

Wechseljahre verstehen: Balance für Körper & Geist
Sunday Natural Webinar mit Dr. Katharina Maria Burkhardt
Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt, und trotzdem für viele Frauen eine Herausforderung. Hormonexpertin Dr. Katharina Maria Burkhardt erklärt im Sunday-Webinar „Wechseljahre & Hormone im Fokus“, was im Körper passiert, welche Symptome typisch sind und wie Mikronährstoffe, Bewegung und pflanzliche Begleiter dazu beitragen können, das natürliche Gleichgewicht zu unterstützen. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Das ganze Webinar ansehen: Wechseljahre & Hormone im Fokus:
Was sind die Wechseljahre?
Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, bezeichnen den gesamten Zeitraum zwischen dem Beginn unregelmäßiger Zyklen und dem Eintritt der Postmenopause.
Die Menopause selbst beschreibt den Zeitpunkt der letzten spontanen Monatsblutung im Leben einer Frau. Dieser wird rückblickend festgestellt und setzt eine Blutungsfreiheit von mindestens zwölf Monaten (ohne andere Ursachen) voraus.
Im Durchschnitt tritt die Menopause um das 51. Lebensjahr ein, der genaue Zeitpunkt kann jedoch individuell variieren. Die Wechseljahre sind kein plötzlicher Zustand, sondern ein mehrjähriger Übergang, der in verschiedene Phasen unterteilt wird.
Phasen der Wechseljahre
- Prämenopause: Diese Phase kann bereits ab dem 35. Lebensjahr beginnen. Ein beginnendes Absinken des Progesteronspiegels und ein damit verbundenes Ausbleiben des Eisprungs können zu einer Östrogendominanz führen. Typische Symptome sind unregelmäßige Zyklen, vegetative Beschwerden, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen.
- Perimenopause: Dies ist die eigentliche Übergangsphase, in der die Ovarialfunktion zunehmend nachlässt. Die monatlichen Zyklen können nun verkürzt, verlängert oder ganz ausbleiben. In der späteren Perimenopause treten häufig klassische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schwitzen, Schlafstörungen oder Gelenkbeschwerden auf.
- Postmenopause: Sie beschreibt die Zeit nach der Menopause, die meist viele Jahre andauert und bis ins fortgeschrittene Alter reicht.
Typische Symptome - Welches Hormon steckt dahinter?
Viele Frauen leiden unter den Beschwerden der Wechseljahre, und der Leidensdruck ist oft groß. Umso wichtiger ist es, Wege zu finden, die Situation zu verbessern. Dr. Burkhardt hebt hervor, wie entscheidend die genaue Unterscheidung der Symptome ist, um gezielt helfen zu können.
- Progesteronmangel: Progesteron ist unser „Chill-Hormon“, so Dr. Burkhardt. Wenn der Spiegel zu sinken beginnt, können sich verschiedene Symptome zeigen: Progesteron wirkt im Körper entspannend und stabilisierend. Sinkt es, fühlen sich viele Frauen gereizt, angespannt oder unruhig. Typische Folgen sind Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafprobleme) sowie Gewichtszunahme, da der Stoffwechsel beeinflusst werden kann.
- Estriolmangel: Ein sinkender Estradiolspiegel wird häufig mit Hitzewallungen oder Herzstolpern in Verbindung gebracht. Ein Mangel am sogenannten „Schleimhaut-Hormon“ Estriol kann sich durch Trockenheit an Augen, Mund und Vaginalbereich sowie durch Gelenkbeschwerden äußern.
Unterstützung in den Wechseljahren - Was du tun kannst
Dr. Burkhardt machte deutlich: Niemand „muss da einfach durch“. Ein angepasster Lebensstil und gezielte Nährstoffe können einen großen Unterschied machen. Zwei Faktoren spielen laut Dr. Burkhardt eine entscheidende Rolle:
- Auslöser meiden: Kaffee, Alkohol und scharfe Speisen können beispielsweise Hitzewallungen verstärken. Auch Zucker und kurzkettige Kohlenhydrate sollten reduziert werden.
- Bewegung: Ausdauer- und insbesondere Krafttraining sind entscheidend, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken und das Risiko für Knochenschwäche und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.
