin] (33:06 - 33:54)
Ich persönlich habe das früher ganz lange versucht. Es hat mich unheimlich gequält, komplett kalt zu duschen. Dann habe ich mich gefreut über die Studien, die gezeigt haben, es reicht, wenn man die Beine kalt abduscht.
Dann hat man auch diese immunstimulierende Wirkung. Mein persönlicher Kompromiss ist, und das mache ich wirklich, ich schwöre, jedes Mal nach jeder heißen Dusche, rechtes Bein bis zur Hüfte hoch und dann runter. Linkes Bein bis zur Hüfte hoch und dann runter.
Dann mache ich die Arme bis zur Schulter. Dann mache ich das Gesicht. Dann habe ich ganz viele Wirkungen, ohne dass es mir unangenehm kalt ist.
Ich mag das nicht auf Brust und Bauch und Rücken. Die Haare will ich auch nicht nass machen. Aber so habe ich viele gute Wirkungen abgefasst, ohne dass ich mich richtig quälen muss.
[Jennifer Knäble] (33:55 - 34:03)
Die Zitrone. Wie heißt das so schön? Gib das Leben dir eine Zitrone, mach Tequila draus.
Wie heißt das so schön?
[Dr. med. Franziska Rubin] (34:04 - 35:32)
Das wäre auch eine Idee vielleicht. Das ist super für die Laune. Ich liebe Tequila, wenn er gut gemacht ist.
Die Zitrone ist so berühmt geworden durch das Thema Skorbut. Damals schon die Seefahrer, die nicht um die Welt kamen, weil sie den Vitamin-C-Mangel hatten. Wir brauchen alle Vitamin-C.
Wir wissen aber mittlerweile, es ist überall als Konservierungsstoff drin. Das heißt, das ist zu kurz gegriffen. Was ich spannend finde, ich hatte mir eine Serie angehört zum Thema Retinol.
Da geht es um die Haut, wie man die jung halten kann. Man könnte auch Zitrone in Hautcremes tun. Da hat man den gleichen Effekt wie AHA-Säuren.
Man kann dafür sorgen, dass die Haut stimuliert wird, sich neu anzuregen und feiner wird vom Hautbild. Sehr spannend fand ich eine kleine Studie. Da haben Frauen nach der Menopause sich nicht nur bewegt, da ging es ums Thema Bluthochdruck, sondern noch Zitrone dazu getrunken.
Und zwar einfach nur diese eine ausgepresste Zitrone am Tag. Tatsächlich hat das Blutdruck senkend gewirkt. Es gibt viele Hinweise, dass Zitrone eine schützende Wirkung hat fürs Herz-Kreislauf-System und Blutdruck.
Es ist auch ein Lebensmittel, würde ich sagen. Das Lebensmittel hat mehr Wirkung als das reine Vitamin C, was man oft verwenden sollte in der Küche. Die Hauptwirkung ist dieses Antioxidative.
[Jennifer Knäble] (35:34 - 35:47)
Last but not least die Heilerde. Kenne ich nur aus Gesichtsmasken. Es gibt viele Gesichtsmasken mit Heilerde.
Die sollen Sachen aus der Haut rausziehen.
[Dr. med. Franziska Rubin] (35:48 - 37:53)
Wo du gesagt hast, ihr trinkt so viel Kamillentee. Du könntest die Heilerde mit Kamillentee mischen. Dann hast du diese desinfizierende Wirkung noch mit und die hautberuhigende Wirkung.
Das ist eine Top-Maske, Kamillentee mit Heilerde zu mischen. Die Heilerde ist total interessant, weil die äußerlich die besprochenen Wirkungen hat. Dass sie klärend auf das Hautbild wirkt, dass sie auch beruhigend wirkt.
Aber die Heilerde bindet auch sehr viel Cholesterin. Wenn man ein Hühnerei zusammen mischt, braucht man nur 2 Teelöffel, um das Fett zu binden, was da drin ist, von Heilerde. Wenn man das regelmäßig zu sich nimmt, hat man einen natürlichen Cholesterinsenker zu sich genommen.
