

Identität & Neuanfang: Arne Friedrich über den Wandel
Ein Neuanfang kommt selten freiwillig. Oft entsteht er durch Verletzungen, Verluste, Brüche oder Krisen, die uns zwingen, unser Selbstbild zu hinterfragen. In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit dem ehemaligen Fußballprofi, Stiftungsgründer und Podcaster Arne Friedrich über Identität im Wandel, das Ende großer Lebensabschnitte – und darüber, wie Neugier und Leidenschaft helfen können, neue Wege zu gehen.
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“Athletes die twice“: Der erste Tod des Profisportlers
Friedrich zitiert im Gespräch den ehemaligen Profi-Basketballer Steve Nash: „Athlets die twice“ (de: Sportler sterben zweimal). Gemeint ist nicht nur der physische Tod. Der erste „Tod“ ist das Ende der Profikarriere – ein radikaler Identitätswechsel. Für Friedrich war dieser Übergang mit körperlichen Schmerzen, emotionaler Leere und Orientierungslosigkeit verbunden.
„Ich habe mein Leben lang das gemacht, was ich am besten konnte, wofür ich Anerkennung bekommen habe – und dann war es von heute auf morgen vorbei.“
Der Verlust der Rolle zwingt zur Neuorientierung. Eine Antwort darauf gibt es nicht sofort – Identität ist ein Prozess.
Um diese Phase zu überwinden, empfiehlt Arne, die eigene Komfortzone bewusst zu verlassen. Er selbst reiste nach seinem Karriereende allein mit dem Rucksack durch Guatemala und Mexiko, übernachtete in Hostels und bestieg einen Vulkan.
Work in Progress: Identität im Wandel
Arne Friedrich beschreibt Identität nicht als etwas Starres, das einmal feststeht – sondern als etwas, das sich mit den Lebensphasen verändert. Besonders deutlich wird das, wenn eine Rolle wegfällt, die jahrelang Sicherheit, Struktur und Anerkennung gegeben hat. Er betont, dass dieses „Neu-Finden“ kein einmaliger Moment ist. Auch Jahre später empfindet er sich nicht als endgültig „angekommen“, sondern als "work in progress".
Statt schnell eine neue Schublade zu suchen, geht es für ihn darum, die richtigen Fragen überhaupt erst zuzulassen – auch wenn sie unangenehm sind. Denn häufig hängen Selbstwert und Selbstbild stärker an Leistung und Außenwirkung, als uns bewusst ist.
Fragen, die in Übergangsphasen helfen können:
- Wer bin ich ohne das, was ich tue?
- Wenn ich das alles nicht machen würde: Wer bin ich dann – und bin ich dann glücklich?
- Was sage ich auf „Was machst du?“ – und was bleibt dahinter?
Diese Offenheit braucht Geduld. Und sie verlangt die Bereitschaft, Unsicherheit nicht sofort wegzumachen – sondern als Teil von Veränderung auszuhalten.
Routinen & Tracking: Balance statt Selbstoptimierung
Arne Friedrich beschreibt einen bewussten Wandel im Umgang mit Routinen und Selbstoptimierung. Eine Zeit lang habe er stark auf feste Abläufe, Selbstbeobachtung und Selbstoptimierung gesetzt, um besser zu verstehen, wie sein Körper auf unterschiedliche Gewohnheiten reagiert. Dieser Prozess habe ihm geholfen, Zusammenhänge wahrzunehmen und sensibler für eigene Bedürfnisse zu werden.
Gleichzeitig wurde ihm klar, dass Routinen nicht automatisch zu mehr Wohlbefinden führen. Sobald Kontrolle zum Selbstzweck wird, kann sie belasten. Entscheidend sei deshalb nicht, möglichst viel zu messen oder zu optimieren, sondern rechtzeitig wieder loszulassen – und dem eigenen Körper zu vertrauen.
Friedrich beschreibt diesen Lernprozess als bewusstes Ausbalancieren zwischen Struktur und Freiheit:
- den eigenen Körper aufmerksam beobachten
- verschiedene Gewohnheiten ausprobieren
- Routinen hinterfragen und anpassen
- loslassen, wenn Kontrolle Druck erzeugt
Gesundheit entsteht für ihn nicht durch Perfektion oder starre Regeln, sondern durch Balance, Selbstwahrnehmung und einen flexiblen Umgang mit sich selbst.
Checkliste: 3 Schritte für einen Neuanfang
Ein Neuanfang entsteht selten über Nacht. Arne Friedrich macht im Gespräch deutlich: Orientierung wächst eher aus kleinen, ehrlichen Schritten als aus dem perfekten Plan. Wenn du gerade in einer Phase der Neuorientierung steckst, können diese drei Prinzipien als roter Faden dienen:
- Trauer zulassen: Nimm ernst, dass ein Lebensabschnitt vorbei ist. Abschied und Akzeptanz schaffen erst den Raum, damit etwas Neues entstehen kann.
- In Beziehungen investieren: Gute Freundschaften sind ein Auffangnetz – gerade dann, wenn Rollen, Job oder Identität wanken.
- Neugier bewahren: Bleib offen für Neues („Stay hungry“) und probiere Dinge aus, die sich für dich stimmig anfühlen – statt nur Erwartungen anderer zu erfüllen.
Take Aways
- Neuanfänge entstehen oft aus Brüchen: Verletzungen, Verluste oder das Ende eines Lebensabschnitts können Auslöser sein, die eigene Identität neu zu hinterfragen.
- Identität ist kein fixer Zustand: Arne Friedrich versteht sie als Work in Progress – sie verändert sich mit Rollen, Erfahrungen und Lebensphasen.
- Das Ende einer Rolle braucht Zeit: Abschied und Trauer gehören zum Prozess, bevor Neues entstehen kann.
- Selbstwert ist häufig an Leistung geknüpft: Übergangsphasen machen sichtbar, wie stark Anerkennung und Tun das eigene Selbstbild prägen.
- Neugier öffnet neue Wege: Offenheit für neue Erfahrungen kann helfen, Orientierung jenseits alter Muster zu finden.
- Routinen dürfen unterstützen – nicht dominieren: Struktur kann hilfreich sein, verliert aber ihren Wert, wenn Kontrolle zur Belastung wird.
- Balance statt Perfektion: Ein flexibler Umgang mit sich selbst ist wichtiger als starre Regeln oder dauerhafte Selbstoptimierung.
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Arne Friedrich war viele Jahre Profifußballer, Nationalspieler und Kapitän von Hertha BSC. Nach einem Bandscheibenvorfall musste er seine Karriere beenden – ein Einschnitt, der ihn mit einer zentralen Frage konfrontierte: Wer bin ich ohne Fußball?
Heute engagiert er sich mit der Arne-Friedrich-Stiftung, moderiert den Podcast "From Done To Dare" und setzt sich mit Themen wie Identität, Sinn, gesellschaftlicher Verantwortung und persönlichem Wandel auseinander.
Mehr über Arne Friedrich: https://www.arnefriedrich.de/
168 Identität, Wandel & Neuanfang. Mit Arne Friedrich
[Arne Friedrich] (0:00 - 0:27)
Ich bin fest davon überzeugt, wenn man seine Leidenschaft gefunden hat, lebt man seinen Purpose, weil dadurch kann man auch Menschen helfen, egal, man muss ja nicht immer eine Stiftung haben. Wenn ich jetzt zum Beispiel leidenschaftlich gerne putze und ich habe richtig Leidenschaft an dieser Nummer, die Menschen drumherum, denen ich dann sozusagen diene oder für die ich arbeite, die haben auch einen Benefit. Wie schön ist es, wenn man Menschen sieht, in Hotels ist und dann ist da eine männliche oder eine weibliche Putzkraft und diese Person hat einfach Leidenschaft und lächelt, wie schön, das gibt mir in dem Moment ein tolles Gefühl.
[Nils Behrens] (0:27 - 1:21)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Identität ist etwas, das wir oft als selbstverständlich hinnehmen, bis ein Bruch, ein Verlust oder eine Krise uns zwingen, sie neu zu definieren. Sich neu zu erfinden ist kein einfacher Prozess, aber vielleicht einer der wichtigsten für ein erfülltes Leben.
Arne Friedrich ist ein ehemaliger Fußballprofi, 82-facher Nationalspieler und langjähriger Kapitän von Hertha BSC. Nach einem Bandscheibenvorfall musste er 2014 seine Karriere beenden. Ein Moment, der für ihn zu einer Frage führte.
Wer bin ich ohne Fußball? Heute ist er Podcaster, Stiftungsgründer und Impulsgeber, der mit "From Done To Dare" menscheninspirierte Wandel als Chance zu begreifen. Deswegen sage ich herzlich willkommen Arne Friedrich.
[Arne Friedrich] (1:21 - 1:22)
Herzlich willkommen, vielen Dank, dass ich hier sein darf.
[Nils Behrens] (1:23 - 1:28)
Lieber Arne, wie gesund war dein letzter Sonntag, an dem du weder Fußballer noch Podcaster warst?
[Arne Friedrich] (1:30 - 1:32)
Sonntag war gestern, oder?
[Nils Behrens] (1:32 - 1:32)
Vorgestern.
[Arne Friedrich] (1:33 - 1:38)
Vorgestern, da siehst du mal, wie die Zeit rennt.
Was habe ich gemacht am Sonntag? Ich gehe morgens, wenn ich Zeit habe, in die Kirche.
[Nils Behrens] (1:38 - 1:39)
Wirklich?
[Arne Friedrich] (1:39 - 1:39)
Ja.
[Nils Behrens] (1:40 - 1:41)
Tatsächlich? Katholisch oder Evangelisch?
[Arne Friedrich] (1:41 - 2:01)
Evangelisch. Es ist ja eine Freikirche hier in Berlin. Da war ich um zwölf.
Vorher habe ich entspannt. Ich glaube, ich habe sogar Sport gemacht. Bei mir ist es immer so, die Tage fliegen.
Deswegen muss ich kurz überlegen, was ich gemacht habe. Aber die Sonntage versuche ich schon eher so ein bisschen entspannter anzugehen. Und ansonsten glaube ich nichts Besonderes gemacht.
[Nils Behrens] (2:01 - 2:21)
Okay, sehr spannend. Aber mit der Kirche finde ich interessant, weil ich habe das wirklich in der Zeit, als meine Tochter noch kleiner war, also insbesondere im Konfirmationsunterricht, fand ich es ganz lustig, ab und zu Sonntags mit ihr in die Kirche zu gehen. Das ist lustig.
Das ist ein interessanter Start in den Sonntag, muss ich wirklich sagen. Wie lange machst du das schon?
[Arne Friedrich] (2:21 - 3:07)
Auch schon ganz viele Jahre. Ich glaube, los ging es in der Zeit bei mir in Amerika. 2012/2013 war ich in Amerika.
Ich habe dort Fußball gespielt für Chicago Fire. Chicago ist übrigens eine sehr geile Stadt. Und da bin ich dann so richtig in diese Freikirche reingekommen.
Für mich ist immer das Thema, heute wird viel über Religion gesprochen, über Ideologien etc. Für mich ist der Glaube im Mittelpunkt und nicht irgendwelche Ideologien. Das ist immer ein schwieriges Thema für mich.
Aber für mich ist das etwas, das mir sehr viel bringt. Ich gehe da sehr, sehr gerne hin und jetzt eigentlich auch schon seit ein paar Jahren hier in Berlin. Ich habe hier eine Gemeinde gefunden.
Und wie gesagt, wenn ich Zeit habe und nicht unterwegs bin, dann bin ich sehr, sehr gerne dort. Das ist ein englischsprachiger Gottesdienst und gefällt mir sehr gut.
[Nils Behrens] (3:08 - 3:42)
Das ist ja wirklich sehr interessant, weil, also zwei Sachen dazu. Die Sache Nummer eins ist, dass wenn du dir diese Blue Zones anschaust, die Regionen der Welt, wo die Leute immer überproportional alt werden, dass die ja alle einen sehr starken Glauben haben. Nicht alle denselben, aber die sind alle eben halt in so einer Art, die haben so einen Tribe gefunden, so eine religiöse Zugehörigkeit, sage ich mal so, was diese auch verbindet.