Oft ist der erste Schritt ein Check der Mikronährstoffversorgung, da diese eine wichtige Rolle für das hormonelle Gleichgewicht spielt.
- Magnesium ist ein idealer Begleiter, da es zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beiträgt, eine normale psychische Funktion unterstützt und zu einer normalen Funktion des Nervensystems beiträgt.
- Vitamin D wird für viele Prozesse im Körper benötigt und trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei – ein besonders wichtiger Aspekt in der Postmenopause.
- B-Vitamine sind ebenfalls zentral. Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei, während Vitamin B5 (Pantothensäure) zu einer normalen Synthese und einem normalen Stoffwechsel von Steroidhormonen (zu denen auch Estradiol und Progesteron gehören) beiträgt.
Eine ärztliche Abklärung ist in allen Phasen sinnvoll. Besonders dann, wenn Beschwerden stark ausgeprägt sind oder die Lebensqualität beeinträchtigen. Wie Dr. Burkhardt im Webinar betont, kann auch eine Hormontherapie (z. B. mit bioidentischen Hormonen) eine Option sein, sollte aber immer individuell und unter ärztlicher Begleitung erfolgen.
Die Wechseljahre sind kein Stillstand, sondern ein Neubeginn. Wer versteht, was im Körper passiert, kann ihn gezielt unterstützen, etwa mit Bewegung, Achtsamkeit und den richtigen Mikronährstoffen. So bleibt die natürliche Balance erhalten.
Nahrungsergänzungsmittel zu Frauengesundheit
Was passiert, wenn wir unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen?
Wenn wir verstehen, was in unserem Körper wirklich passiert - unsere Hormone, unseren Zyklus, die unzähligen Einflüsse, die tagtäglich auf uns wirken.
Wenn wir aufhören zu warten, dass jemand anderes uns hilft - und anfangen, uns selbst zu verstehen.
Dr. Katharina Maria Burkhardt ist Hormonwissenschaftlerin, Lehrende und Supervisorin mit über 20 Jahren Erfahrung in der medizinischen Praxis und Forschung. Sie hat sich auf die Erforschung hormoneller Ungleichgewichte und deren Auswirkungen spezialisiert. Als Präsidentin im Hormon-Netzwerk leitet sie Studien zu humanidenten Hormonen und modernen Analyseverfahren, wie der LCMS-Saliva-Methode. Für Sunday Natural entwickelt sie Mikronährstoffmischungen sowie Essenz-Komplexe und ist Autorin mehrerer Bücher, darunter "Das Glück ist Hormonsache".
(0:00 - 4:17)
Also wir sprechen heute über Wechseljahre, die ja auch bekannt sind als Klimakterium oder Menopause oder auch Prä- und Postmenopause. Also da gibt es ein Begriffswirrwarr, das möchte ich heute auch ein bisschen für Sie aufklären, damit Sie nachher auf jeden Fall schlauer sind als vorher. Wir sprechen über Lifestyle-Cofaktoren und Pflanzen, die eben bei Wechselbeschwerden zum Einsatz kommen, damit Sie so ein buntes Potpourri haben, wie Sie gut auf Ihre Wechseljahre einwirken können.
Das ist jetzt nicht so wichtig, das ist dann für das Video wichtig. Bitte tun Sie mir trotzdem den Gefallen, machen Sie keine Fotos und keine eigenen Aufnahmen. Wie gesagt, es wird eh aufgenommen und falls Sie Informationen brauchen, können Sie uns auch einfach schreiben und wir werden Ihnen die zur Verfügung stellen.
Ein bisschen was zu mir. Ich war 20 Jahre in der medizinischen Praxis mit mehreren Ärztinnen zusammen und habe dort sehr, sehr viel Erfahrung umgesammelt und bin tatsächlich immer noch sehr überrascht, wie sehr die Wechseljahre, obwohl sie jetzt mediale Aufmerksamkeit bekommen, immer noch in den Kinderschuhen stecken und dass viele Frauen immer noch sehr enttäuscht von einem Ärztinnen- oder Arzttermin nach Hause gehen und völlig baff sind, dass sie eigentlich relativ wenig Informationen bekommen haben oder dass die Wechseljahre immer noch abgetan werden als etwas, das schon vorbeigeht. Das muss man halt aushalten oder da muss man halt durch.
