Sportliche Ziele erreichen. Mit Arne GreskowiakSportliche Ziele erreichen. Mit Arne Greskowiak

Sportliche Ziele erreichen: Mit Arne Greskowiak zu mehr Disziplin und Balance

Sportliche Ziele sind nicht das Resultat eines perfekten Plans, sondern das Ergebnis von Beständigkeit, Struktur und mentaler Stärke. Athletiktrainer Arne Greskowiak, bekannt für seine Arbeit mit Spitzensportlern und Nationalmannschaften, zeigt, dass Fortschritt nicht in Extremen liegt.

Sein Ansatz: Schon ein Prozent Veränderung pro Tag kann langfristig den Unterschied machen – für Leistungsfähigkeit, Gesundheit und innere Balance.

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Erfolg beginnt im Kopf

Mentale Stärke ist die Grundlage jeder körperlichen Veränderung. Wer sein persönliches „Warum“ kennt, bleibt auch dann dran, wenn Motivation und Energie schwanken. Sportliche Ziele brauchen innere Klarheit, Struktur und Routinen – sie sind weniger das Ergebnis von Willenskraft als von Gewohnheit.

Wichtige mentale Prinzipien:

  • Ziele greifbar machen: Statt in großen Visionen zu denken, hilft es, kleine Etappenziele zu formulieren, die konkret erreichbar sind.
  • Visualisierung: Das bildhafte Vorstellen eines Ziels aktiviert Motivation und lenkt den Fokus.
  • Selbstführung: Klare Routinen schaffen Stabilität und helfen, auch in stressigen Zeiten konsequent zu bleiben.
  • Mentale Pausen: Bewusstes Abschalten und Entlasten sind Voraussetzung für langfristige Leistungsfähigkeit.

Wer sich selbst gut führen kann, braucht keine Motivation – er hat Gewohnheiten, die automatisch wirken.

Die 1%-Regel – kleine Schritte, große Wirkung

Greskowiak beschreibt die 1%-Regel als eine einfache, aber erstaunlich wirksame Formel: Wenn du jeden Tag nur ein Prozent besser wirst, erreichst du in einem Jahr eine deutliche Transformation. Bewegung muss kein Kraftakt sein100 Minuten pro Woche können ausreichen, um den Körper zu stärken, das Herz zu entlasten und das Energielevel zu steigern.

Ein wichtiger Punkt: Nicht die Intensität zählt, sondern die Konstanz. Wer regelmäßig aktiv ist, profitiert von einer langfristigen Anpassung des Körpers – Muskeln, Kreislauf, Stoffwechsel und Psyche verbessern sich gleichzeitig.

Praktische Mini-Routinen:

  • Morgens 10 Minuten Mobilität oder Dehnung aktivieren den Kreislauf.
  • Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause wirkt wie ein Reset für Körper und Geist.
  • Abends bewusst ein Glas Wasser statt eines Glases Wein – kleine Rituale mit großer Wirkung.

Jede kleine Routine ist ein Baustein für Balance, Selbstwirksamkeit und Fitness im Alltag.

Training mit System – Kraft, Ausdauer und Regeneration

Ein ausgewogenes Training besteht aus drei gleichwertigen Säulen: Kraft, Ausdauer und Regeneration. Sie wirken wie Zahnräder, die nur im Zusammenspiel maximale Wirkung entfalten. Krafttraining formt den Körper und stärkt die Strukturen, Ausdauertraining hält Herz und Kreislauf fit, Regeneration sorgt dafür, dass Anpassung überhaupt stattfinden kann.

  • Krafttraining stärkt die Muskulatur, stabilisiert Gelenke und schützt vor Verletzungen.
  • Ausdauertraining verbessert die Sauerstoffversorgung und unterstützt mentale Klarheit.
  • Regeneration ist der unterschätzte Trainingsfaktor – Fortschritt entsteht in der Ruhephase, nicht in der Belastung.

Wer regelmäßig trainiert, braucht deshalb auch regelmäßig Pausen. Ein bis zwei Ruhetage pro Woche sind kein Rückschritt, sondern Teil des Erfolgs.

Ernährung und Schlaf – die stillen Erfolgsfaktoren

Leistung entsteht nicht nur im Training, sondern vor allem zwischen den Einheiten. Ernährung und Schlaf sind die unsichtbaren Grundlagen jedes Fortschritts. Der Körper kann sich nur anpassen, wenn er ausreichend Baustoffe und Erholung erhält.

Grundregeln für sportliche Ernährung:

  • Ausreichend Protein (ca. 1,5–2 g/kg Körpergewicht), um Muskulatur zu erhalten und zu regenerieren.
  • Kohlenhydrate nach dem Training, um Energiespeicher wieder aufzufüllen.
  • Gesunde Fette wie Omega-3 für Zellgesundheit und Entzündungsregulation.
  • Viel Wasser, um Stoffwechsel und Kreislauf in Balance zu halten.

Abends sind leichte Mahlzeiten, Dunkelheit und feste Schlafzeiten entscheidend. Schlaf ist die Basis für hormonelle Regeneration, psychische Stabilität und Leistungsfähigkeit – wer schlecht schläft, trainiert gegen den eigenen Körper.

Motivation und Disziplin – realistisch statt radikal

Motivation ist flüchtig – Disziplin entsteht durch Struktur. Wer Sport als festen Bestandteil des Alltags begreift, anstatt ihn an Stimmung oder Zeit zu koppeln, bleibt langfristig dran. Greskowiaks Ansatz: realistische Ziele, klare Planung, bewusste Flexibilität.

Praktische Umsetzung:

  • Plane deine Workouts wie Termine – sie gehören fest in den Kalender.
  • Suche dir Partner oder Gruppen, die dich positiv beeinflussen.
  • Dokumentiere Fortschritte, um Motivation sichtbar zu machen.
  • Erlaube dir Pausen und kleine Belohnungen – Nachhaltigkeit entsteht durch Balance.

Langfristiger Erfolg bedeutet nicht, immer perfekt zu sein, sondern nie ganz aufzuhören.

Take Aways  

  • Kleine, konsequente Schritte bringen große Ergebnisse – das 1%-Prinzip.
  • Erfolg entsteht aus Routine, nicht aus Perfektion.
  • Kraft, Ausdauer und Regeneration sind gleich wichtig.
  • Ernährung und Schlaf bilden die Grundlage für Anpassung und Fortschritt.
  • Nachhaltige Disziplin ist trainierbar – sie wächst mit jeder Wiederholung.

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Arne Greskowiak ist Athletiktrainer und Coach im Hochleistungssport sowie Autor – bekannt für seine Arbeit mit Profi-Teams wie der deutschen Basketball- und Eishockeynationalmannschaft.

In seinem Trainingsansatz stehen vier zentrale Pfeiler im Fokus: Training, Ernährung, Regeneration und Mindset. Greskowiak betont, dass Spitzenleistungen nicht zufällig entstehen, sondern durch eine konsequente Abstimmung dieser Elemente – individuell und auf das jeweilige Umfeld zugeschnitten. Dabei sieht er nicht nur Profis als Zielgruppe, sondern überträgt seine Strategien auf Alltag und Freizeit-Sport: Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer sollen so aufgebaut werden, dass Körper und Geist nachhaltig leistungsfähig bleiben.

Sein Credo lautet: Jeder kann Schritt für Schritt besser werden – nicht in einer radikalen Transformation, sondern durch kontinuierliche Optimierung. Dabei setzt Greskowiak auf nachvollziehbare Mechanismen und pragmatische Routinen, die auch jenseits des Leistungssports funktionieren.

Mehr zu Arne Greskowiak: https://arnegreskowiak.de/

011 Sportliche Ziele erreichen. Mit Arne Greskowiak


[Arne Greskowiak] (0:00 - 0:21)

Ich glaube, die mentale Stärke kommt einfach auch dadurch, was hast du für ein Umfeld, welche Coaches hast du, welche Leute hast du an deiner Seite und wer unterstützt dich da. Und das macht dann im Endeffekt auch die ganz großen Sportler aus, die dann eben diese mentale Stärke haben und sagen, ja klar, jetzt gehen wir hier für Gold oder jetzt gehen wir hier für den Sieg und jetzt reißen wir es raus.


[Nils Behrens] (0:22 - 1:16)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.


Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich guttut. 


Man sagt immer, dass man von den Besten lernen kann. Heute sprechen wir mit jemandem, der die erst zu den Besten gemacht hat.


Arne Greskowiak ist ein renommierter Athletiktrainer, der Spitzensportler und Mannschaften auf ihrem Weg zu Höchstleistungen begleitet. Mit seinen langjährigen Erfahrungen und innovativen Methoden hat er zahlreiche Erfolge im Profi- und Nachwuchssport erzielt, darunter die Betreuung der Deutschen Basketball- und der Eishockey-Nationalmannschaft. In seinem Buch „Bessermacher“ teilt er seine wertvollen Erkenntnisse und praxiserprobten Strategien, um Menschen zu einem besseren, gesünderen und leistungsfähigen Leben zu verhelfen.


Deswegen sage ich herzlich willkommen Arne Greskowiak. 


[Arne Greskowiak] (1:16 – 1:17)

Hallo Nils, ich freue mich hier zu sein. 


[Nils Behrens] (1:17 – 17:21)

Sag mal Arne, machst du am Sonntag auch immer Sport?


[Arne Greskowiak] (1:21 - 1:42)

Vor allen Dingen sonntags. Ich glaube, das ist der beste Tag der Woche, um Sport zu machen, weil die Menschen, die so ein normales Leben haben, von Montag bis Freitag arbeiten, die haben ja oft dann sonntags mehr Zeit und können vielleicht ein bisschen länger schlafen oder sind ein bisschen ausgeruhter. Und deswegen ist das für mich der schönste Tag der Woche, um Sport zu machen.


Luxus wäre, wenn ich zweimal trainieren kann, aber das ist dann schon sehr nerdig.


[Nils Behrens] (1:42 - 1:58)

Naja, du siehst nicht untrainiert aus. Also von daher, ich glaube, da läuft noch alles so weit richtig. Ich habe ja eine totale Ehre, weil eben gerade, wir sehen uns hier gerade in Berlin und gestern warst du noch beim Bundeskanzler und hast da eine kleine Audienz gehabt.