Unschlagbar ist Heilerde bei Sodbrennen. Alle Leute, die Sodbrennen haben, müssen immer Heilerde ausprobieren. In meinem Podcast hat die Sina die Heilerde getrunken und hat sich geschüttelt vorweg.
Da habe ich gesagt, ich probiere es erst mal. Weil Heilerde macht das Wasser nur etwas erdig. Wenn das Wasser warm genug ist und gut umgerührt, das merkt man fast gar nicht.
Das ist nicht so eklig, wie man denkt. Es hat eine sehr gute Säurebindende Wirkung. Ansonsten kann man es, wenn man es zu Hause hat, auch für die Gelenke anwenden, warm oder kalt.
Für Packungen. Man kann es auch bei schwerer Akne versuchen, weil es hautberuhigend wirkt. Heilerde ist so einfach.
Alles, was ich genannt habe, sind so billige Sachen. Bei der Kamille ist es so, wir haben nur über die Kamillenblüten gesprochen. Man kann aber auch mit Kamillenextrakt arbeiten oder mit Kamillenöl arbeiten.
Auch dafür gibt es Rezepte in den 11 Naturheilmitteln. Das wirkt immer ein bisschen anders. Im Grunde geht man einmal in die Apotheke am Anfang und kauft sich ein paar Sachen.
Dann hat man seine ganze Hausapotheke zu Hause, mit der man auf fast jede Erkrankung reagieren kann. Wir haben über 200 Anwendungen da drin.
[Jennifer Knäble] (37:55 - 38:14)
Du hast die 11, die wir grob für euch durchgegangen sind, auf diese 11 Naturheilmittel konzentriert. Die hast du für dein Buch ausgesucht. Es würde bestimmt mit deinem Wissen noch viele andere geben.
Warum hast du ausgerechnet die ausgesucht? Du hättest wahrscheinlich auch 111 nehmen können.
[Dr. med. Franziska Rubin] (38:16 - 39:01)
Viele Heilmittel sind nicht so breit aufgestellt wie diese Elf. Zu den Elf gibt es auch gute Evidenz. Ich habe auch Heilen mit Lebensmitteln geschrieben.
Da ist der Fokus mehr auf dem, was man so essen kann. Hier geht es darum, wie kann man mit diesen einfachen Dingen, die ja auch gut haltbar sind, fast alles rocken. Hinten drin sind noch elf magische Akupressur-Punkte.
Weil man seine Hände ja auch immer dabei hat. Da kann man mit den verschiedensten Punkten sich aktivieren oder beruhigen. Oder was gegen Magenschmerzen tun.
Oder sein Herz. Wer Herzrasen hat, ist wichtig, dass man den einen oder anderen Punkt kennt.
[Jennifer Knäble] (39:01 - 39:33)
Sehr gut. Du bist ja auch Spezialistin für Frauengesundheit, liebe Franziska. Gibt es etwas, was uns Frauen hilft? Vielleicht einmal während der Periode, wo ja auch viele Frauen mit vielen Schmerzen umgehen müssen.
Unterleibsschmerzen, Krämpfe. Und vielleicht auch einmal während der Wechseljahre. Während der Wechseljahre gibt es ja oft den Rat bioidentische Hormone.
Aber vielleicht hast du ja auch etwas aus deiner Naturapotheke, was auch helfen könnte.
[Dr. med. Franziska Rubin] (39:34 - 40:51)
Es gibt verschiedene Sachen, die da helfen. Also gegen die Krämpfe. Viele probieren es ja vorher mit hochdosiertem Magnesium.
Was auch vielen hilft, ist der Mönchspfeffer, das Agnokaston. Weil das den ganzen Hormonlevel etwas stabilisiert. Das Dumme beim Mönchspfeffer ist, dass er auch ein bisschen auf die Libido wirkt.
Aber mich hat es gerettet damals. Ich hätte auch ganz gut damit zu tun mit den ganzen Krämpfen. Ich finde dieses Thema Wechseljahre so spannend.
Nicht nur, weil es mich betroffen hat. Sondern weil ich finde, dass es dazu ganz schön viel Fehlinformationen im Augenblick gibt. Ich finde, was erst mal wichtig ist zu wissen, es geht halt schon früh los.
