Podcastfolge 167 Deep Dive: Glutathion. Mit Dr. Alina LessenichPodcastfolge 167 Deep Dive: Glutathion. Mit Dr. Alina Lessenich

Glutathion verstehen – biochemische Grundlagen einfach erklärt

Glutathion ist ein körpereigenes Molekül, das in vielen biochemischen Prozessen eine Rolle spielt. In dieser Folge von HEALTHWISE gibt Dr. Alina Lessenich einen sachlichen Überblick darüber, was Glutathion ist, wie es im Körper entsteht und warum es in der medizinischen Forschung häufig thematisiert wird. 

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Was ist Glutathion?

Glutathion gehört chemisch zu den sogenannten Tripeptiden. Das bedeutet, es setzt sich aus drei Aminosäuren zusammen:

  • Cystein
  • Glycin
  • Glutaminsäure

Diese Aminosäuren kommen sowohl in der Ernährung vor als auch im körpereigenen Stoffwechsel. Glutathion wird überwiegend innerhalb der Zellen gebildet und ist dort an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Bildung im Körper – ein komplexer Prozess

Die körpereigene Herstellung von Glutathion ist von mehreren Faktoren abhängig. Dazu zählen:

  • die Verfügbarkeit der beteiligten Aminosäuren
  • ausreichend Energie in Form von ATP
  • funktionierende Enzymsysteme
  • genetische Varianten (sogenannte SNPs), die einzelne Stoffwechselwege beeinflussen können

Dr. Lessenich erklärt, dass es deshalb individuell sehr unterschiedlich sein kann, wie viel Glutathion der Körper bildet und wie stabil der Spiegel ist.

Glutathion im antioxidativen System

Im Körper greifen verschiedene antioxidative Prozesse ineinander, bei denen unterschiedliche Moleküle miteinander interagieren. Glutathion spielt dabei eine Rolle im Zusammenspiel mit anderen Antioxidantien wie Vitamin C oder Vitamin E.

Dabei geht es nicht um einzelne Stoffe isoliert, sondern um Recycling- und Ausgleichsprozesse, die in den Zellen kontinuierlich ablaufen. Diese Zusammenhänge sind Gegenstand aktueller biochemischer und medizinischer Forschung.

Rolle bei Entgiftungsprozessen

Dr. Alina Lessenich erläutert, dass der menschliche Körper Schadstoffe in mehreren Schritten verarbeitet. Diese Prozesse laufen vor allem in der Leber ab und werden in verschiedene Phasen unterteilt.

Glutathion ist an einer dieser Phasen beteiligt, in der umgewandelte Substanzen weiterverarbeitet werden. Wichtig dabei: Es handelt sich um natürliche Stoffwechselprozesse, die bei jedem Menschen stattfinden und individuell unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Warum Glutathion wissenschaftlich diskutiert wird

Glutathion wird in der Wissenschaft häufig im Kontext von grundlegenden Redox- und Recyclingprozessen betrachtet – also biochemischen Mechanismen, bei denen Moleküle Elektronen aufnehmen oder abgeben und anschließend wieder regeneriert werden. Wichtig ist dabei: Diese Prozesse sind komplex und hängen von vielen Faktoren gleichzeitig ab. Dr. Alina Lessenich betont deshalb, dass sich solche Zusammenhänge nicht in einfache Ursache-Wirkung-Modelle übersetzen lassen – vor allem nicht, wenn einzelne Stoffe isoliert betrachtet werden.

Messung & Einordnung

Eine Bestimmung von Glutathion ist grundsätzlich möglich, unterliegt jedoch natürlichen Schwankungen. Faktoren wie Schlaf, Ernährung, körperliche Belastung oder akute Infekte können die Werte beeinflussen. Einzelmessungen liefern daher eher Momentaufnahmen als endgültige Aussagen.

