Informationen zur Podcastfolge Nr. 212 Krafttraining & Muskelaufbau: Das musst du wissen, um Fortschritte zu machen! Mit Torben König Informationen zur Podcastfolge Nr. 212 Krafttraining & Muskelaufbau: Das musst du wissen, um Fortschritte zu machen! Mit Torben König

Umwelteinflüsse im Alltag. Mit Dr. Thomas Fenner

Unser Alltag ist geprägt von unsichtbaren Einflüssen: Plastik in der Nahrung, Feinstaub in der Luft und Chemikalien in Kosmetika. In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Elisabeth Seidel mit Dr. Thomas Fenner, Arzt für Laboratoriumsmedizin und Experte auf dem Gebiet der Umweltmedizin, über alltägliche Umweltbelastungen und wie wir unser natürliches Wohlbefinden unterstützen können.

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Welche umwelteinflüsse umgeben uns?

Dr. Thomas Fenner erklärt, dass wir in einer Industrienation leben. Da bleibt es nicht aus, dass wir täglich mit unzähligen Chemikalien und Schwermetallen konfrontiert werden. Diese Beeinflussung beginnt oft schon direkt nach dem Aufstehen. Dr. Thomas Fenner beschreibt, dass wir in Räumen schlafen, in denen möglicherweise diverse Substanzen existieren.

Das fängt beim Teppichboden an und hört beim Schimmelpilz an der Wand auf. Anschließend packen wir unsere Lebensmittel aus Plastik aus oder bewegen uns durch Feinstaub in der Innenstadt. Dr. Thomas Fenner betont, dass wir ununterbrochen mit Situationen konfrontiert sind, die wir gar nicht bewusst feststellen. Unser Körper muss diese Stoffe jedoch mittelfristig abbauen.

Schimmel und Duftstoffe

Ein häufiges Problem in Wohnungen ist Schimmel durch Feuchtigkeitsschäden oder ungünstig gestellte Möbel. Dr. Thomas Fenner erklärt, dass dabei Sporen und flüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen freigesetzt werden. Einige Menschen reagieren darauf allergisch mit Husten und Schnupfen. Andere können diese langkettigen Substanzen laut Dr. Thomas Fenner einfach nicht vernünftig abbauen.

Ähnliches gilt für alltägliche Duftstoffe in Parfüms oder Waschmitteln. Dr. Thomas Fenner beobachtet in seiner Umweltsprechstunde, dass Patienten darauf sehr unterschiedlich reagieren. Wer empfindlich ist, leidet oft unter einer genetischen Störung beim Abbau dieser flüchtigen Substanzen. Solche chemischen Düfte können massive gesundheitliche Probleme verursachen.

CHECKLISTE: 4 SCHRITTE ZUR REDUKTION VON UMWELTGIFTEN

Dr. Thomas Fenner empfiehlt praktische Tipps, um Umweltbelastungen zu reduzieren

  1. Lebensmittel möglichst unverpackt einkaufen.
  2. Speisen bevorzugt in Gläsern statt in Plastik- oder Alufolie lagern.
  3. Möbel nicht direkt an die Außenwand stellen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  4. Auf künstliche Duftstoffe in Kosmetika und scharfen Putzmitteln verzichten.

MIKROPLASTIK UND SCHWERMETALLE IN DER NAHRUNG

Dr. Thomas Fenner beschreibt, dass der Körper langlebige Chemikalien und Mikroplastik oft als hormonähnliche Substanzen erkennt. Dies kann langfristig zu weitreichenden hormonellen Veränderungen führen. So beeinflusst dies beispielsweise die Spermienqualität bei Männern.

Auch bei unserer Ernährung ist Vorsicht geboten. Dr. Thomas Fenner warnt vor allem vor übermäßigem Konsum von großen Raubfischen. Wer sehr häufig bestimmten Fisch isst, reichert oft hohe Mengen an Schwermetallen wie Arsen oder Quecksilber an. Zudem nehmen wir durch konventionell angebautes Getreide und Gemüse regelmäßig Reste von Pestiziden und Fungiziden auf.

Trainingsziel Wiederholungen nach Torbens Ansatz Schwerpunkt
Muskelaufbau etwa 8 - 12  muskuläre Ermüdung
Kombination etwa 6 - 8  Kraft und Muskelaufbau
Kraftentwicklung etwa 1 - 6 schwerere Sätze und Aktivierung des Nervensystems

DIE DREI PHASEN DER ENTGIFTUNG

Unser Körper muss entscheiden, wie er Schadstoffe wieder optimal loswird. Wasserlösliche Stoffe scheidet er sehr effizient über die Niere und die Harnblase aus. Fettlösliche Substanzen werden laut Dr. Thomas Fenner hingegen hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt. Sie müssen oft kompliziert umgebaut werden, um über den Darm den Körper zu verlassen.

Dieser komplexe Umbauprozess erfolgt in drei Phasen, die maßgeblich durch unsere Genetik bestimmt werden. Dr. Thomas Fenner erklärt, dass hierbei vier Hauptenzyme zum Einsatz kommen. Es ist wichtig diesen Mechanismus nicht zu stören oder stark zu überlasten, damit keine Zwischenprodukte entstehen.

DEN KÖRPER SANFT UNTERSTÜTZEN

Anstatt auf kurzfristige Trends zu setzen, ist es sinnvoll, den Körper und seine natürlichen Prozesse nachhaltig zu unterstützen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, reich an Ballaststoffen und ausreichend Flüssigkeit, bildet hierbei eine wichtige Basis für das allgemeine Wohlbefinden. Ein bewussterer Lebensstil und ein achtsames Umfeld können dabei ein wichtiger erster Schritt sein.

Zudem können gezielte Nährstoffe eine sinnvolle Ergänzung darstellen: So trägt Zink zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel sowie einem normalen Fettsäurestoffwechsel bei. Selen und Zink tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, während Vitamin D eine normale Funktion des Immunsystems unterstützt.

CHECKLISTE: 4 WEGE, Das wohlbefinden ZU STÄRKEN

Dr. Thomas Fenner empfiehlt Tipps, um den Körper aktiv zu unterstützen:

  • Ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees trinken
  • Ballaststoffreiches Gemüse essen
  • Nährstoff-Bausteine wie Selen, Zink und Vitamin D ausreichend aufnehmen
  • Radikale Detox-Fastenkuren vermeiden

TAKE AWAYS

  • Umweltstoffe aus Plastik, Abgasen und Chemikalien beeinflussen unseren Körper tagtäglich und oft unbemerkt.
  • Langlebige Chemikalien wirken in unserem Körper hormonähnlich.
  • Bei Fischkonsum sollte auf die Schwermetallbelastung geachtet werden.
  • Anstatt radikaler Kuren empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit.

Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural

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Dr. Thomas Fenner ist Arzt für Laboratoriumsmedizin und ein renommierter Experte auf dem Gebiet der Umweltmedizin. In seiner Umweltsprechstunde spürt er durch detaillierte Anamnese und laborchemische Analysen den Ursachen chronischer Beschwerden nach, die durch alltägliche Umweltgifte und Schwermetalle ausgelöst werden. Mehr Informationen unter: www.fennerlabor.de

[Dr. Thomas Fenner] (0:00 - 0:18)

Das merke ich ja häufig erst nach langer Phase, dass es mir schlecht geht, dass ich infektanfällig bin, dass meine Haut nicht super aussieht und, und, und. Und das sind so die ersten Zeichen, dass doch vielleicht etwas zu entgiften ist im Körper, was man nicht so einfach so wegdrücken kann.

 

[Elisabeth Seidel] (0:20 - 1:45)

Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Elisabeth Seidel und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.

 

Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Wir sprechen hier bei Healthwise ja häufig über Themen wie Ernährung, Bewegung, Mental Health, Hormone und andere Longevity-Themen. Aber was ist eigentlich mit den Dingen, die uns alltäglich umgeben?

 

Damit meine ich Sachen, die wir trinken, die wir essen, die wir uns auf die Haut schmieren, die wir einatmen oder die wir unbewusst mit nach Hause bringen. Sind Umweltbelastungen tatsächlich so gefährlich oder ist es eigentlich ziemlich übertrieben? Darüber spreche ich heute mit meinem Gast Dr. Thomas Fenner. Er ist Arzt für Laboriumsmedizin und Experte auf dem Gebiet der Umweltmedizin. Wir besprechen heute, welche Umweltbelastungen tatsächlich relevant und gefährlich sind, was sie in unserem Körper machen, wie wir damit umgehen und wie wir uns gegebenenfalls davor schützen können. Herzlich Willkommen bei einer neuen Folge Healthwise.

