Informationen zur Podcastfolge Nr. 157 Blutwerte, Mängel & Supplementierung. Mit Jonas Köller.Informationen zur Podcastfolge Nr. 157 Blutwerte, Mängel & Supplementierung. Mit Jonas Köller.

Blutwerte verstehen: Warum das „große Blutbild“ nicht reicht

„Das große Blutbild ist in Ordnung, Ihnen fehlt nichts.“ Diesen Satz haben viele schon einmal gehört, obwohl sie sich müde, antriebslos oder gar nicht gesund fühlen. Blutwerte sind wie ein Kompass für unsere Gesundheit – aber nur, wenn man die richtigen Werte misst und sie korrekt interpretiert.

In dieser HEALTHWISE-Episode spricht Host Nils Behrens mit Jonas Köller. Er ist Medizinstudent, Buchautor und als Medfluencer eine der bekanntesten Stimmen auf Instagram, wenn es darum geht, komplexe Medizin verständlich zu machen. Er erklärt, warum der Standard-Check-up oft trügerisch ist, welche 5 Werte jeder kennen sollte und wie man Mängel wie Eisen oder Vitamin D effektiv behebt.

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Der Mythos vom „Großen Blutbild“

Viele Patienten glauben, mit einem „großen Blutbild“ sei alles abgedeckt – von Hormonen über Vitamine bis zur Herzgesundheit. Jonas Köller räumt mit diesem Irrglauben auf: „Eigentlich ist das große Blutbild nur eine Messung deiner Blutzellen.“ Es zeigt, wie es den roten und weißen Blutkörperchen sowie den Blutplättchen geht. Wichtige Parameter wie Blutfette, Blutzucker oder Vitamin D fehlen darin komplett. Wer wirklich wissen will, wie es um die langfristige Gesundheit und Performance steht, muss tiefer blicken und oft selbst in die Tasche greifen. 

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Herzkreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer 1. Um das Risiko frühzeitig zu erkennen, reicht das Gesamtcholesterin laut Köller nicht aus. Er empfiehlt einen genaueren Blick auf drei spezifische Marker:

1. LDL & ApoB: Menge vs. Partikel
Klassischerweise wird das LDL-Cholesterin gemessen. Noch präziser ist jedoch der Wert ApoB (Apolipoprotein B). Er misst nicht nur die Menge des Cholesterins, sondern die Anzahl der Partikel, die potenziell die Gefäße schädigen können. Jonas Köller würde diesen Wert immer wissen wollen, um das Risiko für Arteriosklerose einzuschätzen.

2. Lp(a): Das genetische Risiko
Ein Wert, den man nur einmal im Leben messen muss, ist Lipoprotein(a), kurz Lp(a). Dieser Wert ist genetisch festgelegt und kaum durch Lebensstil veränderbar.

  • Warum messen? Wer einen hohen Lp(a)-Wert hat, trägt ein genetisch erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkankungen.
  • Die Konsequenz: Man kann den Wert zwar nicht ändern, aber man sollte bei einem hohen Wert alle anderen Risikofaktoren (Rauchen, Blutdruck, LDL, Gewicht) umso strenger optimieren.

Stoffwechsel & Entzündung: Die stillen Gefahren

Neben den Fetten spielen Zucker und Entzündungen eine zentrale Rolle beim Altern („Inflammaging“) und der Krankheitsentstehung.

  • HbA1c (Langzeitblutzucker): Statt nur den Nüchternblutzucker zu messen (der durch Stress auf dem Weg zum Arzt verfälscht sein kann), empfiehlt Köller den HbA1c. Er zeigt den Durchschnitt der letzten drei Monate und entlarvt eine beginnende Insulinresistenz frühzeitig.
  • hs-CRP (High Sensitive CRP): Dieser Wert misst „stille Entzündungen“ im Körper, die man nicht spürt, die aber Gefäße und Organe schädigen können. Ein Wert unter 1 mg/l ist ideal.

Die Klassiker: Vitamin D und Eisen richtig interpretieren

Zwei Nährstoffe stechen in Deutschland durch besonders häufige Mängel hervor: Vitamin D und Eisen. Doch auch hier liegen die Tücken in der Diagnostik.

Vitamin D 
In den Monaten Oktober bis März ist eine ausreichende Versorgung über die Sonne in Deutschland kaum möglich.

  • Der Zielwert: Viele Labore geben einen Referenzbereich von 20–50 ng/ml an. Jonas Köller sieht den Optimalbereich jedoch eher zwischen 50 und 70 ng/ml. Ein Wert von 21 ist zwar "grün" auf dem Papier, aber oft nicht optimal für das Wohlbefinden.
  • Cofaktoren: Da Vitamin D die Calciumaufnahme steuert, sollte es idealerweise mit Vitamin K2 kombiniert werden (um Calcium in die Knochen zu leiten). Auch eine Einnahme von Magnesium kann sinnvoll sein, da die Umwandlung von Vitamin D magnesiumabhängig ist.

Eisen
Rund 20 % der Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter Eisenmangel. Die Symptome: Müdigkeit, Haarausfall, brüchige Nägel.

  • Der richtige Wert: Niemals nur "Eisen" im Serum messen, da dieser zu stark schwanken kann. Der Goldstandard ist Ferritin, das ist unser Speichereisen.
  • Aufnahme-Hack: Eisen sollte immer mit Vitamin C kombiniert werden, um die Aufnahme zu verbessern. Ein Problem bei der täglichen Einnahme kann das Protein Hepcidin sein, das die Aufnahme blockiert.
  • Der Gamechanger: Nils Behrens berichtet von guten Erfahrungen mit Lactoferrin. Dieses Protein kann helfen, den Eisenstoffwechsel und die Aufnahme zu optimieren, ohne die typischen Magen-Darm-Probleme von Hochdosis-Eisenpräparaten.

Messen, Machen, Messen

„Der Arzt hat gesagt, es ist alles gut“ ist oft nicht genug für jemanden, der optimal gesund bleiben will. Referenzwerte sind Durchschnittswerte einer Bevölkerung, die nicht unbedingt kerngesund ist. Wer seine Gesundheit selbst in die Hand nehmen will, sollte verstehen, was er misst. Das Mantra lautet:

  • Messen: Den Status Quo bestimmen und schauen, wo man steht.
  • Machen: Bei Mängeln und Beschwerden den Lifestyle anpassen und gegebenenfalls mit Supplementen ergänzen.
  • Messen: Kritische Werte und Mängel nach 3–6 Monaten kontrollieren.

Take Aways  

  • Mythos Großes Blutbild: Es bildet nur die Blutzellen ab, liefert aber keine Informationen über Vitamine, Hormone oder Organfunktionen.
  • Herz-Kreislauf-Vorsorge: Statt nur auf das Gesamtcholesterin zu schauen, ist ApoB ein relevanter Wert für die Gefäßgesundheit.
  • Genetisches Risiko: Der Wert Lp(a) ist genetisch festgelegt. Ihn einmal im Leben zu bestimmen, hilft, das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
  • Stille Entzündungen: Der hochsensitive Entzündungswert hs-CRP kann unbemerkte Entzündungsprozesse („Silent Inflammation“) im Körper aufdecken.
  • Erfolgsformel: Das Prinzip lautet „Messen, Machen, Messen“. Nur eine Nachkontrolle nach 3–6 Monaten zeigt, ob Maßnahmen wirklich wirken.

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Jonas Köller ist Medizinstudent und hat sich als eine der bekanntesten Stimmen für verständliche Medizin auf Social Media etabliert. Auf seinem Instagram-Kanal @jonesrulez nimmt er Hunderttausende Follower mit in seinen Alltag zwischen Krankenhaus, Hörsaal und Fitnessstudio.

Sein Ziel ist es, komplexe medizinische Themen für jeden zugänglich zu machen. Das gelingt ihm nicht nur als Co-Host des Podcasts „Blutige Anfänger“, sondern auch als Autor des Buches „Medizin für Normalsterbliche“, in dem er Fachwissen in alltagstaugliche Tipps übersetzt.

Mehr zu Jonas Köller: https://www.instagram.com/jonesrulez/

 

157 Blutwerte, Mängel & Supplementierung. Mit Jonas Köller.

 [Jonas Köller] (0:00 - 0:28)

Das große Blutbild ist in Ordnung, es passt, mir geht's gut. Das kann ich jetzt schon sehen, dass ihr mich später potenziell töten könnt. Ein Wert, der uns ein genetisches Risiko zeigt, wäre der Lp(a)-Wert (Lipoprotein(a))

 

Ich werde immer gefragt, warum soll ich den messen, wenn ich ihn nicht verändern kann? Es geht um die anderen Faktoren. Wenn du einen erhöhten Lp(a)-Wert hast, dass du nicht noch die 8 anderen Risikofaktoren da drauf lädst, z.B. Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, schlechte Blutwerte und Co., sondern dass du dann das, was du ändern kannst, angehst, weil das senkt dein Risiko direkt wieder.

 

[Nils Behrens] (0:28 - 0:34)

Aber in dem Augenblick, wenn du anfängst, deinen Kindern irgendwelche Supplemente zu geben, dann so, oh mein Gott, was ist das denn jetzt hier so?

 

[Jonas Köller] (0:34 - 0:48)

Das Wichtigste, was man erst mal verstehen muss, der Arzt hat gesagt, es ist alles gut, da sollte man immer nachfragen. Ich würde generell, wenn ich könnte, meine Blutwertkontrollen generell immer beim gleichen Labor machen lassen, weil ein paar Abweichungen gibt es da einfach.

 

[Nils Behrens] (0:49 - 1:33)

Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.

 

Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Blutwerte sind wie ein Gesundheitskompass. Sie zeigen uns, wie gut unser Körper wirklich funktioniert.

 

Wer sie versteht, kann Krankheiten vorbeugen, länger leistungsfähig bleiben und gezielt an seiner Gesundheit arbeiten. Jonas Köller ist Medizinstudent und einer der bekanntesten Stimmen auf Instagram, wenn es darum geht, Blutwerte verständlich zu erklären. Mit seinem Kanal jonesrulez begeistert er Hunderttausende FollowerInnen für Medizin.

 

In seinem Buch Medizin für Normalsterbliche übersetzt er komplexes Fachwissen in alltagstaugliche Tipps. Deswegen sage ich herzlich willkommen, Jonas Köller.

 

[Jonas Köller] (1:34 - 1:36)

Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein.

 

[Nils Behrens] (1:36 - 1:52)

Du, Jonas, weißt du, was das Lustige ist? Ich hatte vor ziemlich genau einem Jahr wahrscheinlich das Gespräch mit einer der bekanntesten weiblichen Medfluencerin, nämlich mit Alina Walbrun. Und ein Jahr später, würde ich sagen, ist das männliche Pendant hier.

 

Ich finde es eigentlich ganz lustig.

 

[Jonas Köller] (1:52 - 1:55)

Dann freut es mich, dann hoffe ich, dass es heute genauso interessant wird.

 

[Nils Behrens] (1:55 - 2:10)

Ja, mit Sicherheit, mit Sicherheit. Deswegen, meine Einstiegsfrage ist ja immer eine Sonntagsfrage. Und deswegen, was gehört sozusagen für einen entspannten Sonntag für dich sozusagen mit dazu, damit auch die Performance stimmt?

 

Und sieht man das eigentlich auch in den Blutwerten?

 

[Jonas Köller] (2:11 - 2:33)

Für einen entspannten Sonntag tatsächlich kein 6 Uhr morgens Workout, also ausschlafen. Aktuell sehen meine Sonntage alle gleich aus. Deswegen würde ich einfach einen routinemäßigen jetzt aufskritzieren.

 

Es wird irgendein Longrun sein, also irgendein Sportevent und Couch abends und nichts anderes. Keine beruflichen Sachen, kein Stress. Einfach nur ausschlafen, Sport, zu Hause bleiben.

 

[Nils Behrens] (2:34 - 2:47)

Toll, toll. Ich wünsche, meine Sonntage würden auch so aussehen. Ich commute ja sehr häufig zwischen Hamburg und Berlin.

 

Und dann muss ich einfach immer wieder zugeben, ich bin so in der Bahn jemand, der einfach sehr, sehr gern arbeitet, weil dadurch die Zeit schneller vorbei geht.

 

[Jonas Köller] (2:48 - 2:55)

Ja, habe ich heute Morgen auch gemerkt. Wenn du mal ICE fährst, dann weißt du, du fährst manchmal auch ein bisschen länger. Und da musst du irgendwie, irgendwas musst du ja machen.

 

[Nils Behrens] (2:55 - 3:05)

Genau. Ich finde immer so Serien gucken oder sowas, da geht die Zeit nicht vorbei. Während ich arbeite, dann bin ich manchmal so im Flow, dass ich dann auf einmal denke, ah Mist, verdammt, ich muss ja auch steigen.

 

[Jonas Köller] (3:06 - 3:14)

Ja, da kann man die Zeit tatsächlich effektiv nutzen. Deswegen, das geht im Flugzeug zum Beispiel nicht. Also wenn du hin- und herfliegen würdest, keine Chance.

 

Da würde ich mein Laptop gar nicht rausholen.

 

[Nils Behrens] (3:14 - 3:28)

Shoutout für die Bahn, wenn sie ein ganz, ganz, ganz klein bisschen verlässlicher und pünktlicher wäre, so ein bisschen wäre das schon schön. Kommen wir mal zu dem Thema Blutwerte jetzt. Warum sind Blutwerte ein Schlüssel, wenn es darum geht, lange gesund zu bleiben und leistungsfähig vor allem?

 

[Jonas Köller] (3:29 - 3:59)

Weil tatsächlich Blutwerte so ein bisschen zeigen, wie es unserem Körper innen wirklich geht. Das ist, glaube ich, die einfachste Art, so ein bisschen mehr über uns zu erfahren, als das, was wir sonst messen können. Wir können Gewicht messen, wir können unsere Optik irgendwie sehen, Fieber können wir von außen relativ einfach messen.

 

Aber wenn es so an ein bisschen tiefer gehende Sachen drin geht, dann ist eine Blutentnahme meiner Meinung nach so das absolute perfekte Tool dafür, mehr zu wissen, wie geht es den Organen, wie geht es den Hormonen, wie geht es Vitaminen, wie geht es den Blutfetten? Da kann man schon sehr viel mit einem kleinen Pieks tatsächlich rausfinden.

