

Ein Leben in Geschmeidigkeit: Zurück zur intuitiven Bewegung
Wir sitzen zu viel, atmen oft zu flach und wundern uns, wenn der Körper mit Verspannungen streikt. Dabei ist Bewegung weit mehr als reine Muskelarbeit. Sie verbindet Nervensystem, Mindset und Selbstfürsorge. In dieser Episode von HEALTHWISE spricht Nils Behrens mit dem Movement Coach Karimu Samuels darüber, wie wir Kraft, Mobilität und Achtsamkeit verbinden, um wieder „geschmeidig“ durchs Leben zu gehen.
Die Folge HEALTHWISE auf YouTube
Flexibilität vs. Mobilität: Der entscheidende Unterschied
Oft werden Flexibilität und Mobilität synonym verwendet, doch Karimu Samuels zieht hier eine klare Grenze. Flexibilität beschreibt oft nur die passive Dehnbarkeit. Also die Fähigkeit, einen großen Bewegungsradius einzunehmen wie beim Spagat, ohne unbedingt die muskuläre Kontrolle darüber zu haben.
Mobilität hingegen ist Beweglichkeit gepaart mit Kraft. Es geht darum, einen Bewegungsradius aktiv kontrollieren zu können. Wahre Funktionalität entsteht erst, wenn wir in den Endgraden unserer Bewegung („Range of Motion“) auch Kraft besitzen.
- Experten-Tipp: Nutze im Training die volle „Range of Motion“. Viele Menschen trainieren oft nur halbe Bewegungen, doch der Muskel profitiert am meisten, wenn er über seine volle Länge gefordert wird.
Die 3 Säulen für einen geschmeidigen Körper
Karimu Samuels teilt drei essenzielle Übungen, die jeder in seinen Alltag integrieren kann, um körperliche Freiheit zurückzugewinnen.
1. Richtiges Hängen (Aktive Dekompression)
Hängen ist elementar für die Schultergesundheit und die Entlastung der Wirbelsäule, aber es gibt einen Unterschied zwischen passivem Hängen und aktivem Arbeiten an der Stange.
- Die Technik: Greife die Stange, atme tief in den Brustkorb ein und hauche die Luft lange und tief aus.
- Der Effekt: Durch das bewusste Aushauchen wird der Brustkorb komprimiert und der Core aktiviert. Die Schwerkraft zieht die Wirbelsäule lang, was Verspannungen im Nacken lösen und die Schulterstabilität fördern kann.
- Ziel: Versuche, etwa 10 tiefe Atemzüge im Hängen zu machen.
2. Die Wirbelsäule befreien (Spinal Waves)
„Je geschmeidiger die Wirbelsäule, desto geschmeidiger der Körper“, so Samuels. Eine steife Brustwirbelsäule blockiert oft den Energiefluss.
- Die Übung: Stelle dich mit dem Gesicht zur Wand. Berühre die Wand nacheinander fließend mit Nase, Kinn, Brust, Rippen, Bauch und Becken und wiederhole dies ein paar Mal, um in einen wellenartigen Bewegungsfluss zu kommen.
- Das Ziel: Diese „Spinal Waves“ helfen dabei, die Segmente der Wirbelsäule wieder einzeln anzusteuern und eine wellenartige, lockere Bewegung zu erzeugen.
3. Der Deep Squat (Die tiefe Hocke)
In vielen Kulturen ist die tiefe Hocke eine normale Ruheposition, die bis ins hohe Alter beibehalten wird. Wir haben diese Fähigkeit oft durch ständiges Sitzen auf Stühlen verlernt.
- Die Ausführung: Stelle die Füße etwas weiter als schulterbreit auf, Zehen leicht nach außen rotiert, und setze dich so tief wie möglich ab.
- Hilfestellung: Wenn die Fersen anheben, lege Bücher oder Tennisbälle unter die Fersen, um den Winkel zu erleichtern.
- Challenge: Versuche, über den Tag verteilt insgesamt 10 Minuten in dieser Position zu verbringen zum Beispiel entspannt vor dem Fernseher.
Reconnect: Verbindung von Körper und Geist
Ein zentraler Aspekt von Samuels Arbeit ist „Reconnect“ – die Wiederverbindung von körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene. Stress entsteht oft im Kopf und manifestiert sich im Körper. Um wirklich loszulassen müssen wir lernen, die ständige Kontrolle abzugeben.
Übung für mehr Fokus: Der Besenstiel-Trick
In einer Welt voller Ablenkungen ist die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren, selten geworden. Hier ist eine Übung, um genau dies wiederherzustellen.
- Die Übung: Balanciere einen Besenstiel (oder Wischmopp-Stiel) auf Zeige- und Mittelfinger.
- Die Herausforderung: Versuche, den Stab für 10 Minuten zu balancieren, ohne dass er fällt.
- Der Nutzen: Diese Übung zwingt dich dazu, im Moment zu sein. Sobald die Gedanken abschweifen, fällt der Stab. Es ist ein spielerisches Training für Achtsamkeit und Präsenz.
Erleben statt nur Verstehen
Rationales Wissen allein verändert nichts. Wie Karimu Samuels betont: „Erst durch die selbst erlebte Erfahrung werden wir ins wahre Verständnis kommen“. Egal ob es das Hängen an einem Ast im Park oder der Squat vor dem Fernseher ist – der Schlüssel liegt im Tun.
Take Aways
- Mobilität > Flexibilität: Wahre Beweglichkeit entsteht erst durch Kraft und Kontrolle im vollen Bewegungsradius.
- Aktives Hängen entlastet: Tiefes Ausatmen an der Stange aktiviert den Core und löst Verspannungen.
- Wirbelsäule im Fluss: Eine geschmeidige Brustwirbelsäule ist der Schlüssel für einen beweglichen Gesamtkörper.
- Die 10-Minuten-Squat-Regel: Tägliches Sitzen in der tiefen Hocke hält Hüfte und Rücken fit.
- Erleben statt Wissen: Wahres Verständnis entsteht erst durch das eigene Tun und Spüren der Bewegung.
- Loslassen statt Kontrollieren: Echte Intuition erfordert das bewusste Abgeben von Kontrolle.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Produktempfehlungen von sunday natural
Karimu Samuels ist Movement Coach und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Mobilität, Kraft und Achtsamkeit miteinander verbindet. Seine Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, ihren Körper wieder richtig zu „lesen“, alte Stressmuster aufzulösen und nachhaltige Routinen in den Alltag zu integrieren.
Dabei geht es ihm um weit mehr als reines körperliches Training: Sein Ziel ist echte Freiheit in der Bewegung, mehr Klarheit im Kopf und Gelassenheit im Alltag. Unter dem Leitgedanken „Reconnect“ verknüpft er körperliche, mentale und emotionale Aspekte, um eine Rückkehr zur intuitiven Bewegung und zum eigenen Selbst zu ermöglichen.
Mehr zu Karimu Samuels:
Instagram: @karimu_samuels
Website & Workshops: https://karimusamuels.com
159 Die Rückkehr zur intuitiven Bewegung. Mit Karimu Samuels
[Karimu Samuels] (0:00 - 0:27)
Egal, was ich teile, was du teilst, solange der Zuhörer nicht in die Aktion gegangen ist, die Spinal Wave an der Wand ausprobiert hat, das Hängen mit dem Arm ausprobiert hat, den Squat ausprobiert hat, sind das nur Hörensagen, sind das nur Worte, die wir aufgeschnappt haben in unserem rationalen Verständnis. Aber erst durch die selbst erlebte Erfahrung werden wir das kanalisieren können, werden wir ins Verständnis kommen, in das tiefe, wahre Verständnis.
[Nils Behrens] (0:29 - 1:17)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein an Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Wir sitzen zu viel, atmen zu flach und wundern uns, warum der Körper streikt. Bewegung ist nicht nur Muskelarbeit, sie ist Nervensystem, Mindset und täglich geliebte Selbstversorgung.
Karimu Samuels ist Movement Coach und arbeitet mit einem ganzheitlichen Ansatz, der Mobilität, Kraft und Achtsamkeit verbindet. In seiner Arbeit hilft er Menschen, ihren Körper wieder zu lesen, Stressmuster zu lösen und nachhaltige Routinen einzubauen. Sein Ziel, mehr Freiheit in der Bewegung, mehr Klarheit im Kopf, mehr Gelassenheit im Alltag.
Und deswegen sage ich herzlich willkommen, Karimo Samuels.
[Karimu Samuels] (1:17 - 1:18)
Hallo Nils.
[Nils Behrens] (1:18 - 1:22)
Karimu, sag mir, wie startet eigentlich ein perfekter Sonntagmorgen?
[Karimu Samuels] (1:26 - 1:30)
Ich würde die Frage gerne lieber drehen, wie startet der perfekte Morgen für mich?
[Nils Behrens] (1:30 - 1:35)
Okay, ja, dann verabschieden wir uns von Sonntagen. Was hattest du heute für einen guten Start?
[Karimu Samuels] (1:35 - 1:56)
Ich hatte heute einen wundervollen Start mit meiner Tochter, auch wenn es ein bisschen hektisch war, weil direkt nach dem Podcast fliege ich nach Mallorca, also ich muss direkt zum Flughafen. Aber so ein perfekter Morgen, was ich mir über die Jahre angeeignet habe, bedeutet für mich Slow Morning. Slow Morning, wenn ich eine kleine Geschichte erzählen darf dazu?
[Nils Behrens] (1:56 - 1:58)
Bitte, bitte. Dafür ist dieser Podcast da.
[Karimu Samuels] (2:00 - 2:58)
Es gab eine Zeit vor ein paar Jahren, da bin ich morgens immer aus dem Haus und irgendwann habe ich eine Freundin ertappt, die erwähnt hat, Karimu, ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass jeden Morgen, wenn du aus der Haustür rausgehst, zu deinem Auto, und das ist nur 100 Meter entfernt, dass es sich so anfühlt, als wenn jemand mit einem Messer hinter dir herrennen würde. Und in diesem Gleichschritt, also in diesem Tempo war ich unterwegs. Und als sie das gesagt hat, seitdem jedes Mal, wenn ich, ein Freund von mir aus Köln hat irgendwann mal gesagt, wenn du es eilig hast, geh langsam.
Und diese beiden Sachen kommen immer wieder in mein System. Und irgendwann habe ich angefangen, ja, wirklich anzufangen. Was bedeutet ein Slow Morning?
Wie wichtig ist es eigentlich, langsam anzufangen, dein Nervensystem in Ruhe zu halten, instead of gleich on alert zu sein und direkt loszurushen? Schnell zu duschen, schnell zu frühstücken, schnell deine To-Do-Liste aufzuschreiben und dann good to go.
[Nils Behrens] (2:58 - 3:49)
Ah, ich kann das so gut nachvollziehen. Bei mir war es früher genauso. Und ich fand das mal ganz interessant.
Ich war ja in meinem letzten Leben beim Lanserhof und die legen ja sehr viel Wert darauf, dass man immer 30 bis 50 mal jeden bisschen kaut. Und das war bei mir auch immer genauso, dass ich so ein alles so zeitoptimiert gemacht habe. Und ich habe dann tatsächlich auch gefrühstückt, meistens dann irgendeinen Müsli oder Haferbrei oder sowas.
Und den habe ich so innerhalb von gefühlten 30 Sekunden inhaliert. Und dann kam ich so zurück und auf einmal so 30 mal kaut. Und dann denke ich mir auf einmal so, oh, fuck, jetzt geht es gar nicht mehr so schnell.
Und dieses sich beim Frühstücken, beim Kauen Zeit zu lassen, hat bei mir so viel Tempo rausgenommen, dass ich einfach auf einmal genau diesen Effekt, dieses morgens schon auf der Flucht sein, rausgenommen habe. Das ist so viel wert. Und der ganze Tag läuft dann anders, wenn man nicht so gleich so gestresst ist.
[Karimu Samuels] (3:49 - 4:19)
Alleine sich am Morgen wirklich Zeit für sich selbst zu nehmen. Heute ist es so, bevor ich rausgehe aus der Haustür, es sei denn, ich muss meine Tochter zur Kita bringen, aber bevor ich rausgehe, habe ich mindestens eine Stunde für mich. Das heißt, ich habe eine ganz klare Morningroutine, die ich jeden Morgen mache.
Wenn ich diese mache, dann bin ich in so einem Zen-Zustand, dass gefühlt nichts mich umreißen kann, was sensationell ist, kann ich gerne später auch mehr zuteilen, wenn du möchtest. Aber das ist ein großes Geschenk, wirklich ein großes, großes Geschenk.
[Nils Behrens] (4:19 - 4:51)
Ein ganz großes Geschenk, finde ich auch. Also bei mir ist es jetzt das erste Mal. Ich habe auch so, ich liebe es, diesen Slow Morning.
Es hat sich bei mir jetzt so ein bisschen verändert. Ich bin gerade dabei, tatsächlich ein Buch zu schreiben und nutze diese Zeit morgens noch, diese Klarheit im Kopf. Und von daher ist jetzt sozusagen das Erste, was ich morgens mache, dann tatsächlich mich an den Laptop setzen, aber dann nicht zu, in dem Sinne, eine E-Mail zu antworten oder sonst was mit der Welt zu kommunizieren, sondern dann wirklich so meine, diese Gedanken loszulassen und ein Buch zu schreiben.