Take Aways  

  • Glutathion ist ein körpereigenes Tripeptid aus drei Aminosäuren.
  • Es ist Bestandteil komplexer Stoffwechsel- und Antioxidantien-Systeme.
  • Die körpereigene Bildung hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
  • Glutathion wird in der Forschung intensiv untersucht, die Zusammenhänge sind jedoch vielschichtig.

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Dr. Alina Lessenich ist Expertin für Ernährung, Mikronährstoffe und mitochondriale Gesundheit. Mit ihrer BODY-MIND-SOUL ACADEMY verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele verbindet. In enger Zusammenarbeit mit Sunday Natural entwickelt sie hochwertige, pflanzenbasierte Supplemente – von Immunsystem- und Energie-Komplexen bis hin zu speziellen Formeln für Detox und Mitochondrien-Support. Ihr Ziel: Menschen mit fundiertem Wissen und reinen Wirkstoffen dabei zu unterstützen, Energie, Vitalität und innere Balance nachhaltig zurückzugewinnen. 

Mehr über Dr. Alina Lessenich: https://dralinalessenich.de

 

167 Deep Dive: Glutathion. Mit Dr. Alina Lessenich

(0:01 - 0:21)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Dr. Alina Lessenich und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen einigen Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.

 

(0:23 - 0:41)

Herzlich willkommen zu unserem Deep Dive zum Glutathion, unserem Masterentgifter und Masterantioxidant. Einigen von euch wird Glutathion sicher bereits ein Begriff sein und ihr werdet es schon für euch nutzen. Nach diesem Podcast aber vielleicht ein wenig regelmäßiger in anderer Form oder in höherer Dosierung.

 

(0:42 - 1:28)

Und denjenigen unter euch, die Glutathion noch nicht so wirklich kennen oder noch nicht anwenden, kann das Wissen über Glutathion absolut wertvolle Hilfestellung sein bei Entgiftungsprozessen, zur Unterstützung eures Immunsystems, zum Beispiel auch bei Autoimmunerkrankungen, für euer Energielevel als Zellschutz oder als Therapie begleitendes Supplement bei vielen chronischen Erkrankungen. Bevor wir dazu kommen, möchte ich aber erst noch ein paar biochemische Grundlagen mit euch besprechen, die essentiell sind, insbesondere um die Besonderheiten bei der Supplementierung von Glutathion zu verstehen und die positiven Effekte von Glutathion wirklich nutzen zu können. Was ist Glutathion zunächst mal für ein Molekül? Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid.

 

(1:28 - 1:50)

Ein Peptid ist ein Molekül, welches aus zwei oder mehr Aminosäuren, den Grundbausteinen unserer Proteine, besteht. Und ein Tripeptid ist natürlich ein Peptid, welches aus der Verknüpfung dreier Aminosäuren gebildet wird. Die drei Aminosäuren, um die es sich beim Glutathion handelt, sind Cystein, Glycin und die Glutaminsäure.

 

(1:50 - 2:20)

Diese drei Aminosäuren kann unser Körper zwar selber herstellen und wir nehmen sie zusätzlich über unsere Ernährung zu uns, trotzdem kann es insbesondere bei Cystein und bei Glycin zu Mangelzuständen kommen. Cystein bildet unser Körper aus den beiden Aminosäuren Serin und Methionin, wobei Methionin zu den essentiellen Aminosäuren gehört. Essentiell bedeutet, dass unser Körper diese Aminosäuren nicht selber herstellen kann und dass sie deswegen über die Nahrung zugeführt werden müssen.

 

(2:21 - 3:09)

Da Methionin genauso wie Cystein vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vorkommt, kann es damit vor allem bei Veganern, aber auch bei Vegetariern zu einem Cysteinmangel kommen. Die Aminosäure Glycin wird für Entgiftungsprozesse in der Leber benötigt und aufgrund unserer heutzutage extrem starken Belastungen mit Umweltgiften erfährt sie hier einen erhöhten Verbrauch und Glycin wird aufgrund seiner großen strukturellen Ähnlichkeit zum Umweltgift Glyphosat von diesem aus unserem Körper verdrängt, sodass es auch beim Glycin immer wieder zu Mangelzuständen kommt. Und mangelt es uns an diesem Grundbaustein von Glutathion, so mangelt es uns natürlich auch an Glutathion selber.