Da bin ich völlig anderer Meinung und ich hoffe auch, dass ich ein bisschen beitragen kann durch meine wissenschaftliche Arbeit, durch die Studien, die ich mache und in dem Netzwerk, in dem ich mich sehr bemühe, wo wir auch sehr viel ehrenamtliche Arbeit leisten, um Ärztinnen und Ärzte auszubilden, ganz viel zu forschen, um diese Situation eklatant zu verändern. Und unter anderem hatte ich das Glück, eben mit Sunday einige Präparate zu entwickeln. Das ist etwas, was ich besonders liebe.
Manche haben ja Hobbys. Ich designe in meiner Freizeit Mikronährstoffmischungen und Essenz-Komplexe und bin sehr, sehr happy, dass das in der Zusammenarbeit mit Sunday so wunderbar klappt. Falls Sie weiterführende Infos wollen und Ihnen das heute noch nicht reicht, schauen Sie doch auf die Seite des Netzwerks für bioidente Hormone.
Die kann man vielleicht dann auch einblenden. Dort gibt es ganz viel weiterführende Infos für die Profis unter Ihnen. Da können Sie sich einiges auch kostenlos herunterladen.
So, ich habe gesagt, ich mache Sie heute zu Profis. Wir machen ein bisschen Begriffsdefinitionen und starten mit den Wechseljahren, die auch Klimatherium genannt werden. Das ist einfach der Zeitabschnitt, wo unregelmäßige Zyklen auftauchen und dann eben die Postmenopause beginnt.
Die beginnt ein Jahr nach der letzten Blutung, wo wir eben gleich dann bei der Menopause sind. Die Menopause ist also die letzte spontane Menstruationsblutung im Leben einer Frau. Die kann man erst rückblickend feststellen.
Das heißt, wir brauchen eine Blutungsfreiheit von mindestens zwölf Monaten ohne andere Ursachen, wie zum Beispiel eine Gebärmutterentfernung oder eine Hormoneinnahme. Das ist das Kriterium und dann kann die Menopause als Zeitpunkt sozusagen festgelegt werden. Im Durchschnitt leben wir da bei 51,4 Jahren und normal, ich liebe ja dieses Wort, aber so der Normbereich ist von 45 bis 55 Jahren.
Natürlich kann man da auch drunter sein. Wir haben die jüngste menopausale Frau, die wir in der Praxis hatten, war glaube ich 36. Das ist schon relativ krass, aber das gibt es auch.
Und die letzte, glaube ich, war 60 oder 61. Also ist alles möglich. Vorzeitige Menopause ist eben vor dem 40.
Lebensjahr, früh ist tatsächlich doch zwischen 40. und 45. und spät wäre dann eben danach.
(4:18 - 6:35)
So, jetzt definieren wir die Menopause eben nicht nach Menopause, sondern wir sagen prä, also vor dem Zeitpunkt der letzten Blutung, peri, drumherum. Das heißt so vier, fünf Jahre davor und dieses eine danach. Und danach kommt dann die Postmenopause.
Und die Prämenopause kann bereits ab dem 35. Lebensjahr beginnen. Und dort sehe ich im Serum noch nichts.
Das heißt, Sie können schon Beschwerden haben, Blutungsunregelmäßigkeiten, vegetative Beschwerden, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und so weiter. Dort beginnt das Progesteron zu sinken, aber die Geschichte ist, LH/ FSH steigt noch nicht. Und Sie haben noch keine niedrigen Werte im Serum.
Und wenn Sie dann sozusagen zur Ärztin oder zum Arzt gehen und er macht ein Blutbefund, sagt er, nein, Sie sind noch nicht im Wechsel. Damit ist der klassische Wechsel gemeint, wo die Östrogene abfällt, das Estradiol. Aber wir definieren die Wechseljahre schon, die frühen Wechseljahre sind die Prämenopause und da können Sie schon Beschwerden haben und sind auch schon im Wechsel.
Die Perimenopause ist jetzt ganz klassischer Wechsel, wo wir Symptome einer abnehmenden Ovarialfunktion haben. Da haben wir teilweise stark verkürzte Zyklen oder schon ganz, ganz lange von 60 oder 90 Tagen. Und da kommen dann in der späten Perimenopause vor allem die klassischen Wechseljahrssymptome, die wir alle kennen, über die alle diskutieren.
