Informationen zur Podcastfolge Nr. 154 Der Arzt, der sich 25 Jahre zurückgeholt hat: Dr. Felix BertramInformationen zur Podcastfolge Nr. 154 Der Arzt, der sich 25 Jahre zurückgeholt hat: Dr. Felix Bertram

Hacking Age: Wie du dein biologisches Alter senkst

Stell dir vor, du machst einen Test und das Ergebnis besagt: Du bist biologisch 25 Jahre älter, als es in deinem Pass steht. Genau das passierte Dr. Felix Bertram. Der erfolgreiche Schweizer Unternehmer, Dermatologe und Gründer einer eigenen Klinik bekam die Diagnose des „typisches CEO-Profil“: zu viel Stress, zu wenig Schlaf, schlechte Ernährung. Doch statt zu resignieren, entwickelte er eine Strategie, um die Uhr zurückzudrehen.

In der neuen Folge von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit Dr. Felix Bertram darüber, mit welchen Methoden ihm dieses „Reverse Aging“ erfolgreich gelang und wie wir „Hacking Age“ ganz ohne Science-Fiction im Alltag leben können.

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Longevity - kann man das Altern wirklich verlangsamen?

Oft wird Langlebigkeit (Longevity) mit extremen Experimenten wie denen von Tech-Millionär Bryan Johnson assoziiert. Dr. Felix Bertram sieht das anders. Für ihn geht es nicht darum, ewig zu leben, sondern „möglichst lange gesund und fit zu sein, möglichst dicht an den Todestag ran“.

Er definiert das Altern dabei nicht über Falten, sondern über Gebrechlichkeit. Wahre Jugend bedeutet für ihn, das Gepäck im Flugzeug selbst hochheben zu können, mit den Enkeln zu spielen und selbstbestimmt zu leben. Diese Freiheit ist das eigentliche Ziel.

Der Zinseszins der Gesundheit 
Die gute Nachricht: Du kannst diesen Prozess beeinflussen, ohne Unsummen auszugeben oder dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen. Gesundheit funktioniert laut Bertram wie eine Geldanlage: Auch kleine Investments zahlen sich aus, wenn sie konsequent getätigt werden. Bertram nennt hierzu ein konkretes Beispiel: Es müssen nicht sofort die oft zitierten 10.000 Schritte sein. Er verweist darauf, dass bereits 4.000 Schritte das gesundheitliche Risiko um schätzungsweise 20 % senken können. Der größte Fehler ist es, gar nichts zu tun, nur weil man das Optimum nicht erreicht. Denn wie beim Zinseszins summieren sich auch kleine gesunde Entscheidungen über einen langen Zeitraum zu einem großen Ergebnis.

Die 3 Säulen der Jugend
Anders als viele Longevity-Modelle, die sich nur auf den Körper fokussieren, basiert Bertrams Ansatz auf drei gleichwertigen Säulen:

  • Gesundheit: Die Basis (Sport, Ernährung, Schlaf, Stressresilienz).
  • Beziehungen: Ein starkes soziales Netzwerk lässt uns nachweislich länger und erfüllter leben.
  • Purpose (Sinn/Neugier): Sich immer wieder neu erfinden (vom Arzt zum Unternehmer zum Autor) und neugierig bleiben („Stay Hungry“) hält den Geist jung.

Mehr über Dr. Felix Bertrams Verjüngungsreise

Buch: Hacking Age Buch: Hacking Age

Alltagshacks von Longevity-Experte Dr. Bertram

Doch wie lassen sich diese Erkenntnisse im Alltag verankern, sodass sie auch nachhaltig Bestand haben? Im Podcast teilt Dr. Bertram seine persönlichen Strategien und Routinen, mit denen er sein biologisches Alter „gehackt“ hat.

Sport: Der „Podcast-Trick“
Sport ist laut Dr. Bertram der stärkste Hebel für Longevity, von dem wir am meisten profitieren. Doch die Überwindung fällt oft schwer.

  • Der Hack für Sportmuffel: Verknüpfe den Sport mit etwas Positivem („Habit Bundling“). Dr. Bertram erlaubt sich, seine Lieblingspodcasts ausschließlich im Fitnessstudio zu hören. So freut er sich auf das Training, weil er nur dort hören darf.
  • Ergänzender Support: Um seine Trainingserfolge zu maximieren, setzt Dr. Bertram auf Kreatin. Es erhöht die körperliche Leistung bei Schnellkrafttraining im Rahmen kurzzeitiger intensiver körperlicher Betätigung.

Ernährung: Protein ist King
Statt striktem Fasten setzt Bertram mittlerweile auf eine ausgewogene Frequenz (vier Mahlzeiten) und eine ausreichende Proteinversorgung.

  • Eiweiß-Fokus: Da der Körper Proteine nicht gut speichern kann, achtet Dr. Bertram darauf, ca. 35–40 g Protein pro Mahlzeit zu sich zu nehmen, um dem Muskelabbau aktiv entgegenzuwirken.
  • Ergänzender Support: Um diesen Bedarf im stressigen Alltag leichter zu decken, kann ein hochwertiges Proteinpulver eine sinnvolle Ergänzung sein.

Schlaf: Das Licht steuert die Reparatur
Schlaf ist für Dr. Bertram keine Zeitverschwendung, sondern reine „Reparaturzeit“. Im Podcast erklärt er den Mechanismus: Nachts wird der mTOR-Signalweg ausgeschaltet („off“), was dem Körper erlaubt, Aufräumarbeiten (Autophagie) und Zellreparatur zu starten.

  • Licht-Management: Etwa 1,5 Stunden vor dem Schlafen dimmt Bertram das Licht. Deckenlichter werden ausgeschaltet, nur Bodenlicht bleibt an. Das signalisiert dem Körper: Tag zu Ende, Melatonin hoch, Cortisol runter.

Dr. Bertram warnt davor, Supplements als Abkürzung zu sehen. Die Basis (Sport, Schlaf, Ernährung) muss stimmen. Dennoch können gezielte Nährstoffe sinnvoll sein, um Defizite auszugleichen. 

Mindset: Das wichtigste Meeting der Woche

Ein weiterer entscheidender Baustein auf Dr. Bertrams Reise war sein Mindset. Er etablierte einen Hack, der nichts kostet, aber alles verändert: das „Meeting mit mir selbst“. Jeden Freitagabend nimmt sich Dr. Bertram Zeit für Journaling. Er reflektiert seine Woche anhand der drei Säulen (Gesundheit, Beziehung, Purpose) und streicht konsequent Termine oder Verpflichtungen, die nicht auf seine Ziele einzahlen. Dies hilft ihm, sein Stressmanagement aktiv zu steuern und wertvolle Zeit zurückzugewinnen. 

Take Aways  

  • Alter ist relativ: Das biologische Alter lässt sich durch den Lebensstil aktiv beeinflussen.
  • Compound Effect: Gesundheit funktioniert wie Zinseszins – auch kleine Schritte (z. B. 4.000 am Tag) summieren sich auf.
  • Definition von Jugend: Wahres Jungsein bedeutet Unabhängigkeit, Beweglichkeit und geistige Freiheit, nicht Ästhetik.
  • Protein-Priorität: Achte auf ca. 35–40 g Eiweiß pro Mahlzeit.
  • Schlafhygiene: Dimme das Licht am Abend, um dem Körper das Signal zur Regeneration zu geben.
  • Mindset: Neugier („Stay Hungry“) und regelmäßige Selbstreflexion sind Schlüssel für ein langes Leben.

Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural

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Dr. med. Felix Bertram ist Dermatologe, Unternehmer und Longevity-Experte. Als Gründer von Skinmed, der größten dermatologischen Klinikkette der Schweiz, und der Pflegelinie Skinmed Doctors verbindet er medizinische Expertise mit visionärem Unternehmertum. Bekannt ist er zudem als Investor aus „Die Höhle der Löwen Schweiz“ und durch seinen viralen TEDx Talk.

Sein persönlicher Weg zur Longevity wurde früh geprägt: Mit 19 Jahren verlor er bei einem Motorradunfall sein linkes Bein – ein Ereignis, das ihn für die Verletzlichkeit des Lebens sensibilisierte. Später führte die Diagnose eines stark erhöhten biologischen Alters dazu, dass er sein Leben radikal umstellte und sich den Themen Gesundheit, Beziehungen und persönliche Entwicklung widmete.

Dass er Dinge mit Leidenschaft angeht, beweist auch sein Restaurant Skins: Ursprünglich für Mitarbeiter gegründet, wurde es innerhalb von nur vier Monaten mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Mehr zu Dr. Felix Bertam: https://felixbertram.com/ 

 

154 Der Arzt, der sich 25 Jahre zurückgeholt hat: Dr. Felix Bertram

[Dr. Felix Bertram] (0:57 - 1:10)
Derjenige sagt, ich komme nur auf 2.000 Schritte, das lohnt sich ja gar nicht. Doch, auch die lohnen sich. Es ist wie beim Anlegen.

Auch wenn du nur 10 Euro im Monat investierst, langfristig zahlt sich das aus auf dein Vermögen durch den Zinseszinseffekt. Und so ist es auch bei der Gesundheit.

[Nils Behrens] (1:10 - 2:07)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheits-Podcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein an Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.

Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Wir leben in einer Zeit, in der das Thema Langlebigkeit kein Science Fiction mehr ist. Immer mehr Menschen wollen wissen, wie sie ihre biologische Uhr beeinflussen können, durch Ernährung, Bewegung, mentale Gesundheit oder neue Therapien.

Doch was davon ist wirklich wirksam und wo kippt die gesunde Neugier in blinden Optimierungswahn? Dr. Felix Bertram ist Arzt, Unternehmer, Buchautor und Gründer einer erfolgreichen Klinikgruppe in der Schweiz. Nach einem Schicksalsschlag begann er, sein eigenes Leben radikal zu verändern und testete es am eigenen Körper, ob man das biologische Alter tatsächlich zurückdrehen kann.

In seinem Buch "Hacking Age" beschreibt er, wie es ihm gelungen ist und was wirklich zielt, wenn man jung bleiben möchte. Und deswegen sage ich herzlich willkommen, Dr. Felix Bertram.

[Dr. Felix Bertram] (2:07 - 2:08)
Danke, dass ich hier sein darf.

 

[Nils Behrens] (2:08 - 2:12)
Lieber Felix, wie jung war denn dein letzter Sonntag? Wie jung hast du dich gefühlt?

[Dr. Felix Bertram] (2:12 - 2:22)
Im Moment fühle ich mich sehr jung, sagen wir mal 35. Ich schlafe aktuell sehr gut, ich mache viel Sport, eigentlich jeden Tag, vielleicht schon ein, zwei Ruhetagen abgesehen und ich ernähre mich gesund.

[Nils Behrens] (2:22 - 2:36)
Damit haben wir ja schon ganz wichtige Säulen dann angesprochen. Und deswegen die Frage natürlich, du schreibst ja in deinem Buch, wie man sozusagen sein Age hacken kann. Heißt das dann für uns, wir können das Alter tatsächlich zurückdrehen oder können wir es einfach nur aufhalten?

[Dr. Felix Bertram] (2:36 - 2:53)
Ich denke, du spielst an auf den biologischen Alterstest, den ich natürlich zurückdrehe. Da müssten wir jetzt auf die Tests eingehen. Es gibt für mich so drei verschiedene Arten von Tests.

Aber um die Frage konkret zu beantworten, man kann es verlangsamen, nicht ganz aufhalten.

[Nils Behrens] (2:53 - 3:19)
Okay, okay. Ja, ich glaube, irgendwann habe ich noch nicht mal gesagt, es gibt selten eine Folge, wo ich nicht Bryan Johnson erwähne. Diesen Multimillionär aus der USA, der eben halt versucht tatsächlich genau das zu tun.