Gerade die Stimmungsschwankungen, das ist schon was, was einen sehr früh erwischen kann. Auch mal die Hitzewallungen und die Schlafstörungen kommen oft als erstes. Dass man das einfach erkennt, dass man das zuordnen kann.
Auch wenn die Stimmung mal voll hängt. Oder ich habe meine Kinder so angebrüllt und habe mich gefragt, wann brülle ich die so an? Das war komisch, das zu erkennen.
Dann ist aber die gute Nachricht, nur ein Drittel hat ja wirklich schwere Beschwerden. Ein Drittel hat leichte Beschwerden. Und ein Drittel hat gar keine Beschwerden.
Das heißt, das muss gar nicht kommen. Das muss nicht sein.
[Jennifer Knäble] (40:51 - 40:52)
Das ist auch mal eine schöne Nachricht.
[Dr. med. Franziska Rubin] (40:52 - 42:57)
Genau. Da kann man übrigens die Mama fragen, weil oft läuft es bei uns sehr ähnlich ab wie bei der Mutter. Dann finde ich wichtig zu wissen, die wenigsten brauchen eigentlich Hormone.
Und die wenigsten nehmen Hormone. Wir haben in Deutschland gerade mal 15 Prozent der Frauen nehmen Hormone. Im Augenblick gibt es so viele, die da draußen so laut rumschreien, dass wir alle Hormone nehmen sollten.
Weil die bioidentischen Hormone natürlich besser sind. Die sind tatsächlich besser als die synthetischen, weil sie besser vertragen werden. Das Nebenwirkungsprofil ist aber trotzdem da.
Ich finde, viele Frauen wollen das ja gar nicht nehmen. Ich finde es auch unfair, dann zu sagen, ihr müsst das alles nehmen, damit der Jünger bleibt. Sonst kriegt der Knochenschmerzen.
Das ist auch irgendwie Angstmacherei. Und das finde ich doof. Weil die Wahrheit ist, manche brauchen es tatsächlich.
Die schlafen so schlecht, die schwitzen so stark. Denen geht es so schlecht, dass sie tatsächlich auf Hormone zurückgreifen können. Ist doch okay.
Und es gilt auch als unbedenklich, aber nur für ein paar Jahre. Und dann immer mal wieder gucken, brauche ich das jetzt wirklich noch? Das wäre mein Rat.
Und ansonsten ist alles super mit Naturheilkunde behandelbar. Ich habe eine Box gemacht. Die heißt Erste-Hilfe-Box für die Wechseljahre.
Da zum Beispiel sind diese ganzen naturherkundlichen Tipps drin. Das war total interessant, die zusammenzustellen. Hat mir selber auch sehr geholfen.
Weil es gibt gute Pflanzen, die uns generell unterstützen. Die auch was für die Knochengesundheit tun. Wie die Traubensilberkerze.
Die hilft auch gegen das Schwitzen und die Stimmungsschwankungen. Aber es gibt auch den Salbei, der vor allem gegen Schwitzen hilft. Oder eben den Lavendel oder Baldrian für die Schlafstörungen.
Man kann so viel machen. Und so schwer ist es dann auch nicht. Weil man kriegt ja selten alle Beschwerden.
Sondern man hat ja meistens nur mit einem zu tun. Und dann nimmt man halt das entsprechende Naturheilmittel. Und ich finde, das ist immer Self-Empowerment.
Ist doch total cool, wenn ich was anwende. Und ich merke, ja, das hilft mir. So, jetzt gehe ich da gut durch.
Habe keine Nebenwirkungen. Und das ist doch viel schöner, als sich irgendwas reinzuschmeißen. Weil alle sagen, man müsste sich was reinschmeißen.
Nein, niemand muss. Er kann, wenn er möchte.
[Jennifer Knäble] (42:58 - 43:22)
Absolut. Du hast dich auch beschäftigt, Franziska, mit der 2. Lebenshälfte. Wenn man es so schön sagt.
Was passiert eigentlich, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Und ich die Wechseljahre vielleicht durch habe. Oder auch noch halb drin bin.