[Karimu Samuels] (4:51 - 5:20)
Das habe ich aber auch gemerkt. Solange du nur am Funktionieren bist, wie eine Maschine, und das passiert, sobald du rusht und hektisch durchs Leben gehst, kannst du nicht kreativ sein. Du kannst dem Apparat da oben gar nicht den Raum geben, um irgendwelche kreativen Sachen in Worte nach außen zu tragen.
Ganz klar gemerkt für mich. Deswegen jedes Mal, wenn ich auch neue Programme kreiere oder dergleichen, muss ich immer erstmal Headspace kreieren, um dann anschließend wirklich in die Produktivität gehen zu können.
[Nils Behrens] (5:20 - 5:59)
Du, wir sind schon voll drin. Ich möchte nichtsdestotrotz, ich habe mir ja was überlegt, wie ich dich befrage. Von daher, ich würde gerne dieses ganze Thema, dieses Mindset Reconnect und alles drum und dran, was dich auch sehr ausmacht und dich von anderen, ich sage jetzt mal Mobilitätscoaches dann unterscheidet, ist auf jeden Fall den Teil, auf den wir wahrscheinlich dann im zweiten Teil auch ausführlicher nochmal eingehen.
Ich möchte trotz allem einmal mit der Mobilität, was ja deine Ursprung, deine Wurzel sozusagen ist, so ein bisschen anfangen. Und deswegen, wenn wir über Mobilität sprechen, wo unterscheidet sich von deiner Sicht aus das Thema Flexibilität und Kraft?
[Karimu Samuels] (6:01 - 6:41)
Flexibilität, ich habe das ja immer mal, irgendjemand hatte das so wundervoll simpel dargestellt, dass ich dachte, na klar, makes sense. Also im Englischen würde ich jetzt sagen, flexibility is mobility without strength oder range of motion without strength. Mobility is range of motion with strength.
Bedeutet letztendlich, Flexibilität, da geht es eher um die Dehnbarkeit von Muskeln, Sehnen. Mobilität, da geht es um die Dehnbarkeit, aber mit der muskulären Kontrolle. Bedeutet, simples Beispiel für die Zuhörer.
Stell dir vor, du gehst in einen Side-Split, also in eine Grätsche sozusagen.
[Nils Behrens] (6:41 - 6:45)
Grätsche, ja, ja, ich musste jetzt selbst einen Augenblick drüber nachdenken, was denn ein Side-Split ist.
[Karimu Samuels] (6:45 - 6:50)
Spagat, jeder kann sich einen Spagat vorstellen. Stell dir vor, du bist im Spagat.
[Nils Behrens] (6:50 - 6:50)
Das mache ich regelmäßig.
[Karimu Samuels] (6:51 - 7:35)
Ganz genau, ich auch. Viele Leute oder vor allem Frauen können in einen tiefen Spagat gehen. Flexibilität, du bist wahnsinnig dehnbar und kommst ganz zum Boden.
So, jetzt komme ich aber, okay, die wahre Funktionalität besteht aber am Ende in der Mobilität. Mobilität bedeutet, bist du auch in der Lage in einem Spagat zu sein, aber zwei Zentimeter über dem Boden. Weil da brauchst du muskuläre Kraft in der Range of Motion und dadurch kommt die Funktionalität.
Weil nur Dehnbarkeit, wenn du hyperflexibel bist, bringt dir nichts. Und Kraft brauchen wir für alles. Um meinen Arm zu beugen, muss ich meinen Bizeps aktivieren.
Um mich nach vorne zu bewegen, muss ich ebenfalls Muskeln engagieren.
[Nils Behrens] (7:35 - 8:28)
Ja, ich weiß genau, was du meinst. Und ich finde bei mir, ich merke das am stärksten im Gym, wenn ich so Beinpresse zum Beispiel mache. Das sind ja mal horrende Gewichte, die man dann so mit diesen Beinen wegstemmen kann.
Und dann hat mich dann irgendwann mal hier unser Trainer Kurt Schwalter, der war auch schon mal hier im Podcast, der hat mich dann angesprochen und meinte, Nils, du gehst gar nicht tief genug runter. Und hat mir dann gezeigt, hat mir dann die Maschine so eingestellt, dass ich dann wirklich so in die maximale Kniebeuge sozusagen reingehe, die zwar dann schräg ist, aber wie auch immer. Und auf einmal merkst du, wenn du dann eben aus diesem letzten Teil der Range of Motion sozusagen dann das Gewicht rausstemmst, dann musst du einfach erstmal, also literally 40 Kilo von dieser Presse wieder runternehmen.
Weil es geht dann gar nicht mehr.
[Karimu Samuels] (8:28 - 8:30)
Nein, es geht nicht. Natürlich, natürlich.
[Nils Behrens] (8:30 - 8:35)
Also von daher, ich kann das sehr gut nachvollziehen, was das gerade bedeutet und finde das ein gutes Beispiel.
[Karimu Samuels] (8:35 - 9:09)
Und wir tendieren alle dazu, ich sage immer gerne, lazy zu sein. Bedeutet am Ende, selbst Bizeps Curls, viele Menschen gehen nur bis hier hoch. Viele ziehen nicht und benutzen die ganze Range of Motion.
Aber am Ende, ich versuche es nochmal so sinnbildlich darzustellen, der Muskel basiert auf 100 Prozent Volumen. Wenn du aber nur den halben Weg gehst, dann verpasst du einen Teil dessen. So das heißt, versuche wirklich immer, best case scenario, the full Range of Motion zu usen, um wirklich die Ganzheitlichkeit deiner Muskulatur zu nutzen.
[Nils Behrens] (9:09 - 9:31)
Das ist ja eines der Lieblingsthemen von Arnold Schwarzenegger, der tatsächlich immer an sich halten muss, wenn er im Gym sitzt und immer Leute sieht, die das trainieren und nicht die full Range of Motion dann machen. Sagt er selbst, dass er ab und zu mal Leute anspricht und sagt, ey, ändere das. Das stelle ich mir gerade so lustig vor, wenn man so im Gold Gym in Venice Beach sitzt und auf einmal hinter dir Arnold Schwarzenegger sagt, ey, du machst das falsch hier.
[Karimu Samuels] (9:31 - 9:33)
Ich kann es mir so vorstellen.
[Nils Behrens] (9:35 - 9:48)
Sag mal, hast du eine 80-20-Regel für Mobilität? Das heißt also, welche drei Entscheidungen liefern, ich sage mal, 80 Prozent des Effektes? Oder müssen es nicht drei sein, aber welche Entscheidungen, sagen wir mal grundsätzlich.
[Karimu Samuels] (9:49 - 9:58)
80-20-Regel. Welche drei Entscheidungen?
[Nils Behrens] (9:58 - 10:05)
Was würdest du sagen, muss man grundsätzlich machen, damit man mehr Effekt hat? Wahrscheinlich Range of Motion muss nutzen.
[Karimu Samuels] (10:07 - 10:14)
Bewusstheit für die Bewegung selbst. Das heißt, in dem Moment sein und wirklich Range of Motion sozusagen überprüfen.
[Nils Behrens] (10:14 - 10:50)
Das finde ich übrigens, by the way, auch etwas, das habe ich erst wirklich in den letzten Jahren gelernt, dass man insbesondere, wenn du Übungen schon sehr häufig gemacht hast, dass du dann irgendwann auch wieder so lazy wirst und sie einfach so abspulst, wenn du dann aber dich wirklich mal komplett darauf fokussierst und konzentrierst. Und insbesondere, das ist ja auch so ein Peter Attia-Ding, dass er auch sagt, dass du eigentlich genauso bewusst die Gegenbewegung machst. Wir hatten gerade den Bizeps Curls, also nicht nur die Handel sehr bewusst nach oben geben, sondern auch noch bewusst nach unten lassen.
Ja, finde ich ein super erster Tipp.
[Karimu Samuels] (10:50 - 11:37)
Also Bewusstheit ist für mich das A und O. Ich würde es fast sogar nur darauf legen. Und Muskelaktivierung.
Viele Leute verwechseln Mobilität mit Stretching. Das heißt, wenn Leute beispielsweise in eine Dehnung gehen, dann bedeutet das nicht, dass sie aktiv Muskeln anspannen. Wenn ich jetzt beispielsweise in eine Grätsche gehen möchte oder einen Horse Stance, je weiter ich runtergehe, da geht es nicht einfach nur darum, loszulassen, sondern gleichzeitig auch Spannung aufzubauen, um in der Lage zu sein, in der Kontrolle zu bleiben.
Das heißt, ich meine, am Ende ist das auch mit Bewusstsein. Bewusstheit sozusagen hat es auch zu tun. Aber die beiden Komponenten wären für mich, glaube ich, die essentiellsten.
Also Kontrolle in der Bewegung gepaart mit Bewusstheit.
[Nils Behrens] (11:38 - 11:58)
Du arbeitest ja auch viel mit deinen Leuten, sowohl in den Workshops als auch manchmal auch persönlich. Was würdest du sagen, wenn unsere ZuhörerInnen jetzt so sagen, okay, klingt ja alles ganz interessant, aber gibt es auch so Frühwarnsysteme im Körper, die du, sage ich mal, sehr, sehr ernst nimmst oder empfiehlst ernst zu nehmen?
[Karimu Samuels] (12:03 - 13:50)
Es kommt, glaube ich, ganz darauf an, was, also wenn wir jetzt beispielsweise im Workshop selbst sind, kommt es ganz darauf an, worum es gerade geht. Also geht es um den körperlichen Bereich, geht es um den mentalen Bereich, geht es um den emotionalen Bereich. Da spielt natürlich der emotionale Bereich bei meiner Arbeit beispielsweise auch eine große Rolle.
Generell ist für mich essentiell, höre auf deinen Körper. Was bedeutet es überhaupt zuzuhören? Viele Menschen sind nicht in der Lage, den Schmerz vom Knochen zu einem Schmerz vom Muskel zu unterscheiden.
Das heißt beispielsweise, okay, ich habe einen Muskelkater oder ich habe irgendwo eine Tension, ist ein riesiger Unterschied zu ich habe Knochenschmerzen. Also da ist wirklich ein immenser Unterschied und viele Leute sollten dementsprechend natürlich best case durch Erfahrung, aber da anfangen, sich mehr mit seinem Körper auseinanderzusetzen, mehr in die Praxis zu gehen, um Erfahrungswerte zu sammeln. Am Ende bringt es nämlich nichts, wenn ich dir erkläre, okay, das sind die zwei Unterschiede von Schmerzen.
Du musst am Ende erfahren, wie sich das anfühlt. Okay, was bedeutet es, Muskeltonus zu haben und wie fühlt es sich an, wenn dieser Tonus wieder von dann geht, also weggeht durch eine Stretching-Methode beispielsweise, durch Massage. Was bedeutet es, Knochenschmerzen zu haben?
Okay, wie fühlt sich der an? Okay, der ist leicht bleibend, sehr, sehr stechend, sehr, sehr schmerzhaft. Okay, der geht irgendwie nicht weg, wenn ich A, B, C mache.
Und da wirklich einfach ein Verständnis dafür zu bekommen, Informationen zu receiven. Das ist für mich das A und O, weil am Ende kein Doktor auf der Welt wird dir die Superpille geben, um deinen Körper zu heilen. Das heißt, wann fühlst du dich wirklich gestresst?
Wann realisierst du, dass der Stress eigentlich nur im Kopf entstanden ist und gar nicht in deinem Körper ist? Solche Sachen.
[Nils Behrens] (13:50 - 14:01)
Ja, ich stelle mir jetzt gerade vor, also wenn ich jetzt hier im Augenblick gerade, wir sind hier im Studio und wenn ich jetzt spontan sagen würde, Mensch, jetzt haben wir so viel über Spagat gesprochen, ich probiere das jetzt mal.
[Karimu Samuels] (14:03 - 14:46)
Da ist alleine mental schon die Angst vor dem Fakt, ich zähle mir was. Genau. Da fängt es schon an.
Da fängt es schon an, wollte gerade sagen. Und dann aber reinzugehen und zu schauen, okay, warte mal ganz kurz, wenn ich jetzt nicht direkt in den Spagat gehe, sondern erstmal nur kleine Sidesteps mache. Okay, das geht.
Okay, ich gehe ein kleines bisschen weiter. Oh, das geht ja immer noch. Okay, jetzt fängt es an schmerzhaft zu werden.
Okay, was könnte ich tun, um diesen Schmerz auszuhalten und vielleicht sogar zu releasen? Okay, versuch mal. Ich habe gehört, irgendjemand hat mal erzählt, tief atmen.
Okay, ich atme mal tief ein, tief durch den Mund aus, nicht zu viel pressen, damit ich wirklich in der Entspannung bleibe. Wow, oh, das geht ja weg. Okay, ich kann noch weiter gehen.
Und das meine ich mit Erfahrungswerte sammeln.
[Nils Behrens] (14:47 - 15:21)
Ja, krass, krass. Habe ich noch nicht. Also ja, finde ich total spannend.
Also jetzt kriege ich gerade wirklich Lust, Spagat zu machen, aber das machen wir jetzt nicht. Aber vielleicht danach, wer weiß. Aber genau das ist es.