Wie kommt denn so was?


[Arne Greskowiak] (1:59 - 2:09)

Ja, da durfte ich dabei sein, als wir zunächst beim Bundespräsidenten waren und die Basketball-Nationalmannschaft das silberne Lorbeerblatt verliehen bekommen hat. Das ist die höchste Sportauszeichnung, die du bekommen kannst in Deutschland.


[Nils Behrens] (2:09 - 2:10)

Gold gibt es nicht?


[Arne Greskowiak] (2:11 - 4:15)

Weiß ich nicht, aber für Sportler ist das die höchste Auszeichnung und das haben die Jungs bekommen für die Weltmeisterschaft letztes Jahr. Da sind wir Weltmeister geworden. Da sind die 12 Spieler ausgezeichnet worden. Unser Bundestrainer, hat das Bundesverdienstkreuz bekommen, den Bundesverdienstorden. Und ja, da war ich dabei und danach gab es ein Meet & Greet mit ihm und das war toll, war natürlich ein beeindruckendes Erlebnis im Schloss Bellevue.


Und danach sind wir zum Bundeskanzler gefahren und haben dort in der Kanzlerwohnung, so wie sie heißt, oben auf dem Dach mit ihm uns unterhalten können und das war überragend. Vor allen Dingen, weil ich zwei Fragen anbringen konnte, die mich unglaublich interessiert haben. Ich habe beide nach ihrer Morgenroutine gefragt, weil ich das spannend finde, wie Menschen, die unter so einem Druck stehen, so ein stressiges Leben haben, die ja nicht sagen können, leg das Handy mal zur Seite, wie die abends ihren Schlaf finden, wie die dann ordentlich durchschlafen und morgens aufwachen.


Und gerade die Antwort von unserem Bundeskanzler hat mich überrascht. Der sagte, dass er zwei bis drei Mal die Woche laufen geht. Da habe ich gesagt, das ist aber irre, dass Sie das schaffen, zwei bis drei Mal die Woche laufen zu gehen.


Und er hat gesagt, ja, er hat mit 40 erst angefangen, Sport zu machen, weil seine Frau ihn dazu gedrängt hat. Und jetzt in seiner Rolle als Kanzler kann er nicht mehr frei entscheiden, laufen zu gehen. Also wir zwei könnten jetzt unmittelbar die Laufschuhe anziehen und in den Tiergarten gehen und Rennen gehen.


Ja, aber er kann es nicht tun, weil er braucht Personenschutz. Und der Personenschutz muss bereit sein, der muss die Strecke einmal checken, der muss Sportsachen dabeihaben.


Das heißt, er muss einen Termin dafür anlegen. Und da habe ich gesagt, es ist ja genial. Das ist ja genau wie in meinem Leben als Trainer.


Wenn ich mich mit Menschen verabrede, als Personaltrainer, dann verabrede ich Menschen morgens um sechs oder um sieben und sage, hey, ich stehe da und bin bereit. Und das muss er auch tun. Und allein dafür, dass er den Termin eingetragen hat und es in seinem Kalender steht und er niemanden dafür ärgern will, dass er jetzt dann doch nicht laufen geht, macht das und läuft dann die halbe, dreiviertel Stunde.


Und da habe ich mir gedacht, okay, wenn der Bundeskanzler schafft, zweimal die Woche laufen zu gehen oder vielleicht sogar dreimal, dann muss es doch eigentlich jeder schaffen können, weil ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Menschen noch einen volleren Kalender haben als er. Und das hat mich sehr beeindruckt.


[Nils Behrens] (4:15 - 4:47)

Das ist so lustig, weil es trifft sich eigentlich komplett mit meiner Entwicklung, meiner Laufgeschichte, weil bei mir war es so, ich bin mit meiner Frau gerade zusammen in eine Wohnung gezogen und dann war dann kurze Zeit später in Hamburg der Marathon und da ist Joschka Fischer mitgelaufen. Und da habe ich dann wirklich gedacht, so, meine Güte, wenn es Joschka Fischer schafft als Außenminister, ich meine, da muss man erstmal dazunehmen, also Bundeskanzler auch, tough job, aber Außenminister heißt ja auch nochmal die Reisezeit und alles, was dazugehört. Und dann dachte ich so, wenn der es schafft, eine Routine zu entwickeln, dass man sich auf einen Marathon vorbereiten kann, dann, ich war da Ende 20, dachte ich so, dann muss ich das ja auch schaffen.


[Arne Greskowiak] (4:48 - 5:02)

Absolut. Und wir haben ja gar nicht über Leistung gesprochen. Ich habe mich nicht gefragt, wie lange und wie viele Kilometer, wie schnell, ist auch völlig egal.


Aber er schafft es, rauszukommen an die frische Luft, ich nenne es mal so ein bisschen Me-Time, auch wenn es nicht so ganz Me ist, weil da noch ein paar Jungs mitlaufen, die ihn bewachen, aber Zeit für sich zu haben, finde ich überragend.


[Nils Behrens] (5:02 - 5:08)

Ja, und ich glaube, am Ende ist es dann jeder, der sagt, er hat dazu keine Zeit zu, ist eigentlich nur eine Frage der Prioritäten. 


[Arne Greskowiak] (5:08 - 5:33)

Absolut. Es ist mein Credo, es ist die Ein-Prozent-Regel. Also ich frage meine Menschen, mit denen ich Sport mache, immer, ob sie ein Prozent ihrer Zeit investieren wollen für ihren Sport, ihre Gesundheit. Man sagt, jeder, ja klar, ein Prozent ist nichts, das sind 100 Minuten die Woche, das sind zweimal 50 Minuten oder dreimal, das ist gar nichts.


Aber klar, es ist natürlich angenehmer, morgens liegen zu bleiben oder vielleicht noch irgendwie was anderes zu machen, als sich dann aufzuraffen.


[Nils Behrens] (5:33 - 5:53)

Du, ich war heute Morgen im Gym und ich war nur eine halbe Stunde. Es war wirklich so, es ist wirklich so. Und ich bin dann ungeduscht hin sozusagen, das heißt, ich habe noch nicht mal diese Duschzeit dann so irgendwie verloren und bin dann einmal morgens hingejoggt, 30 Minuten trainiert, zurückgejoggt.


Hat mich insgesamt 40 Minuten gekostet und dabei sind wir noch nicht bei deinen 50 Minuten und ich habe heute schon was getan. 


[Arne Greskowiak] (5:53 – 5:54)

Du fühlst dich danach immer besser als vorher. 


[Nils Behrens] 5:54 – 6:05)

Definitiv, definitiv.


Deswegen kommen wir jetzt mal auf dein Buch zu sprechen, damit wir uns alle in Zukunft besser fühlen. So erstmal grundsätzlich die Frage, was hat dich dazu gebracht, dieses Buch zu schreiben?


[Arne Greskowiak] (6:06 - 8:10)

Ja, als Personaltrainer und Athletiktrainer, dann bezeichne ich es immer wie auf einer Party, ich bin normalerweise der Plus Eins. Ich bin der Trainer, ich stehe im Hintergrund, ich helfe Menschen dabei, leistungsfähig zu sein. Wenn ich mit Athleten oder Mannschaften unterwegs bin, dann supporte ich die und versuche alles dafür zu machen, dass sie leistungsfähig sind.


Ob das Handtuch zu halten, das Getränk zu reichen, den Stretch noch zu machen, dafür zu sorgen, dass sie gut schlafen können, was zu essen kriegen, also immer Plus Eins. Und im letzten Jahr, da war ich dabei, als ich erfolgreich sein durfte mit Mannschaften. Ich habe mit den Basketballern erst die Bronze-Medaille bei der Europameisterschaft gewonnen, dann die Silbermedaille bei der Eishockey-WM mit der Eishockey-Nationalmannschaft und im gleichen Jahr die Goldmedaille bei der Basketball-Weltmeisterschaft.


Und das ist eher untypisch, dass jemand in zwei Sporten drei Medaillen in so kurzer Zeit gewinnt. Und da habe ich gesagt, okay, das ist schon cool und da merkte ich auch, dass das natürlich ein bisschen Aufsehen für Aufsehen sorgte. Und da kam ein befreundeter Journalist, der sagte, ich muss das jetzt mal zu einem Buch runterschreiben, weil ich werde jetzt 40, das ist ja auch ein Lebensabschnitt, ich arbeite seit 20 Jahren als Coach.


Und das ist schon eine schöne Geschichte, die man mal erzählen kann. Und das fällt mir immer auf, wenn ich mit normalen Menschen arbeite, die nicht aus dem Leistungssport kommen und mit denen trainiere, dann sind die immer unglaublich interessiert an den Geschichten aus dem Spitzensport. Wir spielen am Wochenende, ich betreue auch eine Eishockey-Mannschaft und arbeite mit Fußballern zusammen und gerade so Montag, Dienstag wollen dann alle wissen, wie war das Wochenende, was ist da passiert.


Da passieren halt viele Dinge, die man so nicht mitbekommt als normaler Fernsehzuschauer. Und da fallen mir jetzt noch einige Geschichten ein und vor allen Dingen habe ich unfassbar viel gelernt. Also das Buch heißt „Bessermacher“, das ist ein bisschen provokant, ich bezeichne mich nicht als einzigen Bessermacher, aber ich habe natürlich über die Jahre Dinge gesehen und gelernt, die funktionieren, die wirklich nachhaltig Spitzensportler und die Besten der Besten machen.


Und die habe ich aufgeschrieben und ich habe einfach vor allem von den Sportlern selbst gelernt, also mir Sachen angeschaut, wie sie es machen und adaptiert. Und dieses Zusammenspiel von was glaube ich, was funktioniert und was machen die Spitzensportler, ich glaube, das habe ich da ganz gut widergespiegelt. Es ist glaube ich unterhaltsam, ich liebe Checkboxen am Ende eines Kapitels, damit man, wenn man ein Kapitel schnell überfliegen will, kann man da auch nur die Checkbox mal durchgehen.


