

Parodontitis: Die stille Gefahr
Zähneputzen gehört für uns alle zur täglichen Routine. Doch was, wenn das nicht reicht? Parodontitis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland, und doch wissen die wenigsten, was sie wirklich im Körper anrichtet. Längst ist klar: Die Entzündung im Mund bleibt nicht dort. Sie kann Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben.
In der Episode von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit Boris Shrage, einem auf Parodontologie spezialisierten Zahnarzt aus Berlin. Er erklärt, warum so viele Menschen betroffen sind, wieso „Knochenstoffwechsel“ das neue Schlagwort für Zahngesundheit ist und warum Zahnfleischbluten niemals ignoriert werden darf.
Die Folge HEALTHWISE auf YouTube
Was ist Parodontitis und warum bleibt sie so lange unbemerkt?
Die Zahlen sind alarmierend: Parodontitis betrifft ca. 14 Millionen Menschen – oft, ohne dass sie es ahnen. Denn das Tückische ist laut Boris Shrage: Anders als Karies, die schnell den Nerv reizt, verläuft diese Erkrankung meist schmerzfrei.
Sie beginnt harmlos mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Besteht diese länger, setzen sich Bakterien in den Zahnfleischtaschen fest.
In der sauerstoffarmen Tiefe vermehren sich aggressive Anaerobier, deren Toxine das Immunsystem alarmieren. Die fatale Reaktion: Um „Abstand“ zu den Bakterien zu gewinnen, beginnt der Körper, das eigene Gewebe und den Knochen abzubauen.
Warum die Diagnose oft spät erfolgt:
- Schmerzfreiheit: Da der akute Schmerz fehlt, gibt es kein direktes Warnsignal.
- Unterschwelliger Verlauf: Entzündungen können auch ohne massive Schwellungen („unterschwellig“) voranschreiten.
- Fehlinterpretation: Symptome wie Zahnfleischbluten werden oft ignoriert oder falsch gedeutet (z. B. als Folge von „zu hartem Putzen“), statt als Alarmzeichen.
Was sind die Ursachen einer Parodontitis?
Klassischerweise gilt Parodontitis als rein bakterielles Problem. Doch Boris Shrage unterscheidet zwei wesentliche Ansätze, die sich oft gegenseitig verstärken:
Die bakterielle Dysbiose
In unserem Mund leben über 700 Bakterienarten in einer Symbiose. Kippt dieses System, beginnt der Teufelskreis:
- Vermehrung: Bei mangelnder Hygiene vermehren sich sauerstofffeindliche (anaerobe), gramnegative Bakterien.
- Immunantwort: Diese Bakterien bilden Endotoxine, die das Immunsystem triggern.
- Knochenabbau: Der Körper versucht, sich vor der Infektion zu schützen, indem er den Kieferknochen aktiv abbaut.
Das gestörte „Bone Remodeling“ (Knochenstoffwechsel)
Dieser Ansatz wird oft übersehen: Unser Skelett erneuert sich ständig und benötigt dafür Baustoffe.
- Säure-Basen-Haushalt: Wenn wir übersäuert sind (z. B. durch Ernährung), muss der Körper den pH-Wert des Blutes stabil halten („puffern“).
- Calcium-Raub: Um zu puffern, zieht der Körper Calcium aus den eigenen Reserven. Da der Kieferknochen sehr stark mineralisiert ist, bedient sich der Stoffwechsel gerne dort.
- Die Folge: Der Knochen schwindet, ohne dass primär Bakterien schuld sind – eine stoffwechselbedingte Parodontitis.
Silent Inflammation: Wenn der Mund den Körper krank macht
Parodontitis ist ein klassisches Beispiel für eine „Silent Inflammation“ (stille Entzündung). Die Entzündungsbotenstoffe und Bakterien bleiben nicht im Mund, sondern gelangen über die Blutbahn in den gesamten Körper. Boris Shrage nennt im Podcast medizinische Zusammenhänge, die beobachtet wurden:
- Alzheimer: Bestimmte anaerobe Keime aus dem Mund wurden bereits im Gehirn von Alzheimer-Patienten gefunden.
- Diabetes: Es ist eine Wechselwirkung. Diabetes verschlechtert die Parodontitis – und eine unbehandelte Parodontitis befeuert die Insulinresistenz.
- Frühgeburten: Bei einer aktiven Parodontitis wird vermehrt das Enzym Kollagenase ausgeschüttet. Da dieses Enzym Kollagen abbaut, kann es im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich die Fruchtblase zu früh auflöst
Diagnose 2.0: Der aMMP-8 Test
Wie erkennt man die Gefahr, bevor es die Zähne betrifft? Neben der klassischen Untersuchung setzt Boris Shrage auf moderne Diagnostik: den aMMP-8 Test (auch bekannt als PerioSafe).
Dieser Speicheltest misst ein spezifisches Enzym (aktivierte Matrix-Metalloproteinase-8), das Gewebe zerstört. Der Vorteil: Der Test schlägt oft schon an, bevor optisch ein Schaden (Knochenabbau) sichtbar ist. Boris Shrages Beobachtung: Bei jedem zweiten Neupatienten in seiner Praxis sind diese Werte erhöht.
Nährstoffe für starke Knochen
Gesunde Knochen und Zähne brauchen mehr als nur Mundhygiene. Boris Shrage betont die Wichtigkeit einer optimalen Nährstoffversorgung, um das „Bone Remodeling“ zu unterstützen.
Die „Zahn-Nährstoffe“ im Überblick:
- Vitamin D3: Es ist essenziell für die Calciumaufnahme. Boris Shrage empfiehlt, den Vitamin-D-Spiegel messen zu lassen und strebt bei seinen PatientInnen Werte von über 60 ng/ml an .
Support: Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne sowie zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei. - Vitamin K2: Der unverzichtbare Partner („Cofaktor“) von Vitamin D, um Calcium in den Knochen zu transportieren .
Support: Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. - Magnesium: Ist an über 300 Prozessen im Körper beteiligt und ein wichtiger Baustein für den Stoffwechsel .
Support: Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.
Prävention & Früherkennung: So schützt du dich
Wie bemerkt man die Gefahr rechtzeitig und was hilft wirklich, um sie zu verhindern? Boris Shrage setzt auf Aufklärung und die richtige Routine.
Warnsignale erkennen: Das wichtigste Alarmzeichen ist Zahnfleischbluten. Boris Shrage stellt klar: „Wenn es blutet, ist es eine Entzündung“ und keine Verletzung durch zu hartes Putzen. Auch Mundgeruch oder optisch „länger“ wirkende Zähne (durch Zahnfleischrückgang) sind ernstzunehmende Hinweise.
Die richtige Prävention:
- Zwischenräume pflegen: Der schädliche Biofilm versteckt sich vor allem zwischen den Zähnen.
- Früherkennung: Wer sichergehen will, sollte den aMMP-8 Test machen. Er zeigt an, ob Gewebe abgebaut wird, noch bevor Schäden sichtbar sind.
Take Aways
- Volkskrankheit: Ca. 14 Millionen Menschen haben chronische Parodontitis – oft schmerzfrei.
- Warnsignal: Zahnfleischbluten ist ein Zeichen für Entzündung und niemals normal.
- Früherkennung: Der aMMP-8 Speicheltest kann Gewebeabbau messen, bevor der Knochen sichtbar schwindet.
- Knochen-Nährstoffe: Vitamin D3 und Vitamin K2 tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei.
- Tägliche Pflicht: Es sollte auf eine gute Mundhygiene geachtet werden.
- Ganzheitlicher Ansatz: Neben der Hygiene spielen Lifestyle (Sauerstoff, Ernährung) und Stoffwechsel eine entscheidende Rolle.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
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Boris Shrage ist Zahnarzt und nutzt moderne Zahnmedizin mit einem klaren Fokus auf den Menschen: Digitale Technologien wie digitales Röntgen und minimalinvasive Techniken setzt er gezielt ein, um bessere Ergebnisse zu ermöglichen. An seinem Beruf schätzt er besonders, dass er jeden Tag konkret helfen kann und dabei regelmäßig positive Erlebnisse erlebt. Sein Weg zur Zahnmedizin war eher untypisch – in seiner Jugend interessierten ihn vor allem Menschen, Geschichte und Politik. Heute begleitet er einige Patient:innen nach eigener Aussage seit bis zu 27 Jahren und erlebt die Zahnmedizin als ein Feld, das durch medizinischen Fortschritt und gesellschaftliche Veränderungen nie langweilig wird.
Mehr über Boris Shrage: https://zahnarzt-in-charlottenburg.de/
155 Parodontitis: Die stille Gefahr. Mit Boris Shrage
[Boris Shrage] (0:56 - 1:07)
Es gibt eine einfachere Form der Parodontitis, die chronische, an der leiden, naja, an die 14 Millionen in Deutschland.
[Nils Behrens] (1:07 - 1:08)
Nicht dein Ernst.
[Boris Shrage] (1:08 - 1:14)
Ist mein Ernst.
Nicht mein Ernst, aber die DMS-Studie 6, 14 Millionen Erwachsene, genau.
[Nils Behrens] (1:15 - 2:09)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Zähne putzen wir alle, aber was, wenn das nicht reicht? Parodontitis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und doch wissen die wenigsten, was sie wirklich anrichtet.
Denn längst ist klar, die Entzündung im Mund kann Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. Von Diabetes bis Alzheimer, von Frühgeburt bis Rheuma, Zeit genau hinzuschauen. Boris Shrage ist Zahnarzt mit eigener Praxis in Charlottenburg.