 

[Nils Behrens] (3:59 - 4:41)

Ich bin ja auch total addicted, was das betrifft. Also ich könnte eigentlich permanent mein Blut abnehmen lassen, weil ich finde diesen Blick ins Cockpit, man isst es so ein ganz klein bisschen, das würde ich jetzt noch ergänzen, von den ganzen Wearables auch gewöhnt. Also wenn man sich hier beide sitzen sieht auf dem Video, sie haben beide eine Apple Watch, beide ein Whoop band, ich habe auch noch ein Oura Ring.

 

Also von daher, mit Tracking Devices kennen wir uns aus. Und von daher sind wir ja gewohnt, jeden Tag in irgendeiner Form mal kurz in den Körper zu gucken. Aber deswegen finde ich eben halt so Laborwerte, also ich würde mal sagen, Minimum, Minimum, aber da können wir gleich drüber sprechen.

 

Ich würde sagen, Minimum zweimal im Jahr sollte man sie dann irgendwie schon machen. Zumindest die relevanten Werte. Aber was relevant ist, das hören wir ja gleich.

 

Relevant ist das große Blutbild.

 

[Jonas Köller] (4:41 - 5:28)

Ja, ich liebe es immer noch, weil man muss dazu sagen, dieser Mythos, ich gehe zum Arzt und sage, ich möchte ja gerne ein großes Blutbild haben und ich erwarte, dass ich alles kriege, alle meine Hormone, alle Vitamine, eigentlich alles, was mein Körper irgendwie so an Blutwerten hergibt, der hält sich sehr hartnäckig. Und die Medizin ist noch ein bisschen selber schuld daran. Denn wir sorgen dafür, das ist natürlich einfach zu sagen, machen Sie mal ein großes Blutbild, also von einem Arzt zum Patienten, da muss man es nicht weiter erklären.

 

Eigentlich ist das große Blutbild, aber ehrlich gesagt, nur eine Messung deiner Blutzellen. Also da wird geguckt, wie geht es deinem roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, den weißen, den Leukozyten und den Thrombozyten. Und auf diese weißen Blutkörperchen wird noch ein bisschen genauer geguckt in ihren Unterpopulationen, das war's.

 

Da ist nichts anderes bei, keine Vitamin D, keine Blutfette, kein Blutzucker, aber groß klingt halt irgendwie so, als wäre alles dabei, alle umfänglich.

 

[Nils Behrens] (5:28 - 5:33)

Ja, das ist so wirklich der kodale Irrglaube. Und der Unterschied zum kleinen Blutbild ist ja einfach nur, dass es einfach größer aufgerastet wird.

 

[Jonas Köller] (5:33 - 5:46)

Genau, also ein kleines Blutbild ist fast das gleiche, die roten Blutkörperchen sind gleich, die Thrombozyten, also die Blutplätze sind gleich, nur die weißen Blutkörperchen, also unsere Immunabwehrzellen, die werden so ein bisschen genauer aufgeteilt in ihre Unterpopulation, das war's. Also das ist der einzige Unterschied.

 

[Nils Behrens] (5:47 - 5:58)

Ja, ein totaler Irrglaube. Und ich finde aber auch, es ist immer wieder so überraschend, wie viele Leute dann irgendwie damit auch so eine Scheinsicherheit dann auch so bekommen.

 

[Jonas Köller] (5:59 - 6:01)

Großes Blutbild ist in Ordnung, es passt, mir geht's gut.

 

[Nils Behrens] (6:01 - 6:06)

Ja, genau. Deswegen, welche Werte sind aus deiner Sicht viel wichtiger als das klassische große Blutbild?

 

[Jonas Köller] (6:07 - 6:35)

Da gibt es, also es kommt immer darauf an, wie tief möchtest du gehen, weil man muss tatsächlich einen wichtigen Satz vorweg schieben. Blutwertdiagnostik, gerade so bei Menschen, ich denke mal, hier hören viele zu, die an Performance interessiert sind, die jetzt eigentlich noch nicht alt sind und noch nicht wirklich krank sind, man wird es selber zahlen müssen. Das heißt, die Frage ist so ein bisschen, wie viel Geld möchtest du ausgeben, wie regelmäßig möchtest du es ausgeben, denn was so Kassenleistungen angeht, haben wir zwar einen Check ab 35 gesetzlich, das heißt ab 35 alle drei Jahre, da werden aber nur vier Werte abgenommen, und so viel sagt das auch nicht aus.

 

[Nils Behrens] (6:35 - 6:37)

Oh, vier Werte, okay, krass.

 

[Jonas Köller] (6:37 - 7:11)

Ja, es kommt so ein bisschen darauf an, drei bis fünf, würde ich sagen, mal nimmt einer einen mehr, mal weniger, aber es ist nicht viel. Das heißt, du wirst es selber zahlen müssen, meistens, es sei denn, du hast irgendwie eine familiäre Vorbelastung und so, aber wir gehen erst mal davon aus, wir werden es selber zahlen müssen.

 

Und dann würde ich sagen, was ich immer wissen wollen würde, also für mich ist immer so das Wichtige, gar nicht so direkt Performance, sondern was brauche ich oder wie, wie kann ich jetzt, egal ob ich jetzt 25 oder 30 oder 35 oder 40 bin, dafür sorgen, dass ich mit 60 keinen Herzinfarkt kriege? Also dieses wie, was muss ich jetzt machen oder was kann ich jetzt schon sehen, das mich später potenziell töten könnte?

 

[Nils Behrens] (7:11 - 7:15)

Ich höre jetzt ganz genau zu, weil ich bin der 60 deutlich dichter dran als du, also von daher schauen wir mal.

 

[Jonas Köller] (7:15 - 7:47)

Ja, aber das ist halt so das, was ich machen würde, und da werden wir immer am Ende bei Blutfetten, bei ein bisschen Blutzucker und ein bisschen Entzündung sein, weil das ist halt so alles, was in diesem Herz-Kreislauf-System, und das ist es ja, am Ende sterben wir halt sehr oft an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und alles, was das belastet, das würde ich schon so früh wie möglich messen und einfach gucken, dass das über die Zeit auch vernünftig bleibt.

 

Oder, wenn es jetzt schon hoch ist, das kann ja auch sein, weil ich vielleicht schlecht lebe oder eine genetische Vorbelastung habe, dann würde ich dafür sorgen, dass es nicht die nächsten 20 Jahre so hoch bleibt, sondern dass ich es jetzt runterkriege.

 

[Nils Behrens] (7:48 - 8:04)

Ja, finde ich einen sehr guten Punkt. Dann lass uns doch mal wirklich da ein bisschen tiefer einsteigen, würde ich sagen, oder? Du hattest angefangen eben halt alles, was das Herz-Kreislauf-System, die Erkrankung da betrifft, und du hast, glaube ich, als erstes die Blutfette genannt, wenn ich es richtig weiß, also lass uns über Cholesterin sprechen.

 

[Jonas Köller] (8:05 - 8:33)

Lass uns über Cholesterin sprechen. Finde ich super, ist meiner Meinung nach immer noch ein bisschen verkannt, Cholesterin. Denn die meisten Menschen, die zum Arzt gehen, kriegen erst mal primär ihr Gesamtcholesterin gemessen.

 

Das heißt, irgendwie so die Gesamtheit aller Cholesterinformen im Blut und dann wird geguckt, naja, liegt das über 200 oder unter 200? Und unter 200 ist irgendwie okay. Und über 200 ist erst mal, na, nicht so gut.

 

Das Problem beim Wert Gesamtcholesterin ist, der zeigt ja nur, wie viel von allen Formen du irgendwie hast, aber die Cholesterinunterfraktionen sind unterschiedlich relevant.

 

[Nils Behrens] (8:33 - 9:03)

Okay, das heißt also, wenn wir das jetzt mal übertragen würden auf den Kühlschrank oder auf den Küchenschrank, je nachdem. Wie voll ist der Kühlschrank? Ja, ja, ja, oder vielleicht noch mal genau auf die Fette.

 

Ich meine, es ist ja ein Unterschied, ob du jetzt ganz viel Olivenöl oder ganz viel Margarine oder ganz viel Kokosfett oder, keine Ahnung, Ghee, was es alles so gibt, Butterschmalz. Ich meine, das sind ja alles Fette, wenn du so willst. Und ich glaube, jeder, auch noch so unaufgeklärte Hörer, wird wissen, dass wahrscheinlich der Unterschied zwischen Butterschmalz und Olivenöl gegebenenfalls auf die Gesundheit ein anderer ist.

 

[Jonas Köller] (9:03 - 9:36)

Ja, genau, so kann man ganz gut, glaube ich, so sehen. Also prinzipiell wird Gesamtcholesterin halt auch bezahlt noch. Das ist ein Wert, der in der GKV-Leistung Checkup mit 35 mit drin ist.

 

Und natürlich, wenn ich jetzt einen Wert von 600 da hätte, oder, na gut, das ist ein bisschen rapide, aber irgendwie 400 irgendwas, dann würde man genauer nachgucken. Aber sagen wir mal, ich kann einen 196er Gesamtcholesterinwert haben. Und der ist aber sehr schlecht aufgeteilt.

 

Und es wird erst mal wieder keiner nachforschen in den nächsten zehn Jahren. Das ist halt so ein bisschen das Problem daran. Deswegen würde ich diesen Wert heutzutage gar nicht mehr messen lassen.

 

[Nils Behrens] (9:38 - 9:39)

Den Gesamtcholesterinwert?

 

[Jonas Köller] (9:39 - 9:40)

Genau, den Gesamtcholesterinwert.

 

[Nils Behrens] (9:40 - 9:41)

Sondern, was würdest du messen lassen?

[Jonas Köller] (9:42 - 9:49)

Prinzipiell würde ich jetzt erst mal gucken, wie unterteilt man es weiter? Und jetzt gibt es natürlich diese beiden schönen Formen, die jeder wahrscheinlich schon mal gehört hat. LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin.

[Nils Behrens] (9:50 - 9:50)

HDL ist Hab dich lieb.

 

[Jonas Köller] (9:51 - 10:24)

LDL, lass das lieber, zum Beispiel. Das ist so dieser wunderschöne Satz, den alle vielleicht mal gelernt haben.

 

Also HDL, das gute Cholesterin, LDL, das schlechte Cholesterin. Auch das kann man nicht mehr so sagen. Es hieß ja immer, es gibt auch noch einen schönen HDL-Index zwischen den beiden, wo dann verrechnet wird, na ja, wie ist denn der prozentuale Ansatz zwischen HDL und LDL?

 

Und wenn ich quasi viel LDL habe, aber auch viel HDL, dann ist dieser Index meistens gar nicht so schlecht. Und dann ist es erst mal okay. Also HDL-LDL-Verechnungsformeln können wir uns auch, gehören auch der Vergangenheit an, sagen wir es mal so.

 

[Nils Behrens] (10:24 - 10:34)

Jonas, es ist spannend, wirklich so. Du hast jetzt schon das große Blutbild abgeschossen. Du hast uns jetzt das Gesamtcholesterin schon abgeschossen.

 

Jetzt auch noch den Cholesterin-Index. Jetzt bin ich aber gespannt.

 

[Jonas Köller] (10:34 - 11:20)

Das tut mir sehr leid. Aber prinzipiell kann man sagen, es geht gar nicht mehr darum, also fangen wir mit dem HDL an. HDL, primär so ein bisschen der Transporter von Cholesterinformen aus dem Gewebe zurück zur Leber.

 

Das ist so dieses, was es macht, ganz, ganz grob gesagt. Und da wird immer gesagt, na ja, je höher, desto besser. Das stimmt auch bis zu einem bestimmten Bereich.

 

Also Frauen sollten hier über 50 liegen, Männer über 40. Alles darunter wäre eher ein Risiko. Wenn ich aber diesen Bereich überschritten habe, ich würde jetzt immer sagen, 60 wäre hier ein Idealwert für mich, also über 60, dann wird es nicht besser nach oben hinein.

 

D.h. wenn ich jetzt ein hunderter HDL hätte, ein hunderter HDL-Wert, dann kann das ab irgendeiner, also je höher, wenn wir hoch sind, es ist wie so eine U-Kurve. Also dann wird es auch wieder schlechter.

 

[Nils Behrens] (11:20 - 11:21)

Die Summe macht das Gift.

 

[Jonas Köller] (11:22 - 12:08)

Genau, die Summe macht das Gift. D.h. hier kann es A, keine schlechten negativen Cholesterinformen ausgleichen. Und B ist, je höher, desto besser auch falsch, sobald ich eine bestimmte Baseline überschritten habe.

 

Auf der anderen Seite beim LDL, das ist eher, wenn wir wieder ganz einfach sprechen, die Cholesterin oder der Transporter, das Lipoprotein, das irgendwie Cholesterin zum Gewebe transportiert und das auch wirklich mit Arteriosklerose assoziiert ist. Zu Recht auch, denn wir haben super viele Daten, die zeigen, wenn ich LDL senke, sinkt auch wirklich direkt meine Sterblichkeit bzw. mein Herz-Kreislauf-Risiko.

 

Hier würde ich sagen, das wäre ein Wert, den ich auf jeden Fall messen wollen würde. Ich würde immer meinen LDL-Cholesterin wissen wollen. So, denn, ist es relevant, wie hoch es ist?

 

Und ich kann es auch verändern.

 

[Nils Behrens] (12:09 - 12:15)

Ist das so? Also, ja, man kann es verändern, wahrscheinlich durch den Lebensstil, aber... Bedingt Lebensstil.

 

Wollte ich gerade sagen.

 

[Jonas Köller] (12:16 - 13:08)

Also, das ist halt immer so diese Krux an der Sache. Das, was ich gerade schon gesagt habe, es gibt natürlich genetisch, also gerade Blut-Fett-Stoff-Wechsel hat eine relativ große genetische Komponente. Ich kann jetzt familiär vorbelastet sein und kann super gesund essen, super gesund leben.

 

Und trotzdem kann ich eventuell ein erhöhtes LDL haben. So, LDL-Cholesterin. Weil halt der Genpool mit rein spielt, der dafür sorgt, dass ich dadurch trotzdem ein Risiko habe.

 

In dem Fall muss man sagen, na ja, wenn ich mich jetzt schlecht ernähren würde und mich wenig bewegen würde, wäre es wahrscheinlich noch viel höher der Wert. Das heißt, man tut schon was Positives dafür. Es kann aber sein, dass du trotzdem, je nachdem wie hoch es ist, trotz Lifestyle irgendwann medikamentös gegenwirken müsstest.

