

Zyklusgerechte Ernährung und Supplementation
Der weibliche Körper funktioniert nicht linear, sondern zyklisch. Genau hier setzt diese HEALTHWISE-Folge an: Host Elisabeth Seidel spricht mit Ernährungsberaterin Michelle Lang darüber, wie Ernährung, Mikronährstoffe und Lebensstil an die verschiedenen Zyklusphasen angepasst werden können.
Im Fokus steht dabei ein zentraler Gedanke: Standardlösungen greifen zu kurz, entscheidend ist Individualität.
Die Folge HEALTHWISE auf YouTube
Warum „One-Fits-All“ beim Zyklus nicht funktioniert
Michelle Lang erklärt im Gespräch, dass jede Frau unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt – von Lebensstil über Ernährung bis hin zu gesundheitlichen Faktoren. So beschreibt sie, dass „jede Frau andere Bedürfnisse, andere Vorlieben und auch unterschiedliche gesundheitliche Voraussetzungen“ hat, weshalb pauschale Empfehlungen oft nicht greifen.
Gerade bei hormonellen Beschwerden ist es daher entscheidend, genauer hinzuschauen und individuell vorzugehen.
Zyklus verstehen: Die vier Phasen im Überblick
Der Zyklus lässt sich vereinfacht in vier Phasen einteilen, die oft mit Jahreszeiten verglichen werden:
- Winter: Menstruation
- Frühling: Follikelphase
- Sommer: Eisprung
- Herbst: Lutealphase
Diese Einteilung hilft, körperliche Veränderungen besser einzuordnen – und die Ernährung entsprechend anzupassen.
Hormoneller Winter: Menstruation & Nährstoffausgleich
Während der Menstruation befinden sich die Hormonspiegel auf einem Tiefpunkt. Gleichzeitig verliert der Körper Blut und damit auch Nährstoffe wie Eisen.
Wichtige Ernährungsaspekte in dieser Phase:
- Eisenreiche Lebensmittel: Tragen zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen bei (z. B. Hülsenfrüchte, Fleisch, Kürbiskerne).
- Vitamin-C-Kombinationen: Erhöhen die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.
- Magnesiumreiche Lebensmittel: Tragen zu einer normalen Muskelfunktion bei.
- Warme Speisen: Entsprechen dem erhöhten Bedürfnis nach Wärme und Ruhe.
Michelle Lang beschreibt diese Phase als eine Zeit, in der sich viele Frauen zurückziehen und „mehr Wärme brauchen“, weshalb warme Mahlzeiten besonders passend sein können.
Hormoneller Frühling: Energieaufbau & Hormonbildung
Nach der Menstruation steigen die Hormonspiegel wieder an. Der Körper bereitet sich auf den Eisprung vor und benötigt dafür vor allem Baustoffe.
Michelle Lang betont, dass Sexualhormone aus Fetten gebildet werden und erklärt, dass „hochwertige Fette der wichtigste Baustoff für unsere Sexualhormone sind“.
Wichtige Bausteine in dieser Phase:
- Hochwertige Fette: z. B. Olivenöl, Nüsse, Eier
- Proteine: liefern Aminosäuren als Grundlage für viele Prozesse
- Zink: trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei
- B-Vitamine: Bestimmte B-Vitamine (wie z. B. Vitamin B6) tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
Hormoneller Sommer & Herbst: Balance und Verarbeitung
Rund um den Eisprung erreichen Östrogen und Testosteron ihren Höhepunkt. Danach beginnt die Phase, in der der Körper wieder in Richtung Gleichgewicht reguliert.
Sommer (Eisprung): Schutz der Zellen
- viel Obst und Gemüse
- besonders Beeren (diese liefern beispielsweise Vitamin C, das dazu beiträgt, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen)
Herbst (Lutealphase): Fokus auf einen normalen Stoffwechsel
- fermentierte Lebensmittel
- Kohlgemüse (z. B. Brokkoli)
- bittere Lebensmittel
Eine bewusste Ernährung in dieser Phase liefert wichtige Bausteine, die zu einem normalen Makronährstoffstoffwechsel beitragen (wie z. B. Zink) und eine normale Leberfunktion erhalten.
Der Ernährungsbaukasten: Einfach im Alltag umsetzen
Ein zentrales Konzept im Gespräch ist der sogenannte Ernährungsbaukasten. Dabei werden Mahlzeiten aus vier Komponenten zusammengesetzt:
- Fette
- Proteine
- Komplexe Kohlenhydrate & Ballaststoffe
- Gemüse
Ziel ist es, jede Mahlzeit möglichst ausgewogen zu gestalten, ohne komplizierte Regeln. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, diesen Baukasten je nach Zyklusphase leicht anzupassen und die Lebensmittelauswahl entsprechend auszurichten.
Michelle Lang betont dabei besonders die Bedeutung von Gemüse, da es viele Mikronährstoffe in natürlicher Kombination liefert.
Checkliste: zyklusfreundliche Ernährung im Alltag
Diese einfachen Ansätze aus der Folge lassen sich direkt umsetzen:
- Zwei von drei Mahlzeiten täglich mit viel Gemüse ergänzen
- Regelmäßig essen statt lange Pausen (kein Intervallfasten im Zyklus)
- Hochwertige Fette bewusst integrieren
- Den Blutzuckerspiegel durch ausgewogene Mahlzeiten in Balance halten
- Ernährung nicht perfektionistisch sehen (80/20-Prinzip)
Lebensstilfaktoren: Mehr als nur Ernährung
Neben der Ernährung spielen laut Michelle Lang auch andere Faktoren eine wichtige Rolle:
- Stress reduzieren: Der Körper priorisiert bei Stress Überleben statt Hormonbalance
- Umweltfaktoren beachten: z. B. Inhaltsstoffe in Kosmetik oder Verpackungen
- Routinen entwickeln: z. B. regelmäßige Mahlzeiten oder bewusste Pausen
TAKE AWAYS
- Zyklusgerechte Ernährung funktioniert nicht nach einem festen Schema – Individualität ist entscheidend.
- Der weibliche Zyklus verläuft in vier Phasen, die unterschiedliche Bedürfnisse mit sich bringen.
- Während der Menstruation kann es sinnvoll sein, auf eisenreiche und wärmende Lebensmittel zu achten.
- In der Follikelphase spielen hochwertige Fette und bestimmte Mikronährstoffe eine wichtige Rolle – so trägt beispielsweise Vitamin B6 zur Regulierung der Hormontätigkeit bei.
- Rund um den Eisprung rücken Lebensmittel in den Fokus, die Nährstoffe wie Vitamin C enthalten, welche dazu beitragen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- Ein ausgewogener „Ernährungsbaukasten“ aus Fett, Protein, Kohlenhydraten und Gemüse kann im Alltag Orientierung geben.
- Neben Ernährung beeinflussen auch Stress, Routinen und Umweltfaktoren die hormonelle Balance.
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Michelle Lang ist studierte Pädagogin und zertifizierte Ernährungs- und Gesundheitsberaterin mit Spezialisierung auf Frauengesundheit. Mit ihrem Unternehmen „nutrilicious“ begleitet sie Frauen dabei, ihre Ernährung individuell und zyklusgerecht zu gestalten – praxisnah, wissenschaftlich fundiert und alltagstauglich.
Mehr Informationen: https://nutri-licious.de/
189 Zyklusgerechte Ernährung und Supplementation. Mit Michelle Lang
[Elisabeth Seidel] (1:46 - 3:27)
Diese Woche steht ganz im Zeichen von Wir haben drei spannende Podcast-Folgen vorbereitet, in denen wir uns intensiv mit Zykluswissen und zyklusgerechtem Leben beschäftigen. Gemeinsam mit unseren Expertinnen gehen wir der Frage nach, wie der weibliche Körper eigentlich funktioniert und welche Rolle Hormone in unserem Alltag spielen. Von Energie und Ernährung bis hin zu Arbeit und Lifestyle.
Freut euch auf wissenschaftliche Einblicke, praktische Tipps und inspirierende Gespräche rund um das Thema Female Health. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge HEALTHWISE. Heute sprechen wir über ein Thema, das unglaublich viele Frauen betrifft, den weiblichen Zyklus und vor allem darüber, wie Ernährung, Lifestyle und Mikronährstoffe unseren hormonellen Rhythmus unterstützen können.