Magic Midlife hast du es genannt. Wie die 2. Halbzeit zur Besten unseres Lebens auch werden kann.
Wie denn?
[Dr. med. Franziska Rubin] (43:22 - 45:04)
Das klingt ein bisschen kritisch. Ich würde sagen, diese Zeit, um die es da geht, ist die Zeit zwischen 40 und 65. Wo sich eben vieles verändert im Leben.
Und das Tolle ist, dass mir bei den Recherchen zu Magic Midlife aufgefallen ist. Wir kennen ja z.B. diese U-Kurve des Glücks. Dass es uns eigentlich meistens genau da, wo du jetzt bist, am schlechtesten geht.
Wegen Doppelbelastung, Kinder, Stress im Job, Verantwortung, Haus abbezahlen, vielleicht sogar noch bauen. Die Eltern kommen vielleicht. Ich finde, das wird gar nicht so wahrgenommen in der Öffentlichkeit.
Das ist echt eine schwere Zeit. Und eigentlich geht es danach bergauf. Und zwar durch verschiedene Faktoren.
Unser Gehirn scheint Dinge anders zu bewerten. Wir lernen uns besser kennen. Und wir können uns auch besser abgrenzen.
Und du wirst feststellen, wenn man sich hormonell verändert in der Lebensmitte, dann hört man plötzlich deutlicher, was das Herz so will. Was einen so umtreibt, was man so wirklich machen will. Und man kommt in diese angenehme Situation, dass man nicht mehr so viel für andere tun muss, sondern kann was für sich selber tun.
Und das im Mix mit der Tatsache, dass wir heutzutage so alt werden. Wir Frauen haben eine Lebenserwartung von Mitte 80. Ja, da weiß ich, dass ich mit 40, 45 noch vier Lebensjahrzehnte vor mir habe.
Und die wollen auch gut gestaltet werden. Ich weiß nicht, wie es dir ging, aber ich habe doch eigentlich immer nur drüber nachgedacht. Finde ich einen richtigen Mann?
Will ich Kinder haben und brauche ich ein Haus? So, fertig. Und jetzt stehst du aber da.
Und dann kommt da noch mal eine Hälfte, wenn du Glück hast. Und was macht man damit? Und das ist eine Riesenchance.
Das ist total spannend.
[Jennifer Knäble] (45:05 - 45:28)
Die Studien der 100-Jährigen und die Harvard-Glücksforschung sind neben vielen persönlichen Anekdoten auch deine Basis gewesen für deine Recherche. Was sagen die denn jetzt mal so grob? Sonst müsstest du uns wahrscheinlich jetzt einen Zwei-Stunden-Vortrag halten.
Wie können wir diese zweite Lebenshälfte qualitativ besser, optimistischer und vielleicht auch gesünder gestalten?
[Dr. med. Franziska Rubin] (45:29 - 47:08)
Ich habe in dem Buch so sieben Weichen rausgearbeitet, die man so oder so stellen kann. Und ich würde sagen, es sind alles Entscheidungen. Aber wenn ich weiß, dass ich das kann, dann kann ich ja sagen, habe ich Zeit für, habe ich Nerv für oder nicht?
Viele kommen ja auch tatsächlich in die Krise. Übrigens diese Glückskurve, was du jetzt auch erwähnt hast, was ja eine weltweite Untersuchung ist, da stürzen die Männer viel steiler ab als wir. Also wir sind alle unten, so Mitte 40 ungefähr.
Aber die Männer, die gehen rasanter rein, aber die gehen auch besser wieder raus. Was wahrscheinlich oft mit einer finanziellen Unabhängigkeit zusammenhängt. Und dass die dann einfach ihr Ding machen.
Und das Schöne ist daran, dass man merkt, da geht es aufwärts. Uns geht es besser in der zweiten Lebenshälfte. Wer hätte das gedacht?
Wir verbinden ja Altern mit Zerbrechlichkeit. Und dass man langsamer machen muss, dass man alles wehtut. Und das scheint gar nicht so ins Gewicht zu fallen.