 

Herr Dr. Fenner, warum ist es denn so wichtig, dass wir uns über Entgiftung und Umweltbelastungen unterhalten?

 

[Dr. Thomas Fenner] (1:46 - 2:07)

Ja, Frau Seidel, erstmal vielen Dank für die Einladung. Ich unterhalte mich gerne über das Thema Umweltmedizin und Umweltentgiftung. Wir leben in einer Industrienation.

 

Da bleibt es nicht aus, dass wir mit ganz vielen Substanzen, Chemikalien, Produkten, Schwermetallen konfrontiert werden, die der Körper mittelfristig abbauen muss.

 

[Elisabeth Seidel] (2:08 - 2:23)

Wenn wir jetzt mal so einen typischen Tag, ja, was ist ein normaler Tag? Sieht natürlich für jeden anders aus. Aber wenn wir jetzt mal durch einen Tag durchgehen würden, wo laufen wir denn Gefahr, mit Umweltgiften in Kontakt zu kommen?

 

[Dr. Thomas Fenner] (2:24 - 3:35)

Das fängt eigentlich mit dem Aufstehen an, weil ich in einem Raum bin, der möglicherweise mit allen möglichen Substanzen kontaminiert ist. Das fängt beim Teppichboden an, hört beim Schimmelpilz an der Wand auf. Und so hangele ich mich durch den Tag.

 

Ich gehe dann duschen. Ich nehme dann Nahrung zu mir. Ich packe meine Äpfel aus Plastik aus.

 

Ich schneide mir eine Gurke, die irgendwo in einem Karton verpackt ist. Und so kommen wir eigentlich von einer Station zur nächsten. Ich gehe dann auf die Straße, fahre vielleicht mit den Öffis oder mit dem Fahrrad durch eine feinstaubbelastete Innenstadt.

 

Und gehe dann zur Arbeit, habe dann wieder einen geschlossenen Raum, in dem ganz viele Substanzen frei umherwabern können. Und so geht das eigentlich, bis ich abends wieder ins Bett gehe. Dass ich immer wieder mit Situationen konfrontiert bin, die ich gar nicht feststelle, die ich gar nicht merke.

 

Das merke ich ja häufig erst nach langer Phase, dass es mir schlecht geht, dass ich infektanfällig bin, dass meine Haut nicht super aussieht und, und, und. Und das sind so die ersten Zeichen, dass doch vielleicht etwas zu entgiften ist im Körper, was man nicht so einfach so wegdrücken kann.

 

[Elisabeth Seidel] (3:36 - 4:04)

Diese Umwelt, sagen wir mal Umweltgifte oder diese Belastung, die werden ja mit allen möglichen Erkrankungen oder Symptomen assoziiert. Vielleicht können wir ja erstmal so anfangen, wir haben jetzt gesagt, okay, wir stehen auf, wir gehen durch den Tag, wir sind ständig konfrontiert. Welche Arten von Umweltbelastungen gibt es denn?

 

Also wir könnten ja mal anfangen zum Beispiel morgens, man steht auf, Sie meinten Schimmel an der Wand. Was ist das Toxische an Schimmel?

 

[Dr. Thomas Fenner] (4:04 - 5:16)

Der Schimmel an der Wand ist natürlich da etwas, was mich den ganzen Tag über begleiten kann, wenn ich in einem geschlossenen Raum bin. Insbesondere natürlich in der Wohnung, wo ich wohne, wenn ich Feuchtigkeitsschäden habe oder wenn ich meine Möbel ungünstig hinstelle, dann kann es zur Schimmelbildung an der Wand kommen. Auch der Wandaufbau ist dann ein ganz wichtiger Punkt.

 

Wir reden da nicht über den Schimmel, den ich im Badezimmer habe. Im Badezimmer halte ich mich vielleicht 30 Minuten, maximal 45 Minuten auf, eher 10 Minuten. Wenn ich da ein bisschen Schimmel auf der Kante des Fensters habe, ist das unproblematisch.

 

Aber wenn ich so eine Schimmelfläche in der Größe eines DIN A4 Blattes und größer habe, dann werden da Sporen freigesetzt, das wäre eine Kohlenwasserstoffverbindung, so Duftstoffe freigesetzt, die muss ich entgiften. Da gibt es dann zwei Wege. Das eine ist, dass ich allergisch darauf reagiere, dann bin ich der Allergiker, habe Husten, Niesen, Schnupfen, Heiserkeit.

 

Und das andere ist eben, dass ich diese langkettigen chemischen Substanzen, die ähnlich wie ein Parfüm wirken, nicht vernünftig abbauen kann. Und das wäre dann die zweite Belastungsquelle, der ich dann ausgesetzt bin.

 

[Elisabeth Seidel] (5:16 - 5:20)

Riecht man den Schimmel oder sieht man ihn?

 

[Dr. Thomas Fenner] (5:21 - 6:11)

Man sieht ihn natürlich, dieses Grün-Schwarze an der Wand, hinter der Fußleiste. Vor allen Dingen dann, wenn ich Möbel an die Außenwand stelle, entstehen dahinter Kondensationspunkte. Und wir Menschen selber sind ja auch ein Mitproduzent von Wasser in der Wohnung, weil wir jede Nacht zwischen 3 und 5 Liter Wasser ausschwitzen.

 

Das muss ja irgendwo hin. Das geht dann gerne in die Raufasertapete und da sagt der Schimmel, jawohl, das ist meine Heimat, da setze ich mich hin. Das andere ist, wenn Häuser schlecht saniert sind und Dachrinnen reinlaufen, die Außenwand feucht ist und diese Feuchtigkeit durchschlägt.

 

Das ist eigentlich das häufigste Problem in Wohnungen, dass die da nicht vernünftig renoviert werden, der Schimmel nur oberflächlich beseitigt wird, immer wieder durchkommt und die Leute immer wieder damit konfrontiert sind.

 

[Elisabeth Seidel] (6:13 - 6:16)

Und was machen die Leute dann? Also lüften wahrscheinlich?

 

[Dr. Thomas Fenner] (6:17 - 8:14)

Sie lüften, aber wenn sie dann aus dem Haus gehen, machen sie die Fenster zu. Das heißt, der Schimmel hat dann wieder 8 bis 10 Stunden Zeit, sich weiterzuentwickeln. Lüften ist eine ganz, ganz wichtige Maßnahme, nicht unbedingt Dauerlüften, sondern Stoßlüften ist wichtig.

 

Nur was kommt dann wieder rein? Sie haben, wenn Sie hier in Berlin wohnen, eine Feinstaubexposition, die relativ hoch ist, wenn es nicht gerade geregnet hat. Dann kommt Ihnen neben den Schimmelpilzsporen noch der ganze Feinstaub in die Wohnung.

 

Das ist natürlich auch noch ein weiteres Problem, aber da kommen wir vielleicht später ja noch hin. Der Schimmelpilz als solcher, wenn ich ihn beseitige, muss ich ihn gründlich beseitigen, indem ich auch die Grundlage entsprechend saniere. Wand trockenlegen, dann vernünftigen Wandaufbau wieder machen, ihn grundsätzlich beseitigen.

 

Da kann ich zum Beispiel auch Desinfektionsmittel draufsprühen. Häufig werden dann Farben und Lacke aufgetragen, die auch antifungizid heißt das so schön, also gegen Pilze gerichtet sind. Aber diese Mittel sind natürlich auch nicht ganz unkritisch, weil die ausdunsten und dann auch wieder von einem verstoffwechselt werden müssen.

 

So, wenn ich diese Wand trocken habe, den Schimmel beseitigt habe, dann habe ich auch wieder eine Wohnung, wo ich dann eventuell nur noch die Schimmelpilzsporen habe. Und die muss ich eben durch Saugen, Fegen versuchen zu beseitigen. Und dann nochmal, Sie hatten so schön gefragt, riecht man das?

 

Sie kennen das vielleicht, wenn man in ein Haus reinkommt, da riecht es so muffig. Und da gibt es zwei Gruppen von Menschen, die einen riechen das sofort, die haben meistens auch eine Schwierigkeit, bestimmte Sachen zu entgiften. Einige Menschen, die besonders gut riechen, sehr viele zumindest von denen und andere sagen, riecht ein bisschen muffig, macht mir aber nichts.

 

Also es ist ganz spannend, da die Patienten auch zu befragen, wenn sie in andere Häuser gehen, riecht es da so ähnlich muffig wie bei Ihnen im Keller? Und die können meistens sehr differenziert antworten.

 

[Elisabeth Seidel] (8:14 - 8:25)

Okay, das heißt, wenn meine Entgiftung gar nicht so gut aufgestellt ist, vielleicht aus genetischen Gründen, dann kann es sein, dass ich aber einen besseren Geruchssinn habe, um mich quasi zu schützen.

