

Was dein Bauch dir wirklich sagen will. Mit Dr. Sepp Fegerl
Der Darm ist nicht nur ein Verdauungsorgan, er spielt eine wichtige Rolle für unser allgemeines körperliches Wohlbefinden. Wer auf seine Mitte achtet, unterstützt damit die Basis für ein funktionierendes Immunsystem und die körpereigene Balance.
In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Nils Behrens mit Dr. Sepp Fegerl, Facharzt für Allgemeinmedizin und Experte für moderne FX-Mayr-Medizin, über die zentrale Rolle des Darms für den menschlichen Organismus und die Bedeutung des Bauchgefühls.
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Der Darm als Wurzel der Pflanze Mensch
Dr. Sepp Fegerl beschreibt den Darm nicht als ein unappetitliches Anhängsel, sondern als ein Organ mit gewaltiger Oberfläche und enormem Potenzial für unser Immunsystem. Er vergleicht den Darm mit der Wurzel einer Pflanze, die liebevoll bedacht, manchmal gut eingepackt und oft einfach in Ruhe gelassen werden muss. Ohne diese vitale Wurzel gibt es laut dem Experten keine Blume und keine Früchte im Leben des Menschen.
Das medizinische Denken, Organe isoliert voneinander zu betrachten, hält Dr. Sepp Fegerl für eine Utopie, die sich nicht gut anfühlt. Wer sich gut fühlen möchte, braucht nicht nur ein gesundes Hirn, sondern auch einen gesunden Bauch.
Checkliste: Warum die Darmgesundheit Priorität hat
- Hormonzentrum: Der Darm fungiert als ein gewaltiges hormonproduzierendes Organ.
- Immunabwehr: Die riesige Oberfläche des Darms bietet ein enormes Potenzial für das Immunsystem.
- Stressregulation: Über die Darm-Hirn-Achse lässt sich das vegetative Nervensystem beruhigen.
- Regeneration: Eine gesunde Mitte ermöglicht die Reparatur bereits entstandener Schäden im Gewebe.
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Die Bauchbehandlung als diagnostisches Werkzeug
In der ärztlichen Praxis nutzt Dr. Sepp Fegerl die manuelle Bauchbehandlung. Sie hilft dabei, den Körper bei der Entspannung und Regeneration zu unterstützen. Wichtig dabei ist, in einen sehr respektvollen, aufmerksamen und unmittelbaren Kontakt mit dem Gegenüber zu treten.
Vielen Klienten wird durch diese achtsame Berührung erst richtig bewusst, wie sich ihre eigene Mitte anfühlt, da sie diesen Bereich oft komplett ausblenden. Wenn die Organe kenntnisreich stimuliert werden, beginnt das innere Uhrwerk wieder langsam anzulaufen, was einen tiefen Frieden vermittelt.
Die Darm-Hirn-Achse und das Nervensystem
Zwischen dem Gehirn und dem gastrointestinalen Nervensystem existiert eine unglaublich komplexe und zellreiche Verbindung, die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Dr. Sepp Fegerl erklärt, dass annähernd 90 Prozent dieser Nervenfasern vom Darm nach oben zum Gehirn leiten. Dies verdeutlicht, wie wichtig positive und friedliche Signale aus der Bauchregion für das gesamte System Mensch sind.
Während der Behandlung lässt sich feststellen, ob sich ein Patient im Stress-Bereich oder im regenerativen Reparaturmodus befindet. Dr. Sepp Fegerl versucht aktiv, die Betroffenen vom Sympathikus zurück in den Parasympathikus zu führen. Dies verbessert die Durchblutung und bereitet den Körper optimal auf die nächste Nährstoffaufnahme vor.
Anleitung zur Bauch-Selbstbehandlung
- Vorbereitung: Nehmen Sie sich 3 bis 10 Minuten Zeit, idealerweise in der Mittagspause oder abends im Bett. Suchen Sie sich eine ruhige, warme Umgebung, in der Sie keine Hektik verspüren und sich bequem auf den Rücken legen und ausstrecken können.
- Ankommen und Spüren: Legen Sie eine oder beide Hände auf Ihren Bauch. Dieser darf anfangs ruhig noch von einem T-Shirt oder Pullover bedeckt sein. Atmen Sie für 10 Atemzüge ruhig und spüren Sie einfach nur nach, wie sich der Bauch und die Bauchdecke anfühlen.