Weil diese anderen Vorteile, mehr Zeit für sich, langsamer machen dürfen, klarer wissen, was man will, mehr aufs Herz hören. Das scheint zu überwiegen. Das ist doch eine gute Botschaft.
Wir tun immer alle so, als wäre der Lack ab. Wenn man dann die 40 überschritten hat. Das kann man durchaus anders sehen.
Darum geht es in Magic Midlife. Dann geht es um die gesundheitlichen Weichenstellungen. Da geht es auch um Bewegung und um Ernährung.
Dann habe ich eine ganze Liste zusammengestellt, diese ganzen Power-Lebensmittel, die man da mehr zu sich nehmen könnte. Weil wir einfach mehr Nährstoffe brauchen bei weniger Kalorien. Ist einfach so.
[Jennifer Knäble] (47:09 - 47:16)
Und was ich auch noch spannend finde, du schreibst auch über den Body-TÜV. Was ist der Body-TÜV?
[Dr. med. Franziska Rubin] (47:17 - 48:55)
Das ist so eine Mischung aus der Tatsache, dass wir von alleine immer dicker werden. Und dass wir auch irgendwo aus Studien wissen, wenn wir da nicht was gegen tun, dann ist das ein blöder Verlauf oder kann das so werden. Es gibt eine interessante Untersuchung, dass so viele Frauen sagen in der Lebensmitte, ich bin so sehr belastet, ich muss mich noch um die Kinder kümmern, um die Eltern kümmern.
Ich habe so viel Stress im Job. Sport machen verschiebe ich auch später. Das ist riskant, weil der Körper anfängt, ab 30 sich innerlich umzubauen.
Der wechselt heimlich Muskeln gegen Fett aus. Ich kriege für zwei Kilo Muskeln pro Jahrzehnt so einen dicken Batzen Fett. Deswegen ist man so schwammig.
Ich habe auch gedacht, wieso bin ich so schwammig, obwohl ich gar nicht deutlich mehr wiege? Der Körper fängt an, sich umzubauen. Einfach mal hinzugucken, wie kann ich den unterstützen?
Und dann aber gleichzeitig vom Mindset her liebevoll mit sich umzugehen. Also zu sagen, ich bin ehrlich, ich gucke mir das mal alles so an, was da bei mir abgeht. Aber ich tue auch was dafür.
Ich suche mir einen Sport aus, der mir Spaß macht mit Freundinnen. Aber ich bin auch liebevoll. Ich gucke gut auf mich und fürsorglich und nicht so radikal.
Ich freue mich über das, was gut läuft. Anstatt immer auf das zu gucken, was nicht läuft. Das ist viel Mindset-Arbeit auch in Magic Midlife.
Aber gerade das finde ich so spannend. Weil wir mit der Art, wie wir auf uns gucken, oder auf diese Lebenszeit ganz viel verändern können. Hast du alles noch vor dir.
[Jennifer Knäble] (48:55 - 49:26)
Ein wunderbares Schlusswort zum Durchatmen. Vielen Dank auch für dieses positive Ende.
Dieses schöne Mindset, wie du sagst. Viele sagen, lieber Gott, was da hinten rauskommt, das wird alles nicht besser und nicht schöner. Ich finde es toll, das auch mal in so einem schönen positiven Blickwinkel zu sehen.
Das muss man nur mal versuchen. Liebe Dr. Franziska Rubin, es war mir ein Fest. Es war wunderbar und ganz spannend.
Vielen Dank.
[Dr. med. Franziska Rubin] (49:27 - 49:27)
Ich danke.
[Jennifer Knäble] (49:27 - 49:32)
Ich werde jetzt meine Naturapotheke zu Hause direkt mal aufbauen.
[Dr. med. Franziska Rubin] (49:33 - 49:33)
Sehr gut.
[Jennifer Knäble] (49:35 - 49:59)
Ich danke dir ganz herzlich. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann gebt uns gerne eine positive Bewertung bei Apple Podcasts oder Spotify. Damit ihr nichts verpasst, abonniert doch die Newsletter von Sunday Natural. Hier bekommt ihr mehr Infos zum Podcast, zu unseren Gästen und neuen Produkten.
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