Er hat sich auf systematische Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankung spezialisiert. Mit modernsten Tests und individuellen abgestimmten Therapien setzt er auf Prävention statt Spätfolgen und denkt dabei die Zahnmedizin ganzheitlich. Herzlich willkommen Boris Shrage.
[Boris Shrage] (2:10 - 2:12)
Ja, hallo Nils. Danke für die Einladung.
[Nils Behrens] (2:13 - 2:19)
Boris, wie wichtig sind Sonntage für die Zahngesundheit oder kann man am Sonntag auch mal die Zähne ein bisschen laxer putzen?
[Boris Shrage] (2:19 - 3:14)
Du kannst auch komplett aufhören zu putzen, nur ich freue mich, dann mache ich mehr Implantate. Scherz beiseite. Nein, sollte man nicht machen.
Auf keinen Fall. Denn Bakterien haben keinen Urlaub, die haben keinen Sonntag, die haben keine Sechs-Tage-Woche. Die sind immer da und die haben Spaß, die bilden einen Biofilm, die bilden eine Schicht und zwar innerhalb von 24 Stunden.
Das heißt, sobald wir aufhören zu putzen und sei es für einen Tag, haben wir nach 24 Stunden einen Belag auf den Zähnen, der viele schädliche Bakterien enthält. Und ja, wenn es nur ein Sonntag wäre, okay, aber wenn jemand dazu neigt, dann macht das auch vielleicht am Mittwoch oder vielleicht auch am Donnerstag oder ist von vornherein nicht so bei der Sache. Und das ist so ein Knackpunkt bei der Parodontitis, halt die Mundhygiene zu optimieren.
Sollte man nicht machen.
[Nils Behrens] (3:14 - 3:24)
Gut, dann lassen Sie es doch mal direkt einsteigen. Was genau ist denn Parodontitis und vor allem die große Frage ist, also gefühlt kenne ich diesen Begriff schon seit Kindheit, aber warum bleibt er so lange unbemerkt?
[Boris Shrage] (3:25 - 3:57)
Ja, das ist die große Frage, genau. Also erstmal, was ist es? Was ist es?
Es gibt zwei Ansätze. Der eine ist der entzündungsbedingte Ansatz, das heißt, wir haben, wie vorhin gesagt, auch die Bakterien im Mund und wir haben auf dem Körper, wir haben ja mehr Bacille als Mensch. Wir haben ja so viele Keime in uns, auf uns, die von der Anzahl mehr sind als Körperzellen.
Das ist ja okay, wenn es eine Symbiose gibt.
[Nils Behrens] (3:58 - 4:11)
Also man weiß das ja auch immer wieder, dass alleine wie viele Millionen verschiedene Bakterien es im Darm gibt, das sogenannte Mikrobiom, das Mikrobiom gibt es ja überall, das gibt es ja eben halt, ich glaube, das Größte ist tatsächlich im Darm, das Zweitgrößte ist glaube ich auf der Haut, das Drittgrößte ist dann wahrscheinlich schon im Mund, oder?
[Boris Shrage] (4:11 - 4:47)
Im Mund, genau. Im Mund und da sind inzwischen 700 verschiedene Gattungen, Arten entdeckt oder detektiert und jetzt kommt es darauf an, dass es eine Symbiose, also keine Dysbiose im Mund vorherrscht, dass die guten, die neutralen und die Keime, die vielleicht schädlich sein könnten, potenziell im Gleichgewicht sind. Das heißt, sobald wir schlechter putzen oder nicht putzen oder das vernachlässigen, kommt es zu einem Anstieg der schädlichen Bakterien, die nennt man Gramnegativ, ja.
[Nils Behrens] (4:48 - 4:48)
Wie heißen die?
[Boris Shrage] (4:49 - 4:54)
Naja, es gibt zwei, grob gesagt, zwei große Gruppen, Gramnegativ, Grampositiv und Gram.
[Nils Behrens] (4:54 - 4:56)
Wie im Kilo?
[Boris Shrage] (4:57 - 5:00)
Ja, das würde sehr in die Mikrobiologie gehen.
[Nils Behrens] (5:00 - 5:01)
Aber Gramm?
[Boris Shrage] (5:01 - 5:19)
Genau, wie das Wort Gramm, genau. Okay. Und dann gibt es die sauerstoffliebenden und sauerstoffnicht-so-liebenden Bakterien, Anaeroben, Aeroben.
Und die Anaeroben, die sind halt schädlich. Und wenn wir die nicht gut wegbekommen, sei es mit Zahnbürste oder Zahnseide.
[Nils Behrens] (5:19 - 5:21)
Anaeroben sind dann, die mögen keinen Sauerstoff?
[Boris Shrage] (5:21 - 8:03)
Die mögen keinen Sauerstoff, genau, Aerob, ja, von Sauerstoff. Und wenn die sich stark vermehren, dann produzieren die ja auch Stoffwechselprodukte oder, ja, Endotoxine. Und die triggern unser Immunsystem.
Und das Immunsystem muss darauf reagieren. Also die Endotoxine sind praktisch eine Infektion, ein Reiz, ein Antigen. Das Immunsystem registriert es und reagiert mit Entzündung.
Entzündung ist Schwellung, Blutung. Und damit fängt die Parodontitis noch nicht an. Aber wir haben erstmal eine Gingivitis, eine Zahnfleischentzündung.
Damit fängt es an. Bleibt diese Zahnfleischentzündung bestehen über längere Zeit, so setzen sich die Bakterien fest in den sogenannten, wir reden ja immer von Zahnfleischtaschen im Mund, weil dadurch das Zahnfleisch anschwillt durch die Entzündung, rutscht es am Zahn hoch. Es entsteht ein kleiner Hohlraum, den können wir messen mit der Sonde.
Und in diesem Hohlraum, in der Tiefe, wo kein Sauerstoff ist, können diese anaeroben Bakterien sich noch stärker vermehren. Wir kommen gar nicht mehr ran als Betroffene. Und so manifestiert, also setzt sich diese Entzündung erstmal fest.
Bleibt die länger bestehen, triggert sie das Immunsystem immer weiter, immer weiter. Und das Immunsystem reagiert, indem es versucht, Abstand zu gewinnen zu den Bakterien. Das Immunsystem merkt, da ist etwas im Gange und will eben das Gewebe schützen, nur dass es dabei Gewebe zerstört, indem es ein, vereinfacht gesagt, Enzym aktiviert, welches seinerseits Zellen aktiviert im Knochen, die Knochen abbauen.
Um, wie gesagt, Abstand zu gewinnen. Dabei wird Knochen zerstört und dann haben wir eine Parodontitis und das Itis besagt ja, dass es eine Entzündung ist. Früher, erinnerst du dich, du sagtest Kindheit, Parodontose hat man immer häufig gesagt, so ähnlich wie bei Arthrose, Abnutzung oder Verschleiß.
Tatsächlich ist es eine entzündlich bedingte Erkrankung. Ja, von der Gengivitis zur Parodontitis ist der entzündungsbedingte Schritt zu einer sich ausbildenden Parodontitis.
[Nils Behrens] (8:03 - 8:12)
Das heißt, wenn der Knochen sich abbaut, das ist ja der Knochen, der in der Regel dann wahrscheinlich eher den Zahn hält, das heißt also, wenn der sich dann abbaut, fallen mir dann die Zähne aus?
[Boris Shrage] (8:13 - 9:32)
Noch nicht, nein, es dauert schon eine Weile, ja. Du hast dann richtig viel Spaß, so 15, 20, 30 Jahre, nein, da könnte man vielleicht über Zahnmythen reden, ja, es gibt so, viele Patienten kommen rein und sagen, meine Großmutter hatte schon schlechte Zähne, meine Großmutter hatte schon keine, ja, mit 50 keine Zähne mehr. So, das heißt, es wird davon ausgegangen, dass es ein Schicksal ist, alle Zähne zu verlieren mit der Zeit und wenn die Mutter oder die Großmutter schlechte Zähne hatte oder der Großvater, dann wird man das gleiche Schicksal erleiden.
Das ist nicht so, zum einen, unsere Eltern, Großeltern hatten eine ganz andere Situation hinsichtlich Lebensumstände und zum anderen pflegen wir heute deutlich besser, nur, ja, wenn diese erste Stufe eintritt, die Zahnfleischentzündung, die ist sehr gut zu behandeln und zu beheben durch Mundhygienemaßnahmen und noch ein paar andere. Kommt es zu einer Parodontitis, ja, setzt die sich fest, dann hat man ein Problem, weil das ist relativ, ja, braucht ein bisschen mehr Aufwand, das zu stoppen und da gibt es aber auch Unterschiede. Es gibt eine einfachere Form der Parodontitis, die chronische, an der leiden, naja, an die 14 Millionen in Deutschland.
[Nils Behrens] (9:32 - 9:33)
Nicht dein Ernst?
[Boris Shrage] (9:33 - 9:50)
Ist mein Ernst. Nicht mein Ernst, aber die DMS-Studie 6 14 Millionen Erwachsene, genau, Erwachsene, ja, also die Kinder sind nicht betroffen
[Nils Behrens] (9:51 - 9:52)
aber das sind ja, also nicht ganz 20 Prozent, aber es sind, ich bin jetzt nicht im Kopfrechnen, aber ich würde sagen, so 18 Prozent.
[Boris Shrage] (9:52 - 10:17)
Ich habe es nicht ausgerechnet. Bei 80 Millionen Deutschen, bei 80 Millionen Deutsch wären ja 20 Prozent, wären dann 16 Millionen, ja, also, ja, sehr viele, sehr viele und da kommt man auch irgendwann mal auf den Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen, weil wenn 14 Millionen eine ständige Entzündung, wir haben ja von Itis, Parodontitis gesprochen, eine ständige Entzündung im Körper haben, dann ist es sicherlich nicht gut.