- Positionierung: Machen Sie den Bauch nun frei und legen Sie die Hand ca. eine halbe Handbreite unterhalb des Bauchnabels direkt auf die Haut. Stellen Sie sich dabei vor, Sie würden etwas sehr Behutsames (wie ein Baby oder einen Welpen) halten. Üben Sie in diesem Moment noch gar keinen Druck aus.
- Gezielte Bauchatmung: Atmen Sie tief über die Nase ein, sodass der Bauch kugelrund wird. Atmen Sie anschließend langsam über die Lippenbremse aus und entspannen Sie den Bauch dabei vollständig. Wiederholen Sie dies für etwa 5 Atemzüge.
- Sanftes Kreisen: Beginnen Sie nun, Ihren Bauch in großen Kreisen im Uhrzeigersinn auszustreichen. Streichen Sie am Anfang nur ganz oberflächlich, sodass Sie vor allem die Haut und deren Beweglichkeit spüren.
- Druck aufbauen & Bauch anheben: Nach einigen Kreisen können Sie den Druck minimal und langsam erhöhen. Achten Sie darauf, den Druck nicht nach unten in den Bauch hinein auszuüben. Sobald Ihre Hand den unteren Pol des Bauchs erreicht, heben Sie den Bauch sanft nach oben (in Richtung der linken Brust bzw. des Herzens) an. Führen Sie diese streichend-hebende Bewegung für 5 bis 10 große Kreise aus.
- Atmung und Anheben kombinieren: Legen Sie die Hände wieder an den unteren Bereich des Bauches. Wiederholen Sie die Bauchatmung und versuchen Sie nun, die Bauchwölbung beim Atmen ganz behutsam weiter in Richtung Herz anzuheben (oft reichen hier 1 bis 5 Zentimeter). Halten Sie diese Position für weitere 5 bis 10 Atemzüge.
- Abschluss: Streichen Sie abschließend erneut ein paar Mal in großen Kreisen im Uhrzeigersinn über den Bauch, bis Sie merken, dass er anfängt weich zu werden oder entspannte Geräusche zu machen.
Das physiologische Konzept des Fastens
Fasten unterstützt laut Dr. Sepp Fegerl körpereigene Stoffwechselprozesse und die natürliche Reinigungsfunktion des Körpers. Wenn mehr Proteine aufgenommen werden, als der Organismus verwenden kann, müssen diese im Körper deponiert werden. Es entsteht eine interstitielle Überladung mit Stoffwechselendprodukten, erklärt der Experte.
Diese Überfüllung im Gewebe reduziert die Regeneration der Organe und die allgemeine Säuberung des Körpers deutlich. Sogar Hormone können sich in einem derart belasteten Raum wesentlich schlechter bewegen. Dr. Sepp Fegerl empfiehlt daher Methoden wie das intermittierende Fasten, um diese Ablagerungen durch eine zeitweise Reduktion der Zufuhr wieder loszuwerden.
TAKE AWAYS
- Der Darm ist die „Wurzel“ des Menschen und das fundamentale Zentrum für Immunsystem und Wohlbefinden.
- 90 % der Nervenfasern der Darm-Hirn-Achse senden Signale vom Bauch zum Kopf, nicht umgekehrt.
- Die manuelle Bauchbehandlung hilft dabei, den Körper aktiv vom Stressmodus (Sympathikus) in den Regenerationsmodus (Parasympathikus) zu bringen.
- Eine interstitielle Überladung mit Eiweißen und Stoffwechselresten kann durch Fasten abgebaut werden.
- Achtsame Selbstbehandlung am Bauch kann eine wertvolle Ressource für Energie, Kraft und Zuversicht sein.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
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Dr. Sepp Fegerl ist Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretender Ärztlicher Direktor im Buff Medical Resort am Bodensee. Er gilt als ausgewiesener Experte für Darmgesundheit sowie für die moderne FX-Mayr-Medizin und unterstützt seit vielen Jahren Menschen dabei, ihre Verdauungsfunktion und Vitalität im Alltag zu erhalten. Sein Markenzeichen ist die manuelle ärztliche Bauchbehandlung, die er sowohl diagnostisch als auch therapeutisch einsetzt.
Mehr Informationen zu seiner Arbeit finden Sie hier: www.buff-medical-resort.com.