 

[Dr. Thomas Fenner] (8:25 - 8:29)

Sie können sich als Schnüffelhund sozusagen einsetzen lassen.

 

[Elisabeth Seidel] (8:29 - 8:34)

Okay, das ist ja ein interessanter Mechanismus der Evolution fast.

 

[Dr. Thomas Fenner] (8:34 - 8:57)

Man muss den wahrnehmen für sich. Also wir hätten ja das Höhlenleben nicht überstanden, wenn wir nicht mit einer gewissen Menge an Schimmel klarkommen. Also Schimmel ist überall, auch in der Natur draußen, das ist auch nicht weiter schlimm, nur die Menge macht es eben aus.

 

Und in geschlossenen Räumen hat der Schimmel natürlich die optimale Möglichkeit, in hoher Konzentration aufzutreten. Und das macht uns eben die entsprechenden Beschwerden.

 

[Elisabeth Seidel] (8:58 - 9:32)

Wenn wir jetzt beim Geruchssinn gerade sind. Es gibt ja Menschen, die sehr, sehr empfindlich reagieren auf alle möglichen Duftstoffe auch, Parfüms, irgendwelche Duftstoffe in Reinigungsmitteln. Oder es gibt ja auch diese Hypersensitivität gegenüber ganz, ganz vielen von diesen chemischen Stoffen.

 

Wie ist es da? Haben Sie da Erfahrung mit? Also ist eigentlich jeder empfindlich auf diese Duftstoffe?

 

Oder ist es eher so eine Gruppe von Menschen, die vielleicht auch keine gute Entgiftung hat, die dann auch besonders empfindlich darauf reagiert?

 

[Dr. Thomas Fenner] (9:33 - 10:18)

Also es gibt da auch wiederum unterschiedliche Patientengruppen. In meiner Umweltsprechstunde frage ich das jedes Mal ab. Können Sie zum Beispiel Drogerien oder große Baustoffmärkte, können Sie das ab, wo viele Duftstoffe freigesetzt werden?

 

Da gibt es so eben unterschiedliche Gruppen von Personen, die einen sagen, wenn sie an so Duftkerzenshops oder Seifenshops vorbeigehen, müssen sie auf die andere Straßenseite gehen, weil sie sofort Kopfschmerzen davon bekommen. Und andere sagen, das macht mir nichts aus. Und wenn man das dann korreliert mit den Laborbefunden, also gerade mit den genetischen Befunden, dann findet man bei denen, die diese Duftstoffe meiden, häufig dann auch eine Störung oder eine Veränderung des Abbaus von flüchtigen Substanzen.

 

[Elisabeth Seidel] (10:19 - 10:26)

Diese Duftstoffe, wäre das zum Beispiel eine Belastung, die die Leute eher so ein bisschen unterschätzen?

 

[Dr. Thomas Fenner] (10:26 - 11:10)

Es gibt Personen, die in der Entwicklung ihrer Krankheitsgeschichte mittlerweile weder Duftstoffe von Waschmitteln abkönnen, noch das Aftershave ihres Mannes oder das Parfüm ihrer Frau, das entwickelt sich ja weiter. Und man muss schon sagen, dass es darunter Patienten gibt, die da wirklich schwer geschädigt sind davon, dass die wirklich massive Probleme haben, aber dann in der Gesellschaft natürlich wenig Akzeptanz finden. Duftstoffe sind überall, es wird ja auch propagiert, man kommt in ein Kaufhaus, gibt es eine große Parfümerie-Abteilung in der Regel und das ist das absolute Gift für solche Patienten, die das nicht abkönnen.

 

[Elisabeth Seidel] (11:11 - 11:15)

Und für jemand, der es abkann, ist es dann trotzdem auch gefährlich?

 

[Dr. Thomas Fenner] (11:15 - 11:58)

Da kommen wir jetzt in die Spekulation rein. Wir haben natürlich in diesen Parfüms eine Menge an chemischen Substanzen, an Mikroplastik, an Nanoplastik, was einfach zur Konsistenz dieses Parfüms oder der Creme notwendig ist. Und da wissen wir ja noch gar nicht, wie die Langzeitfolgen sind.

 

Also das werden wir sicherlich noch weiter beobachten müssen. Aber alle Substanzen, die irgendwo riechen, duften, schmecken, wenn sie nicht aus rein pflanzlichen Basen hergestellt worden sind, haben Substanzen, die auch in der Regel chemisch sind und die können entsprechende Symptome verursachen.

 

[Elisabeth Seidel] (11:58 - 12:34)

Ich weiß nicht, ob Sie das gesehen haben, aber bei einem bekannten Streaming-Anbieter, sage ich jetzt mal, kam eine Dokumentation oder eine Art von Dokumentation raus, wo es eben um Unfruchtbarkeit ging und diese hormonellen Disruptoren bzw. Plastik, Mikroplastik, die dann eben dazu geführt haben, dass die Paare keinen Nachwuchs zeugen konnten. Ich weiß nicht, ob es dann so war, dass die dann Nachwuchs bekommen haben, aber es scheint schon ein großer Faktor zu sein, auch diese Mikroplastikbelastung, die wir überall haben.

 

Was sagen Sie dazu?

 

[Dr. Thomas Fenner] (12:35 - 14:07)

Ja, das sind ja diese langlebigen chemischen Verbindungen, die sich durch nichts eigentlich aus dem Kreislauf wieder entfernen lassen. Das sind, wie das so schön heißt, Kohlenwasserstoffverbindungen, die fluoriert sind. Das heißt, da hängen chemische Substanzen dran, um diese langkettigen Moleküle stabil zu machen.

 

Und die führen dummerweise auch dazu, dass der Körper die als hormonähnliche Substanzen, je nachdem, was es ist, erkennt und dann eben zur Veränderung des Hormonspiegels führen kann. Bis hin bei Männern, dass die Spermienqualität und auch die Spermienmotilität hier wichtig ist, um eben eine Befruchtung auslösen zu können, deutlich eingeschränkt ist. Das ist eine unmittelbare Folge davon.

 

Natürlich ist das nicht so, wie wenn man ein Präparat geben würde, wie eine Antibabypille oder sowas, aber diese Mikrospuren, die dann eben letztendlich sich in den normalen Kreislauf mit einbauen, führen dann dazu, dass eben letztendlich Unfruchtbarkeit entsteht und eine verzögerte Fertilität entstehen kann. Und dann ist natürlich die Schwierigkeit, diese Substanzen wieder aus dem Körper rauszubekommen. Man kann das auch nicht unmittelbar messen, dass man sagt, man hat so und so viel Weichmacher, Mikroplastik im Körper und das führt dann dazu, dass ich dann so und so lange unfruchtbar bin.

 

Diese Kausalität ist leider nicht vorhanden, sondern man hat diese Beobachtungen gemacht, dass eben bei Kontakt mit bestimmten Substanzen eben dann auch bestimmte hormonelle Veränderungen auftreten.

 

[Elisabeth Seidel] (14:09 - 14:17)

Warum kann man das nicht messen, weil das sich in Geweben einlagert und man dann erst eine Biopsie machen kann oder weiß man gar nicht, wo es sich einlagert?

 

[Dr. Thomas Fenner] (14:17 - 15:31)

Also gerade diese langlebigen Chemikalien, das ist eine Gruppe, die PFAS, das sind 10.000 chemikalische Einzelsubstanzen. Sie können nicht für jede Einzelsubstanz herausfinden, welche Auswirkungen die bei einem Patienten, bei einem Standardpatienten in Anführungsstrichen hat, sondern sie müssen sich auf Beobachtungen verlassen, wenn jemand in der chemischen Industrie arbeitet zum Beispiel und dann feststellt, dass der unfruchtbar geworden ist. Dann hat man natürlich eine gewisse Chance, eine Verbindung herzustellen zwischen der Exposition mit dieser Chemikalie und der Auswirkung im Körper.

 

Aber wir sind messtechnisch noch nicht so weit, dass wir all diese 10.000 Chemikalien wirklich nachweisen können und ihre Auswirkungen auf den Körper in Relation zu der Höhe, die sie in den Körper eingeschwemmt haben, dann auch wirklich tatsächlich beweisen können. Da gibt es viel zu wenig Studien darüber. Es gibt einige Tierversuche, in denen man das nachweisen konnte, aber immer nur auf Einzelsubstanzen.

 

Das ist so wenig.

