

Vitamine im Überblick: Funktionen und Vorkommen
Vitamine sind lebensnotwendige organische Mikronährstoffe, die der Körper nur in kleinen Mengen benötigt. Anders als Kohlenhydrate, Proteine und Fette liefern sie keine Energie, sind aber an zahlreichen Vorgängen im Stoffwechsel beteiligt.
Da der Körper die meisten Vitamine nicht oder nicht in ausreichender Menge selbst bilden kann, müssen sie regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden. Eine besondere Stellung nimmt Vitamin D ein, das der Körper bei ausreichender UV-Einstrahlung in der Haut bilden kann.
Je nach ihrer Löslichkeit unterscheidet man fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Die folgenden Tabellen zeigen ihre wichtigsten Lebensmittelquellen, zugelassenen Funktionen im Körper, DGE-Referenzwerte und Besonderheiten bei der Versorgung.


Was sind Vitamine?
Vitamine sind organische Verbindungen und gehören zu den Mikronährstoffen. Sie werden nur in sehr geringen Mengen benötigt, erfüllen jedoch vielfältige Aufgaben im Stoffwechsel.
Da der Körper die meisten Vitamine nicht oder nicht ausreichend selbst herstellen kann, ist er auf eine regelmäßige Zufuhr über pflanzliche und tierische Lebensmittel angewiesen. Im Gegensatz zu den Makronährstoffen Kohlenhydrate, Proteine und Fette liefern Vitamine keine Energie.
Einige Vitamine werden auch in Form einer Vorstufe aufgenommen. Dazu gehört Beta-Carotin, das als Provitamin A im Körper in Vitamin A umgewandelt werden kann. Eine weitere Besonderheit ist Vitamin D: Es kann mithilfe von UV-Strahlung in der Haut gebildet werden.
Neben Vitaminen gehören auch Mineralstoffe zu den lebensnotwendigen Mikronährstoffen. Unser Überblick zeigt Mengen- und Spurenelemente, ihre Funktionen, Lebensmittelquellen und Referenzwerte. Mehr zu Mineralstoffen.
Was unterscheidet fett- und wasserlösliche Vitamine?
Vitamine werden danach eingeteilt, ob sie sich in Fett oder Wasser lösen. Diese Eigenschaft beeinflusst unter anderem ihre Aufnahme, Speicherung und Ausscheidung im Körper.
Fettlösliche Vitamine
Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören Vitamin A, D, E und K. Für ihre Aufnahme und Verwertung spielt Nahrungsfett eine wichtige Rolle. Der Körper kann diese Vitamine speichern und Reserven anlegen. Dadurch kann insbesondere bei der Einnahme hoch dosierter Nahrungsergänzungsmittel auch eine übermäßige Zufuhr entstehen.
| Name | Hauptvorkommen in Lebensmitteln | Funktion im Körper | Besondere Versorgungssituation | Besonderheiten bei Aufnahme und Versorgung | DGE-Referenzwerte für Erwachsene |
| Vitamin A | Retinol: vor allem Leber und Leberwurst, außerdem Fisch und Käse. Provitamin-A-Carotinoide: unter anderem Paprika, Kürbis, Aprikosen und grünes Blattgemüse. | Trägt bei zu: einem normalen Eisenstoffwechsel; der Erhaltung normaler Schleimhäute, normaler Haut und normaler Sehkraft; einer normalen Funktion des Immunsystems. Hat eine Funktion bei der Zellspezialisierung. | Die Zufuhrempfehlungen werden in fast allen Altersgruppen bereits über die normale Ernährung erreicht oder überschritten. Ein erhöhtes Risiko für eine Überversorgung besteht insbesondere bei postmenopausalen Frauen. Schwangere sollten auf Leber verzichten, Kleinkinder sie nur sehr zurückhaltend verzehren. | Geringer Sicherheitsabstand zur Höchstmenge; Überdosierungen können mit ernsthaften gesundheitlichen Risiken verbunden sein. UL: 3,0 mg/Tag für Erwachsene, 1,5 mg/Tag für postmenopausale Frauen. BfR-Empfehlung für NEM: maximal 0,2 mg Vitamin A pro Tagesdosis; Schwangere nur nach ärztlicher Rücksprache. | Frauen: 700 µg RAE/Tag. Männer: 850 µg RAE/Tag; Männer ab 65 Jahren: 800 µg RAE/Tag. |