 

Und da muss ich auch sagen, wir haben jetzt, es ist keine Statin-Werbung hier. Wir haben lange, es gibt super viele Leute, die sagen, ganz viele Nebenwirkungen. Aber der Kosten-Nutzen-Effekt wäre für mich mit hohen, gefährlichen Werten immer da.

 

[Nils Behrens] (13:09 - 13:32)

Ja. Ich finde, Peter Attia, der erzählt das ganz gut in seinem Buch, dass er ja wirklich davon redet, dass man möglichst früh da eingreifen sollte. Weil das ist so ein bisschen, ich weiß nicht mehr genau, er hat eine wirklich ganz schöne Analogie, auf die ich jetzt aber nicht mehr komme.

 

Aber es ist im Grunde, ich sage jetzt mal ganz übertrieben gesagt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, dann eine Leiter da zu haben, um es wieder rauszuholen, ist der falsche Ansatz, als lieber einen Zaun um den Brunnen zu machen.

 

[Jonas Köller] (13:32 - 13:32)

Korrekt.

 

[Nils Behrens] (13:33 - 13:36)

Und zwar nicht seine Analogie, aber ich glaube, es trifft das so ganz gut.

 

[Jonas Köller] (13:36 - 14:29)

Es trifft ganz gut. Und da sind wir in Deutschland, muss ich sagen, auch so ein bisschen von weg. Denn dieser präventive Ansatz, ich nehme einen Blutfettsenker, jetzt unabhängig davon, welcher es ist, mit 30 bzw.

 

mit 40, den gibt es nicht. Also den gibt es fast gar nicht. Die wenigsten Ärzte würden das verschreiben.

 

Denn wir haben nicht die Daten, wir haben nicht diese 30 oder 40 oder 50 Jahre Langzeitdaten, ob das wirklich, also wenn ich es mit 30 nehme, ob das wirklich meine Mortalität oder mein Risiko senkt. Denn 40 Jahre Studie macht halt keiner. Ich glaube trotzdem, dass es sinnvoll sein wird, weil wir wissen ja, wie es biochemisch wirkt, wie hoch das Risiko ist.

 

Dementsprechend hoffe ich, dass wir so ein bisschen mehr in dieses LDL-Years senken. Das heißt, wird ich dafür sorgen, dass wir nicht irgendwie 30 Jahre erst mal mit schlechten oder mit hohem Blutfettspiegel rumlaufen, bevor wir anfangen einzugreifen. Dass da irgendwann mal ein Umdenken kommt.

 

[Nils Behrens] (14:29 - 15:20)

Ja, 100 Prozent. Und ich glaube einfach, wenn man da schon sehr früh eine Bewusstsein und Sensibilität für hat, dann wirken natürlich alle diese Lifestyle-Faktoren und Supplemente natürlich auch noch viel besser. Du kannst natürlich durch gesündere Ernährung, du kannst durch mehr Sport und eben auch entsprechende Supplementierung, kannst du es schaffen, quasi diesen wäre den Anfang sozusagen.

 

Funktioniert da natürlich viel besser als, ich sag jetzt mal, das Waffenarsenal, um diese Art von Blutfette zu bekämpfen, ist relativ überschaubar. Sagen wir jetzt mal so, das ist so ein Florett hier so als Ding sozusagen. Und die schwere Artillerie muss man am Anfang nicht rausholen.

 

Aber ganz am Anfang, wenn die Kämpfe noch nicht so richtig gestartet sind, kann man sich auch schon nochmal mit dem Degen verteidigen.

 

[Jonas Köller] (15:20 - 15:53)

Ja, 100 Prozent. Und da gehört natürlich auch das, also klar, wir haben jetzt über Medikamente geredet, aber da gehört natürlich auch ganz wichtig am Anfang Lifestyle zu. Das heißt, wie bewege ich mich, wie ernähre ich mich?

 

So, und dann jetzt niemand muss Angst vor Eiern haben, als Beispiel. Es gibt ja diese ganzen Mythen, ein Ei hat relativ proportional viel Cholesterin im Vergleich zur Größe beziehungsweise zu der Nährstoffmenge insgesamt. Ist aber auch kein Drama, weil wir jetzt wissen, dass es nicht eins zu eins aufgenommen wird, so wie es ist.

 

Das heißt, generell macht es da Sinn, einfach mal sich mit zu beschäftigen. Keine Angst vor Nahrungscholesterin haben, aber trotzdem irgendwie eine gute Ernährung führen.

 

[Nils Behrens] (15:54 - 16:05)

Ja, eine gute Ernährung, aber eben halt das, also man schafft es nicht durch Cholesterinaufnahme sein Cholesterin zu verändern, sozusagen. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht durch seine Ernährung das Cholesterin beeinflusst.

 

[Jonas Köller] (16:05 - 17:17)

Hundertprozentig, das ist sehr wichtig. Durch die Ernährung kann man es auf jeden Fall beeinflussen. Aber es sind jetzt nicht die Eier, die deinen Cholesterinspiegel oder deinen LDL-Wert richtig exponentiell hochschießen lassen, sondern es ist die Mischung aus allem.

 

Und hier an der Stelle auch ganz wichtig noch, LDL und HDL, Cholesterin messen die Cholesterinmenge. Was aber für uns wahrscheinlich gefährlicher ist als die Menge Cholesterin, ist die Partikelanzahl. Also die Partikelanzahl, wie viele Partikel die Cholesterin transportieren, wie viele Cholesterin habe ich denn überhaupt und wie groß und wie klein sind die?

 

Denn gerade diese Partikel sind damit assoziiert, diese Entzündungen und diese arteriosklerotischen Plaks in Gefäßen zu bilden. Und da gibt es jetzt auch einen neueren Wert, der immer noch nicht so viel Einzug in die Medizin hat, der heißt ApoB. Und ApoB misst eigentlich nur die Gesamtheit aller gefäßzerstörenden Cholesterinpartikel.

 

Ich glaube, so kann man es ganz grob sagen. Es würde auch Sinn machen, die LDL-Partikelanzahl direkt zu messen. Das ist jetzt sehr deep, das machen aber wenig Labore.

 

Deswegen weichen halt viele auf ApoB um. Und dementsprechend wäre das sicherlich der zweite Wert. Also LDL, Cholesterinmenge, würde ich wissen wollen.

 

Und ApoB, Partikelanzahl der negativen Cholesterinpartikel.

 

[Nils Behrens] (17:18 - 17:23)

Genau, der sollte ja so, je nachdem welche Maße man hat, aber glaube ich so 100 ist so die Threshold.

 

[Jonas Köller] (17:23 - 17:52)

Genau, richtig. Also Peter Attia, auch da sehr aggressiv, sagt in seinem Buch, er würde versuchen, diesen ApoB-Wert auf einen Neugeborenen-Level zu senken, also auf ein Kinder-Level, 20-30 mg pro Deziliter. Da tue ich mich selber z.B. auch ein bisschen schwer mit, weil das eine sehr radikale Senkung wäre. Die funktioniert auch nicht ohne Medikamente, muss man klar sagen. Also sei denn, jemand von euch hat vielleicht einen sehr, sehr guten Cholesterin- oder ApoB-Wert. Ich habe bis jetzt noch keinen Wert von 20-30 gesehen, der nicht irgendwie nachgeholfen hätte.

 

[Nils Behrens] (17:52 - 17:58)

Ja, also mein Wert liegt aktuell bei um die 100. Man muss schon sagen, mein Lebensstil ist schon gar nicht so schlecht.

 

[Jonas Köller] (17:59 - 18:01)

Er ist schon relativ gut optimiert. Ich habe auch 106, glaube ich, gehabt beim letzten Mal.

 

[Nils Behrens] (18:02 - 18:23)

Also ich bin bei 101, also ich bin slightly drüber über diesen Threshold, aber es liegt eben tatsächlich an einem anderen Wert, auf den würde ich dir jetzt gerne als nächstes ansprechen, nämlich das Lp(a). Das ist ja so ein Wert, den kennt kaum einer. Aber der ist ja, also das Tolle ist, man muss ihn gar nicht so oft nehmen, weil er eben halt sehr erblich vorbelastet ist, aber warum ist er so wichtig?

 

[Jonas Köller] (18:23 - 18:36)

Der kostet euch einmal 20 Euro, wenn ihr den jetzt bestimmen lassen geht nach dieser Folge. Ist wahrscheinlich so, mein Lieblingswert ist ein bisschen schwierig. Ich habe mich z.B. dieses Jahr auf die FIBO mit dem Schild gestellt, 10 Euro für jeden, der mir jetzt seinen Lp(a)-Wert zeigen kann.

 

[Nils Behrens] (18:36 - 18:37)

Ich habe den nicht gesehen, verdammt.

 

[Jonas Köller] (18:38 - 19:32)

Der hat 10 Euro von mir gekriegt, um ein bisschen Awareness zu schaffen. Denn ein Wert, der uns ein genetisches Risiko zeigt, dann wäre es der Lp(a)-Wert. Ist auch ein Lipoprotein, das anzeigt, wie hoch dein genetisch vorbestimmtes Herzkreislaufrisiko im Endeffekt ist.

 

Und das kannst du theoretisch nach der Geburt messen lassen, denn ab dem Zeitpunkt deiner Geburt steht der fest erst mal. Und jetzt gibt es noch neue Daten, bei Frauen macht es auf jeden Fall Sinn, wenn sie schon einen höheren Wert haben, also entweder Graubereich oder erhöht, den nach der Menopause noch mal zu messen. Denn da veränderte sich bei Frauen primär noch mal durch Hormonumstellung und Co.

 

Ansonsten einmal messen im Leben. Jetzt kommt die Krux an der Sache. Dieser Wert ist nicht durch Lifestyle veränderbar.

 

D.h., wir haben ja gerade gesagt, APoB, LDL kann ich ein bisschen durch Lifestyle noch beeinflussen, Lp(a) nicht.

 

[Nils Behrens] (19:32 - 20:17)

Und da möchte ich an dieser Stelle mal ganz kurz einen ganz wichtigen Punkt mit reinbringen, den wir vielleicht im Zusammenhang mit Labordiagnostik immer erwähnen sollten. Ich habe tatsächlich signifikante Unterschiede in meinem Lp(a)-Wert. Widerspricht jetzt alles, was wir gerade gehört haben.

 

Vielleicht aber ab und zu manchmal. Nein, aber weißt du, warum? Weil es immer unterschiedliche Labore waren.

 

Und das ist wirklich einer der Faktoren, ihr solltet immer beim gleichen Labor bleiben. Weil wenn ihr einmal dieses Labor habt, haben die eben gewisse Auswertung, Messkriterien, sage ich mal so. Und dann seht ihr Veränderungen oder eben halt nicht.

 

Und in dem Fall ist es sehr unwahrscheinlich, also meine Veränderungen sind signifikant bei dem Lp(a), in den unterschiedlichen Werten. Und es liegt halt tatsächlich daran, dass unterschiedliche Labore es unterschiedlich messen.

 

[Jonas Köller] (20:17 - 21:12)

Ganz wichtiger Punkt. Weil diese Nachrichten kriege ich immer mal wieder von Leuten, die sagen, ey, ich hatte jetzt... Ich glaube, man muss natürlich wissen, du weißt, es gibt auch zwei verschiedene Einheiten.

 

Manche Labore messen in Einheit A, die anderen in Einheit B. Das heißt, man muss sich irgendwie einen Überblick verschaffen. Man kann die auch nicht A und B umrechnen.

 

Es sind einfach verschiedene Tests, ganz klar. Aber ich glaube, es passiert trotzdem, dass die gleiche Einheit oder der gleiche Test benutzt wird und ein unterschiedliches Ergebnis rauskommt, weil die Geräte nicht 1 zu 1 gleich sind. Weil das Labor nicht 1 ist.

 

Deswegen würde ich an diesen, also ich würde generell, wenn ich könnte, meine Blutwertkontrollen generell immer beim gleichen Labor machen lassen. Weil ein paar Abweichungen gibt es da einfach. Sollte trotzdem Lp(a)-Wert einigermaßen in der Range sein.

 

Ob ich jetzt einen Wert von 25 und 29 habe, ist nicht so signifikant. Aber ich kriege auch Nachrichten von Leuten, die sagen, ich hatte jetzt irgendwie 57 und 17, das darf nicht sein.

 

[Nils Behrens] (21:12 - 21:19)

Nein, nein, so massiv sind sie nicht. Aber bei mir sind es schon, also ich glaube, die größte Range sind fast 20 Punkte.

 

[Jonas Köller] (21:20 - 21:35)

Das ist auf jeden Fall signifikant dabei. Weil 20, wenn ich überlege, ich habe jetzt irgendwie 30 mg pro Deziliter oder 50, wäre entweder, ich bin eigentlich noch im Nicht-Risiko-Bereich oder ich bin schon oberhalb der Grauzone quasi. Also es ist halt irgendwie, ist therapeutisch auch ein Unterschied.

 

[Nils Behrens] (21:35 - 21:41)

Ja, definitiv, definitiv. Also deswegen bleibt lieber einem Labor treu. Treue zahlt sich aus in diesem Fall.

 

[Jonas Köller] (21:41 - 21:41)

Und messt den Wert.

 

[Nils Behrens] (21:42 - 21:44)

Und messt den Wert. Du hast es gerade gesagt, es sind 20 Euro.

 

[Jonas Köller] (21:45 - 21:47)

Das kann sich jeder leisten.

[Nils Behrens] (21:47 - 21:53)

Ja, ich glaube auch. Wenn wir das mal in Latte Macchiato umrechnen, dann sind es wahrscheinlich vier hier in Berliner Preisen.

 

[Jonas Köller] (21:54 - 21:59)

Ja, das stimmt. Verdammt, vier ist schon hart. Jetzt hast du die Leute wieder demotiviert.

[Nils Behrens] (21:59 - 21:59)

Ja.

[Jonas Köller] (22:00 - 22:33)

Aber ich muss hier eine Sache immer zu sagen, weil ich kriege immer die Nachrichten, na ja, ich habe jetzt meinen Werten messen lassen, danke dir, aber der ist jetzt exorbitant hoch und jetzt kann ich nicht mehr schlafen, weil ich Angst habe, einen Herzinfarkt zu kriegen. Da muss man zwei wichtige Sachen sagen. Ja, es ist ein Risikofaktor, aber es ist auch nur ein Risikofaktor.

