

Gesunde Ruhe mit Tee: Warum Tee mehr als ein Getränk ist
Tee ist nach Wasser eines der meistkonsumierten Getränke der Welt. Über Kulturen hinweg ist er mehr als nur ein Aufguss: Tee ist Einladung, Ritual und Begleiter.
In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Jason Raffington mit Morten Menge – leidenschaftlichem Teetrinker, Gründer von The Silence in Tea und Mitarbeiter bei Yoshi En – über Tee als Anker im Alltag. Es geht um Langsamkeit, um bewusste Zubereitung und darum, wie bewusstes Teetrinken zu einem Moment der Ruhe im Alltag werden kann.
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Tee als Ritual – ein Anker im Alltag
Für Morten Menge ist die Teezeremonie ein täglicher Rückzugsort. „Tee ist ein Stück weit ein Rahmen, um Langsamkeit zu trainieren“, erklärt er. In einer hektischen Welt bietet die bewusste Zubereitung – von der Auswahl des Geschirrs bis zum langsamen Einschenken – die Möglichkeit, für einen Moment innezuhalten.
Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Präsenz: langsame Bewegungen, wiederkehrende Abläufe und das bewusste Erleben von Geruch, Geschmack und Temperatur. So wird bewusstes Teetrinken zu einem Ritual, das Ruhe in den Alltag bringt.
Ein Geheimtipp für kalte Tage: Sannenbancha
Morten stellt einen besonderen japanischen Tee vor: den Sannenbancha. Dabei handelt es sich um eine Form von grünem Tee, bei dem die Pflanzen drei Jahre lang ruhen durften, bevor sie im Winter geerntet und anschließend geröstet wurden.
- Besonderheit: Durch die späte Ernte und den hohen Stängelanteil ist er sehr koffeinarm.
- Er schenkt ein angenehm wärmendes Gefühl und ist so mild, dass er sogar vor dem Schlafengehen getrunken werden kann.
Qualität erkennen – worauf du beim Tee achten kannst
Viele Menschen empfinden hochwertige Tees anfangs als kompliziert: Temperatur, Ziehzeit, Dosierung – das kann schnell verunsichern. Morten rät deshalb zu Gelassenheit: Qualität ist wichtiger als Perfektion.
Laut Morten helfen dir vor allem diese Punkte, guten Tee bzw. Teequalität besser einzuschätzen:
- Frische, besonders bei Grüntee
- saubere Lagerung ohne Fremdgerüche
- transparente Herkunft (Wo kommt der Tee her?)
- möglichst kontrollierter Anbau
Wer im Teeladen oder online nachfragt, bekommt oft zusätzliche Infos zu Herkunft, Ernte und Verarbeitung. Das macht es leichter, Schritt für Schritt ein Gefühl für hochwertigen Tee zu entwickeln.
Tee richtig zubereiten: Mehr als nur Wasser und Beutel
Wer hochwertigen Tee genießen möchte, kann schon mit kleinen Details viel herausholen. Morten Menge teilt konkrete Handgriffe, die für ihn den Unterschied machen:
- Kanne vorwärmen: Ein einfacher Trick: Heißes Wasser in die leere Kanne geben, kurz stehen lassen, ausgießen – und erst dann die trockenen Blätter hinein. Morten beschreibt den Moment, wenn der Duft der Blätter aufsteigt, als das „Parfüm des Tees“.
- Qualität vor Preis: Guter Tee ist für Morten auch deshalb spannend, weil er sich oft mehrfach aufgießen lässt. Er empfiehlt losen Tee vom Fachhändler – und achtet dabei gern auf Bio-Qualität bzw. kontrollierten Anbau.
- Die richtige Temperatur: Besonders grüner Tee ist empfindlich. Für hochwertigen Sencha nennt Morten eher 60 bis 70 Grad – während geröstete Tees oder Schwarztee heißeres Wasser vertragen.
Eine Pflanze, unzählige Möglichkeiten
Viele denken, dass Weißtee, Grüntee, Oolong oder Schwarztee von unterschiedlichen Pflanzen stammen. Morten erklärt jedoch: Alle „echten“ Tees gehen auf dieselbe Teepflanze zurück – Camellia sinensis. Der Unterschied entsteht vor allem dadurch, wie die Blätter weiterverarbeitet werden.
- Grüntee: Die Blätter werden erhitzt, um den Tee möglichst „grün“ zu erhalten – in Japan typischerweise gedämpft, in China eher geröstet.
- Schwarztee: Statt zu erhitzen, werden die Blätter stärker gerollt, wodurch die Oxidation verstärkt wird – das Blatt verändert sich dabei von grün zu dunkel.
- Kräutertees und Früchtetees: Technisch gesehen sind das eher Infusionen/Kräuteraufgüsse, weil sie nicht von Camellia sinensis stammen.
Take Aways
- Tee kann ein Ritual sein: Morten beschreibt die Teezeremonie, um bewusst Langsamkeit zu trainieren.
- Die Zubereitung gehört dazu: Nicht nur trinken, sondern auch riechen und schmecken – der Moment ist Teil des Erlebnisses.
- Eine Pflanze, viele Tees: Weißtee, Grüntee, Oolong und Schwarztee stammen von Camellia sinensis – der Unterschied entsteht vor allem durch die Verarbeitung.
- Grüntee vs. Schwarztee (kurz erklärt): Grüntee wird erhitzt, Schwarztee wird stärker gerollt und oxidiert dadurch stärker.
- Kräuter-/Früchtetee ist streng genommen kein „Tee“: Morten ordnet Kräuter- und Früchtetees als Infusionen ein, weil sie nicht von der Teepflanze stammen.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Produktempfehlungen von sunday natural
Morten Menge ist Gründer von The Silence in Tea und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Tee und Teekultur. Sein Weg begann mit einem Teeseminar in Berlin – und einem taiwanesischen Milky Oolong, der seine Begeisterung für Tee nachhaltig geprägt hat. Seitdem vertieft er sein Wissen rund um Tee, insbesondere über ostasiatische Traditionen, und hat dafür auch mehrere Reisen nach China und Taiwan unternommen.
Im Laufe der Zeit hat er seine private Leidenschaft mit seiner beruflichen Laufbahn verbunden und Projekte für verschiedene Berliner Teeunternehmen und -formate umgesetzt, darunter auch Sunday Natural und Yoshi En. Ein besonderer Meilenstein war für ihn die Initiation und Mitgründung des Berlin Tea Festivals, das seit 2018 in Berlin stattfindet. Mit The Silence in Tea teilt er sein Wissen und seine Erfahrungen in Seminaren, Workshops und Teezeremonien – mit dem Ziel, Tee als kulturelles Erlebnis, Genussmoment und verbindendes Ritual erlebbar zu machen.
Mehr über The Silence in Tea: https://www.thesilenceintea.com/
163 Gesunde Ruhe mit Tee. Mit Morten Menge
[Morten Menge] (0:00 - 0:20)
Ich meine, Tee ist nach Wasser wirklich das meistkonsumierte Getränk der Welt. Ich meine, auf der ganzen Welt haben sich Tee-Kulturen und Tee-Traditionen einfach um diese Pflanze so gebildet. Es ist immer, wohin du gehst, immer irgendwie auch eine Einladung.
Es ist neue Gäste, Gästen wird einfach Tee angeboten.
[Jason Raffington] (0:20 - 1:31)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheits-Podcast, präsentiert von Sunday Natural. Mein Name ist Jason Raffington und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Seit tausenden von Jahren begleitet Tee die Menschheit als Heilpflanze, als Ritual und als stiller Begleiter in Momenten der Konzentration, der Gemeinschaft oder der Besinnung. Und auch heute ist Tee noch weltweit verbreitet und für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Alltags oder sogar ihrer Kultur.
Was Tee so einzigartig macht, wie aus einer einzigen Pflanze eine beeindruckende Vielfalt entsteht und warum Tee für viele Menschen weit mehr ist als nur ein Getränk. Darüber spreche ich mit meinem heutigen Gast. Morten Menge ist passionierter Teetrinker, Gründer von "The Silence in Tea" und arbeitet bei Yoshi En, einem Berliner Unternehmen und Partner von Sunday Natural, das sich auf hochwertige Tees aus den weltweit besten Teegärten spezialisiert. Morten ist außerdem Initiator und Mitgründer des Berliner Tee Festivals und verbindet Handwerk, Kultur und Genuss auf eine Weise, die Tee als ganzheitliches Erlebnis erfahrbar macht. Ich freue mich deshalb sehr auf dieses Gespräch. Herzlich willkommen, Morten.
[Morten Menge] (1:32 - 1:33)
Hi Jason.
[Jason Raffington] (1:34 - 1:40)
So Morten, gibt es einen Tee, den du besonders gerne an Sonntagen trinkst?
[Morten Menge] (1:40 - 1:51)
Ja, tatsächlich den, den wir gleich hier auch direkt vor Ort trinken werden. Den trinke ich zurzeit total gerne und insbesondere auch an kalten Sonntagen, wenn es draußen kalt ist.
[Jason Raffington] (1:51 - 2:06)
Okay, da bin ich gespannt, was du uns mitgebracht hast, aber vorher würde ich dich vielleicht auch gerne nochmal fragen. Ich habe zwar ein paar Sachen schon zu dir gesagt, aber vielleicht kannst du uns nochmal mit deinen Worten erklären, wie du zum Thema Tee gekommen bist und wie es so ein fester Bestandteil in deinem Leben geworden ist.
[Morten Menge] (2:07 - 3:07)
Ja, es ist nicht nur ein fester Bestandteil, es ist wirklich Zentrum meines Lebens geworden. Angefangen einfach als Faszination und Leidenschaft und mittlerweile seit einigen Jahren halt auch beruflich. Aber das hat sehr, sehr, ich will nicht sagen unspektakulär angefangen, aber ich wurde einfach mal zum Tee-Seminar mitgeschleift, damals von meiner Mutter und meiner Schwester.
Das war hier in Berlin und da gab es dann auch leichte Formen von Tee-Zeremonien und das hat mich damals einfach total gepackt. Mich hat der Geschmack erst mal so gepackt. Das waren sehr unterschiedliche Tees, die wir kennengelernt haben.