[Nils Behrens] (8:11 - 8:12)

Ja, ja, ich liebe es sehr.


[Arne Greskowiak] (8:12 - 8:26)

Quick Wins sich abholen kann und so bisher ist das Feedback sehr kurzweilig, ich bin sehr stolz, dass es ein Bestseller geworden ist und ich glaube, es ist für jeden, gerade der, was im Bereich Training, Ernährung, Regeneration machen möchte oder auch einfach nur sportinteressiert ist.


[Nils Behrens] (8:26 - 8:48)

Wahnsinn, Wahnsinn, du bist tatsächlich mein fünfter Spiegel-Bestseller und wir sind heute erst in Folge 10, also von daher ist das Niveau, muss dann ja auch weiter hochgehalten werden und deswegen freue ich mich sehr, dass du da bist. Vielen Dank auch an Jonas Boldt nochmal, der uns hier zusammengebracht hat, wobei ich dann ja auch lustigerweise festgestellt habe, dass wir ja schon vorher einen kleinen Austausch über LinkedIn dann hatten, der mir dann gar nicht mehr so präsent war.


[Arne Greskowiak] (8:48 - 8:50)

Der war zu V2 Max Training oder überhaupt.


[Nils Behrens] (8:50 - 9:05)

Ja genau, dazu zu sagen, vielleicht nur für die Hörer, die, ich teile regelmäßig auf LinkedIn, irgendwelche neuesten Studienergebnisse und das war dann eben tatsächlich auch ein V2 Max Thema, wo wir dann eben einen kleinen Austausch zu hatten. Ich glaube, zumindest waren wir auf einem Konsens.


[Arne Greskowiak] (9:05 - 9:07)

Auf jeden Fall, ja, ich hab das supported.


[Nils Behrens] (9:07 - 9:17)

Sehr gut, sehr gut, dann lass uns doch mal über dein Buch sprechen, du sprichst eben halt in deinem Buch auch über das Thema Purpose, was bedeutet der Begriff denn für dich und was würdest du sagen, wie findet man seine Bestimmung?


[Arne Greskowiak] (9:18 - 11:22)

Ja, ich hatte eine relativ unbedeutsame Schulzeit. Ich bin da nicht so gerne hingegangen. Ich habe das nicht so richtig verstanden, wieso ich zur Schule gehen soll und habe ganz okay Handball gespielt, aber wusste nicht so richtig, wo ich hinwollte und erst die Bundeswehr, die gute deutsche Bundeswehr, hat mir dabei geholfen.


Ich war bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall und da habe ich gemerkt, dass so Kameradschaft, Zusammengehörigkeit, Loyalität, Zielstrebigkeit, dass mir das eigentlich ganz guttut. Also vorher war ich eher so der coole Schüler mit ein bisschen zu langen Haaren und ein bisschen zu langen Bart, bin ich heute auch wieder, aber mit ein bisschen Disziplin, das habe ich da gelernt. Also Struktur zu haben, klassische Dinge wie morgens um 4.30 Uhr aufstehen, seine Sachen beisammenzuhalten, aufzupassen, das hat mir gutgetan. Und ich habe gemerkt, dass ich mit Menschen arbeiten möchte, dass ich gerne in diesen Sportkontext kommen möchte, dass ich glaube ganz gut bin, Menschen zu motivieren und zu begeistern, dass wir in eine Richtung gehen. Und so habe ich mein Purpose Training Sport Bewegung gefunden und das hat mir einfach dabei geholfen durch diese schweren Zeiten der Ausbildung, der Lehrjahre zu kommen, weil das ist ja, wenn du etwas beginnst, dann ist ja nicht alles leicht, sondern du musst dir das hart erarbeiten. Und deswegen glaube ich, dass wenn du irgendwas im Leben findest, wo du Spaß dran hast, wo du merkst, das geht dir ein bisschen leichter von der Hand, auch wenn es mal ein bisschen ruppig wird und wenn es nicht so gut läuft.


Wenn du das findest, dann glaube ich, sollte man da auch seine Aufmerksamkeit hingeben. Und das ist ja so das alte Denken, aber kann man damit einen Job machen, kann man damit Geld verdienen, kommt man damit über die Runden? Das habe ich gar nicht damals gedacht und da bin ich im Nachgang natürlich sehr dankbar.


Als junger Mensch denkst du nicht darüber nach, ob das jetzt die richtige Bestimmung ist, als Personaltrainer zu arbeiten. Das gab es vor 20 Jahren kaum. Das war ein Celebrity-Ding, da gab es auch keine Athletiktrainer, die mit Dennis Schröder und Co. um die Welt gefahren sind. Das war alles neu, aber deswegen glaube ich, du musst irgendwas finden, wo du Spaß dran hast, wo du Energie reinsteckst, wo du gerne Energie reinsteckst und dann versuchen darin gut zu werden. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit, glaube ich, sehr hoch, dass du da auch Spaß dran hast, dafür brennst, ohne auszubrennen.


Und das sind, glaube ich, immer gute Dinge, um eine Leidenschaft zu entwickeln und dann auch eine Karriere darauf aufbauen zu können.


[Nils Behrens] (11:22 - 11:40)

Ja, toll, toll. Ich habe mich damals auch bei den Gebirgsjägern beworben, aber ich wurde nicht genommen, ein lustiger Grund. Man muss T1 dafür haben, also die Tauglichkeitstufe 1 und ich bin tatsächlich auf 2 abgesetzt worden, wegen Akne.


Das heißt also, eine Hautkrankheit hat gereicht, mich nicht in die Berge zu lassen.


[Arne Greskowiak] (11:40 - 11:41)

Verrückt.


[Nils Behrens] (11:42 - 11:58)

Aber gut, kommen wir mal wieder zurück zum Buch. Du sprichst da von einem harten Umfeld. Das heißt also, du sprichst davon, dass es eben halt wichtig ist oder wichtig sein könnte, ein hartes Umfeld zu haben.


Und wie schafft man das denn?


[Arne Greskowiak] (11:59 - 13:43)

Ich habe das bei der Bundeswehr gelernt, das harte Umfeld. Lernen durch Schmerz ist eine der Führungseigenschaften, die ich dort gelernt habe und zu Beginn meiner Karriere auch vertreten habe. Klagt nicht, kämpft, war eines der Credos, du musst es weitermachen, durch.


Mein bestes Beispiel ist immer, mit Schlafsäcken sind wir natürlich umhergelaufen. Und du merkst natürlich relativ schnell, dass du auf diesen Schlafsack ganz gut aufpassen solltest. Weil wenn der nass wird, dann schläfst du die nächsten Tage im nassen Schlafsack, weil der wird nicht mehr trocken.


Und da habe ich gedacht, okay, du musst eine vernünftige Härte zu dir selbst haben, diszipliniert zu sein und eine Struktur zu haben. Und ich merke das heute bei meinen Sportlern, bei meinen Profis, wenn die aus einem harten Umfeld kommen, also vielleicht jemanden im Freundes- oder Bekanntenkreis haben, der nicht immer nur ein Ja-Sager ist, sie unterstützt, sondern ihnen hart zur Hand geht, sie dabei supportet ihren Weg zu gehen. Aber nicht immer alles sagt, ja, du bist der Beste, du bist der Schönste, du bist der Tollste.


Sondern da sagt, ey, das, was du gerade machst, ist Mist. Also ich glaube, du kannst es besser. Das hilft.


Also diese Menschen, die einem wohlwollend entgegentreten, aber trotzdem das Beste von einem herausfordern, hart zu einem sind, selbst diese Disziplin, diese Eigendisziplin fordern. Und das ist wie bei deinem eigenen Training. Wenn du da soft zu dir bist in deinem eigenen Training und dich selbst nicht pushst, dann kommt da nichts mehr rum.


Dann ist es eher ein Üben bei deinem Krafttraining, was du heute gemacht hast. Sondern du musst halt hart sein und sagen, okay, was habe ich letztes Mal gemacht? Kann ich heute irgendwo ein Prozent mehr drauflegen?


Gibt es heute irgendwas, was funktioniert? Und dann schraubst du dich so langsam nach oben hoch und balancierst es immer weiter aus, dass du immer so ein bisschen ein Stückchen besser wirst. Und das geht nur über hartes, diszipliniertes, das ist wahrscheinlich das Stichwort dazu, Training.


Und da glaube ich, hilft es jedem irgendwie einen Sparringspartner zu haben in seinem Umfeld, der hart zu einem ist.


[Nils Behrens] (13:43 - 14:07)

Ich würde das hundertprozentig unterschreiben. Ich bin in Hamburg in einem neu eröffneten Gym von meinem Freund Kurt Spalter. Und der sah mich neulich eine Übung machen und meinte so, ja, das machst du schon ganz gut, nur das Gewicht stimmt nicht.


Und ich so, okay, was heißt das? Und ich hatte 50 Kilo drauf. Und er so, mach mal 90.


Das kommt einem natürlich in dem Augenblick total absurd vor, aber die 90 gingen auch.


[Arne Greskowiak] (14:08 - 14:35)

Aber genau, das ist ja die Frage. Er ist ein Profi, er kann dich vernünftig einschätzen, er kennt dich. Und sagt dann zu dir, es ist Mist in Anführungszeichen, was du gerade machst, mach mal mehr.


Und das ist ja so viel wert, weil du würdest wahrscheinlich niemals dich trauen, diese 90 draufzunehmen. Ja, genau, aber das macht es ja aus.


Harte Sparrings bei der anderen Seite zu haben, hey, du kannst mehr, du bist besser als das, was du gerade machst. Und das ist unangenehm und ungemütlich, weil wir dann auch eine Konfrontation haben.


[Nils Behrens] (14:36 - 14:41)

Aber das macht es im Endeffekt besser. Dein Buch lebt ja sehr von Geschichten. Hast du da so eine Geschichte, wo die Härte sich ausgezahlt hat?