Ich glaube, diese Angst vor dem Schmerz ist tatsächlich auch etwas, was… Also kommen wir zurück zu meinem Beinpresse-Beispiel, als ich das erste Mal diese Full Range of Motion gemacht habe. Du hast natürlich auch so insbesondere, merkst du dann eben auch, dass da so ein Druck auf der Leiste und sowas alles entsteht.
Und du hast ja auch keine Lust, mit einem Leistenbruch aus so einer Übung rauszugehen, sage ich mal so.
[Karimu Samuels] (15:21 - 15:31)
Weil, und jetzt kommt der nächste Punkt, du nicht genügend Vertrauen, du jetzt vielleicht in der Übung, aber andere Menschen nicht genügend Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben.
[Nils Behrens] (15:34 - 16:05)
Würdest du sagen, ich habe mal Hochliteratur, ich habe tatsächlich mal ein Muskelmanual von den Klitschko-Brüdern mal vor 100 Jahren in der Hand gehabt. Und da fand ich das ganz interessant, dass die sagen, also die waren so ein bisschen aufwärmen, ist okay, aber wenn man die Übung ganz langsam und bewusst durchführt, kann man es auch ohne machen. Und das ist so etwas, also ich…
[Karimu Samuels] (16:05 - 16:06)
Ich würde sagen ja und nein.
[Nils Behrens] (16:07 - 16:07)
Ja und nein, okay.
[Karimu Samuels] (16:08 - 16:21)
Also ja und nein, einfach aus dem Grund.
Stell dir vor, du bist in der Lage, 120 Kilo Bank zu drücken. Also das ist Muskulatur.
[Nils Behrens] (16:21 - 16:23)
Ja, bin ich nicht, aber…
[Karimu Samuels] (16:24 - 16:24)
Stell dir vor.
[Nils Behrens] (16:24 - 16:32)
Stell dir vor. Ich möchte an dieser Zeit trotzdem erstmal kurz nutzen, um zu flexen. Ich bin jetzt bei 100, aber…
I love it.
[Karimu Samuels] (16:35 - 17:55)
Also und jetzt stell dir vor, du machst kein Warm-up, gehst an die Benchpress und versuchst direkt aus der kalten Brust 120 zu drücken. Jetzt musst du dir vorstellen, die Muskulatur braucht eine gewisse Flexibilität auch. Die Muskulatur ist ja elastisch so.
Je mehr die durchblutet ist, desto aktiver ist sie letztendlich und kann besser arbeiten. So, wie schaffen wir es da, eine stärkere Durchblutung einzubekommen? Durch Bewegung natürlich.
Das heißt, ich versuche immer sinnbildlich darzustellen, wenn du kalt anfängst, direkt ins maximale Gewicht zu gehen, dann ist das wie ein Eisblock, wird gerade erst warm, aber ein Eisblock kann brechen. Ja, so. Je wärmer der Muskel ist, durch Warm-ups, durch whatever, desto flüssiger wird er.
Das Eis schmilzt. Irgendwann ist es Wasser, irgendwann ist es biegbar, soft und adaptiv letztendlich. Und selbes Spiel ist für mich mit dem Warm-up.
Klar, wenn die Slow-Motion machen, gehe ich aber nicht davon aus, dass die bei Slow-Motion direkt bei dem ersten Satz auf die maximale Belastung gehen. Dann gehen die wahrscheinlich, keine Ahnung, 40, 50 Prozent dessen, arbeiten dann Slow-Motion und arbeiten sich dadurch langsam ran. Das ist natürlich eine Möglichkeit, aber die gehen definitiv nicht. Also, ich würde es gerne sehen.
[Nils Behrens] (17:55 - 18:10)
Nein, nein, nein, nein, nein. Und ich finde, das ist ein sehr gutes Beispiel, weil ich finde gerade bei solchen wirklichen Herausforderungen, wie so eine Maximalkraft-Benchpress oder Brustpress.
Bankdrücken. Bankdrücken ist das schöne Wort.
[Karimu Samuels] (18:11 - 18:11)
Mir fehlt auch das Wort grade.
[Nils Behrens] (18:11 - 18:41)
Auf jeden Fall, bei so einem Bankdrücken ist es ein sehr gutes Beispiel, weil tatsächlich, also insbesondere beim Bankdrücken, das ist selbst, wenn das nicht meine erste Übung im Gym ist, mache ich das immer erstmal mit der freien Stange. Das heißt also, ich mache erstmal immer 20 Bewegungen sozusagen ohne Gewichte, um einfach mal ganz kurz irgendwie reinzukommen sozusagen. Und dann hast du natürlich dadurch, dass du dann die Gewichte drauf machst, dann einfach auch die Zeit sozusagen, dann auch mal kurz diese Pause dazwischen und dann geht man rein.
Also von daher, I feel you.
[Karimu Samuels] (18:41 - 18:45)
Allein auch von der Motorik einmal das System vorzubereiten auf das, was kommt jetzt gleich.
[Nils Behrens] (18:45 - 19:09)
Ja, was ich halt wirklich morgens immer mache, ist, dass ich entweder oder, oder beides, dass ich morgens so mit entweder Klimmzügen oder mit hier Push-Ups, meine Güte, Liegestütz? Liegestütz, danke. Meine Güte, das ist ja wirklich so, ich möchte mich an dieser Stelle wirklich schon einmal für unser Denglisch hier entschuldigen.
[Karimu Samuels] (19:10 - 19:12)
Das ist okay, dann haben wir auch ein paar Englischsprachen hier zu.
[Nils Behrens] (19:12 - 19:44)
Ja, ja, genau. Also von daher, also das mache ich morgens immer. Eins und beiden oder beides mache ich morgens immer.
Und da mache ich das immer tatsächlich richtig. Ich stehe aus dem Bett auf und starte damit. So, und denke dann auch so, da würde jetzt jeder Sportwissenschaftler eigentlich grundsätzlich sagen, nicht gut, aber auf der anderen Seite merke ich eben halt, wenn ich damit langsam starte, dann merke ich auch, wie ich reinkomme.
Das heißt also, die ersten, sagen wir jetzt mal, zehn Liegestütz sind dann ein bisschen langsamer ausgeführt und dann merke ich aber auch, dass ich ein bisschen, dass ich dann irgendwann ein bisschen fließender und ein bisschen schneller werde.
[Karimu Samuels] (19:44 - 19:48)
Die Frage ist ja auch, mit welcher Intention machst du das? Also was ist das Ziel dessen?
[Nils Behrens] (19:48 - 20:02)
Mein Ziel ist es, mein Ziel kann ich dir ganz klar sagen, ist nicht der, also diese Übung mache ich wirklich nicht zum Muskelaufbau, sondern ich sehe sie ganz klar als ein Zeichen an meinem Körper. Hallo, ich brauche euch noch. So.
Genau.
[Karimu Samuels] (20:03 - 20:39)
Punkt. Wenn das der Fall ist, dann ist das vollkommen legitim. Da gibt es auch kein richtig und kein falsch.
Sobald man aber ein konkretes Ziel verfolgt und man das dann beispielsweise am Morgen machen würde und das das Einzige wäre an Muskeltraining, was du über den Tag machen würdest, dann würde ich sagen, okay, let's change something. Aber wenn es jetzt wirklich einfach nur darum geht, okay, du willst dem Körper signalisieren, hey, wir brauchen uns noch und dem sozusagen eine Form von Appreciation geben und ein bisschen in die Bewegung gehen, dann ist das hundertprozentig.
[Nils Behrens] (20:40 - 21:07)
Ich finde das sehr spannend, was wir jetzt hier schon gerade über das ganze Thema Movement gesprochen haben. Ich möchte eigentlich so ein bisschen, dass wir nochmal darüber sprechen, was würdest du denn jetzt unseren HörerInnen empfehlen, was sie vielleicht als Routine mal aufnehmen sollten, um ein Leben in Geschmeidigkeit zu leben. Ja, finde ich gut.
Ein Leben in Geschmeidigkeit.
[Karimu Samuels] (21:08 - 21:09)
Ich liebe das Wort Geschmeidigkeit.
[Nils Behrens] (21:09 - 21:12)
Ich finde, wir haben jetzt schon den Podcasttitel festgestellt.
[Karimu Samuels] (21:12 - 21:28)
Ein Leben in Geschmeidigkeit. Ein Leben in Geschmeidigkeit. I love it.
Da gibt es ein paar Sachen. Es gibt ein paar Sachen. Also, first, hängen.
Egal, wie alt du bist, jung oder alt. Hängen ist elementar.
[Nils Behrens] (21:28 - 21:38)
Warum? Also, ich hänge mich, das ist mein erster Akt morgens. Wenn ich eine Klimmzugstange habe, hänge ich mich als erstes morgens an diese Stange.
Meinst du das? Ja, nur. Aber?
Nur? Okay.
[Karimu Samuels] (21:39 - 21:43)
Es ist ein Unterschied, ob du hängst oder hängst. Aha.
[Nils Behrens] (21:44 - 21:45)
Ist das der Unterschied von umfahren und umfahren?
[Karimu Samuels] (21:47 - 22:35)
Ganz genau. Ganz genau. Auch da geht es wieder um eine Bewusstheit.
Also, wie bewusst hängst du gerade? Mit welcher Intention hängst du? Hängst du einfach nur, weil ich weiß, das tut mir kurz gut?
Oder hängst du dich rein, hast ein proper grip, machst dich lang, atmest tief ein, hauchst aus, wodurch dein ribcage engaged wird, komprimiert wird, dadurch wird dein core engaged, dadurch wird dein Becken gekippt, dadurch merkst du, wie durch die Gravitation, die durch deine ganze Wirbelsäule geht, dich komplett lang machst. Dann atmest du wieder ein. Dann beim Ausatmen kommst du automatisch von, ich weiß nicht, wie man das jetzt sieht, aber kommst du automatisch von hier in diese Position.
Ich übertreibe jetzt ein bisschen.
[Nils Behrens] (22:36 - 22:45)
Ich kann es ja mal für unsere Hörer beschreiben. Du bist jetzt gerade mit den Armen ein bisschen nach vorne gegangen. Es gibt das aber auch als Video bei Spotify oder YouTube.
Von daher guckt es euch sonst an.
[Karimu Samuels] (22:45 - 23:19)
Die, die sich interessieren, können das Video anschauen. Ich atme ein, ich hänge an der Stange. Jetzt atme ich aus.
Automatisch wollen die Arme nach vorne gehen. Du willst in die Schließung kommen. Was passiert aber, dadurch, dass du hängst, du kommst gar nicht hier hin.
Sondern obwohl du in die Kompression gehst, machst du dich, weil die Gravitation dich lang macht und runter drückst, automatisch länger. Das heißt, mache zehn Stück davon. Deine Nackenbeschwerden sind weg, weil du keine Tension mehr haben willst.
Dein Latt wird sich automatisch verlängern. Du bekommst Schulterstabilität.
[Nils Behrens] (23:19 - 23:22)
Also ich hänge da und dann atme ich bewusst aus.
[Karimu Samuels] (23:23 - 24:04)
Also einatmen in den Brustkorb, durch die Nase und dann tief aushauchen. Wichtig ist hauchen. Du willst nicht pressen.
Du willst aushauchen. Best Case ist, so tief aushauchen, wie nur möglich, bis du merkst, dass auch dein Becken anfängt zu kippen. Das heißt, eine Verkettung ist.
Nur durch das Diafragma mal, was auf und ab sich bewegt. Was unter dem Ribcage ist. Geht runter, Korb wird aktiviert, Becken wird mit aktiviert.
Und mach das zehnmal. Alleine zehnmal ein- und ausatmen und dabei hängen, schaffen die wenigsten. Vielleicht drei-, viermal.
Das alleine ist ein Gamechanger. Das ist Punkt eins.
[Nils Behrens] (24:05 - 24:22)
Ich hab ja netterweise Shoutout an Gonzalo, der mir jetzt eine Klimmzugstange hier vor meinem Podcaststudio angebracht hat. Tatsächlich, ich mach das so gerne, wirklich als Aktivierung vorher. Wenn wir rausgehen, lassen wir uns mal hängen.
Wir machen einen Spagat, wir lassen uns eine Klimmzugstange hängen.
[Karimu Samuels] (24:24 - 25:47)
Zweite Sache. Neben dem Hängen, die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule geschmeidig zu bekommen.
Ich sag immer, je geschmeidiger die Wirbelsäule, desto geschmeidiger der Körper. Warum? Weil alles mit der Wirbelsäule connected ist.
Kopf, Rippenbögen, Schultern, Arme, Becken, Beine. Alles ist connected. Bedeutet, eine steife Wirbelsäule ist ein steifer Körper.
Weil die Energie von oben nach unten und nach oben geht. Wenn hier aber ein Block ist, der nicht bewegbar ist, wie soll Energie fließen? Geht gar nicht.
Die Brustwirbelsäule ist bei den meisten Leuten mit am eingeschränktesten von der Bewegung. Warum? Wenn du jetzt stehen würdest und ich sagen würde, beweg mal dein Becken, deine Hüfte, kannst du bewegen.
Bedeutet, deine Lendenwirbelsäule ist bewegbar. Wenn ich sagen würde, dreh mal deinen Kopf. Jeder kann seinen Kopf 360° drehen.