Und auch er, sage ich mal so, hat ja die Philosophie Don't Die, aber auch er altert im Augenblick 0,48 Jahre quasi im Jahr. Das heißt, er muss nur alle zwei Jahre Geburtstag feiern, aber nichtsdestotrotz er altert. Also auch zwei Millionen Investment pro Jahr kann das noch nicht komplett aufhalten.

[Dr. Felix Bertram] (3:20 - 4:00)
Ja, also auch Bryan Johnson wird sterben. Das kann ich schon mal sagen. Er ist mir sympathisch, keine Frage.

Aber ich nenne das Gimmick Longevity, die im Grunde ja irgendwie nochmal einen neuen Stressfaktor ins Leben bringt. Also er ist erstmal sein eigener Versuch. Ich denke, das kann man nicht ableiten auf andere.

Die andere Frage ist, will man so leben? Ich meine, der beschäftigt sich ja offenbar nur damit und macht jeden Tag tausend Tests. Und bis nach seiner Erektion, du weißt ja Teufel was.

Also das wäre mir alles viel zu aufwendig. Ich weiß auch nicht, ob es darum geht. Mir geht es nicht darum, dass ich noch zehn Jahre länger lebe oder fünf.

Sondern mir geht es darum, dass ich hier und jetzt ein schönes Leben führe und dass ich möglichst lange gesund und fit bin, möglichst dicht an meinen Todestag ran.

[Nils Behrens] (4:00 - 4:39)
Dann haben wir hundertprozentig die gleiche Einstellung, was das betrifft. Und ich muss auch sagen, mein Bild auf Bryan Johnson war ähnlich wie das, was die meisten sagen. Will man dieses Leben eigentlich wirklich führen?

Ich hatte das Glück, ihn in Stockholm mal persönlich kennenzulernen. Und da muss man wirklich sagen, wenn du ihn persönlich erlebst, dann ist es wirklich so, der ist sehr, sehr glücklich. Der ist sehr, sehr glücklich mit dem Leben, was er jetzt gewählt hat.

Jetzt kann man sagen, der ist natürlich ITler und von daher ist bei der IT, weiß man ja, gibt es immer 0 oder 1. Warum liegt er auf 1, sage ich mal so. Und deswegen ist er all-in.

Und ich glaube, dem macht das glücklich. Ich glaube, der könnte so einen 70-prozentigen Angang, kann der wahrscheinlich gar nicht.

[Dr. Felix Bertram] (4:40 - 5:15)
Also ich glaube, das ist auch eine wichtige Message. Jeder muss sein eigenes Glück finden. Und Bryan Johnson ist ja erfolgreich Unternehmer gewesen.

Ich weiß, wie solche Leute ticken. Ich habe ihn auch mal kurz kennengelernt. Er war noch gar nicht bekannt, weil ich ihn damals mal sprechen wollte.

Super sympathischer Typ. Und ich glaube, solche extremen Menschen wie er, Elon Musk wäre ähnlich, wenn er im Thema Longevity unterwegs wäre. Die müssen das so machen.

Das muss aber nicht für jeden so sein. Mir reichen auch 70 Prozent, weil das Leben besteht für mich ja noch aus Beziehungen und Purpose und ein paar anderen Sachen. Longevity darf kein Selbstzweck werden für mich und schon gar nicht nochmal so ein Level auf Stress, dass ich mir nochmal drauf packe zu all den anderen Sachen, die wir so im Alltag haben.

[Nils Behrens] (5:15 - 5:42)
Ich möchte genau auf diese Punkte gleich nochmal eingehen. Ich habe nur nochmal für mich so eine Frage, weil du hast jetzt ja einen Prozess hinter dir. Du bist jetzt ungefähr eineinhalb Jahre sozusagen, seitdem dann dieser biologische Alterstest ergeben hat, dass du ein Vierteljahrhundert älter bist als dein kalendarisches Alter tatsächlich.

Und wenn du dich heute anschaust und in den Spiegel anschaust, hast du das Gefühl, dass du so ein bisschen wie so eine Vorher-Nachher-Version von dir selbst bist? Oder ist das etwas, was du vielleicht gar nicht so sehr im Spiegel siehst?

[Dr. Felix Bertram] (5:43 - 6:12)
Das ist eine sehr gute Frage. Man sieht es im Spiegel eben nicht. Mein Schicksal war immer so, dass ich jünger geschätzt wurde, als ich eigentlich bin.

Auch heute sagen noch die Wenigsten, ich werde morgen 51, dass ich so alt aussehe. Das hat keinen Wert. Das Äußere gibt keine Aussagekraft über das Alter deiner anderen Organe.

Ich bin jetzt einfach ein Lucky Kid, das gute Gene hat, was die Haut angeht. Aber das heißt nicht, dass all meine Organe gleich jung und frisch und knackig sind. Wenn man das so sagen will, so frisch und knackig bin ich jetzt auch nicht.

[Nils Behrens] (6:12 - 6:30)
Aber als Gründer einer Skincare-Brand oder Klinik muss man sagen, bist du dann auf jeden Fall der Posterboy von deinem eigenen Look. Aber deswegen komme ich mal zu der nächsten Frage tatsächlich. Wie definierst du heute Jugend?

Geht es dabei wirklich um das Thema Haut, um das Thema Energie oder auch um etwas Tieferes?

[Dr. Felix Bertram] (6:34 - 7:13)
Jetzt werde ich ein bisschen provokant vielleicht. Ich finde Altern etwas Schönes. Ich bin gerne in meinem Geist und in meinem Körper aktuell, weil ich mich wohlfühle.

Insofern, die Alternative zu alt werden ist ja nur jung zu sterben. Und ich will gar nicht mehr 30 sein oder 20. Ich bin so von der Reife und vom Mindset her auch sehr glücklich.

Das Problem mit Altern ist die Gebrechlichkeit. Und das ist für mich der Faktor, der zwischen jung und alt unterscheidet. Bin ich in der Lage, selbstbestimmt zu leben?

Bin ich in der Lage, noch mein Gepäck in das Flugzeuggepäckablage zu tragen? Kann ich mit meinen Enkelkindern spielen? Kann ich diese Sachen alle machen?

Kann ich reisen? Wenn ich das nicht mehr habe, dann habe ich meine Jugendlichkeit verloren. Dann bin ich alt.

[Nils Behrens] (7:14 - 7:39)
Ja, das ist ganz schön. Ich habe dir ja erzählt im Vorgespräch, dass ich auch gerade mein Buch geschrieben habe. Auch ein vergleichbares Thema.

Und da sage ich genau das. Gesundheit ist eigentlich Freiheit. Also Freiheit, das zu tun, was man möchte.

Und in dem Augenblick, es geht ja eigentlich darum, diese Freiheit so lang wie möglich zu erhalten. Und ich glaube, wenn das Paket dann länger wird, count me in. Wenn man aber irgendwie noch ein paar Jahre mit Rollator dazu bekommt, count me out.

[Dr. Felix Bertram] (7:40 - 7:44)
Ja, absolut. Ich habe das ja schon früh erfahren. Ich hatte ja einen Motorradunfall und hab mein Bein verloren.

[Nils Behrens] (7:44 - 7:45)
Mit 19, glaube ich.

[Dr. Felix Bertram] (7:45 - 8:06)
Mit 19 und lag da lange im Krankenhaus und hatte so ein Fixateur extern und konnte nicht aus dem Bett aufstehen und musste gewaschen werden von Pflegekräften. Das fand ich furchtbar. Und ich weiß noch, als ich zum ersten Mal selbstständig duschen konnte, habe ich vor Glück geweint.

Also ich weiß, wie viel es bedeutet, unabhängig zu sein. Und das ist für mich eigentlich lebensentscheidend. Und wenn ich das nicht mehr bin, count me out.

[Nils Behrens] (8:08 - 8:48)
Sehr gut. Ich fand das ganz interessant. Ich habe mich ja wirklich mit diesem Thema Longevity jetzt schon viele Jahre sehr intensiv beschäftigt.

Und normalerweise hast du eigentlich immer so klassische Einteilungen. Und sehr häufig, ich sage mal, ganz häufig sind es vier oder fünf Säulen, manchmal sechs sozusagen. Aber es ist eigentlich immer gleich, dass du sagst, du fängst mit Sport und Bewegung an.

Du hast das Thema Ernährung, du hast das Thema Schlaf. Manchmal ist das Thema Schlaf einfach auch das Thema Recovery größer gefasst. Und dann hast du das Thema Mindset.

Das sind sozusagen die vier Klassiker. Du hast ja eine ganz andere Aufteilung in deinem Buch gewählt. Du hast ja auch drei Säulen, also nur drei, aber ganz andere.

Magst du mal kurz uns abholen, welches deine drei Säulen sind?

[Dr. Felix Bertram] (8:48 - 9:29)
Sehr gerne. Das, was du gerade genannt hast, gehört alles in die Säule Gesundheit für mich. Und die ist auch wichtig, gar keine Frage.

Also Gesundheit ist eine Säule, ohne die können wir einfach nicht frei und selbstbestimmt leben. Das ist kein schöner Zustand, wenn wir krank sind. Für mich gehören aber zwei weitere dazu.

Das ist Beziehungen. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Menschen, die gute Beziehungen pflegen, ein gutes Netzwerk haben, auch deutlich älter werden und vor allem glücklich und erfüllter älter werden. Und der dritte ist Purpose oder persönliche Entwicklung.

Also ich finde, das Leben ist auch dann schön, wenn ich was habe, was mich begeistert. Im Moment ist das Longevity und mein Buch, das warme Unternehmertum, das warme Mein-Arzt-Dasein. Also ich bin jemand, der immer auch wieder neue Rollen schlüpft.

Und ich finde, Purpose ist eines vom schönsten, dass ich morgens aufstehen kann und weiß, heute habe ich was Cooles vor mir.

[Nils Behrens] (9:29 - 9:42)
Lustig. Ich habe in meinem Buch auch ein kleines Kapitel über das Thema Purpose und Passion. Ich bin ja ein großer Freund von Passion.

Und ich bin ein ganz großer Freund, wenn du mich fragen würdest, was ist der größte, sozusagen die Secret Source of Longevity, ist für mich Neugier.

[Dr. Felix Bertram] (9:43 - 9:43)
Absolut.

[Nils Behrens] (9:44 - 10:33)
Und solange Neugierig bleibst, solange du offen für neue Menschen bleibst, offen für neue Themen, dich immer wieder bereit bist zu verändern, dann glaube ich auch, dass du viel weniger alt wirst. Davon bin ich ganz überzeugt. Ich finde, den Stress, den man sich so ein bisschen macht, sein Purpose zu finden, da bin ich nicht so ein Fan von.

Zumindest, wenn man der Meinung ist, dass es dieser eine Purpose fürs Leben sein muss. Weil genau, was du gerade sagst, dein Purpose war, bis vor kurzem noch Unternehmer zu sein. Dann war es eben halt davor, Arzt zu werden.

Dann ist es jetzt aktuell, Autor zu sein. Du hast ja auch einen Podcast gestartet. Und ich finde, das verändert sich.

Und deswegen, ich finde, dieses eine Credo, das ich mir irgendwo auf den Unterarm tätowieren lasse und sage: Ich möchte jetzt irgendwie … mein Purpose ist, to inspire people oder keine Ahnung was. I don't know, ehrlich gesagt.

[Dr. Felix Bertram] (10:34 - 11:02)
Da bin ich voll der Meinung, ich wollte ja früher Schauspieler werden. Und war das auch so als junger Kerl, bis ich dann Medizin studiert habe. Und ich habe das Glück, auch genetisch, dass ich mich immer wieder anzünden lasse von Sachen.