 

D.h. ein hoher Lp(a)-Wert, je nachdem, wie hoch er ist, wenn ich da irgendwie bei 400 bin, dann sollte ich das ärztlich mal abklären lassen oder 300. Aber es ist ein Risiko und es heißt nicht, dass ihr morgen umfallt. Und es heißt auch generell nicht, dass ihr überhaupt jemals, also der Wert garantiert euch keinen Herzinfarkt.

Auch wenn er sehr hoch ist.

[Nils Behrens] (22:34 - 22:38)

Also ich kann euch jetzt beruhigen, meiner ist auch erhöht mit 63 und ich schlafe sehr gut.

 

[Jonas Köller] (22:38 - 22:59)

Ja, ich glaube, das ist wichtig, dass man irgendwie das versteht. Und warum, ich werde auch immer gefragt, warum soll ich den messen, wenn ich ihn nicht verändern kann? Es geht um die anderen Faktoren.

 

Es geht darum, dass du, wenn du einen erhöhten Lp(a)-Wert hast, dass du nicht nur irgendwie die acht andere Risikofaktoren da drauf lädst, z.B. Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, schlechte Blutfette und Co., sondern dass du dann das, was du ändern kannst, angehst, weil das senkt dein Risiko direkt wieder.

 

[Nils Behrens] (23:00 - 23:14)

Genau, also und vor allem, da sind wir dann wieder bei den Themen, was kann ich tun, um bei den Blutfetten dann gegenzusteuern? Weil letztendlich ist es ja das, was dann eben halt über das Lp(a) gesteuert wird, sozusagen, ist ja das, was ich dann versuchen muss, gegenzusteuern.

 

[Jonas Köller] (23:14 - 23:41)

Genau, richtig. Und dann bist du wieder, dann sind wir da, wo wir gerade waren, wie sehen denn ApoB, LDL aus, kann ich die verändern? Weil die kann ich ja verändern.

 

Und man muss dazu sagen, Lp(a), ist auch was, wo wir zwei große Medikamentenstudien haben. Tendenziell geht man davon aus, dass 2026 die Medikamente kommen, die das wirklich signifikant um 80-90% senken. Das sollte aber auch mal 2025 fertig werden.

 

Und manchmal dauern Medikamentenstudien dann doch ein bisschen länger, als man will.

 

[Nils Behrens] (23:41 - 23:57)

Definitiv, aber hoffentlich wird da was kommen. Dann lass uns doch mal die Blutfette verlassen. Und auf den zweiten Punkt, den du angesprochen hast, nämlich das Thema Blutzucker.

 

Also meine Frage ist, was messe ich denn da? Und inwieweit ist der relevant für meine Langlebigkeit und Performance?

 

[Jonas Köller] (23:57 - 24:23)

Ja, also generell Blutzucker, hier kann man erst mal so drei grobe Sachen messen. Würde ich aber nicht jedem empfehlen. Der Klassiker, den vielleicht jeder mal beim Arzt hat, die Blutzucker nüchtern.

 

Wenn ihr morgens zur Bluternahme geht und ihr habt noch nichts gegessen die letzten acht Stunden, dann mischt ihr mal eure Glucose, und die ist dann entweder über 100 oder unter 100, bei den meisten idealerweise unter 100. Dann kann man daraus theoretisch schon sagen, na ja, ist alles in Ordnung oder nicht. Ist aber nur eine Momentaufnahme von einem Morgen. Dann gibt's den HBA.

 

[Nils Behrens] (24:23 - 24:32)

Die wird bei mir übrigens immer ruiniert, weil ich grundsätzlich immer mit dem Fahrrad zur Abnahme komme und immer viel zu spät bin. Das heißt also, ich fahr dann auch noch mal sehr, sehr schnell.

 

[Jonas Köller] (24:33 - 24:50)

Das ist interessant, weil Sport natürlich ein superrelevanter Einfluss ist auf den Blutzucker. Bist du noch dabei, dass er erst steigt, weil der erst noch anstrengt? Ja, er ist noch zu hoch.

 

Hab ich auch mal ein Selbstexperiment gemacht, wir haben Sprintintervalle gemacht mit einem Glucosetracker. Der steigt natürlich erst bei starker Blastung sehr stark, und dann crasht er aber richtig noch.

 

[Nils Behrens] (24:50 - 25:19)

Ich hatte auch schon mal eine Folge bei Years, da war ich dann nicht so abgehetzt hingekommen. Da war er so viel niedriger, weil ich eben halt dann nicht diese ... Und ich wohne relativ dicht bei denen um die Ecke.

 

Von daher, du merkst das schon, diese Radtour dahin macht einen Unterschied. Weil Ware, die sitzen in Mitte, und ich sitze in Charlottenburg. Deswegen, da fährt man so 20, 25 Minuten hin und dann zack, ist der schon wieder ein bisschen höher, als er sollte.

 

[Jonas Köller] (25:20 - 26:31)

Definitiv. Stress ist auch relevant, Stress verändert auch den Blutzucker. Wenn ihr morgens gehetzt zur Blutentnahme kommt, auch wenn ihr beim Auto fahrt, kann der auch ein bisschen höher sein.

 

Deswegen ist ein bisschen anfällig. Was besser wäre, ist der HbA1c. Das ist quasi ein Wert, der den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten drei Monate angibt.

 

Drei Monate zeigt erstmal so ein bisschen, naja, der Witz ist immer, naja, dann kommt jemand zur Blutentnahme, und der macht eine Woche vorher Diät, um den HbA1c irgendwie gut zu haben. Bringt ja nicht viel, weil die elf Wochen davor schlecht war. Das heißt, da könnt ihr nicht so viel vertuschen.

 

Ist aber auch nur ein Durchschnittswert. Das heißt, isolierte Spitzen werden hier auch nur im Durchschnitt abgefangen. Wäre für mich aber wahrscheinlich der wichtigste Blutzuckerwert.

 

Wenn ich einen messen könnte, den würde ich jedem empfehlen, wäre es der HbA1c. Da kann man so ein bisschen sehen, in welche Richtung geht's denn. Geht's in die Richtung, alles in Ordnung, oder geht's in die Richtung, ich bin schon ein bisschen prädiabetisch, weil das Schöne ist, warum auch hier messen, naja, wir können einen Diabetes abwenden.

 

Der Diabetes kommt nicht von heute auf morgen, sondern der kommt schleichend. Und wenn ich sehe, ich komme in eine prädiabetische Stoffwechsellage, dann kann ich mein Leben verändern und mein Lifestyle verändern und idealerweise geht der HbA1c dann wieder runter.

 

[Nils Behrens] (26:33 - 26:46)

Ich weiß gar nicht, warum wir so viel über Tiere in diesen Zusammenhang reden, aber er spricht ja da immer von apokalyptischen Reitern, also die Reiter sozusagen, die das Ende einleiten. Und einer davon ist eben halt auch das Thema Diabetes.

 

[Jonas Köller] (26:46 - 27:05)

Leider ja. Und steigt auch. In Deutschland, wie wieder gesehen, steigt generell, und bei Kindern auch.

 

Das macht mich immer ein bisschen wütend, dieses Bei-Kinder. Weil das Kind selber, natürlich ist das Kind das, was süß und lecker ist. Kein Kind würde euch sagen, ich will Spinat und keinen Kuchen, als Beispiel, oder keine Cola.

 

D.h., da ist Elternverantwortung, die zumindest ein bisschen mehr schiefgeht in letzter Zeit.

 

[Nils Behrens] (27:05 - 27:22)

Ich finde das wirklich, ich habe es auch in diesem Podcast schon mehrfach gesagt, aber ich finde es wirklich so interessant, man kann über Christian Wolff sagen, was man will, aber wie sehr der gehatet wurde dafür, dass er seinem Baby schon Kreatin gegeben hat. Und das sind wahrscheinlich die ganzen Eltern, die da die ersten Steine werfen, die, die ihrem Kind zum Trost ein Duplo geben.

 

[Jonas Köller] (27:23 - 27:37)

Auch dieses Kreatin-Geben zu Kindern finde ich nicht absolut fein. Es ist halt entgegen der Norm, ich verstehe es. Und ich finde es auch in Ordnung.

 

Und das ist halt so ein bisschen, ich glaube, alles, was anders ist, als das, was die Gesellschaft generell schon immer so gemacht hat, ist erst mal schlecht.

 

[Nils Behrens] (27:37 - 27:49)

Ja, aber ich finde wirklich so diesen Trost-Zucker sozusagen. Also wie selbstverständlich das bei wirklich den meisten Kindern ist, auch Kindergeburtstage ohne die große Zuckertorte und den Schaumkuss.

 

[Jonas Köller] (27:49 - 27:50)

Oh mein Gott, da kommt keiner mehr.

 

[Nils Behrens] (27:50 - 28:09)

So, und wenn du all das mal so siehst, was völlig sozial akzeptiert ist und was im Grunde genommen eigentlich eine der härtesten Drogen überhaupt eigentlich so ist, die sind nur nicht als solche klassifiziert. Und das findet immer jeder okay. Aber in dem Augenblick, wenn du anfängst, deinen Kindern irgendwie Supplemente zu geben, dann so, oh mein Gott, was ist das denn jetzt hier so?

 

[Jonas Köller] (28:09 - 28:52)

Das ist ganz schlimm, vor allem, weil es ja durchaus auch da Sinn macht. Also wir wissen ja auch, was warum Sinn machen könnte. Also wir sind jetzt nicht irgendwie in der Steinzeit, was Supplemente und Nahrungsergänzungen angeht.

 

D.h., da der Fortschritt, ich glaube, weil es so ein sensibles Thema ist, sind wir da so weit zurück, weil die Eltern nehmen ja auch meistens Supplemente. Also super viele Leute, nur beim Kind ist es was ganz Besonderes, ganz, ganz Verpöntes. Und auch da muss ich sagen, deswegen gerade, weil du sagst, Diabetes, apokalyptischer Reiter, uns stark zunimmt, ich weiß, Süßstoffe sind ein Thema, das super krass viel gehatet wird auf Social Media.

 

Aber die Daten sind okay und auch deswegen macht es Sinn. Also wenn du mich sagen würdest, ich würde immer eher aktuell eine geregelte Menge Süßstoffe, also ich würde die Cola light immer der Cola bevorzugen.

 

[Nils Behrens] (28:53 - 29:40)

Du, also das ist tatsächlich auch etwas, was natürlich, wenn du die Wahl hast, also was ist das bessere Getränk, dann sagst du Wasser. Aber das Thema ist ja nicht nur, dass die Leute nicht alle nur Wasser trinken, wir haben zwar hier Wasser, cheers to that. Aber wer wirklich dann sagt, Wasser schmeckt ihm nicht und wenn der es schafft durch ein bisschen, ich sage jetzt mal, Süßstoff irgendwie mit irgendwelchen Süßungsmitteln, sei es ein Elektrolytgetränk, sei es sonst irgendwie was, die Menschen trinken dadurch mehr.

 

Und mehr trinken ist immer gesünder. Lieber mehr trinken mit ein bisschen Süßstoff, das soll man jetzt auch nicht, ich will jetzt niemanden motivieren, jetzt vier Liter Coke light oder sonst was irgendwie zu trinken.

 

[Jonas Köller] (29:40 - 29:45)

Im Podcast habe ich gelernt, ich brauche kein Wasser mehr, ich kann alles mit Coke light machen, die haben das gesagt.

 

[Nils Behrens] (29:46 - 30:26)

Die haben das gesagt, die haben das nicht gesagt, haben die gesagt gehabt, haben die gesagt gehabt. Ja, nein, das will ich damit nicht sagen, aber es ist tatsächlich so, dass Menschen dadurch mehr trinken, wenn sie ihm halt das, was sie trinken, ihnen auch schmeckt. Und deswegen, ich bin ja ein großer Fan von so infused water, das heißt also, ich mache mir das immer sehr gerne, dass ich mir so eine große Karaffe mache, da kommt ein bisschen Minze, ein bisschen Zitrone rein, so und dann schmeckt das nach was.

 

Und da bin ich happy damit, ehrlich gesagt. Und deswegen also, shout out for infused water, aber es ist alles besser als Zucker in Form von eben halt Sodas, also hier so, wie heißt denn das? Brausen, Brausen ist das richtige Wort, in Form von Brausen.

 

Oder aber auch Fruchtsäfte und Fruchtschoren.

 

[Jonas Köller] (30:27 - 30:52)

Hundertprozentig. Das Traurige ist ja, in ganz vielen von diesen gezuckerten Zusatzgetränken haben wir auch noch, es ist ja in Getränken oft auch nicht nur Glucose drin, sondern du hast Glucose, Fructose, weil es ja oft gemischt wird in bestimmten Sachen und dann hast du noch ein anderes Problem. Das heißt tendenziell, Zucker muss man auch nicht, also man muss auch keine Angst vor Zucker haben, man muss aber wissen, dass es ein Risiko gibt natürlich, wenn du zu viel Zucker zu dir nimmst, irgendwann eine Stoffwechsel-Entgleisung zu bekommen, die potenziell lebensverkürzend ist.

 

[Nils Behrens] (30:53 - 31:09)

Und ich möchte es an dieser Stelle auch mal sagen, es macht alt und hässlich, weil durch die Verzuckerung der Haut wird die Haut eben halt so steif und brüchig und dadurch kommen unsere Falten. Das heißt also, ich glaube auch, dass man, Rauchen macht ja auch alt und hässlich. Ich glaube, wenn die das auf die Packung schreiben würden, dann würden wirklich Leute weniger rauchen.

 

[Jonas Köller] (31:09 - 31:17)

Und ich glaube, ich frage mich, ob wenn du auf so Gummibärchen oder so was draufschreiben würdest, Zucker macht, weil Zucker macht Diabetes, ist nicht catchy genug. Ich glaube, du musst wirklich so sagen.

 

[Nils Behrens] (31:17 - 31:18)

Es macht alt und hässlich.

 

[Jonas Köller] (31:19 - 31:37)

Ich glaube, das würde wirklich auch Leute abhalten, weil dieser Boom, dass ich will, also wenn du überlegst, die Schönheitsindustrie boomt ja richtig stark mittlerweile. Das heißt, was da an Geld ausgegeben wird, aber auf der anderen Seite dann wieder irgendwie das Gegenteil gemacht wird. Also A, ich spritze mir ABC ins Gesicht, aber Rauch und esse Unmengen an Zucker, das ist sehr amüsant.