Bedeutet, Halswirbelsäule ist bewegbar. Es knackt manchmal ganz schön. Es knackt, ist ein wundervolles Gefühl.
Also kann ein wundervolles Gefühl. Brustwirbelsäule ist aber mit am schwierigsten. Warum?
Wie bewegst du die Brustwirbelsäule? Die steht in der Mitte von der Lendenwirbelsäule und dem Nacken. Das heißt, du musst einen Weg finden, diese zu isolieren von dem Nackenbereich und dem unteren Rückenbereich.
Das ist gar nicht so einfach. Deswegen ist das mit der limitierendste Faktor von allen Bereichen der Wirbelsäule.
[Nils Behrens] (25:48 - 25:48)
Und die Lösung?
[Karimu Samuels] (25:48 - 26:03)
Die Lösung kommt jetzt. Jetzt muss ich für die Zuhörer denken. Du stellst dich an die Wand.
Ja, doch, du stellst dich an die Wand. Brustkorb zur Wand. Deine Füße ...
Brustkorb zur Wand.
[Nils Behrens] (26:03 - 26:04)
Also Gesicht zur Wand.
[Karimu Samuels] (26:05 - 26:28)
Gesicht zur Wand. Und du versuchst mit deinen Zehen ungefähr einen Zentimeter Abstand zu halten von der Wand. Mit deinen Fußzehen.
Und dann machst du pretty simple nichts anderes, außer Hände hängen zu lassen und einfach nur deinen Brustkorb nach vorne rauszustrecken. Und ... ganz reinzubringen.
[Nils Behrens] (26:28 - 26:31)
Und der Brustkorb, wenn ich ihn rausstecke, berührt er dann die Wand? Genau.
[Karimu Samuels] (26:31 - 26:34)
Das heißt, die Wand ist, so würde ich sagen, wie eine Art von Feedback.
[Nils Behrens] (26:34 - 26:40)
Verstehe. Also obwohl die Füße ein bisschen weg sind, das heißt, ich bin ein ganz kleines bisschen nach vorne übergegangen.
[Karimu Samuels] (26:40 - 26:46)
Du bist nicht nach vorne gelehnt. Es kommt natürlich auch auf deine Füße an. Das heißt, wenn deine Füße zu groß sind ...
[Nils Behrens] (26:46 - 26:47)
Sehr schöne Füße.
[Karimu Samuels] (26:50 - 27:33)
Das glaube ich dir. Dann gehst du ein bisschen dichter an die Wand ran. Versuchst, berührst vielleicht sogar die Wand.
Wichtig ist, du willst mit deinem Brustkorb die Wand berühren. Warum? Weil du brauchst ein Feedback.
Wenn dir niemand sagt, okay, das war gut, dann versuche die Wand als Feedback-Tool zu nehmen. Wichtig bei der ganzen Geschichte ist, viele Menschen tendieren, das zu machen. Die Leute sehen es jetzt nicht.
Ich benutze sozusagen die Schulterbewegung, um die Limitierung ... ... zu kompensieren.
Das heißt, es ist wichtig, den Fokus, auch da wieder Bewusstsein, Intention, in deinem Brustkorb zu legen. Das ist eine ganz andere Bewegung, weil ich jetzt aus dem Brustkorb rauskomme.
[Nils Behrens] (27:33 - 28:03)
Ja, man sieht es wirklich sehr, sehr schön jetzt hier im Augenblick gerade, wenn ihr das Video wirklich seht, weil man sieht, wie sich der komplette Ribcage hier ... Ja, Rippenbögen. Die kompletten Rippenbögen, der ganze Brustkorb, genau, sich bei Karimu nach vorne bewegt und nicht eben halt nur die Schultern quasi bewegen.
Eigentlich spielen die Schultern weniger eine Rolle, weil sie bleiben stehen und dadurch, dass der Brustkorb nach vorne geht ...
[Karimu Samuels] (28:03 - 28:07)
Es sieht so aus, als ob sie sich mitbewegen, tun sie aber nicht.
[Nils Behrens] (28:08 - 28:12)
Ich finde, das haben wir jetzt ganz gut visualisiert, sprachlich.
[Karimu Samuels] (28:12 - 28:26)
Ich glaube, ja. Wichtig, umdrehen, dasselbe Spiel machen. Das heißt, Brustkorb auch nach innen bringen.
Das heißt, mit der Rückseite zwischen den Schulterblättern sozusagen die Wand berühren. Selbes Spiel.
[Nils Behrens] (28:27 - 28:38)
Das heißt, wir merken jetzt einmal Atemübung bei Hängen. Das heißt, ich vermute wahrscheinlich, dass viele von unseren HörerInnen keine Stange haben.
[Karimu Samuels] (28:38 - 28:40)
Ein Ast tut es auch.
[Nils Behrens] (28:40 - 28:54)
Wollte ich gerade sagen. Geht mal ein bisschen aufmerksam durch die Welt. Unser Büro ist hier direkt am Gleisdreieck in Berlin.
Da sind lustigerweise sehr viele Stangen.
[Karimu Samuels] (28:54 - 28:57)
Es sind viele Stangen. Ich bin da mit meiner Tochter auch oft.
[Nils Behrens] (28:58 - 29:24)
Ich mache das jetzt immer, wenn ich in der Mittagspause nach dem Essen gehe, gehe ich immer eine kleine Runde und dann brauche ich immer so 10 Minuten zu so einer Art Calisthenic-Fläche. Da hänge ich mich immer hin. Witzigerweise.
Dank Gonzalo habe ich jetzt hier auch eine Klimmzugstange im Büro. Versucht euch Hängen und solche Türstangen zu kaufen. Kostet glaube ich 20 oder 30 Euro.
[Karimu Samuels] (29:25 - 29:26)
20 oder 15.
[Nils Behrens] (29:29 - 29:34)
Hängen ist auf jeden Fall super. Wände habt ihr alle. Da bin ich mir sicher.
Und du hast noch einen dritten, glaube ich.
[Karimu Samuels] (29:35 - 30:45)
Ja, aber ich möchte noch eine letzte Sache zu der Brustwirbel. Weil das Ding ist, das ist schön und gut, den Brustkorb kurz zu öffnen, zu schließen. Aber das ist the most basic movement, würde ich fast sagen.
Das heißt, jetzt geht es wirklich eher noch darum, wie schaffen wir es jetzt wirklich eine Geschmeidigkeit in der Wirbelsäule herzustellen. Ich kann jetzt keine Spinal Waves hier vormachen, weil ich glaube vom Frame es nicht funktionieren würde. Aber stellt euch vor, ihr wollt eine Wirbelsäulen wellenartige Bewegung mit der Wirbelsäule herstellen.
Also eine wellenartige Bewegung mit der Wirbelsäule. Das heißt, eine konstante Welle. Wie machen wir das?
Indem wir uns wieder vor die Wand stellen und die Wand als Feedback nutzen. Bedeutet, wir berühren die Wand mit der Nase, Kinn, Brust, Rippen, Bauch, Becken. Nase, Kinn, Brust, Rippen, Bauch, Becken.
Nase, Kinn, Brust, Rippen, Bauch, Becken. Nur an der Wand. Wenn man das in einem Endless Flow kreiert, wird die Wirbelsäule automatisch geschmeidiger, geschmeidiger, geschmeidiger, geschmeidiger.
Das kann ich noch empfehlen für jemanden, der wirklich geschmeidig werden möchte.
[Nils Behrens] (30:46 - 30:49)
Das ist ja das Ziel dieses Podcasts. Leben in Geschmeidigkeit.
[Karimu Samuels] (30:52 - 30:55)
Last but not least, Squats.
[Nils Behrens] (30:56 - 30:57)
Ah ja, hated.
[Karimu Samuels] (30:58 - 31:40)
Ido Portal hat damals mal, das ist ein Israeli, der hat damals so eine Squat Challenge mal aufgestellt.
Da geht es letztendlich darum, ich weiß nicht mehr ganz genau, aber 10 Minuten pro Tag in einem Squat sitzen. Wichtig ist bei der ganzen Geschichte, zu resten. Es geht gar nicht darum, Knie beugen, aber in der tiefen Kniebeuge bleiben.
Es geht nicht um die Bewegung, sondern um das Verharren in der Endposition. Mit Verharren meine ich, best case solltest du in einen Zustand der Entspannung kommen. Vielleicht nicht am ersten Tag, vielleicht nicht am zehnten Tag, aber beim 30.
Tag wirst du auf jeden Fall einen riesigen Unterschied merken.
[Nils Behrens] (31:41 - 31:49)
Ich hatte einen sehr guten Freund im Rollstuhl, das war dann tatsächlich immer so, wenn man sich auf Partys mit ihm unterhalten wollte, musste man dann sehr lange im Squat sitzen.
[Karimu Samuels] (31:50 - 31:52)
Die Frage ist jetzt, wie entspannt warst du dich?
[Nils Behrens] (31:54 - 31:59)
Ja, genau das ist der Punkt. Irgendwann musste man das Gespräch beenden, nicht weil es langweilig war, sondern weil man nicht mehr Squaten konnte.
[Karimu Samuels] (32:00 - 32:23)
Ich merke es bei meiner Tochter, das ist das größte Geschenk, wenn du keine Probleme und Einschränkungen hast. Also in deiner Beweglichkeit. Wenn sie viereinhalb ist, die krabbelt gerne, sitzt gerne im Squat oder im Schneidersitz, da findet das ganze Spektrum unten auf dem Boden statt.
Je eingeschränkter wir sind, desto weniger Freude können wir auch mit den Kids haben.
[Nils Behrens] (32:23 - 32:32)
Okay, aber ich finde jetzt so, die Übung 1 und 2 kann ich mir sehr gut vorstellen, das macht man eben halt bewusst, dass man das in eine Morgenroutine oder sonst was mit einbaut.
[Karimu Samuels] (32:32 - 33:23)
Wie macht man Übung 3? Übung 3, für die Leute, die gar nicht runterkommen, jetzt ist natürlich die Frage an die Zuschauer, wer weiß nicht, was ein Squat ist? Eine tiefe Kniebeuge.
Stellt euch vor, Füße schulterbreit, dann ein kleines bisschen breiter noch, 45 Grad nach außen rotieren, also die Füße, dass sie nach 45 Grad nach außen rotiert sind, Roundabout, und dann versucht ihr einfach, nur euch hinzusetzen und so tief runterzugehen wie möglich. Best Case, nicht umzukippen. Für diejenigen, die weniger gute Mobilität haben, im Sprunggelenk, im Knie etc., in der Hüfte, die können Tennisbälle unter die Fersen legen, dadurch sind sie ein bisschen gestützt, ein bisschen erhöht, dann kommt jeder auf jeden Fall, es gibt niemanden, der mit dem Tennisball unter der Fersen nicht runterkommt.
[Nils Behrens] (33:23 - 33:24)
Ich fall dann um?
[Karimu Samuels] (33:24 - 33:25)
Nee, mit dem Tennisball fällt es nicht um.
[Nils Behrens] (33:26 - 33:29)
Aber meine Ferse, da ist ein Tennisball drauf.
[Karimu Samuels] (33:29 - 33:41)
Wenn hier unter der Ferse sozusagen ein Tennisball ist, unter beiden, sind deine Fersen erhöht. Dadurch ist der Winkel angenehmer für das ganze untere System und dadurch wirst du nicht fallen, automatisch nicht.
[Nils Behrens] (33:41 - 33:42)
Das ist ja lustig.
[Karimu Samuels] (33:42 - 33:51)
Vorher war es halt immer eher so ein krampfhaftes, du musst hier nach vorne beugen, um bloß hier nach hinten zu fallen, aber durch Bücher oder einen Tennisball, den du darunter legst.
[Nils Behrens] (33:51 - 34:19)
Ja, aber Tennisball denke ich die ganze Zeit, das ist ja instabil. Ich kenne das ja, das hat sich ja auch mal eine Zeit lang so breit gemacht, dass man so auf Toiletten, dass man da so ein Schemel hat, dass man dadurch den Winkel verändert, sozusagen. Daran denke ich jetzt gerade.
Aber ich bin jetzt ja neu ins Paddle-Game eingestiegen und von daher habe ich ganz viele Paddle-Bälle zu Hause und von daher werde ich das damit mal probieren. Okay, aber nochmal, du hast ja gesagt, am besten 10 Minuten, das heißt also, ich stelle mir das so ein bisschen...
[Karimu Samuels] (34:20 - 34:30)
Also, die Idee ist wirklich Asien, Afrika, das Gefühl, das ist das normalste von der Welt, in einem tiefen-Squat zu sitzen.
[Nils Behrens] (34:30 - 34:42)
Ja, das ist ja tatsächlich, in diesen Blue-Zone-Dokumentationen hast du es auch gesehen, dass die Leute in Okinawa eine so unglaubliche Core-Stabilität haben, weil die immer auf dem Boden sitzen und auf dem Boden auch wieder aufstehen müssen, also selbst die 100-Jährigen.
[Karimu Samuels] (34:44 - 35:40)
Und das fängt mitunter mit dem Squat an. Bei denen ist es nur so, dass die nie aufgehört haben, Squats zu machen. Wir sind irgendwann aus dem Momentum rausgekommen, das weiter zu tun, weil wir denken, okay, wir können es schon, dementsprechend brauchen wir es nicht mehr machen, weil es nicht mehr notwendig ist in unserem Alltag, weil jetzt sitzen wir auf Stühlen, laufen von A nach B, sitzen im Auto, sitzen auf dem Fahrrad, wann müssen wir noch im Squat sitzen?