Viele Frauen erleben Zyklusbeschwerden, PMS, Energieeinbrüche oder Hautprobleme und suchen nach schnellen Lösungen. Doch der weibliche Körper funktioniert nicht linear, sondern zyklisch. Genau deshalb kann auch Ernährung nicht für jeden gleich aussehen und sich idealerweise sogar über den Zyklus hinweg verändern.
Meine heutige Gästin beschäftigt sich genau damit. Michelle Lang ist Ernährungs- und Gesundheitsberaterin, Expertin für Frauenheilkunde, Hormoncoachin, Autorin und Gründerin von Nutrilicious. In ihrer Arbeit begleitet sie Frauen dabei, ihre Ernährung zyklusgerecht und hormonfreundlich zu gestalten.
Wissenschaftlich fundiert, praktisch umsetzbar und individuell angepasst. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Ernährung die verschiedenen Zyklusphasen unterstützen kann, welche Rolle Mikronährstoffe für die Hormonbalance spielen und wie Frauen lernen können, ihren Körper besser zu verstehen und zu unterstützen. Ich freue mich ganz sehr drauf.
Herzlich willkommen Michelle.
[Michelle Lang] (3:28 - 3:30)
Hallo Elisabeth, vielen Dank für die Einladung.
[Elisabeth Seidel] (3:31 - 3:40)
Michelle, dein Motto lautet ja Ernährung für dich.
Du hast dich auf Frauengesundheit spezialisiert. Wie kam das überhaupt?
[Michelle Lang] (3:42 - 4:48)
Das kam eigentlich daher, dass ich früher selbst ziemlich starke hormonelle Probleme hatte, aber sehr lange, also bis eigentlich vor ein paar Jahren, gebraucht habe, um zu verstehen, woher das kam. Und ich hatte früher so schlimme Periodenschmerzen, teilweise am ersten Periodentag, dass ich in Ohnmacht gefallen bin. Für den Gynäkologen war das immer, ja, da verschreiben wir mal die Pille.
Ich habe dann 13 Jahre die Pille genommen. Fun Fact, die Schmerzen kamen wieder, als ich sie abgesetzt habe. Und heute weiß ich aber ganz einfach, dass das verschiedene Gründe hatte, die man aber auch ganz anders angehen kann.
Und ich wollte einfach, weil ich weiß, ich bin natürlich nicht die Einzige, der es so geht. Ich sehe das bei ganz vielen meiner Freundinnen. Ja, heute sehe ich es natürlich bei meinen Klientinnen.
Man bekommt immer mehr über Social Media und so weiter mit. Es geht ganz vielen Frauen so. Ganz viele Frauen haben auch eine Erkrankung, was dann dahinter stecken kann.
Und deswegen ist es so wichtig, dass man dem einfach viel mehr Aufmerksamkeit schenkt.
[Elisabeth Seidel] (4:49 - 5:06)
Bei vielen ist es ja auch so, wenn man sie darauf anspricht und einmal sagt, okay, es ist nicht normal, Schmerzen zu haben oder starke PMS-Symptome, dass dann die Reaktion kommt, ich dachte, das ist normal, ich dachte, jeder hat es. Und vielleicht hat meine Frauenärztin gesagt, okay, das ist normal, damit muss ich abfinden.
[Michelle Lang] (5:06 - 5:31)
Augen zu und durch. Das gehört eben zum Frausein dazu. Es ist wirklich so, dass viele denken, dass gerade in der prämenstruellen Phase, dass da eben diese typischen Symptome, Stimmungsschwankungen oder Heißhungerattacken und so weiter und so fort, bis hin dann eben, wenn die Periode anfängt mit den Schmerzen oder starken Schmerzen, dass das eben dazu gehört.
Und das ist ganz einfach wirklich nicht so.
[Elisabeth Seidel] (5:34 - 5:50)
Warum ist es gerade bei diesen hormonellen Beschwerden, aber auch, wenn man ein zyklisches Wesen ist, jeder ist ja eigentlich ein zyklisches Wesen, warum ist es da gerade so wichtig, dass man wegkommt von diesem One-Fits-All-Prinzip?
[Michelle Lang] (5:51 - 7:18)
Weil wir alle individuell sind. Es gibt zwar vieles, was wir gemeinsam haben, aber jede Frau in dem Fall, jede Frau bringt andere Voraussetzungen mit. Auch gesundheitliche.
Jede Frau hat andere Bedürfnisse, andere Vorlieben und so weiter. Gerade wenn wir jetzt über die Ernährung sprechen. Die eine Frau hat mehr Zeit, die andere weniger Zeit.
Die eine Frau hat vielleicht drei kleine Kinder. Da kann man natürlich auch nicht so viel machen, wie wenn man nur für sich selbst verantwortlich ist. Sowas eben.
Und hormonelle Beschwerden oder auch Erkrankungen können auch ganz unterschiedliche Ursachen haben und man muss dann dementsprechend auch anders drangehen. Und deswegen ist es einfach ganz wichtig und das mache ich auch immer, dass ich eine sehr umfangreiche Erstanamnese mit den Klientinnen mache, die zu mir kommen und ganz viel mit denen spreche, ganz viel zuhöre. Das ist eben was, was viele dann auch erleichtert und wo dann auch viele Sachen zutage kommen im Gespräch, die man vielleicht gar nicht erst mal so adressiert hätte, wenn ich nicht konkret danach gefragt hätte.
Und das ist einfach super wichtig und das können eben leider Gynäkologen und Gynäkologinnen auch ganz oft nicht ableisten, weil sie die Zeit dafür einfach nicht haben. Und das ist aber eigentlich ein ganz wichtiger und wertvoller Baustein und deswegen ist One-Fits-All leider keine Option so wirklich.
[Elisabeth Seidel] (7:19 - 8:01)
Aber deshalb gibt es ja Ernährungsberaterinnen wie dich, um den Job zu übernehmen. Michelle, es ist ja ganz oft so, wenn Frauen sich noch nicht beschäftigt haben mit ihrem Zyklus, dann ist es meistens Periode haben oder nicht Periode haben. Wir wollen ja heute auf zyklusgerechte Ernährung kommen und wollen darüber sprechen, welche Mikronährstoffe vielleicht auch wichtig sind, wie man die Phasen unterstützen kann.
Dazu ist vielleicht die Basis erst mal zu wissen, welche Phasen es gibt. Und vielleicht können wir ja so Phase für Phase durchgehen und einmal darüber sprechen, was du für wichtig hältst in diesen Phasen, was die Ernährung angeht.
[Michelle Lang] (8:01 - 9:29)
Ja, super gerne. Vielleicht erst mal, um zu starten, der Zyklus besteht nicht nur aus Periode und keine Periode und viele Frauen kennen vielleicht noch PMS, Prämenstruelle Phase, das kennen viele glaube ich auch noch, aber der Zyklus hat in der Tat vier verschiedene Phasen und es gibt eine ganz tolle Merkhilfe, die einem einfach hilft, zum einen besser zu verstehen, was hormonell gerade im Körper passiert, andererseits aber auch wie fühlen sich viele Frauen oder was kann es für Symptome geben, weil der Körper eben bestimmte Bedürfnisse hat und deswegen ordnet man jeder, es gibt vier Zyklusphase und man ordnet jeder Zyklusphase eine Jahreszeit zu. Genau. Und wir können ja mal starten im Winter, das hört sich jetzt eigentlich ganz falsch an, weil das Jahr ja eigentlich immer im Frühling startet, aber ich würde jetzt mal mit dem Winter anfangen, weil der erste Periodentag immer der erste Tag eines neuen Zykluses ist und die Menstruation wird dem hormonellen Winter zugeordnet.
Hier ist es jetzt einfach so, erster Periodentag oder Periode bedeutet, der Körper, es hat keine Befruchtung stattgefunden im Zyklus vorher und die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wird zusammen mit Blut, mit Schleim, mit Bakterien wird ausgestoßen und alles wird quasi freigemacht, damit danach ein neuer Zyklus starten kann.
[Elisabeth Seidel] (9:29 - 9:31)
Das ist auch ein wichtiger Entgiftungsmechanismus.