 

(3:10 - 3:31)

Das aber nur eine Ursache von vielen für den bei sehr vielen Menschen heutzutage zu niedrigen Glutathionspiegel. Hier sind ein paar weitere Gründe. Aufgrund von SNPs – geschrieben S-N-P-s – steht dies für Single Nucleotide Polymorphisms, auf Deutsch Einzelnukleotid-Polymorphismen.

 

(3:32 - 4:31)

SNPs sind vererbbare genetische Variationen, bei denen ein einzelnes Nukleotid, ein einzelner Baustein in der Sequenz unseres Erbguts anders ist als die Standardsequenz. Also aufgrund von SNPs, wenn unser Erbgut also eine andere Genvariante aufweist als die, ich sag jetzt mal, die normal ist, dann kann es sein, dass zum Beispiel die Enzyme, die aus Cystein, Glycin und Glutaminsäure Glutathion herstellen, beziehungsweise Glutathion herstellen sollten, nicht richtig funktionieren. Wenn das der Fall ist, was man zum Beispiel über Blut- oder Speicheltest feststellen kann, dann wird die Supplementierung der Glutathionvorstufen, insbesondere die oft durchgeführte Supplementierung von NAC, von N-Acetylcystein, einer besser verträglichen Vorstufe der Aminosäure Cystein, nicht zur Erhöhung des Glutathionspiegels führen.

 

(4:32 - 5:09)

Ein weiterer häufiger und häufig unbeachteter oder unbekannter Grund für einen Glutathionmangel ist ein Energiemangel des Körpers. Denn für die Bildung von Glutathionen werden große Mengen an Energie in Form unseres Energiemoleküls Adenosintriphosphat, ATP, benötigt, welches in den Energiekraftwerken unserer Zellen, den Mitochondrien, gebildet wird. Studien zeigen jedoch, dass fast die Hälfte aller 40-Jährigen bereits eine gestörte Mitochondrienfunktion aufweist und Erschöpfung gehört heute zu den Hauptgründen für einen Besuch beim Hausarzt.

 

(5:09 - 5:58)

Das heißt, vielen von uns mangelt es an ATP, an Energie und damit kann unsere Glutathionproduktion eingeschränkt sein. Neben einer mangelnden Bildung von Glutathionen aufgrund erstens eines Mangels an ATP, zweitens eines Mangels an Glutathionvorstufen oder drittens einer Störung der für die Produktion von Glutathionen benötigten Enzyme oder übrigens auch eines Mangels an Enzym-Cofaktoren wie Selen, die für die Enzymfunktion unerlässlich sind. Neben einer gestörten Glutathionbildung sind auch eine sinkende Glutathionproduktion mit zunehmendem Lebensalter vor allem aber ein erhöhter Glutathionverbrauch für unseren großen Mangel an Glutathion verantwortlich.

 

(5:58 - 6:40)

Zu einem erhöhten Verbrauch von Glutathionen kommt es vor allem bei Toxinbelastungen, bei oxidativem Stress im Körper sowie bei Virusinfekten. Und damit sind wir schon mitten in den Aufgaben von Glutathion angekommen. Glutathion ist, wie bereits eingangs gesagt, unser Masterentgifter, das wichtigste Entgiftungsmolekül unseres Körpers, welches zum einen als Chelator wirkt, als eine Verbindung, die mit Metallionen einen stabilen Komplex bildet, Schwermetalle sozusagen einfängt und aus dem Körper ausleitet, und welches in seiner zweiten Funktion als Masterentgifter essentiell für Entgiftungsprozesse in unserer Leber ist.

 

(6:40 - 6:55)

Um euch kurz abzuholen zum Thema Entgiftung. Der Entgiftungsprozess des Körpers findet in drei Phasen statt. Phase 1 ist die Bioaktivierung, bei welcher Enzyme in der Leber Toxine modifizieren, sie also verändern.