Keine Notwendigkeit. Um das zusammen zu rappen, also abzuschließen, für die, die es nicht schaffen, in einer tiefen Kniebeuge zu sitzen, nehmt euch gerne auch ein Tischbein, streckt eure Arme aus, haltet euch daran fest, dann könnt ihr euch ein bisschen nach hinten fallen lassen, ein bisschen reinlehnen, so fallt ihr nicht zurück, und dann einfach in einer tiefen Kniebeuge sitzen und startet mit einer Minute, zwei Minuten, drei Minuten und schaut, dass ihr einfach über den Tag verteilt auf acht bis zehn Minuten kommt.
[Nils Behrens] (35:42 - 36:08)
Ich stelle mir gerade vor, ich bin leider irgendwie aus diesem, ich weiß gar nicht, ob es leider ist, aber ich bin aus diesem Fernsehgame oder abends irgendwas Netflix oder sonst was zu gucken, wenn ich irgendwie so raus aber ich stelle mir auch so vor, ich meine, da ist man ja meistens länger als zehn Minuten, ich meine, wenn man mal vom Sofa runterkommt und mal so zehn Minuten, sag ich mal so von Netflix startet bis dann zehn Minuten mal den Timer macht und die ersten zehn Minuten sich zu verdienen, quasi jetzt die Serie zu schauen, ist doch eigentlich eine schöne Idee.
[Karimu Samuels] (36:09 - 36:37)
Finde ich sensationell. Also ich meine, ich schaue ehrlich gesagt nichts mehr abends, also keine Serien oder dergleichen, aber früher habe ich auch gemerkt, dass ja, man tendiert sehr, sehr schnell aufgrund der Gewohnheit dazu sich hinzusetzen, anzumachen, zu gucken. Ohne darüber nachzudenken, warte mal ganz kurz, genau wie du gesagt hast, ich könnte ja auch ein kleines bisschen was machen und in den meisten Fällen fühlt es sich sogar danach besser an, sodass du das Gefühl hast, geil.
[Nils Behrens] (36:39 - 37:15)
Voll, voll. Das ist ja generell, das ist auch der Grund, warum ich eben halt so Klimmzüge beziehungsweise Liegestütze so sehr liebe, ist, weil du einfach eine so große Aktivierung von mehreren Muskeln hast und ich finde einfach diese Tatsache, das ist so immer wieder mit meinem Satz, if you don't use it, you lose it. Du merkst halt einfach immer wieder so, hallo Körper, hier ist mein Signal, ich brauche dich noch.
Und ich finde das, deswegen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich nachdem man so einen Augenblick dann da squatten den die Serie gestartet hat, dass man sich echt wirklich besser fühlt.
[Karimu Samuels] (37:15 - 37:22)
Naja, also Spannung geht raus aus dem Körper. Wie fühlen wir uns alle, wenn wir beim Chiropraktiker waren und uns haben durchkneten lassen?
[Nils Behrens] (37:24 - 38:06)
Lieben wir, lieben wir. Ich möchte jetzt mal tatsächlich zum zweiten Teil rüberkommen, weil, warum der zweite Teil? Ich habe, als wir uns kennengelernt haben, habe ich dich mal gefragt, was macht dich eigentlich so besonders sozusagen, weil ich sage jetzt mal so, Personal Trainer, Coaches, Bewegungslehrer oder sonst was, gibt es ja sehr sehr viele.
Du füllst ja ganze Hallen mit Menschen, die alle zu dir kommen, es gibt große Wartelisten für deine Veranstaltung, deswegen hatte ich dich da gefragt und du hattest glaube ich, ich weiß gar nicht genau, ob du es sofort so auf den Punkt gebracht hast, aber ich habe mir hier aufgeschrieben, das Thema Reconnect, das heißt also diese Verbindung von, am besten erklärst du, was Reconnect für dich heißt.
[Karimu Samuels] (38:07 - 39:56)
Reconnect, Reconnect, ähm, ein Blend aus dem körperlichen, mentalen, emotionalen und best case sogar spirituellen Areal, was wir zusammenbringen, was ich zusammenbringe, wodurch du, weil wir sind nicht nur der Körper, wir sind nicht nur der Geist oder unser Meinung, wir sind nicht nur die Emotionen, wir alle haben eine Seele, dementsprechend ja, wenn man sich viele Leute in Berlin anschaut, wie viele laufen einfach nur im Tunnel durch die Stadt, oder mit dem Blick auf den Smartphone, ohne aber wirklich in sich selbst zu sein, also du kannst in dem Gesicht lesen und in der ganzen Körpersprache, wie sehr sie mit sich selbst verbunden sind oder nicht und dieses Reconnect ist für mich einfach essentiell, weil, ja, am Ende geht es wirklich darum, einen wunderschönen Blend zu kreieren, wo das körperliche mit dem mentalen, mit dem emotionalen und dem spirituellen zusammenkommt, und das Ganze gepaart mit Bewegung, das heißt Bewegung ist letztendlich das Tool, was ich nutze, um den Menschen da hinzubringen, Verständnis dafür zu bekommen, wie man alles wieder zusammenbringt, weil viele Leute, und ich kenne es selbst auch, wir alle kennen es, wenn wir in unserem Ego sind, wenn wir getriggert sind oder oder oder, wenn wir so verkopft arbeiten, dass das ganze andere System gar nicht mehr funktioniert und ja, das ist ein großes Geschenk, wenn wir da hinkommen können, wieder unseren Körper zu spüren, zu erleben und das Leben vor allem, am Ende geht es ja ums Leben, so am Ende, wir alle wollen leben, aber viele Menschen leben nicht.
[Nils Behrens] (39:56 - 39:58)
Total, total.
[Karimu Samuels] (39:59 - 40:43)
Es gibt ein Spruch, ich liebe den, den teile ich auch immer in Workshops, True understanding can't be taught. It must be discovered through one's own experience. Bedeutet am Ende, egal, und auch das finde ich eigentlich wunderschön, gerade hier jetzt für den Podcast, egal was ich teile und was du teilst, solange der Zuhörer nicht in die Aktion gegangen ist, die Spinal Wave an der Wand ausprobiert hat, das Hängen mit dem Armen ausprobiert hat, den Squat ausprobiert hat, sind das nur Hörensagen, sind das nur Worte, die wir aufgeschnappt haben in unserem rationalen Verständnis, aber erst durch die selbst erlebte Erfahrung werden wir das kanalisieren können, werden wir ins Verständnis kommen, in das tiefe wahre Verständnis.
[Nils Behrens] (40:45 - 42:01)
Ich kann dir da hundertprozentig zustimmen. Ich hatte in meiner Lanserhof-Welt war es dann so, dass ich ja häufig auch wirklich renommierte Journalisten da hatte und da hatte ich dann eine Chefredakteurin mal so da und dann saß ich mit ihr dann da so beim nachdem sie ungefähr fünf Tage schon da war und dann meinte ich so sag mal, wie viel ist denn für dich jetzt eigentlich so neu, weil ihr habt ja auch häufig so Gesundheitsthemen im Heft und sowas alles und dann meinte sie du, nahezu alles, weil es ist was anderes über etwas zu berichten und darüber eben halt irgendwas zu schreiben oder aber eben halt in dem Augenblick, wo dir jemand erklärt, dieses Problem hat die Ursache und das ist die Lösung, kriegt es auf einmal eine ganz andere Relevanz.
Wirklich vorher veröffentlichst du es einmal in dem Augenblick fühlt es sich irgendwie gut und richtig an, aber in der Woche darauf kommen die nächsten Themen und du hast es auch schon wieder vergessen. In dem Augenblick, wo du aber so ein Aha-Erlebnis hast, also mein größtes Aha-Erlebnis war zum Beispiel das Thema Atmung im Lanser Hof. Die haben mir dann gesagt, ich atme zu flach.
Das machen ja ganz viele, kennst du ja das Thema und dann habe ich dann auch nur gesagt so, ja was soll ich denn jetzt machen? Soll ich jetzt mehr einatmen? Nein, mehr ausatmen.
In dem Augenblick, wo du eben halt einmal leer machst, fühlt es sich automatisch wieder so und das war für mich so ein großes Aha-Erlebnis, dass ich eben halt deswegen.
[Karimu Samuels] (42:01 - 42:08)
Und es ist so simpel. Es ist so simpel. Es ist so simpel.
Ja. Nur sich einmal dessen bewusst zu sein und dann in die Aktion zu treten.
[Nils Behrens] (42:08 - 42:31)
Genau. Ja, aber vor allem ich glaube einfach, wenn mir vorher jemand einfach nur was über bewusstes Atmen erzählt hätte, hätte er gesagt, ja klar. Weißt du so.
Aber dass mir jemand sagt, ein Problem diagnostiziert, weil ich hatte tatsächlich, wie so ein alter Mann immer so, dass ich in die Meetings immer schon eingeschlafen bin. So, weißt du, so dieser Sekundenschlaf. Und das liegt einfach daran, dass ich nicht genügend Sauerstoff versorgen hatte, weil ich einfach zu flach atme.
[Karimu Samuels] (42:31 - 42:31)
Makes sense.
[Nils Behrens] (42:33 - 42:33)
Totally sense.
[Karimu Samuels] (42:34 - 42:35)
Wissen ist Macht.
[Nils Behrens] (42:36 - 42:37)
Wissen ist absolut Macht.
[Karimu Samuels] (42:37 - 42:38)
Auf wundervollste Art und Weise.
[Nils Behrens] (42:38 - 43:05)
Und also diese, ich nenne sie jetzt mal diese Verbindung aus Körper, Geist und Seele, sage ich jetzt mal so. Gibt es denn da auch Dinge, wo du sagen würdest, dass du da Anhaltspunkte geben kannst, wie wir, du hast es gerade genannt, man muss es eben halt, man kann es nicht lernen, man muss es eben halt selbst entdecken. Oder man kann es nicht von jemandem beigebracht bekommen, sondern man muss es selbst entdecken.
Gibt es denn da etwas, wo du sagen würdest, das sind schöne Dinge, Übungen, wo man das dann auch selbst entdecken kann?
[Karimu Samuels] (43:06 - 46:08)
Es gibt auf jeden Fall Dinge, aber ich gebe gerne ein Beispiel. Nur ich weiß jetzt schon, dass es ohne Bild, ohne Video schwer nachvollziehbar ist. Ich erkläre gerne, warum.
Um in sich selbst hineinzukommen, also um sich wirklich spüren zu lernen, um den Kopf empty zu machen, leer zu machen, müssen wir loslassen. Wenn es eine Sache gibt, die wir alle global miteinander gemeinsam haben, dann ist es, wir haben alle gelernt, was es bedeutet, zu kontrollieren. Warum?
Wir müssen laufen lernen, wir müssen Kontrolle aufbauen. Wir wollen ein erfolgreiches Business aufbauen, wir müssen kontrollieren, guiden, leaden. Du willst einen Handstand lernen, du musst kontrollieren.
Du willst eine neue Sprache lernen, du musst kontrollieren. Das heißt, überall findest du eigentlich nur Bausteine für, wie lerne ich noch mehr zu kontrollieren. Aber niemand hat uns sozusagen gezeigt, wie wir es schaffen, loszulassen.
Aber erst, wenn wir es schaffen, loszulassen, kommen wir in unsere eigentliche Kraft. Weil wir eben nicht mehr hier oben funktionieren, sondern wir aus unserer reinen Intuition kommen. Und dieser Prozess beschreibe ich immer mit, wir lernen, was es bedeutet, zu lieben am Anfang.
Das hört sich jetzt plakativ an, aber egal. Dann bauen wir darauf basierend Trust auf, uns selbst gegenüber und anderen gegenüber, weil, wie willst du loslassen, wenn du kein Vertrauen hast? Geht nicht.
Wenn du bei einem Therapeuten bist und du dem nicht vertraust, wirst du definitiv dich nicht öffnen und alles sharen. Dann in den körperlichen Prozess zu kommen von, ich nenne es softening from within. Bedeutet, Softness kreieren gibt es in meiner Welt zumindest auf zwei Arten und Weisen.
Erste Seite ist, das, was ich beispielsweise beschrieben habe mit der spinal wave. Das heißt, durch eine conscious practice lernst du eine Technik, wie Tänzer beispielsweise, wodurch du geschmeidiger wirst. Aber du musst dich immer bewusst darauf ausrichten, ich will jetzt eine geschmeidige spine wave machen oder ich will mich so und so bewegen.
Aber es ist immer mit einer klaren Bewusstheit. Die andere Seite ist softening from within. Bedeutet, geschmeidig werden aus dem Inneren heraus.
Durch den Prozess des Loslassens, dem Prozess des nicht mehr an etwas anhaften, nicht mehr an etwas halten, weil wir bestehen aus 80% Wasser. Warum kommen wir trotzdem in einen Zustand der Steifheit? Obwohl wir aus 80% roundabout Wasser bestehen.