[Arne Greskowiak] (14:43 - 15:25)

Ich glaube, wenn es um Härte geht, um Disziplin und um Zielstrebigkeit, dann ist unser Basketballkapitän Dennis Schröder sicherlich das Aushängeschild. Mit Dennis trainiere ich jetzt seit vielen Jahren zusammen, auch individuell im Sommer. Und wir trainieren bei ihm in Braunschweig, dem gehört da ein ganzer Basketballverein in der Bundesliga.


Und vielleicht so für Einstimmung, Dennis Schröder ist MVP, most valuable player bei der Weltmeisterschaft geworden, also ein Top-Spieler. Und wenn wir da in der Halle trainieren, das ist so eine Open-Court-Kultur. Wenn die Profis fertig sind, kann da auch die Jugend trainieren.


Das ist eigentlich ganz cool, weil das dann so die Kids von der Straße holt und man spielt gemeinsam Basketball. Und die trainieren da alle und laufen übereinander. 


[Nils Behrens] (15:23 – 15:25)

Das ist ja lustig, so sind ja damals die Hamburg Towers auch entstanden.


[Arne Greskowiak] (15:25 – 17:28)

Genau, das ist eine ähnliche Kultur wie die Hamburg Towers. Und es schafft genau, dass die Kids von der Straße kommen, trainieren und Spaß haben und diszipliniert sind. Und Dennis trainiert dann da und wenn er dann kommt, kriegt er so ein halbes Feld freigeräumt und kann trainieren.


Und wir trainierten da und ich bekam auf der anderen Seite mit, dass da so Jungs drei gegen drei spielten. Und einer spielte Oberkörperfrei, war so vielleicht zwei Jahre älter als die anderen und hat da so einen coolen raushängen lassen. Also hat die Kleinen blöd angelabert und hat die ganze Zeit so Trash-Talk gemacht mit den Kids.


Ich bekam das mit, aber Dennis hat sich nichts anmerken lassen. Dann waren wir fertig irgendwann mit dem Training und ich packte meine Sachen zusammen und wir gehen raus. Und Dennis sagte, warte mal kurz.


Und er ging zu den Jungs und sagte, hey Jungs, kann ich bei euch mitspielen? Und die Jungs, ja, es war so eine Mischung aus Überraschung, Ehrfurcht und was passiert denn jetzt? Also das ist der Schröder aus der NBA, der spielt jetzt bei uns mit hier?


Ja, ja, ich spiele mit euch und ich spiele gegen dich. Und zeigte auf den etwas größeren, oberkörperfreien Jungen. Und der wusste auch nicht so genau, wie ihm geschah.


Und dann spielten die. Naja und es kam, wie es kommen musste. Dennis hat diesen Jungen dominiert.


Er hat ihm gezeigt, dass er zwar ein guter Spieler ist, aber er hat gegen Dennis keine Chance gehabt. Dennis hat über ihn drüber gedankt. Er hat mit ihm vorbeigespielt, ihn blöd dastehen lassen.


Hat ihn hart verteidigt. Ihm immer gesagt, no, no. Hat ihm Trash-Talk gegeben.


Und die anderen Jungs schmunzelten natürlich und sagten, boah, wie genial ist das hier gerade? Und dann war das Spiel vorbei. Und dann ging nachher Dennis zu den Jungen und nahm ihn in den Arm.


Und gab ihm richtig feste Umarmung und hat gesagt, hey, das ist kein Problem, wenn du so redest. Du kannst das machen. Aber wenn du gegen die Kleinen so redest, dann musst du auch gegen die Großen, gegen mich so reden.


Nur nach unten zu treten gegen die Kleinen, das ist schwach. Wenn du nach oben auch trittst, dann kannst du das machen. Dann ziehst du es durch.


Aber sei nicht schwach, sondern entweder richtig oder gar nicht. Und das war so mega, weil das einfach so gezeigt hat, was für eine Leadership-Kultur das hat. Du kannst das machen, wenn du das in deinem Spiel hattest, mach das gerne.


Aber nicht nur, das ist wie im Büro, nicht nur auf die unteren Mitarbeiter, sondern auch auf die Führungsetage.


[Nils Behrens] (17:28 - 17:35)

Boah, ich kriege hier die Gänsehaut. Ich finde die Geschichte mega, mega. Was würdest du uns sagen, was sind denn die wichtigen Eigenschaften, um ein Profi zu werden?


[Arne Greskowiak] (17:36 - 19:05)

Erstmal brauchst du Talent. Du musst talentiert sein in verschiedenen Bereichen. Erstmal, wenn du Sportler bist oder von Sportart aus, dann musst du in dieser einen Sportart talentiert sein.


Dann musst du in der Lage sein, das Talent zu erkennen und deine Arbeit da reinzustecken und zu merken, okay, ich bin bereit, mehr zu investieren als vielleicht andere. Es braucht Zielstrebigkeit, ein hohes Maß an Disziplin. Wir sagen im Coaching immer, du musst coachable sein.


Also du musst auch Kritik und das Coaching auch annehmen können. Also nicht sagen, ich weiß schon alles, ich kann das, sondern flexibel sein im Kopf und sagen, okay, ist interessant, was du da gerade denkst, ich höre auf dich. Ich glaube, diese einfachen Tugenden, unser Bundestrainer sagt immer drei Regeln und die erste Regel ist, be on time, also Basisdinger, sei pünktlich, respektiere die anderen Mitmenschen.


Das klingt so banal, aber wenn man das mal weiter skaliert, was das beeinträchtigt, weil Profi zu sein im Sport bedeutet, du bist 24 Stunden am Tag Profi. Du kannst nicht, wie wir zwei jetzt, nach Hause gehen gleich und sagen, heute ist Gartenparty, jetzt grillen, jetzt ziehe ich mir mal Schnitzel und Bier rein. Und das ist auch okay, weil morgen schaffst du dann auch deinen Tag kommst du wieder rund.


Aber wenn du Profisportler bist, dann hast du vielleicht morgen ein Spiel oder ein wichtiges Training und du musst halt 24 Stunden am Tag Sportler sein. Und das auszuhalten, bereit sein, das zu leben, auf eine lange Zeit, das erfordert ein großes Maß an Disziplin, an Purpose, an Leidenschaft, das durchziehen zu wollen. Ich glaube, das sind schon mal Kerneigenschaften, die es braucht.


[Nils Behrens] (19:06 - 19:52)

Es gibt einen wahnsinnig guten Spot, der in Deutschland gar nicht so viel gelaufen ist, aber weil Michael Phelps vielleicht auch gar nicht so allen bekannt ist, ist er einer der erfolgreichsten Schwimmer aller Zeiten. Und da gibt es einen Film, wo er mit seinem Werbepartner zusammen eine wahnsinnig emotionale Geschichte gemacht hat. Da sieht man ihn wirklich in der dunklen Halle schwimmen.


Dann sieht man ihn im Gym trainieren. Dann sieht man ihn wirklich diese Sportlernahrung essen. Und es ist wirklich der Albtraum.


Es ist so richtig, richtig hart, er friert, wie er aus dem Wasser kommt. Er ist erschöpft und allen drum und dran. Und dann ist es so, what happens in the dark, what puts you in the light.


Und es trifft es so auf den Punkt, meiner Meinung nach.


[Arne Greskowiak] (19:52 - 20:41)

Du musst in der Lage sein, die Monotonie des Trainings zu ertragen. Und Training ist langweilig, weil Training ist ein wiederkehrender Prozess. Du machst nicht jeden Tag ein Zirkustraining und jeden Tag passiert etwas Neues und wirst da bespaßt, sondern du übst Dinge immer und immer und immer wieder.


Wenn ich ein Spiel schaue, ob das Fußball ist, Eishockey, Basketball, dann erkenne ich natürlich auch die herausragenden Momente eines Spiels, wenn ein Fußballspieler einen Freistoß oben in den Giebel schießt. Aber dann muss uns bewusst sein, das hat er die letzten Jahre, Jahrzehnte, Woche für Woche, Tag für Tag, nach jedem Training geübt. Und er ruft es einfach nur ab.


Er wiederholt einfach nur das, was er am Training gemacht hat. Und das ist in dieser Dunkelheit einsam, ob das im Schwimmbecken ist oder in der Trainingshalle oder auf dem Rasen. Das ist halt der Unterschied.


[Nils Behrens] (20:41 - 20:56)

Man sieht es in der Beckham-Doku auch, wie er wirklich über Stunden und Tage immer nur Bälle hochgehalten hat. Also das ist als Kind schon. Also von daher.


Deswegen, du sprichst in deinem Buch auch davon, der Weg ist das Ziel. Ist es das, was du damit so ein bisschen meinst?


[Arne Greskowiak] (20:57 - 23:00)

Ja, und vor allen Dingen gilt es auch an die Breitensportler, an die Hobbysportler, mit denen ich ja auch, Gott sei Dank, zu tun haben darf im Personaltraining, die oft, glaube ich, ihr Ziel etwas falsch oder gefährlich formulieren. Und wir waren eben beim Thema Laufen. Denn wir begegnen oft Menschen, die sagen, ich möchte gerne an einem Volkslauf teilnehmen, zehn Kilometer oder den Halbmarathon oder den Marathon laufen.


Und oft endet diese Zielerreichung genau mit dem Tag des Events, also mit dem Marathon. Ich glaube, in Hamburg ist der hier im Frühjahr, ist im April. Und dann wird daran auch noch oft trainiert.


Aber es gibt keinen Plan, der für den nächsten Tag oder die Wochen danach weitergeht. Und für mich ist dieser Marathon oder dieses Laufevent dann ein Teil in meinem System, in meinem Trainingssystem. Das mache ich und das solltest du machen.


Das ist super, ist auch toll, gehört auch zu. Aber danach muss es eine Regenerationsphase geben. Und dann muss es weitergehen.


Dann geht der Weg ja weiter und nicht der Jojo-Effekt tritt ein, sondern ich mache eine Pause, ich erhole mich, ich fahre das Training wieder runter, fange wieder an zu trainieren, bereite mich auf das nächste Event vor und so geht es immer weiter. Und ich glaube, das sollten wir beachten. Es gibt keine Finishline, es gibt kein Ende.


Und vor allen Dingen, wenn wir Ziele erreichen, ist dieses Erfolgsgefühl kurzfristig überragend. Das ist toll. Und das sollten wir uns auch nicht lehnen lassen und auch maximal feiern.