 

[Elisabeth Seidel] (15:32 - 15:48)

Aber eigentlich besteht natürlich ein sehr, sehr großer Bedarf auch da zu forschen. Also verlassen Sie sich dann bei Ihrer Arbeit darauf, dass Sie schauen, wie ist die Anamnese, wie ist die Exposition gegenüber solchen Chemikalien?

 

[Dr. Thomas Fenner] (15:50 - 16:51)

Also ich habe ja das große Glück, dass meine Patienten, die zu mir kommen, ja schon was haben. Die haben Beschwerden und dann muss ich versuchen, den Beschwerden auf den Grund zu gehen. Ich frage grundsätzlich auch immer ab, ob sie neue Klamotten, neue Ledermöbel, neue Einrichtungsgegenstände angeschafft haben, weil all diese Gegenstände, gerade Kunststofftextilien, natürlich hoch belastet sind.

 

Auch wenn sie eben aus Südostasien stammen, in Massenproduktionen hergestellt werden, nicht natürliche Stoffe enthalten, dann können die natürlich hoch belastet sein. Und das sind immer so anamnestische Anhalte, dass da vielleicht eine Ursache zu finden ist. Einfacher ist das natürlich, wenn ich, was weiß ich, Motten im Hause habe und sprühe dann ein Chrysanthemengift in die Wohnung, dann habe ich sehr schnell eine Korrelation.

 

Dann kann ich im Blut messen, ist dieses Gift nachweisbar. Wenn es eine hohe Konzentration ist, weiß ich, aha, die Beschwerden kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem falsch eingesetzten Chemikalieneinsatz.

 

[Elisabeth Seidel] (16:54 - 16:58)

Okay, wie können wir denn versuchen, das so ein bisschen zu vermeiden?

 

[Dr. Thomas Fenner] (17:00 - 18:11)

Bewusster leben vielleicht. Wenig Verpacktes kaufen. Obwohl sich das natürlich leicht sagt, wenn Sie zum Beispiel in den Supermarkt gehen und sehen, wie Ware angeliefert wird.

 

Warum muss jeder einzelne Apfel mit einer Kunststofffolie oder einer Pufferungsfolie, warum muss das Ganze dann nochmal umwickelt werden mit Plastik? Das ist ja alles etwas, was wieder in den Kreislauf reinkommt und dann als Mikro- oder Nanoplastik dann eben seinen Weg auch wieder in die Nahrungskette findet. Das war am Anfang, vielleicht vor 20, 30 Jahren, noch unbedeutender, weil wir weniger verwendet haben.

 

Aber in der Masse, in der wir das jetzt einsetzen, es ist ja nichts, was nicht mindestens zwei- oder dreimal verpackt ist. Jede Süßigkeit ist nochmal in einer Extrafolie und die dann in einer großen Folie und die dann in einem großen Paket. Das ist für den Transport natürlich alles sehr förderlich, aber letztendlich produzieren wir damit Abfall.

 

Wenn ich mir ein Fertiggericht hole, und das Fertiggericht ist ja nicht einfach eine Plastiktüte, sondern es muss ja etwas sein, was auch Feuchtigkeit festhält, habe ich immer eine Beschichtung dieser Pappe mit irgendwelchen Plastikteilen, Weichmachern, die dann auch in die Nahrung rübergehen.

 

[Elisabeth Seidel] (18:13 - 18:20)

Das ist also überall. Das ist überall. Das bringt mich gleich zum nächsten Thema.

 

Wir sind ja jetzt erst aufgestanden, theoretisch.

 

[Dr. Thomas Fenner] (18:21 - 18:23)

Genau, und haben schon jede Menge Probleme an der Hacke.

 

[Elisabeth Seidel] (18:24 - 19:15)

Idealerweise wollen wir natürlich auch noch was frühstücken. Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, okay, so viele von meinen Patienten, aber viele Deutsche im Generellen, essen morgens vielleicht Getreide, entweder ihren Haferschleim oder sie essen ein weißes Brötchen oder eine Stulle, wie man so schön sagt. Da geht es ja schon weiter.

 

Die Leute machen sich da nicht unbedingt ein Bild davon, aber sobald diese Art von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft kommen, und leider ist es ja so, dass tendenziell auch wahrscheinlich Bio-Lebensmittel schon belastet sind mit solchen Sachen wie Glyphosat, Pestiziden, Herbiziden. Was sagen Sie dazu? Kann man so etwas messen und wie gefährlich ist es?

 

[Dr. Thomas Fenner] (19:15 - 20:30)

Wir haben mal mit einer großen Firma zusammen eine Überlegung gestartet, ob man Obst, was eben aus Übersee kommt, aber auch aus Europa, dass man das, bevor das in den Handel kommt, auf die, glaube ich, 18 wichtigsten Pestizide untersucht, um zu sagen, das hat bestimmte Grenzwerte nicht überschritten. Aber machen wir uns nichts vor, auch wenn Grenzwerte nicht überschritten werden, sind Reste von Pestiziden, Fungiziden, Wachstumsmitteln mit in der Nahrung drin und die nehme ich natürlich auf. Dem einen macht das nichts, der wird 90 Jahre alt und hat das immer überlebt und der andere kriegt sehr schnell Beschwerden.

 

Da sind so viele Faktoren, die da eine Rolle spielen. Das Mikrobiom zum Beispiel im Darm, die genetische Ausstattung, ich sage mal, meine physische, psychische Verfassung, bin ich gut durchtrainiert, habe ich 180 Kilo auf der Waage oder nur 70. Das sind alles so Faktoren, die da mit hineinspielen und natürlich nehme ich mit allen Lebensmitteln, die ich derzeit aufnehme, die konventionell hergestellt werden, auch eine gewisse Menge an Schadstoffen auf.

 

Das lässt sich nicht vermeiden.

 

[Elisabeth Seidel] (20:31 - 20:34)

Ist es denn dann besser, Bio-Lebensmittel einzukaufen?

 

[Dr. Thomas Fenner] (20:34 - 21:37)

Das wäre sicherlich besser, weil da natürlich gerade bei den echten Bio-Lebensmitteln, die stark kontrolliert werden, sehr, sehr enge Grenzen sind, was erlaubt ist und die auch sehr gut überwacht werden. Wenn man sich aber so Landwirtschaft anguckt, ich habe ein Feld, da versucht einer wirklich Bio zu produzieren, daneben ist einer, der haut dann seine Pestizide übers Feld, da ist er mit seinem Bio natürlich immer gekniffen, weil das immer rüberweht und er dann auch die Normen nicht einhalten kann. Das wird dann auch nachgewiesen, dann wird er vielleicht das Zertifikat nicht kriegen.

 

Grundsätzlich sind natürlich Lebensmittel aus eigenem Anbau, das kann auch nicht mehr jeder. Ich kann mich erinnern, meine Großmutter hatte einen großen Garten, in dem sie Salat, Gurken, Bohnen und sonst was gezüchtet hat. Das schmeckte immer hervorragend, aber die hat dann auch keine Pestizide eingesetzt.

 

Wahrscheinlich ist das der bessere Weg, aber das ist bei einer Stadt mit 100.000, 200.000, 1.000.000 Einwohnern nicht mehr machbar.

 

[Elisabeth Seidel] (21:38 - 22:06)

Und ich frage mich halt auch, wenn ich jetzt hier, es gibt ja auch so Stadtgärten oder manche pflanzen was auf ihren Terrassen an, aber dann denke ich mir halt, okay, die Feinstaubbelastung ist super hoch, es gibt ja sogar so Reifenabrieb und was weiß ich, was hier in der Luft so unterwegs ist, gerade in so einer großen Stadt. Wie gut ist es tatsächlich, mein eigens angebautes Gemüse zu essen, wenn ich in so einer großen Stadt lebe?

 

[Dr. Thomas Fenner] (22:07 - 22:55)

Das ist eine schwierige Frage. Mich persönlich würde das sehr befriedigen, meine eigenen Bohnen oder Möhren selber anzubauen, aber Sie haben völlig recht, die Belastung mit Feinstaub ist natürlich in einer großen Stadt immens. Wir haben unsere Praxis in der Innenstadt in Hamburg und wenn ich da über die Fensterbank wische, weil ich das Fenster immer auf habe, ist eigentlich wöchentlich so ein schwarzer Schmier der Film.

 

Und der ist ja nicht nur auf der Fensterbank, den atme ich ja ein, der wird sich bei mir auf der Lunge ablagern und das hat natürlich langfristig Folgen. Und genauso ist es auf dem Obst, da werden Sie das genauso feststellen, dass dort Mikropartikel aufgelagert sind, die man aber natürlich nicht unbedingt misst oder messen kann, sondern das Gefühl hat, ich habe es selber angezüchtet, also muss es ja eigentlich auch gut sein.