Ich merke es immer wieder in den intensives, das sind jetzt die deep transformation, 5 day times 8 to 10 hours per day. Es geht nicht darum, geschmeidige, bewusste Techniken zu lernen, sondern sobald du das hier unlocks und wirklich aus dem Inneren heraus soft wirst und loslässt, sind die alle geschmeidig dann je.
[Nils Behrens] (46:09 - 46:19)
Ich muss kurz übersetzen, weil das hier, du hast einmal auf den Kopf gezeigt, einmal auf deinen Brust gezeigt, werden die automatisch geschmeidig.
[Karimu Samuels] (46:20 - 46:55)
ich meine, wer mir folgt auf Instagram, der kann da Videos sehen, auch von der einen oder anderen, nennen wir es Transformation, aber das ist, und du siehst, da geht es nicht darum, dass der oder diejenige die ganze Zeit 10.000 Stunden an Wirbelsäulenübungen gearbeitet hat, sondern da geht es wirklich darum, okay, es ist ein innerer Prozess, der dir die Möglichkeit gibt, in deine Softheit zu kommen, weil egal ob Mann oder Frau, wir alle brauchen eine Softheit. Solange wir nur starr und hart sind, bleiben wir zu rigid im Kopf, im Herzen und so weiter.
[Nils Behrens] (46:56 - 47:52)
Ich finde es wirklich total spannend, das resoniert bei mir auch gerade, weil es gibt ja in der USA wirklich einen sehr großen Trend zum Thema Microdosing, entweder mit LSD oder aber eben halt so mit Magic Mushroom, noch stärker eigentlich mit diesem Mushroom-Thema. Das soll jetzt kein Shoutout für Drogen oder sonst was sein, aber warum ist dieser Trend in dieser Longevity-Szene so groß? Weil es genau ja das macht, es nimmt einen Augenblick dein Ego zur Seite.
Das heißt, es geht jetzt nicht um die psychedelische Erfahrung, sondern es geht da eigentlich viel mehr darum, dass man, und damit heißt Ego nicht, ich bin der Größte, sondern Ego heißt, ich bin ich, sozusagen. Also wenn wir morgens jetzt irgendwie zusammen in einem Bett aufwachen, dass du dann morgens noch weißt, ich bin Karimu und ich bin Nils, sozusagen. Und dieses, wenn du dann eben halt dieses Bewusstsein, diese Kontrolle, wie du sie sagst, eben halt einmal abgibst, dann kannst du eben halt viel besser auf das schauen, was sonst noch da ist.
[Karimu Samuels] (47:53 - 49:38)
Also ich finde es Spaß, mit dem Ego ist für mich auch eine spannende Reise, weil es einfach diese Identifikation mit sich selbst. Wir alle schlüpfen super gerne in unterschiedlichste Rollen. Wenn du CEO bist und mit Mitarbeitern sprichst, dann bist du eine gewisse Rolle.
Du bist in einer gewissen Position. Da hast du gewisse Verantwortlichkeiten. Wenn du jetzt mit deinem Freund bist, dann bist du in einer anderen Rolle.
Und automatisch schlüpfen wir immer wieder in neue Rollen. Das Schöne ist halt, wenn wir irgendwann an den Punkt kommen, wo wir uns nicht entidentifizieren können, aber die Rollen sozusagen wegpacken können und uns entmaskifizieren, die Maske ablegen können und sein können. Das ist das Größte.
Ich meine, ich habe jetzt auch keinen Shoutout für Ayahuasca oder Plant Medicine, aber ich weiß, dass mir das damals, als ich die erste Zeremonie hatte, da hatte ich auch ein paar Ego-Deaths. Also hatte für die, die es nicht kennen, sozusagen die Möglichkeit, mich auf härtester, intensivster, aber auch wunderschönste Art und Weise von meinem Ego zu lösen. Und das war das größte Geschenk, weil ich plötzlich das erste Mal realisieren durfte, was es bedeutet, einfach nur ich zu sein, ohne eine Maske aufzusetzen.
Das ist so ein Geschenk. Und seitdem wusste ich aber auch, okay, mein Ziel für mein Leben jetzt ist, ich möchte zum einen in diese Zustände kommen, ohne etwas zu nehmen und andere Menschen in diese Zustände bringen, ohne dass sie etwas nehmen müssen. Weil am Ende war das einfach nur wie so ein Fast Forward, ohne ein aktiver, eigentlicher innerer Access von meiner Seite aus.
[Nils Behrens] (49:38 - 49:58)
Ich kann das sehr, sehr gut nachvollziehen, was du sagst mit den Rollen. Ich habe sehr viele Freunde noch aus der Teenager-Zeit. Und wenn wir dann mal so zusammenkommen, dann ist es egal, was jeder mittlerweile beruflich erreicht hat, sondern man ist einfach immer noch in der Rolle, die man damals hatte, egal wie erniedrigen sie auch manchmal.
[Karimu Samuels] (50:00 - 50:01)
Das spielt aber keine Rolle.
[Nils Behrens] (50:02 - 50:35)
Du bist dann wieder da. Das ist ja eigentlich ein ganz lustiger Part. Aber ich habe das sehr stark gemerkt, und vielleicht merkst du es auch das eine oder andere Mal, wie ich, als meine Tochter noch klein war und ich dann sozusagen neu in dieser Vaterrolle war, wie ich das eine oder andere Mal mich auch so benommen und agiert habe wie mein Vater.
Sodass ich auch mal merkte, oh Gott, das hätte jetzt auch mein Vater, was heißt so Gott, also gar nicht so negativ, er ist ja ein halbwegs guter Mensch aus mir geworden, aber nichtsdestotrotz, wo ich dann auf einmal das so dachte, so jetzt hast du im Grunde genommen eigentlich genau das kopiert, wie, sag ich mal so, 30 Jahre vorher, das dein Vater gemacht hätte.
[Karimu Samuels] (50:36 - 51:57)
I love it. Das ist, ich weiß nicht, die hundertprozentige Zahl, aber 95 bis 98 Prozent aller unserer Entscheidungen, die wir treffen, tagtäglich, 95, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, 95 bis 98 Prozent aller Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen, basiert auf dem Unterbewusstsein. Und nur 2 bis 5 Prozent basieren auf dem Bewusstsein.
Das heißt, selbst wenn wir denken, wir sind uns unserer selbst bewusst, sind wir nicht. Am Ende laufen wir on autopilot. Und wir wissen es nicht mal.
Sodass heißt, solange wir nicht anfangen, und das fand ich für mich selbst auch so spannend, weil ich realisiert habe, okay, ich kann noch so sehr versuchen, meine Tochter zu verbiegen, etc., die einzige eigentliche Arbeit, die ich machen sollte, ist an mir selbst, weil nur dann kann ich das vorleben, was ich mir für meine Tochter wünschen würde. Weil meine Eltern, selbes Spiel, ich weiß ganz genau, die haben damals nicht die Arbeit bei sich gemacht, die sie hätten machen sollen, in Anführungszeichen, weshalb die natürlich einiges auf uns Kinder rübergeschoben haben. Und genauso werden wir es weitermachen.
Selbes Beispiel, wie du es jetzt gerade beschrieben hast. Deswegen Shoutout an alle Eltern. Let's do the work.
[Nils Behrens] (51:58 - 52:15)
Genau, und deswegen müssen wir jetzt irgendwie, wir können glaube ich hier nicht aus diesem Podcast rausgehen, weil jetzt sitzen natürlich alle gespannt an ihrem Airpods oder was weiß ich, was können wir machen, ohne Arugasca, Mushrooms, LSD, sozusagen in diesen Zustand zu kommen.
[Karimu Samuels] (52:15 - 52:29)
Ich habe die Frage nicht vergessen. Ich wäre auch noch da zurückgekommen. Okay.
Was können wir machen? Ihr geht in einen Vierfüßler. Geil.
[Nils Behrens] (52:29 - 52:30)
Vierfüßler.
[Karimu Samuels] (52:34 - 52:36)
Hände und Knie sind auf dem Boden.
[Nils Behrens] (52:36 - 52:39)
Wollte ich gerade sagen. Also nicht herabschauender Hund, wie beim Yoga, sondern tatsächlich.
[Karimu Samuels] (52:39 - 52:58)
Vierfüßler, das heißt, Füße, Fußzehen, Knie und Hände sind auf dem Boden. Wir sitzen minimal nach hinten gelehnt, das heißt, Hüfte ist nicht direkt über den Knien, sondern leicht versetzt nach hinten. Sodass der Schwerpunkt nicht komplett auf unseren Schultern und Händen liegt.
Sodass es ein bisschen angenehmer ist.
[Nils Behrens] (53:00 - 53:05)
Ähnlich wie beim herabschauenden Hund, wo der Schwerpunkt ein ganz klein bisschen nach hinten verlegt ist.
[Karimu Samuels] (53:05 - 53:13)
Ja, nur, dass der herabschauende Hund mit der Hüfte nach hinten umgeht und die Hüfte eher nach hinten unten gehen soll.
[Nils Behrens] (53:14 - 53:15)
Ah, verstehe.
[Karimu Samuels] (53:15 - 53:17)
Die Knie sind auf dem Boden.
[Nils Behrens] (53:17 - 53:25)
Klar, aber ich sehe den Unterschied. Während das eine Mal die Hüfte nach oben geht, geht die Hüfte nach unten.
[Karimu Samuels] (53:25 - 53:40)
Genau. Und du bist in einer entspannten Position theoretisch. Warum?
Wir wollen ja in den Loslassprozess kommen. Eine relativ simple Aufgabe wäre jetzt, und wichtig für jeden, der das ausprobieren möchte, übertreibt es nicht.
[Nils Behrens] (53:42 - 53:56)
Das ist im Grunde immer ein guter Rat an dieser Stelle. Das muss man wieder sagen, das Wichtigste, was du für deine Langlebigkeit tun kannst, ist gute Muskulatur. Das Schlechteste, was du machen kannst, ist, dich beim Aufbau der Muskulatur zu verletzen.
[Karimu Samuels] (53:56 - 54:46)
Komplett. Im Sinne von, take it slow. Geh es wirklich langsam an und versuch nicht zu rushen. Wir wollen ja in den Loslassprozess kommen.
Um in den Loslassprozess zu kommen, sobald du in eine Hektik gerätst, bist du in einer maximalen Spannung. Du willst ja aber in eine Endspannung kommen. Du willst ja, dass die Muskulatur wirklich loslässt.
Das heißt, Aufgabe ist jetzt, wenn du in dem Vierfüßler bist, mit deiner Hüfte leicht nach hinten, schließt du deine Augen und du fängst einfach nur an, mit deinem Körper, mit deinem Oberkörper, mit deinen Schultern und mit deinem Kopf von rechts nach links zu wippen. Du machst eigentlich einfach nur, für die Zuschauer, die es jetzt in dem Video sehen, solche Bewegungen. Wichtig ist, der Fokus soll darauf liegen, dass du irgendwann merkst, wie mehr und mehr Spannung im Hals-Nacken-Bereich weggeht.
[Nils Behrens] (54:46 - 54:54)
Dazu zwei Fragen. Frage Nummer eins ist, welche Position hat mein Hals genau? Also wenn ich die Augen aufmachen würde, ich soll sie zwar schließen.
[Karimu Samuels] (54:54 - 54:56)
Der Kopf hängt nicht einfach durch.
[Nils Behrens] (54:56 - 54:58)
Der hängt nicht runter, aber ich würde jetzt quasi...
[Karimu Samuels] (55:00 - 55:01)
Du guckst... Ja.
[Nils Behrens] (55:02 - 55:03)
Wie gucke ich denn?
[Karimu Samuels] (55:06 - 55:12)
Du hängst nicht runter, sondern du hast deinen Kopf theoretisch als Verlängerung der Wirbelsäule.
[Nils Behrens] (55:12 - 55:36)
Das hätte ich jetzt auch gedacht. Also auf selber Höhe. Okay, das heißt also, ich gucke eigentlich 90 Grad nach unten, vielleicht einen Tick weiter nach vorne.
Gut, das war die Frage Nummer eins. Die Frage Nummer zwei ist, wenn ich jetzt in diese Bewegung gehe, wie stark... Also das, was du mir jetzt gerade beschrieben hast, würde ich sagen, kommt eher aus dem Schultergürtel, aus dem vorderen Bereich, oder soll der ganze Körper rechts- links sich bewegen?
[Karimu Samuels] (55:38 - 55:44)
Von den Rippenbögen aufwärts über Brustkorb, Schultern und Kopf. Wichtig ist aber...
[Nils Behrens] (55:44 - 55:45)
Ich wackele nicht mit dem Hintern.
[Karimu Samuels] (55:46 - 56:45)
Das ist ein guter Punkt, du wackelst nicht mit dem Hintern. Wichtig ist bei der Geschichte, dass man nicht anfängt, plötzlich wahllos irgendwelche Bewegungen zu machen, sondern es geht wirklich erstmal nur darum, du willst von rechts nach links mit dem Kopf schwanken. Ich kann es jetzt nicht vormachen, aber du willst an den Punkt kommen, dass du so losgelöst im Hals und Nacken, also oberen Trapezmuskel bist, dass du deinen Kopf theoretisch wie auch praktisch und ich kann es vormachen, aber das wird jetzt ein paar Minuten dauern, wirklich 360° im Kreis mit Fullspeed drehen kannst, also wirklich richtig ausschwungen oder den Kopf wie...