Was man ja wederum dann auch sieht, dass die Menschen, die eben halt insgesamt eine Art von sozialen Netzwerk zugehörig haben, dass das eben halt etwas ist, was einen länger besser gesund halten lässt.
[Arne Friedrich] (3:42 - 4:23)
Ich glaube gerade die zwischenmenschlichen Kontakte sind wichtig. Ich habe es auch gesehen, es gab immer so eine Dokumentation auf Netflix, glaube ich. War total interessant und diese unterschiedlichen Regionen, die es auf der Welt gibt, diese sogenannten Blue Zones, die hatten eigentlich alle irgendwie so in common, dass zwischenmenschliche Kontakte gepflegt wurden, auch beim Essen zum Beispiel.
Hier in unserer Kultur oder hier in Deutschland würde ich mal sagen, mir geht es zumindest so oftmals, erwische mich dann auch dabei, dass ich irgendwie Lunch relativ schnell mal reinschaufle, ohne irgendwie Gesellschaft zu haben. Das würde dann eher so abends mal stattfinden. Aber das ist, glaube ich, auch nicht ganz unwichtig, dass man sich unterhält, dass man sich die Zeit nicht immer so in dieser Eile isst.
Und das fand ich echt spannend.
[Nils Behrens] (4:24 - 4:53)
Ja, aber es ist tatsächlich so, ich hatte mal den Professor Michalsen hier, diesen Fastenpapst oder Ernährungsexperten, und der hat ja auch tatsächlich gesagt, was das mit unserem Verdauungssystem auch macht, wenn wir entspannt essen. Das heißt, wir verdauen auch viel besser, nehmen die Mikronährstoffe viel besser auf. Also von daher hat er damals den Tipp gegeben, fand ich ganz interessant, sich vorher die Ohrläppchen zu massieren, bevor man es isst, weil es dadurch den Vargusnerv aktiviert und man dadurch dann noch besser die Mikronährstoffe aufnimmt.
[Arne Friedrich] (4:53 - 4:56)
Am besten ist, wenn jemand einem das Ohrläppchen massiert, ne?
[Nils Behrens] (4:56 - 5:04)
Ich würde auch sagen, das, wobei ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob das wiederum dann wirklich in den Entspannungsmodus gehen würde. Je nachdem.
[Arne Friedrich] (5:04 - 5:04)
Eventuell.
[Nils Behrens] (5:04 - 5:47)
Je nachdem. Ich möchte mit dir über das Thema neu anfangen. Und ich mache das interessanterweise, wir sind nicht so wie sonst andere Podcasts, wir nehmen erstmal das ganze Leben von einem jemandem durchkauen und dann erst zum Punkt kommen.
Aber bei dir gehört das Thema Neuanfang natürlich automatisch mit zu deinen verschiedenen Stufen in deinem Leben. Und ich möchte mit etwas einsteigen, was ich ganz interessant fand in deinem Podcast. Da hast du das Thema ja mal selbst auch sehr stark thematisiert.
Du warst Kapitän bei Hertha BSC und dann, als dein Verein abgestiegen ist, hast du dich entschieden, zu Wolfsburg zu wechseln. Und da gab es eben halt viele Fans, die dir das sehr übel genommen haben. Plötzlich warst du nicht mehr der Liebling, sondern eben halt wirklich der Verräter.
Was hat das mit dir gemacht?
[Arne Friedrich] (5:47 - 5:56)
Das ist so lange her. Ich versuche mich da nochmal hineinzuversetzen, weil auch dieses ganze Fußballgeschäft ist für mich alles gefühlt eine Ewigkeit her.
[Nils Behrens] (5:56 - 5:57)
Ein anderes Leben.
[Arne Friedrich] (5:57 - 6:41)
Ein komplett anderes Leben. Ich schaue fast gar kein Fußball mehr, muss ich dazu sagen, bin da irgendwie komplett raus. Aber wenn ich mal so zurückdenke, das war natürlich nicht einfach, ne?
Wenn ich acht Jahre für Hertha gespielt habe und dann den Verein aus meinen Gründen, auch aus, wie ich finde, verständlichen Gründen, verlasse nach dieser langen Zeit und dann diese Kritik so abbekomme, ja, in dem Moment war es nicht so angenehm. Heute gucke ich da ganz anders drauf zurück. Ich denke, dass man immer alle Seiten verstehen muss.
Ich habe eine Entscheidung getroffen und ich glaube, das ist dann am Ende auch mein Leben. Ich muss entscheiden, was in meinem Leben passiert. Das, was ich zumindest kontrollieren kann und ich habe diese Entscheidung getroffen und so ist es halt.
[Nils Behrens] (6:41 - 7:36)
Ja, ich habe das damals, oder mal andersrum gesagt, auch wieder bei einer Netflix-Doku, dieses Leben von David Beckham gesehen. Und da gibt es ja diese eine Geschichte mit der Weltmeisterschaft, wo er dann sozusagen die rote Karte, provoziert ist das das falsche Wort, aber bekommen hat. Und daraufhin dann eben halt auch die Mannschaft aus der WM geflogen ist und er war dann ja auf einmal so wirklich die Hassperson der ganzen Nationen.
Jetzt ist es bei dir nicht so, dass dich die ganze Nation gehasst hat, aber letztendlich war ja Berlin deine Heimat da. Und von daher ist es natürlich schon, kann ich mir vorstellen, dass es vielleicht auch mal die ein oder andere Konfrontation vielleicht gab oder vielleicht auch mal so Situationen gab, wo dann eben halt dich Leute dann eben darauf angesprochen haben und deine Gründe nicht nachvollziehen konnte. Also hast du das Gefühl, jetzt sagst du, es kommt dir vor wie ein letztes Leben, aber hat es trotzdem Spuren bei dir hinterlassen?
[Arne Friedrich] (7:36 - 8:42)
In der Zeit mit Sicherheit, da habe ich schon auch natürlich darüber nachgedacht, beziehungsweise es ist nie schön, wenn man kritisiert wird. Aber ich muss dazu sagen, es ist nie in Person passiert, sondern alles, wenn medial oder online. Und ich meine, das ist eh so ein Thema heutzutage, Digital Detox, wie sehr sind wir verbandelt mit diesen ganzen sozialen Netzwerken, wie viel lesen wir, wie wichtig sind uns Likes, Dopaminausstoß, was passiert, wenn man kritisiert wird.
Das ist ja schon echt ein eigenes Feld für sich, ein sehr gefährliches, wie ich finde. Ich finde grundsätzlich, die sozialen Netzwerke und die Digitalisierung kann auch was sehr Positives sein und hat auch viele Vorteile, aber es kann eben auch Nachteile mit sich ziehen. Und zu meiner Zeit bin ich ganz froh, da gab es diesen ganzen Instagram-Kram noch nicht so sehr, das ging gerade erst so los.
Es war eher so medial und in Person hat mich das eigentlich nie so richtig getroffen. Und ich bin dann auch in Wolfsburg gewesen und hatte dann auch diese anderthalb Jahre, die ich dann dort vor Ort war, also in Wolfsburg, bis ich dann wieder verletzt war und dann meine Karriere hier in Deutschland beendet habe. Und dann bin ich nach Amerika, also dann ist ein bisschen Zeit ins Land gestrichen und ein bisschen Gras drüber gewachsen und dann war das dann auch alles wieder okay.
[Nils Behrens] (8:43 - 9:51)
Ja, gut, du bist dann natürlich auch weiter im Profisport geblieben. Von daher ist es natürlich auch etwas, was, ich sage jetzt mal, dich nicht ganz so hat fallen lassen oder irgendwie sowas. Ich will dir ein ganz anderes, viel trivialeres Beispiel geben.
Aber ich war mal bei einer Firma, wo ich dann eben einen größeren Werbeetat als Marketing-Director verantwortet habe. Und dann bin ich damals dann zum Lanserhof gewechselt, hatte dann auf einmal dann, das war damals noch eine No-Name-Brand. Es ist ja immer noch für die große Allgemeinheit, aber zumindest für die Verlage haben die alle noch nie was daran gehört und wussten, da gibt es jetzt kein Werbegeld mehr zu holen.
Und es war dann wirklich so, dass ich auf ganz viele Veranstaltungen schon eingeladen war, Safe the Date bekommen habe und keine Ahnung was. Und auf einmal, im Extremfall war ich sogar auch einmal ausgeladen und in den anderen Fällen kam dann nach Safety-Date nie wieder die Einladung. Und das ist dann schon interessant, wo du dann merkst, dass Menschen zu deiner Visitenkarte nett sind, aber eigentlich nicht zu dir selbst.
Und das ist etwas, was bei dir ja auch war. Es hat ja in dem Sinne eine Identitätsverschiebung sozusagen für dich als Profisportler dann gegeben.
[Arne Friedrich] (9:52 - 10:49)
Ja, das ist auch der Grund oder einer der Gründe, warum ich meinen Podcast damals ins Leben gerufen habe. Das ging eigentlich los, das war glaube ich noch zu Amerika-Zeiten. Ich habe eine Zeit lang in L.A. eine Wohnung gehabt und dort auch gut Zeit verbracht, gerade im Winter, wenn es hier halt nicht so toll ist vom Wetter her. Und habe dann Steve Nash kennengelernt, den ehemaligen Basketball-Profi, mit dem habe ich regelmäßig Fußball gespielt. Ist übrigens ein sehr, sehr guter Fußballer, ein ganz, ganz feiner, toller Mensch. Und den habe ich mal zum Kaffee, oder ich habe den gebeten mal mit mir einen Kaffee zu trinken nach so einer Fußball-Session.
Und wollte ihn einfach mal fragen, wie er so für sich dieses Karriereende verarbeitet hat. Er ist ein bisschen älter, hatte das vor mir sozusagen schon einmal durch. Und er hatte dann zu mir irgendwann mal gesagt, Athlets die twice.
Also dieses, okay, du stirbst zweimal als Athlet, einmal den physischen Tod, aber auch diesen Tod als Profisportler, wenn die Karriere zu Ende ist. Dieser Identitätswechsel. Und das finde ich ist unfassbar richtig, was er sagt, denn das war bei mir genauso.
[Nils Behrens] (10:49 - 10:50)
Was ist der erste Tod?
[Arne Friedrich] (10:50 - 12:39)
Also der zweite Tod ist der physische Tod. Und der erste Tod ist sozusagen als Profisportler.
Und das ist ja nicht nur bei Fußballern so. Meine Freundin ist Tänzerin und da haben wir jetzt auch schon häufiger darüber gesprochen, was passiert, wenn jetzt sozusagen die Zeit des Tanzens oder des Fußballspielens oder was auch immer man macht beruflich, wenn die zu Ende geht und wenn man vom Körperlichen angewiesen ist oder auf das Körperliche angewiesen ist. Und das ist schon was extrem Schwieriges, weil in meinem Fall, ich habe mein Leben lang Fußball gespielt.
Ich habe mein Leben lang das gemacht, was ich am liebsten getan habe, was ich am besten konnte, würde ich sagen. Und wo ich am meisten Anerkennung für bekommen habe und noch zudem Geld verdient habe. So, dann ist von heute auf morgen das Thema durch.
Und ich glaube schon, dass man sich so gut es geht darauf vorbereiten kann. Aber irgendwie, wenn es dann passiert, dann dauert es eine gewisse Zeit, bis man so wieder seinen Sweetspot gefunden hat. Und es war bei mir in der Tat auch so.
Bei mir ist es ein bisschen einfacher gewesen, weil ich wieder schwer verletzt war. Ich hatte erneut einen Bandscheibenvorfall und in dieser Zeit ging eigentlich gar nichts mehr bei mir. Ich konnte nicht mehr auf dem Stuhl sitzen.
Ich hatte so Schmerzen und ich wollte einfach nur noch schmerzfrei wieder leben können. Also das war jetzt erstmal so ein halbes Jahr körperlich, aber dann auch seelischer Schmerz. Und dann habe ich mich langsam wieder herausgearbeitet.
Und das war auch damals die Grundlage für meinen Podcast etwas später, weil mich dieses Thema so interessiert hat. Wer bin ich eigentlich ohne das, was ich tue? Also wer bin ich?
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, finde ich. Und ich stelle die Frage auch häufiger meinen Gästen im Podcast. Und die Reaktion ist dann auch immer ganz interessant.