Der war einfach so divers und irgendwie so facettenreich, aber dann auch am Ende so das Zeremonielle selber, das Stille und die langsamen Bewegungen und so. Da habe ich einfach sehr, sehr viel Kultur, Tradition drin gesehen und das war was, was ich, glaube ich, zu der damaligen Zeit so Langsamkeit und irgendwie so was Sinnhaftes irgendwie gebraucht habe.
[Jason Raffington] (3:08 - 3:37)
Ja, spannend. Das ist gleich ein Einblick da rein, was Tee noch so zu bieten hat, weil wenn ich an Tee denke oder früher, was ich über Tee gedacht habe, war vielleicht, okay, ich nehme mir einen Beutel, brühe Wasser auf und gieße den schnell auf, aber da ist ja sehr viel mehr dahinter. Und für diejenigen, die gerade das Video sehen, die sehen vielleicht auch, dass wir ein bisschen anderes Setup heute haben.
Wir haben noch hier einen kleinen Tisch neben uns, wo Morten ein schönes Setup gestaltet hat mit einem Wasserkocher. Oder vielleicht erzählst du, was wir hier haben, weil du möchtest uns jetzt ein bisschen Tee servieren.
[Morten Menge] (3:38 - 4:14)
Klar, gerne. Also ich habe hier gewissermaßen so einen kleinen Tee-Tisch zubereitet. Also es ist ein kleines zeremonielles Setting.
Also ich trinke gern privat und eigentlich täglich Tee auf diese Art und Weise immer morgens. Ich mache mir meinen Tee so morgens immer. Ich habe da schöne Schalen und einfach eine Teekanne und einfach auch einen guten Tee.
Und ja, am Ende auch eine schöne Unterlage. Am Ende habe ich so ein Setting, was mir persönlich sehr, sehr gut gefällt. Aber auch da gibt es eine Teewelt, riesige Möglichkeiten, das so zu gestalten.
Ich mag das so sehr gerne. Das ist halt sehr, sehr hochwertiges Teegeschirr, sage ich mal.
[Jason Raffington] (4:15 - 4:16)
Sieht auch gleich viel einladender aus.
[Morten Menge] (4:17 - 4:25)
Ja, und auch persönlich. Also Tee trinken ist einfach eine sehr persönliche Geschichte, finde ich. Und genau.
Und einladend immer.
[Jason Raffington] (4:25 - 4:33)
Ja. Und was hast du uns für einen Tee mitgebracht? Also du sagst, es ist ein Tee, den du auch gerne sonntags trinkst.
Aber heute ist jetzt nicht Sonntag, aber wir trinken ihn trotzdem. Schmeckt bestimmt trotzdem sehr gut.
[Morten Menge] (4:33 - 5:43)
Ja, das ist ein japanischer Tee und es ist ein Sannenbancha Und Sannenbancha ist eine Form von grünem Tee. Der sieht jetzt nicht grün aus, weil der von Pflanzen kommt, die erst mal auch drei Jahre lang gereift sind.
Also das Besondere, die wurden in Ruhe gelassen vor drei Jahren und wurden dann erst im Winter beerntet und wurden dann im Anschluss nochmal geröstet. Also grüner Tee wird in der Regel jetzt nicht geröstet. Der wird einfach nur so erhitzt und gerollt und getrocknet.
Deswegen hat er auch so eine bräunliche Farbe. Und allein schon, dass es so ein Wintertee ist, dass er im Winter geerntet wird und dass er auch einfach so, dass er im Laufe der Herstellung einfach auch geröstet wird, gibt dem so eine innere Wärme irgendwie so mit, schmeckt am Ende auch so. Und das kommt noch mit dazu.
Ich weiß nicht, ob wir später auch noch über Teeherstellung und so weiter reden. Aber weil das ein Tee ist, der spät im Jahr geerntet wurde und von älteren Pflanzen ist er auch weniger stark in Koffein. Und deswegen ist es halt, wenn man so einen entspannten Sonntag haben möchte, wo man sich vielleicht mal gerade nicht irgendwie so ein bisschen Koffeinkick geben muss, eine ziemlich gute Wahl.
Und weil er auch einfach Wärme tut.
[Jason Raffington] (5:43 - 5:47)
Das heißt, man kann ihn auch noch in Ruhe am Nachmittag trinken. Man muss sich da keine Sorgen machen.
[Morten Menge] (5:47 - 5:55)
Sogar vom Schlafen gehen. Das ist einer von den Tees, die sogar, wie ich finde, man auch vom Schlafen gehen. Natürlich mal ausprobieren, aber grundsätzlich ausprobieren kann zu trinken.
[Jason Raffington] (5:57 - 6:01)
Cool. Und diese Kanne, das ist eine Kyusu, richtig?
[Morten Menge] (6:02 - 6:48)
Genau, in Japan nennt man die Kyusu, was am Ende eine Seitengriffkanne ist. Das ist eine sehr, sehr alte Form der Teekanne. Ganz früher wurde Tee ja auch so als, also wirklich ganz, ganz früher, bevor es wirklich so in die Klöster und dergleichen gekommen ist, war Tee halt immer schon eine medizinische Pflanze.
Und da wurde der Tee eher so als als Sud und wirklich als Medizin so verabreicht. Und so dafür wurden früher schon sehr häufig so eine Seitengriffkanne. Früher gab es dann auch einfach so eine, einfach große, ja so Alchemistentöpfe, wo einfach gekocht wurde.
Und das war dann so der Next Step, dass dann diese Seitengriffkannen entwickelt wurden, die aber immer noch einen Platz haben, auch in der heutigen Teezeremonie und sind auch gerade auch in Japan sehr verbreitet.
[Jason Raffington] (6:49 - 7:02)
Okay, ja, du sagtest, du trinkst natürlich gerne Tee, trinkst jeden Tag Tee. Welche Rolle spielt er denn noch für dich in deinem Alltag? Ist es jetzt nur ein Getränk?
Ist es das, was zeremonielles dabei? Sagtest du schon, welche Rolle spielt er noch für dich?
[Morten Menge] (7:04 - 8:07)
Also für mich ist Tee so ein Ankerpunkt, so in meinem Leben. Auch die Teezeremonie selber ist etwas, was ich, da kann man was wollen, einfach jeden Tag mache. Und das ist etwas, worauf ich mich am Ende auch ein Stück weit verlassen kann, falls mir mal nicht so gut gehen sollte.
Da kann ich immer ein Stück weit so zurückgehen. Und ich habe da einfach ein großes Vertrauen, einfach die Erfahrung drin, dass ich mich danach besser fühlen werde. Es ist ja nicht nur so eine Schale, die ich trinke, sondern gleich mehrere.
Und das heißt, da wird dann gleich schnell mal so 20 oder 30 Minuten draus. Auch länger, man kann das natürlich noch über Stunden strecken. Mache ich auch manchmal mit Freunden.
Aber das ist einfach so eine reservierte Zeit, wo ich einfach so weiß, okay, danach geht es mir 100 Pro besser und gibt mir am Ende halt auch einen Raum, ja, ein Stück weit so Langsamkeit zu trainieren. Ist heutzutage immer schwieriger, finde ich. Aber wenn ich dann so einen Rahmen so habe mit der Teezeremonie und dem Tee trinken, kann ich sagen, okay, ich mache jetzt die Bewegung mal bewusst langsam.
Ich habe ja gerade die Zeit. Ich habe für mich gerade definiert, ich mache gerade 30 Minuten nichts anderes als einfach Tee trinken. Und das ist halt mein Anker.
[Jason Raffington] (8:08 - 8:47)
Also es entschleunigt sehr. Okay, ich würde den sehr gerne mal probieren. Also ich würde dann vielleicht auch parallel direkt noch fragen, worauf achtet man denn, wenn man Tee zubereitet?
Also wie gesagt, ich kenne es ursprünglich so mit Teebeuteln. Dann gibst du Wasser drauf. Aber seit ich jetzt bei Sunday Natural bin, habe ich auch durch dich viel mehr über Tee gelernt.
Heutzutage bereite ich Tee auch anders zu. Ich kaufe mir eigentlich auch kaum Tee in Beuteln, sondern nutze hauptsächlich lose Tees. Habe auch so eine Kyusu zu Hause.
Mir gefällt es auch viel mehr, den Tee so zuzubereiten. Das hat nochmal was Besonderes. Aber was würdest du sagen?
Was sind so die wichtigen Dinge, auf die man achten sollte, wenn man Tee zubereitet?
[Morten Menge] (8:48 - 11:21)
Genau, also da muss ich zuerst unterscheiden, ob man halt wirklich Tee auf so eine zeremonielle Art und Weise zubereiten möchte. Da gibt es natürlich einige Sachen. Aber wenn es einfach am Ende nur, sage ich mal, vordergründig um Geschmack geht, dann ist das was anderes.
Ich sage mal, bei der Zubereitung, was den Geschmack angeht, da gibt es einfach... Viele Leute sind immer sehr verwirrt, wenn es um Teezubereitung geht, gerade auch um hochwertige, weil viele haben einfach Angst, das so falsch zu machen. Welche Temperatur nehme ich?
Wie ist die Ziehzeit und dergleichen. Aber ich finde, das muss gar nicht so kompliziert sein. Wenn es wirklich eine Sorte gibt, wo man ein bisschen mehr aufpassen sollte, wären das vielleicht so Grüntees, auch japanische Grüntees.
Da muss man so auch, was die Temperatur angeht, so ein bisschen darauf achten. In der Regel je kälter, desto besser. Also so 60, 70 Grad für so gute Sencha-Grüntees oder auch für so beschattete Tees wie Gyokuro zum Beispiel.
Die hat wirklich süßlich, umami, ganz maritim schmecken. Da muss man ein bisschen aufpassen. Aber ansonsten, auch was die Ziehzeit angeht, aber ansonsten kann man wirklich einfach schön viel heißes Wasser so verwenden.
Ich meine, das A und O ist, sich für einen guten Tee zu entscheiden. Also wirklich auch ein bisschen Geld zu investieren beim Teehändler des Vertrauens. Das ist schon mal das Erste.