[Nils Behrens] (10:17 - 10:28)
Aber das heißt ja, entschuldige, ich bin jetzt gerade wirklich etwas geschockt von dieser Zahl, weil, nehmen wir mal an, das wären die 20 Prozent, dann würde es heißen, jeder Fünfte, das heißt, wenn wir mit fünf Leuten in einem Raum sind, hat einer davon Parodontitis.
[Boris Shrage] (10:28 - 10:42)
Auf jeden Fall, ja, und manchmal auch mehr. Es unterscheidet sich ein bisschen, also die jüngere Generation, meine 30-jährigen Patienten haben in der Regel gute Zähne, die 25-Jährigen auch und auch viele, wie gesagt, von der …
[Nils Behrens] (10:42 - 11:06)
Ja, das ist ganz interessant, weil meine Tochter, die ist jetzt 24 und die hat noch nie ein Loch gehabt. Und ja, und ich finde es so witzig, ich war da stolz wie Bolle drauf, weil ich sozusagen immer dachte, so, Mensch, da haben wir sie gut in Sachen Zahnhygiene und allem dran irgendwie so unterwiesen. Aber ich habe jetzt gelernt, das ist fast eher normal, dass diese junge Generation das nicht mehr hat.
Woran liegt denn das?
[Boris Shrage] (11:06 - 11:28)
Das liegt an der Aufklärung, das liegt an dem Wohlstand, ich bin Boomer, ja, das heißt, ich glaube, ich habe mich selbst erzogen, also ich war ein Schlüsselkind, ich bin selber zum Zahnarzt gelaufen, wenn irgendwas war und wir haben, glaube ich, unsere Kinder also in der Generation etwas mehr umsorgt.
[Nils Behrens] (11:28 - 11:43)
Okay, dann lass mich mal ganz kurz, ich habe dich gerade unterbrochen, als du sagst, es gibt zwei Arten. Jetzt möchte ich mal ganz kurz noch einmal einmal die Frage zurückbringen zu meiner ersten Frage. Du siehst, ich passe auf, du hast mich noch nicht so richtig beantwortet, warum es so lange unbemerkt bleibt.
[Boris Shrage] (11:44 - 11:46)
Weil es nicht schmerzt, weil es nicht schmerzt.
[Nils Behrens] (11:46 - 11:57)
Aber du sagst doch, es beginnt mit einer Zahnfleischentzündung und ich hätte immer gedacht, das entzündete Zahnfleisch, das stelle ich mir immer so vor, das hat man früher in den Werbespots dann immer gesehen, dass da richtig so Zahnfleischbluten und sowas war. Ist das nicht so?
[Boris Shrage] (11:58 - 12:09)
Doch, das ist so. Wobei es gibt, wie gesagt, verschiedene Ausprägungen der Parodontitis, die kann auch unterschwellig laufen. Das ist der zweite Ansatz.
[Nils Behrens] (12:10 - 12:11)
Den ersten hast du erzählt, das ist der chronische?
[Boris Shrage] (12:13 - 12:39)
Nicht ganz, also mit Ansatz meine ich die entzündlich verursachte bakterienbedingte Parodontitis. Und dann gibt es noch eine, die vom Stoffwechsel ausgelöst wird, vom negativ verlaufenden Bone Remodeling, also unser Knochen erneuert sich ja jährlich ein-, zweimal, ich glaube zweimal. Ja, die Knochenzellen werden ja die alten abgebaut.
[Nils Behrens] (12:39 - 12:45)
Das ist ja lustig, beim Thema Stoffwechsel denken die meisten von unseren HörerInnen wahrscheinlich erstmal an das Thema abnehmen, aber wir sind jetzt hier beim Knochenstoffwechsel.
[Boris Shrage] (12:45 - 14:02)
Genau, Fachkreise nennen das Bone Remodeling, also das Remodellieren, das Umbauen des Knochens. Da sind Zellen dran beteiligt und der Knochen, das ganze Skelett wird einmal, zweimal im Jahr komplett erneuert, sprich alte Zellen werden abgebaut, neue aufgebaut. Wenn wir neue Zellen aufbauen müssen, wollen, dann braucht es ja Material.
Wir müssen ja, wenn wir was bauen, Material hinschaffen, Calcium. Calcium nehmen wir durch Nahrung auf und dann muss es auch an die richtigen Stellen transportiert werden. Das heißt, wir brauchen dafür die Transportwege, wir brauchen die Mitarbeiter, die Handwerker und so weiter und so fort.
Und da sind wir beim Thema Material und Bone Remodeling heißt, wir brauchen Calcium, es muss in den Knochen rein und eingebaut werden. Und da die Ernährung zwar, es ist alles vorhanden, ja wir leben ja im Überfluss, aber wie schon öfters, ob hier im Podcast oder anderswo besprochen, die Qualität der Lebensmittelprodukte ist nicht mehr die, wie es früher mal war. Das Vitamin K2 beispielsweise, was die Kühe, was sie durch Fleisch häufig aufnehmen, weil die Kühe Grasen, ja, und grün, ja, grün Rasen essen.
[Nils Behrens] (14:03 - 14:04)
Tun die ja so selten, oder?
[Boris Shrage] (14:04 - 14:16)
Genau. Die stehen im Stall, also fehlt es am K2.
Also K2 ist eminent wichtig, das Calcium aus dem Darm mit Vitamin D3 in den Knochen zu bringen.
[Nils Behrens] (14:16 - 14:20)
Ich sage ja immer, K2 macht den Job zu Ende, den D3 begonnen hat.
[Boris Shrage] (14:20 - 15:36)
Genau, die gehören zusammen und das ist der zweite Ansatz. Also wir haben einmal die Bakterien, die eine Entzündung auslösen können. Wie du sagtest, ja klar, wenn eine Entzündung da ist, dann blutet sie.
Jetzt haben sich aber viele ans Bluten gewöhnt. Das ist einfach, nicht jeder hat dieses Körpergefühl und dieses kritische Schauen im Spiegel. Manchmal gucken wir rein und es ist alles entzündet und seit Jahren entzündet.
Und dann zeigen wir dem Patienten einen Spiegel und fragen, ob die das gesehen haben. Ja, ne, habe ich nicht gesehen. Blutet es?
Nein, es blutet nicht. Warum? Weil irgendwann mal hat der Patient oder die Patientin aufgehört, intensiv oder intensiv genug zu pflegen, zu putzen.
Weil es geblutet hat, weil die meisten denken, die haben es verletzt und ist eine Falschannahme, eine sehr fatale, denn dann wird immer schlechter geputzt, der Biofilm, also diese schädigen, schädlichen Bakterien vermehren sich und es setzt sich immer weiter fort. Das heißt, in der Therapie ist der erste Ansatz erstmal den Patienten dazu zu bringen, richtig zu putzen. Richtig zu putzen heißt, manche putzen zwei Minuten, aber gehen an die markanten Stellen nicht ran.
[Nils Behrens] (15:37 - 16:01)
Alright, dann jetzt nur nochmal für mich, für die Vollständigkeit. Wir hatten jetzt gerade gesagt, es gibt einmal die bakterienbedingte Parodontitis und es gibt einmal die durch die Bone Remodeling, wie du es sagtest, eben halt ausgelöste durch eben halt gewisse, ich sag mal, Mängel im Körper. Bei der ersten Kategorie, hattest du gerade angefangen, auch da gibt es, wenn ich es richtig meine, eine chronische und das andere, da bin ich dir ins Wort gefahren.
[Boris Shrage] (16:01 - 18:47)
Ja, nicht so schlimm. Es gibt noch eine aggressive Form, das heißt, die fängt auch häufig mit 28, 29 an und die ist recht gefährlich, weil da baut sich enorm schnell Knochen ab und ganz, ganz viele, also die allermeisten haben eine chronische Form, okay, die kann man sehr gut behandeln. Die aggressive Form muss man früh genug erkennen, das passiert manchmal oder häufig nicht, weil das in einem relativ frühen Alter passiert, wo der Patient das auch nicht einschätzen kann und vielleicht auch häufig nicht zum Zahnarzt geht, weil er jung ist und häufig auch gar kein Bedarf da ist, weil keine Füllungen da sind, also in der jüngeren Generation, ja, wie bei guten Kindern.
Das heißt, man vernachlässigt das, aber in der Zeit baut sich Knochen schnell ab. Woher kommt das? Genetik, ja, da kommen wir wieder auf die Oma, die vielleicht schlechte Zähne hatte.
Kann sein, dass das vererbt wurde und zwar über eine Mutation auf drei Genen, die die Immunantwort des Körpers steuert. Wenn wir eine Infektion bekommen, wenn Bakterien eine Immunantwort auslösen, dann haben wir bestimmte Zellen im Körper, die die Reaktion steuern, ja, wie beim Auto, das Gaspedal und die Bremse. Sind die mutiert, ja, so dass eine Mutation vielleicht sogar auf allen dreien besteht, dann entgleist die Immunantwort, sprich wir sind auf dem Gaspedal, also die Antwort auf die erste, auf den Angriff der Bakterien ist viel zu stark und irgendwann muss es ja ausgebremst werden, beruhigt werden, die Immunantwort, ist das Gaspedal kaputt, dann kommt die gar nicht zum Stillstand, d.h. in der beschriebenen Reaktion, dass der Körper versucht Abstand zu gewinnen und das tut er, indem er Knochensubstanz abbaut, was an sich schon fatal ist, wenn das auch noch verstärkt abläuft durch die Mutation auf diesen drei Genen, dann verlieren wir massiv Knochen und das passiert bei der aggressiven Form, woran merkt man sie? Indem man schon mit 29, 30 lange Zahnhälse hat, also wenn die Zähne länger aussehen als sie mit 20, 25 ausgesehen haben, ja, das heißt, ganz grob gesagt gibt es diese aggressive Form, die recht gefährlich ist und die chronische Form ist auch nicht ungefährlich, die verläuft aber deutlich langsamer, ist auch leichter in den Griff zu bekommen.