 

[Elisabeth Seidel] (22:57 - 23:18)

Wie ist es, wir hatten ja jetzt schon diese Mykotoxine von den Schimmelpilzen, wenn es jetzt um diese Chemikalien geht, die verwendet werden, um vor, na gut, sind ja auch Pilze dann, aber sind ja auch irgendwelche Schädlinge etc. Wie wirken sich die auf unsere Biologie aus? Also was machen diese Pflanzenschutzmittel?

 

[Dr. Thomas Fenner] (23:20 - 24:08)

Das ist immer eine Frage der Summe. Habe ich Feinstaub, habe ich Mikroplastik, habe ich Pestizide, habe ich dann in der Wohnung noch ein bisschen Schimmel? Irgendwann läuft das fast der Entgiftungsmöglichkeit bei einem über.

 

Dann versucht der Körper Wege zu finden, wie er sich wehrt. Sei es durch Infektanfälligkeit, weil das Immunsystem geschädigt ist, dass er nicht mehr dagegen ankommt, ist ein sichtbares Zeichen oder Hautveränderungen, dass über die Haut was ausgeschwitzt wird, auch Schwermetalle, dann sieht man eben die Folgen davon. Aber wie gesagt, es ist immer eine Frage der Menge, die ich aufnehme und ich kann mich in gewissen Situationen gar nicht dagegen wehren.

 

Ich kann ins Meer ziehen und habe da immer frische Luft. Aber das ist natürlich auch nicht das, was jeder machen kann.

 

[Elisabeth Seidel] (24:09 - 24:21)

Wenn wir jetzt nochmal auf diesen Feinstaub zurückkommen, über den wir gerade gesprochen haben. Also ich zu Hause, ich habe zwei verschiedene Luftreiniger, Luftfilter.

 

[Dr. Thomas Fenner] (24:21 - 24:22)

Mit HEPA-Filter oder ohne?

 

[Elisabeth Seidel] (24:23 - 24:44)

Ich glaube mit. Also ich habe das damals, das ist schon eine Weile her, aber es sind zwei verschiedene, da habe ich mich dann für zwei entschieden, statt nur einen. Wo man natürlich auch regelmäßig die Filter wechseln muss.

 

Das darf man nicht vergessen. Wäre sowas zu empfehlen? Empfehlen Sie sowas Ihren Patienten?

 

[Dr. Thomas Fenner] (24:44 - 24:49)

Jetzt stelle ich mal eine fiese Gegenfrage. Geht es ihnen, seitdem sie die Filter aufgestellt haben, besser?

 

[Elisabeth Seidel] (24:53 - 24:58)

Nicht merklich. Aber ich so vom Gewissen her, ja, ich fühle mich so ein bisschen besser mit denen.

 

[Dr. Thomas Fenner] (24:58 - 26:32)

Ja, das ist ja das große Problem. Also prinzipiell, wenn ich Schimmel in der Wand oder an der Wand habe und kriege den nicht schnell genug weg, würde ich immer empfehlen, im Schlafzimmer einen solchen Luftsammler oder Luftreiniger aufzustellen. Der muss aber einen HEPA-Filter haben, damit die Sporen auch wirklich eingesammelt werden.

 

Man kann auch Staubsauger mit entsprechenden Filtern ausstatten. Wir reden da nicht über das Vlies, was hinten vor dem Endauswurf dran ist, sondern echte Filter. Und Sie sehen es ja vielleicht, dass der richtig schmierig und auch voll ist.

 

Und man kann ihn ausklopfen, dann staubt es und was weiß ich. Da sammelt sich ja richtig was an. Das als Maßnahme zu machen für jeden ist schwierig.

 

Glaube ich, übertrieben. Man muss ja auch das Handling damit haben, dass man auch wirklich die Filter wechselt. Das ist ja auch eine Kostenfrage.

 

So ein Gerät kostet so um die 400 bis 500 Euro. Wenn es ein gutes ist, die Filter dann nochmal so 120 bis 150. Aber in bestimmten Situationen, wenn jemand Symptome entwickelt hat und eben eine echte Expositionsquelle in der Wohnung hat, dann würde ich das machen.

 

Und wenn ich sage, ich habe mein Fenster immer offen und ich habe die Hauptverkehrsstraße vor meiner Haustür, auch dann macht das natürlich Sinn, die Luft in dem Raum dann entsprechend zu reinigen, in Anführungsstrichen. Das ist keine hundertprozentige Maßnahme, aber unterstützt sie natürlich langfristig, dass sie weniger Schadstoffe aufnehmen.

 

[Elisabeth Seidel] (26:33 - 26:54)

Das ist tatsächlich total interessant, weil er zeigt natürlich auch an Wasserfilter und wie hoch die Belastung ist. Und er geht auch von alleine an. Also einer von beiden.

 

Er geht von allein an, wenn er misst, okay, es ist jetzt eine erhöhte Belastung. Also heißt irgendwie, ich brate was an in der Küche. Das merkt er und dann springt er an.

 

[Dr. Thomas Fenner] (26:54 - 26:58)

Das ist aber schon eine High-Tech-Geschichte, was er mitdenkt sozusagen.

 

[Elisabeth Seidel] (27:00 - 27:23)

Genau. Okay, es gibt eine weitere Gruppe, über die wir noch nicht gesprochen haben. Wir sind jetzt schon nach dem Essen und zwar gehen wir jetzt raus und eventuell, ja, sagen wir jetzt mal, die Person raucht eine Zigarette oder ist irgendwie neben einem Kraftwerk und wir haben jetzt zum Beispiel Cadmium oder Blei oder wir haben Schwermetallbelastung.

 

[Dr. Thomas Fenner] (27:24 - 27:25)

Mhm.

 

[Elisabeth Seidel] (27:26 - 27:46)

Wie wirken sich Schwermetalle aus und was gibt es überhaupt für welche und mit welchen kommen wir in Kontakt? Ich glaube, viele kennen wahrscheinlich nur Amalgam-Füllungen, die ja jetzt verboten sind oder nicht mehr eingesetzt werden. Viele haben die aber noch und die sind ja assoziiert mit Quecksilber zum Beispiel.

 

Was ich häufig sehe bei mir, ist Quecksilber, also wenn ich Leute teste.

 

[Dr. Thomas Fenner] (27:46 - 27:48)

Machen Sie Bioresonanz oder wie machen Sie es?

 

[Elisabeth Seidel] (27:48 - 27:49)

Im Labor.

 

[Dr. Thomas Fenner] (27:49 - 27:50)

Im Labor, ne?

 

[Elisabeth Seidel] (27:50 - 28:05)

Und dann sieht man, ah, okay, die essen sehr viel Fisch oder Sushi. Es gibt Arsen und Quecksilber zum Beispiel. Oder Leute haben Bleibelastungen.

 

Wo kann so etwas herkommen und was macht es mit uns?

 

[Dr. Thomas Fenner] (28:05 - 31:22)

Ja, es gibt verschiedene Gruppen. Es gibt die guten und die schlechten Metalle. Zu den guten gehört Zink, Selen, Kobalt glaube ich auch noch für Diabetes und die schlechten sind Blei, Quecksilber, Cadmium, Arsen, Aluminium vielleicht so ein bisschen.

 

So, wo kommt das her? Die Quellen sind sehr unterschiedlich. Wenn jemand sagt, na ja, ich rauche auch und habe Beschwerden, Lungenbeschwerden, dann sage ich, okay, erste Maßnahme wäre jetzt nicht schimpfen, sondern Rauchen einstellen, weil da haben sie natürlich viele Schwermetalle, die sie aufnehmen.

 

Das zweite ist natürlich, dass Arsen und Cadmium in ganz vielen Verbindungen drin sind. Oberflächenlegierungen, Bremsklötzen und, und, und, wo die enthalten sind, um letztendlich diese Legierung überhaupt haltbar zu machen. Das wird abgerieben, das kommt in den Feinstaub und wird damit aufgenommen.

 

Das zu messen ist relativ schwierig. Wenn Sie nicht gerade in einem Cadmium-Werk oder Arsenwerk arbeiten, wo Sie 8 Stunden permanent belastet sind, haben Sie relativ niedrige Werte. Was ich immer wieder sehe, sind aber Arsenwerte von Patienten, die auch leicht veränderte Blutbilder haben, sich nicht wohlfühlen, müde abgeschlagen sind und die sagen relativ häufig, dass sie viel Fisch essen.

 

Fisch ist ja eigentlich gut. Man möchte ja auch Omega-3-Fettsäuren auf sich nehmen und sagt, ich esse drei bis viermal am Tag Fisch. Wenn Sie dann gerade auch im Mittelmeerraum wohnen und dann wöchentlich sieben Tage Fisch essen, dann haben Sie exorbitant hohe Werte mit Schwermetallen.