Und dann sagen ganz viele auch immer, oh, gute Frage. Habe ich noch gar nicht so richtig darüber nachgedacht. Und ich glaube, es ist auch ein Prozess.
Das ist etwas, das ein bisschen dauert, wenn man sich damit mal beschäftigt. Ich muss auch dazu sagen, nicht jeder hat die Zeit, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Das muss ich fairerweise auch sagen.
Wenn Menschen von morgens bis abends arbeiten, dann noch eine Familie haben, dann abends ins Bett fallen irgendwann, dann glaube ich schon, dass da wenig Zeit dafür ist. Da müsste man schon sehr, sehr viel Disziplin aufbringen, denke ich mal.
[Nils Behrens] (12:39 - 13:26)
Ja, wobei ich muss sagen, man kann die Frage ja auch ein bisschen weiter nach unten leveln, sage ich mal so. In deinem Fall ist es natürlich eine öffentliche Rolle, die du da hattest. Aber ich war jetzt gerade auf so einem Soul-Festival, wie er sich das nennt.
Und da gibt es so Leute, das ist so eine Art Workout-Class, die aber auch so meditative Aspekte drin hat. Und der hatte eine Frage gestellt, über die ich immer noch ein bisschen nachdenke. Der hat dann einfach gesagt, wenn du dich jetzt abends in einer Bar jemandem vorstellst, was sagst du denn da eigentlich?
Und ich finde eigentlich, ich mag grundsätzlich bei diesen Veranstaltungen, Smalltalk-Themen, dieses und was machst du eigentlich immer, dieses berufliche Thema. Ich versuche das so weit wie möglich zu vermeiden, weil ich es immer so, Karl Lagerfeld würde sagen, gewöhnlich ist.
[Arne Friedrich] (13:26 - 13:28)
Aber was willst du sagen? Wenn ich dich frage, was willst du sagen?
[Nils Behrens] (13:28 - 14:27)
Naja, und das ist eben tatsächlich etwas, was ich auf der anderen Seite dann doch ein Stück weit wiederum mich mit in meinen Beruf bringt, aber ein bisschen anders. Das heißt also, mein Titel hier ist Chief Brand Officer. Das heißt, das ist ja eine Marketingrolle.
Und ich glaube schon, dass diese Themen, mit denen ich mich jetzt die letzten fünf Jahre, eigentlich schon fast die nächsten 14 Jahre beschäftige, die Gesundheitsthemen, schon etwas ist, was bei mir so eine wirkliche Leidenschaft ausgelöst hat. Das heißt also, ich würde, auch wenn dieses Wort Longevity langsam so ein bisschen in Ungnade fällt, aber ich würde schon sagen, dass ich ein extremer Longevity-Enthusiast bin. Und dass ich mich einfach wahnsinnig gerne damit auseinandersetze, was hält uns gesund, was gibt uns die Freiheit sozusagen, so lang wie möglich frei von körperlichen Einschränkungen zu bleiben.
Und das ist etwas, was mich sehr stark einfach wirklich auch in meiner Freizeit beschäftigt. Das heißt also, ich lese wirklich mit einer gewissen Freude solche Sachen auch in der Freizeit.
[Arne Friedrich] (14:27 - 14:34)
Aber darf ich da mal eine Frage stellen? Wie ist das für dich? Also ich habe gerade gesehen, du trägst so einen Oura-Ring.
[Nils Behrens] (14:34 - 14:34)
Ja.
[Arne Friedrich] (14:35 - 15:14)
Und du sagst, Longevity ist dir unglaublich wichtig, du beschäftigst dich mit vielen Themen, deswegen gehe ich davon aus, dass dein Lebensstil auch sehr, sehr gesund ist, dass du darauf achtest, wann ins Bett gehst. Okay, weil da wäre nämlich meine Frage gewesen. Ich habe das ja auch eine Zeit lang sehr extrem gemacht, so gesundheitsbewusst gelebt und auch diesen Ring getragen und alles getrackt, mein Training getrackt, dies, das, was alles schön und gut ist.
Aber am Ende, und ich glaube, es war sogar meine Freundin, die mich irgendwann mal gefragt hat, macht sich das glücklich? Und ist es wirklich etwas, so diese Balance? Am Ende ist es ja immer eine Balance.
Da würde mich mal interessieren, wie das bei dir persönlich aussieht. Also würdest du schon sagen, dass du eine gute Balance gefunden hast? Oder erwischst du dich manchmal dabei, dass du sagst, teilweise bin ich da in so einem Hamsterrad drin?
[Nils Behrens] (15:14 - 15:24)
Nein. Also ich habe jetzt gerade, ich bin so mitten im Buchschreiberprozess, ich schreibe ein Buch über Longevity und das ist so ein Einsteigerbuch. Und der erste Satz, den ich schreibe, ist, ich hasse Longevity.
[Arne Friedrich] (15:24 - 15:24)
Okay.
[Nils Behrens] (15:24 - 16:52)
Und warum? Weil ich dieses religiöse Dogma, was so viele daraus machen, überhaupt nicht mag.
Und ich finde auch, letztendlich, es bleibt einfach so, das Leben ist zum Leben da. Und ich finde, das sind alles für mich Dinge, so ein Oura-Ring über die Apple-Watch-um seinen Sport zu tracken. Ich habe jetzt auch noch, um total freaky zu werden, ich habe im Augenblick auch noch ein Whoop-Band auf der anderen Seite.
Aber das sind alles Dinge, wenn ich jetzt heute Morgen aufwache und sehe, ich fühle mich gut. Und ich habe gut geschlafen. Und mir dann meine Wearables was anderes sagen, dann ist es mir auch egal.
Also es gibt ja andere Leute, die sich dann automatisch gleich schlechter fühlen. So, das habe ich nicht. Das, was ich trotzdem spannend finde, ist, solche Sachen auszuprobieren.
Ich finde halt einfach wirklich so, mir macht das unheimlichen Spaß, neue Themen zu probieren, Sachen zu machen, wo ich noch vielleicht Optimierungsbedarf habe. Aber nichtsdestotrotz ist es jetzt nicht so, dass ich jetzt irgendwie die Blaupause, also ich bin kein Brian Johnson, der jetzt sozusagen sein Leben komplett dieser Sache untergeordnet hat. Sondern ich versuche eben halt, es so zu leben, wie es auch in mein Leben passt.
Und ich glaube, dass ich damit eigentlich so ganz gut fahre. Ich glaube, dass einfach wahnsinnig viele Menschen auch unbewusst Fehler machen. Und denken, sie tun etwas für ihre Gesundheit.
Es ist aber nicht so.
[Arne Friedrich] (16:52 - 18:34)
Aber das Problem ist ja auch zum Beispiel, wie gesagt, ich habe mich auch mit diesen ganzen Themen beschäftigt, es gibt ja ein Überangebot. Ich meine, wir sind jetzt hier heute bei Sunday Natural, Supplements, was kann man noch tun? Und ich glaube, es ist auch ganz wichtig, dass man supplementiert aufgrund der heutigen Lebensumstände.
Es ist halt ein anderes Leben als noch vor, weiß ich nicht, 50, 60 Jahren. Einmal was digitales Smog angeht, aber auch unser Stresslevel ist wesentlich höher. Es gibt viele Komponenten, die man sozusagen mit einbeziehen muss.
Aber die Frage ist ja auch, manchmal kommt es mir ein bisschen unübersichtlich vor. Man wird komplett zugeschustert, dann kommen die Preise mit dazu. Und am Ende würde ich mir manchmal zum Beispiel wünschen, wirklich auch mal klar so ein bisschen, nicht so eine Anleitung zu bekommen, aber mal zu sehen, okay, was brauche ich eigentlich?
Um es wirklich genau zu machen, wäre es natürlich gut, wenn man ein Blutbild hätte und die eigenen Themen sozusagen einfach mal abzuchecken. Aber da sehe ich manchmal so ein bisschen so ein Überangebot. Und zu dem Oura Ring finde ich super, dass du das so machst, weil ich habe das auch so gemacht.
Ich habe den drei Jahre lang getragen, um mich selber kennenzulernen. Und bevor es den Ring gab, habe ich sozusagen selber an mir herum experimentiert. Das heißt, ich habe meine Notizen aufgemacht in meinem Telefon und habe dann immer unterschiedliche Dinge probiert, bevor ich ins Bett gegangen bin.
Und habe dann geschaut, wie ich geschlafen habe. Fenster auf, Fenster zu, Fleisch essen, kein Fleisch essen. Früh ins Bett gehen, spät ins Bett gehen.
Was passiert, wenn ich Alkohol trinke? Und das habe ich auch schon über Monate gemacht. Dann kam der Ring dazu.
Und dann habe ich Anfang dieses Jahres gesagt, ich höre auf mit dem ganzen Mist. Ich glaube, ich kenne jetzt meinen Körper, beziehungsweise ich weiß auch, was mir gut tut. Und trotzdem bin ich mittlerweile wesentlich lockerer geworden.
Also wesentlich lockerer geworden. Einmal auch, was mein Glas Wein angeht. Oder auch mal, weiß ich nicht, bis zwei Uhr aufbleiben oder so.
Und ich habe für mich so ein bisschen die Balance gefunden und würde sagen, dass ich jetzt freier bin als vorher.
[Nils Behrens] (18:35 - 20:07)
Ja, und ich komme wieder dazu. Das Leben ist zum Leben da. Und ich glaube einfach, ganz viele Leute, das ist eben halt genau das, was ich auch sage, wenn du anfängst, dir Routinen zu machen, von denen du gehört hast, dass sie eben halt ganz wichtig für dich sind, du sie aber einfach gar nicht magst, wenn du anfängst, auch einen Sport anzufangen.
Also aktuell ist es eben halt so, oder was ist aktuell? Es gibt eine Studie von 2018 von einer Universität in Kopenhagen. Und die hat gesagt, wenn du lange gesund leben willst, ist die beste Sportart, die man kann, Tennis spielen.
Wenn du Tennis spielen aber total scheiße findest oder total talentfrei bist, dann wäre es total bescheuert, wenn du jetzt anfängst, Tennis zu spielen, nur weil es dir 9,7 gesunde Jahre dazu gibt. Weißt du, was ich meine? Was bringt dir das denn?
Weil letztendlich geht es ja nicht darum, dass du jetzt irgendwie mal ein Jahr lang Tennis spielst, sondern es geht dir darum, dass du den Rest deines Lebens Tennis spielst. Und wenn du es gar nicht willst, warum sollte man damit anfangen? Und das ist eben halt genau das, was ich meine.
Du sollst einfach nur deine Möglichkeiten kennen. Du sollst im Idealfall dann eben halt deine Fehler vermeiden. Es muss für dich am Ende auch Sinn machen, weil das ist ja auch häufig etwas, was viele Leute viel mehr motiviert.
Weißt du, es ist jetzt gerade ein Podcast mit Dr. Hanna Heikenwälder rausgekommen bei Matze Hielscher. Und da sagt sie einfach wirklich so, wenn man jetzt den Vergleich hat, rein nur als Krebssicht, dann ist es tatsächlich schlimmer, regelmäßig Fruchtsaft zu trinken, als regelmäßig Fanta zu trinken. Beides ist nicht gut.
Aber jeder normale Mensch würde sagen, nee, trink lieber den Fruchtsaft als die Fanta.
[Arne Friedrich] (20:08 - 21:14)
Aber das ist ja auch so ein Thema. Also diese ganzen Studien immer. Also jedes Jahr kommt ja eine andere Studie raus.
Und ich habe schon so viele Studien gehört, das ist nicht gut. Auf einmal zehn Jahre später ist es wieder gut. Und ich glaube, am Ende ist es auch wichtig, und das versuche ich für mich, herauszufinden, was tut meinem Körper, was tut mir gut.
Also es gibt Menschen, die essen gerne Fleisch und die brauchen Fleisch. Und die essen dann auch relativ viel Fleisch. Andere Menschen, also ich habe das auch mal, ich bin ein Fleischesser, muss ich dazu sagen, ich bin so aufgewachsen in Ostwestfalen.
Und bei uns gab es relativ häufig Fleisch. Ich weiß nicht, ob das mit meiner Blutgruppe zu tun hat oder so, wie ich aufgewachsen bin. Aber ich habe dann mal eine Zeit lang auch in Amerika auf Fleisch mal verzichtet.