[Nils Behrens] (18:48 - 18:59)
Gut, gut, wir haben ja im Vorwege darüber gesprochen, dass Parandontitis nicht nur den Mund betrifft, sondern den ganzen Körper. Kannst du uns vielleicht mal erklären, warum das so ist?
[Boris Shrage] (18:59 - 20:17)
Ja klar, das ist das, wo die Zahnärzte und die Allgemeinärzte eigentlich auch mehr zusammenarbeiten sollten. Nochmal, Itis, Parandontitis, Entzündung, und die ist ja dann nicht nur im Mund, die Entzündung, sondern die Abbauprodukte, die Toxine, die im Mund produziert werden durch die Bakterien, die können sich ja auch im ganzen Körper verteilen. Das heißt, zum einen können die durch die Mikroblutgefäße in den Kreislauf gelangen, so hat man zum Beispiel bei Alzheimer bestimmte Keime aus diesem anaeroben Spektrum im Gehirn gefunden, bei Alzheimer-Erkrankten, oder durch die Immunreaktion, durch diese entzündlich bedingte Reaktion des Körpers, haben wir eine sogenannte Silent Inflammation, was ja heute recht bekannt ist oder viel darüber gesprochen wird, im ganzen Körper. Wir haben also durch die Zytokine, durch diese Zellen, die Entzündungen auslösen, haben wir im ganzen Körper und vor allem in Gefäßen eine entzündliche Veränderung.
[Nils Behrens] (20:17 - 20:29)
Ja, ich versuche das ja mal wie so ein Schwelbrand zu beschreiben. Das heißt, wenn es an irgendeiner Stelle sozusagen im Gebälk dann anfängt, so ein Schwelbrand ist, dass der sich dann ja auf das ganze Gebäude ausweiten kann, so ähnlich ist es dann wahrscheinlich bei einem Körper auch.
[Boris Shrage] (20:30 - 21:00)
Ja, nicht nur, also allein die Parandontitis wird kein Alzheimer auslösen, aber es ist ein Kofaktor und es ist, wie du sagst, ja, es tut nicht weh, es brennt nicht das ganze Gebäude, es ist ein Schwelbrand und befeuert Arteriosklerose. Ja, wir haben ja über Gefäße gesprochen gerade. Diese entzündlich bedingte Veränderung verändert das Endothel und begünstigt Arteriosklerose.
Es befeuert die Diabetes, ein ganz großer wichtiger Punkt.
[Nils Behrens] (21:01 - 22:00)
Das finde ich ja tatsächlich eine der größten Überraschungen. Also das Thema Entzündung, Alzheimer war für mich noch so einigermaßen gut nachvollziehbar, weil letztendlich, also so ganz hundertprozentig wissen wir ja über Alzheimer ja immer noch nicht so ganz, wo es herkommt, sage ich mal so, insofern können wir es auch noch nicht hundertprozentig verhindern, aber wir wissen ja schon, dass auch eine Verbindung von Toxinen sozusagen da und Ablagerung im Gehirn eben halt grundsätzlich negative oder positive Wirkung auf die Alzheimererkrankung, aber negative Wirkung grundsätzlich eben halt auf das Gehirn dann hat. Und da ist es dann ja so, dass man sagen kann, okay, wir können uns eben halt vorstellen, dass durch diese Entzündung im Körper sozusagen eben halt gewisse Toxine entstehen, die dann wiederum auch sich mit dem Gehirn, also ich finde diese kausale Kette ist relativ nachvollziehbar, dass aber Diabetes, was ja dann im Grunde genommen eigentlich dann die Insulinresistenz sozusagen dann ja auch andersherum bedeutet, dass das einen Zusammenhang mit Parodontitis hat, da bin ich gespannt auf den Zusammenhang.
[Boris Shrage] (22:01 - 23:13)
Also bei Diabetes haben wir eine Hemmung der Insulin, es kommt zu einer Insulinresistenz, die wird verstärkt durch Toxine, die ebenfalls durch die Bakterien gebildet werden. Und gleichzeitig werden die Endkapillaren auch geschädigt, weil sie in der Parodontitis, im Zustand der Parodontitis erweitert sind, so dass wir praktisch ein gegenseitiges Befeuern haben. Durch Diabetes wird die Parodontitis extremer oder schlechter und umgekehrt befeuert die Parodontitis die Insulinresistenz.
Das heißt, jeder Patient, der Diabetes womöglich hat, sollte mal prüfen lassen, ob eine Parodontitis besteht und unbedingt diese behandeln lassen. Und umgekehrt kommt man vielleicht noch mal drauf, sollte man prüfen, ob bei Parodontitis der Marker für Diabetes vielleicht erhöht ist, der Hb.
[Nils Behrens] (23:14 - 23:23)
Den dritten Teil, den ich in der Recherche hier gefunden hatte, und der hat mich eigentlich mit am meisten geschockt und überrascht, ist das Thema Frühgeburten.
[Boris Shrage] (23:24 - 24:28)
Ja, bei der Reaktion, bei der stillen Entzündung sprach ich ja von einem Enzym, welches aktiviert wird und seinerseits die Zellen aktiviert, die den Knochen abbauen. Und dieses Enzym ist eine Kollagenase, es baut Kollagen ab. Und bei einer aktiven Parodontitis wird es verstärkt ausgeschüttet.
Es hat häufig eine nützliche Funktion, indem es beispielsweise Wunden repariert. Ja, also wenn wir kaputtes Gewebe haben, verletztes Gewebe haben, braucht es auch Kollagenasen, die das abbauen, damit es wieder abheilen kann. Bei einer Parodontitis, wenn es verstärkt ausgeschüttet wird, im Körper sich verteilt, Silent Inflammation, kann es die Fruchtblase anfangen zu früh aufzulösen, sodass es zu einer Frühgeburt kommt.
Und die sind tatsächlich auch empirisch belegt, dass es deutlich mehr Frühgeburten gibt bei Parodontitis Patientinnen.
[Nils Behrens] (24:29 - 24:55)
Also wir einigen uns jetzt an dieser Stelle darauf, dass keiner von uns Parodontitis haben möchte. Deswegen lass uns doch mal direkt in das Thema Diagnose reingehen. Also ich hatte auch in meiner Recherche auf deiner Website gesehen, dass ihr in der Praxis einen Test einsetzt.
Und dieser Test heißt aMMP-8. So, ist ja ein total griffiger, eingängiger Name. Magst du vielleicht kurz mal erklären, was ist das für ein Test und was zeigt der?
[Boris Shrage] (24:55 - 25:20)
Ja klar. Man kann es auch ungriffiger gestalten. Also ausgeschrieben heißt es aktivierte Matrix-Metalloproteinase-8.
Ist ein bisschen lang zu merken, deswegen ist es ganz gut, dass man ihn abkürzt. Ganz wichtiger Test. Gut belegt seit Jahren, seit Jahrzehnten.
Vor allem in Skandinavien und in vielen Ländern. Nur in Deutschland ist es noch nicht so richtig angekommen.
[Nils Behrens] (25:20 - 25:23)
Ich glaube auch nicht, dass ich schon mal einen aMMP-8-Test gemacht habe.
[Boris Shrage] (25:23 - 26:40)
Das glaube ich auch, dass du noch keinen hattest, weil es ist wirklich erstaunlich. Also es misst dieses Enzym, von dem ich vorhin sprach, welches durch die Entzündungsreaktion aktiviert wird. Deswegen aMMP-8, aktivierte Form der Matrix-Metalloproteinase-8
Und es zeigt an, ob das Enzym, was für den Knochenabbau, sehr vereinfacht gesagt, verantwortlich ist, im Mund, rund um die Zähne, in aktiver Form vorliegt und in welcher Quantität. Das heißt, durch einen einfachen Speicheltest, der dauert 15 Minuten, wir brauchen ein bisschen Speichel, das wird in so einem kleinen Gerät untersucht, können wir sagen, ob aktuell Knochenabbau stattfindet. Und das auch bevor es zu einem Schaden kommt.
Das heißt, ein 35-jähriger oder 34- oder 38-jähriger Patient, der kein Zahnfleischbluten hat, aber vielleicht durch die Lebensumstände in einer Silent Inflammation vielleicht auch Situation sich befindet, wo die aMMP-8, das Enzym, aktiviert ist, das können wir messen, bevor er Knochen verloren hat, über diesen Test.
[Nils Behrens] (26:40 - 26:59)
Und sag mir mal, hat man das nur, wenn man wirklich eine Parandontitis hat, oder kann das auch schon zu einem früheren Stadion sein? Oder andersrum gesagt, wir haben jetzt eben gerade von 14 Millionen gesprochen, sind das dann nur die 14 Millionen, bei denen dieser Test aktiv ausschlägt, oder kann es sein, dass die Zahl nochmal höher ist in der Theorie?