 

[Nils Behrens] (31:37 - 31:56)

Total amüsant. Und vor allem, das sind so diese drei Faktoren, Rauchen, Zucker und Schlafmangel. Und da hat der Professor Steinkrause, so einer der renommiertesten Dermatologen in diesem Land, der hat immer gesagt, dann kannst du deine Hautcreme auch mit dem Parkett irgendwie eincremen.

 

Das wird wahrscheinlich für das Parkett dann eine bessere Wirkung haben als für deine Haut. Also das...

 

[Jonas Köller] (31:56 - 32:09)

Ja, ich glaube, manchmal ist diese menschliche Natur zu sagen, na ja, ich möchte mein Leben nicht ändern, aber ich möchte irgendwie das abpuffern und deswegen kaufe ich mir jetzt eine Creme für 70 Euro, weil ich glaube, dass es damit weniger schlimm ist.

 

[Nils Behrens] (32:10 - 32:12)

Deswegen haben die Ablassbriefe im Mittelalter funktioniert.

 

[Jonas Köller] (32:12 - 32:15)

Ja, ich glaube, wir haben uns also nicht entwickelt seit dem Mittelalter.

 

[Nils Behrens] (32:15 - 32:51)

Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich nicht.

 

Ich hätte so gerne noch über den HUMA-Index gesprochen, was wir so in der nächsten Folge dann machen. Lass uns doch dann mal abschließend noch, bevor wir dann so ein bisschen weiter in die Mikronährstoffe reingehen, über das Thema Entzündung sprechen. Wir wissen ja, ich habe das zwar jetzt gesagt, dass Zucker macht alt und hässlich, aber der Hintergrund dazu ist ja, dass wir wissen, dass das Thema, was uns hauptsächlich altern lässt, ist ja das Thema Entzündung im Körper.

 

Also man spricht ja aus diesem Kunstwort aus Inflammation, also der Entzündung und Aging, also das Altern, also spricht man ja von Inflamaging so. Und kann man das auch messen?

 

[Jonas Köller] (32:51 - 33:19)

Kann man auch messen, tatsächlich ein wichtiger Punkt, denn das, was du gerade gesagt hast, ist auch eine gute Brücke zu dem Zucker von vorher wieder, denn Zucker macht ja Entzündung in Gefäßen. D.h. langfristig macht Zucker nämlich auch dein Herz-Kreislauf-System kaputt. D.h. ein hoher HbA1c-Dauerhaft kann auch für einen Herzinfarkt sorgen, obwohl wir jetzt gar nicht mehr bei den Blutfetten sind. Und Entzündung kannst du aber auch messen. Habe ich lustigerweise auch ein Selbstexperiment letztens zugemacht, indem ich einfach nur eine Woche maximal super viel Unmengen an Protein...

 

[Nils Behrens] (33:19 - 33:19)

Ah, das habe ich gesehen.

 

[Jonas Köller] (33:20 - 33:23)

Es gab eine Studie, dass tierisches Protein Entzündung im Körper fördert.

 

[Nils Behrens] (33:24 - 33:25)

Du hast dich ja ausschließlich von Protein gelebt.

 

[Jonas Köller] (33:25 - 34:22)

Und ich habe ausschließlich Protein-Shakes getrunken, also wirklich auch tierische und wirklich nichts anderes.

 

Und ich war, weil du ja irgendwie Kalorien brauchst, wenn du trotzdem Sport machen möchtest, und war dann irgendwie bei 400 g Eiweiß an Spitzentagen. Und da hat sich mein sensitiver Entzündungswert, also das HS-CAP, High Sensitive CAP, in manchen Laboren heißt es auch WRCAP, es hat sich verfünffacht von, ich hatte vorher 0,8 und dann 4. Und das ist eine signifikante Erhöhung.

 

4 ist immer noch kein dramatischer Wert. Signifikant, das wird aber wahrscheinlich nicht am Protein gelegen. Niemand soll jetzt hier raushören, oh mein Gott, Protein ist so schlimm.

 

Sondern ich habe halt wirklich nur Protein-Shakes sehr hoch dosiert getrunken. Keine Ballaststoffe, nichts, was abpuffern würde. Ich habe auch alles konsumiert.

 

Das heißt, ich habe auch diese fertigen Shakes getrunken, wo doch relativ viel Zucker da noch mit drin ist. Und das wird die Mischung gewesen sein. Aber da haben wir halt genau diesen Wert gemessen.

 

[Nils Behrens] (34:22 - 34:39)

Das wäre mit rein Sunday-Natural-Protein-Shakes niemals passiert. Ich werde mal einen Gegenversuch machen. Ich wollte gerade sagen, ich fand es abschreckend genug.

 

Wie hast du es gesagt, ich glaube, das ist nicht so beneficial für den Stuhlgang.

 

[Jonas Köller] (34:39 - 36:26)

Nee, gar nicht. Das muss man auch sagen. Es war nicht so schlimm wie erwartet.

 

Aber es ist schon kein Spaß, sagen wir es mal so. Und dann haben auch viele gesagt, naja, mach doch mal eine Woche mit veganem Protein. Weil diese Ursprungsthese war ja tierisches Protein.

 

Aber ich mache nicht noch mal eine Woche nur Protein-Shakes. Daran scheitert dann das Folgeexperiment. Aber da hat es dann Sinn gemacht, diesen sehr sensiblen, sensitiven Entzündungsmarker zu nehmen.

 

Denn, toi, toi, toi, ich habe relativ viele Blutentnahmen für irgendwelche Videos gehabt. Und der ist bei mir immer unter 1. Und da sollte er sein.

 

Also unter 1 zeigt, du hast jetzt kein Herz-Kreislauf-Risiko. Es sind nirgendwo stille Entzündungen im Körper. Das kann ich an verschiedenen Orten haben.

 

Der Darm ist ganz beliebt für so etwas. Kann aber auch eine Gefäßentzündung sein. Und ich hatte dieses Jahr, glaube ich, 0,6, 0,4, 0,8.

 

Also alles nicht relevant. Und deswegen weiß ich, dass dieser Anstieg schon da war. Macht aber auch Sinn zu messen.

 

Denn dauerhaft erhöhte Entzündungen, gerade so stumme Entzündungen, die man nicht merkt im Alltag. Das ist ja das Gefährliche. Also wenn ich jetzt irgendwie massiv krank bin und ich habe eine wirklich große Infektion, dann merke ich das, dann bin ich krank.

 

Dann werde ich auch, also es gibt auch normales CAP, das nicht ganz so sensitiv ist. Das steigt dann auch richtig an. Und das sinkt dann auch wieder.

 

Das lässt euch nicht früher sterben. Die Infektion vielleicht schon, je nachdem, was es ist. Aber dieser Wert da nicht.

 

Wenn ich jetzt krank wäre und eine Infektion habe, dann steigt mein Entzündungswert logischerweise auch an. Das kann auch ansteigen nach OP. Das kann nach verschiedenen Zuständen ansteigen.

 

Dann auch sehr hoch. Aber das fällt dann auch wieder. Das ist physiologisch.

 

Aber wenn ich dauerhaft eine bestimmte Baseline habe, die irgendwie bei 2, bei 3, bei 4, bei 5 ist vom HSCAP, dann ist das nicht so optimal. Für meine Gefäße nicht, für die Haut wahrscheinlich auch nicht. Also für viele Sachen nicht.

 

Wenn ich immer so ein bisschen Inflammation im Körper habe, dann würde ich auf Ursachenforschung gehen.

 

[Nils Behrens] (36:26 - 37:13)

Ja, ich bin da immer so ein bisschen erinnert, wir hatten bei uns im Dorf, in dem ich groß geworden bin, hat mein Haus gebrannt. Und dann wurde das von unserer dorfeigenen Freiwilligen Feuerwehr dann auch gelöscht. Und das sind ja alles Leute, die das eben halt freiwillig machen.

 

Von daher sage ich mal so, Shout-out für die Freiwilligen Feuerwehren. Aber ich würde mal sagen, die meisten Leute sind da eher Mitglied gewesen, weil es so gesellig ist. Und da haben die dann eben halt etwas gelöscht und haben dann aber den Schweelbrand übersehen.

 

D.h. da war dann eben halt quasi in diesen Gemäuer, Gewölbe, Hölzer, keine Ahnung, war eben halt quasi etwas drin, was noch nicht gelöscht war. Und das ist dann immer weiter geschwelt und weiter geschwelt und irgendwann wurd's dann wieder ein Brand aus. Und so ähnlich stelle ich mir das vor.

 

Also so ähnlich ist das ja, das ist so dieser Schweelbrand, der im Körper bleibt.

 

[Jonas Köller] (37:14 - 37:59)

Ja, und den wollen wir ja nicht haben, den will niemand haben. Und es gibt immer eine Ursache dafür, muss man sagen. D.h. der passiert nicht einfach so. Tendenziell macht der Mensch dann halt auch, deswegen HSCAP messen, gucken, ist alles in Ordnung. Und wenn's jetzt irgendwie auch, wenn's bei 1,1 wäre, würde ich mir jetzt auch keine Gedanken machen. Auch bei 1,5 wahrscheinlich nicht.

 

Dann vielleicht irgendwann in Zukunft nochmal messen. Aber einfach mal gucken. Aber die 4 sind schon hoch.

 

Genau, 4 war schon hoch, ist danach aber wieder runtergegangen. Also muss man sagen, es war halt wirklich sehr Mono Ernährung, nichts anderes. Und da, wenn du mich fragen würdest, würde ich auch sagen, naja, es gab auch irgendwie nichts Abpufferndes.

 

Ich habe keine antioxidativen Lebensmittel gegessen. Ich habe keine Ballaststoffe gegessen. Wirklich so gar nichts, was irgendwie meinen Darm auch mal entlastet hätte.

 

So, deswegen würde ich es auch nicht nochmal machen.

 

[Nils Behrens] (38:01 - 38:30)

Ich habe mir jetzt für den Rest des Gesprächs immer so was rausgesucht, was, sag ich mal so, was mit die häufigsten Mängel in Deutschland sind. Und dafür habe ich mir jetzt mal einen Klassiker rausgenommen, der eigentlich, müsste man ja sagen, in der Theorie seit Corona, hatte ich das Gefühl, in aller Munde war, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber nichtsdestotrotz zeigen die aktuellen Zahlen, dass das immer noch 65 Prozent in Deutschland, glaube ich, einen Mangel davon haben.

 

Und damit meine ich, na?

 

[Jonas Köller] (38:30 - 38:52)

Vitamin D. Vitamin D, genau. Jetzt gerade, jetzt passt ein Jahreszeil wieder.

 

Wir haben jetzt September. Oktober bis März wissen wir, dass die Sonnenstrahlen nicht ausreichend werden, quasi, dass die Sonne nicht hoch genug steht, um uns irgendwie zu versorgen über die Haut. Und Vitamin D ist ja ein, also wie heißt Vitamin D, ist aber eigentlich eher ein Hormon, was über die Haut gebildet wird.

 

Das heißt, wir brauchen Hautkontakt mit Sonnenstrahlen.

 

[Nils Behrens] (38:52 - 38:57)

Und dann idealerweise ungeschützt. Das heißt also, weder geschützt durch Klarung noch durch Sonnencreme.

[Jonas Köller] (38:57 - 39:53)

Genau, das wäre die Idealvariante. Haben wir in Deutschland hier, gerade in so einem Arbeitsleben, stellen wir mal vor, du bist jetzt im Büro, also generell Oktober bis März schlechte Zeit, aber auch dazwischen, April, Mai, Juni sitzt im Büro, von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr abends, dann hast du auch nicht so viel ideal hochstehende Sonne, die auf deine nackte Haut 20 Minuten am Tag fallen würde. Das fehlt.

 

Dementsprechend ist dieser Mangel gar nicht so verwunderbar, denn wir wissen ja, wo es herkommt. Was da dann doch wieder so ein bisschen mich wundert, ist diese Abneigung gegen Vitamin D, auch was Fachgesellschaften angeht. Denn in der, ich glaube es war letztes oder vorletztes Jahr, in der neuesten Leihlinie zur Vitamin-D-Messung und Versorgung, wurde wieder gesagt, wenn du kein Risikopatient bist, d.h. nicht schwanger, nicht über 70, kein Kind bis zu einem bestimmten Alter, dann sollte man Vitamin D eben einfach schlichtweg nicht messen.

 

[Nils Behrens] (39:54 - 40:05)

Ja, das finde ich so interessant und ich finde vor allem, das ist immer so mein Favourite, mit der Frage wirst du ja gleich auch noch mal konfrontiert, dass ich immer frage, ob du ein Lieblingssupplement hast, das ist meine letzte Frage, ich soll noch nicht antworten.

 

[Jonas Köller] (40:06 - 40:07)

Spoiler, es ist nicht Vitamin D.

 

[Nils Behrens] (40:07 - 40:45)

Okay, den Spoiler haben wir dann schon mal, aber ich finde an dieser Stelle, das ist immer so witzig, ich habe schon einige Gäste in den letzten 100 Folgen gehabt, die sagen, ich nehme nichts, ich ernähre mich gut. Und dann denke ich immer so, hmm, interessant, also Vitamin D, wenn die Nahrung aufzunehmen ist, also ich habe doch mal ausgerechnet, wie viel Kilo von gewissen Lebensmitteln, wo es ja wirklich in Spurenelementen nur vorhanden ist, man nehmen müsste und das jeden Tag, damit dann eben halt der Level da hochgehalten wird, das ist schon einfach wirklich absurd. Aber dann lass uns doch mal darüber reden, welche Symptome spüren denn Betroffene oft, ohne den Vitamin D sozusagen?

 

[Jonas Köller] (40:46 - 40:53)

Es ist halt dieser Klassiker, also wenn man jetzt so Health Claims nehmen würde, es geht ja immer um die Sache, für was ist ein Stoff zugelassen?

 

[Nils Behrens] (40:53 - 40:55)

Nein, wir reden jetzt ja nicht über Supplements, wir reden jetzt über Vitamin D.

 

[Jonas Köller] (40:55 - 42:00)

Ach so, nein, ich meinte, ja, okay.

 

Generell muss man dazu sagen, Vitamin D ist auf jeden Fall assoziiert mit erst mal das gesamte Knochensystem. Da hat Vitamin D so seine Hauptaufgabe, aber das ist jetzt nichts, wo viele von euch jetzt ein Symptom spüren würden, sondern die Klassiker, Müdigkeit kann ein Symptom sein, Immunsystem ist was, wo Vitamin D auch eine Rolle spielt, das heißt, hier kann eine Abgeschlagenheit vielleicht auch unter anderem darauf hindeuten, so ein bisschen energielos, antriebslos. Das heißt, eigentlich die Symptome, die jetzt in der Jahreszeit sehr viele Menschen haben werden in Zukunft.