Und es tat mir nicht gut. Genauso mit Kohlenhydraten. Also am Ende, als ich noch Fußball gespielt habe, wir haben immer Pasta gegessen.
Aber richtig viel Pasta. Und heute, ich bin auch ein bisschen sensibler geworden, ich kann jetzt nicht mehr so viel Pasta essen, das tut mir nicht gut. Da werde ich relativ müde von.
Aber ich vertrage sie trotzdem ganz gut. Und wenn ich all diese Themen mal außen vor lasse, auch alles, was diese einfachen Kohlenhydrate angeht, worauf ja auch mal gesagt wird, das ist nicht gut für den Körper, dann geht es mir aber auch nicht gut. Also ich glaube, jeder sollte für sich herausfinden, was tut ihm oder ihr gut.
[Nils Behrens] (21:15 - 21:25)
Also hundertprozentig. Nur noch mal ganz kurz zu deinem Thema, warum gibt es so viele Studien und warum ist das auf einmal gut und auf einmal schlecht? Ich finde, mein Lieblingsbeispiel sind immer Eier.
Also Eier waren früher immer so der Inbegriff vom Bösen.
[Arne Friedrich] (21:25 - 21:26)
Genau, Cholesterin.
[Nils Behrens] (21:26 - 22:37)
Und heute mache ich meinen Instagram auf und habe das Gefühl, dass jeder sagt, das alles ist gut, wenn du jeden Tag drei Eier isst. Drei Eier jeden Tag. Früher hat man gesagt, auf gar keinen Fall mehr als drei die Woche.
Und dann denkst du, was ist denn jetzt mit den Eiern passiert? Wo sind die denn jetzt irgendwie rehabilitiert worden? Und das Thema ist, es sind ja alles immer nur Beobachtungsstudien.
Es sind genetische Faktoren, die gar nicht so viel Rolle spielen, aber es sind natürlich auch viele andere externe Faktoren dabei. Wie ist dein Lebensstil? Du hast ja schon angesprochen, Stress.
Wie viel Stress wir haben. Das sind alles neben der Ernährung. Der größte Faktor für die Entzündung, die wir im Körper haben, ist die Ernährung.
Der zweitgrößte ist Stress. Das heißt also, wenn du deine Ernährung komplett optimierst, aber dadurch, vielleicht auch durch dieses optimierte Essen, auch wieder dir noch mehr Stress machst, kann es sein, dass der positive Effekt, der antiinflammatorische Effekt der gesunden Ernährung schon wieder aufgebraucht wird dadurch, dass du einfach so einen unglaublichen Stress hast, weil du einfach schon wieder nervös wirst, weil du jetzt irgendwie, keine Ahnung, hier die Schnitzel essen musst, weil das das einzige Nahrungsmittel ist, was es jetzt gerade gibt. Verstehst du, was ich meine?
Das sind alles so Dinge, die, ich glaube, das Wichtigste sind, dass man sie eben nicht in so ein Dogma verfällt.
[Arne Friedrich] (22:38 - 22:59)
Und vor allem auch nicht zu viel nachdenken. Weil ich glaube, diese ganzen Themen, die jetzt so zwischen den Ohren sich abspielen, die können ja auch sehr belasten. Das ganze Emotionale, mache ich alles richtig?
Also wie gesagt, ich habe, glaube ich, für mich einen ganz guten Weg gefunden und war aber auch mal relativ extrem unterwegs und habe auch immer noch einige Routinen, die ich sehr, sehr gerne durchführe oder auch durchziehe, weil ich einfach merke, dass es mir richtig gut tut.
[Nils Behrens] (23:00 - 23:59)
Ja, ich würde da gerne darauf noch mal eingehen. Ich möchte einmal ganz kurz noch mal wieder so zurück und dann auch das Thema abschließen mit dem Fußball. Ich wollte nur ein einziges Mal nur mal fragen, weil wir reden jetzt hier auch über viele, ich sage mal so reine gesundheitliche, körperliche Geschichten.
Aber es ist natürlich jetzt eben halt auch ein psychischer Punkt. Ich fand es sehr interessant, wie, ich habe die Biografie von Henry Agassi gelesen, der hat ja wirklich sehr lange Tennis gespielt und sehr lange eben halt auch auf einem hohen Niveau und das ist ja so richtig, muss man sagen, ausgeplätschert so. Also der ist ja dann nicht so gesagt, er ist dann gegangen, wo es am schönsten war, sondern der ist ja dann echt, ich glaube, 18 Jahre auf Topniveau gespielt oder irgendwie sowas und dann irgendwann auch so den Nike-Vertrag verloren, also den Sponsorvertrag verloren und solche Sachen alles und so.
Das sind natürlich, das macht natürlich auch alles was mit einem. Bei dir war es jetzt so die Krankheit, die dann irgendwie der Auslöser war, aber dieser erste Tod, wie du ihn jetzt sagst, der erste Tod eines Sportlers oder eines Profisportlers, ähm, wie bist du mit der Leere umgegangen?
[Arne Friedrich] (24:00 - 25:19)
Ja, es war ganz interessant, weil es war nicht mehr der Fußball, der mir in dem Moment weggebrochen ist. Zur gleichen Zeit ist auch meine Beziehung auseinandergegangen. Meine Ex-Freundin Linn, mit der ich 14 Jahre zusammen war, ist zu dieser Zeit auch sozusagen auseinandergegangen.
Das heißt, ein zweiter wichtiger Eckpfeiler ist weggebrochen und dann kommt natürlich noch dieses körperliche Problem dazu und auch die Frage, ja, was mache ich jetzt eigentlich? Und das hat dann wirklich erstmal ein halbes Jahr gedauert. Mein absoluter Fokus, meine Priorität lag darauf, körperlich erstmal wieder gesund zu werden, dass ich wieder mich bewegen kann, weil egal was, ich möchte gerne wieder Sport machen und das hat, da habe ich mir auch die Zeit genommen.
Das war auch ganz, ganz wichtig und dann waren es eigentlich die Freunde, die um mich herum waren, die mich inspiriert haben, eben einfach mal Dinge auszuprobieren und ich habe einen sehr, sehr guten Freund, der mittlerweile in Hamburg lebt, der eine unglaubliche Hilfe für mich war und der mich auch immer wieder inspiriert hat, eben mal über den Tellerrand hinaus zu blicken, die Komfortzone mal zu verlassen. Das habe ich getan. Ich habe viele Dinge ausprobiert, in unterschiedlichste Bereiche mal reingeschaut.
Ich habe mal mit einer Marketingagentur mal zusammengearbeitet. Ich habe Trainerscheine gemacht, um zu gucken, ob ich Trainer werden möchte. Das habe ich dann relativ schnell wieder zur Seite gelegt.
Ich habe eine Stiftung gegründet. Ich habe dann irgendwann angefangen, einen eigenen Podcast zu machen und ich bin gereist. Ich bin alleine gereist.
Das war für mich auch so, eine Reise war extrem wichtig für mich, gerade auch nach der Trennung. Ich bin mit dem Rucksack nach Guatemala gereist.
[Nils Behrens] (25:20 - 25:23)
Das ist ja eins von den Top-Zielen sozusagen auf meiner Liste.
[Arne Friedrich] (25:24 - 25:51)
Ganz, ganz toll. Die erste Nacht habe ich sogar im Hostel verbracht und gerade so als ehemaliger Fußballprofi und Nationalspieler, war ich es gewohnt, immer in Top-Hotels zu leben. Ich habe gesagt, ich möchte jetzt einmal einen richtigen Cut machen.
Ich werde mir nur die erste Nacht fix buchen und dann sehen, wie es weitergeht. Das war ein Hostel. Ich muss da ehrlicherweise dazu sagen, das war die einzige Nacht im Hostel.
Danach habe ich mich in ein Hotel einquartiert, aber es war eine tolle Erfahrung. Ich bin auf den Vulkan geklettert, habe dort Leute kennengelernt.
[Nils Behrens] (25:51 - 25:52)
Du bist ja einer, der permanent ausbricht.
[Arne Friedrich] (25:53 - 27:20)
Ja Fuego heißt der. Wir sind auf den Acatenango oder so. Ist so lange her. Acatenango oder so.
So lange her. Und haben sozusagen von unserem Vulkan aus den Fuego, eigentlich die ganze Nacht Feuerspein sehen. Das war ein unfassbares Erlebnis.
Und es ist so witzig, wenn man alleine loszieht und auch keinen Plan hat, was sich dann auch alles ergibt auf dem Weg. Ich hatte auch mal einen Podcast Gast bei mir, der eine unglaubliche Reise hinter sich gebracht hat. Der ist zu Fuß 8.000 Kilometer gewandert. Ist auch schon ein bisschen her, deswegen weiß ich die genaue Kilometeranzahl nicht. Und der ist eigentlich ohne irgendetwas losgegangen. Also ohne Geld.
Und der wollte einfach mal gucken, wie weit er kommt. Und diese Tatsache loszuziehen und auch dann vielleicht so ein bisschen verletzlich rüberzukommen und auch bittend rüberzukommen, das hat ihn ans Ziel gebracht. Und das finde ich so witzig.
Also diese Reise war ganz entscheidend für mich, um einfach auch mal das Alte loszulassen, um auch mal in das Unkomfortable zu gehen, was nachher aber auch wirklich interessant war, da rede ich ja heute noch von. Und deswegen, es war ein Prozess und es hat ein bisschen Zeit gedauert, aber ich bin unglaublich dankbar für diese vielen Erfahrungen und das hat mir dann ja auch gezeigt, was das Leben alles zu bieten hat. Allein der Fußball, ich finde es ein bisschen schade, dass mich Fußball gerade überhaupt nicht interessiert.
Also überhaupt nicht. Und ich hoffe, dass sich das wieder ändert, weil es ist ja eigentlich das gewesen, was ich mein Leben lang so sehr geliebt habe. Aber im Moment langweilt es mich, muss ich ehrlich sagen, deswegen ich gucke eigentlich gar nicht mehr.
[Nils Behrens] (27:21 - 28:26)
Ja, ich gucke noch, aber es ist bei mir immer live, überwiegend. Also ich finde das, also ich habe so ein Ritual mit meinem Vater, mein Bruder, mein Vater und ich, wir haben zwei Dauerkarten beim HSV und eigentlich ist es meistens immer so, dass entweder mein Bruder oder ich hingehen, zusammen mit meinem Vater. Und es ist mir dann eigentlich fast egal, wie der HSV spielt, also fast.
Aber, weil ich habe trotzdem eine gute Zeit mit meinem Vater. Und deswegen ist es für mich das eigentlich so, das ist das gemeinsame Erlebnis, steht da mehr im Vordergrund, als das Ranking in der Tabelle, sage ich mal so. Und auch zu deiner Reise, ich kann das gerade sehr gut relaten, weil bei mir war es so, als ich beim Lanserhof raus bin, war ich freigestellt, dann bin ich dann auch einfach ein Ticket nach Panama dann in dem Fall, Panama City.
Und dann auch die erste Nacht in so einem Airbnb, weil es eben besonders social war. Das heißt, die haben so abends dann Kochkurse gegeben und sowas alles. Und ich fand es irgendwie schön, gerade wenn man alleine reist, dass man dann erst mal so, es hat sich angefühlt wie Familie von Tag eins.
[Arne Friedrich] (28:27 - 28:56)
Wobei das Interessante war, nach meiner Guatemala-Reise bin ich nach Mexiko und dann habe ich mich so belohnt, dann habe ich gesagt, ich gehe jetzt mal ein richtig geiles Hotel in Mexiko, also wirklich ein sehr, sehr komfortables Hotel. Dann habe ich auch festgestellt, das war so eine Art Honeymoon-Hotel, wo halt nur Pärchen sind und dann gab es die ganzen Restaurants auf dem Gelände und am ersten Abend wurde ich schon gefragt, sind Sie alleine oder haben Sie eine Partnerin dabei? Nee, ich bin alleine da.
Am nächsten Tag komme ich wieder, fragt der Typ mich wieder. Ich so, Digga, ich bin immer noch alleine, ne? Das war immer so ein richtiger Stich ins Herz, ne?
War vielleicht auch ganz gut, um das mal abzuschließen.