Wenn man sich einen günstigen Teebeutel Tee kauft, muss man nicht überrascht sein, dass der halt eigentlich eher so eher die Zunge betäubt, als dass er irgendwie einen Geschmack hat. Also es zeigt sich am Ende in der Qualität. Und die ganzen Sachen, die darauf folgen, auf welches Wasser nutze ich und wie lange ist die Ziehzeit, sind alles Sachen, die schließen sich, finde ich, ein Stück weit eher daraufhin an.
Also der Grundstart ist einfach, sich einen guten Tee erst mal so zu verschaffen. Genau, das lässt sich mich, kann ich dazu sagen, kann natürlich jetzt sehr, sehr viel noch individuell Tipps geben. Einen Oolong bereitet man so zu, der schmeckt so besonders gut und einen Schwarztee so.
Aber das ist ein bisschen kleinteilig, was nicht sein muss. Und das möchte ich auch noch kurz sagen, Tee ist am Ende immer auch eine Einladung zum Experimentieren. Also auch bei Yoshi En, den haben wir hinten auf den Verpackungen immer so Empfehlungen so drauf, auch wie viel Tee man nehmen sollte und dergleichen.
Das sind immer so Hilfestellungen, um erst mal so einen Start zu haben. Aber danach geht es eigentlich ganz viel im Ausprobieren. Vielleicht mag ich den Tee halt stärker, dann lasse ich ihn länger ziehen und nehme heißeres Wasser.
Oder ich mag ihn ja milder und dann lasse ich vielleicht kürzer ziehen und nehme noch kälteres Wasser. Was ich auch einfach toll am Tee finde, einer diesen großen Reichtum an Experimentierfreudigkeit, die man dann in den Tag legen kann.
[Jason Raffington] (11:22 - 12:00)
Ja, das ist echt spannend. Ich erinnere mich noch, als ich mal bei einer Tee-Zeremonie bei dir war, hier im Büro bei uns, da hast du auch gezeigt, dass man vorher erst mal dran riecht, wie er so riecht, dann Wasser draufgießen. Dann hast du, glaube ich, ein bisschen weggekippt erst mal, den ersten Schluck, noch mal Wasser nachgegossen und dann hat man noch mal den Tee gerochen, wie er denn riecht, wenn das Wasser drauf ist.
Dann haben wir den Tee eingegossen und dann noch mal. Also es war sehr viel riechen, sehr damit interagieren, sich wirklich darauf einlassen und sich die Zeit nehmen, wie du schon gesagt hast. Also es ist nicht einfach Wasser drauf, kurz abkühlen lassen und trinken, sondern es ist wirklich jeden Schritt bewusst zu machen und den wirklich zu erleben.
[Morten Menge] (12:00 - 12:03)
Ja, also erst mal voll cool, was bei dir alles hängen geblieben ist.
[Jason Raffington] (12:03 - 12:06)
Ich bereite den auch so zu Hause zu. Also ich mache das jetzt tatsächlich auch so.
[Morten Menge] (12:06 - 13:33)
Wärmt mein Herz, schön. Ja, genau, also ich meine, was du gesagt hast, Tee ist ja doch total viel sinnlicher Erfahrung am Ende und das fängt schon mit dem Geruch an.
In dem Maße werden wir es heute nicht so machen, da haben wir jetzt nicht so die Zeit. Aber ja, das mache ich in der Regel. Wirklich die Teekanne am Anfang immer.
Den Tipp gebe ich wirklich auch wirklich jeder Person mit. Vorher auf jeden Fall die Teekanne mit heißem Wasser einmal reinzugießen und dann auszugießen. Das ist zum einen, hat auch einen zeremoniellen Hintergrund, nämlich dass man dadurch einfach so eine Form von Reinlichkeit in die Sache so reinbringt, dass man vor der Teezubereitung die Teekanne gereinigt hat, auch die Schalen und dergleichen.
Aber dann hat es auch den Vorteil, wenn man dann den trockenen Tee dann da reingibt, dann, obwohl der Tee noch nicht aufgegossen ist, ist die Kanne schon so vorgewärmt, dass dann so einfach so die ätherischen Gerüche des Tees so nach oben steigen können. Und das ist ein erstes Kennenlernen. Das ist wie ein Parfüm des Tees.
Und auch wenn wir jetzt auf der Arbeit so Tees kennenlernen, verkosten und versampeln, machen wir das auch so, weil allein der Geruch und schon sehr, sehr viel darüber erzählt, wie frisch ist der Tee und wie stark ist die Röstung und dergleichen, dass uns eine große Hilfestellung bietet. Gleichzeitig ist es eine sinnliche Erfahrung. Deswegen ja, also auf jeden Fall mein Tipp oder meine Empfehlung.
Ja, also wärmt eure Teekannen und eure Schalen vor.
[Jason Raffington] (13:35 - 13:44)
Ja, das ist, glaube ich, wirklich noch mal eine andere Art und Weise, Tee kennenzulernen, sich darauf einzulassen. Ich möchte mal noch auf die Hintergründe des Tees zu sprechen.
[Morten Menge] (13:44 - 13:46)
Soll ich jetzt mal Tee machen? Ja, gerne.
[Jason Raffington] (13:46 - 13:48)
Ich bin sehr gespannt, wie das schmeckt.
[Morten Menge] (13:51 - 14:27)
Also das Wasser haben wir auch schon vorher erhitzt. Das ist sind 100 Grad. Also der Tee ist auch einer, der einfach auf sämtliche Temperaturen gut aushält.
Und den kannst du dann auch mehrmals aufgießen, was übrigens auch bei guten Tees der Fall ist. Du kannst ihn mehrmals aufgießen. Und viele, die neu beim Thema hochwertiger Tee sind, stöhnen erst mal.
Oh, ist das so teuer? Aber wenn man es am Ende dann wirklich so runterrechnet und den Tee mehrmals aufgießt, ist es halt tatsächlich ziemlich günstig. Dann hat man einfach mehr davon.
Man freut sich ein Stück weit, mehr den Tee zuzubereiten. Genau, deswegen 100 Grad vorbereitet und dann mache ich einfach mal.
[Jason Raffington] (14:27 - 16:28)
Ja, machen wir mal Tee. Ich kommentiere das vielleicht für die, die nicht zuschauen. Also wie gesagt, wir haben hier das kleine Setup mit der Kyusu auf dem Tisch.
Morten hat eine kleine Wasserkanne am Wasser schon vorgekocht. Und genau, das ist jetzt der erste Schritt, die Kyusu zu öffnen. Jetzt kommt der Tee rein.
Es sind einige Stängel zu sehen. Das ist auch noch eine Frage, die ich gleich an dich habe, weil es gibt ja verschiedene Teesorten. Manchmal sind mehr Stängel drin, manchmal sind mehr Blätter drin.
Genau, und jetzt kommt das heiße Wasser dazu. 100 Grad hast du gesagt. Ich habe auch gesehen, also bei den Tees von Yoshi En und bei Sunday Natural, da steht es auch immer hinten drauf, wie viel Grad der Tee haben soll.
Das finde ich auch immer noch mal eine gute Orientierung. Seitdem habe ich mir dann auch einen Wasserkocher mit Temperaturanzeige gekauft, dass ich die Temperatur gut einstellen kann. Genau, und jetzt nimmt Morten die Kyusu.
Das ist alles ein sehr, sehr ruhiger Vorgang. Und gießt jetzt abwechselnd in die Schalen ein. Also direkt, nachdem er das heiße Wasser aufgegossen hat, gießt er den Tee schon ein.
Also der hat jetzt überhaupt nicht lange gezogen. Das auch schon mal als Frage für später. Das macht wahrscheinlich dann auch einen Unterschied im Aroma oder im Geschmack des Tees.
Wenn er nur ganz kurz zieht, ist er wahrscheinlich weniger intensiv. Wenn man ihn lange stehen lässt, wird er wahrscheinlich noch mal intensiver, weil mehr Stoffe extrahiert werden, mehr Gerbstoffe und so weiter. Und jetzt verteilt er die Tassen.
Reicht mir eine Tasse. Sieht sehr schön aus, vielen Dank. Erstmal den Tee riechen.
Schmeckt sehr mild. Habe ich jetzt auch erwartet, weil er ja nur sehr, sehr kurz gezogen hat.
[Morten Menge] (16:30 - 17:04)
Ja, ich habe den kurz ziehen lassen. Zum einen, weil uns nicht jetzt alle Leute so sehen können. Und so, da wollte ich jetzt keine zu lange Ziehtzeit machen.
Aber und gleichzeitig ist er dadurch sehr, sehr mild. Und genau, wer weiß, sonst drehen wir hier noch irgendwie durch bei unserem Interview hier. Aber genau, ich habe den einfach jetzt für uns sehr, sehr mild gemacht, damit er uns ein bisschen begleiten kann und damit wir nicht zu lange warten müssen.
Genau, hast du sonst noch Fragen?
[Jason Raffington] (17:04 - 17:16)
Ja, was gefällt dir besonders an diesem Tee? Also wenn wir ihn jetzt so zubereiten würden, wie du ihn zu Hause zubereitest, also mit ein bisschen längerer Ziehtzeit. Was sind die Geschmäcker, die du rausschmeckst?
Was gefällt dir daran besonders gut?
[Morten Menge] (17:16 - 17:40)
Ich mag jetzt so eine leichte Holzigkeit, also so sehr, sehr viel Süße. Also auch, obwohl er gerade sehr, sehr mild ist, kommt so eine sehr leichte Süße und Bekömmlichkeit durch. Und ich möchte dich auch ein bisschen dazu einladen, nicht nur auf den Geschmack zu achten, sondern auch ein bisschen, was er vielleicht mit deinem Körper macht.
Ist jetzt nicht vielleicht so leicht, aber du kannst den Tee vielleicht irgendwo spüren, so.
[Jason Raffington] (17:42 - 17:54)
Kann ich noch nicht sagen, mein erster Gedanke war aber tatsächlich, dass ich ihn mir sehr gut an kalten Tagen vorstellen kann und dass ich mir den sehr gut am Nachmittag vorstellen kann, zum Entspannen, zum Runterkommen tatsächlich.
[Morten Menge] (17:54 - 18:00)
Was ich besonders an dem Tee mag, ist, ich merke den guten Magen. Also ich habe das Gefühl, der ist jetzt nicht anstrengend, hoffentlich.
[Jason Raffington] (18:01 - 18:02)
Ja, sehr leicht, ja.