 

(6:57 - 7:45)

Durch die Modifikation werden diese Gifte oftmals zu noch instabileren, aggressiveren Molekülen, welche unsere Biomoleküle wie unsere Zellmembran, unsere Zellorganellen und unsere DNA, unser Erbgut, angreifen. Das heißt, in Phase 1 der Entgiftung werden, wie der Name Bioaktivierung schon sagt, Schadstoffe so aktiviert, dass sie in vielen Fällen zu noch schädlicheren Molekülen werden, die dann in Phase 2 der Entgiftung, Konjugation genannt, neutralisiert, also unschädlich gemacht, und für die Ausleitung vorbereitet werden müssen. Die Ausleitung von Schadstoffen passiert dann in Phase 3 der Entgiftung, der Elimination über die Nieren oder den Darm.

 

(7:45 - 8:32)

Wo in diesem Prozess kommt nun das Glutathion ins Spiel? Glutathion wird zusammen mit einigen anderen Molekülen, wie der bereits besprochenen Aminosäure Glycin, in der Phase 2 der Entgiftung, der Konjugation benötigt, um die aktivierten schädlichen Zwischenprodukte aus Phase 1 zu binden, zu neutralisieren und sie wasserlöslich zu machen, sodass diese schädlichen Verbindungen dann über den Urin oder die Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden können. Aufgrund der extrem großen Mengen an Umweltgiften, denen wir heutzutage ausgesetzt sind, kommt es natürlich zu einem extrem hohen Verbrauch an Glutathion in dieser zweiten Entgiftungsphase. Das ist also ein Grund für einen erhöhten Glutathionverbrauch und einen dadurch entstehenden Glutathionmangel.

 

(8:32 - 9:04)

Ein weiterer Grund für einen erhöhten Glutathionverbrauch hat mit der zweiten Hauptaufgabe von Glutathion in unserem Körper zu tun. Neben seiner Aufgabe als Master Entgifter ist Glutathion auch unser Master Antioxidans. Glutathion ist unser wichtigstes zelluläres Antioxidans, welches unsere Zellen vor oxidativem Stress schützt und es ist gleichzeitig dafür verantwortlich, andere Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E zu recyceln, zu regenerieren.

 

(9:05 - 9:34)

Kurz zum Thema Antioxidantien. Ein Antioxidant spendet freien Radikalen in stabilen, aggressiven Molekülen, denen ein Elektron fehlt, eines seiner Elektronen, wodurch das freie Radikal reduziert wird und damit keine Gefahr mehr für unseren Körper darstellt. Hat ein Antioxidant ein Elektron an ein freies Radikal abgegeben, so ist es nun natürlich selber oxidiert.

 

(9:34 - 10:14)

Das heißt, nun fehlt ihm ein Elektron und um wieder seiner Aufgabe als Antioxidant nachkommen zu können, muss es regeneriert oder recycelt werden. Das heißt, es muss jetzt selber ein Elektron von einem anderen Molekül gespendet bekommen. Ganz praktisch, reduziertes Glutathion, welches alle seine Elektronen besitzt, spendet zum Beispiel oxidiertem Vitamin C, welchem ein Elektron fehlt, dieses eine fehlende Elektron, wodurch Vitamin C wieder reduziert wird, nun also wieder alle Elektronen besitzt und wieder als Antioxidant arbeiten kann.

 

(10:16 - 10:49)

Dabei wird aus reduziertem Glutathion natürlich oxidiertes Glutathion, dem nun ein Elektron fehlt, welches ebenfalls wieder zu reduziertem Glutathion recycelt werden muss, und zwar durch ein Molekül namens Alphaliponsäure. Das müsst ihr euch definitiv nicht alles merken, ich wollte es aber zum besseren Verständnis dieser komplexen Vorgänge in unserem Körper gerne einmal erklären. Ohne ausreichend Glutathion kann es zum Erliegen des gesamten antioxidativen Systems des Körpers und damit zu massiven Entzündungsprozessen kommen.