[Nils Behrens] (28:56 - 29:11)
Ja, und sag mal, dein Podcast war dann ja auch dieses vom Done to Dare. Also du würdest schon sagen, dass diese Phase, die dich selbst beschäftigt hat, die wolltest du so ein bisschen, sag ich jetzt mal so, auch in dem Podcast dann mitreflektieren oder was war der Auslöser?
[Arne Friedrich] (29:11 - 30:56)
Grundsätzlich war es so, ich habe es ein bisschen angepasst, weil ich einfach gemerkt habe, wie viele Themen mich auch interessieren auf dem Weg. Aber so dieser Grundkern oder der Kerngedanke ist immer noch Identitätssuche. Wie gehe ich mit Veränderungen um?
Und wie kann ich Menschen inspirieren, auch mal aus der Komfortzone rauszukommen? Also wir haben jetzt so viele unterschiedliche Gäste, wir machen das ja jetzt auch schon anderthalb Jahre, Menschen, die ganz, ganz krasse Erfahrungen gemacht haben, Todesfälle, wo die Kinder und auch der Mann abgestürzt sind mit dem Flugzeug. Ich habe Philosophen dort gehabt, wo es um den Sinn des Lebens geht.
Ich habe Menschen mit Nahtoderfahrung, sehr viel Alkohol, Essstörungen, das sind alles eher so Deep Topics, würde ich mal sagen, die jetzt auch nicht immer ganz so leicht sind, aber ich glaube schon, dass gerade auch dieses Thema Alkoholabhängigkeit ein sehr, sehr wichtiges ist, weil es eine Art Stigma auch hat. Es wird selten darüber geredet, aber ganz oft haben wir dieses Problem und für mich ist ganz wichtig aufzuklären. Ich möchte natürlich auch lernen, ich möchte gerne inspirieren und deswegen kam das.
Und am Ende geht es auch immer ein bisschen um dieses Thema Identität. Also da ist es egal, ob ich jetzt einen Philosophen da habe, dem ich jetzt über irgendwelche Purpose-Themen spreche oder ob ich da mit jemandem spreche, der jetzt als Sportler seine Karriere beendet hat. André Schürrle war auch bei mir im Podcast, war in der Tat mein erster Gast.
Also es ist eine große Bandbreite und ich spreche die Themen an, die mich aktuell interessieren, aber auch, wo ich das Gefühl habe, dass es für die Zuhörer und Zuhörerinnen relevant sein kann. Es gibt einen roten Faden, aber manchmal schweife ich ab und ich weiß nicht, wie wir es mit Sicherheit gut nachvollziehen können. Diese Vorbereitung auf einen Podcast, die ist dann irgendwann einem abgehakt und ich hatte am Anfang, ich habe immer so 30 Fragen, die ich mir ausdenke, aber am Ende gehe ich fünf, sechs Fragen durch und dann geht das Gespräch dahin, wo es hingeht.
[Nils Behrens] (30:56 - 31:17)
Total, total. Sieht man ja bei unserem Gespräch auch gerade so ein bisschen. Aber ja, total.
Was würdest du sagen, wenn dich jetzt jemand fragen würde, was vielleicht das Gespräch oder ein Detail aus den Gesprächen ist, was dir jetzt so als erstes, ich will gar nicht so priorisieren, sondern einfach so sagst, das war vielleicht einer der Momente, die mir als erstes so in den Sinn kommen.
[Arne Friedrich] (31:18 - 31:21)
Matthias Steiner, der ehemalige Olympionike.
[Nils Behrens] (31:22 - 31:23)
Mit dem Foto.
[Arne Friedrich] (31:24 - 32:30)
Der seine Frau verloren hat vor den Olympischen Spielen und dann sehr, sehr überraschend Olympiasieger geworden ist. Übrigens ein ganz, ganz feiner Kerl. Der hat immer was gesagt, weil am Ende sind es ja auch so Profisportler, die ihre Karriere beendet haben, die jetzt auch nicht ganz unerfolgreich waren und die auch so ein bisschen noch finanziell unabhängig sind oder finanziell unabhängig sind.
Das klingt ja alles toll, aber am Ende hat jede Medaille immer zwei Seiten. Das ist super, aber auf der anderen Seite, ich habe viele Möglichkeiten, aber wenn ich zu viele Möglichkeiten habe, ist es manchmal sehr, sehr schwer, sich auf eine Sache festzulegen. Und dann habe ich ganz, ganz viele Themen, ganz, ganz viele Bälle in der Luft, aber nicht so dieses eine Thema, was mich dann wirklich brennend interessiert, so wie es bei Fußball damals war.
Und der hatte zu mir gesagt, zurückzukommen auf Matthias Steiner, der hat gesagt, Arne, wenn du jetzt so viele Möglichkeiten hast und du stehst auf einem Flur und du siehst da irgendwie 25 Türen und du guckst dir die Türen an, aber gehst nie durch eine Tür durch, wirst du dein Leben lang auf dem Flur stehen bleiben. Und das fand ich echt sehr, sehr interessant, diese Aussage. Auch vielleicht mal zu sagen, okay, ich nehme jetzt einfach mal eine Tür und gehe da durch und kommitte mich und sehe, wohin die Reise geht.
Und das fand ich für mich persönlich in diesem Moment sehr, sehr wichtig und hilfreich.
[Nils Behrens] (32:30 - 32:48)
Ja, finde ich total gut. Ich habe da interessanterweise gerade letzte Woche einen Podcast aufgenommen mit einer Dame, die hat ein Buch über Decision Making geschrieben und die hat einen neuen Begriff geprägt, statt FOMO, also Fear of Missing Out, hat sie FOBO gemacht, Fear of Better Options.
[Arne Friedrich] (32:48 - 32:50)
Ja, das ist perfekt.
[Nils Behrens] (32:50 - 32:57)
Das ist perfekt, ne, fand ich auch. Das Witzige ist, jedem, dem ich das erzähle, sagt er, ah, die Dating-Szene in Berlin in vier Buchstaben festgehalten.
[Arne Friedrich] (32:57 - 33:02)
Horror, also Horror. Ich war jetzt auch lange Single, muss ich sagen, und das ist auch so ein Thema für sich, definitiv.
[Nils Behrens] (33:04 - 33:30)
Ja, aber du hast es eben gerade schon angesprochen, habe ich dich so kurz nochmal auf meinen Themen wieder zurückgeholt, aber trotzdem, um da zurückzukommen, du hast gesagt, zu Longevity im Zusammenhang, aber wahrscheinlich auch generell im Zusammenhang, dass du einiges an Ritualen, Routinen aufgebaut hast. Würdest du sagen, dass das auch Inspirationen aus dem Podcast dabei kamen, oder sind die alle voll self-made?
[Arne Friedrich] (33:30 - 34:43)
Nein, auch aus dem Podcast, und das finde ich so schön an Podcasts, dass in dem Fall ich auch eine Menge selber lernen kann. Also bei mir, ich habe eben André Schürrle angesprochen, und in unserem ersten Podcast, oder in meinem ersten Podcast, wo er Gast war, haben wir über das Eisbaden angesprochen. Ich fand ihn total inspirierend, er ist dann ja auch immer los auf irgendwelche Berge und ist dann in kurzer Hose da irgendwie bei gefühlt minus 20 Grad die Berge hoch marschiert und ist dann in die Eisbäder gesprungen.
Und ich habe mir dann kurz nach unserem Gespräch auch so eine Eistonne gekauft, und das ist einer dieser Rituale, die ich komplett durchziehe. Allerdings muss ich dazu sagen, ich beginne im Herbst und höre im Frühling auf. Das heißt, im Sommer lasse ich's, zum einen aus ökologischen Gründen, weil ich habe so einen Generator, der runterkühlen kann, und ich möchte halt jetzt nicht irgendwie den ganzen Tag das Ding runterkühlen, wenn es draußen 26 oder 30 Grad sind.
Und ich brauche es dann halt auch nicht. Ich habe jetzt angefangen, ich war jetzt gerade im Urlaub, und habe jetzt seit zwei Wochen die Tonne wieder im Betrieb. Am Anfang war es echt eine starke Gewöhnung, und habe es dann auch noch nicht so kalt gestellt, aber jetzt, wenn die Temperaturen auch kälter werden, ich finde es halt schön, und es tut mir richtig gut.
Es macht was mit mir, das mache ich morgens direkt nach dem Aufstehen. Und das ist zum Beispiel einer dieser Inspirationen, die ich aus dem Podcast habe.
[Nils Behrens] (34:43 - 35:28)
Total schön. Also ich habe das, ich hatte in meiner letzten Wohnung in Hamburg, hatten wir auch so eine Dachterrasse, und da hatte ich dann eben diese Tonne auf der Dachterrasse, und ich habe sie tatsächlich auch nur naturgekühlt gehabt, also gar keinen Generator oder sonst was dran, aber dieser Moment, gerade im tiefsten Winter, wenn du dann wirklich erstmal kurz so die Eisschicht oben aufhacken musst, und tatsächlich auch meine Haut war dann immer so leicht, ganz leicht angeritzt, wenn ich rauskam von den Eisscheiben, sozusagen, dann denkst du ja auch schon so, mein Gott, was machst du da?
Aber man ist danach einfach so unglaublich grundlos gut drauf, also meistens immer so, zwischen 30 und 45 Minuten später, denkst du immer so, Mensch, was habe ich für eine gute Laune?
[Arne Friedrich] (35:28 - 35:38)
Bei mir dauert es auch echt immer, bis ich wieder auftauche. Also ich merke, dass die Hände noch richtig kalt sind, aber man muss da auch unterscheiden, zum Beispiel, das hat Andrew Huberman zum Beispiel auch gesagt, auch ein sehr bekannter Podcast-Host in Amerika.
[Nils Behrens] (35:38 - 35:39)
Habe ich schon getroffen, in Boston.
[Arne Friedrich] (35:39 - 36:06)
Ja, ich auch, in L.A. Ganz interessant. Auf jeden Fall dieses Thema, dass man es freiwillig macht. Also wenn ich jetzt zum Beispiel jemandem sagen würde, geh da jetzt rein, du musst da rein, dann hat es nicht den Effekt, dass wenn man jetzt sozusagen das von sich aus freiwillig macht.
Ich glaube, das hat auch irgendwas mit Hormonausstößen zu tun, und ich glaube auch, es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau, es ist ja auch so ein Thema, zum Beispiel, Frühstück, morgens, ja oder nein, die meisten Studien werden an Männern gemacht, beziehungsweise auch an Tieren, aber die Frauen werden außen vor gelassen, und deswegen, da muss man auch mal ein bisschen vorsichtig sein.
[Nils Behrens] (36:06 - 36:47)
Total, ist ein Riesenthema, Gendermedizin ist ein Riesenthema, und ja, das kann eben halt auf den, kommt ein bisschen auch auf die Zyklusphase an, und da sind so ein paar Faktoren, die eine Rolle spielen, 100%, aber nichtsdestotrotz, also ich habe hier in Berlin leider keine Möglichkeit, das aufzustellen, und liebe es aber auch wirklich so total, ich finde es eine so schöne Art, den Tag zu starten, von daher, ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Ähm, wenn ich dich frage, was du mich gerade gefragt hast, dieses Thema, wie definierst du Identität für dich, würdest du sagen, das ist für dich so ein fester Kern, oder würdest du bis heute sagen, dass es noch eine sehr fluide Größe ist?