[Morten Menge] (18:02 - 19:58)
Ich habe so das Gefühl, dass der mich nicht überfordert. Und ich habe trotzdem das Gefühl, dass er so ein bisschen wie ja, so eine leichte Decke mich ein bisschen so umdeckt. Aber ich habe auch schon Gelegenheit gehabt, den Tee gut kennenzulernen.
Deswegen genau das mag ich. Und ich mag auch, dass wenn du ihn länger zubereitest, länger ziehen lässt, drei, vier, fünf Minuten, der nicht bitter wird. Du kannst machen, was du willst.
Und ja, das sind so ein paar Qualitäten, die ich daran zu schätzen weiß, dass er mich einfach auch den ganzen Sonntag ein Stück weit zu begleiten kann durch den Tag, dass er so ergiebig ist. Und was ich auch an ihm mag, ist, dass er in der Form ungewöhnlich ist. In der Tee-Welt wird immer sehr, sehr viel auch auf Frische gegeben.
Also wenn man jetzt über Darjeeling Flugtee geht, ich möchte die frischeste Ernte haben. Und auch beim Sencha bei solchen Tees. Und das ist auch wirklich richtig toll.
Also wirklich richtig frisch geerntete und genossene Tees sind was ganz Besonderes. Aber bei dem Tee ist es ein Stück weit das Gegenstück, weil die Teepflanze wurde drei Jahre lang Ruhe gelassen. Und es wurde nicht, weil von der Teepflanze wird ja nur ein ganz kleiner, für die meisten Tees nur ein geringer Teil geerntet.
Nur die Knospe und die beiden Folgeblättern. Und der Rest, der wächst die ganze Zeit immer so nach. Das ist das sogenannte Bud-Set, das Knospen-Set.
Und da ist der Tee halt auch das Gegenstück. Das heißt, es wurden nicht nur die Knospen und die Blätter, sondern gerade auch die Stänge und gerade auch wirklich Teil des Teestamms, der Teepflanze des Stamms verwendet. Und das ist am Ende, sage ich mal, auch.
Eine Art und Weise, die Pflanze ein Stück weit zurückzustutzen, das heißt, immer bei der Regeneration zu helfen. Und gleichzeitig wird daraus wieder ein Tee gemacht, der einfach extrem gut für den Körper ist. Das mag ich an dem Tee.
Das ist einfach so ein extrem nachhaltiger Tee am Ende auch. Und ja, das mag ich.
[Jason Raffington] (19:58 - 20:12)
Ja, das fand ich auch spannend, als ich gelernt habe, dass es halt auch Tees gibt, wo wirklich noch so Stängel mit drin sind. Anfangs habe ich die gesehen und dachte so, soll das so sein? Eigentlich müssen es doch die Blätter sein, die den Geschmack geben, die die Inhaltsstoffe haben.
Aber scheinbar gibt es eben auch Stängeltees.
[Morten Menge] (20:12 - 21:30)
Genau. Und Stängeltees haben halt am Ende auch deutlich weniger Koffein. Es gibt auch einige Tees, die setzen sich fast komplett nur aus Stängeln zusammen.
Japanischer Kukicha ist so ein Beispiel. Und da ist halt von Natur aus wenig bis gar kein Koffein drin. Und deswegen kann man ihn fantastisch auch am Abend trinken.
Bevor die Koffein-Frage so kommt oder konkret. Das meiste Koffein ist am Ende in den Knospen so drin. Und je weiter es nach oben geht in der Teepflanze, desto mehr Koffein ist drin, weil das Koffein Abwehrmechanismus der Pflanze ist gegen Insektenbefall ist.
Deswegen sind die Insekten da vorsichtiger. Und je älter die Blätter am Ende werden, desto weniger Koffein wird am Ende in den Blättern sein. Und weil die erste Ernte des Jahres auch die sensibelste ist.
Also das heißt, damit meine ich zum ersten Mal, wenn die Pflanze austreibt im Jahr, ist auch in den ersten Ernten des Jahres am meisten Koffein vorhanden. Und je weiter man im Jahr zurückgeht, desto häufiger die Pflanze geerntet wurde, desto kälter es am Ende auch geworden ist, desto weniger Bedarf für Koffein ist da, desto weniger bildet die Pflanze heraus. Und genau, also das ein Stück weit zum Thema Koffein.
Ich greife vielleicht ein bisschen vor.
[Jason Raffington] (21:30 - 22:06)
Ja, die Frage wäre bestimmt auch noch gekommen. Das ist aber schon mal gut zu wissen. Und auch, dass diese verschiedenen Erntezeitpunkte da so eine große Rolle spielen.
Weil wenn ich jetzt an Tee aus dem Supermarkt oder der Drogerie denke, da findest du solche Informationen ja gar nicht. Da steht dann auch vielleicht einfach nur auf der Packung ist es Grüntee und nicht es ist ein Gyokoro, es ist ein Sencha, also ein Sanbancha, sondern du weißt eigentlich gar nicht, was du bekommst, wo es herkommt, wann es geerntet wurde, wie es zubereitet wurde, wie die Qualität ist. Deshalb meine Frage auch, was sind denn Qualitätsmerkmale von gutem Tee?
Worauf kann ich denn als Konsument achten, wenn ich mir einen Tee kaufen möchte?
[Morten Menge] (22:06 - 24:51)
Darf ich noch eine Sache kurz zum Koffein irgendwie so sagen? Weil ich möchte es gerne so verallgemeinern, weil das stimmt. Wirklich solche Informationen, wie welche Ernte ist, das gibt es bei den konventionellen Tees nicht.
Aber ich weiß, dass trotzdem sehr viele Menschen auch daran interessiert sind. Wie wirkt denn jetzt Schwarztee auf mich? Wie wirkt Weißtee auf mich und Grüntee und dergleichen?
Und da wollte ich nur noch kurz sagen, dass das, wenn man jetzt so den, da kommt bei mir immer häufig die Frage, wie hoch ist der Koffeingehalt in den jeweiligen Tees? Und das lässt sich nicht so leicht beantworten. Aber man kann sagen, gerade wegen dieser Faktoren, je nachdem, was das Grundmaterial ist, aus dem der Tee gemacht wurde.
Aber je nachdem, welche Teesorte man in der hat, das Koffein wirkt immer ein bisschen unterschiedlich. Beim Grüntee ist es so, je nach wegen seiner Beschaffenheit, wird das Koffein über einen längeren Zeitraum so abgegeben, geht in den Körper so über. Das heißt, es ist ein längerer Wachzeitraum am Ende halt so da, während es beim Schwarztee halt deutlich schneller geht und einen stärkeren Abfall ergibt.
Das hat aber mit der Verarbeitung des Tees stark zu tun. Und dann gibt es noch mal ein paar Abstufungen. Das würde ich noch mal kurz so als für alle, die es interessiert, noch mal irgendwie so sagen.
Und dann Qualitätsmerkmale, wenn man hochwertigen Tee kaufen möchte, ist am Ende Frische auf jeden Fall. Wenn man einen frischen Tee, Grüntee kaufen möchte, weil bei Grüntee geht es einfach sehr, sehr viel um Frische. Wenn man jetzt einen drei, vier Jahre alten kauft, ist sehr, sehr viel von dem, was Grüntee besonders macht, einfach ein Stück weit verloren.
Er riecht nicht mehr so gut und er schmeckt auch am Ende jetzt nicht mehr irgendwie so gut. Weitere Qualitätsmerkmale sind, ich kann jetzt so viel aufzählen, aber ich sage jetzt einfach nur die, die mir ein Stück weit irgendwie in den Kopf kommen. Das ist am Ende auch eine gute Aroma-Versiegelung.
Das heißt, wenn der Tee geerntet wurde, dass die Verpackung gut ist. Wenn man in einen Teeladen reingeht und der ganze Teeladen riecht am Ende halt wie so, weiß ich nicht, wie im Kräuterbasar oder so. Das ist jetzt auch nicht unbedingt so gut, weil sich da eine starke Kontaminierung der Tees untereinander so stattfindet.
Sie bleiben halt nicht so rein. Also allein die Lagerung ist gut. Dann natürlich einfach der Anbau.
Also wenn man, wenn einem das Tee-Thema am Herz liegt, dann sollte man schon darauf achten, auch einen cleanen Tee zu kaufen. Das heißt, der Anbau sollte im Idealfall biozertifiziert sein oder es wird kommuniziert und man weiß, dass der Famer ohne chemische Pestizide und dergleichen so arbeitet. Das ist einfach sehr wichtig, weil am Ende ist es halt ein Produkt, was man konsumiert.
Ja, und Pestizide würde man halt mit aufnehmen. Und deswegen ist dann eine Deklaration schon sehr wichtig. Und wenn man einen Teeladen geht, sollte man diese Fragen auch am Ende so stellen.
Können Sie mir darüber sagen, wie der Tee angebaut wurde? Genau, Anbau fällt mir jetzt halt ein. Und ja, ansonsten gibt es aber sehr, sehr viele Qualitätskriterien, was man mal in die unterschiedlichen Teesorten so geht.
Da kann man wieder sehr kleinteilig werden. War erst mal genug dabei.
[Jason Raffington] (24:51 - 25:15)
Ich denke, das ist schon mal eine ganz gute Orientierung als Start. Ich würde auch noch mal gerne auf den Ursprung des Tees zurückkommen. Du hast jetzt ein paar mal japanische Tees erwähnt.
Ist Japan das Ursprungsland oder ist das die Region, wo? Also ich meine, die besten Tees kann man jetzt nicht sagen. Das ist wahrscheinlich sehr individuell.
Aber ist das, was den Ursprung angeht, kann man da sagen, dass Japan damit eins der in Anführungszeichen wichtigen Länder ist?
[Morten Menge] (25:15 - 27:42)
Hundert pro. Also japanische Tees, er gehören ja zum Besten, was die Welt zu bieten hat. Und bei Japan ist es so, dass es da eine ganz, ganz starke Konzentrierung, insbesondere auf grünen Tee so gibt.
Und da ist Japan vielleicht, kann man schon sagen. Also China hat auch fantastische grünen Tees, aber Japan ist einfach in der Konzentration, so dass vielleicht das Grünteeland der Welt, was halt hohen Anspruch auch so angeht. Ja, Japan zählt zu den Ursprungsländern, was Tee angeht.