Die Hitzewallung, das Schwitzen, die Schlafstörungen, die Gelenkbeschwerden usw. kommen wir später noch genauer drauf. Und Postmenopause ist dann der Zeitraum nach der Menopause bis zum Semium, das bezeichnet das Alter.
Ich würde sagen, das beginnt dann so ab 65, bis wir hoffentlich dann 120 Jahre alt werden und gesund altern. So, hier ist es jetzt nochmal super schön verdeutlicht, diese drei Phasen. In der Postprogesteron zu sinken und in der Perimenopause sinkt dann das Estradiol, bis es komplett absackt.
(6:36 - 8:26)
Und dann kommen wir zur letzten Blutung, ist dieser rote Strich, in die Menopause. Und danach haben wir die Postmenopause. Die ganz klassischen Wechselbeschwerden, von denen wir immer sprechen, finden wir in der späten Perimenopause.
Und davor haben wir tatsächlich eher diese progesteronmangelbedingten Beschwerden. Und es ist ganz wichtig, das zu unterscheiden. So, das Klimakterium, sprich die Wechseljahre.
Die Ursachen sind natürlich Absinken der Hormonspiegel, und zwar von Estradiol und hauptsächlich eben Progesteron schon vorher, aber auch von Estriol. Das ist unser Schleimhaut- und Befeuchtungshormon. Alle anderen Hormone sinken auch, wie Melatonin, DHEA, bis auf das Cortisol.
Das bleibt eigentlich ein Leben lang relativ stabil. Jetzt die klassischen Symptome, wie vorher schon genannt. Libidomangel gehört dann noch dazu.
Unruhe, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen. Dann auch eben die Haar- und Hautproblematik. Es wird trocken.
Ich glaube auch, dass die Gelenkbeschwerden teilweise von der mangelnden Befeuchtung kommen. Das sehen wir, wenn die Frauen nämlich dann Estriol zuführen, dieses Schleimhaut-Hormon, bessern sich die Gelenkbeschwerden. Die Haare gehen aus.
Die Herzsymptomatik startet mit Herzrasen, Herzscholpern. Besonders blöd und schlimm auch in der Nacht, wenn die Frauen dann deswegen aufwachen. Dann haben wir Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme und so weiter und so fort.
Also alles nichts, was man sich wünscht und was definitiv nichts ist, was dann eh vorbeigeht oder wo man durch muss. So, hier sehen Sie eine super Grafik, wo relativ schnell klar wird, warum wir eben dann alle sterben. Nein, Spaß beiseite.
(8:27 - 8:47)
Sie sehen, dass Melatonin schon eigentlich das erste Hormon ist, das zu sinken beginnt. Das ist das dunkelgrüne, wo man sieht, dass schon zwischen fünf und zehn Jahren das zu sinken beginnt. Alle anderen Hormone starten mit ihrem Sinkflug bis auf die Zyklusestrogene, ungefähr mit 25-30.
(8:47 - 9:53)
Und wenn man das hier auch noch mal anschaut, sieht man, dass Progesteron, das hellgrüne, sinkt viel früher als das gestrichelte Pink. Glaube ich, bei mir schaut es pink aus. Zyklusestrogen sinkt später.
Und da entsteht ein sogenannter Gap oder so ein Zwischenraum, wo quasi das Estradiol dominant ist gegenüber dem Progesteron und das noch zusätzlich Symptome nimmt. Testosteron sinkt später. DHEA geht ziemlich mit dem Progesteron den Bach runter.
Und man sieht dann so, dass die Sterbewahrscheinlichkeit natürlich immer mehr steigt. Jetzt könnte man sagen, alles liegt an den Hormonen. Ich sage das auch manchmal ganz gerne, aber so ist es natürlich nicht.
Da gibt es noch andere Faktoren, aber es ist relativ wichtig, das zu berücksichtigen. Jetzt sieht man hier schon, das ist eine Riesenliste, die einem gleich mal Angst macht. Mir geht es darum, aufzuzeigen, dass Sie weder verrückt noch hypochondrisch sind oder irgendwas übertreiben.