| Vitamin D | Vor allem Fettfische, außerdem Eier und einige Speisepilze. Insgesamt tragen Lebensmittel nur in geringem Umfang zur Vitamin-D-Versorgung bei. | Trägt bei zu: einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor; einem normalen Calciumspiegel im Blut; der Erhaltung normaler Knochen; einer normalen Muskelfunktion; der Erhaltung normaler Zähne; einer normalen Funktion des Immunsystems. Hat eine Funktion bei: der Zellteilung. | Vitamin D wird überwiegend durch Sonnenlicht in der Haut gebildet: Bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien stammen etwa 80–90 % aus der körpereigenen Synthese und nur 10–20 % aus der Ernährung. Ausreichende Blutwerte erreichen jedoch nur rund 33–52 % der Erwachsenen und 40–80 % der Kinder in Deutschland. | UL für Erwachsene: 100 µg Vitamin D pro Tag. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel maximal 20 µg pro Tagesdosis für Jugendliche und Erwachsene. Für angereicherte Lebensmittel gelten deutlich niedrigere produktspezifische Höchstmengen. | Erwachsene: 20 µg Vitamin D pro Tag bei fehlender körpereigener Bildung. |
| Vitamin E | Vor allem Nüsse, Samen, Weizenkeime sowie daraus hergestellte Pflanzenöle und Streichfette. Weitere Quellen sind Süßkartoffeln, Kichererbsen, grünes Blattgemüse und Paprika. | Trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. | Keine besondere Risikogruppe für einen Vitamin-E-Mangel genannt. Männer ab 55 Jahren sollten Vitamin-E-Supplemente nicht unkontrolliert einnehmen, da Hinweise auf unerwünschte Langzeitwirkungen bestehen. | UL für Erwachsene: 300 mg Vitamin E pro Tag. Neuere Studien weisen jedoch bereits bei niedrigeren Supplementmengen auf mögliche gesundheitliche Risiken hin. Das BfR empfiehlt daher für NEM maximal 30 mg pro Tagesdosis; für angereicherte Lebensmittel höchstens 7 mg/100 g und für Getränke 2 mg/100 ml. | 8 mg/Tag |
| Vitamin K | Vor allem grünes Gemüse wie Spinat sowie verschiedene Salat- und Kohlsorten. Weitere Quellen sind Milch und Milchprodukte, Fleisch und Eier. | Trägt bei zu: einer normalen Blutgerinnung; der Erhaltung normaler Knochen. | In der Allgemeinbevölkerung bestehen keine Hinweise auf eine unzureichende Vitamin-K-Versorgung. Personen, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, sollten ihre Vitamin-K-Zufuhr möglichst konstant halten, da größere Schwankungen die Wirkung der Medikamente beeinflussen können. | Kein UL festgelegt. Das BfR empfiehlt, Lebensmitteln kein Vitamin K zuzusetzen. Für NEM empfiehlt das BfR maximal 80 µg Vitamin K₁ oder 25 µg Vitamin K₂ pro Tagesdosis. Bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente ist vor der Verwendung ärztlicher Rat einzuholen. | Männer 19 - 51 Jahre: 70 µg/Tag Männer ab 51 Jahren: 80 µg/Tag Frauen 19 - 51 Jahre: 60 µg/Tag Frauen ab 51 Jahren: 65 µg/Tag |
UL= Tolerable Upper Intake Level (deutsch: tolerierbare obere tägliche Einnahmemenge)
Wasserlösliche Vitamine
Zu den wasserlöslichen Vitaminen zählen Vitamin C sowie die acht B-Vitamine Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B₆, Biotin, Folat und Vitamin B₁₂. Sie werden im Vergleich zu fettlöslichen Vitaminen meist weniger umfangreich gespeichert und müssen daher regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden. Überschüssige Mengen können teilweise über den Urin ausgeschieden werden.