 

(10:50 - 11:46)

Die Beziehung zwischen Glutathion und Entzündungen in unserem Körper ist übrigens bidirektional, läuft also in beide Richtungen. Ein niedriger Glutathionsspiegel leistet Entzündungenvorschub, wie gerade gesagt, umgekehrt führen chronische Entzündungen im Körper natürlich zu einem Glutathionmangel durch einen erhöhten Glutathionverbrauch, weshalb es so wichtig ist, bei Entzündungsprozessen, ja im Prinzip bei allen chronischen Erkrankungen, Glutathion zu supplementieren, um Zellschädigungen durch die Entzündung, durch oxidativen Stress zu minimieren. Oxidativer Stress und chronische Entzündungen liegen heute bei vielen von uns vor und können unter anderem ausgelöst werden durch Umweltgifte, kohlenhydratreiche Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Pflanzentoxine wie Oxalat oder Lektine, chronische Stressbelastungen, Übergewicht und viele weitere Dinge mehr.

 

 

(14:33 - 15:26)

Vielen von uns mangelt es aber an Glutathion, weil die Bildung von Glutathion gestört ist, erstens aufgrund eines Mangels an Vorstufen, zweitens aufgrund eines Mangels an ATP oder drittens aufgrund gestörter Enzyme. Außerdem mangelt es uns an Glutathion, weil die Glutathionproduktion mit zunehmendem Alter abnimmt, vor allem aber deshalb, weil der Glutathionverbrauch bei den meisten von uns massiv erhöht ist durch Toxinbelastungen, oxidativen Stress, chronische Entzündungen und chronische virale Belastungen. Wie können wir hier gegensteuern und unseren Glutathionsspiegel unterstützen? Und woher weiß ich überhaupt, dass ich meinen Glutathionsspiegel unterstützen sollte? Eine Möglichkeit, um herauszufinden, ob ich zu wenig Glutathion habe, ist natürlich, den Glutathionsspiegel messen zu lassen, was über eine Blutuntersuchung möglich ist.

 

(15:27 - 15:53)

Das Problem dabei? Unser Glutathionsspiegel fluktuiert sehr stark, je nach körperlichem Zustand. Je nachdem, ob wir am Vorabend ein Glas Wein getrunken haben, wie wir geschlafen haben, ob wir am Vortag Sport getrieben haben oder ob wir gerade einen Infekt ausbrühen. Außerdem wird das oxidierte Glutathion, welches sich gerade in der Recyclingphase, in der Reaktivierungsphase befindet, nicht miterfasst.

 

(15:54 - 16:30)

Es kann zum Beispiel sein, dass in unserem Körper gerade größere Mengen an Glutathion zum Einsatz gekommen sind, die nun im oxidierten Zustand vorliegen und nicht mitgemessen werden, sodass der Spiegel niedriger erscheint, als er in Wahrheit ist. Nichtsdestotrotz kann eine Bestimmung des Glutathionsspiegels schon mal einen guten Anhaltspunkt liefern. Was ich aber definitiv jedem empfehlen möchte, ist, sich auf das Vorliegen von SNPs von genetischen Variationen, die entscheidend für die Synthese von Glutathion und für seine Entgiftungsfunktion sind, untersuchen zu lassen.

 

(16:30 - 17:29)

Denn solch ein genetischer Test kann uns Auskunft darüber geben, ob wir zu den Menschen gehören, bei denen zum Beispiel die Produktion von Glutathion gestört ist und die deshalb dauerhaft Glutathion supplementieren sollten. Davon unabhängig lautet die Empfehlung vieler Ärzte für funktionelle Medizin, Glutathion bei chronischen Erkrankungen, bei Erschöpfungszuständen, bei akuten Infekten und unterstützend bei Entgiftungsprozessen einzusetzen. In welcher Form und in welcher Menge sollten wir das tun? Wie eingangs bereits erwähnt, kann man den Glutathionsspiegel über die Gabe der Vorstufen, insbesondere über die Gabe von N-Acetylcystein (NAC) erhöhen, was in vielen Fällen wunderbar funktioniert, was aber, wie bereits beschrieben, große Mengen an ATP verbraucht und was natürlich in den Fällen, in denen die Glutathionbildung gestört ist, nicht zum gewünschten Erfolg führt.