(9:54 - 12:06)
Wenn das Progesteron zu sinken beginnt, können müssen natürlich nicht, aber können all diese Symptome auftreten? Ich habe jetzt für heute zwei herausgepickt, nämlich die Schlaflosigkeit und die Gewichtszunahme, die uns alle in der Prä- und Perimenopause schon begleiten. Natürlich könnte man auf alles mögliche andere auch noch eingehen. Mir ist ganz wichtig, Progesteron ist das Chill-Hormon oder wir nennen es auch Valium-Hormon.
Das entspannt uns so wunderbar, macht glücklich und man hat das Gefühl, lass kommen, was will. Ich kann dem allen gut entgegentreten. Wenn das dann eben sinkt, ist man gereizt, man ist genervt, man ist aggressiv, man fliegt einfach zwischendurch mal aus.
Im schlimmsten Fall geht das so weit, dass Frauen wirklich das Gefühl haben, sie wissen überhaupt nicht mehr, wer sie sind, weil sie so starke Ängste, Suizidgedanken, krankhafte Eifersucht entwickeln, schwere Depressionen usw. Auch die Postpartum-Depression kann man unter Progesteron-Mangelsymptomen einordnen. Also das sind schon alles massive Symptome.
Wir kommen gleich zu dem ersten, was ich hervorgehoben habe, nämlich den Schlafstörungen. Eines der häufigsten Symptome der frühen Wechseljahre sind nicht immer unbedingt nur die Einschlaf, können auch die Durchschlaf oder das frühe Erwachen sein. Die entstehen einfach durch das Absinken des Progesteronspiegels.
Die meisten Frauen merken, ich schlafe nicht mehr so gut ein. Als Tipp natürlich, meiden Sie bitte die klassischen Auslöser, aber das sollte definitiv eh relativ gut bekannt sein. Natürlich kann man sich mit Entspannungstechniken helfen und es gibt viele Pflanzenstoffe, die da unterstützen wirken können.
Eines der klassischen Hormone, um Schlafstörungen zu begegnen, wäre auch das Melatonin. Ich sage Ihnen aber eins, wenn es am Progesteronmangel liegt, hilft das Melatonin dann nicht so gut. Und Frauen, die wirklich Einschränkungen in ihrer Lebensqualität haben aufgrund der Schlafstörungen, würde ich in solchen Fällen nach ärztlicher Abklärung eine Hormonbehandlung in Betracht ziehen.
(12:06 - 13:04)
Natürlich sollte das vorher gemessen werden und idealerweise wird es dann oral zugeführt. Wenn ich ein Progesteron oral abends zuführe, wird es über den First-Pass-Effekt der Leber verstoffwechselt und bindet dann als Allopregnanolon, so heißt dann dieses Hormon, das daraus entsteht, hier oben im Kopf an GABA-Rezeptoren und führt zu einem entspannenden, schlaffördernden Effekt. Das ist was Progesteron kann.
Das zweite Thema ist Gewichtszunahme, eines der häufigsten Auswirkungen der Wechseljahre. Man trifft also kaum eine Frau, es gibt ganz wenige Glückliche, die sagen, ich habe überhaupt nichts zugenommen, aber die meisten klagen, dass das doch mehrere Kilos sind, die sie auch überhaupt nicht mehr wegkriegen. Das entsteht unter anderem durch das Absinken des Progesteronspiegels, auch interessanterweise dann später durch das Absinken der Östrogenspiegel.
(13:04 - 23:30)
Natürlich brauchen wir das nicht diskutieren, dass wir hier Auslöser meiden wie Zucker, kurzkettige Kohlenhydrate, Alkohol und natürlichen Bewegungsmangel, das wissen wir eh eh. Und was natürlich wirklich ganz, ganz wichtig ist, dass wir in den Wechseljahren Ausdauertraining machen und Muskeln aufbauen, damit wir auch langfristig gesund bleiben, uns vor Osteoporose schützen, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Ich glaube, Sport ist eines der am besten untersuchtesten Methoden, um positiv auf die Gesundheit einzuwirken.
Wir können natürlich mit Aminosäuren, mit Eiweißen entgegenwirken oder auch Maca. Ich habe jetzt hier nur ein, zwei Beispiele hingeschrieben und selbstverständlich ist auch Progesteron ein Mittel der Wahl, wenn wirklich die Gewichtszunahme in den frühen Wechseljahren schon startet. Bitte hier aber auch nur mit vorherigen Befund und einer Besprechung mit einem Profi.