[Michelle Lang] (9:31 - 11:54)
Genau, richtig, ein Reinigungsprozess ganz einfach, damit es eben vorher, after winter must come spring, damit es wieder losgehen kann. Während der Menstruation sind alle Hormone auf dem absoluten Tiefpunkt, wenn man jetzt mal den Zyklus generell sieht, in der Menstruationsphase ist alles auf dem Tiefpunkt, also Progesteron, Östrogene und das Testosteron. In der Phase, wenn wir jetzt mal zur Ernährung kommen, wie kann ich das gut unterstützen, was ist wichtig?
Es gibt natürlich immer ganz viele verschiedene Sachen, aber wir haben jetzt hier natürlich nicht unbegrenzt Zeit, deswegen suchen wir mal die wichtigsten Faktoren raus und bei der Menstruation wäre das auf jeden Fall zum einen dadurch, dass wir mal mehr, mal weniger Blut verlieren und damit auch Eisen. Eisen ist aber ganz, ganz wichtig für die Blutbildung, aber auch vor allem für unser Immunsystem und das ist ja total wichtig für uns. Deswegen ist es wichtig, dass wir quasi was tun, um diesen Eisenverlust ein bisschen aufzufangen und deswegen sind natürlich eisenhaltige Nahrungsmittel total wichtig in der Zeit.
Das ist natürlich allen voran, wir wissen es alle, kann Fleisch sein, weil einfach das tierische Eisen von unserem Körper einfach ein bisschen besser aufgenommen wird, weil es uns einfach ähnlicher ist vom Aufbau her, aber auch pflanzliche Quellen können sehr, sehr gut die Eisenspeicher füllen, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, Kürbiskerne, Haferflocken sowas und da ist es aber immer besonders wichtig, dass es immer mit einer Vitamin-C-Quelle gepaart wird, das ist total wichtig. Das wäre zum einen wichtig, dass man eben guckt, dass man die Eisenspeicher ein bisschen auffüllt oder dass man sie ein bisschen speist und zum anderen ist es eben wichtig, dass man zum Beispiel, gerade wenn wir jetzt zum Thema Krämpfe kommen, wir wissen alle, vielleicht von den Wadenkrämpfen, Magnesium entkrampft und deshalb kann es hier auch total sinnvoll sein, einfach mal ein paar mehr magnesiumreiche Lebensmittel einzubauen. Das wäre zum Beispiel, also hier, liebe Hörerinnen, ihr habt es jetzt von mir gehört, ihr bekommt jetzt quasi während der Menstruation den Freifahrtschein Schokolade zu essen, weil in Kakao ist besonders viel Magnesium enthalten.
[Elisabeth Seidel] (11:54 - 11:55)
Dunkle dann oder welche würdest du empfehlen?
[Michelle Lang] (11:56 - 12:05)
Also der Kakaoanteil sollte möglichst hoch sein, weil der Kakao ist eben die Magnesiumquelle. Eine andere gute Quelle wären zum Beispiel noch Mandeln.
[Elisabeth Seidel] (12:06 - 12:08)
Aber man müsste schon einiges davon essen.
[Michelle Lang] (12:08 - 12:23)
Auf jeden Fall, deswegen, das ist alles super gut mit der Ernährung, aber wenn man jetzt wirklich starke Krämpfe hat und das wirklich noch mal unterstützen will, dann müsste es glaube ich schon zusätzlich, oder nicht glaube ich, müsste es schon zusätzlich noch ein Supplement sein, ja.
[Elisabeth Seidel] (12:24 - 12:32)
Wie ist es mit B-Vitamin oder Omegas zu der Phase, auch schon wichtig oder eher erst später?
[Michelle Lang] (12:32 - 13:35)
Also Omega-3-Fettsäuren auf jeden Fall, weil auch die wirken stark antientzündlich und das kann natürlich auch helfen, wenn man ein Krampfproblem hat. Oder auch die Menstruation, da spielen Entzündungsbotenstoffe auch eine ganz wichtige Rolle, weil ansonsten würde die Menstruation gar nicht stattfinden können. Deswegen sind die wichtig, die dürfen aber nicht, die sogenannten Prostaglandine, die dürfen aber natürlich nicht Oberhand gewinnen, weil ansonsten werden die Schmerzen schlimmer und das wollen wir ja nicht.
Deswegen ist es gut, antientzündliche Dinge zu integrieren. Die von dir angesprochenen Omega-3-Fettsäuren, ganz toll, entweder als Supplement, man kann es aber natürlich auch über die Ernährung einbauen, also zum Beispiel fettreichen Fisch. Da bieten sich vor allem kleinere Fische an, nicht je größer, desto höher ist die Gefahr, dass wir eine Schwermetallbelastung haben.
Deswegen sowas wie Sardinen oder Makrele, das ist sehr empfehlenswert.
[Elisabeth Seidel] (13:37 - 13:42)
Wenn es jetzt die Winterphase ist, würdest du dann auch empfehlen, eher warm zu essen?
[Michelle Lang] (13:42 - 14:41)
Ja, auf jeden Fall, weil Winter, es sagt schon alles, auch wie wir uns fühlen, viele Frauen kennen es, man zieht sich gerne ein bisschen mehr zurück, man kuschelt sich irgendwie auf dem Sofa ein mit einer Decke und guckt eine Serie oder man ist sehr nähebedürftig, man braucht viel Wärme und deswegen macht es auch in der Phase absolut Sinn, eher warme Speisen zu essen. Also das kann sowohl morgens schon losgehen mit einem Porridge oder sowas, auch was warmes morgens, als Currys, Suppen, Eintöpfe, sowas, alles, was auch von innen wärmt. Man kann auch wärmende Gewürze zum Beispiel verwenden, wie eine schöne Currymischung oder Zimt ist auch super gut, also alles, was auch so ein bisschen Wärme von innen spendet, nicht nur durch die Temperatur, sondern auch im Gewürz, was dann Wärme erzeugt.
Ingwer zum Beispiel auch. Ingwer hat auch einen Stoff, besitzt auch einen Stoff, der auch schmerzlindernd wirkt, also so kommt wieder alles zusammen dann.
[Elisabeth Seidel] (14:42 - 14:56)
Spannend, das Thema Fisch ist ja so ein bisschen kontrovers, du hast es schon erwähnt, dann eher die kleinen Fische, man kann ja gar nicht getrost sagen, bitte ist sehr viel Fisch, weil die so belastet sind heutzutage einfach.
[Michelle Lang] (14:57 - 15:25)
Ja, auf jeden Fall, also es ist einfach, wenn man den Omega-3-Bedarf decken wollen würde, müsste man schon mehr als dreimal die Woche Fisch essen und ja, das im Anbetracht der Schwermetallbelastung kann schon ein bisschen schwierig werden, deswegen macht ein Supplement auf jeden Fall Sinn und ich würde auch immer empfehlen, zweimal im Jahr den Status checken zu lassen, damit es einfach passt mit der Supplementierung.
[Elisabeth Seidel] (15:27 - 15:37)
Gut, von der Winterphase ab in den Frühling, den haben wir jetzt auch gerade draußen, wie sieht es da aus, was passiert und wie können wir unseren Körper dabei unterstützen?
[Michelle Lang] (15:38 - 17:43)
Genau, Winter ist vorbei, wir kommen in den Frühling und das merken wir auch an unserer Energie, an unserer Laune und so weiter. Was passiert jetzt hormonell? Das Testosteron und die Östrogene fangen an langsam zu steigern und es fängt, die Eireifung beginnt, die Gebärmutterschleimhaut baut sich wieder langsam auf, sodass irgendwann sich potenziell ein befruchtetes einnisten kann und eine Schwangerschaft dann ausgetragen werden kann.
Genau und deshalb sind wir, wir haben wieder mehr Energie, auch wir merken es oft, auch wenn wir uns körperlich betätigen, beim Sport kann es sein, dass das gleiche Workout sich sehr viel einfacher anfühlt oder dass man viel besser performt als noch anderthalb Wochen vorher, das kann auch passieren. Man hat aber auch wieder mehr Lust rauszugehen und so weiter. Was ist jetzt, was kann man jetzt unterstützen, was kann man über die Ernährung machen?