Ursprünglich kommt es, Tee ist halt super alt. Deswegen damalige Zeiten, als Tee sich einfach aus der Natur heraus entwickelt hat, gab es die Ländergrenzen, die es heute gibt, gab es natürlich so nicht. Aber die Region, die heutige Region, wo die Ursprünge des Tees, das heißt, wo die Teepflanze herkommt, so vermutet werden, ist die Region Südwestchina, die Provinz Yunnan und das grenzt auch an Nordthailand, an Myanmar und auch an Laos und auch ein Stück weit Indien.
Und die Assam-Region ist auch nicht so weit weg. Also alles so die Gegend im Himalaya, so südlich bis östlich drumherum. Dort wird vermutet, dass die ersten Teepflanzen so gewachsen sind.
Und dann hat die erste weitere Kultivierung und den richtigen Anbau von Tee dann schon in China stattgefunden. Das, was man weiß, ist, dass dann in Klöstergärten Tee angebaut wurde. Es hat schon immer auch einfach ein sehr meditativer Drink gewesen, weil das Koffein hält dich am Ende halt wach und die Aminosäuren drin, die geben dir halt diesen Ausgleich.
Das heißt, Tee hat halt einfach diesen sehr ausgleichenden, wachmachenden, aber gleichzeitig auch entspannende Wirkung auf dich. Deswegen, Mönche haben das halt schon von Anfang an ziemlich cool gefunden, weil es einfach bei der Meditation unterstützen kann. Ging dann halt bei den Klöstern in China los.
Und im Laufe der Zeit, das war auch so die Zeit des Buddhismus, der sich erbreitet hat. Also waren auch japanische Mönche einfach auch in China unterwegs, um sich spirituell weiterzuentwickeln. Haben Klöster besucht, dort Tee kennengelernt und am Ende Teesamen mit nach Japan genommen.
Und dann mit der Zeit hat sich in Japan eine komplett eigene Tee-Kultur am Ende auch so um Tee, gerade auch Matcha-Zeremonie und dergleichen so gebildet. In einer Zeit, wo Japan sich einfach ein Stück weit isoliert hat von der Welt und sich auf die eigene Kultur so gestützt hat. Und deswegen ist die Matcha-Zeremonie insbesondere, wie wir sie heute kennen, auch einfach sehr stark so Japan zugerechnet.
Obwohl die Anfänger auch die Form des Tee-Aufschwammens dergleichen aus China kommen.
[Jason Raffington] (27:44 - 28:05)
Ja, spannend. Du hast jetzt auch schon so ein paar verschiedene Tee-Arten genannt. Weißtee, Schwarztee, Grüntee.
Welche gibt es denn da? Und was sind da so die Unterschiede, was die Kultivierung angeht, den Geschmack angeht, die Zusammensetzung? Ich meine, da kannst du bestimmt auch sehr tief reingehen.
Also behandeln wir es erst mal so ein bisschen oberflächlich, würde ich sagen.
[Morten Menge] (28:05 - 28:07)
Unterbreche mich ansonsten einfach jederzeit.
[Jason Raffington] (28:07 - 28:15)
Einfach, dass wir so einen groben Überblick haben.
Weil, was du uns wahrscheinlich auch gleich erzählen wirst, dass es alles tatsächlich von einer Pflanze kommt, wenn ich mich nicht täusche.
[Morten Menge] (28:15 - 32:01)
Genau so ist es. Genau, genau so ist es. Da knüpfe ich direkt an.
Das ist das Besondere am Tee, dass sämtliche Teesorten, die wir so haben, wenn wir jetzt Schwarztee, Grüntee, Weißtee und so weiter in den Mund nehmen, am Ende geht das alles auf eine Teepflanze zurück. Der lateinische Name ist Camellia sinensis. Es gibt dann auch so ein paar unterschiedliche Kultivare, also Subspecies davon.
Aber am Ende ist es eine Teepflanze. Und was Teesorten am Ende so voneinander grundsätzlich unterscheiden, ist einfach die Art und Weise, wie die Teepflanze oder die Blätter weiterverarbeitet wurden. Da kann man ganz einfach relativ klar sagen, dass Grüntee der am wenigsten oxidierte Tee ist.
Oxidation, wenn ich auch manchmal Leuten das zum ersten Mal erkläre, ist am Ende das, was auch ganz gut an einer Banane ersichtlich ist. Die hat anfangs Grünes und anfangs oder darüber hinaus dann Gelb und am Ende sogar Braun wird. Das ist halt am Ende die Enzyme, die sich innerhalb der Banane befinden, reagieren mit der Luft und verändern, führen zu einer chemischen Veränderung.
Und dadurch nimmt ja auch der Geschmack der Banane verändert sich. Während wir eine rohe Banane haben, die einfach auch noch bitter ist und kaum Süße hat, hat man, wenn man so eine matschige, braune Banane hat, hat ganz viel Süße und ist ja sogar manchmal so ein leichter alkoholischer Geruch mit unter dabei. Einfach dieser Gärungsgeruch.
Und genau dieses Phänomen wird sich auch bei der Teherstellung zunutze gemacht. Das heißt, bei Grüntee möchte man einfach den Tee möglichst so erhalten, wie er so ist, in seiner grünen Beschaffenheit und auch mit seinen speziellen Aromen und Geschmack, den er am Anfang hat. Und dafür werden die Teeblätter einfach auch erhitzt.
Also in Japan werden sie gedämpft. In China werden sie geröstet. Ergibt auch mal ganz unterschiedliche Geschmackscharakteristika.
Und das bewahrt erst mal so den Grüntee, wie er halt so ist. Und dann, was darauf folgt, sind alles so Abarten davon. Wenn du jetzt so einen Schwarztee hast, dann erhitzt du die nicht, sondern du rollst sie stattdessen sogar noch verstärkt und verstärkt diese Oxidation, sodass innerhalb von kurzer Zeit, also innerhalb von 24 Stunden, sich das Teeblatt von grün nach schwarz verändert.
Dann wird er nur noch getrocknet und dann ist der Schwarztee fertig. Und dann gibt es natürlich auch noch so Sachen, die sich dazwischen befinden. Oolong zum Beispiel ist ein Tee, der befindet sich zwischen Grüntee und Schwarztee.
Der wird halt ein bisschen oxidiert und dann wird er zu einem Zeitpunkt, wie der Teefarmer möchte, erhitzt und konserviert. Dann gibt es noch Weißtee und Weißtee ist so das, was so Kräutertee am nächsten kommt, weil nichts anderes ist, als die Teepflanze zu beernten, Knospen und Blätter und einfach zu trocknen. Das ist einfach ein getrockneter Tee und kein weiteres Rollen.
Und das ist auch gar nicht so leicht, weil man da auch am Ende Feuchtigkeitsgehalt ein Stück weit im Blick haben muss. Aber der Prozess selber ist sehr simpel, pflücken und trocknen. Das sind so die Bekannten.
Dann gibt es noch ein paar weniger Bekannte, wie vielleicht den gelben Tee, ein leicht fermentierter Tee und dann gibt es das große Feld der fermentierten Tees. Bin ich auch ein großer Fan von Pu-Erh Tees, die einfach nach der Herstellung noch mal nachgelagert, nachbearbeitet werden, fermentiert werden mit zusätzlich Wärme, zusätzlich Feuchtigkeit und dadurch noch mal einen extra Schritt hinzubekommen und die auch das spannende Feld des Teereifens auch noch mal, sage ich mal, in die Sache so mit reinbringen. Aber ja, das ist ein sehr exotischer Bereich, denn Tee kann tatsächlich auch, so frisch er auch toll ist, es gibt einige Teesorten, die kann man auch wirklich reifen und die verändern sich mit der Zeit und nehmen Geschmack auch noch zu und auch ändern ihre Wirkung sogar.
Aber da würde ich wirklich zu viel erzählen.
[Jason Raffington] (32:02 - 32:18)
Ja, das ist schon mal ein sehr guter Überblick. Manche unserer ZuhörerInnen fragen sich jetzt vielleicht, okay, was ist mit Früchtetees, mit Kräutertees, die du erwähnt hast? Das sind ja im Grunde keine Tees, wenn ich mich nicht täusche.
Das sind eher Infusionen, oder? Weil sie eben nicht von dieser Camellia sinensis abstammen.
[Morten Menge] (32:19 - 32:45)
Genau. Wir sagen zwar immer noch hier in Deutschland auch einfach Kräutertee und das soll auch so bleiben. Nur wenn man so einfach technisch korrekt was, so Terminologie angehen möchte, sein möchte, dann muss man ja von Infusionen oder von Kräuteraufguss so reden.
Klingt alles total seltsam und ich sage es selber auch nicht. Aber es sind am Ende nicht, die Kräutertees kommen halt nicht von der Teepflanze. Und deswegen, wenn man da genauer sein möchte, müsste man das so bezeichnen.
[Jason Raffington] (32:45 - 32:49)
Ja, aber es wäre komisch, wenn wir jetzt jemanden fragen, möchtest du einen leckeren Kräuteraufguss haben?
[Morten Menge] (32:49 - 32:51)
Ja, du denkst sofort an Sauna, oder?
[Jason Raffington] (32:51 - 32:52)
Das stimmt.
[Morten Menge] (32:53 - 32:54)
Also kannst du halt nicht machen.
[Jason Raffington] (32:56 - 33:10)
Okay, wir haben jetzt hier einen Tee, den, wo du gesagt hast, den kann man gut an kalten Tagen trinken. Jetzt wäre meine Frage an dich, was würdest du sonst für Tees zu dieser Jahreszeit zum Beispiel empfehlen? Jetzt ist es relativ kalt draußen, es ist Winter.
Was eignet sich da?
[Morten Menge] (33:11 - 34:24)
Also erst mal, auch noch vorangeschoben, Teegeschmäcker sind unterschiedlich. Teekörper, sage ich mal, sind unterschiedlich von uns allen. Das heißt, ich trinke zur jetzigen Zeit eher weniger Grüntee so, weil ich das Gefühl habe, der kühlt mich eher so und macht mich halt so ein bisschen hibbelig.