 

Und dann ist immer die Ursachenforschung die Frage, wo kommt das her und dann gehst du zum Arzt und der Arzt sagt, na ja, wie viel schlafen Sie denn? Ja, schlafen Sie immer mehr. Und das ist immer so schade, weil gerade Mikronährstoffe, was andere auch gleich noch kommen, da eine Rolle spielen können und zumindest das helfen können, dieses, ich bin vielleicht nicht mehr ganz so fit, ich performe nicht mehr so gut, ich bin auch so ein bisschen, ich bin öfter krank, meine Stimmung ist auch ein bisschen schlechter, also diese Assoziation Vitamin D und Depression, die gibt es durchaus.

 

Dementsprechend spielt es schon in den ein oder anderen Prozess mit rein.

 

[Nils Behrens] (42:01 - 42:31)

Jetzt lasst uns mal dann über das Thema Zielwerte sprechen, weil da haben wir auch noch gar nicht drüber gesprochen, es gibt ja immer bei den Laborwerten, gibt es ja immer Referenzwerte und es gibt Optimalwerte. Ich glaube, für Vitamin D gibt es gar keinen ausgewiesenen Optimalwert, sondern nur einen Referenzwert und der ist relativ breit, muss man ja sagen. Ich glaube, der, ich weiß es nicht mehr genau, der startet irgendwie bei, das ist jetzt wirklich Schätzen, aber ich glaube, bei 20 und hört irgendwie bei 70 oder sowas aus.

 

[Jonas Köller] (42:31 - 42:35)

Ich glaube, 20 bis 50, es kommt auch hier wieder aufs Labor an.

 

[Nils Behrens] (42:35 - 42:36)

Kommt auch hier wieder aufs Labor an, ja.

 

[Jonas Köller] (42:36 - 43:09)

Labor und Einheit hier wieder, aber ja, sie startet auf jeden Fall bei 20, das heißt aber auch für euch im Umkehrschluss, wenn ihr einen 21er Vitamin D Wert habt, dann ist das in Ordnung hier für viele und das ist es in dem Fall natürlich dann nicht. Das heißt, wichtiger Punkt, Referenzwerte sind tendenziell nichts anderes als Durchschnittswerte, die bei einer gesunden Population gemessen worden sind und dadurch wird irgendwie so ein Referenzintervall mal erstellt. Optimalwerte gibt es eigentlich so gar nicht zu lesen.

 

Irgendwo kein Laborbefund wird euch einen Optimalwert zeigen, weil nur Referenzwerte aufgezeigt sind.

 

[Nils Behrens] (43:09 - 43:34)

Und da ist es jetzt ja, man muss ja mal, also Mathe und Physik waren in der Schule immer meine besten Fächer und von daher, wenn man es rein rechnerisch betrachtet, wenn wir wissen, dass 65 Prozent in Deutschland einen Mangel haben und wenn man dann davon ausgeht, dass die Mehrheit der Leute, die eben halt Laborwerte messen lassen, sozusagen von einem Mangel betroffen sind, die aber wiederum den Referenzwert stellen, ist der Referenzwert ja vielleicht zu tief.

 

[Jonas Köller] (43:35 - 44:07)

Vielleicht zu tief. Man könnte jetzt vermuten, dass diese 20 Milligramm pro Deziliter unten im unteren Spektrum vielleicht nicht ideal sind. Und dann muss man irgendwie so ein bisschen gucken, naja, gibt es denn Publikationen, wo man mal geguckt hat, wie geht es Leuten, verschwinden Symptome bei bestimmten Zielwertanpassungen und Co.

 

Und das ist ja dann das eher, wo wir auf Optimalwerte kommen. Also die Optimalwerte sind ja auch nicht so, hey, ich denke mir das jetzt aus und denke mir, naja, ich sag mal, du musst über 50 sein. Aber auch da kann man schon sagen, wenn du mich jetzt fragen würdest, wo will ich hin mit meinem Vitamin D, würde ich zwischen 50 und 70 Milligramm pro Deziliter landen wollen.

 

[Nils Behrens] (44:08 - 44:12)

Lustigerweise, also ich hatte ja auch schon mal verschiedene Experten hier und die meisten sind eher bei 70 tatsächlich.

 

[Jonas Köller] (44:12 - 44:37)

Ja, aber auf jeden Fall diese Range. Sag mal, ich würde 50 als unteren Cut nehmen. Das heißt, mit 20 wäre ich nicht zufrieden.

 

Ich wäre aber auch nicht mit 30 zufrieden. Ich wäre auch nicht mit 40 zufrieden. Das ist halt alles dieses so, und wenn ich jetzt überlege, naja, im Referenzbereich Labor, jeder, der einen Blutwert mal gekriegt hat, mag halt ja immer grün oder rot.

 

Und ab 21 bist du in vielen Laboren halt grün. Und grün, das assoziiert mir erst mal, naja, ist vielleicht unten, aber grün ist okay.

 

[Nils Behrens] (44:37 - 45:47)

Ja, dazu kommt gleich mein Lieblingswert, den ich mir als nächstes genommen habe, das Eisen. Aber ich möchte nochmal ganz kurz, weil da ist der Referenzwert ja absurd. Aber gut, bevor ich mich da jetzt schon reinsteigere, lasst uns hier nochmal einen ganz kleinen Augenblick dabei bleiben.

 

Weil, auch das betrifft mich, als ich das allererste Mal angefangen habe, Vitamin D zu supplementieren, musste ich mir da immer noch ein Rezept ausstellen lassen, wurde aber nicht von der Krankenkasse erstattet, um eine 20.000er-Industrieeinheit in der Apotheke kaufen zu dürfen. Finde ich auch ganz lustig, ehrlich gesagt. Also diese hohen Einheiten wurden dann immer quasi nur über Rezept abgegeben.

 

Und da hieß es immer, das speichert sich in den Fettzellen und deswegen reicht es, wenn ich davon einmal eine in der Woche nehme. Wenn man der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgt, dann würde sogar so eine Dosis 21 Tage reichen, weil es ja so ist, dass die sogar nur 800 Industrieeinheiten pro Tag empfehlen. Das heißt also auch, wenn du bei Sunday jetzt eine 20.000er-Einheit, mittlerweile ist es frei verkäuflich, eine 20.000er-Einheit kaufst, dann müssen wir draufschreiben, bitte nur alle 21 Tage nehmen.

 

[Jonas Köller] (45:48 - 47:28)

Ja, das ist also ein bisschen dieses, ich glaube Vitamin D-Empfehlungen, ist auch was, wo sich immer noch sehr viele Geister streiten. Und mit diesen 800 internationalen Einheiten wäre ich auch nicht zufrieden. Das Gute ist mittlerweile, es gibt Daten, die ganz klar sagen, 4.000 internationale Einheiten am Tag sind als sicher deklariert. Sicher heißt, warum muss ich sicher sagen, es gibt, Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das heißt, es gibt das Risiko einer Überdosierung in der Theorie. In der Praxis kommt es äußerst selten zu Vitamin D-Überdosierungen. Ich habe jetzt in einem Labor, ich selber habe in Laboren noch keine gesehen.

 

Mir wurde ein Fall geschildert, wo jemand auf der Intensivstation gelandet ist, weil er fälschlicherweise statt 10.000, diese Person hat es irgendwie geschafft, 100.000 Einheiten am Tag nehmen zu wollen. Und es hat es dann irgendwie ein, zwei Tage gemacht und dann geht es ihr halt deutlich schlechter. Aber das war einfach nur ein Missverständnis.

 

Mit 4.000 Einheiten oder internationalen Einheiten am Tag passiert hier nicht viel, aber viele würden ihr einen Spiegel anheben. Das ist halt relevant. Das heißt, wenn du mich fragen würdest, was kann ich für eine Empfehlung geben?

 

Das ist nicht von mir, sondern wenn du ein niedriges Vitamin D hast, dann bist du damit erst mal safe. Heißt es, dass es ausreicht, um deinen Spiegel anzuheben? Wahrscheinlich, weiß ich nicht.

 

Kommt drauf an, wo dein Spiegel ist. Aber es kann halt durchaus Sinn machen, hier zu supplementieren, weil zwei wichtige Punkte A, März bis Oktober, andersrum, Oktober bis März sowieso, Sonne steht schlecht. Dann sind wir zum Großteil drin, wir cremen uns zu, wir toiten heute auch ein.

 

Das heißt, unsere Haut kriegt einfach nicht genug Sonnenstrahlen ab. Und Nahrung ist halt nichts, wo wir Vitamin D wirklich aufnehmen können. Aber wir brauchen es vor allen Dingen auch für diese ganzen Sachen, die ich gerade aufgezählt habe, aber auch für unseren Knochenstoffwechsel.

 

[Nils Behrens] (47:28 - 48:02)

Ja, und ich glaube, einen wichtigen Punkt hast du gleich am Anfang, als du angefangen hast, über Vitamin D zu sprechen, gesagt. Das ist ja eigentlich kein Vitamin D, sondern ein Hormon. Und ich glaube, das wissen jede unserer Hörer, die sich jetzt in einer Menopause befinden, wie wichtig ein ausbalancierter Hormonspiegel ist.

 

Das heißt, dieses einmal die Woche eine High Dosis zu machen, ist halt einfach mittlerweile widerlegt. Also das heißt also, man sollte eben halt seine Hormone ausbalanciert haben. Deswegen also eine tägliche Supplementierung ist immer der, sag ich mal, unregelmäßigen 21, alle 21 Tage vorzuziehen.

 

[Jonas Köller] (48:03 - 48:39)

Das würde ich auch, also ich würde Vitamin D ja auch als Routine nehmen, weil Vitamin D ist ja auch wie hier wieder was, was nicht bleibt. Also ich kann natürlich ein bisschen supplementieren, und dann bin ich irgendwie bei meinem Wert, aber der fällt ja auch wieder, wenn ich aufhöre. Das heißt, tendenziell kann man, man kann natürlich auch sagen, wenn ich die Chance habe, versuche ich es halt primär über die Sonne zu machen.

 

Irgendwie nicht, würde ich auch immer sagen, super sinnvoll. Ist ja immer die Frage, was ist realistisch? Ich glaube, es muss halt realistisch in deinen Alltag passen.

 

Du solltest dich trotzdem mit Sonnencreme eincremen, denn guter Vitamin D-Spiegel und Hautkrebs bringt auch nicht so viel. Gute Vitamin D-Spiegelung und Hautalterung wollen auch nicht viele Leute haben. Das heißt, es ist halt eine sehr einfache Lösung für ein Problem.

 

[Nils Behrens] (48:40 - 49:16)

Genau, genau. Und es ist ja auch vor allem keine kostspielige Lösung. Das heißt also, um sich vernünftig mit Vitamin D für das ganze Jahr zu versorgen, würde ich sagen, nicht mal unter 20 Euro.

 

Und also je nachdem, wie viel man dann eben halt tatsächlich nimmt. Aber, also wir hatten hier eine Folge nur zum Thema Vitamin D und da hatte dann auch die Ärztin, und das ist eben halt das, was man eben halt selten von Ärzten hört, dass die eben halt sagen, was ist sicher? Und die hat sich dazu hinreißen lassen, dass sie mal sagte, man kann wirklich bedenkenlos von Ostern bis Oktober 2500 Einheiten machen, von Oktober bis Ostern 5000 Einheiten machen.

 

Damit, würde sie sagen, ist man auf jeden Fall sicher, dass das keine Überdosierung ist.

 

[Jonas Köller] (49:16 - 49:38)

Ja, und das sagen die, und es gibt ja die Daten, die das wirklich auch zeigen mittlerweile. Das ist ja, also ich verstehe diesen Claim, warum Ärzte wirklich da manchmal vorsichtig sind, weil dieses 100% gibt es nie. Aber auf der anderen Seite haben wir ja Wissenschaft und Studien und alles, um irgendwie überhaupt Empfehlungen geben zu können.

 

Und wenn die das sagen, dann finde ich es auch vor allem in Ordnung, dass man das halt so weitergibt. Und da sind die 800 internationalen Einheiten schon sehr zurückhaltend, konservativ.

 

[Nils Behrens] (49:39 - 49:58)

So, und dann sprechen wir doch mal über Co-Faktoren. Ja. Weil, ich finde, das ist ja auch das, also manchmal verstehe ich auch viele Menschen, die sich nicht so mit dem ganzen Thema auskennen, dass die verwirrt sind, weil umso mehr Buchstaben und Zahlen auf so einem Ding drauf sind, umso schlimmer wird es.

 

Wir sprechen die ganze Zeit immer von Vitamin D. Wenn man genau davon redet, ist es ja eigentlich Vitamin D3, was man supplementiert. Und ganz häufig steht daneben immer noch K2.

 

[Jonas Köller] (49:59 - 50:06)

Ja, das ist auch so eine super häufige Frage. Bei dem Apotheken Vitamin D übrigens nicht. Das ist ein reines Vitamin D-Präparat, muss man sagen.

 

Bei den 20.000 Einheiten.

 

[Nils Behrens] (50:06 - 50:09)

Bei den 20.000 Einheiten, wir sagen es jetzt nicht, wie es heißt.

 

[Jonas Köller] (50:09 - 51:14)

Genau, aber das sind keine K2-Präparate. Und es gibt Co-Faktoren, die Sinn machen können. Gerade, und jetzt kommt der wichtige Punkt, gerade wenn ich mehr als 2.000 internationale Einheiten nehme, denn es gab mal Daten, die gezeigt haben, naja, so wichtig ist K2 dann nicht, aber es war nur bis zu einem bestimmten Einheitenmaß. Alles darüber kann schon durchaus Sinn machen. Vitamin K2 ist einfach mit drin, weil es dabei hilft, Vitamin D quasi an die richtige Ort und Stelle zu bekommen. Es ist nicht so dramatisch.

 

Es gibt auch diese eher drastische Formulierung, wenn du Vitamin D ohne K2 nimmst, dann sorgt es dafür, dass das Calcium, was dann ja quasi mit mobilisiert wird, dass sich das in den Gefäßen ablagert. Und deine Gefäße verstopfst und du dann irgendwie langfristig Arteriosklerose kriegst und Herzinfarkt. Das ist sehr drastisch gesagt.