Auch wenn mir sowas passiert, wie dieser Schicksalsschlag, dass ich biologisch 74 bin. Das dauert eine Woche und dann mache ich eine Challenge draus. Okay, komm, wir drehen das jetzt zurück.

Und ich gebe dir da völlig recht, das macht das Leben ja aus. Ist aber gar nicht so einfach. Denn Menschen möchten gerne Narrative haben.

Die möchten gerne, der Nils ist BWLer oder der Nils ist Podcaster.

[Nils Behrens] (11:02 - 11:09)
Ich bin gelernter Bankkaufmann. Wenn ich irgendwann eine Amtshandlung habe, dann schreiben die immer so, Nils Behrens, gelernter Bankkaufmann. Ja, genau.

[Dr. Felix Bertram] (11:09 - 11:31)
Und bei mir ist der Stempel, den ich loswerde, der Schönheitsarzt. Unsere Klinik sieht schön aus und wir bedienen das Segment auch. Wir machen 80% Dermatologie.

Und ich selber war immer auch so ein bisschen Randfigur in dem Ganzen. Also mehr Unternehmer und mehr der, der die große Vision hat. Aber ich werde den Stempel nicht los.

Überall werde ich als Schönheitschirurg vorgestellt. Das ist halt so, dass Menschen gerne Schublade haben. Sollen sie doch.

[Nils Behrens] (11:31 - 11:54)
Ja, das ist einfach so. Ich finde wirklich so der, und da möchte ich jetzt zwei Sachen zitieren. Ich finde dieses Stay hungry, was Arnold Schwarzenegger ja auch immer wieder so kolportiert hat.

Und ich glaube einfach so dieses Hungrigbleiben aufs Leben. Und das hat ja dann im Grunde meine ich Steve Jobs nochmal in seiner legendären Rede in Stanford nochmal weitergemacht. Das ist Stay hungry, stay foolish.

Und ich würde das sofort unterschreiben.

[Dr. Felix Bertram] (11:54 - 11:54)
Total.

[Nils Behrens] (11:54 - 12:06)
Ich habe es tatsächlich, ich habe hier so ein kleines Armband, das steht hier auch reingelasert.

Stay hungry, drauf. Weil es mich immer wieder daran erinnern soll, aber eigentlich brauche ich keine Erinnerung, dass genau das doch eigentlich die Essenz des Lebens ist.

[Dr. Felix Bertram] (12:06 - 12:21)
Absolut. Und Leute sollten auch den Mut haben, das zu machen. Also viele bleiben halt in ihrer Zeile stehen.

Das ist gerade auch in der Schweiz so ausgeprägt, dass ich immer wieder kritisiert wurde, wenn ich was Neues mache. Und heute ist mir das egal. Heute freue ich mich, dass ich ganz viele Rollen schlüpfen darf in diesem Leben.

[Nils Behrens] (12:21 - 12:48)
Sehr gut, sehr gut. Dann lass uns jetzt mal wirklich in dein Buch ein bisschen einsteigen. Weil du hast ja auch so einen wissenschaftlichen Teil des Alters.

Und da sind wir dann eben tatsächlich bei dieser Alternative zu diesen Säulen, die es normalerweise gibt. In Long-Term-Büchern wird eben sehr gerne über die Hallmarks of Aging gesprochen — mache ich genauso. Kannst du vielleicht für unsere HörerInnen mal ganz kurz erklären, was das sind? Vielleicht, wir müssen jetzt nicht alle zwölf aufführen, aber nur mal so, dass man verstehen kann, warum die so relevant fürs Altern sind?

[Dr. Felix Bertram] (12:49 - 13:22)
Ich bin kein großer Fan von diesen Hallmarks, aber ich kann auch erklären, warum. Es sind, glaube ich, 13. Sie wurden mal geändert 2023.

Und da geht es sowas wie Telomere-Länge, genomische Variabilität, epigenetische Marker, Dysbiosis und dergleichen. Und diese Mitochondrien, ich kann sie nicht alle aufzählen. Und diese Marker sollen sozusagen das biologische Alter bestimmen und die Lebenszeit.

Warum bin ich kein Freund davon? Erstens ist es nicht praktisch im Alltag anwendbar. Ich weiß nicht, wo du hingehen sollst, um diese 13 Hallmarks zu messen.

Zweitens sind sie...

[Nils Behrens] (13:22 - 13:23)
Auch zu beeinflussen.

[Dr. Felix Bertram] (13:23 - 14:15)
Auch zu beeinflussen.

Zweitens sind sie associativ und nicht evidenzbasiert. Was ist der Unterschied? Also, in der Wissenschaft unterscheiden wir ja, ob wir eine Sache nachweislich belegen können.

Also, hohe High-Density-Proteine oder High-Density-Fette und Cholesterin im Blut fördern Plaque. Das wissen wir heute. Hoher Blutdruck auf Dauer fördert kardiovaskuläre Risikofaktoren und Ereignisse.

Bei vielen diesen Hallmarks gibt es diese Assoziation oder gibt es diese Evidenz nicht, sondern nur Vermutungen. Also zum Beispiel bei Telomere-Länge wissen wir mittlerweile, das hat mit dem biologischen Alter nichts zu tun. Bei der Dysbiosis gibt es Vermutungen, dass es gesundheitliche Faktoren beeinflussen kann oder das Alter.

Aber wir wissen es nicht genau. Insofern finde ich das keinen praktischen Ansatz. Aber es gibt die 13 Hallmarks und wer sich mit Longevity befasst, der soll sich auch mit denen befassen.

Im Alltag müsste man vielleicht andere Werte als Maßstab nehmen.

[Nils Behrens] (14:15 - 15:30)
Ich finde, das eine Risiko bei den Hallmarks ist meiner Meinung nach, und da hatten wir mal die Dr. Hanna Heikenwälder bei uns im Podcast, die Krebsforscherin. Die sagt, wenn man sich isoliert auf einige Punkte konzentriert. Zum Beispiel gibt es ein Hallmark, die seneszente Zellen, die besser bekannt sind als die Zombiezellen.

Natürlich denken wir alle, Zombiezellen müssen wir so gut wie möglich loswerden. Da gibt es Senolytika, die dabei helfen, diese Zombiezellen abzubauen bzw. zu verhindern.

Jetzt ist der Punkt, wo sie als Krebsforscherin sagt, das sind wie kleine Bremsblöcke, die auch das unkontrollierte Wachstum aufhalten. Unkontrollierte Wachstum heißt ja nicht nur für unsere natürlichen Zellen, sondern eben auch für unsere Krebszellen, weil wir alle Krebszellen im Körper haben. Das heißt also, dass diese Fälle, wo man inzwischen Diagnose Krebs und dann das leider Ende, dann sieht, was die Leute eben sehr schnell dann sozusagen der Krebs dann fortwuchert, das sind dann teilweise wahrscheinlich die Punkte, wo nicht genügend Bremsblöcke da waren.

Und deswegen muss man sich eben halt gucken, also ich glaube, zu viel Zombiezellen zu haben ist auch schlecht, aber zu wenig kann gegebenenfalls eben halt andere Risiken mit sich bringen. Und deswegen finde ich genau, was du sagst, man muss immer einen ganzheitlichen Blick darauf haben. Und ehrlich gesagt, genau was du sagst, sie einzeln zu beeinflussen wollen, ist halt relativ schwierig.

 

[Dr. Felix Bertram] (15:30 - 15:31)
Ja, sehe ich genauso.

[Nils Behrens] (15:32 - 15:46)
Du beschreibst aber sehr anschaulich, dass Altern kein Schicksal ist. Das ist ja, glaube ich, jetzt erstmal um den Punkt Motivation zu machen.

Das heißt also, es ist ein biologischer Prozess, der viele Stellschrauben hat. Welche aus deiner Sicht sind denn die Stellschrauben, die wirklich schon real beeinflussbar sind?

[Dr. Felix Bertram] (15:47 - 16:20)
Also wir haben ja die drei Säulen schon mal dargestellt, die ich wichtig finde. Gesundheit, Beziehungen und Purpose, Neugier, Passion. Wenn wir mal in den Bereich Gesundheit reinzoomen, ist das schön, es ist relativ einfach.

Also ich mache es immer so, dass ich sage, es gibt die Five Horsemen oder die Fünf Todesreiter. Das sind die Erkrankungen, in denen wir sterben werden oder leiden werden, wenn wir nicht durch einen Unfall oder sonst irgendwas sterben. Das sind kardiovaskuläre Erkrankungen, immer noch Killer Nummer eins.

Das ist Krebs, das sind metabolische Erkrankungen wie Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen, Alzheimer und Demenz. Und als fünftes nehme ich das Immunsystem dazu, das betrifft mich ja auch.

[Nils Behrens] (16:20 - 16:23)
Das ist ja lustig, ich war sehr gespannt, ich kenne nur Vierreiter, deswegen.

[Dr. Felix Bertram] (16:23 - 17:00)
Ja, Peter Attia hat diese Vierreiter gebracht. Er hat aber kürzlich auch gesagt, er findet das Immunsystem wichtig. Der Grund zum Beispiel, warum so viele alte Menschen während Covid gestorben sind.

Weil das Immunsystem nicht mehr stark ist. Bei mir ist das ja auch so mein Pferdefuß. Wobei mein größter Risikofaktor ist dann auch die Nummer eins, das kardiovaskuläre Risiko.

Das Schöne ist, ich muss mich gar nicht so sehr auf die fünf konzentrieren oder vier oder drei. Es reicht, wenn ich mich auf eins konzentriere. Wenn ich mich auf eins konzentriere, fördere ich auch alle anderen.

Und es ist relativ simpel. Für mich sind das die drei Säulen Sport, Ernährung, Schlaf und Stressresilienz. Die packe ich mal in eine Säule. Wenn ich mich auf die drei konzentriere...

[Nils Behrens] (17:00 - 17:04)
Das ist ja das, was ich meinte, weil häufig wird ja eben halt statt Schlaf Regeneration sozusagen.

[Dr. Felix Bertram] (17:04 - 17:28)
Ja, das gehört alles so ein bisschen in eins für mich. Wenn ich mich auf die drei konzentriere... Schau, ich will ja Longevity auch einfach machen. Wenn man in diesen ganzen Rabbit-Holes runtergeht, das ist vielleicht nur so für Geeks wie du und mich interessant.

Aber ich will ja Longevity auch vermittelbar machen für Lieschen Müller und meine Nachbarinnen, die das einfach im Alltag gut einbauen können. Ich denke, da gibt es diese drei Säulen. Wenn ich an denen arbeite, habe ich schon 90 Prozent gewonnen.

[Nils Behrens] (17:28 - 17:49)
100 Prozent, 100 Prozent. Ich hatte gerade gestern ein längeres Gespräch über das Thema Schlaf. Und ich finde, in dem Augenblick, wenn man nicht von Schlaf mehr redet, sondern Schlaf einfach mal als Reparatur bezeichnet.

Und wenn dann jemand sagt, ja, im Augenblick komme ich nicht so viel zum Schlafen, dann klingt das immer so okay. Gerade für Leute in unserem Alter. Wir sind doch so in den 80ern sozialisiert, wo das eigentlich...

[Dr. Felix Bertram] (17:49 - 17:51)
Das auch schick war, nicht zu schlafen. Das schick war, nicht zu schlafen.

[Nils Behrens] (17:51 - 17:55)
Markel Zescher hat immer gesagt, nur vier Stunden Schlaf am Tag, mehr brauchen wir nicht. Und Schlaf ist nur was für Loser.

[Dr. Felix Bertram] (17:55 - 17:56)
Kann ich machen, wenn ich tot bin.