Bei der Gewichtszunahme kommt eher das transdermales Progesteron zum Einsatz, weil hier geht es ja nicht darum, dass wir schlaffördernden Effekt erzielen, sondern dass wir den Stoffwechsel anregen. DHEA ist übrigens ja auch ein ganz wichtiges Hormon. So, jetzt kommen wir zu den Klassischen wieder.
Das, was wir unter Wechsel verstehen. Durch Estradiol haben wir diese trockenen Schleimhäute unterschaut, wir haben die Hitzewallung, die Zyklen werden ganz unregelmäßig, das Herz reagiert, Libido ist vermindert, brüchige Nägel zum Beispiel kann auch sein, Osteoporose, aber auch Erschöpfung und interessanterweise vermehrte Gesichtsbehaarung. Das berichten auch ganz viele Frauen, dass die Haare im Gesicht zu sprießen beginnen und am Kopf ausgehen und eben depressive Verstimmungen.
Ich habe jetzt hier die Hitzewallung herausgepickt. Das ist tatsächlich das häufigste Symptom der Perimenopause, sprich eher der späten, wenn Sie sich erinnern, wo das Estradiol dann runtersackt, das ist eben durchs Absinken dieses Spiegels. Bitte, das ist wirklich wichtig, Auslöser zu meiden wie Kaffee, Alkohol und scharfes Essen, das haben wir beobachtet, dass das Hitzewallung massiv verschärfen kann, auch wenn das alles so lecker ist, aber Frauen, die wirklich massiv unter Hitzewallung leiden, lassen das dann tatsächlich gerne weg, weil sie einfach merken, das bringt was.
Wichtig finde ich auch, trotz dem starken Schwitzen viel Bewegung zu machen. Atemübungen haben sich auch ganz gut bewährt, aber natürlich kommen hier dann wirklich Pflanzen, Substanzen und Extrakte zum Einsatz. Salbei wird traditionell im Zusammenhang mit Hitzewallungen eingesetzt und ist gut untersucht.
Es reicht ja allerdings nicht, einen Tee zu trinken, das ist ein bisschen zu wenig. Da müssen wir schon in die Phytoöstrogene gehen, wo wir wirklich Extrakte haben, die einfach dann höhere Wirkung haben. Der Rotklee ist gerade total in, ich arbeite mit dem schon seit 20 Jahren, jetzt gibt es gerade einen vollen Hype, ganz viele Firmen springen auf und es gibt da diesen Tee und jenen Extrakt und der patentiert dies, das, jenes.
Das ist eine ganz einfache heimische Pflanze, die sämtliche Wiesen überflutet und ich finde es ganz toll, dass der jetzt so ein bisschen in Mode kommt. Ich habe ihn immer schon geliebt. Natürlich können wir auch bei Frauen, die massive Einschränkungen wieder in ihrer Lebensqualität haben und um sie natürlich zu schützen, auch vor Osteoporose, Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Demenz, kann nach ärztlicher Beurteilung auch eine Hormontherapie* mit Estradiol oder Estriol erwogen werden.
So, dann kommen wir zu einem meiner Lieblingshormone, das Schleimhauthormon, das alles im Körper befeuchtet und Sie sehen schon, nicht nur die Vagina hat Schleimhäute und das denken wir nämlich immer, dass die Vagina trocken wird, sondern wir haben im ganzen Körper, ja, von Augen, Ohren, Nase, Mund, hier, die Seitenstränge, Magen, Darm, auch bitte ganz, ganz wichtig, die Gelenke und so weiter, auch zum Beispiel, wenn Frauen Tintus haben, kann das auch von diesen Trockenheitssymptomatik kommen. Bitte an das alles denken, es ist so wichtig. Es gibt eine Fertigarznei sozusagen auf dem Markt, das ist eine Estriolcreme und die ist halt als Vaginalcreme definiert.