 

Prinzipiell ist es aber richtig, dass Vitamin K2 dafür sorgt, dass das mobilisierte Calcium eher in Knochen und Zähnen benutzt wird, als in Gefäßen liegen bleibt. Das heißt, da macht es Sinn, gerade wenn du über einen bestimmten Einheitenpool hinausgehst.

 

[Nils Behrens] (51:14 - 51:17)

Ich sage ja immer, K2 macht den Job zu Ende, den D3 begonnen hat.

 

[Jonas Köller] (51:18 - 52:11)

Ja, schön gesagt, tatsächlich. Also es spielt mit rein, Vitamin D macht den Anfang und K2 gibt so diesen Anstoß, da muss es hin. Und deswegen, auch da muss man wieder wissen, Vitamin K2 ist ein K-Vitamin, aber es gibt auch noch K1 und man darf da nicht durcheinander kommen.

 

Das ist jetzt aber ein Thema für wann anders. Und der zweite Kofaktor ist, weil wir ja gesagt haben, Vitamin D ist ein Hormon und es wird zwar über die Haut gebildet, aber wird dann über Leber und Niere irgendwie in seine aktive Form umgewandelt. Und da brauchst du Enzyme und diese Enzyme sind magnesiumabhängig.

 

Das heißt, der zweite relevante Kofaktor ist Magnesium für Vitamin D beziehungsweise für die Wirkung von Vitamin D, müsste man sagen. Und auch da muss man sagen, ein Magnesium ist wieder so eine Sonderform, denn Magnesium ist auch nur weniger als ein Prozent im Blut gelöst. Das macht schon Sinn, irgendwie immer ganz gut mit Magnesium versorgt zu sein, wenn du Vitamin D nimmst.

 

[Nils Behrens] (52:12 - 52:40)

Es ist ja generell, Magnesium, Shout-out an Magnesium, es sind ja über 300 Prozessen, also es ist je nachdem, welchen Experten ich hier hatte, die einen sagen immer 650, die anderen sagen 300. Also mit über 300 sind wir auf jeden Fall safe, sozusagen, an über 300 Prozessen im Körper beteiligt. Also von daher, denke ich, macht es auf jeden Fall immer Sinn, Magnesium zu nennen.

 

So, aber dann lassen wir es doch mal rübergehen zu dem nächsten Mangel, weil ich weiß, das ist auch von dir ein Lieblingsthema, das Thema Eisenmangel. Betrifft ja vor allem Frauen. Wie groß ist das Problem wirklich?

 

[Jonas Köller] (52:41 - 53:41)

Ja, und genau wegen der Antwort auf diese Frage ist es eines meiner Lieblingsthema, weil es 20 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter in Deutschland betrifft. Und ein gebärfähiges Alter ist jetzt gar nicht so eine Klappespanne, muss man ehrlich sagen. Das beginnt so bei 14, 15 und hört bei 45 bis 50 auf.

 

Das heißt, wenn man das jetzt mal rechnet, da haben wir schon eine ganze Menge Frauen, die betroffen sind. 20 Prozent, also jede Fünfte, die darunter leidet. Und je nachdem, wo man dann hinguckt, es gibt auch Studien, die zeigen, dass gerade bei Sportlern, also bei Profisportlerinnen, sogar über 30 Prozent betroffen sind, einfach weil der Bedarf ein anderer ist.

 

Dann wissen wir, okay, wahrscheinlich haben junge Frauen, oder es gibt eine sehr hohe Chance, dass junge Frauen ein Problem damit haben könnten. Und warum es von mir irgendwie so ein Lieblingsthema ist, weil die Versorgung, beziehungsweise die Diagnostik nicht immer gut läuft, leider. Das heißt, es sind oft Probleme, die da sind, die einfach zu lösen wären, das ist halt das, die nicht erkannt werden, die verkannt werden, wodurch dann betroffene Patientinnen einen längeren Leidensweg haben, als sie müssten.

 

[Nils Behrens] (53:43 - 54:58)

Ja, und ich finde, es ist wirklich so ein Klassiker, weil, und da kommen wir jetzt wieder zum Thema Referenzwert, ich hatte das wirklich so eine, ich glaube, diese Geschichte habe ich auch schon das dritte Mal in diesem Podcast erzählt, aber nichtsdestotrotz, eine Tochter von einem sehr guten Freund von mir hatte mir genau das geschild, dass sie immer so müde und antriebslos ist. Und da habe ich dann gesagt, ich würde das erste Mal auf Eisenmangel schätzen. Und dann hat sie gesagt, nee, ich war beim Arzt, der hat gesagt, ist alles gut.

 

Und da habe ich gesagt, was heißt denn alles gut in dem Fall? Und ich glaube, die hatte einen Wert von, ich sage jetzt mal 17. Und der Referenzwert ist bei den Frauen, bei den meisten Laboren angegeben von 15 bis 150.

 

So, das heißt also, man kann sich ja vorstellen, wenn man jetzt einfach nur mal einen Zollstock nimmt und sagt, versuch mal, den Zollstock in diesem Range zu treffen. So, dann würde ich sagen, null problemo. Schaffst du auf jeden Fall.

 

Schaffst du auf jeden Fall. So, das aber in dem Augenblick, weil es ja immer eine Momentaufnahme ist, in dem Augenblick, wo dann, wir sind ja bei Frauen im gebärfähigen Alter, das heißt also, wenn die dann eben halt mal in die Menstruation dann eben halt geht, dass dann während dieser Phase der Wert dann noch mal runter sinkt, ist er relativ hoch. Und grundsätzlich ist 17 auch, es ist in der Referenz, aber es ist nichts.

 

Also, das ist so ein bisschen, ja, mit einer vier minus, bist du auch nicht durchgefallen.

 

[Jonas Köller] (54:58 - 55:47)

Ja, ganz, ganz wichtiger Punkt hier. Das Wichtigste, was man erst mal verstehen muss, der Arzt hat gesagt, ist alles gut. Da sollte man immer nachfragen.

 

Denn es gibt zwei Fallstricke. Erster Fallstrick ist, es gibt auch immer noch Ärzte und Labore und Abnahmen, wo ein Eisen bestimmt wird. Also, wenn ich den Wert Eisen, wie er heißt, Eisen im Serum, und den Wert könnt ihr nehmen und ihr könnt ihn würfeln und ihr könnt ihn zerreißen, der ist nämlich vollkommen belanglos, weil Eisen, der Wert Eisen selber, schwankt im Tag um bis zu 100%.

 

Je nachdem, wie ihr geschlafen habt, was ihr gegessen habt, wie viel Sport ihr gemacht habt, ob ihr menstruiert oder nicht. Also, deshalb bin ich so, ich kann morgens einen 100% niedrigeren oder höheren Wert haben als abends. Das heißt, dieser Wert ist nicht aussagekräftig.

 

Dementsprechend, das, was du gerade gesagt hast, ist Speichereisen, Ferritin, den sollte man messen. Und hier ist leider, bei Männern ist die Range noch viel größer. Ich will eigentlich von 30 bis 300.

 

Ja, also, das ist halt so...

 

[Nils Behrens] (55:47 - 55:49)

Das reicht nicht mal der Zollstock mehr.

 

[Jonas Köller] (55:49 - 56:50)

30 bis 300, was soll ich mir da sagen? Also, das ist halt so, ist jetzt 270 gut oder ist 77 gut? Wer sagt mir das?

 

Und da ist so ein bisschen das Problem, ich würde hier ganz klar sagen, es kommt darauf an, wie du dich fühlst und wenn du, und die hatte ja auf jeden Fall Symptome, weil Abgeschlagenheit, Müdigkeit, das sind die Klassiker, also Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Haarausfälle, so ein bisschen brüchige Nägel, das sind die vier Klassiker für einen Eisenmangel, so ein bisschen blass sein noch. Und das, die ein oder andere wird sich jetzt wiedererkennen. Da würde ich einen Ferritin messen lassen.

 

Und da würde ich bei Symptomen einen Wert von über, also, es ist immer das Schöne, es gibt verschiedene Daten, aber es gibt vor allen Dingen Publikationen, die sagen, ein Eisenmangel mit Symptomen, also ein Ferritinmangel quasi mit Symptomen, ohne dass das Hämoglobin schon beeinträchtigt ist, kann relevant und signifikant sein. Und die Symptome können gelindert werden, wenn man den Ferritinwert auf je nach Publikation 75 bis 100 ansteigen lässt. So, da gibt es verschiedene Symptome, die dann gesagt werden, die dann quasi abgewühlt werden.

 

 

 

[Nils Behrens] (56:50 - 56:53)

Aber das hört man ja schon, ich meine, wenn die einen von 17 hatte und du sagst 75.

 

[Jonas Köller] (56:53 - 57:27)

So, und das ist auch immer die Reaktion, die ich dann kriege. Die kriegt dann immer acht Lachsmilies, wenn ich das irgendjemandem schreibe.

 

Sagt, ja, ich bin froh, wenn ich auf 28 komme, ist dann die Antwort. Und das ist so ein bisschen schade, denn ich glaube, das ist ein super, also, bei allen, wo ich es mitgekriegt habe, die wirklich so niedrige Werte haben, die dann eine Infusion bekommen haben, eine Eisinfusion, da steigt der Wert dann in den nächsten 10 Tagen nach der Infusion relativ schnell an. Der fällt dann auch irgendwann wieder, aber der steigt erst mal an.

 

Und die meinen, boah, ich fühle mich ganz anders. Viel fitter, viel energiegeladener, nicht direkt nach der Infusion, das ist dann nur Placebo, aber so in den nächsten Tagen. Und da sieht man ja erst mal, wie das Leben normal in Anführungsstrichen sein könnte.

 

[Nils Behrens] (57:28 - 57:54)

Total, total. Und deswegen finde ich, ist es eben halt auch so wichtig, genau diesen Bereich zu messen. Und du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an, weil ich kenne wahnsinnig viele Frauen, die wissen, dass sie einen Eisenmangel haben.

 

Und die kriegen ihn aber nicht dauerhaft hoch, sondern müssen in einer gewissen Regelmäßigkeit dann eben halt diese Eiseninfusion machen. Die, auch an dieser Stelle mal gesagt, eigentlich nie diese typischen Drip-Infusionshäuser machen, sondern das muss immer in ärztlicher Begleitung dann sein.

 

[Jonas Köller] (57:54 - 59:33)

Also diese Drip-Infusionshäuser, das macht heutzutage ja irgendwie jeder. Ich schätze, hier in Berlin gibt es einige davon, mittlerweile. Und da machen Heilpraktiker, das machen verschiedenste Berufsgruppen.

 

Also Eisen als Infusion ist ein Medikament, das darf nur der Arzt geben. Und da würde ich auch an eurer Stelle wirklich nur zu einem Arzt gehen und nicht irgendwie, ich kenne da jemanden, der hat noch Eisen zu Hause, ich lasse mir das mal kurz anhängen. Denn zwei Probleme.

 

Erstens, wenn Eisen, also wenn die Nadel quasi falsch liegt im Arm und Eisen läuft neben eure Vene, dann habt ihr einen schwarzen Fleck auf dem Arm und der geht nicht so gut wieder raus. Also das heißt, ihr solltet auf jeden Fall jemanden geben, wo ihr wisst, der trifft auf jeden Fall meine Vene. Zweiter Punkt, es gibt, und deswegen scheuen sich auch viele Ärzte vor Eiseninfusionen heutzutage, also man kann zum Arzt gehen und sagen, ich möchte gerne eine Eiseninfusion.

 

Die meisten Ärzte werden sagen, gibt es hier nicht. Oder viele werden sagen, gibt es hier nicht. Denn es gibt in der Theorie das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion, das heißt einer allergischen Reaktion auf das Eisenpräparat.

 

Ich selber habe das noch nie mitgekriegt. Ich habe es gehört, also mir haben zwei, drei Leute in DMs geschrieben, bei denen in der Praxis ist es mal passiert und dann muss da notfallmedizinisch gehandelt werden. Ich würde Eiseninfusion also relativ sicher ansehen heutzutage.

 

Aber auch deswegen, ich will nicht irgendwo liegen und da ist kein Arzt und dann habe ich eine Reaktion und es kann sich keiner um mich kümmern. Aber das ist halt auch der Grund, warum viele keine Infusionen bekommen, sondern Tabletten. Und Leitlinie muss man auch sagen, also ich rede jetzt davon, dass Infusionen sehr schnell helfen können, aber Leitlinie ist, erst zwei orale Präparate benutzen, das heißt zweimal Eisentabletten in der Form, die erfolglos seien oder wo es keinen Erfolg gab in der Therapie und dann könnte man einen Antrag bei der Krankenkasse auf Infusion stellen.

 

Der wird aber auch immer noch abgelehnt oft.

 

[Nils Behrens] (59:34 - 59:42)

Ja, ich glaube, wenn wir jetzt da auch nochmal, weil du sagst, ein Eisenpräparat nehmen, glaube ich, auch da spielen ja Kofaktoren eine wichtige Rolle.

 

[Jonas Köller] (59:43 - 1:00:06)

Ja, Kofaktoren, Eisenform ist relevant, glaube ich. Also wie nehme ich es auf, Kofaktor erst mal, wenn ich euch jetzt so das How-to-Eisen-Einnehmen geben würde, oder was würde ich machen? Ich würde Eisen prinzipiell versuchen, mit Vitamin C zusammen zu kombinieren, wenn ich kann.

 

Genau, das wollte ich eigentlich sagen. Genau, ist auch in ganz vielen Präparaten, also es gibt oft Präparate, wo Eisen und Vitamin C schon zusammen drin sind. Macht Sinn, in dem Sinne, ihr könnt aber auch Vitamin C über die Nahrung nehmen, wenn ihr Eisen nehmt.

 

[Nils Behrens] (1:00:06 - 1:00:36)

Wobei, interessanterweise finde ich, da muss man jetzt fragen, wie ist die Reihenfolge, aber grundsätzlich hatten wir eben halt, wir hatten einen Deep-Dive hier zum Thema Eisen auch schon mal gemacht und da wurde eben halt gesagt, das Vitamin C muss eigentlich schon vorher sozusagen die Zelle aufgeschlossen haben, damit das Eisen rein kann. Und von daher ist das in einem Präparat, kann man sagen, okay, bei der nächsten Einnahme funktioniert es dann, oder ich weiß es nicht, aber wir haben das ja auch kombiniert, aber grundsätzlich, sage ich mal so, sollte man eben halt schon einen guten Vitamin C-Level haben, damit das Eisen gut aufgenommen wird.