Das sollte dein Kopf sein. Für alle, die das Video sehen, das sollte dein Kopf sein. Das solltest du in der Lage sein, aus deiner Halswirbelsäule mit deinem Kopf machen zu können.
Wenn du das kannst, dann bist du schon weit fortgeschritten. Und dann würdest du sozusagen weiter ausschweifen, das Ganze größer werden lassen in deinem gesamten Körper. Aber das ist sozusagen...
[Nils Behrens] (56:45 - 56:47)
Das kann man bei dir auf Instagram sehen?
[Karimu Samuels] (56:48 - 56:57)
Da gibt es auch ein, zwei Videos, da mache ich sogar ein Tutorial. Also in meinem Feed gibt es ein Video, da zeige ich das exemplarisch und da erkläre ich auch den Weg, wie du sozusagen dahin kommst.
[Nils Behrens] (56:57 - 57:33)
Okay, gut. Das ist dann dieser Punkt. Herzlichen Grüße an meine Mutter, die ja jederzeit gehört.
Kein Instagram hat. Vielleicht müssen wir dann gucken, wie wir dann diese Darreichungsform an sie bekommen. Aber, ja.
Den allen anderen, die Instagram haben, können ja an dieser Stelle dann bei @karimu_samuels, müssen wir in die Show Notes reinnehmen. Sehr gut. Okay.
Das heißt aber, ehrlich gesagt, ich finde es jetzt überraschend, dass es doch eine so körperliche Übung ist, die mich dann aber scheinbar dazu bringt, dass ich quasi mein Ego ablege.
[Karimu Samuels] (57:35 - 57:36)
Es gibt auch ganz andere.
[Nils Behrens] (57:37 - 57:41)
Nein, nein, aber lass uns mal kurz bleiben. Das heißt also, ich mache das jetzt für wie lange ungefähr?
[Karimu Samuels] (57:42 - 57:57)
Es kommt, also am Ende hängt es auch davon ab, wie sehr du in der Lage bist, dich selbst zu accessen, im Sinne von loszulassen. Manche Leute brauchen zwei Minuten, andere Leute brauchen fünf Minuten, andere brauchen eine halbe Stunde und sind frustriert und kommen nicht weiter. Okay.
[Nils Behrens] (57:57 - 58:03)
Aber dann kommt irgendwann der Punkt, wo ich dann merke, dass ich losgelassen habe. Genau. Und dann schenke ich weiter oder was mache ich dann?
[Karimu Samuels] (58:03 - 58:38)
Wichtig ist, immer wieder zu hinterfragen, was du da gerade machst, um dann immer wieder, ja, einen Schritt voranzukommen. Du musst keine tausenden Handstände machen, um Handstand zu können. Du kannst auch 150 machen und der Handstand kann genauso schön sein, wie jemand, der tausend Handstände macht.
Das heißt, mit welcher Intention gehst du ran? Reflektierst du und versuchst du zu verstehen, was du da gerade machst? Viele Leute gehen einfach in eine Übung rein und machen einfach.
Selbes Spiel mit dem Hängen. Ja. Selbes Spiel.
Das heißt, wie klar bist du in dem, was du kreieren willst?
[Nils Behrens] (58:38 - 58:50)
Aber nehmen wir jetzt mal an, ich schaffe es dann irgendwie diesen Status des Loslassen zu erreichen. Würdest du dann sagen und dann machst du nochmal fünf Minuten weiter oder ist dann das Ziel der Übung erreicht?
[Karimu Samuels] (58:51 - 59:06)
Das Ziel ist, wenn du in diesen Loslassprozess kommst, genieß ihn, embrace ihn, weil es ist ein Zustand, dein Körper fängt an, anschließend zu kribbeln, du fühlst dich hochenergetisiert. Dann, wenn ich fertig bin, ich meine, das ist Teil meiner Morningroutine.
[Nils Behrens] (59:06 - 59:07)
Du machst das jeden Tag?
[Karimu Samuels] (59:08 - 1:00:01)
Genau, also ich mache das, meine Morningroutine startet meistens mit oder eigentlich immer erst Meditation, dann habe ich eine Form von Vocal Activation. Warum? Weil die Stimme letztendlich, wir erlauben uns oftmals nicht zu sprechen.
Ich rede viel bei Workshops etc. über Radical Honesty. Was bedeutet es, radikal ehrlich zu sein?
Je radikaler du bist in deiner Ehrlichkeit dir selbst gegenüber und anderen gegenüber, desto authentischer wirst du sein, weil du all die Gedanken, die du hast und Gefühle, die du hast, zum Ausdruck bringen wirst und nicht mehr suppressen wirst. Alles, was wir suppressen, jemand der über Psychosomatik schon mal gehört hat, wird irgendwann feststellen, das will einen Weg nach draußen finden, egal ob es mein Asthma ist, ob es sonst was ist. Das heißt, diese Vocal Activation dient einfach dazu, mir selbst am Morgen schon das Gefühl von, okay, ich erlaube mir heute zu sprechen.
[Nils Behrens] (1:00:01 - 1:00:02)
Und was machst du dann?
[Karimu Samuels] (1:00:04 - 1:00:25)
Es geht in eine Richtung von einem Om, aus dem Yoga, und dieses Om habe ich nur umfunktionalisiert in ein Am mit einer klaren Intention, das heißt, ich weiß nicht, wie es bei dir morgens ist, wenn du aus dem Bett kommst, wie ist deine Stimme? Oftmals haben wir das Gefühl, dass wir uns so anhören.
[Nils Behrens] (1:00:26 - 1:00:29)
Ja, ja, sie ist noch nicht so klar. Das ist so ein rostiges Gartentor dann erstmal.
[Karimu Samuels] (1:00:30 - 1:00:47)
Rostiges Gartentor. Und die Intention ist sozusagen, die Layer sinnbildlich vor meinem, nennen wir es Throat Chakra, whatever, vor dem Hals zu öffnen, nach und nach aufzubrechen, um wirklich ins Volumen zu kommen deiner Stimme.
[Nils Behrens] (1:00:47 - 1:00:49)
Okay, also du sagst jetzt aber nicht...
[Karimu Samuels] (1:00:49 - 1:00:50)
Das kommt danach.
[Nils Behrens] (1:00:50 - 1:01:03)
Ah, okay, weil ich hätte jetzt so etwas erwartet, wie heißen denn diese Sachen noch?
Gott, wir haben halt echt Wortverschwendungsschwierigkeiten. Aber dass du so selbstbekräftigende Sätze dann...
[Karimu Samuels] (1:01:03 - 1:01:19)
Nee, aber das kommt danach. Aber nicht selbstbekräftigende, sondern vielmehr, für mich ist das so eine Art Self-Talk-Therapy-Session, wo ich mit mir selbst und meinem jüngeren Ich für 10 Minuten spreche. Und da geht es aber dann eher darum...
[Nils Behrens] (1:01:19 - 1:01:19)
Und du bist noch jung.
[Karimu Samuels] (1:01:23 - 1:01:51)
Getting older. Aber wo ich mit meinem jüngeren Ich sozusagen, meinem inneren Kind, oder was auch immer gerade zum Vorschein kommen möchte, spreche. Und ich aber nicht ganz klar im Vorfeld schon weiß, worüber spreche ich, sondern in dem Moment, wenn du in einem meditativen Zustand kommst, dann ist es auch mal so, dass dein Kopf leer wird und dein Unterbewusstsein Dinge zum Vorschein holt.
Probleme, du hast irgendwelche Diskussionen.
[Nils Behrens] (1:01:51 - 1:01:53)
Das wollte ich gerade fragen, habt ihr euch immer was zu erzählen?
[Karimu Samuels] (1:01:55 - 1:02:10)
Nicht immer, aber meistens.
Weil in den meisten Fällen ist es so, dass irgendwas gibt es immer. Irgendwas schwirrt da immer rum, was nagt und was irgendwie deine Aufmerksamkeit will. Und selbst wenn es eine Kleinigkeit ist, sobald ich da reingehe, ist es ...
[Nils Behrens] (1:02:10 - 1:02:34)
Und wenn du dann mit dir redest, also ich komme deswegen so drauf, ich habe das verlernt, mit mir zu reden, muss man wirklich sagen, und ich habe es dann auf dem Jakobsweg wiedergefunden, dass ich durch diese langen Wege, die man auch alleine durch die Landschaft gemacht hat, dass ich wirklich sehr tief in diesen inneren Monolog mit mir gegangen bin. Ich hätte mir jetzt aber nicht vorstellen können, den laut zu führen.
[Karimu Samuels] (1:02:35 - 1:03:02)
Das ist das größte Geschenk überhaupt. Vor allem, wenn du eine Stimme gegeben hast, und dann stell dir vor, ich sitze in meinem Wohnzimmer, ich habe, by the way, die ganze Morningroutine habe ich meine Augen geschlossen. Das heißt, für eine Stunde, ein bisschen mehr als eine Stunde, habe ich Augen komplett geschlossen.
Manchmal muss ich sogar auf Klo zwischendurch, dann halte ich meine Augen geschlossen, weil ich halt keinen anderen Reiz reinkommen lassen möchte. Ich will keine Distraction haben. Das heißt, selbst mit Augen geschlossen versuche ich mich rumzutasten, wo ich sozusagen zur Toilette komme.
[Nils Behrens] (1:03:03 - 1:03:21)
Das ist ganz lustig, weil ich – ich kann das insofern ganz gut nachvollziehen, weil ich schlafe jetzt seit einiger Zeit immer mit Schlafmaske, weil ich einfach sehr lichtempfindlich bin, was sowieso das ganze Thema betrifft. Aber ich liebe es auch, dieses Gefühl von der Sonnenseite. Das klingt ein bisschen komisch, mit meiner seitenseitenden Schlafmaske hier irgendwie so zu schlafen, aber egal, auf jeden Fall.
[Karimu Samuels] (1:03:22 - 1:03:23)
Mit der Klo zu gehen?
[Nils Behrens] (1:03:24 - 1:04:16)
Nein, ich merke das immer so, weil ich auch morgens dann als erstes meditiere und dementsprechend sagen die immer so, jetzt kannst du die Augen schließen. Jetzt mache ich noch zu.
Und wenn dann so das Ende kommt und jetzt können sie, wenn sie wollen, mit eigenem Thema die Augen aufmachen, dann denke ich immer so, ne, bin ich noch nicht so weit. Also ich bin tatsächlich, genau was du sagst, auch wenn diese geführte Meditation zu Ende ist, dass ich dann immer merke, ob mein Körper ready ist. Oder ob er eigentlich gerne noch unter dieser Schutzhaube sozusagen, also einfach diese Welt noch nicht reinzulassen.
Und da sind Augen geschlossen halt und bei mir unterstützt eben halt durch diese Schlafmaske. Schon echt ein wichtiger Punkt. Voll.
Voll schön, dieses Augen zulassen. I like.
[Karimu Samuels] (1:04:16 - 1:04:34)
Ja, vor allem, du bist halt noch mehr im Moment. Also wenn ich diesen Self-Talk sozusagen mache, dann ist es oftmals so, ich ende auch in Zuständen, wo ich dann entweder anfange zu weinen oder wo ich massiv laut anfange zu lachen, weil da einfach so eine reine pure Happiness durchkommt. Also es kann alles wirklich sein.
[Nils Behrens] (1:04:34 - 1:04:50)
Das habe ich auf dem Jakobsweg auch gemerkt. Also da konnte ich tatsächlich teilweise auch wirklich laut über mich lachen. Also ich fand mich dann schon ziemlich lustig.
Und das war dann so mal die Momente, wo ich dachte, okay, wenn mich jetzt jemand sieht, ist das schon ein bisschen cringe, wie ich dann so alleine über mich lang gehe und dann irgendwie anfange so zu lachen.
[Karimu Samuels] (1:04:51 - 1:05:34)
Aber herrlich. Es ist geil. Es ist geil.
Und danach gehe ich halt dann in die Letting-Go-Practice. Also das, was ich gerade eben versucht habe zu erklären. Und um das zusammen bzw.
abzuschließen, was macht man danach? Danach gehe ich zurück in den Schneidersitz oder in den Japanese-Sitz auf mein Schienbein und verharre einfach für 10 Minuten oder 5 Minuten und fühle einfach nur, was gefühlt werden will. Manchmal ist es einfach nur ein Kribbeln im ganzen Körper, ein hoch energetisiertes Ja, whatever.
Aber ich lasse es einfach diesen Stay, den ich mir sozusagen jetzt erarbeitet habe, den embrace ich so, um mir dann anschließend zu sagen, okay, I'm ready to go.
[Nils Behrens] (1:05:35 - 1:06:11)
Toll. Ich finde es ganz lustig, weil ich habe so eine Mini-Yoga-Routine, die ich zugegebenermaßen nicht immer einbaue, weil ich manchmal dann, ich weiß gar nicht, wahrscheinlich würde sie trotzdem passen, aber ich bin dann so, dass ich dann irgendwann an den Punkt komme, wo ich dann das Haus verlasse und dann joggen gehe oder ins Gym gehe und dann habe ich immer das Gefühl, dass diese Yoga-Routine davor irgendwie für mich nicht in den Ablauf passt. Und ja, eigentlich würde sie ja theoretisch auch passen, weil sie ja deinen Körper so ein bisschen aufwärmt, aber trotzdem, irgendwie ist es so für mich so dieser gedankliche, die körperliche Aktivität kommt erst später.