 

Das ist schon deutlich messbar. Wird zwar relativ schnell auch wieder abgebaut, nur wenn Sie das jeden Tag wieder neu zuführen, haben Sie trotzdem irgendwann eine Einlagerung in Knochen und Gewebe, die Sie so schnell dann auch nicht wieder loswerden. Und bei den Fischen ist es wieder so, dass die Raubfische höhere Konzentrationen haben als die kleinen Fische.

 

Da könnte man sagen, na gut, dann nehme ich nur Süßwasserfische, die dann wieder eingefüttert werden. Nur dann muss man wieder gucken, mit was werden die gefüttert. Und wenn die wieder mit Substanzen gefüttert werden, die irgendwo aus der Welt herkommen, aus alten Tierprodukten, haben Sie wieder einen Tag von allem Möglichen da drin.

 

Also Fisch prinzipiell gut, aber der Genuss sollte eben nicht siebenmal die Woche sein, auch nicht dreimal die Woche, sondern vielleicht nur einmal die Woche. Aber sind die Weltmeere also wenn Sie die Flussmündung nehmen, da haben Sie natürlich relativ hohe Schwermetallbelastungen noch aus der Vergangenheit, als die Kläranlagen noch nicht so effizient waren. Und da haben Sie dann auch in den Fischen relativ hohe Konzentrationen.

 

Das kommt so in den Kreislauf rein. Die Tiefsee ist noch freier, aber da gibt es nicht so viele Fische. Und wenn Sie sich zum Beispiel Mittelmeerfisch angucken, dann kann der sehr hoch belastet sein, je nachdem wo eben gefangen wird oder Industriegebieten, wo Abwasser auch ins Meer gelangen, wachsen oder wo sie gefischt werden.

 

[Elisabeth Seidel] (31:26 - 31:30)

Spannend. Also welchen Fisch sollte ich dann essen? Einen kleinen Fisch?

 

[Dr. Thomas Fenner] (31:31 - 31:49)

Einen kleinen Fisch aus Süßwasser oder einen kleinen Fisch aus Flussgebieten. Aber wie gesagt, da gibt es auch keine Studien darüber, die sagen, solltest du den Fisch essen. Fisch ist ja ungemein teuer geworden, muss man ja sagen.

 

Und das sagt aber nichts, ob der belastungsfrei ist.

 

[Elisabeth Seidel] (31:50 - 32:08)

Wie ist es denn mit Fleisch? Jetzt mal unabhängig vom Fisch und den Schwermetallen. Aber man sagt ja, dass Tiere oft mit Antibiotika behandelt werden, mit irgendwelchen Medikamenten.

 

Hat man dann tatsächlich auch Medikamentenrückstände in Fleisch, was man aufnimmt?

 

[Dr. Thomas Fenner] (32:08 - 32:52)

Also im Fleisch und auch im Geflügelfleisch kann man natürlich Antibiotika-Rückstände haben. Das ist aber sehr verschärft worden durch die Veterinäre. Also man kann heutzutage nicht mehr wie früher einfach mal prophylaktisch Antibiotika geben, sondern bei allen Tieren muss bevor eben letztendlich ein Antibiotikum gegeben wird, auch eine Infektion nachgewiesen worden sein.

 

Und dann muss getestet werden, ob der Erreger auch auf das Antibiotikum empfindlich ist. Man hat aber eine ganze Zeit lang eben bestimmte Antibiotika als Wachstumsförderer eingesetzt. Die hat man natürlich eins zu eins aufgenommen und das führt dann wiederum zur Veränderung des Mikrobioms im Darm, über das wir ja noch viel zu wenig wissen.

 

[Elisabeth Seidel] (32:54 - 33:01)

Aber nehme ich diese, also beeinflusst das Antibiotikum, was das Tier bekommen hat, mein Mikrobiom?

 

[Dr. Thomas Fenner] (33:02 - 33:14)

Das beeinflusst das Mikrobiom, kommt aber eben auf die Tierhaltung an, wo das Fleisch herkommt und wie das gehalten worden ist und wie das eben ein Tier geworden ist.

 

[Elisabeth Seidel] (33:14 - 33:22)

Und auch die Nährstoffdichte wahrscheinlich im Fleisch. Wenn ich jetzt ein Tier habe, was auf der Wiese steht und frisches Gras frisst.

 

[Dr. Thomas Fenner] (33:22 - 33:54)

Hofft man, dass es besser ist, wenn man da nicht gerade die Autobahn nebenher fährt und das wieder Schwermetalle aufnimmt. Also wie gesagt, die Ketten, die dahinter sind, sind ja jetzt sehr faszinierend, aber manchmal auch beunruhigend, weil man gar nicht alles weiß, woher kommt der Habicht, kommt der Fuchs und frisst 20 Prozent der Population auf. Das macht das Ganze natürlich auch teuer, wenn ein Fünftel von jemand anders gegessen wird und nicht in den Verkauf gelangt.

 

[Elisabeth Seidel] (33:55 - 34:32)

Sehr ungünstig für den Landwirt auf jeden Fall. So, jetzt haben wir über diese ganzen Belastungen gesprochen. Jetzt interessiert uns natürlich, was tue ich dagegen?

 

Zum einen haben Sie ja schon erwähnt, bei manchen ist es so, die entwickeln Symptome bei diesen Belastungen. Bei anderen Menschen passiert gar nichts, das macht denen nichts aus. Das liegt natürlich so ein bisschen an der genetischen Ausstattung, wie Sie schon gesagt haben.

 

Was kann denn sein, dass ich mich so gut entgifte? Also gibt es irgendwie Mutationen, die ich haben kann in verschiedenen, ja?

 

[Dr. Thomas Fenner] (34:32 - 37:44)

Also es gibt große Entgiftungsenzyme, die genetisch veranlagt sind. So wie man braune, grüne, gelbe, nein nicht gelbe, braune, grüne, blaue Augen hat, hat man verschiedene Muster der Entgiftung. Das ist einfach so, damit die Menschheit auch irgendwie überleben kann.

 

Und da gibt es Menschen, die können bestimmte flüchtige Substanzen schneller und besser abbauen und andere, die können das nur verzögern. Meistens gibt es dann Umwege, über das dann auch abgebaut wird, aber deren, sagen wir mal, Fähigkeit, Gifte abzubauen, ist langsamer. Da entstehen Zwischenprodukte und diese Zwischenprodukte sind meist relativ aggressiv und greifen dann Gewebe an.

 

Und das führt dann zu chronischen Entzündungen, was dann wiederum letztendlich die Symptome auslöst. Also ich will sagen, das ist keine Missfehlbildung oder sonst was, sondern es ist einfach ein breites Spektrum, was man hat an Entgiftungen. Und der eine kann es besser ausspielen, der andere kann es schlechter ausspielen.

 

Es gab da mal in Hamburg so eine Dioxinstudie, die ein Betriebsarzt durchgeführt hat. Der hat einfach geguckt, Dioxin ist ja eins der giftigsten Substanzen, die man hat. Und seine Mitarbeiter, da gab es welche dabei, die mussten nach vier Stunden raus aus diesem Prozess, weil sie Kopfschmerzen hatten, erbrochen haben und sonst was.

 

Und andere, die konnten da acht, zwölf Stunden oder zehn Stunden arbeiten. Da kann man natürlich nachher fragen, wer hat das überlebt, die die spucken mussten und Kopfschmerzen hatten, weil die nämlich diese Entgiftungsleistung nicht hatten und deshalb vorher aus dem Prozess nicht exponiert waren. Und die, die das gut abbauen konnten, haben dann diese volle Breitseite des Dioxins abgekriegt.

 

Das ist eine spannende, war eine der ersten Studien, die auf den Markt gekommen ist. Zweite ist zum Beispiel Blei im Trinkwasser. Die Wasserwerke sagen ja, unsere Leitungen sind mittlerweile bleifrei.

 

Das stimmt weitestgehend auch. Die Bleiwerte sind ja deutlich reduziert worden im Trinkwasser. Es ist viel, viel Energie in diese alten Bleileitungen auszubauen.

 

Aber manchmal gibt es die eben noch. Und es gibt sie auch zwischen Hausanschluss oder Hausverbindung zum Wasserwerk oder Wasserversorgung. Und dann gibt es natürlich auch im Haus noch kleine Stücke, wo Bleirohre vorhanden sind.