Nur, ich habe die Erfahrung gemacht, gerade bei dem Weltmeisterschaftstitel, da bin ich morgens aufgewacht und ich war Weltmeister. Wahnsinn. Und dann, was mache ich denn jetzt?


Klar, die Nacht war kurz. Ich trinke zwar keinen Alkohol seit 20 Jahren, aber ich habe trotzdem wenig geschlafen, war müde und ein bisschen kaputt. Ja, was mache ich denn heute?


Ja, ich bin Weltmeister, aber was mache ich denn normalerweise immer? Ja, ich trainiere morgens. Klar, bin ich aufgestanden und bin ins Gym gegangen.


Die Leistung war moderat oder eher schlecht, weil ich war müde und natürlich auch kein Antrieb. Aber ich habe meine Routine gemacht, bin meinen Weg weitergegangen. Und das, glaube ich, ist wichtig, dass man da erkennt, was bewegt einen, woran glaubt man, was schafft man für ein System für sich, wie ist man da in diesem System erfolgreich.


Und dann checkt man immer so kleine Boxes ab von Meilenstein.


[Nils Behrens] (23:02 - 23:09)

Wenn wir jetzt über solche Systeme reden. Ich meine, in deinem System sind ja auch sehr junge Profis mit dabei. Was würdest du sagen, ist da so die größte Herausforderung mit denen?


[Arne Greskowiak] (23:10 - 24:46)

Mit den jungen Profis? Das ist sicherlich der Lifestyle, das Bewusstsein, dass die in dem Alter, in dem sie gerade sind, also ich betreue ja Menschen, die sind 18, 19 und sind erfolgreiche Berufssportler und verdienen damit in einem Jahr so viel Geld, wie ich wahrscheinlich mein ganzes Leben nicht verdienen werde. Dieses Bewusstsein, dass die Jugend, diese Jugendphase, ich probiere mich aus, ich lebe mein Leben, ich ziehe mal um die Häuser, ich lerne Menschen kennen.


Alles, was wir in der Jugend so gemacht haben, das verschiebt sich so ein bisschen bei denen. Das können die auch machen, aber sie müssen sich sehr stark auf das fokussieren, was jetzt gerade ist, das ist ihr Sport. Und ich glaube, das ist eine riesige Herausforderung, da das Leben zu managen.


Und immer mit dem Bewusstsein, wir schauen uns ja gerne so Sportgrößen an, du hast von Michael Phelps gesprochen, ich durfte Jan Ulrich letztens kennenlernen, Boris Becker. Das sind Menschen, die in einer Sache unfassbar gut sind. Die können etwas, was entweder gar keiner auf der Welt so gut kann oder nur ganz, ganz wenig Menschen so gut können.


Aber das bedeutet nicht, dass sie in den anderen Lebensbereichen auch Master sind und auch alles andere können. Und das sehe ich bei den jungen Sportlern immer, nur weil du super Fußballer bist und da herausragend bist, heißt es nicht, dass du weißt, wie man den Kühlschrank richtig befüllt und wie die Herdplatte angeht und wie ich meinen Haushalt schmeiße und wie ich mit meinen Freunden vernünftig umgehe und wie ich mein Geld manage und vernünftige Beziehungen aufbaue. Und da versuche ich bei auch zu helfen.


Also ich versuche das ganzheitlich zu sehen und zu sagen, okay, was kann man denn noch tun, damit dein System auch erfolgreich wird. Und das ist, glaube ich, bei den jungen Menschen eine riesige Herausforderung.


[Nils Behrens] (24:47 - 24:54)

Du sprichst in deinem Buch da von der Technik der Visualisierung, die man sowohl für den Sport als auch für den Alltag ansetzen kann. Was kann man sich denn darunter vorstellen?


[Arne Greskowiak] (24:55 - 26:46)

Visualisierung ist für mich ein Tool zur Vorbereitung und zur Reduktion des persönlichen Stresses und des persönlichen Drucks. Also das kennen wir alle. Wir haben am nächsten Tag irgendein wichtiges Meeting oder ein wichtiges Gespräch, wo wir so ein bisschen Unwohlsein haben.


Wie wird das sein? Vielleicht ist das Gespräch unangenehm oder ich muss da was äußern, wovor ich Angst habe. Und deswegen versuche ich dieses Gespräch in meinem Auge, vor allem im geistigen Auge, schon einmal abspielen zu lassen.


Ich versuche das einmal schon zu gehen. Wie wird der Raum sein, in dem ich stehe? Wo findet das Gespräch statt?


Werden da noch andere Menschen sein? Wo setze ich mich hin? Vielleicht kenne ich das Büro schon oder das, wo ich das Gespräch führe.


Wie wird der andere reagieren? Wie wird der wahrscheinlich reagieren? Was wird, wenn ich das sage, was wird wahrscheinlich der andere sagen?


Und spiele das in meinem Kopf einmal schon durch. Denn das kann ich im Sport genauso machen. Und deswegen ist ja zum Beispiel, wir kennen das aus Fußball, Handball, überall, wird immer so ein Anschwitzen gemacht.


Also am Tag des Spiels, wenn abends gespielt wird, am Vormittag ja schon mal auf dem Trainingsplatz trainiert. Das letzte Training ist idealerweise immer auf dem Platz, wo auch gespielt wird. Warum?


Ja, damit ich das schon mal riechen kann. Damit ich schon mal gucken kann, wo sind denn hier die Tribünen? Wie ist denn hier das Scheinwerferlicht?


Wie ist denn der Rasen hier? Wo ist denn der Weg aus der Kabine bis auf den Platz? Und so ist das auch.


Ich spiele das einmal in meinem Geistigen Auge durch. Und wenn ich da in einer Situation bin, dann kann ich mich zurückerinnern und sagen, ey, ich war ja schon mal in der Situation. Ich habe das ja schon mal durchgespielt.


Ich habe mir die Antworten A, B, C schon mal bereitgelegt. Und habe es viel einfacher, das Ganze zu managen. Ich glaube, das ist ein überragendes Tool.


Gerade wenn man es schwer hat, einzuschlafen oder diesen Umgang mit Druck. Dass man sich einfach abends hinsetzt, kurz Reflexion, kurz aufschreibt, was steht morgen an? Was sind meine Punkte, meine Big Rocks, von denen ich Angst habe?


Ja, und dann gehe ich da rein und lebe das einmal mental und geistig schon mal durch. Und habe es dann am nächsten Tag deutlich einfacher, weil ich schon weiß, was passieren wird.


[Nils Behrens] (26:46 - 27:17)

Ich kann die Situation total gut nachvollziehen. Wir hatten das beim Besteigen des Kilimandscharos. Da haben wir vorher in einer Höhentrainingskammer trainiert.


Und die konnte bis 4.500 Meter simulieren. Und das letzte Basiscamp sozusagen, bevor man den Gipfelsturm macht, ist bei 4.600 Meter. Also almost the same height.


Und dass man einfach schon mit dieser Höhe vertraut war, hat einem einfach eine gewisse Sicherheit gegeben. Weil den Gipfelsturm selbst, den kannst du nicht trainieren, weil der ist eben halt eine andere Extremsituation. So Extremsituationen zu trainieren, schwierig.


Aber alles, was die Routine bis dahin ist, kann ich sehr gut nachvollziehen.


[Arne Greskowiak] (27:17 - 27:35)

Es ist alles Erfahrung. Alle Lebenssituationen sind ja dann, wenn wir sie ein paar Mal erfahren haben, deutlich einfacher. Beim zweiten Mal ist es immer einfacher als beim ersten Mal.


Und wenn ich es noch nicht erfahren habe, dann kann ich es zumindest schon mal visualisieren oder wie du sagst, in der Höhenkammer schon mal simulieren, dass ich das gemacht habe. Und das macht es einfach dann einfacher, weil ich mir einmal schon die Situation im geistigen Auge durchgespielt habe.


[Nils Behrens] (27:35 - 27:50)

Wenn wir jetzt mal zurückkommen zu den Menschen, die noch nicht so viel Erfahrung haben, sprich den jungen Sportlern. Da haben wir jetzt schon über die Technik der Visualisierung gesprochen. Jetzt lass uns doch mal über die äußeren Umstände sprechen.


Das heißt also, wie wichtig ist denn jetzt sozusagen auch das Umfeld, in dem die sich befinden?


[Arne Greskowiak] (27:50 - 29:20)

Genauso wichtig wie das Umfeld von jedem Einzelnen ist, der hier gerade zuhört. Wir wollen alle idealerweise eine Familie haben mit tollen Menschen um uns herum, mit Freunden, mit netten Arbeitskollegen. Und das gilt für die jungen Sportler genauso.


Ich versuche da zu schauen, wie ist die Familie aufgestellt. Das ist ja auch immer aus der Historie. Da gibt es ja irgendjemanden, der diese Karriere mitgepusht hat und begleitet hat.


Und da gibt es total die unterschiedlichen Szenarien von einfach nur begleitenden Eltern, die das einfach unterstützt haben und gesagt haben, okay, wenn du wieder zum Training musst, dann fahre ich dich. Andere Eltern, die da sehr darauf den Fokus gelegt haben, dass die Karriere auch überhaupt stattfinden kann. Und das sind ja alles wichtige Punkte.


Also braucht man da jemanden, der noch mehr supportet, weil die Eltern sagen, mach du mal deinen Sport, das ist total toll, aber ich kann dir da gar nicht so richtig helfen. Oder braucht es einfach eher so Menschen, die das Ganze ein bisschen in Druck rausnehmen, weil die Eltern vielleicht sehr dominant sind und sehr viel auch fordern und erwarten. Das, glaube ich, ist einfach wichtig zu erkennen in dem Umfeld, wie man sie unterstützen kann.


Freunde, Lebenspartner ist immer eine riesige Herausforderung. Sobald Erfolg kommt, sobald das Scheinwerferlicht an ist, kommen Menschen, die was an einem wollen. Nicht nur das Beste, sondern auch vielleicht haben die andere Hintergedanken.