[Arne Friedrich] (36:48 - 39:03)
Fluide, work in progress, würde ich sagen, ich habe jetzt Themen gefunden, die mich extrem interessieren, an denen ich arbeite, meine Stiftung, mein Podcast, hin und wieder halte ich auch Vorträge zu diesen Themen, also das sind so die drei Punkte, die ich eigentlich jetzt auch permanent mache und die mir auch wirklich Spaß machen, die auch in unterschiedlichen Feldern sind, oder in unterschiedlichen Feldern sozusagen aufgespalten sind, ähm, aber jetzt die Frage, wenn ich das alles nicht machen würde, wer bin ich dann, und bin ich dann glücklich, das kann ich nicht beantworten, weil ich war in dieser Phase noch nicht, und ich habe auch irgendwie davor auch noch viel zu großen Respekt, selbst wenn ich jetzt das aus monetärer Sicht könnte, dieses Thema mit sich alleine zu sein und in Stille zu sitzen, das ist etwas, was ich gerade versuche, ähm, auch wirklich mich bewusst mal in Situationen zu bringen, mich zu langweilen, weil das ist ja auch ein ganz, ganz großes Problem heutzutage, dass sich viele Menschen nicht mehr langweilen, und wenn sie nichts zu tun haben, dann wird der Fernseher angemacht, es gibt irgendwelche Hintergrundgeräusche, aber sich wirklich mal mit sich selber zu beschäftigen und mal dieses Unwohlsein auszuhalten, das ist Next Level, finde ich, da bin ich jetzt gerade an diesem Punkt, und ich fange wirklich auch mit kurzen Zeiten an, ähm, früher habe ich auch das Spazierengehen gehasst, mittlerweile gehe ich super gerne spazieren, aber ich versuche mich auch immer wieder, weiß nicht, zwei oder dreimal die Woche, mal für, weiß ich nicht, 20 Minuten einfach in die Stille zu sitzen, und kein Handy, kein Buch, gar nichts, teilweise das Licht sogar ausmachen, das ist wie so eine Art Meditation, und das ist schon interessant, was dann so passiert, diese vielen Geräusche im Kopf und diese vielen Stimmen und, ähm, weil du jetzt gefragt hast, also die Identität, wer bin ich denn wirklich ohne das, was ich tue?
Genauso, wenn du mich fragen würdest, Arne, was machst denn du? Das ist ja eigentlich eine normale Frage in Deutschland. Dann würde ich wahrscheinlich sagen, entweder sage ich, ich habe eine Stiftung, oder ich würde sagen, ich bin podcasthost, was ich jetzt auch gerade teilen möchte, aber, was soll ich denn sonst sagen?
Also ich bin Mensch, ne, ich bin Mensch und ich versuche mein Leben zu leben, aber diese Frage kann ich persönlich noch nicht so richtig beantworten, ähm, ich habe mir auch mal die Frage gestellt, das kam nämlich auch als Frage in meinem Podcast, da war ich zu Gast in meinem Podcast, ähm, Herz oder Kopf, und es wurde auch mal gefragt, Arne, liebst du dich? Und das ist eine Frage, die kann ich bis heute nicht beantworten, ob ich mich liebe oder ob ich mich gut finde, das ist ein Unterschied, ne? Ja, ja, ja.
Also ich weiß es nicht, da bin ich noch nicht.
[Nils Behrens] (39:03 - 41:58)
Ganz interessant, kann ich nur dazu reflektieren, das war bei mir so, ich bin quasi, ähm, ja, anlässlich meines 50. Geburtstags bin ich den Jakobsweg gelaufen und, ähm, bewusst auch so undigital wie möglich. Ich hatte ein, ein altes Handy mit, ein altes iPhone, wo ich dann ein völlig andere Nummer, völlig andere E-Mail-Identität, alles irgendwie sowas so hatte, und das konnte aber auch nichts.
Das konnte im Grunde nichts. Das hatte booking.com, um die Hostels im Zweifelsfall dann irgendwie vorzubuchen, weil das manchmal eben halt ein bisschen enger sein kann und, ähm, hier Google Maps um zu sehen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Und es gab noch irgendeine Pilger-App, aber das war's. Und, ähm, natürlich trifft man da Leute auf dem Weg, aber man ist schon auch sehr viel allein und dann fängt man an, Gespräche mit sich selbst, also nicht laut, aber im Kopf zu führen, so.
Und für mich war das in dieser Intensität als ob ich einen alten Freund wieder getroffen hätte, also den ich lange nicht gesehen habe. Und ich finde das ja eigentlich schon so bitter, wenn du dir überlegst, dass du das Gefühl hast, dass du etwas, was du früher viel häufiger gemacht hast, weil, ganz ehrlich gesagt, diese Gespräche, die dann in meinem Kopf waren, waren Alltag. Das habe ich regelmäßig gemacht, weil bei längeren Autofahrten, bei Fahrradfahrten, bei Alltags, Dinge, die man gemacht hat, wie Kochen, Aufräumen, Putzen, you name it, so, wo du einfach mal alleine warst, dann hast du ja diese Gespräche im Kopf dann so.
Und das war völlig normal. Heutzutage hast du ja dann irgendwie fast immer Kopfhörer drin oder es läuft was nebenbei, wie du sagst, es dudelt was irgendwie nebenbei oder sonst was. Und dadurch findet das nicht mehr in diesem Maße so statt.
Und ich fand das genau wie du sagst, ich finde es total gut und wichtig, das weiterhin noch wieder zu leben und zuzulassen. Und ich habe, genau wie du auch, also bei mir auch ausgelöst durch einen Podcast, also eher aus Blutzuckersenkung, dass man sagt, nach dem Essen irgendwie und wenn es nur 10 Minuten sind, einmal ein bisschen gehen. Aber du siehst mich so häufig, ähm, neulich als wir telefoniert haben, da war ich auch hier um die Ecke im Gleisdreieck einfach spazieren, so, weil ich es einfach für mich tue, gut, da habe ich jetzt mit dir telefoniert, insofern habe ich da mit jemanden angesprochen, aber es ist dann nichts desto trotz, also ich versuche das, mache das ganz ganz häufig hier, auch nur kurz in der Mittagspause, dass ich einfach für 10 Minuten hier kurz am Gleisdreieck langgehe und ohne Input. Und ich finde genau, was du sagst, dieses bisschen lange, also langweile oder einfach dem Geist auch die Möglichkeit zu geben, einfach mal wieder Kontakt mit dir aufzunehmen, finde ich eine unfassbar wertvolle Geschichte.
Also, kann man nicht anders sagen. Wenn du jetzt sagst, dieses ganze Thema sportliche Niederlagen, Verletzungen, aber auch eben halt persönliche Brücke, was würdest du rückblickend sagen, war der wichtigste Rückschlag im positiven Sinne, wo du am meisten Kraft rausgezogen hast?
[Arne Friedrich] (41:59 - 42:17)
Ich würde sagen zwei, einmal das Karriereende, das ich ja eben schon immer kurz angedeutet habe, neue Identität zu finden, was ist so mein nächster Sweetspot, eine lange, ganz, ganz lange Beziehung verarbeiten und mich wieder freimachen, davon auch zu trauern, ist auch ein ganz, ganz wichtiger Aspekt, den ich dann auch für mich bewusst wahrgenommen habe. Es gibt ja auch unterschiedliche Herangehensweisen.
[Nils Behrens] (42:17 - 42:18)
Trauer nach der Beziehung.
[Arne Friedrich] (42:18 - 43:24)
Genau, sich wieder direkt in was Neues zu stürzen oder auch wirklich mal traurig zu sein. Aber ich würde auch sagen 2006 WM-Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Da haben wir 4-2 gewonnen, was ja erstmal toll klingt.
Aber ich war mitverantwortlich für die beiden Gegentore und wurde dann auch ziemlich kritisiert und auch in Frage gestellt, ob ich überhaupt die Berechtigung hätte, in dieser Mannschaft zu spielen. Das war schon nicht so einfach. Überhaupt nicht einfach, muss ich dazu sagen.
Aber am Ende ging es mir dann darum, was habe ich jetzt für Möglichkeiten. Also ich habe zwei Möglichkeiten. Entweder ich glaube das jetzt, was geschrieben wird und ich habe ein bisschen Self-Pity für mich oder ich sehe es als etwas, das mich richtig weiterbringen kann.
Was kann ich aus diesem Moment lernen? Ich kann daraus lernen, dass es nie, wahrscheinlich medial schlimmer werden kann. Ist einfach so.
Und wenn ich da jetzt durchgehe und mich darauf fokussiere und in den Spiegel gucken kann und sagen kann, ich habe alles getan in dem Moment und es waren vielleicht auch ein bisschen ungünstige Umstände, dann komme ich da stärker wieder raus. Und das war für mich auch so einer dieser Punkte. Ich hatte danach eigentlich, was mediale Kritik angeht, überhaupt keine Probleme mehr.
Aber ich habe gedacht, schlimmer kannst du nicht werden, als die ganze Welt das sieht. Und das war so der zweite Punkt, würde ich sagen.
[Nils Behrens] (43:25 - 43:30)
Ich kann mich an das Spiel noch sehr gut erinnern, ehrlich gesagt. Das war ja der Beginn des Sommermärchens eigentlich so.
[Arne Friedrich] (43:30 - 43:33)
Wanchope das erste Tor geschossen hat. Mein Gegenspieler, genau.
[Nils Behrens] (43:35 - 43:42)
Von daher, ich kann das positiv sagen, ich kann mich wahnsinnig gut an diese Glücksgefühle des Spiels erinnern und sehr wenig an die Kritik.
[Arne Friedrich] (43:42 - 44:04)
Genau, aber Glücksgefühle. Und das ist zum Beispiel auch das Thema. Alle freuen sich.
Und die ganze Nation freut sich. Aber ich weiß, in dem Moment war ich der Depp. Und dann ist es nicht so einfach, sich mitzufreuen mit dieser ganz großen Traube.
Obwohl man Teil dieser ganzen Nummer ist, ist es dann schon auch ein kleiner Stachel, der da tief sitzt. Das war ein Thema, das hat mich in dem Moment sehr beschäftigt. Aber am Ende hat es mich sehr viel weitergebracht.
[Nils Behrens] (44:05 - 44:50)
Ich bin ja persönlich ein großer Fan von Passion, wenn du etwas mit Leidenschaft machst. Und ich bin kein Fan von Purpose. Purpose ist für mich so ein Korsett, dass du versuchst, dein ganzes Leben in diesen einen Satz festzulegen.
Deswegen auch die Frage, wie fluid ist denn dein Kern? Und deswegen finde ich, etwas mit Passion zu machen, ist schon sehr, sehr gut. Aber um die Idee des Purpose aufzunehmen, ist es ja eigentlich, wenn du es mal wirklich sagst, eine Art Beitrag, den du dir leistest.
Und du hast es jetzt schon mehrfach kurz angerissen, ohne dass wir jetzt in der Tiefe darüber gesprochen haben. Du hast ja eine Stiftung. Es gibt ja auch viele Leute, die die Stiftung einfach nur aus steuerlichen Gründen machen, um irgendwie Geld sozusagen vom Staat so ein bisschen zu verstecken.
[Arne Friedrich] (44:50 - 45:00)
Was ja eigentlich Schwachsinn ist, weil das Geld habe ich nicht mehr. Also wenn ich so denken würde, das Geld, wenn ich sagen würde, ich möchte Steuern sparen, klar würde ich dann Steuern sparen, aber mir gehört das Geld nicht mehr.
[Nils Behrens] (45:01 - 45:14)
Ja, aber da gibt es ja andere Modelle. Ich will nur einfach sagen, das ist ja ein Beitrag, den du de facto mit leistest. Magst du uns vielleicht mal, unsere Hörer, die sich damit vielleicht noch nicht so beschäftigt haben, mal kurz mitnehmen, was ist die Stiftung, was macht sie?
[Arne Friedrich] (45:14 - 45:56)
Ja, bevor ich darauf zu sprechen komme, noch ganz kurz zur Purpose und Leidenschaft. Ich bin fest davon überzeugt, wenn man seine Leidenschaft gefunden hat, lebt man seinen Purpose, weil dadurch kann man auch Menschen helfen. Egal, man muss ja nicht immer eine Stiftung haben.
Wenn ich jetzt zum Beispiel leidenschaftlich gerne putze und ich habe richtig Leidenschaft an dieser Nummer, die Menschen drumherum, denen ich dann sozusagen diene oder für die ich arbeite, die haben auch einen Benefit. Wie schön ist es, wenn man Menschen sieht, in Hotels ist und dann ist da eine männliche oder eine weibliche Putzkraft und diese Person hat einfach Leidenschaft und lächelt. Wie schön, das gibt mir in dem Moment ein tolles Gefühl.
So, also ich bin großer Freund davon herauszufinden, was ist so dein Sweetspot? Was macht dir Spaß? Und ich bin mir sicher, wenn dir etwas Spaß macht, dann wirst du auch gut.