Deswegen denken wir an all diese anderen Bereiche nicht, aber wie viele Frauen leiden an Augentrockenheit und ich weiß von früher, manche PatientInnen haben gesagt, sie wollen sich gerne Stricknadeln in die Ohren schieben und da drinnen rumkratzen, weil durch die Trockenheit das so juckt und es ist fürchterlich unangenehm. Also hier kann man auch entgegenwirken. Ich habe jetzt hier die Gelenkbeschwerden herausgepickt, weil das ein klassisches Begleitsymptom der Wechseljahre ist.
Es entsteht durch das Absinken des Estriolspiegels, logischerweise. Wichtig ist, dass wir natürlich bei den Gelenkbeschwerden Auslöser meiden, wie Überlastung und Bewegungsmangel, ganz klar. Dass wir uns auch hier regelmäßig bewegen, um die Gelenke zu schmieren, ist auch allseits bekannt.
Von den Pflanzenextrakten usw. haben wir jetzt nicht allzu viel zu bieten. Zu Resveratrol und Cissus gibt es ein paar Daten.
Ansonsten kann man wirklich relativ bedenkenlos, wenn man in der richtigen Dosierung und einfach gut abgeklärt das einsetzt, hier mit der Humanidenten-Hormontherapie dem entgegenwirken. Das Estriol, das E3, ist auch nicht proliferativ, heißt übersetzt. Es ist nicht wachstumsfördernd, was ja beim Estriol schon der Fall ist.
Also hier sind wir relativ sicher und braucht man sich jetzt keine großen Sorgen machen. Aber bitte auch hier wieder, Humanidenten-Hormontherapie gehört in die Hände von Ärztinnen und Ärzten. Jetzt haben wir hier eine kurze Übersicht zum Klimakterium, sprich zu den Wechseljahren.
Therapieoptionen, da sind wir bei Omega 3, B-Komplexmagnesium, sind absolut nicht wegzudenken. Also da kommen wir nicht drumherum. D3 und Magnesium sind für mich eigentlich der Hauptplayer in dem Ganzen gesehen.
Diese Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle als Cofaktoren im Hormonstoffwechsel. Wenn wir jetzt sagen, wir haben eher progesteronfördernde Pflanzen, bewegen wir uns bei Frauenmantel und Schafgabe. Das ist etwas, was es in der frühen Peri- oder Prämenopause auch gibt.
Rotklee, Melissa, Granatapfel, Salbei ist dann eher etwas für die Peri- und Postmenopause, also um diesen Zeitraum herum das zu begleiten. Wenn man sagt, ich will mal schauen, was jetzt los ist, würde ich sagen, in der Prä- und frühen Peri-Menopause Hormone im Speichel messen, weil wie schon gesagt, im Blut finden wir da nicht sehr viel. Da würde ich Progesteron, Estradiol, Estriol, Testosteron, DHEA, Cortisol und Melatonin bestimmen.
Und im Serum macht man dann die Vorstufenhormone LH, FSH, Prolactin, dann eine E2, das ist das Estradiol, ein SHBG, das heißt Sexualhormongebindendes Globulin, ein Progesteron, ein Testosteron, ein FAI, das ist ein freier Androgenindex, kriegt man ein bisschen ein Gefühl dafür, wie viel freies Testosteron ist vorhanden, und ein DHEA-S. Im Vollblut würde ich empfehlen Zink, Kupfer, Magnesium und Kalium, Selen, eventuell die B-Vitamine dazu, falls hier Symptome da sind, und mal einen Omega-3-Index zu machen, um auch hier zu schauen, wie gut ist das Herz geschützt und wo sind wir da unterwegs. Grundsätzliche Tipps, ich würde wirklich Kaffee- und Alkoholkonsum auf ein Minimum reduzieren und das nur ganz gezielt und in kleinen Mengen als reines Genussmittel verwenden und wirklich absolut essentiell Bewegung, Bewegung, Bewegung und Muskeltraining.