[Nils Behrens] (17:56 - 18:18)
Kann ich machen, wenn ich tot bin. Und das ist ja tatsächlich eine self-fulfilling prophecy: Der Tod kommt viel schneller, wenn man es eben nicht macht. Und ich finde, in dem Augenblick, wenn man nicht mehr von Schlaf, sondern von Reparatur redet.

Und dann einfach mal so wirklich, dann einfach mal das neu framet und einfach sagt, ja, ich bin in letzter Zeit nicht mehr viel zum Reparieren gekommen, dann merkt man irgendwie, dass es keine gute Idee ist. Und dann bleiben die Schäden halt irgendwann.

[Dr. Felix Bertram] (18:19 - 19:07)
Also Schlaf ist sehr in den Fokus gekommen in den letzten Jahren. Und wenn man sich so fragt, was ist in der Longevity-Forschung eigentlich so Neues passiert, dann ist es gar nicht so viel. Wir wissen viele schon länger, aber gerade im Bereich Schlaf wissen wir jetzt sehr viel mehr, dass wirklich Reparatur stattfindet.

Nachts – das hat mit dem mTOR-Signalweg zu tun. Dieser Pathway ist entweder „on“ oder „off“. Und wenn er on ist, wächst alles und gedeiht und ist aktiv. Und wenn er abgeschaltet ist, findet die Regeneration statt.

Dann kann der Körper aufräumen, kann die alten Zellen rauspacken, kann das Gehirn aber den Tag verarbeiten. Die Herzfrequenz geht runter, Melatonin geht hoch in der Nacht. Das ist ein starkes Antioxidant.

Also es passieren ganz viele Ereignisse in der Nacht, die extrem wichtig sind für unsere Gesundheit. Und es ist auch nachgewiesen, Leute, die langfristig an Schlafmangel leiden, werden ungesund. Wird Diabetes gefördert, Neurodegenerative Erkrankungen und so weiter und so fort.

[Nils Behrens] (19:07 - 19:28)
Du hast ein Wort eben gerade nochmal gesagt, auch das Thema Entzündung geht runter. Und letztendlich ist ja das etwas, was du in deinem Buch auch erwähnst, das Thema Inflam-Aging. Also das Kunstwerk aus Inflammationen und Altern.

Warum ist das so ein wichtiger Motor des Altern sozusagen, dass diese Entzündung im Körper uns auf Dauer schneller altern lässt?

[Dr. Felix Bertram] (19:28 - 20:25)
Ja, das hat verschiedene Faktoren. Also ich habe ja einen biologischen Alterstest verwendet, der nur dieses Inflam-Aging misst. Es gibt dann noch die epigenetischen Testungen, wo man misst, sozusagen Direktmetriken, wie Biotumax, Muskelkraft und Body Composition und dergleichen.

Ich habe diesen Entzündungstest gemacht. Und bei mir hat sich dann gezeigt, also die erste Antwort des Arztes war, du hast ein typisches CEO-Profil, zu viel Stress, wenig Schlaf. Und meistens kommt ja dann auch wirklich alles zusammen, wenn man viel Stress hat, pflegt man keine guten Beziehungen, macht nicht viel Sport, ernährt sich ungesund und so weiter.

Wenn wir aber genauer hingeschaut haben, dann hat sich gezeigt, auch durch meinen Lebenswandel, dass ich schon eine Arthrosklerose habe. Und Arthrosklerose wiederum ist entzündungsfördernd. Und dann setzt leider so eine negative Spirale in Gang.

Also so etwas wie Arthrosklerose fördert Entzündungen, dann gehen die Entzündungswerte hoch. Durch die hohen Entzündungswerte wird wieder die Arthrosklerose gefördert. Und das ist leider so ein Mechanismus, der vielleicht...

[Nils Behrens] (20:25 - 20:26)
Ein Flywheel im negativen Sinne.

[Dr. Felix Bertram] (20:26 - 21:12)
Genau, und das ist bei mir vielleicht schon der Fall. Das wird sich jetzt noch zeigen, wenn wir noch mal so einen Test machen.

Ein weiteres interessantes Organ ist der Gut, also der Magen-Darm-Trakt. Wenn du dich ungesund ernährst oder andere Faktoren hier rein spielen, dass du sozusagen einen undichten Darm hast und sozusagen das Immunsystem ist ja zu 70 Prozent um den Darm lokalisiert und dass das dann ständig unter Feuer ist und sozusagen dann die Inflammation hochgeht. Ein anderer Faktor ist, dass allein schon das Altern sozusagen das Immunsystem dahingehend ändert, dass es mit dem Alter anfängt, chronische Entzündungen zu fördern.

Ganz unbewusst, das merken wir gar nicht, ist auch gar nicht so einfach messbar. Aber das ist dann ein Faktor, der dann wieder andere Krankheiten und vor allen Dingen die fünf Todesreiter schneller reiten lässt und die dann einem bald im Nacken sitzen. Deshalb ein ganz wichtiger Faktor.

[Nils Behrens] (21:12 - 22:18)
Ja, und ich finde, das ist auch ein ganz wichtiger Faktor, weil damit spielt ja auch das ganze Thema der Zellgesundheit eben auch eine große Rolle. Und das, was ich ganz interessant fand, es ist jetzt vor zwei Wochen, glaube ich, ungefähr, je nachdem, wann der Podcast ausgeschaltet wird, aber kürzlich ist eine neue Studie gekommen, die eine neue These aufgemacht hat. Wir reden ja immer von dieser Plaque-Ablagerung im Gehirn, die scheinbar für das Thema Alzheimer verantwortlich ist.

Also scheinbar kann man auch streichen. Es ist eben aber auch nur der Fall, dass, wenn die Blut-Hirn-Schranke durchlässig wird und dann eben halt ein bestimmtes Protein auf das Amyloid-Beta dann eben halt trifft, dass dann eigentlich erst quasi die neurodegenerative Erkrankung kommt. Das heißt, dass es Menschen gibt, die eine sehr hohe Plaque-Ablagerung im Gehirn haben, aber trotzdem keinen Alzheimer oder Parkinson bekommen, aber eben halt andere Leute, die eben halt keine so gute Zellstruktur insgesamt mehr haben, deswegen eben halt die Blut-Hirn-Schranke dann insgesamt durchlässiger wird und dann eben halt eben halt dieses Protein dann sich eben halt mit dem Amyloid-Beta zusammenklebt und dadurch dann eben halt eigentlich erst zu diesen Absterben der Areale dann kommt.

[Dr. Felix Bertram] (22:18 - 22:21)
Ähnlich wie bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

[Nils Behrens] (22:21 - 22:49)
Ganz genau, ganz genau, aber das ist natürlich schon wirklich sehr spannend, dass man im Grunde genommen eigentlich sagen kann, dass die Hirn-Syndrom genauso eben halt wiederum auch da wiederum die Zellgesundheit dann eigentlich wirklich so eine große Rolle spielt. Also das sind alles so Faktoren und da sind wir wieder bei dem Punkt, man kann sich nicht auf das eine konzentrieren und sagen, ich sorge immer dafür, dass mein Gehirn gut entgiftet ist und sich keinen Plax aufbaut. Ja, aber völlig verhindern kann man es nicht und in dem Augenblick reicht eben halt manchmal auch schon eine leichte Ablagerung, solange eben halt in dem Augenblick, wo das Protein drauf trifft.

[Dr. Felix Bertram] (22:49 - 24:16)
Das ist übrigens das, Nils, wenn ich hier einhaken darf, was mich so ein bisschen besorgt in dieser Longevity-Diskussion. Ich erzähle mir gerne die Geschichte, ich war letztens auf Sylt im August, besser gesagt. Es war drei Uhr nachmittags, die Sonne stand so bei 45 Grad.

Schönes Lokal draußen in diesen schönen Strandkörben. Und neben mir saßen zwei Düsseldorfer Pärchen um die 60. Das Wohlstandsbäuchlein streckte sich unter der Barbour-Jacke, die Rotweingläser waren gefüllt, zwei rauchten – und sie redeten über Longevity. Und die erzählten dann, dass sie jetzt in der Düsseldorfer Villa eine Infrarotsauna eingebaut haben und der eine Herr, der am Rotweinglas nuckelte, erzählte, dass er so einen Kapselmix nimmt.

Irgendeine Marke hat er genannt, nicht eure, eine andere. Was ja alles gut und schön ist. Die Gefahr, die ich sehe, dass Leute eben die Hoffnung haben, es gäbe Shortcuts.

Ich muss nur irgendwie das nehmen und das nehmen und das nehmen und dann funktioniert es. Und ich zeichne immer so eine Longevity-Pyramide. Und hier unten als Foundation, als Grundlage stehen immer Sport, Ernährung und Schlaf.

Und das sind die drei Sachen, die die Inflammation zum Beispiel am meisten beeinflussen, die alle Faktoren am meisten und ganzheitlich beeinflussen. Und erst wenn ich diese drei Säulen irgendwie einigermaßen im Griff habe, dann finde ich, kann ich seriös auch über andere Themen reden, wie meinetwegen Supplements oder whatever. Nicht, dass ich das marginalisieren will, ist alles gut, aber die Sorge ist immer, dass man diese Shortcuts sucht und denkt, ich muss ja nur irgendwie Creatinin und 50 andere schlucken und dann ist alles gut.

Das ist leider nicht so.

[Nils Behrens] (24:16 - 24:21)
Ich habe hier Creatin-Schokolade für uns bereitgestellt. Die würde ich dir an dieser Stelle jetzt einmal geben.

[Dr. Felix Bertram] (24:21 - 24:26)
Das nehme ich sehr gerne. Finde ich übrigens sehr cool. Also Creatin ist eines meiner Lieblings-Supplements.

[Nils Behrens] (24:26 - 24:38)
Absolut. Meinst du auch?

Das war natürlich jetzt total schlau, weiter zu moderieren und den Mund voll zu haben. Aber gut. Gab es denn Studien oder Mechanismen, die dich total überzeugt haben, dass Verjüngung auf Zellebene wirklich kein Wunschtraum mehr ist?

[Dr. Felix Bertram] (24:42 - 25:03)
Also ich lese viele Studien, jetzt fällt mir aber keine ein, die mich so weggehauen hat. Doch diese eine, die belegt hat, dass Beziehungen doch, ich glaube, dass es 50 Prozent lebensverlängernd wirken. Auf Zellebene, du meinst mitochondriale Energie und dergleichen.

[Nils Behrens] (25:04 - 25:25)
Also letztendlich, du kommst ja von einem Punkt, wo dir eine Diagnose gestellt wurde, ein Vierteljahrhundert zu alt. Da kann man das ja entweder als Schicksal annehmen oder sagen, okay, jetzt gehe ich mal rein in den Kaninchenraum. Und vielleicht gab es ja einen Auslöser für dich, wo du sagst, okay, was sind denn jetzt sozusagen die Stellschrauben, an die ich rangehen kann?

[Dr. Felix Bertram] (25:25 - 27:41)
Ja, also das ist gut. Ich habe auch so angefangen wie Bryan Johnson. Also ich habe alles messen lassen am Anfang und auch angefangen mit Supplements und habe versucht, das wirklich über diese Biohacking-Tricks zu lösen.

Also wenn ich mal zurückzoome in diese Zeit, dann muss ich ganz ehrlich gestehen, habe ich überhaupt nicht gesund gelebt. Ich habe das mal nicht gemerkt. Das ist so ein schleichender Prozess.

Mir ist aufgefallen, ich sage nur mal sowas, was einfach ist, was uns oft im Alltag nicht auffällt. Ich ziehe beim Duschen die Prothese aus und hüpfe auf einem Bein in die Dusche. Das habe ich vor fünf, sechs Jahren noch völlig easy gemacht und habe da fünf Minuten geduscht auf einem Bein und Augen zu und Shampoo und so weiter.