Ich habe es ja gesagt, vorher in der Menstruation sind alle Hormone auf dem Low Level und jetzt fangen die wieder langsam an zu steigen und steigen, steigen, steigen, bis wir irgendwann in den Sommer kommen, aber das dauert erst noch ein bisschen und dabei wollen wir die Hormone jetzt erst mal unterstützen. Das heißt, wir müssen die Hormonbildung unterstützen und das tun wir, indem wir Baustoffe liefern. Die wichtigsten Baustoffe oder der wichtigste Baustoff für unsere Sexualhormone sind hochwertige Fette, weil alle Sexualhormone werden in der Leber aus Fetten gebildet, deswegen ist das so wichtig und deswegen sage ich auch immer dazu und das ist auch ganz neu für viele Frauen, Low Fat ist gar keine gute Idee für Frauen, weil es einfach den Baustoff für die Hormone wegnimmt und weil wir damit riskieren, dass wir irgendwann eine hormonelle Problematik bekommen, die uns Symptome macht und uns einfach nicht gut fühlen und das wollen wir natürlich nicht. Deswegen hochwertige Fette, ganz wichtig, das wären zum Beispiel Oliven, ein hochwertiges kaltgepresstes Olivenöl, aber auch Eier sind gut, Nüsse sind gut, eben ja sowas alles.
[Elisabeth Seidel] (17:43 - 17:56)
Da hätte ich direkt kurz eine Frage. Man hört ja auch auf Social Media, man soll unbedingt Seed Oils meiden, wie ist deine Meinung dazu? Also jetzt vor allem Sonnenblumen-Rapsöl, wenn ich richtig liege, aber auch vielleicht andere?
[Michelle Lang] (17:56 - 18:15)
Genau, also das Sonnenblumenöl ist glaube ich so besonders in Verruf geraten, da ist es so, ich sage auch immer ein bisschen die Dosis macht das Gift, also jetzt komplett Sonnenblumenöl total krass vom Speiseplan zu verbannen, ist glaube ich auch nicht die Lösung.
[Elisabeth Seidel] (18:15 - 18:16)
Es ist auch schwierig tatsächlich.
[Michelle Lang] (18:16 - 20:12)
Es ist schwierig, es ist überall, es ist drin, das Gute ist halt, es ist sehr hoch erhitzbar, deswegen wird so oft eingesetzt und es ist günstig und deshalb wird es halt so viel verwendet. Das andere Problem ist, das ist stark Omega-6-haltig und wir haben eben schon darüber gesprochen, Omega-6, der Gegenspieler von Omega-3 und wir haben alle generell schon einen viel zu hohen Omega-6-Status und das drückt dann die Omega-3 oder das Verhältnis noch weiter ins Ungleichgewicht und das kann dann natürlich irgendwann zu Entzündungsprozessen führen, was zum einen nicht nur dann wieder Menstruationsschmerzen und so weiter bedingt, es kann aber auch zu allerlei anderen Sachen führen, weil Entzündungsprozesse ja quasi der Motor für alle möglichen Erkrankungen und auch für Alterungsprozesse sind, die im Körper so passieren. Deswegen würde ich sagen, man braucht jetzt nicht total krass zu gucken, oh da ist Sonnenblumenöl drin, das kaufe ich jetzt nicht mehr, aber ich würde halt empfehlen, einfach zu Hause für die Küche mit anderen Ölen, also hauptsächlich mit Olivenöl zu arbeiten. Es ist auch mittlerweile, habe ich auch sogar in meiner Ausbildung noch so gelernt, das ist aber mittlerweile widerlegt, dass man kaltgepresste Olivenöle nicht zum Braten nehmen soll.
Also ich sage mal, wenn man jetzt auf Temperaturen in Richtung 200 Grad geht, macht es Sinn. Es gibt heute, es gibt spezielle Bratolivenöle, die dann so behandelt sind, dass sie für hohe Temperaturen geeignet sind. Ansonsten aber ein kaltgepresstes Olivenöl kann man auch für, ich sage mal, bis zu 160 Grad, kann man das auf jeden Fall nehmen, ohne dass jetzt irgendwie großartig was verloren geht, geschweige denn, dass irgendwelche gesundheitsgefährdenden Substanzen entstehen.
Also ich arbeite in meiner Küche und empfehle das auch immer, hauptsächlich mit Olivenöl zu arbeiten. Genau.
[Elisabeth Seidel] (20:13 - 20:15)
Wie ist es mit Butterschmalz oder Ghee?
[Michelle Lang] (20:15 - 20:25)
Auch ganz gut. Vor allem, das kann man zum Beispiel ganz toll für, wenn man richtig scharf was anbraten will, das ist super. Also kann man auch sehr gut nehmen, Kokosöl genauso, ja.
[Elisabeth Seidel] (20:26 - 20:31)
Kleiner Exkurs, aber das war jetzt schon ein Teil auch deines Ernährungsbaukastens.
[Michelle Lang] (20:32 - 20:32)
Richtig.
[Elisabeth Seidel] (20:32 - 20:37)
Wollen wir da vielleicht noch mal kurz darauf eingehen, bevor wir weiter über den Frühling sprechen?
[Michelle Lang] (20:37 - 21:59)
Genau, also ich habe mir überlegt, als ich angefangen habe zu beraten, okay, wie könnte man jetzt hormongesunde oder generell gesündere Ernährung, die man gut in den Alltag integrieren kann und das darf auch nicht so, das sollte so ein No-Brainer sein, ja. Und deswegen habe ich gedacht, okay, ein Baukastensystem macht doch total Sinn, dass man sagt, okay, ich habe verschiedene Komponenten, in meinem Fall jetzt aus vier verschiedenen großen Gruppen und ich habe dann eine Riesenliste, wo ganz viele Beispiele für die einzelnen Gruppen stehen und ich gebe das meinen Klientinnen dann mit und sage, guck mal hier, wir gehen das dann zusammen durch, du kannst dir das total gerne, mach dir das aufs Handy, wenn du einkaufen gehst oder druck dir das aus und hängst dir auf die Innenseite von deinem Küchenschrank und dann kannst du immer sagen, okay, aus der Gruppe kann ich jetzt, habe ich jetzt hier 15 Beispiel-Lebensmittel drauf, auf was habe ich Lust? Und so kann man sich halt seine Mahlzeit dann zusammenbauen, weil jede Mahlzeit sollte optimalerweise alle vier Komponenten enthalten.
Ich sage es jetzt mal, damit wir jetzt hier nicht so ein Riesengeheimnis draus machen. Also es sind auf jeden Fall die hochwertigen Fette, über die ich eben gesprochen habe, die sind halt eben super super wichtig für unsere Hormonbildung. Dann sind es hochwertige Eiweiße, die sind übrigens auch im Frühling noch total wichtig für die Hormonbildung.
[Elisabeth Seidel] (22:00 - 22:02)
Aus Aminosäuren wird ja letztendlich alles gemacht.
[Michelle Lang] (22:04 - 22:41)
Dann im Baukasten sind auch noch komplexe Kohlenhydrate, also alles, was Energie liefert, aber auch noch Vitamine, Mineralstoffe und so weiter enthält und vor allem Ballaststoffe, sodass unser Blutzucker schön stabil gehalten wird und langsam ansteigt und nicht schnell in die Höhe geht und dann absinkt, sodass wir so eine richtig blöde Blutzuckerspitze bekommen, auf die dann gleich wieder die nächste Heißhungerattacke folgt, weil das wollen wir nicht, weil auch diese Blutzuckerschwankungen einfach generell nicht gesund für uns sind und für die Hormone auch eben nicht.
[Elisabeth Seidel] (22:42 - 22:49)
Wobei man sagen muss, wenn man das jetzt trackt, es ist ja so, dass die Leute versuchen dann das immer konstant zu halten.
[Michelle Lang] (22:49 - 22:50)
Das wird nicht möglich sein.
[Elisabeth Seidel] (22:50 - 22:56)
Es ist natürlich auch physiologisch, dass der Zucker ein bisschen ansteigt, wenn ich was gegessen habe.
[Michelle Lang] (22:56 - 22:57)
Das ist total normal.
[Elisabeth Seidel] (22:57 - 22:58)
Der wird ja auch gebraucht.
[Michelle Lang] (22:58 - 23:00)
Ja, er wird gebraucht.