[Boris Shrage] (26:59 - 27:16)
Bei mir ist jeder zweite Patient mit einem höheren Wert belegt. Also wir machen den Test regelmäßig, im Moment sogar bei jedem Neupatienten und häufig auf Kulanz im Rahmen der Untersuchung. Jeder zweite hat erhöhte Werte.
[Nils Behrens] (27:17 - 27:18)
Und was mache ich dann?
[Boris Shrage] (27:19 - 30:40)
Was machst du dann? Naja, weiter Diagnostik.
Zum einen haben wir eine Aussage darüber, dass die Kollagenase, dieses Enzym ist eine Kollagenase, die zerlegt Kollagen. Kollagen ist das Bindegewebe, aus dem auch Knochen besteht. Also so wird ein Schuh draus, wie man sagt.
Weitere Diagnostik. Erstmal schaut man, können wir eine Parandontitis schon erkennen, also messen. Normalerweise ist die Befundung, also die Untersuchung besteht daraus, dass man die Taschen, von denen ich vorhin sprach, misst.
Erstmal übersichtsweise, dass man einen Eindruck bekommt. Liegen tiefere Taschen vor? Wir gucken nach, ob es Blutungen gibt.
Und man macht gegebenenfalls ein Röntgenbild. Diese Untersuchungsmethode, also Taschenmessen und Röntgenbild, zeigen einen bestehenden Schaden an. Wir sprachen gerade darüber, dass wir prophylaktisch mit dem aMPP-8-Test erkennen können, ob ein Abbau schon im Gange ist, bevor es substanziell schon einen Schaden gegeben hat.
Das heißt, wenn jemand hohe aMPP-8-Werte hat, untersuchen wir natürlich auch parallel den Zustand und daraus ergibt sich die weitere Therapie. Bestehende Taschen haben ja eine Manifeste, also eine Parandontitis, die man festgestellt hat. Dann geht es in die Therapie.
Es bestehen keine Zahnfleischtaschen, aber der Wert ist hoch, müssen wir über Lifestyle reden. Ernährung, entzündungshemmende Mikronährstoffe und Lifestyle, Sauerstoff, Atmen. Wenn wir zu wenig Sauerstoff im Blut haben, die Sättigung unter 96, 95, was immer noch als okay gilt, sinkt, transportieren wir weniger Sauerstoff in die Endkapillaren und all das fördert auch eine entzündlich bedingte Situation im Körper.
Säure-Base-Haushalt spielt in dem Fall auch eine Rolle. Übersäuern wir, versucht der Körper, das Blut zu puffern. Es muss ja bei 7,4 basisch bleiben.
Übersäuern wir, indem wir zu viel Fleisch, naja alles, was übersäuert, essen, dann wird gepuffert. Und zwar zieht der Körper Calcium aus den Knochen und mit Vorliebe aus dem Kieferknochen, weil der sehr sehr stark ausmineralisiert ist. Unser Unterkiefer vor allem ist sehr hart, sehr fest und da zieht der Körper halt Calcium raus, um das Blut zu puffern.
Das heißt, wir sind dann auch in einer entzündlichen, in einer Silent Inflammation, verlieren Knochen, ohne dass Bakterien schuld daran sind. Wenn wir uns dann nicht bewegen, Sauerstoffsättigung, sinkt, man zunimmt, nachts schlecht schläft, Apnoe, wenig Sauerstoff, ist ein Kreislauf. Das ist eben der Bereich Lifestyle, der bei der Parodontitis auch eine große Rolle spielt.
Und Rauchen natürlich, ja, verengt die Kapillaren, kein Sauerstoff im Endgebiet oder weniger, fördert die Parodontitis massiv.
[Nils Behrens] (30:40 - 31:03)
Es ist schon wirklich ein Wahnsinn, wie ganzheitlich dann doch wirklich unser Körper wirklich wieder funktioniert. Tatsächlich, also das ist ja auch der Grund, warum ich dich eingeladen habe, weil ich es wirklich sehr spannend finde, wie viel durch den Mund ausgelöst werden kann im Körper und auch andersrum, wie du es ja gerade beschreibst. Also, dass unser schlechter Lebensstil eben halt zu den Problemen im Mund führen kann.
[Boris Shrage] (31:04 - 32:49)
Ja, deswegen kann man das nicht isoliert sehen. Und der Ansatz war, warum gibt es heute noch Parodontitis? Also, wir reden, wir sprechen in einer Situation, wo mit CT, mit allen möglichen, mit Cyberknives gearbeitet wird.
Und wir haben aber ja noch das Problem Parodontitis nicht gelöst. Und wäre es rein bakteriell bedingt, dann könnten wir das ja mit Antibiotika eigentlich lösen. Antibiotika wird ja eingesetzt in der Parodontitis-Therapie, tue ich auch, beispielsweise bei dieser aggressiven Form.
Weil bei dieser aggressiven Form, von der wir vorhin sprachen, ist auch ein bestimmter Keim sehr stark mitbeteiligt. Wenn ich zu den Keimen nochmal zurückkommen darf, es gibt grob gesagt sechs Keime, die wir auch im Mund isolieren können. Ja, es gibt außerdem ein PP-8-Test, auch einen sehr nützlichen Test, der uns das Mikrobiom im Mund aufzeigt.
Wir nehmen eine Probe raus, schicken es ins Labor und stellen fest oder prüfen, welche Keime sind denn im Mund. Und gezielt suchen wir nach den sechs Keimen, die anaerob, Gramnegativ sind und Parodontitis im Endeffekt auslösen. Und bei der aggressiven Form ist eine bestimmte Keimart dabei, wo es wichtig ist, Antibiotika zu geben, weil dieser Keim dringt sogar ins Gewebe ein, also ins Zahnfleisch, was die anderen nicht tun.
Die liegen in der Tasche. Das heißt, manchmal muss man auch Antibiotika geben, aber nach Möglichkeit versucht man es ganzheitlich zu behandeln. Denn, wie gerade gesagt, der Lifestyle spielt eine Riesenrolle mit Bewegung, Sauerstoff, Trinken.
[Nils Behrens] (32:52 - 33:34)
Dieses Antibiotika, also grundsätzlich weiß man ja heutzutage, dass Antibiotika so ein bisschen, also wenn wir jetzt über die Darmbakterien reden, das ist ein bisschen wie Napalm sozusagen, die Darmbakterien. Wenn ich mir jetzt das vorstelle, ich habe noch nie einen Antibiotika für den Mund bekommen, also Punkt Nummer eins ist, ist es dann etwas, was ich dann tatsächlich in irgendeiner Form, also wie ist die Darreichungsform eines Antibiotikas für den Mund? Ist das dann etwas, was ich tatsächlich in einer Form von einer Spülung oder sonst was irgendwie mache?
Oder ist das ganz normal eine Kapseltablette wie im normalen? Und wie kann es dann sein, dass dann sozusagen es nur die Mundbakterien betrifft, wahrscheinlich dann ja nicht, sondern es wird dann ja wahrscheinlich genauso wie ein normales Antibiotikum dann auch den Darm betreffen?
[Boris Shrage] (33:35 - 35:06)
Genau, deswegen gebe ich es so selten wie möglich und nur bei dieser aggressiven Form. Also es wird als Kapsel genommen, so wie du das auch kennst, und systemisch, also über den Darm aufgenommen, verteilt. Das Ziel ist eben die Keime zu treffen, die halt im Mund ja diese schwere Form auslösen.
Und das wird aber in anderen Praxen oder auch an Unis weitergelehrt, dass man das auch bei leichteren Formen gibt, wenn die Keime vorhanden sind, über die wir sprachen. Dann sind die Bakterien erstmal platt, aber die bauen sich ja innerhalb von relativ kurzer Zeit wieder auf, sofern man Lifestyle nicht ändert, sprich wiederum Ernährung, Putzgewohnheiten, und dann ist man nach drei, vier, fünf Monaten wieder dabei mit der Parodontitis. Insofern ja, Antibiotika aber auch erst dann, also so mache ich es, wenn wir es geschafft haben, den Patienten so zu instruieren und die Compliance da ist, dass er oder sie auch so mitarbeitet, dass die Bakterien mechanisch schon mal entfernt werden.
Und wenn es dann noch persistiert, also weitergeht und die Taschen tief sind, man kann ja selber nicht in die sechs Millimeter Taschen reinkommen, das funktioniert ja nicht. Dann macht Antibiotika bei den aggressiven Formen schon mal Sinn, aber es wirkt auf den ganzen Körper ein, es macht das Darm-Mikrobiom platt.
[Nils Behrens] (35:07 - 35:58)
Ich weiß nicht, wie es jetzt unseren HörerInnen geht, aber bei mir ist es wirklich so, dass ich das Gefühl habe, Gott, ich muss auf jeden Fall diesen aMMP-8-Test machen, weil ich will ja nicht, dass mein Knochen sich abbaut. Also man hat schon jetzt hier, also ein bisschen Angst hast du uns jetzt schon an dieser Stelle gemacht. Ich will es auch gar nicht jetzt unbedingt entkräften, aber was kann man jetzt so sagen, welche Warnzeichen sollten einen tatsächlich aufmerksam machen, die man vielleicht auch schon selbst bemerken könnte?
Das heißt also, wenn jeder sich jetzt fragt, oh Gott, mein Zahnarzt macht das gar nicht, ich weiß nicht, wo ich den aMMP-8-Test machen kann, dann die Frage, können wir vielleicht ein bisschen für Beruhigung sorgen oder andersrum können wir für, mach den Test auf jeden Fall sorgen, wenn man die Symptome hat oder die Warnzeichen.