Und heute, wenn ich genauer reinzoome, habe ich gemerkt, ich muss mich immer wieder mal anlehnen. Und da merkt man einfach, dass so das Gleichgewichtsorgan und die Stabilität langsam nachlassen. Ich habe zu der Zeit zum Beispiel viel Alkohol getrunken.

Also ich hatte einfach sehr viel Stress. Eine große Firma, die ist stark gewachsen. Und abends zum Runterkommen habe ich Bier getrunken.

Das waren dann ein, zwei Bier. Dann wurden das mal sechs Bier. Ich habe damals den Schlaf auch nicht gemessen, aber heute weiß ich, dass die Herzfrequenz die ganze Nacht über hoch bleibt.

Dass die Herzfrequenzvariabilität ein anderer, ich weiß nicht, ob das mal erklärt wurde, kann man auch machen, wenn es sehr tief bleibt. Die Herzfrequenzvariabilität sollte hoch sein, die war tief bei mir. Ich habe dann irgendwann begonnen Schlaftabletten zu nehmen.

Ich war 15 Kilo übergewichtig und ich war energielos. Auch das ist mir nicht so aufgefallen. Ich habe halt morgens fünf Kaffee getrunken und habe den Tag irgendwie durchgestanden.

Aber wenn ich jetzt heute zurückzoome, dann war ich einfach völlig ungesund, völlig unausgeglichen. Ich habe schnell mal geweint. Das ist meinem Umfeld aufgefallen, weil ich einfach fertig war.

Ich war kein guter Leader mehr. Meine Mitarbeiter waren unzufrieden. Wir hatten eine hohe Fluktuation.

Also ein Zustand, den ich im Wald dickicht nicht erkannt habe. Aber heute in der Rückschau schon merkt man, dass ich völlig, völlig off the grid war. Und wenn ich das auf Zellebene runterzoome, ich kann es jetzt nicht beweisen, aber dann nehme ich an, dass einfach meine Mitochondrien auch nicht mehr funktioniert haben.

Meine Darmgesundheit war gar nicht mehr intakt. Es ist jetzt alles an Mutmaßung. Aber ich denke mal, dass diese ganzen Hallmarks of Aging bei mir völlig auf rot oder dunkelorange standen.

Und das haben ja auch die Messungen ergeben. Also ich hatte eine tiefe VO2max, also war ganz schlecht in der Ausdauer. Die war schon irgendwie bei 30.

Das ist schon fast kritisch. Ich hatte kaum Kraft, bin kaum Treppen hochgekommen, konnte schon noch heben. Aber ich war einfach nicht mehr, ich war einfach im Schatten meiner selbst im Vergleich zu heute.

[Nils Behrens] (27:42 - 28:00)
Ich finde VO2max, da sprichst du so einen ganz wichtigen Punkt an, weil das Thema, hat Peter Attia gerade in einem Interview auch gesagt, jemand, der regelmäßig raucht, erhöht sein Sterblichkeitsrisiko um 50 Prozent. Jemand, der einen schlechten VO2max hat, also im untersten Bereich, versus jemanden, der im höchsten Bereich einen hat.

[Dr. Felix Bertram] (28:00 - 28:01)
Um 400 Prozent.

[Nils Behrens] (28:01 - 28:03)
400 Prozent, Steigerung um 400 Prozent.

[Dr. Felix Bertram] (28:03 - 28:25)
Und bei Kraft sind es 250 Prozent. Also wenn du rauchst und dich schlecht ernährst und wenig schläfst und mich jetzt fragst, was ist das Erste, was ich machen sollte, aber ich will all die drei Sachen jetzt nicht ändern und du bietest mir Sport an, dann sage ich, mach das. Das ist eigentlich der stärkste Hebel für Longevity, soweit die Forschung das im Moment bestätigen kann.

[Nils Behrens] (28:25 - 28:59)
Soweit die Forschung das bestätigen kann. Ich hatte bei mir im Podcast hier auch schon mal den Aubrey de Grey. Das ist ja so einer der großen Altersforscher und der ist ja mit seinem Institut dabei, die sogenannte Longevity-Escape-Velocity sozusagen zu erreichen.

Das ist der Punkt, wo die Forschung uns mehr Lebensjahre schenkt, als wir altern können. Und das ist ja so ein Turnaround-Point. Da kannst du verschiedene Experten zu fragen.

Die einen sagen, das passiert in fünf Jahren, die anderen sagen, es sind zehn Jahre. Aber irgendwann geht jeder davon aus, dass dieser Punkt irgendwann kommen wird. Ist das etwas, wo du auch dran glaubst?

[Dr. Felix Bertram] (28:59 - 29:27)
Ich bin ja großer Freund von Peter Attia

und was ich eben schätze, er ist wirklich realistisch und down to earth und sehr, sehr gut in der Materie drin. Wer jetzt lügt, wenn ich behaupten würde, ich kenne alle Studien und alle Medikamente in der Pipeline, aber soweit ich orientiert bin, gibt es im Moment kein Heck und kein Medikament, das diesen Punkt in absehbarer Zeit herbeiführt. Und by the way, ich weiß gar nicht, ob das so sinnvoll ist.

Du, das ist eine ganz andere Frage.

[Nils Behrens] (29:28 - 29:29)
Das ist eine ganz andere Frage.

[Dr. Felix Bertram] (29:31 - 30:55)
Es gibt ja auch diese spannende Argumente, ich glaube, auch bei Peter Attia gehört, man macht ja oft erst die mechanischen Untersuchungen, also man macht das im Labor an Zellen, untersucht man ein Medikament, dann geht man an die Maus, Mäuse-Versuchen, dann erst an den Mensch. Und spannend ist ja, dass zum Beispiel Rapamycin oder Metformin – das sind ja so diese aktuell diskutierten Longevity-Medikamente – im Mausmodell doch starke Effekte haben, beim Menschen aber im Moment unklar oder eben doch nicht. Und da gibt es die Theorie, dass die Maus, die wird zum Schnitt zwei Jahre, aber genetisch hat die Maus ihr Potenzial nicht ausgeschöpft.

Die Maus könnte auch vier Jahre werden. Ich weiß jetzt nicht, ob die Zahlen ganz korrekt stimmen, aber die könnte doppelt so alt werden, wie sie im Moment wird. Wir Menschen hingegen sind genetisch eigentlich so gepoht, dass wir eigentlich 40 werden, das war ja früher der Fall.

Und mit 40 ist eigentlich so die genetische Uhr abgelaufen. Durch unsere moderne Medizin, unser Lebenswandel schaffen wir es jetzt bis 80, 75, was auch immer. Und die Theorie könnte sein, dass diese Medikamente bei der Maus gut wirken, weil die einfach noch sehr viel Luft hat genetisch.

Während beim Mensch eigentlich das schon mehr als ausgeschöpft ist und das deshalb so schwierig ist, es zurückzudrehen. Und dann ist die nächste Frage, gibt es diesen einen Faktor, den wir ändern können und dann werden wir super alt? Dann machen wir die Frage, wie wir alt werden.

Und daran glaube ich im Moment nicht. Ich glaube, das ist so multifaktoriell, dass es einfach nicht diese eine Stellschraube gibt, die wir einmal klicken. Macht mich täuschen, wir werden es sehen.

Und dann ändert sich alles.

[Nils Behrens] (30:56 - 32:09)
Das ist ja ein ganz interessanter Punkt, den du da ansprichst. Weil genau dieses Thema, es gibt ja, ich sage jetzt mal, es sind ja vier Longevity-Medikamente, die immer gehyped werden. Du hast es richtig gesagt: Metformin, Rapamycin, und dann GLP-1 – das ist eben das, was die meisten unter Ozempic (Semaglutid) oder Mounjaro (Tirzepatid) kennen.

Und das vierte, würde ich noch mal die Senolytika zunehmen. Die gibt es ja sowohl als Supplements, als auch eben als Medikamente. Das ist eben wiederum zum Abbau der Zombie-Zellen.

Das, was, glaube ich, man sehen muss, alle diese Medikamente sind ja gut erforscht für die Leute, für die sie gemacht sind. Das heißt, Metformin ist für Diabetiker gemacht. Aber es gibt keine Langzeitstudien für Nicht-Diabetiker.

Genauso ist es bei Rapamycin. Das ist ja ein Immun-Suppressor. Das heißt, das Immunsystem wird eher nach unten gefahren.

Du hast es eben gerade gesagt, ein schlechtes Immunsystem ist einer der fünf Reiter. Das heißt, du provozierst ja in dem Sinne, einen der fünf Reiter sozusagen. Und das kann man bei Mäusen vielleicht auch machen.

Die leben ja unter Laborbedingungen. Wir sind eben halt in der U-Bahn, sind mit Viren im Büro konfrontiert und allem drum und dran. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass ein heruntergefahrenes Immunsystem, nur weil quasi unser Zellwachstum verlangsamt ist und wir langsam altern, dafür aber dann jede Krankheit mitnehmen, I don't know.

Absolut. Abgesehen von den Nebenwirkungen.

[Dr. Felix Bertram] (32:09 - 32:27)
Ich habe alles schon genommen. Am überzeugendsten bin ich immer noch von GLP-1-Medikamenten. Aber ich habe Rapamycin genommen.

Meine Herzfrequenz war super hoch. Also wirklich messbar. Und als ich es abgesetzt habe, sind sie wieder gesunken.

Bei Metformin hatte ich das Gefühl, meine Ausdauer ist beeinträchtigt. Wird ja auch so diskutiert.

[Nils Behrens] (32:28 - 32:39)
Vor allem, man muss ja auch sagen, das, was du eben auch hast, durch das Runterregulieren des mTOR, hast du weniger Zellwachstum, heißt aber auch, du kannst weniger Muskulatur aufbauen. Das heißt also, du musst noch mehr Sport machen. Punkt.

[Dr. Felix Bertram] (32:40 - 32:50)
Und auch GLP-1 hat natürlich einen ähnlichen Effekt, dass sie eventuell durch das Kaloriendefizit, das herbeigeführt wird, den Muskelabbau fördern muss.

[Nils Behrens] (32:50 - 32:58)
Der ja angeblich doppelt so schnell ist wie bei einer normalen Diät. Wobei ich glaube ja immer noch, dass das daran liegt, dass die Leute sich vorher schlecht ernährt haben. Jetzt essen sie von der schlechten Ernährung einfach weniger.

[Dr. Felix Bertram] (32:58 - 33:10)
Genau. Ich nehme das auch übrigens, ich nehme Mounjaro und bin super happy damit. Ich habe da keine Muskelmaske verloren.

Nehme ich genug Eiweiß, wollte ich auch sagen, du achtest auf deine Nährstoffdichte.

[Nils Behrens] (33:10 - 33:26)
Das ist ja der entscheidende Punkt. Wenn du aber trotzdem jetzt mal einfach schaust, bei den Sachen, die du jetzt gemacht hast und auch in deinem Buch beschreibst, bleiben wir jetzt mal bei der Gesundheitssäule. Gibt es da vielleicht drei Gewohnheiten, die du heute mit unseren Hörerinnen teilen kannst, die für dich wirklich einen Unterschied gemacht haben?

[Dr. Felix Bertram] (33:27 - 36:29)
Ja. Also es sind diese drei, die ich schon genannt habe. Aber die Frage ist vielmehr, wie kriege ich die im Alltag implementiert.

Ich gehe mal schnell durch, zumindest mal durch die ersten zwei. Angefangen habe ich mit Sport. Ich habe gesagt, ich will Ausdauersport machen und Kraftsport.

Ausdauersport ist mir einfach gefallen, weil ich fahre gerne Fahrrad. Es ist völlig easy. Wenn es schön ist im Sommer und in der Schweiz ist es wunderschön, ich fahre jeden Morgen zwei Stunden, das macht mir gar nichts aus.