[Elisabeth Seidel] (23:00 - 23:05)
Aber diese Spitzen, was du eben schon meintest, das ist was, was tatsächlich auch unser Hormonsystem durcheinander bringt.
[Michelle Lang] (23:06 - 23:25)
Also bestes Beispiel, ich habe total Heißhunger, ich esse einen Schokoriegel, weil ich genau, weil mein Gehirn mir sagt, okay, der gibt mir jetzt ganz schnell Energie, das tut er auch und dann geht der Blutzucker aber so hoch und 10-15 Minuten später sinkt er wieder so ab und dann denkst du so, ob ich wohl noch einen Schokoriegel essen soll. Ja.
[Elisabeth Seidel] (23:25 - 23:27)
So geht es mir ja tatsächlich mit Porridge.
[Michelle Lang] (23:28 - 23:30)
Das ist ganz unterschiedlich.
[Elisabeth Seidel] (23:30 - 23:33)
Ja, das stelle ich auch fest mit meinen Patientinnen.
[Michelle Lang] (23:33 - 24:08)
Genau, es ist so individuell, wie der Blutzucker reagiert. Bei manchen ist das Porridge, was ja eigentlich in unser aller Gehirn als super gesundes Frühstück irgendwie abgespeichert ist und bei manchen spiket das so krass, dass man nach einer Stunde wieder krass Hunger hat. Ich würde sagen, ich bin so ein Mischfall.
Also ich kann jetzt nicht sagen, dass ich da vier Stunden, so wie man sich es vielleicht wünschen würde, davon satt bin. Da müsste man dann schon einiges mehr noch dazu machen, dass das passiert. Aber so extrem wie bei dir ist es nicht.
[Elisabeth Seidel] (24:08 - 24:13)
Aber man könnte ja auch einen Löffel Proteinpulver oder sowas mit reinmachen.
[Michelle Lang] (24:13 - 24:25)
Könnte man machen, man könnte noch Nüsse mit reinpacken oder genau das. Oder auch noch ein bisschen geraspelte Karotte oder irgendwas. Macht aber natürlich auch wieder mehr Arbeit.
Und da sind wir dann auch wieder beim Zeitfaktor.
[Elisabeth Seidel] (24:25 - 24:27)
Da kommen wir dann noch mal drauf. Genau.
[Michelle Lang] (24:28 - 25:22)
Vierter Aspekt von meinem Baukasten, und das hat für mich so eine ganz besondere Stellenwert auch immer, ist Gemüse. Gemüse kann man natürlich genauso in die Kohlenhydrate und oftmals auch in der Eiweißsparte oder in den Bereich mit einbinden. Aber Gemüse ist einfach so, so wichtig für uns, weil es so viele Mikronährstoffe enthält und weil alles schon so schlau zusammengefügt ist, dass das auch mit Co-Faktoren, dass das auch Sinn macht, dass es auch richtig aufgenommen werden kann von uns und dann auch verwertet werden kann.
Und wir essen halt leider, also die allermeisten von uns, essen viel, viel zu wenig Gemüse. Und deswegen ist es wirklich so wichtig, dass man sich wirklich bei jeder oder fast jeder Mahlzeit sagt, wie viel Gemüse oder nochmal checkt, wie viel Gemüse ist hier auf meinem Teller und kann ich da vielleicht noch was drauf machen.
[Elisabeth Seidel] (25:23 - 25:24)
30 in der Woche.
[Michelle Lang] (25:24 - 25:27)
Genau, das ist auf jeden Fall ambitioniert.
[Elisabeth Seidel] (25:28 - 25:47)
Aber es geht. Okay, aber jetzt zurück zur Follikelphase, der Frühlingsphase. Du meintest ja jetzt schon die gesunden Fette, die Proteine für die Aminosäuren, aber ich glaube auch Zink und auch nochmal die B-Vitamine sind total wichtig auch für die Hormonbildung.
[Michelle Lang] (25:48 - 27:32)
Genau, auf jeden Fall. Also die B-Vitamine, es gibt ja ganz viele und die haben auch alle so ein bisschen Special-Aufgaben, aber wenn man es jetzt mal so zusammen nimmt, ja, die sind auch total wichtig, weil sie zum einen teilweise für die Hormonbildung sehr wichtig sind, zum anderen sind sie aber auch wichtig für Haut, Haare, Nägel, für unsere Energiegewinnung, für die Nerven und so weiter. Also B-Vitamine sind wirklich so ein krasser Allrounder, den man eigentlich super dringend braucht.
Und was auch noch total wichtig ist zu wissen, das gilt sowohl für die B-Vitamine als auch fürs Magnesium, worüber wir ja vorhin schon gesprochen haben, was dann eher in Richtung Periode wieder ein bisschen akut wichtiger wird. Aber beide Mikronährstoffgruppen werden stark verbraucht, wenn man viel Stress hat. Und wir neigen ja heute alle dazu, sehr viel Dauerstress leider zu haben, was sich natürlich auch auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirkt.
Und das sollte man nur auf jeden Fall im Hinterkopf haben, dass der Magnesium- und B-Vitaminverbrauch bei hohem Stress ungefähr das Zehnfache ist, von dem man normal bei einem absolut entspannten Menschen sprechen würde. Deswegen ist das immer ganz wichtig, auch noch im Hinterkopf zu behalten. Und Zink hast du noch angesprochen?
Ja, Zink ist auch mega wichtig, weil Zink einfach so super wichtig ist für die Hormonproduktion. Und deswegen, Zink hat man total viel in Kürbiskernen zum Beispiel, aber auch in Rindfleisch, in Eiern und so weiter. Also auch vor allem in tierischen Lebensmitteln.
[Elisabeth Seidel] (27:32 - 27:33)
Austern, glaube ich, aber wer isst die schon?
[Michelle Lang] (27:34 - 27:35)
Ja, selten.
[Elisabeth Seidel] (27:37 - 28:18)
Okay, gut, dann lasst uns doch von der folike Phase zu einer Phase von sehr viel Energie kommen. Also eigentlich eine Phase, wo wir viel Schaffenskraft haben, aufblühen, in Gehaltsverhandlungen gehen sollten, wichtige Meetings.
Die Ovulationsphase, typischerweise in einem 28-Tage-Zyklus sagt man am Tag 14. Wir beide wissen, das ist einfach nicht der Fall für viele Frauen. Aber ja, was wäre so von der Ernährung her wichtig, wenn wir gerade mit den Hormonen oder gerade mit dem Östrogen dann die Peak-Situation erreicht haben?
[Michelle Lang] (28:19 - 31:23)
Also zum einen, was man vielleicht noch mal sagen muss, weil die Eisprungphase, der hormonelle Sommer, beginnt ja schon vorm Eisprung. Also quasi in der direkten Vorbereitung ein paar Tage vorher. Und da ist es natürlich noch mal wichtig, dass wir alles dafür tun, dass der Eisprung so gut wie möglich und so stark wie möglich abläuft.
Und das kann man machen, indem man ganz viele Antioxidantien isst. Antioxidantien sind freie radikale Fänger. Freie radikale ist alles, was oxidativen Stress erzeugt.
Und oxidativer Stress ist einfach superschlecht für unsere Fruchtbarkeit. Fruchtbarkeit ist gleich Eisprung. Ja und deswegen sollten wir in der Phase unheimlich viele Antioxidantien essen.
Was heißt das jetzt genau? Ganz viel rohes Obst und Gemüse, allen voran Beeren zum Beispiel. Der Granatapfel hat einen ganz besonderen Stellenwert, weil der auch in vielen Kulturen besonders gegessen wird, wenn es um die Erhöhung der Fruchtbarkeit gehen soll.
Also der Granatapfel hat so einen besonderen Fruchtbarkeitsstellwert. Ansonsten ist in der Phase, und das hast du eben schon angesprochen, also in der Eisprungphase ist es Testosteron und das Östrogen, die sind auf ihrem absoluten Höhepunkt im Zyklus. Und danach, nach dem Eisprung, sinken die ab.