[Boris Shrage] (35:59 - 37:53)
Das macht Sinn, sicherlich. Also die Warnzeichen wären Zahnfleischbluten, wie du vorhin gesagt hast. Und wenn es blutet, dann liegt es, ich betone es hier nochmal, nicht daran, dass man irgendwas verletzt hat oder zu stark geputzt hat oder die Zahnbürste zu hart ist, sondern dann ist das Zahnfleisch entzündet.
Ja, bei einer Entzündung schwillt es wie gesagt an, die kleinen Blutgefäße schwellen an, weil der Körper versucht die zu erweitern, damit Abwehrzellen dahin können. Es schwillt an und blutet dann sehr leicht und stark. Also das allererste und wichtigste Anzeichen ist, Zahnfleischbluten, wenn man intensiv, also gut geputzt hat.
Macht man das nur so halb sein oder wie soll man es sagen, dann wird man auch kein Zahnfleischbluten haben. Man kann es aber testen, indem man mit Zahnseide reingeht, zwischen alle Zähne und da durchgeht und guckt, ob es da blutet. Also Blutung ist gleich Entzündung.
Dann wäre das schon mal das erste Zeichen. Mundgeruch, wenn sich die Bakterien im Mund verändern in Richtung Gramnegative, kann es zum Mundgeruch kommen. Halitosis, wobei dafür ist ein bisschen mehr oder deutlich mehr die Zunge verantwortlich, weil da in den hinteren Bereichen bestimmte Bakterienarten, Sulfide bilden.
Aber das könnte auch ein Zeichen sein. Und ja, wenn die Zähne optisch länger werden, wie vorhin gesagt, wenn man das Gefühl hat, wenn man in den Spiegel schaut und lächelt und die Schneidezähne auf einmal länger wirken und die Wurzel fast schon sichtbar ist, dann spricht es dafür, dass Knochen zurückgehen. Eventuell eben in der langsamen Form, ohne Blutung, weil eventuell Calcium, Vitamin D3 fehlt und einiges mehr.
[Nils Behrens] (37:55 - 38:27)
Lass es doch mal direkt, weil du es gerade ansprichst, bei diesen Mikronährstoffen bleiben. Du hattest schon gesagt, Vitamin D3 ist klar, weil es eben halt dabei hilft, den Calcium sozusagen aufzuschlüsseln. K2 bringt es dahin, wo es sein soll.
Gibt es noch weitere Mikronährstoffe, die eine Rolle spielen? Also Lieblings-Cofaktor ist ja bei ganz vielen Sachen Magnesium oder alles, was so, mir würde jetzt nochmal so Vitamin A oder E irgendwie vielleicht so einfallen. Sind das alles Dinge, die auch vielleicht eine Wirkung auf unsere Knochen und Gesundheit haben?
[Boris Shrage] (38:27 - 38:51)
Ja klar, wir brauchen für dieses Bone Remodeling brauchen wir also auf alle Fälle Vitamin D3. Das ist ja auch ein Riesenthema und die letzten Jahre auch immer mehr hochgekommen und mir ins Bewusstsein gelangt. Wir machen beispielsweise auch bei den meisten neuen Patienten, wenn die einverstanden sind, einen Vitamin D3-Test in der Praxis.
Es gibt ja so kleinere Geräte, man braucht nicht unbedingt ins Serum, also voll Blutbild zu gehen.
Ja, es gibt kleine Diskrepanzen, habe ich gemerkt, also wenn ich das vergleiche, was wir messen, aber die Richtung stimmt auf jeden Fall, sodass es einen Hinweis gibt, ist man in einem Mangel oder nicht und wie wir, alle wissen, ist Deutschland im Vitamin D3-Mangel?
[Nils Behrens] (39:13 - 39:24)
65 Prozent der Deutschen haben einen Vitamin D-Mangel und dann definieren sie ihren Mangel, weil tatsächlich die Referenzwerte, die vom Labor vorgegeben sind, sind ja relativ niedrig sogar.
[Boris Shrage] (39:25 - 39:27)
20 bis 50 steht da drauf.
[Nils Behrens] (39:28 - 39:34)
Genau, 20 bis 50. Wenn du dich mit Vitamin D-Experten unterhältst, dann sagen die 75 wäre besser.
[Boris Shrage] (39:34 - 43:25)
Genau und die Experten, von denen habe ich es ja auch nur gelernt, die sagen, ja, auf jeden Fall über 60. Sogar der Referenzbereich so knapp unter 50 ist laut meinem Lehrer, wie kam ich denn überhaupt auf diese Parodontitis-Geschichte? Ist vielleicht nicht uninteressant für die Hörer auch.
Ich mache die Zahnmedizin jetzt über 30 Jahre. Ich habe 15 Jahre das gemacht, was ich mal gelernt habe und dann hatte ich über die 15 Jahre einen Einblick, dass es bei einigen besser wurde, aber häufig nicht und war irgendwann mal etwas frustriert und dann habe ich geguckt, recherchiert, gelesen und bin bei dem Kollegen Möbius gelandet, von dem ich vieles gelernt habe, eben Vitamine, Mikronährstoffe und so weiter. Und so weiter heißt, Vitamin D sollte auf jeden Fall über 60 Richtung 70 gehen, weil dann erst funktionieren die ganzen Kreisläufe mit den Co-Faktoren.
Die Co-Faktoren sind Vitamin K2, also das Vitamin D zieht das Calcium aus dem Darm, bringt es in die Blutgefäße zum Verteilen. K2 zieht es aus den Blutgefäßen raus. Deswegen ist es enorm wichtig, ganz wichtig, K2 immer mit beizufügen, denn es gibt auch eine Studie, wo es eventuell verstärkt zu Arteriosklerose kommen könnte, Verstopfung, wenn man kein K2 in ausreichender Menge hat.
Magnesium, wie du gerade genannt hast, ist, ich glaube, so ziemlich an allem beteiligt im Körper. Über 300 Prozesse mit Sicherheit. Ja, da hat man auch das Problem, genug zu sich zu nehmen, weil die ganzen unterschiedlichen Formen von Magnesium, die Aufnahme, die Resorbierbarkeit ist ja unterschiedlich.
Es gibt Empfehlungen, es als Spray zu nehmen, ist natürlich im Alltag ein bisschen schwierig. A und E spielen eine Rolle in der Heilung, ja, also im Bone Remodeling, also im Stoffwechsel auch, aber vor allem in der Heilung. Da gibt es nämlich auch ein Konzept, wie man die chronische Parodontitis und die Silent Inflammation beruhigen kann mit Mikronährstoffen.
Bor spielt eine Rolle, Phosphor spielt eine Rolle, der Hormonstatus spielt eine Rolle, das Parathormon spielt eine Rolle in der Calciumaufnahme, das heißt Schilddrüsen, Supplements, also Selen, Jod, etc. sind ganz wichtig, denn funktioniert die Schilddrüse nicht optimal, so funktioniert auch die Nebenschilddrüse vielleicht nicht optimal und dann kommt es zu einem, ich glaube, man nennt das Calciumparadoxon. Ja, das ist schon wieder drei Schritte weiter, dass wir eigentlich genug Calcium aufnehmen, es aber in den Blutgefäßen verbleibt, weil die Nebenschilddrüse, nicht richtig arbeitet.
Ist jetzt wieder etwas spezieller und wird ein bisschen komplizierter. Ich erwähne es nur, weil ich nochmal betonen möchte, es ist ein Gesamtbild, das heißt, man muss auf vieles achten und wenn ein Patient kommt, dann guckt man sich die Anamnese schon mal an, nimmt die Patientin, meistens sind es Frauen, die mit der Schilddrüse Probleme haben und sehr viele Nebentyroxiden, also frage ich auch das ab, ob genug Selen aufgenommen wird und Jod und so weiter, aber ja, für die Bone Remodeling, für das Funktionieren braucht es, wie gesagt, die Baustoffe Calcium, Vitamin D3, über 60 nach Möglichkeit und mit K2 auf jeden Fall zusammen. Magnesium, Bor, da gibt es, glaube ich, auch inzwischen genug Präparate, die alles zusammen anbieten, weil als ich selber mit Supplements angefangen habe, hatte ich in der Küche, ich glaube, ich weiß nicht, 78, nein, 23 Präparate hatte ich gezählt.
[Nils Behrens] (43:25 - 43:26)
Das habe ich leider glaube ich immer noch.
[Boris Shrage] (43:27 - 43:30)
Ja, ich auch, aber ich laufe manchmal dran vorbei und nehme mal eins.
[Nils Behrens] (43:32 - 43:52)
Wir haben so Pillendosen für sieben Tage die Woche und ich sortiere dann am Sonntag immer meine Pillendose und ich gebe dir mal eine mit nach dem Gespräch, dann kannst du dir vielleicht darüber nachdenken. Gibt es darüber hinaus bestimmte Blutwerte, auf die ich achten sollte?
[Boris Shrage] (43:54 - 43:55)
Naja, Vitamin D.
[Nils Behrens] (43:56 - 43:58)
Ach so, Vitamin D, also die Mikronährstoffblutwerte.
[Boris Shrage] (43:59 - 44:26)
Im Zusammenhang mit Diabetes halt der Hb1ac-Wert, ja, dieser Marker, der unter 5,7,8, unter 6 liegen sollte. Ansonsten, ja, Mineralien halt. Man kann natürlich ein Blutbild machen und schauen, ob man genug Magnesium hat, ob man genug, wobei es immer ja ein Momentausblick ist und aus dem Serum, es ist auch nicht aus der Zelle, deswegen.
[Nils Behrens] (44:27 - 44:29)
Da kann man ja überlegen, was für ein Bluttest man macht.