[Nils Behrens] (45:57 - 46:53)
Ganz lustig, dass du es gerade ansprichst. Entschuldige, wollte ich jetzt nicht unterbrechen, aber wir hatten heute Morgen hier gerade eine Situation, hier kam eine enttäuschte Kundin rein und die war so richtig auf 180 und wollte sich dann irgendwie, sagt, das ist jetzt die letzte Chance, bevor sie den Anwalt einschaltet und ich weiß nicht was. Und dann bin ich dann, hab das nur am Rande mitbekommen, bin in die eine Richtung gegangen, hab hier das Podcaststudio vorbereitet, bin dann zurückgekommen und dann sah ich, dass eine, ja, eine Mitarbeiterin aus meinem Team, Steffi, bei der saß und mit ihr da irgendwie am Computer saß.
Und dann dachte ich so, die ist Brand and Partnership Manager, wo ich denke so, die macht ja nicht Custom Relationship oder ist ja hier nicht die Helpline oder irgendwie sowas. Und dann dachte ich so, warum sitzt sie da? Und dann hab ich sie danach gefragt, meinte sie, ja, weil ich dachte, ich kann ihr schnell helfen.
Und das ist halt einfach wirklich, shoutout an Steffi, sie ist der hilfsbereiteste Mensch, den ich kenne. Und die macht das, glaube ich, ja nicht, weil sie es muss, sondern weil die einfach so ist.
[Arne Friedrich] (46:53 - 46:54)
Ja, das ist eine Passion auch, ne?
[Nils Behrens] (46:54 - 46:58)
Das ist auch eine Passion. Hilfsbereit zu sein.
[Arne Friedrich] (46:58 - 48:35)
Und ich hab mich auch so ein bisschen davon freigemacht. Ich bin Stiftungsgründer, deswegen spreche ich auch ganz kurz über die Stiftung. Wir haben jetzt Zehnjähriges gehabt dieses Jahr.
Und ich hab auch mal gesagt, wir müssen so schnell wie möglich wachsen. Wir müssen so vielen Menschen helfen wie möglich. Ist super, wenn die Möglichkeiten dafür da sind.
Also wenn jetzt auch die finanziellen Möglichkeiten dafür da sind, dann mache ich das super gerne. Aber, wenn ich am Ende vielleicht nur drei Personen, wir helfen erst drei Personen, aber jetzt nochmal Beispiel, wenn ich am Ende drei Personen helfe, oder ich helfe als, weiß ich nicht, als irgendjemand, der irgendwo arbeitet, einer Person zwischendurch, oder ich halte mal die Tür auf und ich bringe jemanden zum Lachen, dann finde ich, hat man schon was Gutes dieser Welt hinzugefügt. Und mit meiner Stiftung ist es so, dass es, wie gesagt, vor zehn Jahren entstanden.
Ich hab erstmal, weil ich überhaupt keine Ahnung hatte von Stiftungswerken, ich hab ein Praktikum gemacht bei der Berliner Bürgerstiftung. Da ist dann auch ein Projekt entstanden, das wir bis heute immer noch führen. Das haben wir jetzt allerdings komplett in die Arne Friedrich Stiftung übernommen.
Das heißt, Vielfalt gewinnt. Da sind wir an Schulen und wir helfen über auch finanzielle Unterstützung in AGs sozusagen, den Demokratie- und Vielfaltgedanken zu fördern. Also die ersten Jahre sind wir in die Schulen hinein mit Sozialpädagogen, mit einer Projektleiterin, haben denen geholfen sozusagen Projekte zu initiieren.
Jetzt sind wir ein bisschen davon weg und wir lassen Schulen sich bei uns bewerben nach einem gewissen Kriteriumkatalog, den wir erstellt haben. Und wir geben sozusagen jetzt Geld heraus und dann müssen die am Ende sagen und auch aufzeigen, was sie gemacht haben. Also Demokratie-Gedanke fördern an Schulen, Integration.
Dann haben wir ein ganz, ganz tolles und wichtiges Projekt noch und zwar die Kinder- und Jugendhospizarbeit. Ich bin Schirmherr eines Hospizes hier in Berlin und das unterstützen wir finanziell. Wir arbeiten aber auch...
[Nils Behrens] (48:35 - 48:36)
Ist es ein reines Kinderhospiz?
[Arne Friedrich] (48:36 - 50:49)
Kinder- und Jugendhospiz, aber ein ambulantes. Es gibt ja Unterschiede, ambulant und es gibt stationäre.
Am Ende müssen sich die Eltern immer fragen, habe ich die Kraft und die Möglichkeit, mein Kind zu Hause zu lassen, was die meisten auch wollen. Aber in manchen Fällen geht es halt einfach nicht. So und diese Kinder- und Jugendhospizarbeit hat mir auch sehr die Augen geöffnet, weil ich erst mal mich mit dem Thema richtig beschäftigt habe und viele sehen dann immer nur den Tod und auch dieses okay, da ist ein Kind, ein Jugendlicher, ist sterbenskrank und wird irgendwann früher sterben als erwartet.
Aber auf der anderen Seite, die große Herausforderung ist auch, dass viele das Gefühl haben, nicht zur Gesellschaft dazu zu gehören. Weil das sind dann alleinerziehende Mütter, in ganz vielen Fällen, die Väter sind dann oftmals weg. Dann ist da dieses Kind, dieser Jugendliche, allein mit der Mutter zu Hause, hat keine Freunde, hat keine Hobbys groß, kann ja nichts machen oder nicht viel machen, weil es eben auch körperlich sehr, sehr eingeschränkt ist.
Und wie schafft man es, diesen Menschen eben auch mal eine Stimme zu geben? Und das haben wir gemacht. Wir haben einem Jungen mal geholfen, seine Geschichte zu erzählen vor Publikum.
Jetzt schreiben wir gerade aktuell ein Buch, das wird jetzt Ende des Jahres rauskommen. Und da haben wir Betroffene interviewt. Wir haben acht Kinder und Jugendliche befragt.
Wir haben eine Mutter befragt und einen Bruder. Und einfach mal herausfinden wollen, was sind denn so eure Heldengeschichten, was sind eure Wünsche? Was richtig Positives.
Und um gar nicht so dieses Thema Hospiz in den Vordergrund zu stellen, sondern die Menschen, die dort eben auch infektet sind. Und dann haben wir Autoren und Autorinnen gefunden, die diese sozusagen Geschichteninformationen in Kindergeschichten schreiben. Und das wird sozusagen ein Kinder- und Jugendbuch.
Und das wird jetzt Ende des Jahres rauskommen. Das ist auch etwas, was mir sehr am Herzen liegt. Zum einen den Betroffenen eine Stimme zu geben, so eine Art Legacy auch.
Zum anderen aber auch tolle Geschichten zu teilen und eben auch Menschen zu inspirieren. Und eben natürlich die Einnahmen fließen dann wieder nach Abzug der Kosten komplett in das Kinderhospiz. So das sind so unsere Themen.
Dann haben wir noch eine Schule in Ruanda, die wir unterstützen. Ganz einfach, weil ich da auch persönliche Bezüge zu habe. Ich war jetzt letztes Jahr auch in Ruanda und da gibt es eine Schule in Ruli, die wir finanziell unterstützen.
Wir leiten da jetzt auch gerade ein Fußballprojekt an, also eine kleine Brücke zum Fußball. Und genau, das sind so die hauptsächlichen Themen, die wir machen. Und wir unterstützen noch das Deutsche Herzzentrum der Charité, auch aus einem persönlichen Grund, weil ich da 2005 mal zu Besuch war und mir das einfach die Augen geöffnet hat und mir aufgezeigt hat, was für ein privilegiertes Leben ich denn führen darf.
[Nils Behrens] (50:50 - 51:08)
Toll, tolle Projekte. Ich fange mal vorne kurz an. Also dieses Thema Demokratie an Schulen.
Gab es da einen Punkt, einen Moment, etwas, wo du sagen würdest, das hat dich ja mit am meisten Stolz, Dankbarkeit, Erfüllung irgendwie versehen?
[Arne Friedrich] (51:08 - 52:15)
Also Demokratie, diesen Begriff habe ich jetzt so genannt. Ich würde jetzt erst einmal so sagen, um demokratisch sozusagen auch zu leben, braucht es Vielfalt und es braucht so dieses es darf keine Berührungsängste geben. Und das heißt, die Kinder und Jugendlichen, die da zusammenkommen, das sind sehr gemischte Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.
Und ein Thema, was mich sehr, sehr gefreut hat zum Beispiel, das ist schon viele Jahre her, da haben wir eine Weihnachtsfeier irgendwo organisiert von einer Schule. Und da haben wir uns riesige Gedanken gemacht, was können wir denn jetzt machen, dass die Kinder irgendwie richtig Spaß haben. Und teilweise gab es dann auch Verständigungsprobleme, sprachliche Verständigungsprobleme.
Und dann war es auf einmal so, dann hat ein Kind einen Ball gesehen, irgendwo in der Ecke. Und dann auf einmal waren alle Kinder weg. Und dann habe ich mir überlegt, wo sind die jetzt?
Und dann habe ich da rausgeguckt und haben die Fußball gespielt. Und das war geil. Das hat mir richtig Spaß gemacht.
Und die ganzen Planen, die wir uns überlegt haben, die haben wir dann einfach mal kurz gecancelt. Dann haben wir die Fußball spielen lassen. Nachher haben wir noch was gegessen.
Und das macht es doch aus. Gar nicht so sehr mit dieser Schablone durchs Leben zu laufen. Wer ist das?
Was macht der? Mag ich den oder nicht? Nein, wir haben vielleicht eine Leidenschaft.
Wir spielen Fußball. Fußball verbindet in dem Fall wieder. Und das ist auch das Schöne am Fußball.
Und das war einer dieser Geschichten, die mich definitiv geprägt haben.
[Nils Behrens] (52:16 - 53:52)
Sehr schön. Ich war jahrelang Förderer eines Kinderhospiz in Hamburg oder Hamburg-Wedel, die Sternbrücke. Das ist aber ein stationäres Hospiz.
Und da ist es so, die haben dann immer mehr ja, ich glaube es war die Spendenbescheinigungen. Also einmal im Jahr habe ich auf jeden Fall mal Post von denen bekommen. Die hatten immer diesen einen Flyer.
Und in diesem Flyer stand immer drin, wir können für Ihr Kind nichts mehr tun. So. Und dann stand immer so ein Satz, wo dann die Welt für alle Eltern zusammenbricht und so weiter alles.
Und dann war das dann so. Aber mich hat immer dieser Satz so so wahnsinnig runtergezogen. Und da muss ich wirklich sagen, das war so ein Punkt, ich habe das aus anderen Gründen habe ich mich jetzt entschieden sozusagen, ich bin zwar immer noch im Kinderbereich, also ich bin jetzt seit 2005 bin ich bei Dunkelziffer sehr engagiert, dass es eben halt geht um die Dunkelziffer von misshandelten Kindern eben halt so, dass man da eben halt Hilfe und Aufklärung leistet.
Aber was ich sagen möchte ist, irgendwann hat mir dieses Engagement sozusagen bei diesem Kinderhospiz, wie soll ich das formulieren, nicht mehr die Befriedigung gegeben oder vielleicht mich eher immer so runtergezogen, dass es das unter anderem einer der Gründe war, warum mich sozusagen mein Engagement woanders hingebracht hat. Ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, dass du dein Geld aber woanders runterbringst, aber hast du das Gefühl, dass dein Engagement, was du da machst, was ich ja ganz toll finde, auch Momente mit sich bringt, die dich dann eher nach unten ziehen?
[Arne Friedrich] (53:53 - 54:52)
Nach unten ziehen nicht, aber ich merke schon nach einer Zeit, gerade bei der Kinder- und Jugendhospizarbeit, das ist schon ein heavy Topic, muss ich dazu sagen, das geht dann immer so zwei, drei Jahre gut und dann wenn ich, das habe ich glaube ich im letzten Jahr, habe ich das zweimal gehabt in einem Jahr, da war ich bei einer Fundraising-Veranstaltung oder habe über meine Stiftung gesprochen und ich konnte auf einmal nicht mehr sprechen, weil ich geweint habe und das ist etwas, das mir eigentlich nie passiert und passiert mir auch nicht, aber irgendwann ist das Glas mal so voll mit all diesen schweren Themen, dass es einmal kurz überläuft und dann ist aber das Glas wieder entleert oder leerer. Und das ist schon ein Thema, also ich würde nicht sagen, dass es mich runterzieht, sondern dass es manchmal schon emotional heavy ist, aber das dauert eine Zeit lang, bis es da ist und bis dahin genieße ich einfach auch die Arbeit mit denen, weil es auch unglaublich inspirativ ist und ich dann auch immer wieder reflektieren kann, wie gut es mir geht.