[Dr. Sepp Fegerl] (0:00 - 0:21)
Der Darm ist nicht ein unappetitliches Anhängsel, durch den man den Stuhl ausscheidet und das hoffentlich konflikt- und unfallfrei, sondern der Darm ist in seiner Funktion, in seiner gewaltigen Oberfläche, in seinem Potenzial für unser Immunsystem und als hormonproduzierendes Organ, ist er die Wurzel der Pflanze Mensch.
[Nils Behrens] (0:21 - 1:49)
Herzlich willkommen zu Herzweiß, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural.
Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein.
Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.
Wir leben in einer Zeit, in der Bäuche vor allem gestresst, bewertet und optimiert werden.
In Kilo, in Zentimeter und in Befor- und After-Fotos.
Dabei vergessen wir oft, dass genau dort eins unser empfindlichsten Stressbarometer sitzt, der Darm.
Die Mitte, in der sich Angst, Überforderung und innere Ruhe viel früher melden als im Kopf.
Was wäre, wenn eine einfache ärztliche Berührung am Bauch nicht nur die Verdauung, sondern auch unsere Selbstwahrnehmung verändern könnte?
Weg von Bodyshaming hin zu einem anderen Umgang mit dem eigenen Kopf.
Mein heutiger Gast ist Dr. Sepp Fegerl, Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretender Ärztlicher Direktor im Buff Medical Resort am Bodensee.
Er gilt als Experte für Darmgesundheit und moderne FX-Mayr-Medizin und hat über viele Jahre Menschen mit chronischen Verdauungsproblemen, Erschöpfungen und stressbedingten Beschwerden begleitet.
Sein besonderes Werkzeug, die ärztliche Bauchbehandlung als diagnostisches Instrument, therapeutische Technik und als Einladung, wieder Frieden mit dem eigenen Körper zu schließen.
Und deswegen sage ich herzlich Willkommen, Dr. Sepp Fegerl.
[Dr.
Sepp Fegerl] (1:50 - 1:52)
Servus Nils, schön hier in Berlin bei dir zu sein.
[Nils Behrens] (1:52 - 2:09)
Ja, schön, dass du da bist.
Das Lustige ist ja tatsächlich, ich bin ja zwölf Jahre lang beim Lanserhof gewesen, du warst damals noch beim VIVAMAYR und von daher ist mir dein Name schon so oft untergekommen, sage ich mal so.
Ich kenne auch einige der VIVAMAYR-Kollegen, aber wir haben uns bisher noch nicht persönlich getroffen.
Insofern freue ich mich sehr über die erste persönliche Begegnung.
[Dr. Sepp Fegerl] (2:09 - 2:12)
Ich bin schon ganz gespannt, aber ich fühle mich gut aufgehoben. Danke.
[Nils Behrens] (2:13 - 2:27)
Sehr gut, sehr gut. Sepp, meine erste Frage ist ja tatsächlich eine Sonntagsfrage.
Wenn du an einen richtig guten Sonntag denkst, welche Rolle spielt da dein Bauchgefühl?
Merkst du an dem Tag, ob dein Bauch sozusagen, oder andersrum, merkst du an deinem Bauch, ob das ein guter Tag war oder nicht?
[Dr. Sepp Fegerl] (2:27 - 3:05)
Also das Erste, was ich mache am Sonntag, ich versuche mich wieder zu spüren.
Ich bewege meine Gelenke. Ich habe früher sehr viel Sport betrieben und einige gebrochen und verletzt.
Und wenn die sich gut bewegen lassen, ist das super.
Dann steige ich langsam aus dem Bett, in dem Ansinnen, dass ich meine liebe Frau und meine Tochter bald mit einem Frühstück überrasche, und steige die Treppen hoch.
Und wenn beim Hinaufsteigen der Treppe der Bauch weder zieht noch drückt und ich leicht Atem kriege, dann ist alles schon mal ganz gut.
Und wenn ich dann spätestens beim Sockenanziehen nochmal im Härte-Test bemerke, dass da einfach nur die pure Kraft und Freude und das Wohlbefinden lebt, dann ist alles gut.
[Nils Behrens] (3:05 - 3:26)
Sehr gut, sehr gut. Ich finde es so witzig, dass wir jetzt hier ein Gespräch über das Thema Bauch führen.
Und du hast tatsächlich hier von der FX-Mayr-Gesellschaft einen relativ großen Anstecker sogar.