Deswegen trinke ich selber koffeinarme Tees wie diesen Sannenbancha. Aber ich mag auch nachmittags, um mir so ein kleines Kick zu geben, sehr gern Schwarztee, weil der mich halt auch irgendwie so wärmt. Geröstete Tees mag ich einfach auch gerne.
Trinke auch viel Kräutertees zurzeit, einfach auch, weil das super für die Flüssigkeitsaufnahme ist. Muss man ja zurzeit gerade total drauf achten, viel zu trinken, sonst wird man wirklich schnell krank. Aber, ja, liebe Kollegen von mir, die lieben es auch durch den Winter hindurch, ihre Grünteese zu trinken.
Die schmeckt denen einfach auch so gut und tut denen gut. Deswegen, ja, die Einladung auszuprobieren, was schmeckt mir, was tut mir irgendwie so gut. Aber ich persönlich mag, ja, genau, also wirklich wärmende, geröstete Tees.
Roybors zum Beispiel, langweiliger Roybors. Aber mag ich auch zurzeit viel trinken.
[Jason Raffington] (34:25 - 34:35)
Ja, da ist jeder anders. Du erwähnst geröstete Tees. Tatsächlich ist mein Favorit der Genmaicha.
Also Grüntee mit geröstetem Reis. Extrem, extrem lecker.
[Morten Menge] (34:35 - 34:55)
Das stimmt. Das ist auch ein Grüntee, den ich auch trinke. Wegen des gerösteten Reis sind noch diese Extrakomponente so ein Stück weit so mit drin und gibt dem Tee so eine Wärme.
Und ja, hilft definitiv auch gegen Müdigkeit so bei mir. Und ja, gut, dass du es erwähnst. Genmaicha ist eine super Sache.
[Jason Raffington] (34:56 - 35:06)
Ja, der und mein, ich weiß nicht, ob es mein Zweitliebster ist, und die teilen sich wahrscheinlich beide Platz eins. Der zweite ist der Dattan Soba. Das ist gerösteter Buchweizen.
Irgendwie stehe ich auf diese gerösteten Flavor.
[Morten Menge] (35:07 - 35:23)
Haben wir erst gestern im Büro getrunken auch. Und mega, weil es auch eine koffeinfreie Alternative so ist. Und ich hab tatsächlich, weil ich nicht wusste, was es ist, ich dachte, es wäre ein Genmaicha gewesen.
Weil da dieses schöne Röstaroma auch in der Form so da gewesen ist.
[Jason Raffington] (35:24 - 35:55)
Ja, das ist total spannend. Also so was findet man nicht in einem normalen Supermarkt. Deshalb, weiß ich nicht, das ist so eine Welt, die sich da eröffnet hat, aber seit ich jetzt hier bei Sunday Natural bin, das fand ich immer so spannend, diese neuen Tees auszuprobieren.
Und wir haben das Glück, dass bei uns im Büro dann eben diese Tees rumstehen. Es gibt ja sehr viele, die wir anbieten, aber immer mal neue. Und es macht Spaß, sich da durchzutesten und herauszufinden, welcher einem selber schmeckt.
Jeder ist da ein bisschen anders. Es gibt Tees, die finde ich nicht so toll, oder die vertrage ich auch nicht. Ich vertrage zum Beispiel keinen Hibiskus-Tee, da kriege ich immer Kopfschmerzen von.
[Morten Menge] (35:55 - 35:55)
Interessant.
[Jason Raffington] (35:55 - 36:02)
Ja, das ist ganz individuell, wie du auch sagtest. Aber es macht Spaß, das herauszufinden und sich da durchzuprobieren.
[Morten Menge] (36:02 - 36:33)
Man lernt sich auch ein Stück weit kennen beim Tee trinken. Ich kann von mir sprechen, je mehr ich über mittlerweile 15 Jahre alt, wie ich mich damit so beschäftige, ich bin halt viel körpersensibler geworden. Ich habe einfach mehr herausgefunden, was mir so gut tut und was nicht, durchs Tee trinken.
Deswegen, ja, es ist eine spannende Reise. Und der Körper verändert sich auch noch. Der Geschmack ändert sich auch noch.
Ich trinke ganz andere Tees mittlerweile, als wie ich sie am Anfang getrunken habe. Ich komme mit dazu. Man verändert sich.
[Jason Raffington] (36:34 - 36:45)
Ja, Tee ist ja auch bekannt für seine gesundheitlichen Vorzüge. Hast du da selber auch schon was erfahren oder auch von anderen Menschen gehört, inwieweit der Tee sich auf die Gesundheit ausgewirkt hat?
[Morten Menge] (36:46 - 37:59)
Ja, also, ich meine, es gibt wirklich sehr, sehr viele Aminosäuren am Ende im Tee, die wirklich sehr, sehr positiv wirken. Dann kommen noch die Katechine dazu. Viele trinken Tee auch wirklich aus speziell gesundheitlichen Aspekten.
Und da spielen die Katechine eine sehr, sehr wichtige Rolle. Das sind auch sehr geschmacksgebende Teile, die den Tee auch stärker werden lassen. Also auch Assams oder auch stärkere japanische Grüntees haben halt Katechine.
Das kommt einfach so dazu. Und ja, also am Ende ist es ... Aber genau, das erzähle ich von mir selber aus.
Ich finde, das Gute ist dadurch, wenn du wirklich einen Tee hast, den du gern trinkst, der ist halt sowieso gesund, weil die Flüssigkeitsaufnahme ist einfach schon so gesund. Viel Wasser trinken ist gesund. Und beim Tee hast du halt einfach noch extra Sachen, die du dabei noch mit aufnimmst.
Tee wirkt entwässernd, was auch noch mal gut ist. Viele nutzen Tee bei Fastenkuren und dergleichen. Aber genau, also ...
Es ist halt Genuss und Gesundheit zugleich. Und ich finde, je weniger man darüber nachdenkt, so einen Ausgenuss trinkt, desto besser tut es einem ein Stück weit irgendwie so auch.
[Jason Raffington] (38:00 - 38:54)
Es ist vielleicht sonst auch ein bisschen zu verkopft, wenn man jetzt überlegt, was genau der Tee denn macht und warum man den jetzt trinken sollte, statt ihn einfach zu genießen. Aber ich glaube, das sind unterschiedliche Herangehensweisen. Ich muss für mich selber auch zugeben, ich mag es gerne, wenn ich weiß, was ein Tee macht, was die gesundheitlichen Vorteile von den Tees sind.
Vielleicht hat mich da auch Sunday Natural und Yoshi En so ein bisschen darauf gepolt, weil wir bieten ja auch aktiv Funktionstees an. Die haben ja auch Funktionstees. Sie haben eine Funktion im Körper, sie machen was Bestimmtes.
Wobei jeder Tee was macht mit dem Körper. Aber dann gibt's eben bestimmte Mischungen, die dann zum Beispiel für die Erkältungszeit besonders gut sind oder den Lymphfluss unterstützen oder für die Leber- oder die Nierentätigkeit besonders gut sind. Und das ist für mich selber noch mal eine Motivation, diesen Tee zu trinken, weil ich weiß, ich tue mir gerade auf die und die Art was Gutes.
Das macht mir dann persönlich noch mal mehr Spaß. Aber auf der anderen Seite, klar, der Genuss ist auch wichtig.
[Morten Menge] (38:54 - 40:49)
Weißt du, das würde ich auch noch sagen, es war für mich von der anderen Seite sehr super, zuerst bei Sunday anzufangen, vor bald sechs Jahren, und jetzt auch bei Yoshi En so zu arbeiten. Weil ich bin als Teeliebhaber und Teetrinker in die Firma gekommen. Ich kannte Sunday schon vorher.
Und ich hab die ganzen Vitamine und Magnesium und alles so gesehen und dieses riesige Teesortiment. Ich hab mir gedacht, okay, ich will einfach nur Tee kaufen. Was sind denn die ganzen anderen Sachen?
Dann hab ich bei Sunday angefangen und hatte vorher gar keine Kontaktpunkte mit den ganzen Sachen. Und dann aber, sag ich mal, auch mit Menschen wie dir und auch anderen Kollegen am Ende auch mehr über Nahrungsergänzungsmittel und einfach Wirkweisen sozusagen erfahren, hat mich am Ende auch dazu eingeladen, dann mehr über Tee darüber nachzudenken und auch einfach, wie wichtig die Aspekte so sind. Und deswegen hab ich das ein Stück weit auch deutlich mehr in meinem Leben einfach so ...
Ja, ein Stück weit Funktionalteetrinken, sag ich mal, der Aspekt hat einfach eine größere Wichtigkeit bei mir so bekommen auch. Und grad, das wollt ich auch noch kurz sagen, bei den ganzen Funktionsmischungen sind wir auch bei dem spannenden Thema Teeblends. Das heißt, das sind nicht mehr nur reine Tees, das ist kein reiner grüner Tee, das ist kein reiner Schwarztee.
Das sind wirklich Kompositionen aus verschiedenen Kräutern und auch Tees, die dann zusammen kombiniert werden, um dann eine entsprechende Funktionswirkung oder einfach eine Antwort zu liefern auf eine entsprechende Beschwerde. Und das find ich richtig gut. Und das, das gibt's ja auch bei Kräutertherapien und dergleichen und hat auch super alte Anfänger.
Da gehst du auch zurück zu TCM, zur Traditionelle chinesische Medizin, wo Tees am Ende auch schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben. Und da bin ich leider noch kein Experte, aber ich hab da großen Respekt und auch großes viel Neugier dabei, auch da mehr darüber zu lernen. Und unsere Funktionsmischungen sind super, weil sie auch ziemlich gut schmecken.
[Jason Raffington] (40:50 - 41:27)
Ja, das stimmt. Da probier ich mich zurzeit auch noch durch. Also da gibt's halt auch sehr, sehr viele verschiedene.
Und das ist dauerhaft spannend, da neue Sachen auszuprobieren. Ein sehr breites Feld. Du hast ja auch ein Unternehmen, ich weiß nicht, was du Unternehmen nennst, The Silence in Tea.
Dort bietest du Seminare an, Meditationen und auch Caterings. Vielleicht magst du uns dazu ein bisschen was erzählen. Wie sieht das aus?