 

[Jonas Köller] (1:00:36 - 1:01:42)

Aber das ist auf jeden Fall ein guter Punkt zu wissen, Eisen und Vitamin C, die spielen zusammen und das ist auch, hilft wirklich. Also es ist eben nicht irgendwie, mein Wert steigt im 0,5 dann mehr an, sondern es ist relevant. Und jetzt kommt das Paradoxe an der ganzen Sache.

 

Es gibt auch Daten, die zeigen, dass Eiseneinnahme jeden Tag oder mehrfach am Tag vielleicht nicht das Optimale ist. Denn wenn ich Eisen nehme, dann wird in der Leber ein Protein freigesetzt, das heißt Hepzidin, und das reguliert die Eisenaufnahme im Darm. Und dieses Hepzidin kann die Eisenaufnahme blockieren.

 

Und Studien haben gezeigt, dass nach 24 Stunden immer noch Hepzidin da ist. Das heißt, wenn ich am nächsten Tag dann wieder Eisen nehme, wird weniger aufgenommen, was A, vielleicht nicht so gut ist, weil ich weniger aufnehme, B, und jetzt kommt das andere Problem beim Eisenpräparaten, viele haben Magen-Darm-Probleme. Viele haben irgendwie Verdauungsprobleme, Magenschmerzen, Verstopfung und Co.

 

Und das Hepzidin, das dann noch da ist, sorgt dafür, dass wieder mehr ausgeschieden wird. Mehr ausgeschieden heißt wieder mehr Eisen im Magen-Darm-Trakt, heißt wieder mehr Probleme im Magen-Darm-Trakt. Und deswegen kann es, wenn ihr oft Probleme mit Verstopfung und Co.

 

Magen-Darm-Problemen bei Eisen habt...

 

[Nils Behrens] (1:01:42 - 1:01:43)

Habe ich nur, wenn ich die ganze Woche nur Proteinshakes zu mir nehme.

 

[Jonas Köller] (1:01:44 - 1:02:05)

Ja, das hätte ich vielleicht auch mal.

 

Hätte ich auch mal versucht, so mein Hepzidin runterzukriegen. Kann es Sinn machen, dass man Eisen z.B. intermittierend nimmt? Also, dass quasi allein weniger Nebenwirkungen zu haben, dass ich vielleicht mal jeden zweiten Tag nehme, aber sowas auch immer, je nachdem, wie oft ihr es nehmen müsst, wie oft der Spiegel ist, sowas würde ich auch im Zweifel mit dem Arzt absprechen, wenn das bei euch als Medikament angesetzt ist.

 

Es gibt aber Daten, die zeigen, es kann Sinn machen.

 

[Nils Behrens] (1:02:06 - 1:02:15)

Also, ich kann dir wirklich sagen, ich habe relativ viele Menschen, die mir eben halt ihr Problem gesagt haben, dass sie den Wert nicht nach oben kriegen, den habe ich allen Lactoferin empfohlen.

 

[Jonas Köller] (1:02:15 - 1:02:16)

Das wäre dann der nächste Punkt, ja.

 

[Nils Behrens] (1:02:17 - 1:02:19)

Und genau, dann erkläre doch mal ganz kurz, was das ist.

 

[Jonas Köller] (1:02:19 - 1:02:20)

Aber hat das geholfen bei denen?

 

[Nils Behrens] (1:02:20 - 1:02:33)

Ja, also bei allen, ehrlich gesagt. Immer die Kombination aus liposomalen Eisen also, dass das Eisen eben halt in einer Darreichungsform sozusagen eben halt dann ist, kombiniert eben halt mit Vitamin C und dann eben halt Lactoferin.

 

[Jonas Köller] (1:02:33 - 1:02:38)

Und da interessiert mich immer so, würdest du sagen, die Leute sind nie auf Infusion umgeschränkt?

 

[Nils Behrens] (1:02:40 - 1:02:41)

Die kamen alle von Infusion.

 

[Jonas Köller] (1:02:41 - 1:02:43)

Ach, die kamen von Infusion und haben wollten, ah, okay.

 

[Nils Behrens] (1:02:43 - 1:02:47)

Die kamen von Infusion und haben gesagt, sie müssen das in einer Regelmäßigkeit immer wiederholen.

 

[Jonas Köller] (1:02:47 - 1:02:50)

Ah, ja, verstehe. Deswegen wollten die quasi was Dauerhaftes nehmen.

 

[Nils Behrens] (1:02:50 - 1:02:55)

Und die wollten dauerhaft von den Infusionen weg. Und die sind sozusagen dauerhaft von den Infusionen weg, ja.

 

[Jonas Köller] (1:02:55 - 1:03:49)

Interessanter Punkt, weil es gibt ja immer diese beiden, es gibt dieses eine Lager, dass irgendwie gar nicht mit Tabletten klarkommt. Da sag ich, ich will irgendwie nur mein Eisen hochhaben. Und das kriegt dann einmal Infusion und denkt, das ist das Allheilmittel.

 

Und dann kommt man von da halt zu dem Punkt, wo du jetzt gerade bist. Naja, Allheilmittel halt temporär. Weil der Eisen fällt leider wieder.

 

Weil leider, leider haben wir ja auch einen Eisenmangel begründet. Also wir haben ja nicht einen Eisenmangel, weil der Körper sich denkt, oh, jetzt nehm ich mal weniger auf oder so. Sondern das heißt, das ist auch immer nur irgendwie Symptombekämpfung.

 

Und leider ist Eisenmangel oft Symptombekämpfung. Nur Ursachenbekämpfung gibt es halt quasi gar nicht. Es sei denn, ihr habt irgendwie innerlich eine Blutung, die nicht gestillt wird.

 

Aber das haben ja die wenigsten. Beispiel Menstruation einmal im Monat. Ist jetzt schwierig, das zu umgehen.

 

Natürlich kann ich es irgendwie mit Hormonpräparat machen. Aber es ist irgendwie Symptomtherapie. Und das ist, glaube ich, doch schöner, wenn auch was kommt, was man jeden Tag machen kann.

 

Und da ist dann die Mischung aus richtiger Eisenform, Lactoferin, Vitamin C, glaube ich, key.

 

[Nils Behrens] (1:03:49 - 1:04:36)

Genau. Vielleicht, aber nur, magst du kurz erzählen, was Lactoferin ist oder soll ich? Also Lactoferin erhöht einfach sozusagen die Speicherfähigkeit so.

 

Das heißt also quasi wie so eine externe Festplatte, die man halt dazusetzt. Und dadurch hat man eben halt die Möglichkeiten mehr, dass der Körper, man gibt dem Körper quasi mehr Möglichkeiten, dass er eben halt das Eisen auch wirklich speichern kann. Und das funktioniert eben halt bei vielen sehr gut.

 

Es ist ein relativ seltenes Supplement noch tatsächlich. Also wirklich, ich glaube, es sind in Deutschland gibt es, zumindest, als ich vor einem Jahr mal geschaut habe, gibt es sowieso nur zwei Anbieter, die Lactoferin in Deutschland anbieten. Und also es ist noch nicht so ein, sondern dafür, dass man sich überlegt, wie groß das Problem eigentlich ist, ein relativ noch seltener Problemlöser, muss man wirklich so sagen.

 

[Jonas Köller] (1:04:36 - 1:05:49)

Ja, ich überlege gerade auch mal, wo ich es im Portfolio kenne. Selten auf jeden Fall. Aber es gibt halt auch Daten.

 

Es gibt Daten, es gibt Lactoferin-Studien, wo würde ich sagen, dass es Sinn machen kann. Also hier seht ihr auch verschiedene, es gibt verschiedene Ansätze, einem Eisenmangel zu begegnen. Wichtig aber ist am Anfang halt richtig rauszufinden, dass es einen Mangel gibt und den auch richtig einzuordnen.

 

Das ist halt dieses, also A, Ferritin messen, nicht Eisen messen normalerweise und dann einordnen. Also es gibt noch mehrere. Ferritin müsste man mit CHP zusammen messen.

 

Dann macht eine Transferinsättigung und ein HB noch Sinn. Also es ist nicht nur Ferritin. Aber das Messen richtig einordnen und dann aber auch wieder messen.

 

Also das ist ja dieses so generell. Ja, messen, machen, messen. Das ist der schöne Punkt.

 

Messen, machen, messen. Es gilt für jeden Blutwert eigentlich, bis aufs LP(a), weil da idealerweise bleibt der Wert gleich und ihr müsst ihn nicht immer wieder messen. Aber auch Vitamin D, richtiger Punkt.

 

Irgendwie viele messen einmalig irgendwas und nehmen dann und messen aber nie wieder. Und auch da, ich kann ja ein Präparat nehmen und entweder nehme ich zu wenig oder nehme es falsch oder so. Und ich komme dadurch nicht auf den Wert, wo ich hin möchte.

 

Deswegen machen diese Remessungen Sinn. Gerade wenn ich was Neues umstelle oder anfange, würde ich im Abstand von drei Monaten beziehungsweise sechs Monaten noch mal neu messen immer.

 

[Nils Behrens] (1:05:50 - 1:05:56)

Jonas, ich komme zu meiner letzten Frage. Und auch wenn die wahrscheinlich die eine oder andere Wiederholung mit sich bringen, welchen Blutwert würdest du bei jeder Messung abfragen?

 

[Jonas Köller] (1:05:57 - 1:06:03)

Bei jeder Messung würde ich... Boah, das ist eine interessante Frage. Kommt aus Intervall an, würde ich sagen.

 

[Nils Behrens] (1:06:03 - 1:06:05)

Sagen wir mal, jetzt kommen wir wohl nicht durchdrehen. Zweimal im Jahr.

 

[Jonas Köller] (1:06:06 - 1:06:11)

Okay, zweimal im Jahr würde ich wahrscheinlich...

 

Boah, das ist schwierig.

 

[Nils Behrens] (1:06:11 - 1:06:16)

Okay, dann reduziere ich das auf fünf. Was, ist es einfacher?

 

[Jonas Köller] (1:06:16 - 1:06:17)

Meinst du fünf Werte?

 

[Nils Behrens] (1:06:17 - 1:06:17)

Fünf Werte.

 

[Jonas Köller] (1:06:18 - 1:06:28)

Okay, das ist relativ einfach.

 

Fünf Werte, die ich immer abfragen würde, wären, ich würde wissen wollen, wie verändern sich meine Blutfette. Oder zumindest rausfinden wollen, ob die konstant bleiben. Dann würde ich, wenn ich merke...

 

[Nils Behrens] (1:06:28 - 1:06:30)

Also dann wäre das der LDL-Wert.

 

[Jonas Köller] (1:06:30 - 1:06:54)

LDL, ApoB, die beiden auf jeden Fall. HB1C wäre dabei, HSCAP wäre dabei. Und dann, jetzt, der fünfte ist ein bisschen individuell.

 

Wenn ich es noch nicht habe, würde ich am Anfang einmal LP(a) machen. Den mache ich aber nur einmal. Den Platz haben wir jetzt frei.

 

Den Platz haben wir jetzt frei. Und dann wäre es wahrscheinlich, als Frau wäre es ein Ferritin. Weil da ist einfach der häufigste Energielosigkeitsmangel quasi.

 

Und als Mann wäre es ein Vitamin D. Also tatsächlich alles, über das wir heute geredet haben.

 

[Nils Behrens] (1:06:55 - 1:07:07)

Dann hat dieses Gespräch ja absolut Sinn gemacht. Jonas, vielen Dank. Wer noch mehr Aufklärung von dir möchte, der sollte dir unbedingt auf Instagram folgen.

 

jonesrulez ist der Account. Und ich glaube, es kommt auch bald ein neues Buch von dir, oder?

 

[Jonas Köller] (1:07:07 - 1:07:09)

Ja, eventuell auch passend zu diesem Thema hier.

 

[Nils Behrens] (1:07:10 - 1:07:12)

Ah, sehr gut. Ich sage auch nicht mehr, vielen Dank für das Gespräch.

 

[Jonas Köller] (1:07:12 - 1:07:13)

Sehr gerne.

 

[Nils Behrens] (1:07:16 - 1:07:18)

Hast du eigentlich ein Lieblingssupplement?

 

[Jonas Köller] (1:07:18 - 1:07:21)

Ja, tatsächlich eins, über das wir heute nicht geredet haben. Omega 3.

 

[Nils Behrens] (1:07:22 - 1:07:41)

Ja, Omega 3 finde ich auch wahnsinnig wichtig. Ich bin da, also ich würde sagen, ich erhöhe meinen Omega 3-Zufuhr fast monatlich so. Weil ich immer wieder überrascht bin, da sind wir wieder bei dem Thema Blutwerte.

 

Ich habe immer das Gefühl, ich nehme schon so viel. Und es ist trotzdem immer noch nicht so, dass ich sagen würde, ich bin da so richtig satt aufgestellt.

 

[Jonas Köller] (1:07:41 - 1:07:59)

Ja, ist, glaube ich, auch da, wäre so dieser eine Wert, den wir jetzt nicht genannt haben, aber auch Omega 3-Index, generell Omega 3-Messung, macht super Sinn. Hat so viele gesundheitliche Vorteile. Und die meisten, also ich wette, der größte von euch wird unter der Grenze sein, die es haben sollte.

 

Ist leider auch einer der teuersten Werte, den man bestimmen kann. 60 Euro zahlt man schon auf jeden Fall dafür.

 

[Nils Behrens] (1:08:00 - 1:08:00)

Ja.

 

[Jonas Köller] (1:08:00 - 1:08:01)

Macht aber Sinn.

 

[Nils Behrens] (1:08:01 - 1:08:09)

Ja, 50 bis 60 Euro. Ich glaube, ich habe 50 nur bezahlt. Da habe ich ein günstigeres Labor, aber ja, however.

 

Also auf jeden Fall, 50 bis 60 Euro, das ist serious money.

 

[Jonas Köller] (1:08:09 - 1:08:20)

Ja, und als Vergleich, so ein Blutbild kostet 2 Euro. Also das ist halt wirklich so dieses, das große Blutbild kriegt ihr für 2 bis 4 Euro, je nach Labor. Und Omega 3-Index kostet 60 Euro und lohnt sich aber trotzdem.

 

Und ihr habt nur einen einzigen Wert. Ja.

 

[Nils Behrens] (1:08:21 - 1:08:45)

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