Man sieht es, wenn man den Video-Podcast jetzt dazu sich anschaut, dass man da die verschiedenen Posen dann auch tatsächlich eines Bauches sieht.
Also da gehen wir auch gleich nochmal drauf ein, aber ja.
[Dr. Sepp Fegerl] (3:26 - 4:18)
Es ist einfach, wir rücken bei der Mayr-Medizin den Menschen und die Betrachtung des Menschen mit allen Sinnen so in den Vordergrund.
Und ich war jetzt gerade auf dem Weg zu dir, habe ich einen Kaffee getrunken und eine kleine süße Schweinerei gegessen und genossen und dabei wieder einfach nur zugeschaut, wie die Menschen, die an mir vorbeigehen, was sie für eine Haltung und was sie für eine Statur haben.
Und so wie, wenn das passiert, wenn man in Rimini am Strand sitzt, ist es genauso auch hier bei jeder Haltung, bei jeder Person, die vorbeigeht, geht sofort das Kopfkino los und man denkt sich, woher kommt der gerade, was macht der gerade, wie fühlt er sich?
Und die Haltung gibt mir da ganz viel Grundlage, das Gefühl zu haben, da ist jemand in der Freude, im Glück, in der Kraft, da ist jemand unzufrieden, da ist jemand zornig, außer sich verwirrt etc. Das ist einfach schön und das bilden wir eben da mit unseren mayrschen Bäuchen.
[Nils Behrens] (4:19 - 4:40)
Ich finde es wirklich lustig, als ich in das Thema tiefer eingestiegen bin damals, war es dann auch so, dass ich dann, wie du schon sagst, also gerade so Schwimmbadsituationen oder am Strand oder sonst was, gerade wenn man sich sehr tief in dem Thema auseinandersetzt und was du ja permanent tust, ich habe es dann nur zu dem Zeitpunkt sozusagen, als ich mal so eine Grundausbildung da gemacht habe, da habe ich schon auch gemerkt, dass man dann auf einmal die nicht mehr einfach neutral betrachten kann.
[Dr. Sepp Fegerl] (4:41 - 5:10)
Auf jeden Fall. Es ist ja auch bei den lieben Menschen, die einen umgeben, bei mir ist die Frau oder die Tochter, wenn ich die in der Früh nach dem Frühstück, wenn ich die einfach suche oder wie sie raufkommt in das Erdgeschoss und wir uns dann begegnen, steckt ja in der Spannkraft des Körpers in dem Moment so viel Informationen, ist es für sie heute ein guter Tag, ist es weniger ein guter Tag, muss ich sie, kann ich sie gleich challengen in der Früh mit der Frage, wie war der Tag, oder muss ich doch liebevoll sein und sie zuerst einmal umarmen?
[Nils Behrens] (5:11 - 5:26)
Sehr schön, sehr schön, lass uns mal ganz vorne anfangen, du erklärst, wie erklärst du einem Laien, was du da eigentlich machst, wenn du jemandem eine ärztliche Bauchbehandlung gibst, also was ist es konkret und was ist das Ziel?
[Dr. Sepp Fegerl] (5:26 - 8:41)
Es ist ganz wichtig, dass das Gegenüber nie das Gefühl hat, dass ich da einen Bauchfetischismus befriedige, das Gefühl sollte nicht aufkommen.
Es ist ein sehr respektvoller, sehr aufmerksamer, sehr ehrlicher, sehr unmittelbarer Kontakt und eine Begegnung mit dem Gegenüber, das heißt, in einer angenehmen Liegeposition für den Klienten lege ich meine Hände, nachdem ich sie vorgestellt habe, ich nehme immer zuerst die Hände des Patienten in die Hand, ich tue zuerst immer meine Hände auf Temperatur bringen, das machen auch meine Kollegen und Kolleginnen und dann tut man mit vorsichtigen Streichungen über die Flanke, einfach versuchen zu erfassen, in welchem Spannungszustand dieser Bauch ist, in welchem Spannungszustand diese körperliche Mitte ist.
Vielen Klienten kann ich dabei erst einmal so richtig zu Bewusstsein bringen, wie sich da die Mitte anfühlt, die meisten blenden das komplett aus, nicht unbedingt, weil sie übergewichtig sind oder weil da was weh tut, sie spüren es nur einfach nicht mehr.