In welchen Situationen macht man denn Teecaterings? Oder wie sieht so eine Meditation aus, wenn man Tee trinkt?
[Morten Menge] (41:27 - 44:11)
Klar, da rede ich natürlich auch sehr, sehr gerne drüber. Also im Rahmen meines beruflichen Werdegangs, ich hab dann vor Yoshi En und vor Sunday für eine andere Teefirma gearbeitet. Und da war ich noch relativ neu.
Und da gab es die Möglichkeit, Seminare auch zu veranstalten, um die Tees vorzustellen und Leuten das Thema Tee näher zu bringen. Und ich weiß noch, damals war ich ja total nervös, weil ich es nie gemocht habe, vor Menschen zu reden. Aber ich wollte unbedingt Leuten das Thema Tee näher bringen.
Mittlerweile ist es kein großes Problem mehr. Und dann hat das Thema Teeseminare für mich einfach so ein Stück weit überhand genommen. Und da habe ich für mich einfach so nebenbei so ein Nebenprojekt gegründet, The Silence in Tea, wo ich Teeseminare veranstaltet habe.
Noch lieber als Teeseminar gebe ich Tee Zeremonien und Meditationen, was einfach am Ende sich ein Hingeben in die Langsamkeit ist. So möchte ich es mal ausdrücken. Ich mache dann so Tee und da beeinigt man sich dann für eine Dreiviertelstunde so stille.
Und dann nehme ich mir wirklich nochmal richtig Zeit, Tee auf die Art und Weise so zuzubereiten und wähle einen tollen Tee aus. Manchmal ist ein bisschen Musik dabei. Also ich mache kaum etwas lieber als das.
Und das mache ich halt ganz viel mit Freunden auch so zusammen. Und das machen wir halt, wenn wir so zusammenkommen. Und das habe ich dann im Rahmen von The Silence in Tea ja immer so angeboten.
Ich habe das dann auch Hochzeiten mitunter angeboten, wenn Leute dann einfach auch eine alkoholfreie Alternative haben wollten. Und genau, The Silence in Tea ist ein bisschen so mein Experimentierfeld. Aber ja, das wird es auch immer so bleiben.
Und da werden auch noch neue Sachen so kommen. Einfach so das Thema. Ich liebe es einfach Menschen mit Tee, durch Tee in Verbindung zu bringen und auch selber in Verbindung zu kommen.
Ich liebe das. Und ich liebe das einfach dafür, auch einen entsprechenden Rahmen zur Verfügung zu stellen, wo man sich entspannen kann. Also einfach am Ende einen Raum zu definieren, wo man sich einfach nur fallen lassen kann und nichts machen muss.
Und wo man jetzt auch keine strenge Meditationsanleitung so braucht. Sondern alles, was du tun musst, ist einfach nur die Schale Tee, so wie du es gemacht hast, entgegennehmen. Das liebe ich.
Und das werde ich auch weitermachen. Und ja, mein Traum ist auf jeden Fall, weiter Communities zu unterstützen und auch mit aufzubauen und am Ende diesen Teefunken überspringen zu lassen, auch weiter verbreiten zu lassen. Weil für mich ist das echt die schönste Sache der Welt.
[Jason Raffington] (44:11 - 45:20)
Ja, ich habe das auch gemerkt, als du am Anfang den Tee ausgegossen hast. Es hat sich falsch angefühlt, dass ich nebenher so narratiere, dass ich erzähle, was du machst, weil es eigentlich wirklich so ein ruhiger Prozess ist. Aber natürlich schauen nicht alle zu.
Da muss man ein bisschen berichten, was passiert. Sonst schweigen wir für zwei Minuten. Aber ich sehe das.
Ich sehe, was du meinst. Das ist wirklich ein sehr ruhiger Prozess. Und ich habe das jetzt schon mehrfach selber erlebt, hier bei Veranstaltungen.
Bei Sunday, sei es irgendeine Firmenfeier oder ein Event, wo wir externe Gäste eingeladen haben, dass dann hin und wieder auch Tee serviert wurde von dir oder von anderen Kollegen aus dem Team. Und das war immer, also für mich persönlich, ich fand das immer sehr schön. Und ich glaube auch, dass alle anderen das immer sehr begrüßen, weil es halt was anderes ist als irgendwie eine Bar, wo es Alkohol gibt, sondern es sind eben sehr gut schmeckende Tees.
Also das ist wirklich mal etwas anderes, etwas Besonderes. Und man redet dann auch über den Tee. Also zumindest habe ich dann immer über den Tee geredet.
So, ah, erst mal dran gerochen. Wie schmeckt der? Wie findest du den?
Oh, was ist das denn für ein Tee? Und dann kommt man ins Gespräch. Und das fand ich, ja, wie du es schon sagst, das bringt die Leute zusammen.
Das ist ein Community-Ding.
[Morten Menge] (45:20 - 46:55)
Ich finde, es macht dich einfach ein Stück weit irgendwie so weich. Das merkst du dann auch, wenn du wirklich Zeit nimmst und den Tee in Ruhe so trinkst. Das meinte ich, was ich am Anfang meinte, dieser Veränderungsprozess.
Wenn du auch anfangs einfach sehr stark im Gedanken bist, aber wenn du es wirklich irgendwie ein Stück weit schaffst, du sagst, ich mache jetzt 20 Minuten nichts anderes, als mich hinzusetzen. Ich gieße jetzt meinen Tee, kann ja auch einen Teebeutel, wie auch immer, finde es idealerweise gute Qualität. Dann gieße ich den auf, ich trinke den Tee und mache halt nichts anderes.
Und das macht dich halt so weich. Und das kannst du einfach auch beobachten, wenn man das dann so zusammen macht. Ich meine, Tee ist nach Wasser wirklich das meistkonsumierte Getränk der Welt.
Ich meine, auf der ganzen Welt haben sich Teekulturen und Teetraditionen einfach um diese Pflanze so gebildet. Es ist immer, wohin du gehst, immer irgendwie auch eine Einladung. Neue Gäste, Gästen wird einfach Tee angeboten.
Und ich finde, da ist einfach so eine unglaubliche Magie da einfach im Tee selber so drin. Natürlich sind es die Inhaltsstoffe, die machen dich entspannt und irgendwie auch so wach. Aber gleichzeitig wohnt dem Tee dadurch auch so eine Magie irgendwie so in, finde ich, die alles ein bisschen so leichter machen kann.
Und ja, also auch noch ganz kurz nach so einer Teezeremonie, also Schweigen. Aber danach brechen viele irgendwie einfach aus. Und dann halten sie sich.
Das ist sehr, sehr belebend. Das ist in dem Moment gerade irgendwie so ruhig. Okay, ungewohnt, aber irgendwie gut.
Und dann aber in den Austausch wieder darum zu raten, ist irgendwie gefühlt viel mehr Raum dazu da. Und das macht ja so viel Spaß, dann auch darüber so zu reden. Wie war das denn jetzt irgendwie?
Was schmecke ich da besonders? Was ist mir aufgefallen? Und ja, das kann ich nur bestätigen.
Also das passiert dann irgendwie.
[Jason Raffington] (46:56 - 47:02)
Wie sieht denn so eine Zeremonie aus? Also was für eine Gruppengröße beispielsweise? Und in was für Räumen findet das statt?
[Morten Menge] (47:03 - 48:36)
Also alles flexibel gehalten am Ende, was man am Ende so machen möchte. Du kannst für sämtliche Möglichkeiten eine Zeremonie machen. Du kannst für dich selber einfach eine machen.
Dann schaffst du dir einfach so ein bisschen so Ruhe und Zeit. Gut, kannst halt zu zweit machen, was auch wunderbar ist, weil das so eine intime Geschichte am Ende halt so ist. Man lernt sich richtig gut kennen.
Aber Ruhe ist da einfach. Ruhe ist ein Stück weit irgendwie das A und O. Und am Ende auch einfach so ein abgegrenzter Bereich der Space.
Und dann gibt es sämtliche Möglichkeiten. Du kannst halt eine kleine Zeremonie mit 3, 4, 5 Leuten haben. Dann nutzt du eine besonders kleine Teekanne vielleicht und gießt einen Tee 20 mal so auf, 30 mal.
Es gibt Tees, die kannst du so häufig aufgießen. Und dann trinkst du eine kleine Teeschälchen so nach dem nächsten. Dann kannst du auch ein größeres Setting mit bis zu 30.
Da brauchst du Unterstützung. Aber so ein kommunaler großer Teeevent ist auch eine wunderschöne Sache. Krasse Energie.
Kann ich dir einfach mal sagen, was dann irgendwie da so abgeht. Wir haben ja auch hier sogar schon, in der Firma haben wir so eine, ich weiß nicht, ob du mal dabei gewesen bist, aber wir haben halt Ambient-Musik auf Vinyl aufgelegt und haben währenddessen einfach Tee zubereitet. So was kannst du auch machen.
Du kannst Tee mit Musik kombinieren. Ich war schon auf Tee-Zeremonien gewesen, wo wir live Violinspieler gehabt haben und einfach nur Tee zubereitet wurde und war halt echt eine melancholische, sentimentale Violine, die dabei gespielt hat. Unfassbar.
Und genau, aber für mich persönlich ruhig, freundlich, warm, einladendes Setting. Das ist so, wie eine Zeremonie nach meinen Maßstäben zu sein hat.
[Jason Raffington] (48:37 - 48:42)
Ja, finde ich, klingt auch passend. Jetzt war ja auch kürzlich das Berliner Tee-Festival. Das war ja dann auch eher was Größeres.
[Morten Menge] (48:42 - 48:43)
Genau, Gegenteil.
[Jason Raffington] (48:43 - 48:59)
Man kann sagen, das ist eher was Größeres, ein bisschen lebhafter, wenn man so will. Da warst du ja auch präsent und hast dann auch Leuten Tee nähergebracht. Die kamen ja auch dafür dahin.
Die wollten natürlich mehr über Tee lernen. Hast du da noch ein paar Erfahrungen, die du teilen möchtest?
[Morten Menge] (49:00 - 51:25)
Es war auch ein größer Lebenstraum, am Ende so was wie eine größere Tee-Veranstaltung nach Berlin zu bringen. Auch wenn sie wirklich eigentlich die komplette Antithese zu solchen ruhigen Tee-Zeremonien ist. Weil es geht wirklich, es geht um Tee, aber trotzdem ist es sehr, sehr laut und es ist sehr, sehr geschäftig.