[Boris Shrage] (44:30 - 44:38)
Genau, ja, aber aus der Zelle ist es, ja, wenn man Professor Wienicke folgt, ist es das Nonplusultra, aber da wird es auch schon wieder speziell.
[Nils Behrens] (44:40 - 44:45)
Wie schnell kann sich der Zustand im Mund denn eigentlich verbessern, wenn man diese Mängel ausgeglichen hat?
[Boris Shrage] (44:46 - 45:00)
Ja, das ist eine berechtigte Frage, weil das fragen auch viele, viele Patienten. Manche sind auch etwas ungeduldig, aber schnell, schnell, wobei schnell relativ ist. Also würden die drei Monate reichen?
[Nils Behrens] (45:01 - 45:05)
Das kommt auch an, wenn ich meine Zähne dann noch habe, wenn ist ja alles gut.
[Boris Shrage] (45:05 - 46:38)
Das Dumme ist oder das Gute ist, die fallen ja nicht aus, ja, die Zähne. Das heißt, hat man aber Parodontitis, dann ist es einfach so ein immerwährender Kampf.
Also, wenn man mit Mikronährstoffen konsequent anfängt zu arbeiten, hat Dr. Olberts, ich glaube 2010, Dr. Olberts ist ein Kollege aus, ich glaube, Hessen, hat 68 Patienten bei sich in der Praxis mit aMPP-8 getestet, gab es schon damals in einer anderen Form und hat vorher, nachher getestet und hat bei 68% nach einer Vitaminkur, Mikronährstoffkur Werte gemessen, die unter das kritische Level gesunken sind. Das kritische Level bei aMPP-8 ist 10.
Man hat dann ein Ergebnis, wenn man den Test macht und unter 10 ist gut, das heißt, das ist der Wert, wo kein Knochen abgebaut wird. Er hat ADEC gegeben, also Vitamin D, A, K, E, Magnesium, Omega 3, Entzündungshemd, Vitamin C und, soweit ich mich erinnern kann, Schwarzkümmelöl, ja, ist auch Entzündungshemd und das in einer Drei-Monats-Kur. Das kann man auch in anderer Form zusammenstellen, also alles, was entzündungshemmend ist, ja, wie Omega 3 und Vitamin C auch, aber Vitamin C ist ja auch am Kollagen.
[Nils Behrens] (46:38 - 46:39)
Ich bin ja Fan von Asaxantin.
[Boris Shrage] (46:40 - 47:13)
Ja, hört sich auch gut an, ich habe es auch bei mir zu stehen, muss mal wieder eine Kapsel nehmen. Aber darüber weiß ich nicht so viel, es hilft also, wenn man die Mundhygiene wirklich verbessert, wenn man das hinbekommt und parallel dazu die Supplements nimmt, dann hat man nachweislich, wie in der Studie erwähnt und was ich sehen kann bei mir, deutlich besseren aMPP-8-Wert und das ist eindeutig aussagekräftig, dass kein Knochen mehr abgebaut wird.
[Nils Behrens] (47:14 - 47:29)
Dann kommen wir doch mal zu dem Knochenabbau bzw. dem gegenteiligen Teil, nämlich dem Bone Remodeling Therapy und da habe ich jetzt in meiner Recherche vorab gesehen, gibt es etwas, das nennt sich, ich hoffe, ich spreche es richtig aus, Doxycyclin, Gel?
[Boris Shrage] (47:29 - 47:43)
Ja, ja, das Doxycyclin, das Tetracyclin ist ja ein Tetracyclin, ein Antibiotika und das benutze ich, um den Knochenabbau zu stoppen und das funktioniert auch.
[Nils Behrens] (47:44 - 47:50)
Also das ist aber auch ein Antibiotika? , aber Gel klingt so, als ob es irgendwie direkt lokal aufgetragen wird?
[Boris Shrage] (47:50 - 49:39)
Genau, und zwar lassen wir das in einer Apotheke herstellen, ja, es ist in Gelform recht niedrig dosiert und wir nutzen nicht die Eigenschaft des Tetracyclin, die antibiotische Wirkung, also wir wollen keine Keime töten mit dem Doxycycline, sondern es hat eine zweite Eigenschaft, es kann die sogenannten Osteoklasten hemmen, das sind die Zellen, die Knochen abbauen. Ja, wir haben im Bone Remodeling, im Stoffwechsel, haben wir die Osteoblasten, ja, die bauen neue Zellen auf und die Osteoklasten bauen Zellen ab, ja, also die Alten werden von den Klasten abgebaut und diese Osteoklasten werden vom aMPP-8, von dieser Kolagenase aktiviert, wie vorhin gesagt, und wenn die zu stark aktiviert werden, durch all die Umstände, die wir benannt haben, dann kommt es zu einem negativen Knochenstoffwechsel, ja, es wird mehr abgebaut, als neu synthetisiert, und wenn wir es schaffen, die Osteoklasten zu hemmen, reversibel zu hemmen, also wir brauchen sie ja trotzdem auch im Stoffwechsel, dann kommt es zu einem Stillstand, also dann wird kein Knochen mehr abgebaut, also wir kommen in ein Gleichgewicht hoffentlich, auf einem niedrigeren Level, als wir vielleicht mit 25 waren, ja, also es wird nicht mehr so viel neuer Knochen produziert, aber es geht nicht mehr weiter, wir verlieren dann keine Zähne mehr, und bei konsequenter Anwendung kann ich ab und zu nach drei Jahren, weil wir machen das fortwährend, die Therapie, regelmäßig, sogar Neubildung von Knochen an manchen kritischen Zähnen sehen, und ein Millimeter oder zwei Millimeter im Mund ist eine ganze Welt, ja.
[Nils Behrens] (49:39 - 49:43)
Ja, das merkt man ja, wenn man die Zunge über irgendwas rüber geht, die geht viel größer, so wie es sich normal anfühlt.
[Boris Shrage] (49:44 - 50:11)
Ja, ja, es fühlt sich immer größer an. Also, wir haben ein Gel, Voraussetzung, dass es funktioniert, ist eine optimale Mundhygiene, das ist immer die Voraussetzung für jegliche Therapie, es ist ein Tetracyclin, gegen Tetracyclin gibt es recht viele Resistenzen inzwischen, ja, das würde als Antibiotika nicht wirklich helfen, und wir brauchen auch die antibiotische Wirkung nicht, wie gesagt, sondern es hat die zweite Eigenschaft, dass es diese Zellen, diese Osteoklasten hemmen kann.
[Nils Behrens] (50:12 - 50:46)
Okay, nur eine ganz kurze Frage, also im Idealfall stelle ich mir jetzt vor, ich habe dann eben halt, ich mache den aMMP-8 Test, also es ist nicht der Idealfall, dass da ein hoher Wert rauskommt, aber nichtsdestotrotz, wir wollen dann an den Punkt kommen, dass wir sagen, okay, es ist schon Knochenabbau da, das wollen wir aufhalten. Jetzt stelle ich mir gerade vor, das Gel soll den Knochenabbau aufhalten, im Idealfall sehe ich ja keine Knochen, wenn ich meinen Mund aufmache, verstehst du, was ich meine? Also wo genau schmiert man das Gel denn eigentlich hin?
[Boris Shrage] (50:47 - 52:14)
Wo schmiert man es hin? Es wird nur ein Stecknadelkopf großer Tropfen eingebracht, und zwar in die Zahnzwischenräume, in jeden Zahnzwischenraum, und dann wird es verklebt mit einer Klebemasse, also nicht aus dem Bauhaus, wie viele fragen, sondern eine spezielle zahnmedizinische Masse, die benutzen wir früher für Wundschutz, ja, wenn man mal was genäht hat, nach einer Extraktion oder so, es kommt eine, es wird jedes Mal anders, fangen wir von vorne an.
Vor jeder Behandlung, also mit dem Doxycyclin, machen wir eine Zahnreinigung. Wir lösen einen Biofilm, von dem wir ganz am Anfang sprachen, auf, und das mit Ultraschall, wie man eine normale Zahnreinigung macht. Dann kommt zwischen jeden Zahn in den Zahnzwischenraum ein Tropfen vom Doxycyclin-Gel, das ist wie gesagt in Gelform aus einer Apotheke angemischt, was wir in kleinen Dosierspritzen haben, und dann kommt drüber das sogenannte Resopak, das ist so kaugummiartig, und das hat die Einschaft, sich selbst aufzulösen, aber erst nach einer Weile.
Und zwar muss dieses Gel und das Resopak drüber mindestens vier Stunden im Mund verbleiben. Ja, das ist ein bisschen komisch, weil man dann ein bisschen verklebte Zahnzwischenräume hat, aber in diesen vier Stunden wandert dieses Doxycyclin-Gel in die Knochensubstanz rein.
[Nils Behrens] (52:14 - 52:15)
Ah, das wandert den Zahn quasi runter.
[Boris Shrage] (52:16 - 52:43)
Am Zahn runter in den Knochen. Ja, wir haben eine Manschette rund um den Zahn; dort gibt es den Sulkus – eine kleine Rinne bzw. „Tasche“ drumherum, wie ein Burggraben. Und da bringt man es ein, und es dringt in den Knochen ein, und das Wesentliche ist dabei, dass man es bei jemandem mit hohen aMPP-8-Werten, mit einer Parodontitis, eben im Abstand von vier Wochen neunmal machen sollte oder muss.
[Nils Behrens] (52:43 - 52:47)
Im Abstand von vier Wochen neunmal? Ja, ja. Das sind aber eine Menge Termine, oder?
[Boris Shrage] (52:48 - 52:49)
Es sind dann neun Termine.
