

OPC und Resveratrol: Polyphenole aus der Traube
OPC und Resveratrol sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole. Beide kommen natürlicherweise in Weintrauben vor, sind chemisch jedoch nicht dasselbe: OPC steht für oligomere Proanthocyanidine, während Resveratrol zu den Stilbenen gehört.
Besonders bekannt sind OPC aus Traubenkernen. Resveratrol kommt ebenfalls in der Weintraube vor, findet sich aber auch in anderen Pflanzen. Doch was unterscheidet die beiden Polyphenole genau und was bedeuten Angaben wie Traubenkernextrakt, OPC-Gehalt oder trans-Resveratrol auf Nahrungsergänzungsmitteln?




Was sind Polyphenole?
Polyphenole sind eine große Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe. Sie kommen natürlicherweise in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor und erfüllen in der Pflanze unterschiedliche Aufgaben. Sekundäre Pflanzenstoffe können beispielsweise an der Farbgebung beteiligt sein oder der Pflanze als Abwehrstoffe gegenüber äußeren Einflüssen dienen.
Polyphenole umfassen verschiedene chemische Stoffgruppen. Dazu gehören auch die für diesen Artikel relevanten Proanthocyanidine und Stilbene: OPC bezeichnet oligomere Proanthocyanidine, während Resveratrol ein Vertreter der Stilbene ist.
Kurz erklärt:
- Polyphenole: Obergruppe sekundärer Pflanzenstoffe
- OPC: oligomere Proanthocyanidine
- Resveratrol: Polyphenol aus der Gruppe der Stilbene
- Weintraube: natürliche Quelle verschiedener Polyphenole, darunter Proanthocyanidine und Resveratrol
Was ist OPC?
OPC steht für oligomere Proanthocyanidine. Dabei handelt es sich um Polyphenole aus der Gruppe der Flavonoide, die aus mehreren miteinander verbundenen Flavan-3-ol-Einheiten aufgebaut sind. Zu ihren wichtigsten Bausteinen gehören Catechin und Epicatechin.
Wie viele Einheiten noch als „oligomer“ beziehungsweise als OPC bezeichnet werden, ist nicht einheitlich definiert. Je nach Definition werden beispielsweise Di- bis Tetramere oder Di- bis Pentamere zu den OPC gezählt. Bei einer weiter gefassten Definition können auch größere Proanthocyanidine einbezogen werden, während Monomere nicht als OPC gelten.
Wo kommt OPC natürlich vor?
Proanthocyanidine kommen in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Zu den natürlichen Quellen gehören unter anderem Weintrauben, Äpfel, Beeren, Kakao, Tee und Zimt.
Besonders reich an Proanthocyanidinen sind die Kerne der Weintraube. Sie enthalten verschiedene Flavan-3-ole sowie oligomere und polymere Proanthocyanidine. Deshalb werden Traubenkerne häufig als Ausgangsstoff für OPC-haltige Pflanzenextrakte verwendet.
Ist OPC dasselbe wie Traubenkernextrakt?
Nein, OPC und Traubenkernextrakt sind nicht dasselbe. Traubenkernextrakt bezeichnet den gesamten Extrakt aus den Kernen der Weintraube. Dieser enthält verschiedene Pflanzenstoffe, darunter Flavan-3-ole sowie oligomere und polymere Proanthocyanidine. OPC bezeichnet dagegen nicht den gesamten Extrakt, sondern bestimmte darin enthaltene Proanthocyanidine.
Deshalb sagen die Menge eines Traubenkernextrakts und sein OPC-Gehalt nicht dasselbe aus. Auch der Gesamtpolyphenolgehalt lässt sich nicht mit dem OPC-Gehalt gleichsetzen, da er verschiedene polyphenolische Verbindungen des Extrakts umfasst.
Was bedeuten die Angaben auf einem OPC-Produkt?
Ein Blick auf die Zusammensetzung hilft, die unterschiedlichen Angaben einzuordnen. Das OPC 300 von Sunday Natural enthält pro Kapsel 400 mg Traubenkernextrakt aus französischen Chardonnay-Traubenkernen. Davon werden 300 mg als OPC ohne Monomere angegeben; 50 mg entfallen auf Di- bis Pentamere.
Der Traubenkernextrakt weist außerdem einen Gesamtpolyphenolgehalt von mindestens 95 % auf. Dieser Wert beschreibt jedoch nicht ausschließlich OPC. Um die Zusammensetzung genauer zu bestimmen, wurde der Extrakt mittels HPLC untersucht und nach unterschiedlichen Proanthocyanidin-Größen aufgeschlüsselt.
Das Beispiel zeigt: Traubenkernextrakt, Gesamtpolyphenole und OPC beschreiben unterschiedliche Ebenen eines Extrakts und sollten bei der Beurteilung nicht gleichgesetzt werden.