Das ist ja auch immer sowas. Ich helfe, um anderen Menschen das Leben zu verbessern, aber ich helfe auch mir in dem Fall, weil ich dann sozusagen mal wegkomme von meinen eigenen kleinen Problemen und auch erstmal wirklich realisiere, wie gut es mir geht.
[Nils Behrens] (54:53 - 55:34)
Total, kann ich total gut nachvollziehen. Wie gesagt, ich bin seit 2005 da, sehr engagiert und ich freue mich dann immer so, wenn man mit seinen Möglichkeiten auch was machen kann. Wir haben ja auch mal so Vernissagen organisiert, wo dann eben halt dann Bilder verkaufen und alle Erlöse dann sozusagen davon dann eben auch wieder reingehen und das war dann eben halt auch etwas, was dann eben halt so, auf meine Initiative war der Fotograf, der Michael Pulitzer, ist wieder ein Freund von mir, der hat dann die Bilder gemacht und sowas alles und das sind einfach so schöne Momente, die finde ich was, also karikative Arbeit hat ja was Hochbefriedigendes, muss man ja wirklich so sagen, also von daher ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Sag mal, nur um meine letzte Leidenschaft nur mal anzusprechen, habe ich da falsch recherchiert oder oder weil du es gar nicht genannt hast, du fotografierst auch, oder?
[Arne Friedrich] (55:35 - 56:24)
Ja, das mache ich nebenbei, ich habe einmal sogar eine Fotoausstellung gehabt, dieses Jahr, da habe ich, ich war letztes Jahr in Kiew als Sportbotschafter und habe dort angefangen, natürlich auch erst nach Rücksprache, ob das okay ist, auch Fotos zu schießen und habe dann so ein bisschen eine Leidenschaft entdeckt, also ich würde jetzt nicht sagen, dass ich jeden Tag fotografiere, aber einmal im Jahr stelle ich ein paar Bilder zusammen, die ich dann eventuell ausstelle, also wie gesagt, dieses Jahr, Anfang des Jahres, habe ich eine Ausstellung gemacht, mit einem Freund von mir, da haben wir sozusagen eine Co-Ausstellung gehabt und das war echt ein interessantes Feld, das hat mir viel, viel Freude gebracht, weil es mich dann auch in dem Moment, im Moment leben lässt, weil wenn ich ein Foto mache, dann bin ich in dem Moment da und ich bin präsent und ich sehe vielleicht auch Dinge mal anders, wenn ich eine Kamera in der Hand habe, als wenn ich jetzt irgendwie im Stechschritt irgendwie durch die Stadt laufe, also das ist, ich würde schon sagen, das macht mir sehr viel Spaß, aber nichts, was ich tagtäglich tue.
[Nils Behrens] (56:25 - 57:33)
Ich kann das total gut nachvollziehen, weil ich finde, dass gerade die Suche nach guten Bildern einfach auch einen anders durch die Welt gehen lässt, genau wie du sagst und das ist bei mir eine Zeit lang auch sehr ausgeprägt gewesen, also ich bin eine Zeit lang wirklich leidenschaftlich gerne mit der Drohne auch geflogen und ich habe mich danach einfach so unfassbar über diese Aufnahmen und Filme und alles dann irgendwie so gefreut, weil es einfach so eine neue Perspektive dann auch nochmal so war und ich würde sagen, 90 Prozent davon habe ich nie irgendwo geteilt, veröffentlicht oder sonst was, das war einfach nur so für mich und fand das sehr, sehr schön. Wir kommen so ein bisschen zum Ende.
Wir haben jetzt sehr viel über alles gesprochen, aber wenn wir jetzt mal trotzdem zu dem ursprünglichen Gedanken des Neuanfangs mal so zurückgehen und du hast vielleicht Menschen, die jetzt hier zuhören und die sich gerade neu orientieren müssen, sei es gesundheitlich, sei es privat, sei es auch beruflich. Hast du da vielleicht so ein, zwei, drei, irgendwas so als Tipp oder als Anstoß aus deiner Erfahrung, aus deinen Gesprächen, aus deinem Podcast, allem drum und dran, was du hier teilen könntest?
[Arne Friedrich] (57:33 - 59:02)
Also für mich ist das mal ganz wichtig, wenn ein Lebensabschnitt oder etwas zu Ende geht, egal was es ist, ist es erstmal richtig okay, dass man sich schlecht fühlt und ich glaube, da muss auch keiner irgendwie superheld sein und sagen mich tangiert das überhaupt nicht, das ist alles Bullshit, würde ich sagen, weil ich glaube, es ist sogar sehr, sehr wichtig auch zu trauern und dann auch zu akzeptieren und sich auch bewusst machen, dass ein gewisser Lebensabschnitt zu Ende ist. Also wirklich diese Trauer ist dann auch wichtig. Hat mir zumindest geholfen.
Die Akzeptanz, dass es so nicht mehr sein wird und dann aber auch sich die Zeit geben oder sich selbst die Zeit zu geben und auch nicht zu hart mit sich selber zu sein, dass man einen neuen Weg einschlägt und den wird man einschlagen. Ganz einfach investiere in zwischenmenschliche Beziehungen, das finde ich ist ein Thema, das ich jedem raten würde, auch wenn es richtig gut läuft, weil gerade die guten, tollen Menschen in deinem Umfeld, die werden für dich da sein und umgekehrt genauso, wenn es mal nicht so gut läuft und dann einfach auch, wenn du an diesem Punkt bist, dass du jetzt abgehakt hast und wirklich nach vorne schaust, Dinge einfach auszuprobieren, zu sehen, was macht mir Spaß und vielleicht auch die Dinge mal durchzuziehen, die mir einfach Spaß machen und nicht unbedingt die ich jetzt machen muss, weil jetzt irgendwie jeder das von mir erwartet, sondern auch mal aus diesem Trott rauszukommen und Geduld mit sich zu haben.
Wie gesagt, zwischenmenschliche Beziehungen, Neugierde hat mir immer geholfen, aber das ist etwas, das hat man oder hat man nicht, vielleicht kann man es ein bisschen entwickeln, aber ich bin ein sehr neugieriger Mensch und das waren so die Themen, die mir am meisten geholfen haben.
[Nils Behrens] (59:03 - 59:56)
Ich glaube auch, das ist einer meiner absoluten Lieblingshacks, Neugier, ist tatsächlich so, weil ich finde Neugier ist so das der Schlüssel für alles, genau wie du sagst, auch alleine diese guten sozialen Kontakte. Ich glaube, ich habe einfach ein so großes Freundschaftsnetzwerk, weil ich einfach neugierig bin, weil ich auch wirklich an den Menschen interessiert und nicht jeder hat eine gute Geschichte. Ich habe da, ich habe hier auf diesem kleinen Abendabend eingraviert Stay Hungry und das ist es so ein bisschen, diese Lust, dieser Hunger auf Neues und das ist ja auch so diese legendäre Rede von Steve Jobs, Stay Hungry, Stay Foolish.
Ich glaube, das ist es, das ist das, was Spice of Life irgendwie so ein bisschen mit sich bringt und von daher finde ich, ja, bin ich sehr gut. Darf ich als Abschlussfrage und eigentlich hasse ich diese Frage, wir sind im Bewerbungsgespräch, mal sehen. Trotzdem, ich traue mich, weil...
[Arne Friedrich] (59:56 - 59:58)
Bin ich heute in der Bewerbung hier, ja? Ja, ja, ein bisschen.
[Nils Behrens] (59:58 - 1:00:10)
Wer weiß, wer weiß. Arne Friedrich, heute in fünf Jahren. Was glaubst du, was ich wirklich...
Glaubst du, dass du vieles von dem heute noch wieder machst oder glaubst du, dass ich dann tatsächlich der fluide Kern noch mal wieder weiter in eine andere Richtung gedreht habe?
[Arne Friedrich] (1:00:10 - 1:00:43)
Also ich werde auf jeden Fall meine Stiftungsarbeit weiterführen, weil das etwas ist, dass ich mir zum Ziel gesetzt habe und ich habe jetzt keine Stiftung ins Leben gerufen, um dann irgendwann damit aufzuhören. Das ist ja etwas Permanentes. Ob ich einen Podcast noch mache, weiß ich nicht.
Ich glaube, das Einzige Valide, das sich nicht ändern wird, ist meine Stiftung. Und alles drumherum bin ich komplett entspannt, schaue, wie es mir Spaß macht, wohin mich der Reise führt, welche Interessen ich noch entwickle. Dafür bin ich auch einfach viel zu neugierig.
Also da könnte ich mir schon vorstellen, dass dann noch das eine oder andere kommt, das ich jetzt noch nicht sehe.
[Nils Behrens] (1:00:45 - 1:01:02)
Ich sage vielen Dank für das Gespräch. Eine Frage, ich lege natürlich allen deinen Podcast auch ans Herz. Also der heißt eben halt "From Done to Dare".
Und würde noch mich interessieren, die Stiftung, die du machst, ist das alles gebündelt unter einer Sache und kann man das unterstützen oder wie funktioniert das?
[Arne Friedrich] (1:01:02 - 1:01:48)
Ja, definitiv. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zu helfen.
Man kann einmal helfen, indem man projektbezogen spendet. Das ist das, was du gerade gefragt hast. Ich möchte jetzt gerne das Kinderhospiz Haus Leo unterstützen.
Dann würde man sozusagen in den Verwendungszweck reinschreiben, das Geld ist dafür. Man kann die Mittel als freie Mittel an uns spenden. Dann können wir entscheiden, wo macht das gerade Sinn?
Wo brauchen wir jetzt Geld? Oder man kann eine Zustiftung machen, dass sozusagen der Stiftungsstock steigt. Und der Stiftungsstock ist das, was uns ja auch am Leben hält am Ende.
Den darf man nicht abbauen. Der wird immer bestehen bleiben oder auch hoffentlich dann anwachsen. Und aus den Zinsen kann man am Ende des Jahres eben Projekte unterstützen.
[Nils Behrens] (1:01:48 - 1:01:49)
Und auch persönlich?
[Arne Friedrich] (1:01:50 - 1:02:17)
Persönlich, definitiv. Also wir haben ein kleines Gremium, ein inoffizielles Gremium, das heißt Freundeskreis. Da haben wir zum Beispiel einen Anwalt, der uns bei rechtlichen Fragen hilft, der pro bono Arbeit für uns macht.
Einfach für Themen, die wir jetzt nicht auf dem Schirm haben. Der hat schon mehrfach auch Familien aus dem Kinderhospiz geholfen, die jetzt irgendwelche Probleme hatten. Wir haben irgendwelche Marketing-Pros, die unsere Websites zum Beispiel machen.
Also das muss nicht immer nur Geld sein, sondern es können auch Dienstleistungen sein.
[Nils Behrens] (1:02:19 - 1:02:19)
Vielen Dank.
[Arne Friedrich] (1:02:20 - 1:02:20)
Ich hab zu danken.
[Nils Behrens] (1:02:25 - 1:02:26)
Hast du eigentlich ein Lieblingssupplement?
[Arne Friedrich] (1:02:27 - 1:02:32)
Ich würde sagen, ich habe zwei aktuell.
Das eine heißt Lactoferin.
[Nils Behrens] (1:02:33 - 1:02:34)
Eisenaufnahme.
[Arne Friedrich] (1:02:34 - 1:03:04)
Ja, das ist für die Stärkung des Immunsystems unter anderem. Und Magnesium. Weil ich glaube, dass Magnesium auch gerade stressbedingt, also ich hab jetzt nicht so viel Stress, aber zwischendurch dann schon, dass Magnesium wichtig ist.
Und das sind so die beiden Themen, die ich eigentlich immer da habe. Und alles drumherum, da brauche ich mir dann einen kleinen Kern. Mache dann auch gerne mal Kuren.
Und ich nehme jetzt nicht ein Produkt immer, sondern außer jetzt Lactoferin, das nehme ich dann schon regelmäßig. Höre dann aber auch zwischendurch auf. Aber das sind so die beiden, die ich eigentlich immer da habe.
[Nils Behrens] (1:03:05 - 1:03:29)
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