Und da zu erkennen, wer sind die Guten, wer sind die weniger Guten, wer unterstützt mich, wer sind Energieräuber, wer will nur was und wer tut mir gar nicht gut. Das ist eine riesige Herausforderung. Und da kann man nur unterstützen und überlegen.


[Nils Behrens] (29:20 – 29:21)

Aber tust du das? 


[Arne Greskowiak] (29:21 – 29: 52)

Absolut, absolut. Das ist, glaube ich, auch meine Kernaufgabe, dass ich eher einer bin, der Nein sagt und sagt, hey, ich glaube, das ist gerade nicht gut, was du da tust und es ist jetzt nicht sinnvoll, dass du das noch tust.


Und fokussiere dich mal auf deine Kernsachen. Du kannst das alles später machen. Aber jetzt geht es gerade darum, erst mal sich um dich zu kümmern, deinen Körper zu kümmern, deine Ernährung zu kümmern, dass du schlafen kannst und nicht noch deine ganzen Freunde zu bespaßen und dein Umfeld.


Aber das ist ein total schwerer Job. Das ist, glaube ich, auch ein bisschen so Erziehungssache. Wo kommt man her?


Wie ist man aufgewachsen? Wie geht man da auf solche Situationen ein?


[Nils Behrens] (29:52 - 30:12)

Das ist ja einer der Punkte auch in deinem Buch, dass du eben auch sehr stark über die mentale Stärke sprichst, dass das eben halt fast genauso wichtig ist wie die körperliche, die physische Stärke dann in dem Sinne. Hast du da spezielle Mittelwege, wie du da mit den Klienten, Sportlern, Athleten arbeitest?


[Arne Greskowiak] (30:13 - 31:21)

Ich glaube, dass der sportliche Erfolg und auch wahrscheinlich der berufliche Erfolg am Ende zwischen den Ohren entschieden wird und nicht nur mit dem Körper. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist natürlich wichtig und ich muss gesund sein und ich muss fit sein und ich muss da auch herausragend sein. Aber um maximale Leistungen zu erzielen, brauche ich ein Warrior-Mindset, ein Mindset, wo ich bereit bin, diese Extrameile zu gehen.


Und die Herangehensweisen können sehr vielfältig sein. Das ist ja so ein bisschen persönlichkeitsstrukturiert auch. Wie tickt jemand? Wie ist jemand? Auf was reagiert jemand und was braucht jemand, um da zu unterstützen? Und ich glaube, die mentale Stärke kommt einfach auch dadurch, was hast du für ein Umfeld? Welche Coaches hast du? Welche Leute hast du an deiner Seite? Und wer unterstützt dich da?


Und das macht dann im Endeffekt auch die ganz großen Sportler aus, die dann eben diese mentale Stärke haben und sagen, ja klar, jetzt gehen wir hier für Gold oder jetzt gehen wir hier für den Sieg und jetzt reißen wir es raus. Das kannst du gewissermaßen trainieren. Ich glaube, bei den ganz Großen ist das angeboren, es ist tief drin, die diese besondere Mentalität haben.


[Nils Behrens] (31:21 - 31:27)

Ich meine, Boris Becker hatte die physische Voraussetzung in keiner Weise gehabt für diese athletische Karriere und es hat ihn ja trotzdem weit gebracht.


[Arne Greskowiak] (31:28 - 32:59)

Ja, absolut, genau. Deswegen ist es ein Zusammenspiel, es ist wie so ein Puzzle. Ich habe verschiedene Bausteine, die zusammenspielen und ein Ding ist halt, ich muss dran glauben, wir kennen alle die Videos, wo bekannte Fußballspieler oder Basketballspieler mit sich selbst reden und sagen, ich bin der Beste, ich bin der Schönste, ich bin der Tollste, ich kann das, ich mach das und komm.


Und das ist, das kannst du natürlich jemandem sagen, mach das mal, aber du musst es dann auch durchziehen und auch glauben, das ist ja das A und O, du musst am Endeffekt so sehr an dich glauben und sagen, ich mach das jetzt, ich glaub das. Und da bin ich wieder bei unserem Basketballtitel. Wir haben das Halbfinale gegen Team USA gespielt, also die Basketballmannschaft auf der Welt haben das Spiel gewonnen und da waren alle natürlich außer sich in der Kabine und unser Kapitän, Dennis, hat gesagt, ja ja, ist alles schön gut, aber hey Jungs, heute könnt ihr feiern und machen, was ihr wollt, morgen bereiten wir uns aufs Finale vor, denn wir holen Gold.


Und das ist der Unterschied, das ist der Unterschied, wenn es jemanden gibt, der das formuliert und ausspricht und sagt, wir gehen für Gold. Wir sind nicht hier, um eine Medaille zu gewinnen, sondern wir gehen für Gold. Und das ist ja auch wieder unangenehm.


Das ist ja, da merke ich ja selbst, wenn ich das höre, wie mutig musst du sein, etwas auszusprechen, weil du ja auch damit dann gemessen werden kannst. Das ist wie, wenn du deinen Kumpels erzählst, ich laufe den Marathon in der Zeit XY, dann hast du, dann gibt es eine Benchmark, dann gibt es nicht, ich schaffe den nur, ich komme irgendwie an, das schaffen wahrscheinlich viele Menschen oder mehrere Menschen. Aber wenn du sagst, ich möchte meine Zeit verbessern und etwas machen, was vielleicht noch keiner gemacht hat, das ist unangenehm.


Dann sagen alle, was ist denn jetzt mit deiner Zeit? Wie läuft es denn da? Und ja, das machen halt die ganz großen Sportler.


[Nils Behrens] (32:59 - 33:24)

Arne, ich glaube, alle Menschen, die keinen Sport machen, denen der Zugang bisher zu Sport so ein bisschen fehlte, die uns bis hierhin zugehört haben, die sagen, boah, wenn ich mir das alles anhöre, weiß ich schon, warum ich eigentlich keinen Sport mache. So, jetzt, wie schaffen wir es denn oder wie schaffst du es vor allem mit deinen Klienten, mit deinen Sportlern, diese Mischung aus Disziplin und Spaß hinzubekommen, dass sie dann auch wirklich dranbleiben?


[Arne Greskowiak] (33:25 - 33:48)

Ich glaube, ich unterscheide erstmal in zwei Bereichen. Einmal ist es der Bereich Bewegung und der andere Bereich ist Training. Bewegung lässt sich vermutlich etwas einfacher integrieren in den Alltag.


Und mit Bewegung meine ich, ob du jetzt 7.000 Schritte am Tag gehst oder 10.000 Schritte, auf jeden Fall eine gute Anzahl an Schritten sammeln. Das ist, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, relativ einfach möglich, weil ich hier und da…


[Nils Behrens] (33:48 – 33:51)

Für mich nicht, ich mache immer so viel mit dem Fahrrad, das ärgert mich immer so. 


[Arne Greskowiak] (33:51 – 33:53)

Okay, aber das ist ja auch Bewegungsteil.


[Nils Behrens] (33:53 - 33:56)

Trotzdem ist es jedes Mal, dass ich immer denke, ich habe meine Schritte noch nicht geschafft.


[Arne Greskowiak] (33:57 - 36:37)

Stimmt, das ist, wenn du so eine Uhr nutzt, so eine Smartwatch nutzt, dann ist es unfair, weil es nicht berechnet wird. Aber Zeit, wo ich meinen eigenen Körper zur Fortbewegung nutze, das meine ich damit. Und das kann auch Gartenarbeit sein oder das kann auch was auch immer sein.


Und für den Bereich Training, ja, da müssen wir etwas finden, was dem anderen Spaß macht. Zumindest, was er sich vorstellen kann, wo er sich selbst sieht. Und das ist auch ein bisschen ausprobieren.


Ich kann niemanden dazu zwingen, eine Hantel in die Hand zu nehmen und Übungen zu machen. Oft passiert das dann erst, wenn es zu spät ist oder wenn dann der Arzt sagt, jetzt müssen Sie aber was machen, weil es gesundheitlich so schlecht ist oder dass Sie dringend was tun müssen. Also etwas finden, wo man eine grundsätzliche Freude bei hat und dann mikrodosiert starten.


Was heißt das? Also mit ganz geringem Aufwand und ganz geringem Zeitbudget etwas zu tun. Also das Beispiel ist immer, was ich nutze.


Mache jeden Tag einen Liegestütz. Da sagst du ja, gut, das schaffe ich. Das schafft wahrscheinlich jeder, der jetzt gesunde Schultern hat.


Und auch wenn du jetzt einfach sagst, ich kann gar keinen Liegestütz. Okay, dann machst du sie auf einer knieenden Variante. Das ist ja kein Problem.


Du hast nicht auf den Füßen und den Händen, sondern du bist auf den Knien und auf den Händen und machst damit einen Liegestütz. Ja gut, was ist das jetzt? Ja, an den guten Tagen wirst du sagen, boah, dieser eine Liegestütz ist ja lächerlich.


Ich mache fünf oder ich mache zehn oder ich mache 20 oder ich mache 25. Aber an den schlechten Tagen, das ist ja die Krux, also da, wo ich gar keine Zeit habe, keine Lust habe, ich mich nicht gut fühle, da machst du dann diesen einen Liegestütz. Und das auszubalancieren, jeden Tag diesen einen zu machen.


Und dann gibt es Tage, da machen wir mehr, weil wir uns gut fühlen, weil wir Zeit haben und weil alles passt. Der Sonntag bei mir, wo ich sage, okay, hier habe ich ein bisschen so. Aber an den schlechten Tagen mache ich diesen einen.


Und da bin ich wieder bei meiner Ein-Prozent-Regel. Räum dir Zeit frei, zweimal die Woche, dreimal die Woche, 30 Minuten und fang so an. Und wenn du das zu viel ist, fang mit fünf Minuten an oder zehn Minuten an.


Du musst für dich in so einen Flow kommen. Das ist wie im Sport. Du musst Momentum aufbauen und merken, okay, jetzt ist es aber gerade ganz gut.


Jetzt habe ich hier gerade meine Pilates-Übungen im Wohnzimmer gemacht. Das taugt mir gerade. Da habe ich was gefunden, was mir Spaß macht.