| Name | Hauptvorkommen in Lebensmitteln | Funktion im Körper | Besondere Versorgungssituation | Besonderheiten bei Aufnahme und Versorgung | DGE-Referenzwerte für Erwachsene |
| Thiamin (Vitamin B₁) | Vollkornprodukte, Samen, Hülsenfrüchte und Muskelfleisch. | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; einer normalen psychischen Funktion; einer normalen Herzfunktion. | Keine spezifischen Risikogruppen für eine Unterversorgung genannt. Die mittlere Thiaminzufuhr liegt bei Männern altersabhängig bei 1,3–1,8 mg/Tag und bei Frauen bei 1,1–1,3 mg/Tag. | Kein UL festgelegt. Überschüssiges Thiamin wird über den Urin ausgeschieden, zudem sinkt die Aufnahme bei höheren Dosierungen. Das BfR empfiehlt daher keine Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel. | Männer 19 - 25 Jahre: 1,3 mg/Tag Männer 25 - 65 Jahre: 1,2 mg/Tag Männer ab 65 Jahren: 1,1 mg/Tag Frauen : 1,0 mg/Tag |
| Riboflavin (Vitamin B₂) | Innereien wie Leber und Niere, Fisch sowie Milch und Milchprodukte. | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; der Erhaltung normaler Schleimhäute; der Erhaltung normaler roter Blutkörperchen; der Erhaltung normaler Haut; der Erhaltung normaler Sehkraft; einem normalen Eisenstoffwechsel; dem Schutz der Zellen vor oxidativem Stress; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. | Keine spezifischen Risikogruppen für eine Unterversorgung genannt. Die mittlere Riboflavinzufuhr liegt bei Männern altersabhängig bei 1,6–2,1 mg/Tag und bei Frauen bei 1,4–1,6 mg/Tag. | Kein UL festgelegt. Auch bei deutlich höheren Zufuhrmengen wurden keine nachteiligen gesundheitlichen Effekte beobachtet. Das BfR empfiehlt daher keine Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel. | Männer bis 50 Jahre: 1,4 mg/Tag Männer ab 51 Jahren: 1,3 mg/Tag Frauen bis 50 Jahre: 1,1 mg/Tag Frauen ab 51 Jahren: 1,0 mg/Tag |
| Niacin | Fisch, mageres Fleisch, Innereien, Brot, Erdnüsse und Pilze. Niacin aus pflanzlichen Lebensmitteln ist teilweise schlechter verfügbar als aus tierischen Quellen; eine geeignete Verarbeitung kann die Bioverfügbarkeit verbessern. | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; einer normalen psychischen Funktion; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Trägt bei zur Erhaltung: normaler Haut; normaler Schleimhäute. | Keine spezifischen Risikogruppen bekannt. Laut NVS II liegt die Niacinzufuhr bei Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland im Median überwiegend über den Referenzwerten. | Je nach Niacinform gelten unterschiedliche Höchstmengen: Nicotinamid UL 900 mg/Tag, BfR für NEM 160 mg/Tag; Nicotinsäure UL 10 mg/Tag, BfR für NEM 4 mg/Tag; Inosithexanicotinat BfR für NEM 4,4 mg/Tag. Für Nicotinsäure wird keine Lebensmittelanreicherung empfohlen, Inosithexanicotinat ist dafür nicht zugelassen. | Männer: 14 bis 16 mg-Äquivalente pro Tag (je nach Alter) Frauen: 11 bis 13 mg-Äquivalente pro Tag (je nach Alter) |
| Vitamin B₆ | Vollkorngetreide, Nüsse, rote Paprika, Sardinen, Makrelen und Schweinefleisch. | Trägt bei zu: einer normalen Cystein-Synthese; einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; einem normalen Homocystein-Stoffwechsel; einem normalen Eiweiß- und Glykogenstoffwechsel; einer normalen psychischen Funktion; einer normalen Bildung roter Blutkörperchen; einer normalen Funktion des Immunsystems; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung; der Regulierung der Hormontätigkeit. | Keine spezifischen Risikogruppen benannt. Laut NVS II liegt die mediane Vitamin-B6-Zufuhr bei Erwachsenen bei 2,0–2,6 mg/Tag für Männer und 1,7–1,9 mg/Tag für Frauen. | UL für Erwachsene: 12 mg/Tag aufgrund möglicher unerwünschter Effekte bei langfristig zu hoher Zufuhr. Das BfR empfiehlt für NEM ab 15 Jahren maximal 0,9 mg/Tag; für angereicherte feste Lebensmittel 0,27–0,54 mg/100 g. | Männer: 1,6 mg/Tag Frauen: 1,4 mg/Tag |