Da geht es nicht darum, groß ins Fitnessstudio zu rennen und sich komplett da fertig zu machen, sondern einfach zu sagen, gut, ich mache Eigenkörpergewicht-Training und achte einfach gut und bitte je nach Konstitution muss man einfach auch schauen, soll man eher wirklich die Gelenke schonen, dann sind wir eher bei Yoga, Taiji, Qigong, Schwimmen, Radfahren, Walken und nicht jetzt unbedingt bei den Powersportarten, wo man immer diese Stop-and-Go-Geschichten hat. Ich weiß, wovon ich spreche, ich war Leistungssportler in dem Bereich Tennis und meine Gelenke sind ziemlich im Eimer und da würde ich eher ein bisschen zurückgehen in dem Alter 45 bis 55, aber es ist wirklich je nach Typsache individuell zu entscheiden. So, was will ich denn überhaupt? Natürlich will ich die blöden Symptome reduzieren, die nun wirklich niemand braucht, aber zusätzlich ist es eine Aufgabe auch, wo wir uns natürlich als Wissenschaftlerinnen sehr damit beschäftigen, Frauen vor Osteoporose zu schützen, Herz-Kreislauf-Schutz zu machen, Demenzschutz zu machen und natürlich das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern, was eine Win-Win-Situation für alle erzielt.
Also das ist das Thema. Ich habe ein paar Tipps zusammengefasst, dass Sie sagen, ja gut, toll, jetzt habe ich hier die Infos, aber was mache ich denn jetzt? Ich würde Ihnen unbedingt empfehlen, Mikronährstoffe noch einen Monat checken zu lassen, wie so ein Service, einfach mal zu schauen, wo stehe ich, wo habe ich Mängel, was gehört hier ausgeglichen.
(23:31 - 24:39)
Ja, natürlich Mikronährstoffe zuführen, ganz essenziell und das bin ich zweimal die Woche, sondern täglich und nicht nur ab und zu, wenn man daran denkt und natürlich Hormone boosten. Das kann ich natürlich durch Lifestyle und letztlich bei schweren Beschwerden natürlich auch dann, dass ich sie tatsächlich zuführe. Bitte vermeiden Sie Xenohormone, wo es nur geht.
Ich weiß, wir leben in einer Welt, wo das nicht immer machbar ist. Grundsätzlich geht es darum, wenn ich von Xenohormonen spreche, sind gemeint körperfremde chemische Substanzen, die aber ihre körpereigenen Hormone nachahmen und dadurch ihr Hormonsystem beeinflussen und das ist natürlich keine gute Geschichte. Das heißt, bitte achten Sie bei sämtlichen Haushaltsprodukten und Kosmetik darauf, dass Sie sich nicht unnötig diese Stoffe zuführen.
Da gibt es Apps, die man sich herunterladen kann und da kann man das wirklich gut abchecken. Eine uralte Geschichte, trinken Sie genug Wasser. Die Nährstoffe, die Sie zuführen, sollen ja auch im Körper verteilt werden und idealerweise trinkt man 30 bis 40 Milliliter (pro kg Körpergewicht).
(24:39 - 26:05)
Das ist das, was sich so in den letzten Jahren herauskristallisiert hat und da ist man dann schon beschäftigt den Tag über, würde ich sagen. Bitte raus an die frische Luft, einfach mal zwischendurch und wenn es nur dreimal ums Haus ist, ist es besser, als die ganze Zeit zu sitzen. Ich weiß, wovon ich spreche.
Wir arbeiten alle an Computern und Laptops und sitzen an unseren Handys, aber bitte einmal am Tag, halbe Stunde, Stunde sich am besten an der frischen Luft bewegen. Machen Sie gelenkschonende Sportarten, das ist das, was ich empfehle und vor allem auch den Kraftsport, der geht oft unter. Ganz, ganz wichtig, um das ganze Skelettsystem gut geschützt lange aufrechtzuerhalten.
Lesen Sie, anstatt ständig am Handy zu sein. Machen Sie Musik, hören Sie Musik. Ich liebe es, Musik zu hören, es tut mir sehr gut.
Oder das ist ein Spruch, den wir geprägt haben oder auch ich. Wenn man ein stressiges Leben hat, kann man einfach mal zwischendurch nur das jetzt nur blöd schauen. Bei einem Versuch, wenn es Englisch übersetzt, das ging nicht so gut aus.
Look silly, das ist damit natürlich nicht gemeint, dass man blöd ausschaut, sondern man soll blöd schauen, also einfach stur in der Gegend rumschauen und machen Sie bitte Pausen. Rest is the elixir of life, dieser englische Spruch gefällt mir sehr, sehr gut. Ich weiß, das fällt uns manchmal sehr schwer, aber wenn es nur fünf Minuten sind, ist schon viel gewonnen.


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