[Karimu Samuels] (1:06:11 - 1:06:52)
Aber es ist spannend. Einen Gedanken vielleicht dazu noch. Es hat Ewigkeiten gedauert, meine Morning-Routine zu finden, weil wir alle tendieren, ich meine, jeder bietet irgendwelche Morning-Routines an.
Und ich, genauso wie alle anderen, habe geschaut, okay, was ist die perfekte Morning-Routine, habe die probiert, die probiert, die von allen anderen, bis ich irgendwann zu dem Punkt gekommen bin, zu realisieren, okay, was brauche ich? Was ist mein Ziel für meinen Morgen? Wie will ich in den Tag starten?
Wie will ich in meinen Arbeitstag starten? Und irgendwann war die Intention klar und dann habe ich einfach durch die Meditation, durch das Ausprobieren, meine Morning-Routine gefunden. Und plötzlich dachte ich, wow, wie geil ist das denn?
[Nils Behrens] (1:06:53 - 1:07:26)
Ja, und ich kann dir jetzt auch genau sagen, und das spiegelt sich ja eigentlich mit dem wieder, was du gesagt hast, manche Sachen muss man selbst für sich entdecken und können einem nicht beigebracht werden. Und ich kann dir jetzt auch die Antwort geben, warum ich das nicht mache, weil ich mache diese Yoga-Aktivierung eigentlich in erster Linie an den Tagen, wo ich keine Zeit habe, joggen zu gehen oder ins Gym zu gehen, dass ich einfach auch da wieder die Zeichen an meinen Körper quasi ihn zu aktivieren, dann so mit dabei ist. Und das ist wahrscheinlich genau der Grund, warum ich das nicht mixe, aber auch da muss man, glaube ich, wieder die Intentionen dann hinterfragen.
[Karimu Samuels] (1:07:27 - 1:07:28)
Immer das Gleiche.
[Nils Behrens] (1:07:28 - 1:08:02)
Immer das Gleiche. Okay, also wir haben jetzt deine Morning-Routine verstanden, das heißt also du kommst dann in diesem Zeitpunkt das Loslassen über dieses, sage ich jetzt mal Vierfüßlerstand schütteln oder rotierende Bewegung und danach wenn du dann dieses Loslassen absolviert hast, das ist dann der Punkt, wo du dann quasi das, was du dann, wo dein Ego dann zur Seite ist, nochmal nutzt, um quasi zu sehen, was da ist.
[Karimu Samuels] (1:08:02 - 1:08:38)
Ich glaube, mir geht es primär darum, die ganze Morning-Routine dient dazu, präsent zu werden. Also wirklich, ich meine, wir alle hören be present, sei im Moment, was bedeutet das? Und durch die Morning-Routine und durch die Praxis merke ich ganz klar, okay, da gibt es keine Gedanken, da gibt es keine Vögel, da gibt es nur mich in diesem Moment und das spüre ich und das ist fast schon so ein senhafter Zustand, so dass ich ganz klar weiß, okay, let's try to keep this higher state of being and bring it through the day.
[Nils Behrens] (1:08:40 - 1:09:19)
Voll schön, muss ich einfach wirklich sagen. Karimu, wir sind irgendwie, also erstens habe ich glaube ich von meinem vorbereiteten Skript habe ich ungefähr eine Frage gestellt, die Sonntagsfrage, darüber hinaus sind wir so wirklich sehr tief sozusagen in genau diese beiden Punkte, die ich schon ansprechen wollte, dann abgedriftet. Nichtsdestotrotz, wir müssen langsam zu einem Ende kommen.
Wenn du jetzt aber nochmal so abschließend etwas mitgeben möchtest, was unsere Hörer quasi aus diesem Gespräch so mitnehmen sollten, was würdest du sagen, also es kann entweder ein Learning sein, es kann aber auch eine Aufforderung, eine Botschaft sein, also feel free.
[Karimu Samuels] (1:09:20 - 1:09:21)
Broomstick. Broomstick, sagst du?
[Nils Behrens] (1:09:24 - 1:09:24)
Besenstiel.
[Karimu Samuels] (1:09:24 - 1:09:31)
Besenstiel, danke. Jeder hat einen Besenstiel zu Hause. Bin ich mir ziemlich sicher.
Es gibt Gefühle niemanden, der kein Wischmott zu Hause hat.
[Nils Behrens] (1:09:31 - 1:09:33)
Wischmott, wollte ich gerade sagen. Ich habe keinen Besen, aber ich habe einen Wischmott.
[Karimu Samuels] (1:09:33 - 1:09:36)
Wenn du keinen Besen hast, nimmst du einen Wischmott. Aber nur den Stiel.
[Nils Behrens] (1:09:36 - 1:09:37)
Nur den Stiel. Kann man abmachen.
[Karimu Samuels] (1:09:39 - 1:09:50)
In den Workshops, ich bringe immer unsere eigenen Awareness Sticks mit, focus on the one thing. Wenn es eine Sache gibt, die mit am schwierigsten heutzutage ist, ist es sich auf die eine Sache zu fokussieren.
[Nils Behrens] (1:09:50 - 1:09:50)
Total.
[Karimu Samuels] (1:09:51 - 1:10:05)
Du bist, keine Ahnung, du sitzt im Café, am Laptop, eine Person passiert dich, selbst wenn du nicht hochgeguckt hast. Die Wahrnehmung war da. Da war eine Person.
Draußen ist ein Crash. Boom. Attention gone.
Du meditierst. Airplane. Du hörst es nur.
Boom. Bist schon halb raus.
[Nils Behrens] (1:10:06 - 1:10:17)
Dieses Thema Buchschreiben, wenn ich dann morgens da sitze und schreibe und dann muss ich auf einmal, denke ich mir so, ah warte mal, da musst du mal kurz einen Faktencheck machen. Dann gehst du einmal online und auf einmal bist du so komplett lost.
[Karimu Samuels] (1:10:17 - 1:11:19)
Komplett lost. Deswegen, focus on the one thing ist für mich das Essenziellste. Warum?
Weil du dadurch deine Awareness schärfst. Dein Bewusstsein schärfst und anfängst zuzuhören. Wenn du Knieschmerzen hast, es gibt einen Grund, warum du Knieschmerzen hast.
Die meisten Leute rennen zum Arzt, anstatt erstmal zu schauen, okay, wieso, weshalb, warum habe ich eigentlich Knieschmerzen. Selbst wenn du anatomisch nicht erklären kannst, warum du Knieschmerzen hast, du solltest wissen, wenn du seit 50 Jahren die ganze Zeit in einer Schiefstellung bist und eigentlich die ganze Zeit kompensierst auf unterschiedlichste Art und Weise und nicht aligned bist. Das heißt, dieser focus on the one thing wäre mein go-to für alle Teilnehmer oder alle Zuhörer.
Bedeutet, ihr habt wundervolle Finger, ihr stellt und balanciert den Broomstick, den Besenstiel, den Wischmopp auf dem Zeigefinger und dem Mittelfinger. Genau. Und jetzt ist aber die Aufgabe, der Besenstiel darf für 10 Minuten kein einziges Mal runterfallen.
[Nils Behrens] (1:11:20 - 1:11:20)
What?
[Karimu Samuels] (1:11:20 - 1:11:21)
Ganz genau.
[Nils Behrens] (1:11:22 - 1:11:23)
Ganz schön viele 10 Minuten Übungen.
[Karimu Samuels] (1:11:23 - 1:11:58)
Ja, was soll ich sagen? Das Spannende ist, wenn du in der Lage bist, den 10 Sekunden zu balancieren, bist du auch in der Lage, den 10 Minuten, 20, 30 Minuten zu balancieren, ohne dass er einmal runterfällt. Aber, because of a lack of awareness and concentration and focus, weil wir abgelenkt werden, ganz, ganz schnell, der Muskel zieht raus, verlieren wir den Fokus und das ist eine sehr, sehr einfache, simple Übung, die aber dazu führen wird, dass du dich wieder mehr centerst, deinen Kopf leer machst und einfach im Moment bist.
[Nils Behrens] (1:11:58 - 1:12:44)
Dann hätte ich eine Frage dazu, nur für mich gefragt. Entschuldigen Sie, liebe HörerInnen, dass ich jetzt hier so egelöstisch frage, aber ich muss ja mein Paddelspiel noch so ein bisschen optimieren. Damals habe ich beim Tennis, als ich noch so als Teenager Tennis gespielt habe, haben wir dann immer so ein bisschen dieses Ball auf dem, also immer dieses Hopp, Hopp, Hopp, diesen Ball quasi auf der Mitte des Schlägers halten so geübt. Wenn ich jetzt, sage ich mal so, A, weil ich Angst hätte, wenn ich das mit dem Wischmopp mache, dass der dann irgendwie gegen irgendein Bild gegenhaut und es ruiniert oder den Fernseher oder keine Ahnung was, ist die Frage, wenn ich jetzt mich wirklich hinsetze und anfange, versuchen will, dass ich dieser Ball die ganze Zeit auf dem Zentrum des Paddelschlägers bleibe und das für 10 Minuten, würde das den gleichen Ziel erreichen, oder würdest du sagen?
[Karimu Samuels] (1:12:44 - 1:12:55)
Ja, nein. Also, der Unterschied ist, du willst in einen, du willst in eine maximale Ruhe kommen.
[Nils Behrens] (1:12:56 - 1:12:59)
Das ist das Plopp, Plopp, Plopp, nicht so forderlich.
[Karimu Samuels] (1:12:59 - 1:13:45)
Das ist schwierig, weil du halt Kann auch was Meditatives haben. Es ist 100%, wenn nicht, keine Ahnung, diesen, egal, andere Geschichte, aber ich weiß auf jeden Fall, auch als Tennisspieler, ich weiß auf jeden Fall, was du meinst, aber mir geht's wirklich eher darum, okay, wie schaffen wir es wirklich mal, gerade bei der ganzen Hektik da draußen, in Ruhe zu kommen? So, und das Ganze aber best case mit einem spielerischen Tool, was uns ein paar Sachen schult, weil wir könnten da noch viel, viel tiefer reingehen.
Die Art und Weise, wie du einen Stick balancierst, sagt extrem viel über dich selbst aus, wie du durchs Leben gehst. Andere Geschichte, das können die Leute dann im Workshop erfahren. Aber ja, ich würde eher den Stick als den Paddelschläger als Paddelschläger, weil es einfach ein anderes Goal ist.
[Nils Behrens] (1:13:46 - 1:13:50)
Ja, ich dachte, ich kann zwei Ziele miteinander verbinden, weißt du, so wie bei dem Effizienzgetrieben.
[Karimu Samuels] (1:13:50 - 1:13:57)
Wenn du rechts balancieren kannst und links, ne, give it a try, mach ein Video, ich würde es gerne sehen.
[Nils Behrens] (1:13:58 - 1:14:33)
Ach, Karimu, ich habe das Gefühl, wir könnten hier so einen 3-Stunden-Podcast draus machen, würden wir immer noch nicht fertig werden. Ich sage gleich vielen Dank für das Gespräch. Ich glaube, wir haben alle gemerkt, dass es sich lohnt, diesen Podcast gegebenenfalls entweder auf YouTube oder auf Spotify als Video zu schauen.
Ansonsten aber, man kann ja deine Arbeit, deine Workshops, dein Coachingangebot, kann man ja alles entweder bei Instagram sehen oder auf deiner Website. Und auf der Website hat man den Vorteil gegenüber Instagram, dass man sich da ja auch auf die Wartelisten für deine Kurse und Workshops dann eben halt setzen lassen kann. Und ich glaube, da wird noch einiges kommen und ich sage deswegen nochmal herzlichen Dank.
[Karimu Samuels] (1:14:33 - 1:14:34)
Vielen, vielen Dank, es war meine Freude.
[Nils Behrens] (1:14:38 - 1:14:39)
Hast du eigentlich ein Lieblingssupplement?
[Karimu Samuels] (1:14:40 - 1:15:00)
Ich bin ganz ehrlich, ich habe hier und da ein paar ausprobiert, aber bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mein größtes Supplement bin. Oder mein größtes Supplement bin. Das heißt, ich benutze ehrlich gesagt gerade gar keine und versuche wirklich eigentlich durch all das, was ich mache, mich selbst in den Zustand zu bringen, wo mich womöglich andere Supplements hinbringen würden.
[Nils Behrens] (1:15:00 - 1:15:31)
Ich gebe dir auf jeden Fall mal Vitamin D mit, der Winter steht vor der Tür. Wenn euch diese Folge gefallen hat, würde es mir sehr helfen, wenn ihr eine Bewertung bei Apple Podcast oder Spotify hinterlasst. Damit ihr nichts verpasst, abonniert unseren Newsletter.
Dort geht es nicht nur um diesen Podcast. Meistens stellen wir euch da ganz neue Produkte vor, zu denen es dann auch immer einen Einführungsrabattcode gibt, der aber nur 24 Stunden gültig ist. Und das wäre ja blöd, wenn man das verpasst.
Also, den Newsletter findet ihr unter www.sunday.de/newsletter.