| Folat | Grünes Blattgemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen und Vollkornprodukte sowie Kartoffeln, Leber und Eier. | Trägt bei zu: dem Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft; einer normalen Aminosäuresynthese; einer normalen Blutbildung; einem normalen Homocystein-Stoffwechsel; einer normalen psychischen Funktion; einer normalen Funktion des Immunsystems; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Hat eine Funktion bei: der Zellteilung. | Laut DEGS1 sind etwa 86 % der Erwachsenen in Deutschland adäquat mit Folat versorgt, obwohl die rechnerische Zufuhr häufig unter den Referenzwerten liegt. Besondere Zielgruppe: Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere im ersten Trimester, für die eine gezielte Folsäuresupplementierung empfohlen wird. | UL für Erwachsene: 1.000 µg Folsäure/Tag. Hohe Zufuhrmengen können eine unzureichende Vitamin-B12-Versorgung überdecken. Das BfR empfiehlt für NEM maximal 200 µg/Tag, zur gezielten Unterstützung in der Schwangerschaft 400 µg/Tag. Von einer flächendeckenden Mehlanreicherung wird wegen möglicher Überversorgung abgeraten. | 300 µg Folat-Äquivalente/Tag |
| Pantothensäure | Pantothensäure ist in nahezu allen Lebensmitteln enthalten. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier, Weichkäse, Erdnüsse, Vollkornprodukte und Pilze. | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen geistigen Leistung; einer normalen Synthese und einem normalen Stoffwechsel von Steroidhormonen, Vitamin D und einigen Neurotransmittern; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. | Keine spezifischen Risikogruppen benannt. Laut NVS II liegt die mediane Pantothensäurezufuhr bei Erwachsenen bei 4,2–4,5 mg/Tag für Männer und 3,3–3,7 mg/Tag für Frauen. | Kein UL festgelegt. Pantothensäure gilt als wenig toxisch; das BfR empfiehlt daher keine Höchstmengen für NEM oder angereicherte Lebensmittel. | 5 mg/Tag |
| Biotin | Innereien (Leber und Niere), Sojabohnen, erhitzte Eier, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken und Pilze sowie Milch und Milchprodukte. | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen; einer normalen psychischen Funktion; der Erhaltung normaler Haare; der Erhaltung normaler Schleimhäute; der Erhaltung normaler Haut. | Keine spezifischen Risikogruppen benannt. Laut NVS II liegt die mediane Biotinzufuhr bei Erwachsenen bei 43–48 µg/Tag für Männer und 39–42 µg/Tag für Frauen. | Kein UL festgelegt; das BfR empfiehlt keine Höchstmengen für NEM oder angereicherte Lebensmittel. Biotin ab etwa 150 µg/Tag kann bestimmte Labortests verfälschen. Vor Blutuntersuchungen sollte das medizinische Personal über die Einnahme informiert werden. Besondere Vorsicht gilt bei hohen Dosierungen für Schwangere, Kinder sowie bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion. | 40 µg/Tag |
| Vitamin B₁₂ (Cobalamine) | Vitamin B12 kommt natürlicherweise vor allem in tierischen Lebensmitteln vor. | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; einem normalen Homocystein-Stoffwechsel; einer normalen psychischen Funktion; einer normalen Bildung roter Blutkörperchen; einer normalen Funktion des Immunsystems; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Hat eine Funktion bei: der Zellteilung. | Die Vitamin-B12-Zufuhr ist in der Allgemeinbevölkerung meist ausreichend. Ein erhöhter Bedarf besteht insbesondere bei veganer Ernährung, da natürliche pflanzliche Lebensmittel kaum verwertbares Vitamin B12 enthalten. | Kein UL festgelegt. Das BfR empfiehlt für NEM maximal 25 µg Vitamin B12/Tag, für angereicherte Lebensmittel 6 µg/100 g und für Getränke 1,6 µg/100 ml. | 4,0 µg/Tag |