Jetzt ist es so, dass vor allem das Östrogen natürlich total wichtig für uns ist, aber wenn wir zu viel davon haben, dann kann das und gerade in der Phase im Herbst, worüber wir gleich sprechen, da kann es dann zu Problemen kommen und zwar PMS, was die meisten Frauen kennen werden mit all seinen vielfältigen Symptomen. Und deswegen ist es einfach wichtig, dass wir von diesem absoluten Hoch, was wir in der Eisprungphase haben und danach sinkt es, da müssen wir gucken, dass wir unseren Körper so gut wie möglich dabei ein bisschen unterstützen, dass er vielleicht das Östrogen, was jetzt zu viel da ist oder vielleicht wurde ein bisschen zu viel produziert oder es kam von außen zum Beispiel rein, weil man viel mit hormonell aktiven Substanzen in Berührung kommt, Kosmetika und so weiter. Und da müssen wir einfach unsere Entgiftungsorgane ein bisschen unterstützen, und zwar den Darm und die Leber, unsere Hauptentgiftungsorgane, sodass das Östrogen schön ausgeschieden werden kann und nicht im schlimmsten Falle recycelt wird und zurück in den Kreislauf gerät, weil dann kommt es zu Östrogendominanzen und das ist einer der Hauptgründe für PMS-Beschwerden, kann aber zum Beispiel auch eine Endometriosis schlimmer machen, kann Myome schlimmer machen oder das Wachstum einfach steigern und so weiter. Deswegen Östrogendominanzen, zu viel Östrogen wollen wir tunlichst vermeiden und deswegen müssen wir einfach Darm und Leber unterstützen. Das können wir tun, indem wir für den Darm, also fermentierte Lebensmittel sind total gut, dann alle möglichen Kohlgemüse, Korbblütler, Brokkoli und so weiter.
Brokkoli eh beste, wenn du mich fragst. Und für die Leber, das kann man sich total einfach merken, für die Leber ist immer alles, was bitter schmeckt.
[Elisabeth Seidel] (31:25 - 31:26)
Haben wir ja kaum noch in unserer Ernährung.
[Michelle Lang] (31:26 - 31:52)
Genau, wurde weggezüchtet, weil es halt die meisten gar nicht gerne essen. Ich habe mal gelernt, je größer die Abneigung gegen bitteren Geschmack, desto nötiger hast du es. Auch ganz interessant.
Und ganz oft ist es so, dass man, genau, also Rosenkohl, was schmeckt denn noch heute so? Chicoree und Radicchio. Chicoree ist schon bitter immer noch, das mögen auch viele nicht.
[Elisabeth Seidel] (31:52 - 32:02)
Radicchio oder was jetzt gerade, glaube ich, ich weiß nicht, ob die Season schon vorbei ist, kennst du Puntarelle? Vulkanspargel heißt das, glaube ich, auf Deutsch.
[Michelle Lang] (32:03 - 32:10)
Ja, genau, das findet man so in ausgesuchten Bio- und Feinkostmärkten, aber das ist auch ordentlich bitter, das kenne ich. Aber es ist halt...
[Elisabeth Seidel] (32:10 - 32:11)
Die Blätter sehen so aus wie Löwenzahn.
[Michelle Lang] (32:11 - 32:25)
Genau, wie Löwenzahn sieht das aus. Das ist aber halt total hilfreich und wenn man aber sagt, ich kann das einfach gar nicht essen, weil es mir dann auch schlecht wird, ich kann das nicht runterschlucken, dann muss man halt zu einer Kapsel greifen.
[Elisabeth Seidel] (32:25 - 32:27)
Was ist mit Bittertropfen?
[Michelle Lang] (32:27 - 32:55)
Auch gut. Also da hast du natürlich den Geschmack noch, aber da wird es halt direkt über die Mundschleimhaut auch aufgenommen und du hast diesen Bittergeschmack noch und das kann übrigens auch helfen, wenn man wirklich so einen Heißhungeranflug hat auf Süßigkeiten oder auch gerade, wenn man eigentlich was gegessen hat und dann so eine Heißhungerattacke kommt, da kann man auch mal ein paar Bittertropfen nehmen und dann ist das meistens auch ganz schnell erledigt.
[Elisabeth Seidel] (32:58 - 33:27)
Okay, von unserem Eisprung gehen wir weiter in die Herbstphase, die letzte Phase, über die wir sprechen und das ist ja für viele Frauen vor der Menstruation auch die gefürchtetste Phase, wegen PMS, Schmerzen, Stimmungsbeschwerden etc. Was könnte man tun, um die Phase zu unterstützen, ernährungstechnisch?
[Michelle Lang] (33:28 - 34:49)
Also es gibt einiges, wenn ich jetzt mal so generelle Tipps geben würde, wie sollte man sich ernähren, den ganzen Zyklus über vielleicht, damit man das Risiko relativ gering hält, eine PMS-Beschwerde auszubilden, dann wäre es einmal so nährstoffreich und vollwertig wie möglich zu essen, Stichwort Ernährungsbaukasten, Fett, Protein, komplexe Kohlenhydrate und ganz viel Gemüse. Das wäre so, dann ich würde sagen, wenn jemand keine Erkrankung hat, dann würde ich sagen, dann kann man 80-20 machen, also 80 wirklich relativ gut darauf achten, dass man sich gesund ernährt und 20 darf es dann auch mal ein Burger mit Pommes sein oder eine Tüte Chips zum Abendessen, alles okay. Ich arbeite nicht gerne mit Verboten, weil ich immer finde, wir wollen nicht so ein Diät-Mindset, weil das hält man meistens nicht durch und das führt dann so Cravings und Gedanken, dass man unbedingt das will, was man jetzt gerade nicht darf und das möchte ich einfach nicht.
Wir wollen auch keine Essstörungen triggern oder sowas. Genau, 80-20, wenn jemand eine Erkrankung hat, muss man gucken, dann kann das sein, dass sich das Verhältnis ein bisschen verschiebt zugunsten der gesünderen Ernährung. Ansonsten ist es gut, dreimal am Tag zu essen.
[Elisabeth Seidel] (34:49 - 34:51)
Kein Fasten auch, ne?
[Michelle Lang] (34:51 - 39:16)
Nee, kein Fasten, Intervallfasten, das werde ich auch ganz oft gefragt. Intervallfasten hat sehr gute Erfolge gezeigt bei Männern und bei Frauen nach der Menopause.
Bei Frauen, die noch einen Zyklus haben, ist es ein bisschen schwierig, weil diese längeren Perioden, in denen man nichts isst, einfach im Körper Stress und das Gefühl von, hier herrscht eine Hungersnot und ich schütte jetzt sehr viele Stresshormone aus, weil ich das Gefühl habe, ich bekomme jetzt hier bald nichts mehr und ich konzentriere mich jetzt nur noch auf Stress, auf eine Flucht- oder Kampfsituation und ich konzentriere mich aber nicht mehr auf Hormonbildung, nicht mehr auf eine Frau potenziell dazu vorbereiten, dass sie schwanger werden kann und genau deshalb ist das Fasten gar keine gute Idee, genauso wie das Low-Fat, das hatte ich eben auch schon gesagt, weil man halt den Hauptbaustoff unserer Hormone damit wegnimmt.
Dann würde ich auch absolut abraten von allen künstlichen Aromen, Farbstoffen und so weiter, auch Zuckeraustauschstoffe, schwierig. Also da würde ich echt immer darauf achten und so krass das jetzt klingt, also natürlich muss man auch mit Zucker aufpassen, aber ehrlich gesagt bin ich eher so, dass ich sage, wenn du eine Cola trinken willst, trink lieber eine normale Cola, als dass du jetzt die mit dem Aspartam nimmst. Genau, das wäre so meine Herangehensweise und dann sind natürlich auch noch ganz wichtige Faktoren, die sich jetzt außerhalb der Ernährung bewegen, die aber ganz wichtig sind.
Zum einen ist es natürlich das Thema Stress, weil Stress der Hauptauslöser von PMS leider ist und von hormonellen Disbalancen, weil aus derselben Thematik, die ich eben mit dem Intervallfasten schon erklärt habe, Stress, also der Körper entscheidet immer, entweder ich gehe dem Stress-Trigger hinterher oder ich kümmere mich um Fortpflanzung und hormonelle Balance und der Stress, das Überleben, das gewinnt halt immer und deswegen ist das einfach ein Riesenfaktor.