Dann mach das weiter. Mach das weiter und integrier das. Dann klickst du mal beim Video im nächsten Mal noch statt zwölf Minuten auf 14 Minuten weiter.


So langsam reinzukommen, total easy. Ja, ich weiß, es ist nicht easy. Aber wenn jemand ein 90-Minuten-Programm vor der Brust hat, das ist einfach viel zu viel.


Weil da ist die Schwelle, die Hemmschwelle so groß. Wenn du sagst, Arne, ich muss eine Sprache lernen. Dann sage ich, boah, weiß ich jetzt nicht so.


Und es würde mich dreimal die Woche 90 Minuten kosten. Dann sage ich, keine Chance, wirklich nicht. Aber wenn ich dreimal die Woche für zehn Minuten eine Fremdsprache lernen muss, das ist einfach nur, weil ich will es oder ich will es nicht. Aber es ist nicht, weil ich dafür keine Zeit habe. Und so ist es auch beim Training.


[Nils Behrens] (36:37 - 37:12)

Ich liebe diesen einen Liegestütz, weil ich habe damals angefangen mit 20, dann wurden es irgendwann 30, dann irgendwann 40, 50 und ich glaube, ich bin dann hoch bis auf 80.


Und irgendwann hatte ich dann morgens dann keine Lust mehr, weil das ja dann auch schon Zeit ist. 80 Liegestütze dauern dann ja irgendwie, dann weiß ich nicht, zwei, drei Minuten oder irgendwie sowas. Und dann dachte ich so, ach nee, komm, hast jetzt nicht so viel Zeit.


Blödsinn. Ich meine, das ist wirklich die lächerlichste Aussage überhaupt. Aber trotz allem, es war dann irgendwann zu viel.


Hätte ich dann gesagt, statt 80 machst du heute jetzt einfach mal wieder nur 20 oder 30. Aber ich hätte gesagt, jeden Tag, kein Tag ohne Liegestütz.


[Arne Greskowiak] (37:13 - 37:32)

Du brauchst ein System, was du jeden Tag machen kannst. Nicht an den guten Tagen, nicht wenn wir Urlaub haben und Zeit haben und alles perfekt ist. Du brauchst etwas, was du jeden Tag umsetzen kannst.


Wie, du sagst, ich möchte mehr trinken und möchte jeden Tag ein Glas Wasser nach dem Aufstehen. Das ist einfach nur machen. Das ist nicht anstrengend, das kostet keine Zeit, das ist einfach nur tun.


Und so brauchst du es auch beim Training.


[Nils Behrens] (37:33 - 37:39)

Lass uns doch mal dann, jetzt wo wir schon bei dem Sport waren, auch mal über das Thema Ernährung sprechen. Ist das ein wichtiger Teil deines Coachings?


[Arne Greskowiak] (37:40 – 38:29)

Es ist ein wichtiger Teil für maximale Leistungsfähigkeit. Es ist, glaube ich, der Schlüssel zum Erfolg bei den Menschen, die zu uns kommen, die Gewicht verlieren wollen, die ein Thema Gewichtsreduktion haben. Es ist aber gleichzeitig auch ein Thema, was, glaube ich, so schwer in den Griff zu bekommen ist, wie wahrscheinlich wenig andere Themen, weil der Markt an Ernährungskonzepten Ideen, Versprechen, Marketingversprechungen extrem groß geworden ist.


Und ich glaube, da draußen gibt es eine sehr große Verunsicherung, was denn gut ist und was man machen sollte. Und ob es eher die Ernährungsform ist oder ob die vielleicht doch besser ist und welche Unverträglichkeit man hat. Dass ich glaube, dass einfach Menschen eher so ein bisschen wie ein Reh im Scheinwerfer sind und sagen, ich weiß jetzt gar nicht mehr, was ich machen soll.

 

[Nils Behrens] (38:29 – 38:30)

Also doch wieder Schnitzel, Bier.


[Arne Greskowiak] (38:30 – 39:10)

Eher Schnitzel, Bier. Ja, es ist natürlich, es machen viele Menschen so.


Und ich glaube, meine Ernährungsform wäre immer eine einfache, ganzheitliche, ausgeglichene Ernährung. Das klingt so abgedroschen, aber es ist so. Ich glaube, wenn du dir deinen Teller anschaust und da hast du, die Hälfte deines Tellers besteht aus Gemüse und Ballaststoffen.


Und dann hast du ein Drittel mit ein bisschen Protein, ob du jetzt Fleisch oder Fisch isst oder ob du es aus pflanzlichen nimmst. Und dann hast du noch ein bisschen, je nachdem Kohlenhydrate oder was du brauchst oder Fette, dann kommst du schon verdammt weit mit dieser Form. Aber ja, das ist halt nicht das, was die Geschmacksverstärker in der Ernährungsindustrie gerade propagandieren.


[Nils Behrens] (39:10 - 39:48)

Ich war mal ganz geschockt. Ich habe mir mal vor, das ist jetzt auch schon ein paar Jahre her, da habe ich mir ein neues Wellnesskonzept, ein Hotel angeschaut. Und dann hatten die dann da eben halt abends auch so ein Food Court.


Und die hatten wirklich ausschließlich, haben sie wirklich auch gesagt, die nehmen einfach die beliebtesten deutschen Speisen. Und da war tatsächlich, da gab es dann eben mal Schnitzel, da gab es Currywurst, da gab es Spaghetti Bolo. Und so.


Und dann denke ich mir so, meine Güte, also ich meine, das sind wirklich, ja, letztendlich mag das sein, dass die Leute das dann glücklich machen. Aber nur in dem Augenblick, on the long run, ist das auf jeden Fall, passt das nicht zu einem Wellnessansatz.


[Arne Greskowiak] (39:48 - 40:32)

Das passt nicht zum Wellnessansatz. Und ich bin ja immer überrascht, im Coaching spreche ich ja mit Menschen, mache eine Anamnese oder eine Befragung am Anfang, wie sie sich ernähren. Und ich mache da vielen Menschen gar nicht so einen richtig großen Vorwurf.


Weil wenn du aufgewachsen bist und hast von Kindesbeinen gelernt, dass du morgens mit dem Brot in den Tag startest oder mit Kellogs in den Tag, irgendwas Zuckerigem, mit dem Orangensaft, dann in die Schule gehst, noch den Pausenbrot reinhaust und mittags, Kinder Milchschnitte und mittags die Spags Bolo, wie es im Sport heißt, also Spaghetti Bolognese isst. Naja, also, du musst es ja irgendwann, irgendwann musst du ja diesen Change, diese Veränderung musst du ja irgendwo lernen oder beigebracht bekommen.


Und ja, es ist glaube ich einfach auch schwer, sich da zu verändern und das umzustellen. Und das fällt, Veränderung fällt immer schwer.


[Nils Behrens] (40:33 - 40:45)

Ja, aber ich finde, wenn man etwas wirklich, es ist ja immer kein Verzicht. Also für mich ist etwas, was so richtig gesund und gleichzeitig richtig lecker schmeckt, macht mich zehnmal glücklicher als jeder Cheeseburger.


[Arne Greskowiak] (40:46 - 41:38)

Absolut. Ich darf hier gerade, weil ich mit der Basketball Nationalmannschaft hier in Berlin bin, im Hotel leben und da ist das Buffet sehr reichhaltig und sehr besonders, weil die sehr großen Wert auf so Gemüse und Salate legen und das ist für mich, das ist größter Luxus, wenn einer so einen besonderen Salat gemacht hat, mit besonderen Inhalten, mit besonderen Zutaten, was anders gemacht hat. Heute gab es so Melonen-Feta-Salaten.


Ach, liebe ich. So einfach. Da könnte ich mich reinsetzen, könnte ich eine ganze Schüssel allein so einen Melonen-Feta-Salat.


So, wie viel willst du davon essen, dass dein Körper, das ist übertrieben, aber negativ aufnimmt. Also diese einfachen, gesunden Dinge. Aber ja, wenn du natürlich bisher nur, ich sage mal, wenn dein Körper auf Diesel läuft und du nur von Spaghetti, weißem Brot, Butter und Orangensaft gelebt hast die letzten 20, 30, 40 Jahre, dann ist diese Umstellung einfach verdammt schwer und da muss man einfach bei unterstützen und es nach und nach sukzessive einführen.


[Nils Behrens] (41:39 - 41:48)

Sehr guter Punkt. Nach und nach einführen. Da kommen wir doch zu einem anderen Punkt in deinem Buch.


Da sprichst du sehr viel über Routinen. Das heißt also auch Routinen können einem wahrscheinlich dabei helfen, oder?


[Arne Greskowiak] (41:49 - 43:38)

Routinen, das ist das A und O unseres gesamten Lebens. Ich glaube, ich weiß nicht wie viele Gedanken wir am Tag haben, aber ich glaube davon sind 75 Prozent der Gedanken sind aus Routine oder aus wiederkehrenden Prozessen und so ist ja auch unser Leben. Also wir gehen jeden Tag nach dem Aufstehen die gleichen Wege zu unserer Küche, zu unserer Kaffeemaschine, ins Büro, zum Sport.


Wir machen alles wiederkehrend und deswegen haben wir auch den Bundeskanzler und Bundespräsidenten nach ihrer Morgenroutine gefragt. Deswegen ist es einfach wichtig, sich Routinen anzuschaffen. Ich liebe meine Morgenroutine.


Ich habe mir ein System von der Bundeswehr noch aufgebaut mit einem Alarmstuhl. Ich weiß nicht, ob du weißt, was ein Alarmstuhl ist. Ein Alarmstuhl ist das beste Tool, kann ich jedem empfehlen.


Du wirst es wahrscheinlich vom Sport kennen, dass du dir vielleicht deine Sportsachen auch bereitlegst am Abend. Und dieses Bereitlegen nennt man bei der Bundeswehr Alarmstuhl. Warum?