Mittlerweile auch mit Freunden. Übrigens auch ein guter Hack, sich so Challenges vorzunehmen, so Hamburger Cyclassics oder Mallorca. Es gibt ja überall so Fahrrad-Events.

Wenn du das mit zwei, drei Freunden machst, dann bist du auch voll drin und dann hängst du nicht ab und dann hat man so eine WhatsApp-Gruppe und motiviert sich gegenseitig. Also kann ich nur empfehlen. Was mir schwer gefallen ist, ist Kraftsport.

Also ich gehe nicht gerne in den Gym, das ist meistens zu langweilig. Ich kann hier zwei Hacks geben. Einmal eine Gewohnheit etablieren.

Ich habe angefangen, indem ich mir einfach gesagt habe, ich gehe dreimal die Woche in den Gym und das muss nur fünf Minuten sein. Es geht nur darum, das mal über zwei, drei Monate als Gewohnheit zu etablieren. Und wenn das dann eine Gewohnheit ist, dann habe ich das mit etwas Positivem verknüpft.

Also es gibt ein paar Podcasts, die ich gerne höre. Dein u.a. oder den von Philipp Westermeyer oder Matze Hielscher. Und die habe ich mir nur noch erlaubt, im Gym zu hören.

Und so habe ich Gym dann gerne gemacht, weil ich jetzt einfach meinen Podcast, ich darf den nur noch da hören. Ich darf den sonst woanders nicht hören. Und so gehe ich in den Gym.

Das kann aber auch Musik sein. Ich habe letztens eine Kundin getroffen, die sagt, sie trifft sich mit ihrer Freundin im Gym. Also etwas mit etwas Positivem.

Longevity muss Spaß machen, sonst hältst du es nicht durch. Das gilt auch für die Ernährung. Auch da mache ich es mir relativ einfach.

Ich esse genug Protein und ich esse gerne Salat und fermentiertes Gemüse. Das mache ich mir lecker. Und vielleicht der zweite Hack ist dann das Thema Schlaf.

Während wir Sport und Ernährung so relativ unmittelbar beeinflussen können, ist es bei Schlaf schwierig. Du kannst dich nicht anschränken, in den Schlaf zu gehen. Das ist das Schwierige am Schlaf.

Und hier auch nochmal zu unserem gemeinsamen Kollegen Chris Sorell, der hatte die letzten Podcasts. Super spannend. Und unbewusst waren das auch meine Hacks.

Also gar nicht Medikamente oder Supplements, wobei ich auch Glycin nehme und andere. Aber der entscheidende Faktor war zum Beispiel, dass ich mir abends Zeit gebe zum Runterfahren. Der Kopf muss einmal leer werden.

Eine Stunde, eineinhalb Stunden vor dem Schlafengehen zu Hause sein. Deckenlichter ausmachen und nur noch indirektes Licht oder Bodenlicht haben. Weil die Deckenlichter simulieren im Auge sozusagen Tageslicht.

Und du bist dann immer noch im Tagesmodus. Und das Cortisol kommt nicht runter. Das Melatonin geht nicht hoch.

Das ist das, was ich haben will für den zirkadianen Rhythmus. Das Melatonin ansteigt, Cortisol runter geht. Und so richte ich mir das auch ein.

Und ich lese abends keine E-Mails mehr und mache nichts. Ich lese zwar noch was im Kindle oder so, aber ich mache nichts, was mich emotional nochmal aufrührt. Und dann mit dem richtigen Lichtsetting werde ich langsam müde und schlafe nachher gut ein.

Der Raum muss kühl sein und dunkel. Und das sind eigentlich so meine Tricks. Und morgens das Umgekehrte.

Morgens alle Deckenlichter an. Ich habe eine Tageslichtlampe für den Winter am Nachttisch, sodass ich wirklich Licht bekomme und werde dann wach und gehe dann schnell in die Aktivität und bringe den zirkadianen Rhythmus in Schwung. Das sind so meine Hacks und meine Tricks.

Das steht auch alles im Buch. Also ich versuche, Longevity einfach zu machen und lebbar zu machen.

[Nils Behrens] (36:29 - 36:47)
Ja, finde ich sehr gut. Was hältst du denn von diesen Konzepten wie diesem biologischen Frühjahrsputz durch Fasten oder Kälte? Also dass man irgendwie wirklich gezielt etwas reingeht.

Was weiß ich nicht. Die typische Frühjahrsfastenzeit oder sowas. Wie ist deine Meinung dazu?

[Dr. Felix Bertram] (36:48 - 37:57)
Also ich glaube, dass es gut ist für den Körper, wenn wir den in Stresssituationen bringen. Das kann Sport sein. Das kann auch Sport am Limit sein.

Das kann die Sauna sein. Das ist vermutlich auch Kälte. Zu Sauna gibt es ja sehr viele Studien, die sehr positiv sind.

Bei Kälte sind mir die nicht bekannt. Das kann aber auch bei Fasten sein. Ich bin beim Fasten gespannt auf deine Meinung.

So ein bisschen hin und her. Also ich überlege auch, ob ich diese fünf Tage zweimal im Jahr mache, um einfach mal sozusagen die, nicht Apoptose, wie heißt das, Autophagie in Gang zu setzen. Dieses Intervallfasten habe ich mal gemacht.

Mittlerweile priorisiere ich aber mehr, dass ich wirklich viermal am Tag eine Mahlzeit zu mir nehme. Also vor allem was Eiweiß angeht. Mittlerweile Frühstück habe ich früher nicht gemacht.

Das ist aber hauptsächlich Eiweiß. Habe ein leichtes Mittagessen und auch ein leichtes Abendessen und manchmal noch ein Eiweißshake zwischendrin. Der Körper kann nicht mehr als 35, 40 Gramm Eiweiß offenbar auf dem Mahl verarbeiten.

Der Körper kann auch Eiweiß nicht gut speichern, außer im Muskel. Aber sobald ich nicht genug Eiweiß zu mir nehme, wird das abgebaut. Während wir Glucose, Zucker und Fett gut speichern können.

Oder besser zumindest. So das ist mein Moment. Es kann sich aber ändern im halben Jahr.

 

[Nils Behrens] (37:58 - 38:00)
Das ist ja alles bei Ernährung immer Beobachtungsstudien.

[Dr. Felix Bertram] (38:00 - 38:10)
Genau. Das ist das Spannende. Bei Ernährung haben wir die wenigsten wirklich evidenzbasierten Studien. Das ist einfach sehr schwierig, auch ethisch.

Du kannst nicht jemandem ein Teil der Brokkoli geben.

[Nils Behrens] (38:10 - 38:31)


Aber das muss man sich mal bewusst machen. Du musst ja Leute irgendwie unter Laborbedingungen einsperren. Und dann sind wir wieder genau bei dem Effekt, den ich gerade mit den Mäusen erklärt habe.

Wenn dann auch keine Viren oder sonstigen Einflüsse von außen kommen, dann ist es auch nicht reproduzierbar.

[Dr. Felix Bertram] (38:33 - 38:41)
Nicht lebenswert. Aber anyway, das ist im Moment meine Strategie. Deshalb bin ich beim Thema Fasten so ein bisschen hin und her gerissen.

Was ist deine Meinung dazu?

[Nils Behrens] (38:42 - 39:37)
Meine Meinung dazu ist, ich bin ein großer Freund davon, für mich ist das Fasten so ein bisschen wie, jeder kennt das, ich weiß nicht wie oft du dein iPhone ausschaltest. Bei mir ist es eher Flugmodus, aber ganz aus mache ich es sehr selten. Bei mir ist Nacht immer gleich Flugmodus, aber richtig aus eigentlich nur, wenn der Akku leer ist.

Trotzdem kennt man das ja, dass dann irgendwie irgendwas nicht mehr so richtig funktioniert. Dann macht man es wirklich mal aus, macht man es wieder an und funktioniert es wieder. So ähnlich sehe ich es eben mit unserem Verdauungsapparat auch.

In dem Augenblick, wo man ihm dann wirklich mal eine richtige Zwangspause gibt, gibt es eben die Möglichkeit, dass er sich A. selbst reparieren kann, aber auch B. Wie ist die beste Möglichkeit Feuer auszumachen?

Ist ja dem Sauerstoff zu entziehen. So ähnlich ist es ja mit unseren Entzündungen im Körper auch. Wenn weiterhin die Entzündungen vorangehen, aber man dann einmal alles runterfährt, auch die Nahrung runterfährt, hat es auch einen guten Wert auf die Entzündungswerte.

[Dr. Felix Bertram] (39:38 - 39:42)
Das wäre vielleicht auch mein Approach, das Intervallfasten zu machen.

[Nils Behrens] (39:42 - 39:56)
Intervallfasten bin ich, ehrlich gesagt, insofern kein so großer Fan von, weil das, was die meisten, die alle sagen, ganz stolz, sie machen Intervallfasten, die lassen ja alles Frühstück weg. Habe ich ja genauso gemacht. Das sieht man ja, dass du damit auch deinen Stoffwechsel nach unten regulierst.

[Dr. Felix Bertram] (39:56 - 40:05)
Aber wie wäre der Ansatz, wenn du sagst, ich esse möglichst vor sieben abends oder möglicherweise sogar vor sechs, bin dann um neun im Bett oder zehn und dann schlafe ich bis acht.

[Nils Behrens] (40:05 - 40:13)
Ich will ja gar nicht Intervallfasten. Das, was ich mittlerweile mache und da bin ich ein großer Fan von, ist das Scheinfasten, ehrlich gesagt.

[Dr. Felix Bertram] (40:14 - 40:14)
Was ist das?

[Nils Behrens] (40:15 - 40:43)
Scheinfasten ist so, dass du im Grunde genommen das Fasten simulierst. Das heißt, du nimmst nur 600 Kalorien am Tag zu dir, aber verteilt auf drei Mahlzeiten. Das hat eigentlich nahezu den gleichen Effekt wie Fasten, aber du bleibst irgendwie noch alltagstauglich.

Das heißt, ich kann hier sagen, der Andreas Michalsen, der hier auch schon mal in meinem Podcast war, der Professor von der Charité, der wiederum hat da so ein Programm, was auf den Forschungen von Valter Longo basiert.

[Dr. Felix Bertram] (40:43 - 40:45)
ProLon gibt es, glaube ich, auch.

[Nils Behrens] (40:45 - 41:18)
ProLon, genau, ist das Original. Er hat das deutsche Pendant mit Salufast, was zugegebenermaßen, ehrlich gesagt, ein bisschen besser schmeckt. Da kriegst du so eine Box, da hast du dann eben deine drei Mahlzeiten am Tag.

Das ist dann morgens ein bisschen Porridge, mittags ein kleines Linsendal und abends dann nochmal irgendwie eine Suppe. Aber du hast das Gefühl, du isst noch was. Du hast nahezu alle Effekte des Fastens, aber, wie gesagt, ich muss dafür keinen Urlaub nehmen, ich muss nicht irgendwo eine Fastenklinik einchecken oder sonst was.

Und das schaffe ich so, ich versuche viermal, aber ich schaffe es so dreimal im Jahr.

[Dr. Felix Bertram] (41:19 - 41:20)
Und das ist für fünf Tage jeweils?

[Nils Behrens] (41:20 - 41:20)
Das ist für fünf Tage.

[Dr. Felix Bertram] (41:21 - 41:27)
Und du bist nicht so energielos, dass du den Tag nicht gut bewältigen kannst? 600 Kalorien ist natürlich wenig.

[Nils Behrens] (41:27 - 42:17)
Ich kann dir genau sagen, wie ich es immer mache. Ich esse am Donnerstag schon ein bisschen weniger, am Freitag mache ich Tag eins und am Freitag hast du noch so viele Reserven, dass du den Unterschied nicht merkst.