 

Das führt natürlich dann auch zur erhöhten Bleiaufnahme im Trinkwasser. Da muss man auch sehen, mal testen, habe ich Blei in meinem Trinkwasser, kann ich das völlig bedenkenlos trinken oder sind da noch Spuren drin? Und all diese Sachen, die man aufnimmt, muss man wieder ausscheiden.

 

Da gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten bewusster leben. Das sagt sich so einfach, weil es meistens teurer ist. Das heißt Gemüse, Obst, sonst was eben doch bewusster einkaufen.

 

Wenig Verpackung dann versuchen zu machen. Die Haltbarkeit von Lebensmitteln eher in Gläsern als in Aluschalen. Nicht alles mit Plastik abdecken, nicht mit Alu abdecken.

 

Da muss man seine Lebensgewohnheiten einfach darauf anpassen.

 

[Elisabeth Seidel] (37:44 - 37:55)

Also die erste Maßnahme ist sozusagen erstmal zu gucken, was kann ich weglassen, um nicht ständig exponiert zu sein, was diese Belastungen angeht.

 

[Dr. Thomas Fenner] (37:55 - 38:08)

Wenn Sie was nicht aufessen, haben Sie das in der Schüssel, tun Sie doch ein Tellerchen obendrauf. Das ist genauso gut. Oder eine mit Bienenwachs versehene Folie statt eine Alufolie oder eine Plastikfolie, die dann anschließend im Müll wandert.

 

[Elisabeth Seidel] (38:10 - 38:46)

Wenn wir jetzt bei der Entgiftung sind, dann interessiert mich natürlich zum einen, wie die Entgiftung abläuft. Also wir haben ja verschiedene Organe, die uns helfen zu entgiften. Wir haben aber auch drei sogenannte Entgiftungsphasen.

 

Sie hatten gerade schon erwähnt, wenn es nicht richtig funktioniert und ich komme dann aus der ersten Phase und ich habe dann sehr, sehr toxische Zwischenprodukte und die können nicht entschärft werden, das ist natürlich ein großes Problem. Was passiert denn in diesen Phasen? Also in der ersten, in der zweiten und dann letztendlich in der dritten?

 

[Dr. Thomas Fenner] (38:46 - 41:02)

Also der Körper versucht eigentlich, wir haben ja fettlösliche und wasserlösliche Substanzen und dann muss das auch irgendwie loswerden. Wasserlösliche geht über die Niere und dann die Harnblase und geht dann raus. Fettlösliche wird in der Leber verstoffwechselt und geht dann häufig über den Darm oder wird wasserlöslich gemacht und geht dann auch über die Niere raus.

 

Also der Weg ist relativ einfach. Ich muss immer sehen, wie werde ich die Sachen wieder los und wie mache ich sie so löslich, also wasserlöslich, dass ich sie am besten über die Niere ausscheiden kann. Das ist sehr effizient.

 

Oder muss ich das umbauen und muss es vorher so entgiften, dass dieses Fettlösliche dann zumindest im Darm ausgeschieden wird. Das ist ein komplizierter Prozess im Körper und da haben wir diese drei Entgiftungsphasen, die dafür sorgen, dass eine fettlösliche Substanz fettlöslich wird und ausgeschieden werden kann oder so verpackt wird, dass sie über die Darmwand in den Stuhl und dann mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Da hilft die Genetik.

 

Da gibt es vier Hauptentgiftungsenzyme. Das eine heißt Cytochrom, das zweite ist die Glutathion-S-Transferase, ganz fürchterlicher Begriff. Dann gibt es die Superoxiddismutase und die N-Acetyltransferase und alle sind da eigentlich bemüht, irgendwas dran zu hängen, abzukoppeln, dass es wasserlöslich wird und dann in der Niere ausgeschieden werden kann.

 

Das ist eigentlich alles und wenn dieser Mechanismus gestört ist oder überverstopft ist, weil eben viel zu viel vorhanden ist, dann entstehen diese Zwischenprodukte, wo dann die zweite Phase ansetzen würde und das abbaut und wenn die zweite Phase zu langsam ist, also mehr aus der ersten Phase produziert wird, dann bleibt das irgendwo liegen und das können dann zum Beispiel auch Mikroplastikteile sein, die irgendwo mit abgelagert werden, weil sie nicht ausgeschwemmt werden können. Das macht Mikroplastik so gefährlich und dann habe ich natürlich den Reiz im Körper, dass andere Zellen anfangen, versuchen das aufzufressen, zu verdauen, abzubauen und damit verschlucken sie sich und dann gibt es eine Entzündung an der Stelle und diese Entzündung macht dann eben die Gewebeschäden, zum Beispiel.

 

Das ist der eine Weg.

 

[Elisabeth Seidel] (41:04 - 41:50)

Also wäre quasi das Erste, was ich tue, nicht die Entgiftung zu pushen, also diese Entgiftungsenzyme, sondern erstmal dafür zu sorgen, dass meine Leber, meine Niere, mein Darm, vielleicht mein Lymphsystem intakt ist. Da gibt es natürlich verschiedene Sachen, die man machen kann, jetzt auch in der Naturheilkunde, aber wenn ich jetzt sage, okay, ich beginne erstmal damit, ich unterstütze meinen Darm, dass der überhaupt ausscheiden kann, dann kann ich auch die Gifte nicht abtransportieren oder wenn mein Mikrobiom nicht vernünftig arbeiten kann. Wie ist das mit Leber, Niere, das Lymphsystem, wie kann ich diese ganzen Komponenten, die Haut gehört ja auch noch dazu, ganz wichtig, wie kann ich das unterstützen, dass das funktioniert?

 

[Dr. Thomas Fenner] (41:50 - 44:20)

Also es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wenn ich natürlich jeden Tag Pommes Curry esse, rot-weiß, dann unterstütze ich natürlich meine Leber nicht, die kommt damit klar, aber sie ist dann so beschäftigt, dass sie keinen Platz hat für andere Sachen. Also eine Ernährung sollte ausgewogen sein, viel Gemüse, viel ballastreiche Stoffe, damit der Darm auch letztendlich diese Sachen so richtig durchwalken kann und dann ausscheiden kann, auch Schadstoffe mitnehmen kann, ganz wichtiger Baustein, Nüsse sind zum Beispiel sehr vitamin-B-reich, man braucht also einen Cocktail an verschiedensten Sachen, die einem die Entgiftung erleichtern.

 

Selen, Zink ist ein ganz wichtiger Baustein, man kann das noch unterstützen durch Bärlauchprodukte oder durch Schwarzkümmelöl, wobei es dann wieder drauf ankommt, wo kommt das Schwarzkümmelöl her? Das sind so Maßnahmen, die man nicht unmittelbar merkt, Omega-3-Fischöl, aber die eben einfach die Ausscheidung, ich sag mal einfach, gefälliger machen und den Körper nicht verstopfen, es gibt also ganz viele Möglichkeiten, da muss man auch einen Ernährungsberater dann mal mit einschalten. Ich würde ungern immer irgendwas oben draufschütten, dass man sagt, nimm 15 Tabletten, damit das dann besser wird, sondern es versuchen, mit einer gesunden normalen Ernährung zu forcieren, die Ausscheidung.

 

Dann viel trinken, dass man auch Tees trinkt, die dann die Niere in Gang halten, die Niere kann nur ausscheiden, es gibt dann verschiedene Tees, die dann auch, je nachdem welche Teesorte das ist, das Cholesterin damit senken können. Es gibt ganz viele Maßnahmen, aber die natürlich nicht so Wuff, mit einmal alles verbessern, sondern in ganz kleinen Schritten dann eigentlich wirken. Wenn ich das versuche zu beherzigen und dann natürlich den Eintrag zu reduzieren, das, wo ich denke, was mich krank macht, das auch zu benennen.

 

Also wenn ich am Arbeitsplatz feststelle, dass der Chef sagt, oder die Chefin sagt, die hat sie nicht alle, das auch mit denen diskutieren, dass es Menschen gibt, die eine andere Reaktionsweise haben als das Gros der Menschen und die muss man ernst nehmen. So, wenn Sie die in einen frisch renovierten Raum reinsetzen, dann hat die immer Wochen Probleme. Oder der.

 

[Elisabeth Seidel] (44:23 - 44:43)

Jetzt hatten Sie das schon kurz aufgegriffen mit den Nährstoffen. Das ist natürlich meine Frage. Wie unterstütze ich diese Entgiftungsschritte mit Nährstoffen oder welche Nährstoffe sind relevant?

 

Sie hatten schon gesagt Zink und Selen, B-Vitamine, jetzt aus Nüssen. Gibt es noch mehr Nährstoffe, die da sehr relevant sind?