OPC 300 Traubenkernextrakt
OPC | 300mg OPC
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Was ist Resveratrol?
Resveratrol ist ein Polyphenol aus der Gruppe der Stilbene. Anders als OPC besteht Resveratrol nicht aus mehreren miteinander verbundenen Flavan-3-ol-Einheiten, sondern ist ein einzelnes, niedermolekulares Molekül.
Resveratrol kommt natürlicherweise in verschiedenen Pflanzen vor. Zu den bekannten Quellen gehören Weintrauben, Beeren, Erdnüsse und der Japanische Staudenknöterich. In der Weintraube findet sich Resveratrol vor allem in der Schale. In der Pflanze gehört Resveratrol zu den sogenannten Phytoalexinen. Das sind Stoffe, die im Rahmen der pflanzlichen Abwehr gebildet werden.
Was bedeutet trans-Resveratrol?
Resveratrol kann als cis- oder trans-Resveratrol vorliegen. Dabei handelt es sich um zwei geometrische Formen desselben Moleküls, die sich in der räumlichen Anordnung ihrer Struktur unterscheiden.
In Nahrungsergänzungsmitteln wird häufig gezielt trans-Resveratrol eingesetzt. Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Lichteinwirkung, kann sich trans-Resveratrol teilweise in die cis-Form umwandeln. Auch Temperatur und pH beeinflussen die Stabilität.
Ein Beispiel ist das Resveratrol von Sunday Natural mit 500 mg trans-Resveratrol pro Kapsel und einem trans-Resveratrol-Anteil von über 98 %. Der verwendete Markenrohstoff Veri-te™ wird durch Fermentation hergestellt. Das zeigt zugleich einen wichtigen Unterschied zwischen natürlichem Vorkommen und Produktrohstoff: Obwohl Resveratrol natürlicherweise in Trauben vorkommt, muss das Resveratrol eines Nahrungsergänzungsmittels nicht aus Trauben gewonnen werden.
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Was ist der Unterschied zwischen OPC und Resveratrol?
OPC und Resveratrol gehören beide zu den Polyphenolen, sind chemisch aber unterschiedliche Verbindungen. OPC bezeichnet oligomere Proanthocyanidine aus mehreren Flavan-3-ol-Einheiten. Resveratrol ist dagegen ein einzelnes Molekül aus der Gruppe der Stilbene.
Auch innerhalb der Weintraube unterscheiden sich die typischen Vorkommen: Proanthocyanidine sind besonders in den Traubenkernen enthalten, während Resveratrol vor allem mit der Traubenschale in Verbindung gebracht wird.
| Merkmal | OPC | Resveratrol |
| Stoffgruppe | Proanthocyanidine (Flavonoide) | Stilbene |
| Struktur | Oligomere aus mehreren Flavan-3-ol-Einheiten | einzelnes niedermolekulares Molekül |
| Typische Bausteine/ Form | z. B. Catechin und Epicatechin | cis- und trans-Resveratrol |
| Vorkommen in der Traube | besonders Traubenkerne | vor allem Traubenschale |
| Typischer Produktbezug | Traubenkernextrakt | häufig trans-Resveratrol |
Damit gilt: OPC und Resveratrol lassen sich nicht gleichsetzen, auch wenn beide zu den Polyphenolen gehören und natürlicherweise in der Weintraube vorkommen. Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer chemischen Struktur als auch in ihrer Einordnung innerhalb der Polyphenole.
Was weiß die Forschung über OPC und Resveratrol?
OPC und Resveratrol sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei werden unterschiedliche biologische Mechanismen sowie mögliche Zusammenhänge mit der menschlichen Gesundheit erforscht. Die Studien reichen von Labor- und Tiermodellen bis hin zu Untersuchungen am Menschen.
Wie belastbar die Ergebnisse sind, hängt jedoch stark vom Studiendesign, der eingesetzten Verbindung, der Dosierung und der untersuchten Personengruppe ab. Ergebnisse aus Zell- oder Tierstudien lassen sich zudem nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen. Auch bei Resveratrol zeigen systematische Auswertungen, dass trotz zahlreicher klinischer Studien weitere hochwertige Untersuchungen notwendig sind, um eindeutige Schlussfolgerungen zu einzelnen gesundheitlichen Effekten zu ziehen.
Wer tiefer in die Forschung rund um Resveratrol einsteigen möchte, findet in unserer HEALTHWISE-Podcastfolge mit Dr. Marcia da Silva Pinto weitere Hintergründe. Die promovierte Pharmazeutin und Ernährungswissenschaftlerin spricht darin unter anderem über die biochemischen Eigenschaften von Resveratrol, seine Verstoffwechselung, die Rolle des Darm-Mikrobioms sowie den aktuellen Stand der Forschung.