Aber es ist halt schön. Wir haben dann so 30, 40, 50 Aussteller da, die sind mitunter echt aus den entferntesten Gegenden der Welt gekommen und haben halt ihre eigenen Tees, die sie am Ende so herstellen, so präsentiert. Und du bekommst am Eingang einfach ein Teeschälchen und kannst überall rumgehen, so viel probieren, wie du so willst.
Es gibt da massig Workshops und auch Zeremonien, wo man daran teilnehmen kann. Und du lernst halt ganz viele Tees kennen und sämtliche Herstellungsländer. Ja, die Tee-Welt ist ziemlich toll.
Also gerade auch der Sektor, auch wie wir bei Yoshi Inn. Also wir sind größer, aber wir sind trotzdem, haben wir halt sehr, sehr individuelle Tees und kennen halt die ganzen Farmer. Und auch die anderen Aussteller dort, die kennen halt ihre Farmer.
Das heißt, da ist ein sehr, sehr nahes Verhältnis so da. Und die Leute, die sind einfach sehr, sehr froh, ihre Tees, viele Online-Shops auch dabei, die sind einfach sehr, sehr froh, ihre Tees mal so zu zeigen zu können und in Kontakt zu treten mit den Menschen. Das haben wir von Yoshi En auch mega genossen.
Also wirklich Tee direkt auszuschenken. War noch, war total toll, noch richtige Fans so von Yoshi En so da. Wie cool.
Wir sind halt auch bislang reiner Online-Shop, aber dann einfach so in den Kontakt zu treten, einfach diese Wertschätzung zu sehen, gibt uns, die wir halt damit arbeiten, auch total viel. Das hat mir einfach sehr gefallen, hat mich sehr berührt. Und einfach auch zu sehen, ja, wie viele Leute auch extra angereist sind nach Berlin, um ja da Teil davon so zu sein.
Ich meine, da sind 40 Volunteers, die das helfen, das Tee-Fest unterstützen. Und ja, also auch wirklich die beiden, die das jetzt hauptmanagen so. Also unfassbare liebe Tee-Menschen, die das einfach aus Leidenschaft machen.
Das macht das Festival auch so besonders, dass es halt am Ende, wir sind jetzt natürlich dabei, aber es ist einfach, am Anfang steht halt die Leidenschaft dafür. Und das zu sehen, wir waren auch dieses Jahr in einer neuen Location, was halt auch sehr anstrengend ist, das zu verwirklichen, hat alles funktioniert. Und das war für mich auch sehr schön zu sehen, wie es sich weiterentwickelt hat und sich auch ein Stück weit gesettet hat.
Und Joshi hat einfach, ich habe da auch gestanden, eigentlich nach dem anderen einfach ausgegeben so und geredet. Das Beste.
[Jason Raffington] (51:25 - 51:53)
Super. Ja, man merkt wirklich, du brennst für das Thema. Und da gibt es viel zu zu sagen.
Für viele ZuhörerInnen wahrscheinlich jetzt auch einiges Neues dabei und vielleicht auch Interesse geweckt, mal was Neues auszuprobieren und nicht den, ich sage jetzt mal, gewöhnlichen Tee aus dem Supermarkt nur zu trinken, sondern vielleicht mal einen hochwertigeren Tee zu testen. Gibt es noch was, was du zum Abschluss mitgeben möchtest, was du teilen möchtest oder einen Impuls, den du geben möchtest?
[Morten Menge] (51:54 - 52:56)
Ja, also wirklich ist, ich möchte wirklich alle davon einfach ermuntern, so komplex das Thema so ist, das geht wirklich so tief und ich selber, weil ich immer noch so ein Bruchstück habe von dem, was es wirklich alles irgendwie zu wissen gibt. Aber nicht so kompliziert machen. Also wirklich auch, wenn wirklich der Gedanke ist, sich einfach in Ruhe irgendwie so einen Tee zu trinken, worüber wir gerade geredet haben, attraktiv wirkt, dann einfach mit dem starten, was man einfach irgendwie so da hat.
Und wenn man merkt, es tut dann irgendwie so gut, sich dann weiterzuentwickeln. Und ja, vielleicht so eine Form von Neugier, sich ganz natürlich entwickeln so zu lassen und sich nicht zu sehr verunsichern zu lassen. Und ja, es wird viel bei dir geschrieben, es ist am Ende auch wirklich übertrieben.
Und das sage ich mir auch selber immer, so faszinierend es irgendwie so ist und wie man lernen kann, am Ende sind es einfach nur ein paar Blätter. Also sich immer daran erinnern, es ist toll, aber okay. Aber mit den Füßen auf dem Boden bleiben und einfach ein Stück weit, sage ich mal, sich der Sache so hingeben und dann gucken, wo es dann hintreibt.
[Jason Raffington] (52:57 - 53:09)
Ja, wir hatten jetzt zwar auch schon gesagt, dass es sehr individuell ist, auch was die Geschmäcker, die Präferenzen angeht. Aber vielleicht hast du trotzdem eine Richtung oder einen Tipp für Einsteiger, was die Tehauswahl angeht.
[Morten Menge] (53:09 - 54:33)
Okay, ja, okay. Ja, also, wenn wir jetzt zum Beispiel über japanischen Grüntee irgendwie so reden. Ich finde da ist halt, der japanische Grüntee schmeckt fantastisch.
Der hat so eine schöne Bitterkeit und hat gleichzeitig so ein Umami-Süße, was man erstmal kennenlernen muss, wenn ich das jetzt irgendwie so sage. Und das ist für viele erstmal nichts, aber ich finde, der Weg kann dahin gehen. Dann kann man zum Beispiel mit einem Kukicha einfach anfangen.
Das ist halt so ein Stengeltee. Der ist halt, der hat eine japanische Art, schmeckt, aber es hat auch nicht reichen Koffein und ist süßlich. Das ist ein guter Startpunkt.
Ansonsten, was hätte denn noch irgendwie so ein, ja, ich weiß ja nicht, was die Vorlieben am Ende also sind, aber Genmaicha, es hat ein wunderbarer Einstiegstee, auch was japanischen Grüntee am Ende so angeht. Man kann sich natürlich einfach mal bei Yoshi En auch umgucken und einfach mit den niedrigpreisigen Tees einfach mal so irgendwie so anfangen. Die sind halt alle gut, die sind halt alle sauber und clean, aber halt einfach, was das Qualitätslevel angeht, jetzt noch nicht, da geht es halt, manchmal gibt es da kein Ende.
Deswegen genau, also das, ja, ein bisschen darauf, ist dann nach Wärme, dann, wie gesagt, ein bisschen in die geröstete Richtung gehen oder so. Hast du noch eine konkrete Frage, dass du ein bisschen da genauer antworten kannst oder?
[Jason Raffington] (54:34 - 54:52)
Naja, ich hatte, die Frage kam daher, dass ich mich erinnere, dass einige Kunden uns in der Vergangenheit geschrieben haben und gefragt haben, mit welchem Matcha sie starten sollten. Und da hat ein Kollege immer einen bestimmten Matcha empfohlen, den Uji Premium. Und deshalb dachte ich, vielleicht gibt es noch andere Kategorien, wo man auch so einen Einsteiger-Tee empfehlen kann.
[Morten Menge] (54:52 - 56:04)
Okay, ja, genau, Matcha ist so ein Thema, hat auch, fängst halt irgendwie so ganz klein irgendwie so an, einen günstigen Matcha Latte verwendest und dann geht es halt auch bis zu 90 Euro irgendwie, die Dose irgendwie so hoch. Ich meine, am Ende, ist nicht so leicht irgendwie darauf zu antworten. Aber am Ende, wenn man vielleicht auch schon einen Tee hat, den man grundsätzlich ganz gerne hat, vielleicht einen Assam-Schwarztee oder so, es gibt viele, die mögen einfach einen starken Schwarztee, dann einfach den nächsten Step gehen und sich halt eine hochwertigere Variante davon irgendwie so holen.
Und das kann bei uns sein, das kann aber auch beim Teelanden in der Nähe sein, sich ein bisschen beraten lassen. Viele wissen ein Stück weit irgendwie auch schon, was sie eigentlich ganz gerne mögen, bis sie irgendwann mal was präsentierend bekommen, was sie noch nicht kannten und dann eröffnet sich eine ganz andere Welt. Aber erstmal vielleicht ein Stück weit einfach daran orientieren, was mag man denn jetzt schon und dann einfach die Qualität ein bisschen nach oben heben.
Weitere Steps, die kommen aber später, sind Wasser und dergleichen. Also weiches Wasser zu verwenden für spezielle Tees, vielleicht das Wasser zu filtern oder so, weil man dadurch auch ein bisschen mehr Geschmack rauslösen kann, als wenn man sehr, sehr hartes kalkhaltiges Wasser so verwendet.
[Jason Raffington] (56:06 - 56:28)
Ja, ich denke, das ist schon mal sehr hilfreich und ich glaube, wir haben da jetzt Lust auf mehr Tee gemacht und ich kann auch nur empfehlen, sich umzuschauen, neugierig zu sein und was Neues auszuprobieren. Morten, vielen Dank für deine Zeit. Sehr gerne.
Was ist denn eigentlich dein Lieblingstee?
[Morten Menge] (56:29 - 57:04)
Genau, ich bin ganz froh, dass wir jetzt nicht so viel in der Episode darauf zu sprechen gekommen sind, weil darüber rede ich halt auch sonst die ganze Zeit immer. Ich liebe Pu-Erh-Tee. Also ich liebe fermentierten Tee, weil den trinke ich wirklich jeden Morgen, weil er sehr magenschonend ist und weil er trotzdem auch so ein bisschen Koffein hat.
Viele mögen ihn auch nicht, weil er so eine Form von erdiger Süße irgendwie so hat und auch ein bisschen was Pilziges, so wegen der Fermentation. Aber ich mag den richtig gern. Der wärmt mich auch, der gibt mir alles, was ich brauchen möchte und das hat so mein Anker-Tee.
Ja, ich liebe Pu-Erh-Tee.