Und der zweite Faktor, den hatte ich auch vorhin schon mal kurz angesprochen, wir haben extrem viele hormonelle Disruptoren, also Dinge, die unsere hormonelle Balance, körpereigene Hormonbildung beeinflussen, haben wir mittlerweile in der Umwelt, sei es in Kosmetika, in Putzmitteln, auch in Verpackungen von Lebensmitteln, womit Möbel imprägniert sind teilweise auch oder auch Menstruationsprodukte. Auch das Thema Mikroplastik spielt eine große Rolle, weil zum Beispiel, es gibt ja viele Menstruationsprodukte, zum Beispiel Tampons, die so eine Silk-Oberfläche haben, zum leichteren Einführen, was natürlich total praktisch ist, gerade wenn die Periode jetzt nicht so stark ist zum Beispiel, aber man muss sich einfach im Klaren sein, alles, was so silky ist und soft und so ein bisschen shiny, das ist alles Plastik und das führen wir uns direkt in den Körper ein und das gelangt dann natürlich auch über den Blutstrom einfach ins System. Direkten Kontakt mit den Schleimhäuern.
Genau, richtig, genau und das ist eben auch ein Riesenproblem und das sind auch zwei Dinge, einmal auf das Thema Stress, das weiß ich, leichter gesagt als getan, aber man muss wirklich schauen, dass man öfter vielleicht lernt, auch mal einen zu sagen und sich einfach sagt, okay, ich muss mich jetzt mal priorisieren, damit ich auch später noch funktionieren kann. Also, dass man leerer brunnen kann, kein Wasser spenden, so ein bisschen, also, dass man sich selbst ein bisschen rausnimmt und was ich als allererstes meinen Klientinnen immer empfehle, wegen der hormonellen Disruptoren, nimm mal, lad dir mal so eine Checking-App, also ToxFox oder CodeCheck, lad dir das mal aufs Handy runter, das kostet auch nichts und wenn du das nächste Mal in die Drogerie gehst und dir ein neues Shampoo oder eine Haarspülung oder Bodylotion aussuchst, dann scanne das mal kurz und guck mal und das ist immer so ein Kreisdiagramm und da wird in Farben ganz übersichtlich einfach gezeigt, wenn rot ist, dass es auf jeden Fall hormonell aktive Substanzen enthält und dann kann man mal gucken, ob man nicht doch vielleicht ein bisschen weniger krasse Alternative für sich findet.
[Elisabeth Seidel] (39:16 - 39:21)
So stehe ich auch immer in einer Drogerie, scanne und bin dann enttäuscht.
[Michelle Lang] (39:21 - 39:27)
Ich auch, weil ich denke, ich wollte es unbedingt kaufen, aber jetzt, wo ich es weiß, kann ich es nicht mehr mit gutem Gewissen verwenden.
[Elisabeth Seidel] (39:27 - 39:39)
Gibt es noch irgendwelche Nährstoffe, die du für besonders wichtig hältst, auch in der Phase? Wir haben ja schon über einige gesprochen. Natürlich ist dann Magnesium, das ist ja so ein Übergang.
Magnesium ist auch schon wichtig in der Phase.
[Michelle Lang] (39:40 - 42:43)
Also vielleicht auch Magnesium nochmal. Es gibt ja nicht nur ein Magnesium, sondern ganz viele verschiedene Formen, die alle einen unterschiedlichen Wirkschwerpunkt haben. Wir haben jetzt vor allem über das Entkampfende gesprochen, was dann in Richtung Periode wieder vor allem wichtig wird.
Aber Magnesium, es gibt ganz viele andere Magnesiumformen, die anderes bewirken. Und jetzt in der Luteal-Phase oder der priminstruellen Phase im hormonellen Herbst, in dem wir uns jetzt gerade befinden, ist es einfach so, dass durch das Progesteron, das in der Phase vorherrscht, wird leider die Verdauung auch verlangsamt. Und das macht bei vielen Frauen zum Beispiel Blähbauch oder auch Verstopfung sehr unangenehm.
Und das kann man aber auch über Magnesium, auch über ein Supplement sehr gut regeln, dass man da einfach die Verdauung ein bisschen unterstützt. Genauso wie Flohsamenschalen würde ich zum Beispiel auch, zumindest in dieser Phase, kann man aber auch über den ganzen Zyklus, je nachdem wie es verdauungstechnisch so läuft, kann man das einfach machen. Und das ist eben, um die Verdauung einfach zu unterstützen, dass das alles ein bisschen gelockert wird und so weiter.
Und dass man das einfach schnell und zügig und gut ausscheiden kann, ohne dass es auch zu fest wird oder so und dass danach noch irgendwas passiert. Und es ist aber ganz, ganz wichtig, und das vergessen viele immer, man muss ganz, ganz viel dazu trinken, weil die Flohsamenschalen auch ganz krass Wasser ziehen einfach. Und deswegen, damit wir nicht das gegenteilige Problem bekommen, also dass die Verstopfung noch krasser wird, ist es wichtig, einfach ganz viel dazu zu trinken.
Genau, trinken ist sowieso wichtig. Nicht nur Kaffee trinken. Richtig, genau, da hast du mir jetzt auch noch gut den Ball hingelegt.
Genau, das ist nämlich auch noch was, wenn wir jetzt noch mal zu PMS-Prävention so ein bisschen zurückkommen, auch Kaffee oder generell Koffein auf leeren Magen, also so, ich stehe morgens auf und der erste Gang führt zur Kaffeemaschine, noch bevor ich überhaupt irgendwas anderes gemacht habe. Das machen viele, es ist aber wirklich nicht empfehlenswert, weil auch das, das Koffein, treibt auch unser Cortisol hoch, also unser Stresshormon, und dann sind wir wieder in dieser Phase, wo der Körper entscheidet, okay, Stresshormone oder Sexualhormone, ich nehme die Stressachse, weil hier geht es jetzt erst mal ums Überleben. Und deswegen, also ich hatte Klientinnen, wo ich gesagt habe, lass doch einfach mal, probier doch einfach mal aus, einen Zyklus mal den Kaffee wegzulassen, und sie hat mir wirklich gesagt, dass die PMS-Symptome waren weg.
Das muss natürlich nicht, also das muss natürlich nicht bei jedem so sein, es ist auch immer sehr individuell, wie stark das Koffein sich auswirkt, aber es hat schon massive, massive Auswirkungen. Deswegen morgens am besten erst mal was Kleines essen und dann den Kaffee oder den Kaffee halt zum Frühstück dazu, aber nicht auf leeren Magen.
[Elisabeth Seidel] (42:45 - 42:57)
Ich sage immer meistens so pauschal zu meinen Patientinnen, vor um zehn solltest du was gegessen haben. Kann man das, könntest du das so unterschreiben?
[Michelle Lang] (42:58 - 43:15)
Auf jeden Fall, weil sonst wird halt auch die Pause, Stichwort Intervallfasten, sonst wird halt auch die Pause zum Abendessen, wird halt wahrscheinlich auch wieder zu groß. Und es ist generell so, dass man sagt, ein Zeichen für einen gesunden Hormonhaushalt ist, wenn man morgens mit Hunger aufwacht.
[Elisabeth Seidel] (43:15 - 43:23)
Aber da kriege ich dann oft die Antwort, das war schon so, als ich ein Kind war. Schwierig, was soll man da noch dagegen sagen?
[Michelle Lang] (43:25 - 43:56)
Ja, aber würde ich komplett unterschreiben. Auf jeden Fall. Ich habe, ich kenne das auch, weil bestimmt beinahe die Hälfte meiner Klientinnen sagt, ich kann morgens nichts essen.
Und dann erkläre ich aber nochmal, warum das so wichtig ist. Natürlich möchte jeder so gut wie möglich für sich sorgen. Und gerade wenn man das verstanden hat, okay, ich probiere es jetzt nochmal.
Und dann versuchen wir eben Frühstücksalternativen zu finden und mal auszuprobieren, ob das vielleicht doch klappt. Und es geht auch meistens.
[Elisabeth Seidel] (43:56 - 44:03)
Was wären so Beispiele, wenn du jetzt sagst, drei Mahlzeiten, probiert mal das in dein Leben zu integrieren.