 

[Dr. Thomas Fenner] (44:43 - 45:12)

Folsäure. Was für mich immer ganz, ganz wichtig ist, Vitamin D. Viele Leute, die völlig fertig in meine Sprechstunde kommen und wenn ich da einen Vitamin-D-Spiegel bestimme, ist der so niedrig, dass ich mich in den nächsten sechs Wochen mit hochdosiert Vitamin D alimentiere, wo ich dann wirklich auch Vitamin D zuführe und nicht sage, stell dich in die Sonne und lass dich bestrahlen, dass die dann schon deutlich besser in ihrem gesamten Verhalten auftreten.

 

[Elisabeth Seidel] (45:12 - 45:20)

Was halten Sie von diesen ganzen Detox-Trends, die es so gibt, so Pflaster auf die Füße und eine Saftkur?

 

[Dr. Thomas Fenner] (45:21 - 46:26)

Ja, also bei jeder, bei jeder Kur oder auch jeder, wie soll man sagen, Abmagerungskur bin ich, habe ich meine Bedenken und zwar deshalb, weil viele Sachen fettlöslich eingelagert werden. Und wenn ich jetzt eben eine Fastenkur mache, dann werden die Fettdepots aktiviert und dann habe ich häufig deutlich erhöhtere Konzentrationen an bestimmten Schadstoffen, nämlich dem fettlöslichen, als ohne diese Kur. Man sieht es ja immer in allen möglichen Zeitschriften, jetzt Sommerkur und Frühjahrskur und Diätkur.

 

Detox. Detox-Kur, das muss man wirklich auf die Situation anwenden, in der man sich befindet, wo man denkt, was die Beschwerden tatsächlich auch ausgemacht hat. Dann macht vielleicht eine Kur Sinn.

 

Nur wenn ich eben ganz viele Pestizide aufgenommen habe, macht eine Abmagerungskur, kann ja manchmal auch gut sein, wenn ich weniger Gewicht habe, dann löse ich diese Abmagerung, sonst wären die ja richtig aktiv.

 

[Elisabeth Seidel] (46:26 - 47:06)

Man hat es ja auch, dass Menschen Fastenkuren machen und sich ganz, ganz furchtbar fühlen und dann eigentlich wieder essen müssen. Es kann ja auch sein, dass viele, viele Giftstoffe frei werden und die Leute gar nicht damit umgehen können oder vielleicht einen sogenannten Leaky Gut haben, also eine gesteigerte Durchlässigkeit des Darms, sodass dann vielleicht auch ein Teil vom Darm absorbiert. So halte ich das.

 

Ich gucke mir erst mal den Darm an und die Fähigkeit, überhaupt auszuscheiden, weil sonst bringt mir die beste Detox-Kur auch eigentlich nichts.

 

[Dr. Thomas Fenner] (47:06 - 48:09)

Wenn vorher schon alles wieder absorbiert wird, dann kriegen Sie unten nichts mehr raus, sozusagen. Also um Ihre Frage nochmal aufzugreifen, ich habe keine Standardtherapie. Aber ich würde gerne diese Antwort darauf geben, was der Patient hat, was Umwelterkrankungen angeht und gebe dann meine Empfehlungen.

 

Es gibt natürlich individuell auch die Möglichkeit, Chlorella oder Spirulina zu geben. Das sind alles sanfte Entgiftungsmöglichkeiten. Nur wenn Sie diese grünen Tabletten runterwürgen müssen und es gibt ja manche Leute, die dann bis zu 30 Stück pro Tag verschreiben, kurbeln, sodass dann eben durch eine Ernährungsumstellung oder auch eine Lebensumstellung dann auch vielleicht weniger Stress bei vielen Patienten man dann erreicht, dass die Entgiftung auch wieder besser in Gang kommt.

 

Gewinnt einem aber nicht immer.

 

[Elisabeth Seidel] (48:09 - 48:25)

Es gibt ja Chelat-Therapien. Was halten Sie davon? Es ist ja schon eine stärkere Art der Entgiftung, aber bei manchen Menschen haben wir Gruppen gehabt.

 

[Dr. Thomas Fenner] (48:25 - 49:57)

Also einmal die Arsen-Patienten, die den Fisch gegessen haben und dann komischerweise auch eine Bleivergiftung bei Leuten, die Sportschützen waren oder sind, die dann in der Halle stehen, rumballern und dann durch die Munitionsdämpfe hohe Bleikonzentrationen aufnehmen. Wenn dort der Wert einen gewissen Referenzwert überschreitet, dann empfehle ich auch eine Chelat-Therapie. Man muss sich das so vorstellen, der Chelatbildner ist eine Zange, die alle Metalle aus dem Körper rauszieht, leider auch die guten.

 

Und ich mache das so, dass ich erstmal einmal mit einer Tablette pro Woche anfange und das langsam steigere bis auf drei Tabletten pro Woche und dann gucke, wie es dem Patienten auch darunter geht. Und da muss man aber in jedem Fall Zink und Selen zuführen, weil das vor den ganzen schädlichen Metallen rausgezogen wird. Und dann haben wir auf einmal einen Selen- oder Zinkmangel, weil sie ein Chelatbildner gegeben haben. Also das muss man dann schon sehr engmaschig kontrollieren und die Patienten dann auch gucken, ob die eine Compliance haben, dass sie diese Tabletten dann auch wirklich vernünftig einnehmen.

 

Das schafft nicht jeder. Und es gehört halt auch in die Hände von professionellen Therapeuten, meiner Meinung nach, die das machen können und wollen und sich auch damit beschäftigen wollen.

 

[Elisabeth Seidel] (50:00 - 50:11)

Herr Dr. Fenner, wenn unsere Zuhörerinnen eine Sache unbedingt mitnehmen sollten, was das Thema angeht, welche wäre das, Ihrer Meinung nach?

 

[Dr. Thomas Fenner] (50:12 - 52:04)

Auf den eigenen Körper hören, aber nicht zu genau, sondern wenn ich chronische Beschwerden habe, die ich nicht zuordnen kann, wie vor allen Dingen Müdigkeit und ganz viele Möglichkeiten vom Infekt über Corona und was weiß ich nicht alles. Wenn ich da nicht weiterkomme, dann muss ich überlegen, was könnte in meinem Umfeld sein, was ich vermehrt aufnehme. Und wenn ich diese Kombination herausgearbeitet habe, dann zu einem Fachmann, Fachfrau gehen, die einen da weiter berät.

 

Ganz, ganz wichtig ist dabei die Anamnese, dass man hinterfragt, dass man nicht sagt, der hat eins an der Waffel, wie das sehr viele Leute sagen, sondern dass man wirklich den ernst nimmt und versucht, eine Ursache zu finden. Und das ist dann häufig doch im zweiten oder dritten Gespräch kommt es dann raus, dass dann, sei es ein Hobby oder der Keller oder sonst was oder dann doch eben irgendwelche neuen Möbel angeschafft worden sind. Ich hatte eine Patientin, die hat Pyrethroide ausgesprüht, das war aus einem Wohnungsfest, das habe ich dann erst durch die Laborwerte herausgekriegt.

 

Wo haben Sie denn das her? Ich habe gedacht, ich hätte Insekten und habe das versprüht. Also wie gesagt, Zeit nehmen, das hat nicht jeder.

 

Ein bisschen detektivisch unterwegs sein. Und es gibt natürlich auch Patienten, die überempfindlich sind und die alles Mögliche geändert haben. Und das muss man dann aufdröseln.

 

Man muss gucken, was können dann die Ursachen sein. Und häufig ist es dann doch der Schimmel hinter der Schuhleiste oder Fußleiste.

 

[Elisabeth Seidel] (52:06 - 52:15)

Vielen, vielen Dank. Wenn unsere ZuhörerInnen mehr über Ihre Arbeit erfahren möchten oder vielleicht mal in Ihre Sprechstunde kommen möchten, wo finden Sie?

 

[Dr. Thomas Fenner] (52:16 - 52:24)

www.fennerlabor.de Da ist auch eine Spalte und Sie brauchen sie.

 

[Elisabeth Seidel] (52:29 - 53:00)

Wenn Euch das Thema gefallen hat, dann empfehle ich Euch unbedingt die Folge 121 anzuhören mit Jason und Dr. Patrick Assheuer. Die Folge heißt Entgiften wie Zähneputzen und es geht darum, warum Entgiftung eigentlich immer unterstützt werden sollte und kein kurzfristiger Trend ist oder eine kurzfristige Kur. Also falls Euch interessiert, wie Ihr Eure Entgiftungsmechanismen im Körper besser unterstützen könnt und das alltäglich, dann empfehle ich Euch diese Folge.

 

Den Link dazu findet Ihr in den Shownotes. Ganz viel Spaß beim Hören.



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