Weil man den Stuhl so hinstellt, dass man die Anziehsachen so dort positioniert, dass man sie in der richtigen Reihenfolge anziehen kann. Also oben drauf liegt quasi die Unterhose und umgekehrt, dass ich direkt reinschlüpfen kann. Mein T-Shirt, meine Hose, also so, dass du einfach direkt los und raus rennen kannst.


Dass man bereit ist bei Alarm. Ich weiß, mein Leben ist zwar kein Alarm, aber ich darf in der Regel so, wie mein erstes Coaching morgens um sechs machen. Und da habe ich keine Lust noch, meine Sportschuhe zu suchen für mein Training nachmittags und nicht noch meinen Pulsgurt aufzuladen und meine Tupperdose zu machen und mein Mealprep, sondern das muss alles bereit sein.


Deswegen bereite ich am Abend vorher meinen Alarmstuhl vor, legen meine Sachen bereit und wenn ich morgens möchte und wirklich knapp bin und sage, boah, ich muss diese fünf Minuten noch länger schlafen, dann schaffe ich es in 13 Minuten von Alarm bis aus der Tür raus, mit allen Sachen dabei zu haben. Und das ist meine Morgenroutine. Das brauche ich nicht immer.


Ich liebe es, noch einen Kaffee in Ruhe zu trinken. Ich weiß, jeder Biohacker würde mir sagen, lieber 19 Minuten warten nach dem Aufstehen mit dem ersten Kaffee. Das kriege ich noch nicht hin.


[Nils Behrens] (43:39 - 43:41)

Ich glaube, das ist in zwei Jahren auch schon wieder überholt.


[Arne Greskowiak] (43:43 - 44:11)

Ich kriege es auf jeden Fall nicht hin. Ich liebe das, in Ruhe morgens einen Kaffee zu trinken. Aber durch diese wiederkehrenden Abläufe, das haben wir alle, wenn wir morgens aufwachen, geht dieses kleine Männchen im Kopf los und man fängt an, nachts zu denken, ach, was steht denn heute alles an?


Was sind denn heute wieder die Dinge? Ah, das eine Gespräch, habe ich eben darüber gesprochen. Ah, wie war das nochmal?


Was habe ich vergessen in der Nacht? Wie habe ich geträumt? Und wenn diese erste Stunde einfach nur ein Abspulen einer Routine ist, wo ich nicht nachdenken muss, ist das so angenehm, so ein glückliches Gefühl.


[Nils Behrens] (44:12 - 44:33)

Das war wirklich mein größter Lifehack. Ich habe genau das, was du Alarmstufe nennst, mit meinen Laufsachen gemacht. Ich habe wirklich die dann in die Mitte des Flurs gelegt und dann alles bereitgelegt.


Und wenn ich dann mal den Wecker tatsächlich geskippt habe und liegen geblieben bin, die Sachen wegzuräumen, da fühlt man sich so reudig, ehrlich gesagt. Und das machst du nicht oft.


[Arne Greskowiak] (44:33 - 44:44)

Das machst du nicht oft. Das ist wirklich schlimm, wenn deine Schuhe schon offen dastehen, alles liegt bereit, du bist wirklich abmarschbereit. Und wenn du dann später aufwachst und sagst, ach du Jemine, ich wollte doch laufen.


[Nils Behrens] (44:44 - 44:45)

Genau.


[Arne Greskowiak] (44:45 - 44:54)

Das ist wirklich ein schlimmes Gefühl. Und da hast du einen miesen Tag, aber du weißt auf jeden Fall, die nächsten Tage und Einheiten werden auf jeden Fall funktionieren, weil du willst dieses Gefühl nicht noch mal haben.


[Nils Behrens] (44:54 - 45:06)

Also ich habe keinen Namen dafür gehabt, ich habe schon eine Zeit lang gemacht, Alarmstuhl, it is. Lass uns doch mal fragen, spielen eigentlich Supplements wie Kreatin oder Protein oder sowas bei deren Arbeit eine Rolle? 


[Arne Greskowiak] (45:07 - 46:02)

Absolut. Ich glaube Nahrungsergänzungsmittel ist ein Riesenthema, im Spitzensport ohnehin. Ich habe vermehrt mit Mannschaftssportlern zu tun, da ist meine Aufgabe auch, die Nahrungsergänzung für vor und nach dem Training vorzubereiten. Wenn es Spieler gibt, die ein Kohlenhydratgetränk beim Training haben wollen oder die ein Protein-Shake nach dem Training machen, dann mixe ich sie.


Ich gebe verschiedene Formen im Shaker auf dem richtigen Mixer, ob da Obst zu kommt, ob da was auch immer zu kommt. Das ist eine große Rolle. Und Protein-Shake ist, glaube ich, sehr weit verbreitet, Kreatin total.


Da habe ich auch super Erfahrungen gemacht, wenn ich junge Spieler bekomme, die wir dann angleichen müssen vom körperlichen Leistungsniveau auf das Profi-Niveau, dass sie mit Kreatin einfach besser Muskulatur aufbauen. Ich gebe meinen Eltern, die sind über 70, Kreatin 5 Gramm jeden Tag, um die Muskeldichte zu fördern. Also ich glaube, das sollte ein weit verbreitetes Supplement sein.


[Nils Behrens] (46:03 - 46:24)

Kreatin, sagt man ja immer, ist das best erforschte Supplement. Und ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich nehme es mit großer Leidenschaft nicht nur für die Muskulatur, sondern wirklich für die kognitive Leistung. Da gibt es ja auch Forschung zu, weil letztendlich regelt es ja den Energietransport und die meiste Energie brauchen wir nur im Kopf.


Wie hast du es vorhin gesagt? 


[Arne Greskowiak] (46:24 – 46:26)

Da wird auch alles zwischen den Ohren entschieden. Da wird alles zwischen den Ohren entschieden, stimmt, ja.


[Nils Behrens] (46:26 – 46:44)

Hast du einen letzten Rat für, ich sage jetzt mal, wir waren die ganze Zeit immer so ein bisschen bei jungen Menschen, aber wahrscheinlich ist es eben halt auch interessant, die im Grunde eine Karriere im Sport oder aber auch im Coaching beginnen wollen. Was würdest du denen sozusagen auf den Weg geben? 


[Arne Greskowiak] (46:45 - 48:20)

Ich würde das noch weiterfassen. Ich glaube, das ist für jeden, der irgendwas Neues anfangen will, der sollte bewusst jeden Schritt seiner Karriere oder seines Lernens mitnehmen, genießen und jede Erfahrung machen. Ich habe das Gefühl, dass die nächsten Generationen und meine Kollegen, die jetzt nachkommen, gerne mal eine Phase skippen wollen oder versuchen wollen, lieber den Aufzug zu nehmen als die Treppen. Und das halte ich für nicht so gut, denn ich durfte als Coach jede Phase und jedes Coaching mitmachen, die man so machen kann.


Von wirklich Hobby-Kindermannschaften über Jugendmannschaften wirklich im Amateur- und Breitensportbereich bis hin in jugendprofessionellere Mannschaften und dann im Profisport, jetzt im Spitzensport. Und das hat mir einfach unglaublich viel Erfahrung gegeben. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, Fehler zu machen, aus diesen Fehlern zu lernen, zu schauen, besser zu werden.


Überleg mal, ich mache das seit 20 Jahren, wie viele Stunden Coaching ich habe, also diese 10.000-Stunden-Regel, die es immer sagt, die es braucht, um etwas zum Mastern, um etwas zur Perfektion zu bringen. Da bin ich weit darüber hinaus, ob ich jetzt perfekt bin. Eher nicht, aber zumindest habe ich schon sehr, sehr viel Erfahrung machen können.


Und das würde ich jedem mitgeben. Schau irgendwo rein, mach die Tür auf, guck, was sich dahinter verbirgt. Wenn es dir gefällt, dann bleib.


Wenn nicht, geh wieder raus, geh in die nächste Tür und mach das möglichst häufig, bis du merkst, okay, langsam habe ich das ein bisschen verstanden, wie das Thema funktioniert, für das ich mich interessiere. Und dann wirst du auch merken, dass du ganz gut drin bist. Und wenn du da Leidenschaft hast und ganz gut drin bist, dann ist die Chance sehr hoch, dass du irgendwann erfolgreich bist.


Denn mein Credo ist ja, Erfolg ist nicht planbar, Leistung schon. Und ich glaube, das ist damit auch gesagt.


[Nils Behrens] (48:21 - 48:37)

Ich finde es wunderbar. Und einen ganz großen Teil deiner Erfahrung teilst du ja auch in dem Buch. Wir sind natürlich jetzt hier überall nur am Rand reingegangen, weil es lebt natürlich auch sehr stark von den Geschichten.


Und wir wollen uns ja auch nicht alle Geschichten hier erzählen. Deswegen, das Buch heißt Bessermacher und ist in dem Heine...


[Arne Greskowiak] (48:37 - 48:38)

Herder Verlag. 


[Nils Behrens] (48:38 - 49:04)

Herder Verlag. Erschienen.


Und überall online erhältlich. Also schaut unbedingt mal rein.


Es lohnt sich. 


Wir haben jetzt ja noch eine zweite kleine Session.


Wir haben nämlich mal unsere Community gefragt, welche Fragen sie an dich haben im Vorwege. Und das hört ihr in der nächsten Folge. 


[Arne Greskowiak] (48:58 – 48:59)

Genau.


Viel Spaß. 


[Nils Behrens] (49:02 – 49:03)

Nimmst du persönlich Supplements?


[Arne Greskowiak] (49:06 - 49:37)

Wie gesagt, ich nehme Proteinshakes ab und zu. Ehrlicherweise jetzt, ich muss euers noch ausprobieren, weniger. Weil ich Gefühl habe, dass ich da immer massiger geworden bin.


Ich habe das immer mehr... Ich schlage das gut an bei mir. Im Moment nehme ich nur ein Vitamin D.


Und ich habe im Moment... Wir haben im Moment von der Bassmann Sammelschaft einen großen Partner, einen anderen Hersteller, der gibt es so, wie heißt der, diese Ampullen, diese Getränke mit den Kapseln obendrauf. Das nehme ich im Moment, ja.


Aber ich probiere es nur aus.


[Nils Behrens] (49:38 - 50:03)

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