 

(17:29 - 18:07)

Der sichere und besser dosierbare, aber zugegebenermaßen auch kostenintensivere Weg ist die Supplementierung von Glutathion selber, wobei ich euch hierfür nur zwei Formen empfehlen möchte, und zwar liposomales Glutathion und S-AcetylGlutathion, die beiden Formen mit der höchsten Bioverfügbarkeit. Bei liposomalen Produkten wird die zu verabreichende Substanz in ein Liposom eine Doppelschicht aus Phospholipiden, den natürlichen Bestandteilen von Zellmembranen, eingekapselt. Dieses Liposom schützt das Glutathion vor vorzeitigem Abbau.

 

(18:07 - 18:38)

Beim S-AcetylGlutathion wird ein anderer Weg gewählt, um die Bioverfügbarkeit von Glutathion zu erhöhen. S-AcetylGlutathion gehört zu den sogenannten Pro-Drugs, also zu Vorläufern, die erst durch Verstoffwechslung in ihre biologisch aktive Form überführt werden. Diese besonders stabile Form von Glutathion enthält ein Schwefelatom, welches das Glutathion während des Verdauungsvorgangs vor Abbau und Oxidation schützt und die Absorption durch die Darmwand vereinfacht.

 

 

(19:18 - 19:43)

Vorsicht ist geboten für Menschen mit Histaminintoleranz, da in diesem Fall sowohl Glutathion als auch NAC oftmals nicht gut vertragen werden. Neben der Einnahme von Glutathionvorstufen und Glutathion als solchem gibt es noch einige weitere Substanzen, welche den Glutathionsspiegel erhöhen und das Recycling von Glutathion unterstützen. Zu diesen Substanzen gehören erstens der Vitalpilz Cordyceps.

 

(19:44 - 20:17)

Cordyceps erhöht den Glutathionsspiegel in Zellen binnen Minuten um 300 % durch eine Aktivierung der Glutathionbildung. Zweitens die ayurvedische Heil- und Gedächtnispflanze Gotu Kola. Studien haben gezeigt, dass Gotu Kola in der Lage ist, die Glutathionmenge im Körper und die Aktivität wichtiger Enzyme des Glutathionssystems dramatisch zu erhöhen, was mit ein Grund für die enorm positiven Effekte von Gotu Kola auf unser Gehirn und unser Gedächtnis sein könnte.

 

(20:17 - 21:21)

Denn neben unserer Leber so enthält und benötigt auch unser Gehirn große Mengen an Glutathion zum Schutz unserer Nervenzellen vor oxidativem Stress und zum Schutz vor Entzündungen des Gehirns. Drittens die Mariendiestel, die einigen von euch sicher bereits bekannt sein dürfte als Leberschützer, der die Leberzellen vor oxidativem Stress und Entzündungen schützt und die Regeneration von Leberzellen unterstützt. Und mitverantwortlich für diese Effekte der Mariendiestel ist ihre Eigenschaft bzw. 

 

die Eigenschaft des in der Mariendiestel enthaltenen Wirkstoffs Silimarin, die Glutathionmenge in der Leber signifikant zu erhöhen und das Verhältnis zwischen reduziertem und oxidiertem Glutathion positiv zu beeinflussen. Diese drei Substanzen sind also eine sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung unseres Glutathionssystems. Das war unser Deep Dive zu einem meiner Lieblingssupplemente, dessen Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten meiner Ansicht nach manches Mal noch etwas unterschätzt werden.

 

(21:21 - 21:26)

Ich hoffe, ihr konntet etwas für euch mitnehmen und ich freue mich aufs nächste Mal. Alles Liebe!

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