Der Samstag ist dann richtig suboptimal, sagen wir mal, um das andere Wort mit Essen nicht zu sehr zu nutzen. Und dann merkst du am Sonntag, dass es schon wieder okayisch ist, da kommen dann eben halt jetzt die Ketonkörper freigesetzt werden und deswegen ist es okay. Am Montag, würde ich sagen, bist du wieder fast auf normal und am Dienstag ist es dann so, dass du sagst, es ist alles okay, aber du freust dich auch, wenn es vorbei ist.

Aber es hat immer einen sehr guten Effekt und vor allem es reguliert so ein bisschen dein Gesamtfoodcraving, sag ich jetzt einfach mal so. Du hast nicht dieses ständige, wann kommt die nächste Mahlzeit? Und deswegen finde ich es dafür immer gut.

[Dr. Felix Bertram] (42:18 - 42:23)
Dann probiere ich das auch mal. Ich habe nämlich eine Prolon-Box noch zu Hause stehen, die habe ich noch nie angerührt. Prolong ist nicht gut.

[Nils Behrens] (42:23 - 42:50)
Lass es. Sorry, weil wir jetzt hier Namen und Marken. Ich will hier gar nicht schlecht machen, aber ich habe genau damit gestartet und ich fand es so furchtbar, weil es so amerikanisch ist.

Es sind so richtige Tütensuppen und ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie viele Tütensuppen du in deinem regulären Leben noch so hast. Gar nicht. Deswegen gieße ich mir lieber ein Porridge mit Wasser auf und habe das Gefühl, ich habe noch real food, als dass ich so eine komische Tütensuppe habe.

[Dr. Felix Bertram] (42:50 - 42:53)
Übrigens, Hafer, der ist neue Superfood, glaube ich.

[Nils Behrens] (42:53 - 42:53)
Ja.

[Dr. Felix Bertram] (42:53 - 42:55)
Das ist ganz spannend mit dem Fiber.

[Nils Behrens] (42:55 - 43:20)
Ich habe das Gefühl, wir können noch 100 Jahre herreden, aber bei mir ist es tatsächlich, um das mal kurz zu teilen, ich hatte wirklich so eine gewisse Zuckersucht und habe dann Hafertage gemacht. Wenn du dann tatsächlich morgens, mittags, abends nur Hafer isst, also morgens habe ich das mit Beeren gegessen, mittags mit Mandeln und abends mit Brühe aufgegossen, das habe ich über, glaube ich, drei Tage damals gemacht und danach ist das ganze Sugar-Craving weg. Und das hat eben halt...

[Dr. Felix Bertram] (43:20 - 43:35)
Das ist, glaube ich, auch gut erklärbar. Ich glaube, Hafer ist ja so eine komplexe Kohlenhydrate und die bilden auch so eine Art Viskosität im Magen. Es sollte vollkornhafer sein, kein Instant oder sowas.

Und es hat dann einen guten Effekt, sozusagen, auf die Zuckerregulation und...

[Nils Behrens] (43:35 - 43:36)
Genau, das ist der Haupteffekt.

[Dr. Felix Bertram] (43:36 - 44:08)
Genau. Und aber auch im Kolon, so dieses Resistant-Starch-Thema, also resistente Stärke, einen starken Effekt auf die Kolonwand, Kolonzellen, Zellzusammenhalt. Soll sogar, laut Peter Attia Podcast, den ich gestern gehört habe, auch positiv auf Kolonkrebsrisiko einwirken, bin ich ein bisschen vorsichtig vielleicht, aber klingt ganz spannend.

Auch übrigens Gerste, ich mache jetzt so ein Longevity-Dinner für so eine große Company, wo wir dann so ein Menü zusammenstellen, genau um diese Themen rum, wo ich da ein bisschen was zu erzähle.

[Nils Behrens] (44:09 - 44:11)
Ja, Shoutout für den guten alten Hafer.

[Dr. Felix Bertram] (44:12 - 44:12)
Ja, ja.

[Nils Behrens] (44:13 - 44:35)
Das Interessante ist ja auch tatsächlich, dass selbst  glutensensitive Leute den häufig ja trotzdem vertragen, weil er an sich ja kein Gluten hat, sondern nur in der Verarbeitung Gluten verunreinigt sein kann. Also ich glaube, mit einer richtigen Zöliakie würde ich mich nicht daran trauen, aber wenn du eine Glutensensibilität hast, glaube ich, ist es machbar.

[Dr. Felix Bertram] (44:35 - 44:38)
Hafer soll glutenfrei sein, genau. Spannend.

[Nils Behrens] (44:38 - 45:00)
Kommen wir doch mal zu einem Thema, nimm dir gerne noch Kreatinschokolade. Ich möchte mal über das Thema Supplements reden. Du hast es ja eben mit deiner Pyramide so ein bisschen beschrieben.

Das heißt also, wenn ich dich richtig verstanden habe, oder sag es mit deinen eigenen Worten, also Shortcuts sind Supplements nicht.

[Dr. Felix Bertram] (45:01 - 45:53)
Ich habe ja damals nach dem Test tatsächlich so angefangen und nur auf Supplements gesetzt und Medikamente und dergleichen und die Needle hat sich gar nicht bewegt. Also meine Wehre blieben alle schlecht. Also ich bin sozusagen in dem Fall mein eigener Versuch, wobei man es für allgemein nicht ableiten kann.

Und da habe ich angefangen mit Sportschlaf, Ernährung als Fokus und habe dann aber tatsächlich gemerkt, dass wenn ich dort noch mal drauflege, dann ändert sich was. Also ich nehme Supplements, sehr auf mich zugeschnitten. Ich kann auch sagen, welche.

Also ich nehme Kreatin, da merke ich wirklich einen super Effekt, auch kognitiv, auch im Sport, ganz toll. Ich nehme Omega 3 in der richtigen Dosierung, weil das auch mein Risikofaktor ist. Auch spannend, konnte ich die Ernährung nicht so gut beeinflussen, weil du brauchst wirklich 4 Gramm oder 2 Gramm, sogar spannend, dann müsste ich vielleicht auch mal, es sind also 6 Kapseln morgens, 6 Kapseln abends, oder wie machst du das?

[Nils Behrens] (45:53 - 45:56)
Nee, bei Sanne sind es nur 6 Kapseln.

[Dr. Felix Bertram] (45:56 - 45:57)
Ah super, ok.

[Nils Behrens] (45:57 - 45:59)
Von diesen großen Omega 3.

[Dr. Felix Bertram] (45:59 - 46:00)
DHA, EPA, oder?

[Nils Behrens] (46:01 - 46:01)
Ja genau.

[Dr. Felix Bertram] (46:05 - 46:27)
Also Kreatin, Omega, und noch 2, 3 andere, mit Vitamin D bin ich so ein bisschen kritisch. Nehme ich aber auch vor allen Dingen im Winter, abends nehme ich Glycin. Also ich nehme schon was und das ist auch gut, aber sehr bewusst und sehr bewusst auf meine Gesundheit zugeschnitten und springe nicht auf alles auf, was so angeboten wird.

Das ist halt das, was ich so riskant finde, dass Leute das Gefühl haben, ich mache NAD-Infusion und es ist alles super und das ist ja nicht der Fall.

[Nils Behrens] (46:27 - 46:37)
Naja, das ist ganz lustig, genau den Punkt beschreibe ich in meinem Buch auch, weil dieser Hype um NAD+, also vielleicht ganz kurz, magst du kurz erzählen, was NAD+ ist?

[Dr. Felix Bertram] (46:38 - 47:01)
Ja, NAD+ ist ein Energielieferant für die Mitochondrien, aber auch toll, übrigens durch Sport und Ernährung kann ich den hochboostern. Infusionen funktionieren deshalb nicht, weil das Molekül viel zu groß ist, viel zu groß, allein schon in die Zelle zu kommen, schon gar nicht in die Mitochondrien, außer du hast aktuellere Informationen. Auch die Vorläufer, Vorstufen von NAD werden diskutiert, aber es sind ähnliche Effekte, die kommen nicht in die Mitochondrien und können ihren Effekt nicht einfalten.

[Nils Behrens] (47:01 - 47:30)
Naja, also die Theorie soweit ist ja, dass diese sogenannten Precursor, also NMN oder Nicotinamid-Ribosid, also NR, scheinbar in die Mitochondrien gelangen können. Und dass Aber nehmen wir doch mal einfach an, das ist so. Da muss man sich aber nichtsdestotrotz auch einmal fragen, wer braucht es denn überhaupt?

Und zweitens, wie gut sind denn eigentlich deine Mitochondrien eigentlich so im Augenblick in Schuss? Das heißt also, für mich ist das so, mehr Treibstoff in einen kaputten Motor reinzuhauen, bringt dir nicht mehr Energie.

[Dr. Felix Bertram] (47:31 - 47:33)
Könnte auch schädlich sein.

[Nils Behrens] (47:33 - 47:52)
Und deswegen, also ich glaube, wir müssen alle erstmal gucken, dass unsere Mitochondriengesundheit irgendwie auch da ist. Und die ist natürlich auch da wieder, durch Sport ist eben halt das Beste, was du machen kannst. Aber eben halt, wenn man da jetzt wieder in dem Supplement-Thema dann reingeht, muss man dann eben halt auch sagen, ist Q10 wahrscheinlich der beste Schmierstoff, den wir eben halt für unsere Mitochondrien haben können.

[Dr. Felix Bertram] (47:52 - 47:53)
Nimmst du Q10 oder Ubiquinol?

[Nils Behrens] (47:54 - 48:30)
Ich nehme Ubiquinol. Ja, ich auch. Aber es ist ja eine Art Q10-Form.

Aber ja, es ist eben halt interessanterweise einer unserer absoluten Bestseller bei Sunday, was ich immer so überraschend finde, weil vielleicht für unsere Hörer zu vergleichen, es gibt immer zwei Formen. Es gibt eine aktivierte Form von Q10 und eine nicht aktivierte, die aktiviert ist Ubiquinol, die nicht aktiviert ist Ubiquinon. So, Ubiquinon ist deutlich günstiger.

Und dass quasi unser Bestseller aber das Ubiquinol ist, zeigt ja, wie aufgeklärt dann doch der Sunday-Kunde scheinbar ist.

[Dr. Felix Bertram] (48:31 - 49:20)
Das ist so eine spannende Diskussion, ob wir nicht in ein Zeitalter kommen, wo der Kunde einfach, ich bin in den nächsten ganz großen Food, ein weltweit bekannter Food-Company und soll da über Gut Health reden und auch über Vorschläge, die man machen kann. Und ich würde es spannend finden, wie Sie es sehen, ob die ganzen Marketing-Claims in Zukunft eher funktionieren werden oder ob man wirklich real werden muss und richtig wissenschaftlichen Benefit liefern müssen, weil heute ist alles transparent und wir werden noch viel transparenter. Du kannst bei Chat-GPT, ich habe so einen Longevity-GPT-Scientist, der ist zusammengestellt aus weltweit 20 Longevity-Experten und der kann Studien lesen und so.

Du kriegst heute alles raus und in Sekundenschnelle und sauber geliefert, so wie du es haben willst. Ob das was ändert und ob da, ich bin gespannt.

[Nils Behrens] (49:21 - 49:32)
Mal sehen. 100 Prozent, 100 Prozent. Wobei es gab jetzt ja gerade, ich weiß gar nicht, ob es ein Horx war oder nicht, es gab ja diese Medienmeldung auf Social Media, dass Chat-GPT angeblich keine Gesundheits-Tipps mehr gibt, keine persönlichen Gesundheits-Tipps mehr gibt.