| Vitamin C | Gemüse und Obst wie z. B. Paprika, Petersilie, Zitrusfrüchte, Kartoffeln, Spinat und Tomaten | Trägt bei zu: einem normalen Energiestoffwechsel; einer normalen Funktion des Nervensystems; einer normalen psychischen Funktion; einer normalen Funktion des Immunsystems; der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung; der Regeneration der reduzierten Form von Vitamin E; einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Blutgefäße, Knochen, Knorpel, des Zahnfleisches, der Haut und der Zähne. Trägt dazu bei: die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Erhöht: die Eisenaufnahme. | Keine spezifischen Risikogruppen benannt. Die Vitamin-C-Zufuhr liegt in Deutschland im Median über den D-A-CH-Referenzwerten: 125–132 mg/Tag bei Männern und 123–141 mg/Tag bei Frauen. | Kein UL festgelegt. Eine zusätzliche Zufuhr bis 1.000 mg Vitamin C/Tag gilt laut EFSA als verträglich; höhere Mengen können jedoch die Verträglichkeit mindern. Das BfR empfiehlt für NEM maximal 250 mg/Tag, für angereicherte Lebensmittel 60 mg/100 g und für Getränke 16 mg/100 ml. | Männer: 110 mg/Tag Frauen: 95 mg/Tag |
UL= Tolerable Upper Intake Level (deutsch: tolerierbare obere tägliche Einnahmemenge)
Was beeinflusst die Vitaminversorgung?
Die Vitaminversorgung hängt nicht allein davon ab, welche Lebensmittel verzehrt werden. Je nach Vitamin spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Dazu gehören die Ernährungsweise, die körpereigene Bildung, das Alter, das Geschlecht, bestimmte Lebensphasen sowie die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln.
Eine Besonderheit ist Vitamin D, da der Körper den größten Teil bei ausreichender UV-Einstrahlung in der Haut bildet. Bei Vitamin B₁₂ ist die Ernährungsweise besonders relevant, weil es natürlicherweise vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Für Folat besteht insbesondere bei Frauen mit Kinderwunsch und während der frühen Schwangerschaft eine besondere Versorgungssituation.
Auch Medikamente können berücksichtigt werden müssen. Personen, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, sollten größere Schwankungen ihrer Vitamin-K-Zufuhr vermeiden. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist wiederum die Dosierung entscheidend, da eine hohe Zufuhr je nach Vitamin unerwünschte Wirkungen haben kann.
Wie lassen sich Vitaminverluste reduzieren?
Vitamine können während der Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung teilweise verloren gehen. Wie empfindlich sie reagieren, unterscheidet sich je nach Vitamin. Hitze, Licht, Sauerstoff und Wasser können den Vitamingehalt von Lebensmitteln beeinflussen.
Besonders wasserlösliche Vitamine können beim Waschen, Einweichen oder Kochen in das Wasser übergehen. Werden die Lebensmittel lange gegart und wird die Flüssigkeit anschließend weggeschüttet, kann sich der Verlust zusätzlich erhöhen.
Um Vitamine möglichst weitgehend zu erhalten, können folgende Grundsätze helfen:
- Lebensmittel möglichst kurz lagern und frisch verarbeiten
- Obst, Gemüse und Kräuter ungeschnitten und nur kurz waschen
- Lebensmittel nicht unnötig einweichen
- Obst und Gemüse möglichst sparsam schälen
- geschnittene Lebensmittel zeitnah weiterverarbeiten
- Lebensmittel kurz und mit wenig Flüssigkeit garen
- bevorzugt dünsten oder dämpfen
Damit lassen sich Verluste zwar nicht vollständig vermeiden, aber reduzieren.