[Michelle Lang] (44:04 - 47:33)
Also generell, wenn man jetzt von einer Frühstücksidee spricht, das würde jetzt sogar auch auf die Frauen funktionieren, die morgens nicht so die Frühstückerin sind. Also was ich morgens gerne mache, weil es auch total schnell geht, liebe ich gerade sehr, ist Kefir mit ein bisschen stillem Wasser, Zimt und einer Banane und das einfach pürieren. Und das ist einfach ein super guter Protein-Shake, der schön satt macht, der was für unseren Darm tut.
Der Zimt kann auch nochmal, also wir haben nichts zum Süßen drin außer dem Zimt und die Banane. Je nach Reifegrad ist natürlich mal süßer und mal weniger süß. Aber wir brauchen keinen zusätzlichen Zucker und der Zimt kann auch den Blutzuckerspiegel ein bisschen nicht so schnell ansteigen lassen.
Also das ist auch noch was Gutes. Mir schmeckt es sehr gut und dann esse ich meistens noch, empfehle ich meistens noch eine Handvoll, eine kleine Handvoll Nüsse dazu zu essen, dann hat man auch die Fettquelle nochmal. Das kann man machen und gerade sowas, alles was so Shake, Smoothie und so weiter ist, ist auch immer ganz geeignet für Leute, die eigentlich nichts frühstücken können oder die können auch mal probieren, wenn es nur ein Apfel mit einer Handvoll Nüsse oder ein bisschen Apfel mit so Mandelmus bisschen drüber ist.
Vielleicht funktioniert das, da muss man immer gucken, okay, ist es jetzt das, dass ich morgens nichts Festes essen kann, dann ist was Flüssiges besser, obwohl ich da immer sage, wenn es was Flüssiges ist, dann, so blöd man sich dabei vorkommt, versuch Kaubewegungen zu imitieren, weil dann die Verdauung auch besser funktioniert einfach, als wenn wir nur schnell was runterkippen. Genau, beim Mittagessen, auch wenn es jetzt nochmal schnell gehen soll, einfach eine schöne Scheibe Sauerteigbrot, ich kaufe mir beim Bäcker immer ein Leib Brot, lasse den schneiden und packe den dann zu Hause in einen Gefrierbeutel und friere den ein und so kann ich mir einfach immer, wenn ich Lust drauf habe und wenn ich es brauche, genau die Menge rausholen, gefroren, packe die in den Toaster und es ist innerhalb von zwei Minuten getoastet und getoastetes Brot schmeckt ja einfach sowieso so viel besser. Da könnte man jetzt zum Beispiel, und das ist auch eigentlich was, was man super gut im Büro machen kann, das ist kein riesen Hexenwerk, man muss nicht krass vorher was vorbereiten oder so, auf dieses Brot würde man dann einfach zum Beispiel einen pflanzlichen Aufstrich machen, ich mag Rote Bete Meerrettich zum Beispiel total gerne, dann ein hart gekochtes Ei oder man kann auch zwei, damit man ordentlich Eiweiß hat, auch wegen lange satt bleiben und dann einfach noch ein bisschen Kresse dazu und dann schneidet man sich noch eine Paprika auf und fertig ist. So und abends sind immer so One Pot Gerichte, finde ich immer, oder ist jetzt in dem Falle sogar kein One Pot Gericht, aber ein Curry zum Beispiel, das geht auch total schnell, also gerade mit Spinat und mit Kichererbsen zum Beispiel eins, da kann man ja auch total variieren, auf was man gerade Lust hat, was gerade zu Hause noch im Kühlschrank oder im Vorratsschrank ist und einfach ein bisschen Gemüse anbraten, Kokosmilch drauf, dann eine schöne Currypaste oder eine Currygewürzmischung und kurz einköcheln lassen, das dauert 20 Minuten, also ich glaube, die Zeit hat wirklich jeder, es ist nicht viel Vorbereitungszeit und dann kann man sich dazu noch ein bisschen Reis kochen einfach.
[Elisabeth Seidel] (47:34 - 47:36)
Das hört sich jetzt schon sehr lecker an.
[Michelle Lang] (47:37 - 47:38)
Ja, gleich mal Hunger.
[Elisabeth Seidel] (47:40 - 47:53)
Wenn sich jetzt eine Frau noch gar nicht wirklich damit beschäftigt hat oder einsteigen will in das Thema, gibt es so einen Tipp oder irgendwas, was du empfehlen würdest, womit du anfangen würdest?
[Michelle Lang] (47:53 - 49:19)
Ja, also zum einen, wenn es jetzt wirklich um so Ernährungstipps geht, dann würde ich sagen, schau mal, dass du zu zwei von drei Mahlzeiten täglich eine große Portion reichlich Gemüse isst. Das wäre so mein erster Tipp, dass man das einfach macht und generell, wie kann ich jetzt meine Ernährung im Alltag zyklusfreundlicher gestalten, ohne so total dogmatisch oder perfektionistisch zu werden und das hält ja, wie wir alle wissen, keiner lange durch, weil es dann irgendwann zu viel Aufwand ist oder zu anstrengend oder zu krass einfach. Da würde ich sagen, das sind so einfache Sachen wie, geh mal in die Buchhandlung und stöber mal ein paar Kochbücher durch, die so in die gesündere Richtung gehen.
Guck mal, was dich anspricht, nimm dir das mit und nimm dir vor, einfach jede Woche zwei neue Gerichte auszuprobieren. Oder du kannst ja auch auf Instagram oder auf Social-Media-Accounts suchen, es gibt ja so viele mittlerweile und kannst dir da Rezepte abspeichern und einfach zwei die Woche ausprobieren. Oder wie gesagt, ich versuche zu zwei von drei Mahlzeiten am Tag mehr Gemüse zu essen oder ich probiere mal ein neues Gemüse aus, was ich noch nie mitgenommen habe.
Ansonsten kaufe ich immer nur Tomaten, Paprika und Gurke und heute habe ich jetzt mal Austernpilze mitgenommen und eine Süßkartoffel zum Beispiel.
[Elisabeth Seidel] (49:19 - 49:20)
Oder die Puntarelle.
[Michelle Lang] (49:20 - 49:57)
Genau, richtig, das ist für die Hardcore-Leute, die sich richtig was trauen.
Ja genau, also solche Sachen. Oder wenn wir jetzt mal weg von der Ernährung kommen oder immer noch beim zyklusfreundlichen bleiben, ich lege abends mal eine Stunde früher mein Handy weg, das stresst ja auch voll, fällt mir selber auch wahnsinnig schwer, das schaffe ich gar nicht. Oder ich lese anstatt dessen mal lieber wieder ein schönes Buch oder ich versuche mal einfach ein bisschen früher das Licht auszumachen abends.
Oder ich kümmere mich, ich checke jetzt mal meinen Badschrank, was ist hier alles vielleicht nicht so geeignet.
[Elisabeth Seidel] (49:58 - 50:04)
Allein darüber, über die Lichthygiene und den Badschrank könnte man jeweils eine eigene Episode machen.
[Michelle Lang] (50:04 - 50:04)
Ja, absolut.
[Elisabeth Seidel] (50:05 - 50:25)
Michelle, du kennst dich ja noch mit so viel mehr Themen aus, Ernährung bei PCOS, bei Endometriose etc. Das konnten wir jetzt alles gar nicht anschneiden, weil es auch sehr sehr große Themen sind. Wo können dich Hörerinnen erreichen oder mehr zu deiner Arbeit finden, wenn sie sich dafür interessieren?
[Michelle Lang] (50:26 - 50:36)
Genau, also zum einen auf Instagram unter @nutri_licious_berlin oder eben ganz normal über meine Webseite nutri-licious.de.
[Elisabeth Seidel] (50:36 - 50:57)
Ich danke dir ganz ganz herzlich für deine Ausführungen heute, es war super spannend, ich habe auch noch neue Sachen gelernt und ich hoffe, da gibt es ein paar neue Ideen für unsere Hörerinnen, was sie sich so zu essen machen können und wie sie vielleicht ein kleines Frühstück machen können, weil ich glaube, das betrifft tatsächlich echt viele.
[Michelle Lang] (50:58 - 50:58)
Auf jeden Fall.
[Elisabeth Seidel] (50:58 - 50:59)
Danke, Michelle.
[Michelle Lang] (50:59 - 51:01)
Ja, vielen Dank dir, hat sehr viel Spaß gemacht.