[Dr. Felix Bertram] (49:33 - 49:38)
Ja, genau. Aber ich habe mir so einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, der mir einfach Sachen zusammenstellen soll.

[Nils Behrens] (49:38 - 49:47)
Ja. Genau. Kommen wir doch mal tatsächlich zu den Longevity-Experten.

In deiner ganzen Reise, die du jetzt hinter dir hast, was würdest du sagen, war der absurdeste Ratschlag, den du bekommen hast?

[Dr. Felix Bertram] (49:48 - 50:52)
Ja, ich hatte tatsächlich dann ganz viele gesprochen und ich war ja nicht ganz neu im Thema, war ich schon länger so ein bisschen am Rande. Ich habe auch diesen Test geschenkt bekommen von einer Longevity-Expertin und einer wissenschaftlichen Wissenschaftlerin, der Nicola Conlon. Aber ich musste mich da so ein bisschen reinarbeiten, habe dann natürlich ganz viele kontaktiert, in Boca Raton und was weiß ich, ja, weltweit und einer von denen hat dann irgendwie gesagt, das ist alles ein Kupferstoffwechsel.

Und dann fingen wir an, diesen Kupferstoffwechsel zu analysieren und ich soll nur Kupfer nehmen. Nachher stellt sich raus, der hatte eigentlich, der hat sich einfach Longevity-Experte genannt. Der fing dann später an, Medizin zu studieren und da wollte ich ja wie mein Geld zurückhaben.

Sagte ich, ja, ich bin ja Student. Aber es war meine Schuld. Ein anderer hat dann auf Barfußlaufen gesetzt und so.

Also das ist schon, es ist so ein Trendthema und alle springen auf und ich, leider werde ich auch schnell in die Schublade gesteckt, wenn man das Buch liest und den Titel Hacking Age, weil das irgendwie so aussieht. Aber ich bin da relativ konservativ und bin ein großer Freund von Peter Attia, finde ich jetzt einfach eine super Referenz. Gibt auch wahrscheinlich viele andere, aber es ist so einer, der mich...

[Nils Behrens] (50:52 - 51:03)
Das ist wirklich interessant, weil ich ihn bisher immer Peter Attia ausgesprochen habe. Nein, nein, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich denke die ganze Zeit, wahrscheinlich lacht sich irgendwie seit Jahren schon meine Podcast-Community tot, dass ich es immer falsch ausspreche.

[Dr. Felix Bertram] (51:03 - 51:10)
Nein, Deutsch wäre das richtig. Ich glaube, Peter Attia ist richtig, wie ich finde. Podcast-Führung wird immer amerikanisch ausgesprochen.

[Nils Behrens] (51:10 - 51:24)
Okay, ja. Es ist genauso wie auch, ich habe Andrew Huberman mal persönlich in Boston getroffen. Bis zu dem Zeitpunkt dachte ich immer, der heißt Huberman.

Er spricht sich Huberman aus. Ja, Huberman. Ist auch spannend.

[Dr. Felix Bertram] (51:24 - 51:25)
Ja, genau.

[Nils Behrens] (51:26 - 51:46)
Aber wie gehst du grundsätzlich mit dem Thema um? Es kommen ja viele Leute, die es auch ablehnen und die sagen, das ist nur was für Wohlhabende. Du hast sie gerade beschrieben, die Leute auf Sylt, die da im Strandkorb sitzen und sich eben halt auch dann in dem Lokal den guten Rotwein leisten können.

Also ist Longevity nur was für Wohlhabende?

[Dr. Felix Bertram] (51:46 - 53:31)
Überhaupt nicht. Ganz und gar nicht. Wer sich das Buch geschrieben hat, hieß es auch immer vom Verlag, Felix, denk an die alleinerziehende Mutter, die mit drei Kindern im Callcenter arbeitet. Und Longevity kostet gar nichts.

Und ich weiß auch gar nicht, ob man mit der Basic von Longevity so viel Geld verdienen kann, weil das ist einfach relativ simpel. Wie fangen wir mit dem Sport an? Alles über null kumuliert.

Du musst nicht aufs Fahrrad gehen oder joggen, sondern das reicht auch, wenn du ein paar mehr Schritte tust. Also ich glaube, schon 4000 Schritte senken dein Risiko um 20 Prozent. Bei 7000 Schritten ist es, glaube ich, schon 40 Prozent.

Ich glaube, 7000 Schritte ist eigentlich das, was wir eigentlich nur brauchen, Lucy, weil diese 10.000 sind gar nicht. Genau, es sind 7000 so in der aktuellen Diskussion. Und ich habe ja nur ein Bein als Entschuldigung und ich kriege die auch hin am Tag.

Und ohne, dass ich jetzt irgendwie extra Sport mache. Ich glaube, zum Beispiel jemand, der das ganz brutal runterbricht und sagt, ich bin aber die alleinerziehende Mutter und habe drei Kinder und arbeite im Callcenter, dann wäre doch die Idee, vielleicht, wenn das irgendwie möglich ist, eine Bushaltestelle früher auszusteigen oder ein bisschen weiter weg zu parken oder die Kinder von der Kita zu Fuß abzuholen, vielleicht sogar einzubinden in die Bewegung, den Einkauf zu Fuß. Also ich will jetzt nicht despektierlich klingen, aber du könntest so viel mehr Treppen laufen. Es ist eine Frage von Wollen und ich mache das dann so, dass ich mir kleine Challenges einbaue.

Also ich habe angefangen, die Treppen zu laufen in meinem Unternehmen statt den Aufzug zu nehmen und habe das dann gemessen in der Zeit. Und dann habe ich es immer schneller gemacht. Dann habe ich zwei Stufen genommen.

Also ich bin so ein Challenge-Typ, der gerne sich ein bisschen steigert. Aber man kann das auf verschiedene Arten spielerisch machen, gamifizieren und sich den Alltag so ein bisschen besser machen. Und derjenige sagt, ja, aber ich komme nur auf 2000 Schritte, das lohnt sich ja gar nicht.

Doch, auch die lohnen sich. Das ist wie beim Anlegen. Auch wenn du nur 10 Euro im Monat investierst, langfristig zahlt sich das aus auf dein Vermögen durch den Zinseszinseffekt und so ist es auch bei der Gesundheit.

[Nils Behrens] (53:32 - 53:39)
Total. Ich habe so ein altes Sparkonto mal gefunden, was mir meine Patenonkel mal jemand angelegt haben und ich war dann über den Zinseszinseffekt, wie viel das dann doch geworden ist.

[Dr. Felix Bertram] (53:39 - 53:40)
Einfacher Millionär geworden.

[Nils Behrens] (53:41 - 53:49)
Ich habe jetzt überlegt, ob ich die Chelsea jetzt kaufen soll oder dann auch Liverpool. Aber eine von beiden Fußballballen werde ich mir jetzt gönnen.

[Dr. Felix Bertram] (53:50 - 53:50)
Gut.

[Nils Behrens] (53:52 - 54:02)
Wenn du jetzt noch mal auf deine Reise zurückkommst, deine Longevity-Reise, ist da irgendwie vielleicht eine für dich überraschendste Erkenntnis, die vielleicht gar nichts mit Medizin zu tun hat? Ja.

[Dr. Felix Bertram] (54:05 - 55:56)
Nachdem ich diese Brian Johnson-Hektik hinter mir gelassen habe, habe ich etwas eingeführt, was fundamental war und das ist das Meeting mit mir selber. Man kann das auch Journaling nennen, was auch immer. Das mache ich jeden Freitagabend, setze ich mich hin, Blatt, Papier und Stift und analysiere mein Leben aufgrund dieser drei Säulen, also Gesundheit, Beziehungen und Purpose und Beruf.

Ein Schwerpunkt dieser Selbstreflexion war im Bereich Beruf. Ich habe mich da schon überlegt, was mache ich eigentlich den ganzen Tag, habe meinen Kalender angeschaut, welche Meetings gehe ich ein, welche Rollen habe ich, welche Aufgaben habe ich, was passt zu mir, was kann ich gut und habe dann festgestellt, ich bin ja eigentlich ein guter Unternehmer, der stark ist in der Vision und bis in die Zukunft zu sehen, Sachen, die andere vielleicht nicht so sehen und daraus was zu entwickeln. Ich bin aber nicht gut, den Alltag zu gestalten.

Ich bin nicht gut, nicht weil ich böse bin, gar nicht, also wir haben eine starke Kultur, wir haben eine ganz tiefe Fluktuationsrate, aber ich bin in meiner Energie und in meiner Dynamik, bin nicht gut im 1 zu 1 Mitarbeitergespräch. Das ist ein einfaches Beispiel. Ich bin dann zurückgegangen in die Firma und habe gesagt, pass auf, ich will nicht mehr CEO sein, ich möchte die Rolle abgeben, ich möchte von außen so ein bisschen mehr steuern.

Das kann jetzt nicht jeder, ich erzähle es aber einfach so und habe auch meine Meetings angeschaut, auch meine Freundschaften und habe angefangen wegzustreichen. Das braucht es alles nicht mehr und ich bin überrascht, wie viel Zeit ich gewonnen habe. Ich bin heute fast, nicht frei, aber ich arbeite vier bis sechs Stunden am Tag und habe jetzt so viel mehr Zeit für Gesundheit und so tolle Gespräche wie das hier und andere Themen.

Das ist nicht jedem gegönnt mit dem Angestelltenverhältnis, aber ich will vielleicht mal ein bisschen Empathie dafür aufbringen, dass man vielleicht mal hinschauen sollte, wo man seine Zeit verbringt, denn Zeit ist irgendwie das wichtigste Gut und wie man vielleicht Zeit freischaufeln kann für Sachen. Ich glaube, da wäre jeder überrascht. Und wenn es am Ende Instagram ist oder Netflix, spätestens da würde ich sagen, zeig mir deine Bildschirmzeit, dann finde ich dir eine Stunde am Tag.

[Nils Behrens] (55:58 - 56:05)
Ja, das ist ganz lustig. Netflix, also bei mir hängt die ganze Familie dann an dem Account dran, aber ich könnte ihn auch jetzt morgen abschalten, ehrlich gesagt.

[Dr. Felix Bertram] (56:05 - 56:07)
Ich habe es ja gekündigt, ich habe kein Netflix mehr.

[Nils Behrens] (56:07 - 56:17)
Ja, spannend. Dann kommen wir zu meiner Abschlussfrage. Wenn du dann unseren HörerInnen jetzt noch einen Satz mitgeben könntest, um gesundes Altern möglich zu machen, was wäre das?

[Dr. Felix Bertram] (56:18 - 56:27)
Ja, ich fand, das hat mich ein bisschen getriggert, dein Einleitungsgedanke bleibt neugierig. Und vielleicht noch was, invest in Memories.

[Nils Behrens] (56:28 - 56:54)
Liebe ich. Felix, vielen Dank für das Gespräch, es hat großen Spaß gemacht, ehrlich gesagt. Ich glaube, wir hätten auch noch zwei Stunden jetzt hier reden können, aber das machen wir dann jetzt ohne das Mikrofon.

Ich kann auf jeden Fall allen dein Buch Hacking Age ans Herz legen. Es ist im Gräfe und Unzer Verlag erschienen und zeigt eben halt wirklich, wie Longevity im Alltag auch anwendbar ist und dass es eben halt keine abgespacede Lebenskunst ist, wie sie eben halt irgendwelche Millionäre aus Silicon Valley vorleben.

[Dr. Felix Bertram] (56:54 - 56:55)
Vielen, vielen Dank, Nils.

[Nils Behrens] (57:00 - 57:01)
Was ist denn dein Lieblingssupplement?

[Dr. Felix Bertram] (57:02 - 57:04)
Kreatin, ich habe schon verraten.

[Nils Behrens] (57:05 - 57:31)
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