[Nils Behrens] (52:50 - 52:53)
Ja, ja, ja, ja, aber innerhalb von vier Wochen, also wenn ich jetzt mal...
[Boris Shrage] (52:53 - 52:54)
Nee, nee, alle vier Wochen.
[Nils Behrens] (52:55 - 52:56)
Ach, entschuldige, entschuldige.
[Boris Shrage] (52:56 - 52:57)
Ich entschuldige mich auch.
[Nils Behrens] (52:57 - 53:04)
Ich dachte gerade, innerhalb von vier Wochen, es sind ja zwei die Woche plus ein, aber okay, alle vier Wochen.
[Boris Shrage] (53:05 - 54:08)
Nee, nee, alle vier Wochen. Wir bauen einen Spiegel auf. Wir bauen einen Spiegel auf, ein Reservoir, und das wirkt dann auch länger.
Und dann wiederholt man das, je nach Befund, alle zwei, alle vier, alle sechs Monate, je nachdem, was für ein Grad an Parodontitis der Patient hat. Und das verhindert chirurgische Eingriffe, das verhindert, dass Zähne verloren gehen. Voraussetzung ist aber immer, dass eine optimale Mundhygiene vorherrscht, weil haben wir keine optimale Mundhygiene, blutet es immer noch, dann ist es ein Zeichen, dass immer noch zu viele Bakterien im Mund sind, die machen Entzündung, und wenn ich dann das Doxycyclin einbringe, dann verpufft die Wirkung, weil es wirkt dann antibiotisch, weil es ist immer noch ein Antibiotikum, es kämpft dann gegen die Bakterien, verliert den Kampf aber, weil es A zu schwach dosiert ist, und wir wollen gar nicht die antibiotische Wirkung haben, sondern die genannte osteoklastisch hemmende.
[Nils Behrens] (54:10 - 54:22)
Okay, gut, ich glaube, wir haben jetzt alle verstanden, dass wir es nicht haben wollen, und wenn wir es haben, dass wir es loswerden wollen. Gibt es denn aber eine bestimmte Routine, die du allen Menschen, sage ich mal, über 35 empfehlen würdest, egal ob mit oder ohne Zahnprobleme?
[Boris Shrage] (54:23 - 54:51)
Ja klar, also es fängt immer bei der Mundhygiene an. Es fängt damit an, dass man alle Zahnzwischenräume pflegt, weil dieser Biofilm, von dem ich immer wieder rede, der Großteil klebt, befindet sich zwischen den Zähnen, d.h. Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen, wenn man bereits ein bisschen an Gewebe verloren hat, dann werden die Zwischenräume etwas größer und dann ist die Zahnseide uneffektiv, d.h. Zwischenraumbürstchen, die passenden Größen, die Prophylaxe-Helferin fragen.
[Nils Behrens] (54:51 - 54:53)
Ich habe immer so Intertendal-Sticks, so Gumsticks, was ist mit denen?
[Boris Shrage] (54:54 - 55:08)
Ja, kann man auch nehmen, aber man muss die richtige Größe haben und die Bürstchen sind tatsächlich besser, weil die Gumsticks, die sind ganz gut, um Speisereste zu entfernen, aber nicht den Biofilm.
[Nils Behrens] (55:10 - 55:11)
Also umstellen?
[Boris Shrage] (55:13 - 55:21)
Muss man reinschauen, würde ich nicht so pauschal sagen. So, Vitamin D3, haben wir vorhin genannt, über 60, ja, und ein aMPP-8.
[Nils Behrens] (55:21 - 55:24)
Über 60 heißt nicht 60 als Alter, sondern der Wert soll über 60 sein.
[Boris Shrage] (55:24 - 56:49)
Genau, Nanogramm pro Millimol und nicht vom Arzt, ich komme nochmal auf den Vitamin D-Wert, weil wir haben die Diskussion einmal am Tag in der Praxis. Es wird ja sehr häufig Decrystol verschrieben, 20.000 Einheiten und einmal in der Woche nehmen, ohne K2, so blind einfach nehmen und vielleicht im Winter. Auch im Sommer haben wir zu wenig Sonne.
Das heißt unbedingt den Wert messen und unbedingt über 60 bringen, nicht 58, weil auch bei 58 funktioniert dieses Bone Remodeling, dieser Kreislauf, wo Calcitonin aktiviert wird durch Vitamin D3, nicht optimal. Es ist sehr wichtig, über 60, lieber Richtung 70 zu gehen. Zahnseide haben wir genannt, Vitamin D3 haben wir genannt und ja, ein aMPP-8-Test ist eine enorme Hilfe.
So, jetzt, wo kriegt man den, weil ich höre es auch sehr häufig, Patienten haben noch nie was davon gehört, fragen ihren alten Zahnarzt oder der sagt alles Blödsinn. Schwierig, weil nicht viele haben dieses Gerät. Man braucht zur Auswertung ein Laborgerät.
Dentognostik ist die Firma, die eine Website hat, auf der man die Nutzer und ein aMPP-8-Anbieter deutschlandweit finden kann. Wie heißt das? Dentognostik.
Dentognostik.
[Nils Behrens] (56:51 - 56:58)
Dentognostik. Bestimmt auch googeln, selbst wenn man es nicht richtig schreiben kann, Dentognostik kombiniert mit aMPP-8, dann wird es Sinn.
[Boris Shrage] (56:58 - 57:56)
Oder PerioSafe, die haben dem Ganzen einen Namen gegeben. Ja, die nennen es nicht aMPP-8, damit es griffiger wird, PerioSafe. Genau, so heißt der Test im Gebrauch.
In dem Zusammenhang, es gibt auch ein ImplantSafe-Test. Nicht unwichtig, vor zehn Jahren wurden eine Million Implantate pro Jahr gesetzt. Ich glaube inzwischen sind es deutlich mehr.
Implantate werden schneller krank als natürliche Zähne. Periimplantitis ist das Gegenstück zu Parodontitis und wer ein Implantat oder zwei oder drei oder vier hat, der sollte noch eher zum Facharzt und ein aMPP-8-Test direkt am Implantat machen lassen, denn wenn da ein Knochen verloren geht, da ist es sehr schwer in den Griff zu bekommen. Also ganz wichtig für Implantatbehandelte, Patienten, aMPP-8-Test machen.
[Nils Behrens] (57:58 - 58:05)
Boris, ich komme schon zu meiner letzten Frage. Was wünschst du dir, wie wir als Gesellschaft in Zukunft mit dem Thema Zahn und allgemeiner Medizin umgehen?
[Boris Shrage] (58:06 - 59:54)
Was ich mir wünsche, dass es ins Bewusstsein kommt, dass die Zahnmedizin Medizin ist, nicht Zahn reparieren, also Karies wegbohren, Zahn ziehen gehört auch dazu, ist klar, aber wenn man es ganzheitlich sieht, wie wir vorhin benannt haben, die Arteriosklerose, die ganzen Zivilisationskrankheiten, Diabetes etc., das hängt mit dem Mund stark zusammen. Das heißt, wenn das Bewusstsein da wäre oder vielleicht auch kommt, dass ein Zahnarzt oder eine Zahnärztin helfen kann, dann wäre das sehr hilfreich im Hinblick auf mehr Gesundheit für alle. Auf die Krankenkassen und das Gesundheitssystem brauche ich nicht zu kommen, weil da ist nicht viel zu erwarten, glaube ich, denn das hat einfach mit den Kosten zu tun.
Dazu eine kleine Studie aus 2017. Die Barmer-Versicherung hat an über 400.000 Patienten geprüft, wie effektiv die Parodontitis-Therapie, die ursprünglich gelehrt wurde und bis heute gelehrt wird, war. Man hat festgestellt, dass durch die Therapie, in der Therapie und in den Folgejahren deutlich mehr Zähne verloren gehen als in der Therapie.
Also es wird nichts erhalten, weil der Ansatz eben der ist, dass es nur Bakterien sind, dass nur gekratzt wird, Zahnsteine. Und der zweite Teil, Bone Remodeling, Vitamine, Mikronährstoffe, Lifestyle, komplett ausgespart wird. Und ja, wenn das Bewusstsein in der Gesellschaft da wäre und dadurch ein Wunsch, der vielleicht an die Politiker herangetragen wird, vielleicht würde sich da was verändern.
[Nils Behrens] (59:55 - 1:00:14)
Ich sage vielen Dank für das Gespräch. Wer mehr erfahren will, findet alle Infos zu dir und deiner Praxis unter zahnarzt-in-charlottenburg.de. Und da gibt es auch immer wieder spannende Einblicke, die du in deiner Praxis und zu den vorgestellten Methoden dann sozusagen publizierst. Und ja, Boris, schön, dass du da warst.
[Boris Shrage] (1:00:15 - 1:00:17)
Gerne, vielen Dank. Hat Spaß gemacht. Danke dir.
[Nils Behrens] (1:00:21 - 1:00:23)
Hast du eigentlich auch ein Lieblingssupplement?
[Boris Shrage] (1:00:24 - 1:00:54)
Im Moment gucke ich, was das NADH macht. So, das Coenzyme 1, weißt du das, glaube ich. Das soll die Mitochondrien aufpoppen.
Und ich habe das Gefühl, ich kann mich besser konzentrieren, wenn ich abends noch viel schreiben muss. Ich muss ja relativ viel Papierkram machen, nehme ich NADH. Ja, ansonsten, eigentlich habe ich alles da und brauche die Schachtel, damit ich wieder systematisch herangehe.
[Nils Behrens] (1:00:56 - 1:01:21)
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