Was bedeuten Referenzwert, UL und BfR-Höchstmenge?
In den Tabellen werden drei unterschiedliche Werte beziehungsweise Empfehlungen genannt. Sie erfüllen jeweils eine andere Funktion.
DGE/ÖGE-Referenzwert:
Die DGE/ÖGE-Referenzwerte geben Orientierung für die tägliche Zufuhr von Energie und Nährstoffen bei gesunden Menschen. Je nach Vitamin unterscheiden sie sich teilweise nach Alter und Geschlecht.
Die Werte müssen nicht an jedem einzelnen Tag exakt erreicht werden. Für die Beurteilung der Ernährung ist vielmehr die durchschnittliche Zufuhr über einen längeren Zeitraum relevant.
Tolerierbare obere Zufuhrmenge:
Der UL (Tolerable Upper Intake Level) bezeichnet die höchste langfristige tägliche Gesamtzufuhr eines Nährstoffs aus allen berücksichtigten Quellen, bei der voraussichtlich keine gesundheitlich nachteiligen Wirkungen auftreten.
Ein UL ist keine Empfehlung, diese Menge täglich aufzunehmen. Er dient vielmehr der Einordnung einer langfristig hohen Zufuhr. Nicht für jedes Vitamin konnte ein UL festgelegt werden.
BfR-Höchstmengenvorschläge:
Die Höchstmengenvorschläge des Bundesinstituts für Risikobewertung beziehen sich auf die Dosierung von Vitaminen in Nahrungsergänzungsmitteln und teilweise auf angereicherte Lebensmittel. Sie sind nicht mit dem UL gleichzusetzen, da der UL die langfristige Gesamtzufuhr berücksichtigt.
Welche Werte für ein bestimmtes Vitamin gelten, ist in den beiden Übersichtstabellen aufgeführt.
Überschüssige Mengen wasserlöslicher Vitamine können teilweise über den Urin ausgeschieden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass beliebig hohe Dosierungen unbedenklich sind. Für Vitamin B₆ gilt beispielsweise ein UL, während größere Biotinmengen bestimmte Laboruntersuchungen beeinflussen können.
Ein Provitamin ist eine Vorstufe, die der Körper in das eigentliche Vitamin umwandeln kann. Ein Beispiel ist Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird.
Nein. Der Umfang der Verluste hängt vom Vitamin, vom Lebensmittel und von der Zubereitung ab. Wasserlösliche Vitamine können beispielsweise in das Kochwasser übergehen. Kurzes Garen mit wenig Flüssigkeit sowie Dünsten oder Dämpfen können dazu beitragen, Vitamine zu schonen.
Nein. Die benötigten Mengen unterscheiden sich je nach Vitamin. Eine langfristig hohe Zufuhr kann insbesondere durch hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel entstehen. Bestehende UL-Werte und BfR-Höchstmengenvorschläge helfen bei der Einordnung entsprechender Dosierungen.
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Quellenverzeichnis:
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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2021): Höchstmengenvorschläge für Vitamin C in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. Berlin: Bundesinstitut für Risikobewertung. Online verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-vitamin-c-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf
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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2024): Aktualisierung (2023): Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. Stellungnahme Nr. 007/2024 vom 22. Februar 2024. Berlin: Bundesinstitut für Risikobewertung. DOI: 10.17590/20240222-141429-0. Online verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/aktualisierung-2023-hoechstmengenvorschlaege-fuer-vitamin-d-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf
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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2021): Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. Berlin: Bundesinstitut für Risikobewertung. Online verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-vitamin-k-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf
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Bundeszentrum für Ernährung: Müller, C. (2025): Vitamine – natürliche Fitmacher. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Stand: 28. Februar 2025.
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (o. J.): Vitamin B₁₂ (Cobalamine). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Online verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-b12/
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (o. J.): Vitamin D. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Online verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/
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Lebensmittelverband Deutschland (2026): Vitamine. Inhaltsstoffe und Zutaten. Online verfügbar unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/inhaltsstoffe/vitamine