Wir sind so kopfgesteuert und gechallenged von den Widrigkeiten des Alltags oder einfach von Social Media und Co., dass da diese Ruhe im Bauch gar nicht bemerkbar wird.
Was ich jetzt mache bei der Bauchbehandlung, wir machen Diagnostik auf der einen Seite, da werden wir intensiv geschult in der Ausbildung zum Mayr-Arzt, zur Mayr-Ärztin und wir versuchen den dünnen Darm, den dicken Darm, die intestinalen Organe zu begreifen, zuzuordnen, räumlich einen Spannungszustand, einen Spasmus, eine Entzündlichkeit zu identifizieren, zu orientieren, wo ist das Zwerchfell, wie schaut die Skelettmuskulatur aus, ist sie massiv, zum Beispiel sind diese ganz klassischen Rückenbeuger, sind die massiv verkürzt oder eben auch nicht und dann beginnen wir mit rhythmischen Bewegungen, den Bauch, die unterschiedlichen Abschnitte des Darms zu tonisieren, eine Lymphdrainage praktisch am Anfang zu beginnen und so zu stimulieren, dass er wieder beginnt sich zu bewegen und das ist etwas, was einhergeht mit Atemübungen, die man zusammen macht und immer eben freundlich, liebevoll im Rhythmus des Patienten und eine Bauchbehandlung dauert im Schnitt 15 bis 20 Minuten, abhängig davon wie viel Spannung im Bauch ist und das Ziel dabei ist immer, dass es dem Klienten nachher deutlich besser geht, sowohl was den Blutdruck betrifft, als auch die Sauerstoffsättigung betrifft, als auch das Wohlbefinden im Bauch.
Spannungen, die vorher vorhanden waren, Schmerzen, die vorher vorhanden waren, sollen deutlich gelindert werden und das hat jetzt nichts zu tun mit Esoterik oder einfach nur Placebo-Effekt, sondern wie gesagt anerkennen, dass dieser Bauch das Haus ist für Organe, die sich in diesem Haus die Hand reichen, zusammenwirken und wenn man diese pfleglich und achtsam und kenntnisreich bewegt und stimuliert, beginnt dort dieses Uhrwerk wieder langsam anzulaufen, was einen tiefen Frieden vermittelt.
[Nils Behrens] (8:42 - 8:52)
Es ist ja sehr interessant, weil wir hatten jetzt schon mehrfach den Namen Mayr genannt, F.X. Mayr, das ist ja Franz Xaver Mayr, ein österreichischer Naturarzt.
[Dr. Sepp Fegerl] (8:53 - 9:38)
War ein ganz klassischer Arzt, hätte damals eigentlich Professor auf der Anatomie werden sollen, hat sich nur nicht mit dem zufrieden gegeben, was er auf der Universität gelernt hat, ist dann nachher um die ganze Welt gereist, in die USA, nach England, nach Paris, nach Warschau, aber auch nach Prag, um dort an den Universitäten zu lernen und hat dort seine eigene Form der Diagnostik und Therapie weiterentwickelt.
Im Wesentlichen eigentlich eine antienzündliche Fastentherapie mit einer Lebensstilschulung.
[Nils Behrens] (9:39 - 10:01)
Und das, was ihn ja ausgezeichnet hat, er war, glaube ich, einfach ein sehr guter Beobachter.
Also es gibt ja diese Geschichte zumindest, dass er quasi auf dem Bauernhof gesehen hat, dass die Kühe, wenn sie im Sommer auf der Weide stehen und grasen, dass dann der Hintern immer sauber ist und während sie dann im Winter, wenn sie nur im Stall stehen und da eben halt nur das trockene Stroh bekommen, dass dann der Hintern nicht mehr so sauber ist.
Das heißt also, dass er sagt, okay, da scheint es ja einen Zusammenhang zu geben.
[Dr. Sepp Fegerl] (10:01 - 11:08)
Ja, oder auch zum Beispiel, wenn man versucht, eine Kuh zu melken, dann hat man immer so die gleichen Handgriffe.
Jede Kuh hat ja ihre eigene Persönlichkeit, aber man kommt leichter oder schwerer an das Euter ran und melkt.
Wenn man allerdings bemerkt, dass die eine Kuh auf einmal mit den Armen nicht mehr am Euter zu erreichen ist, auf die normale und gewohnte Art und Weise weiß man, dass man diese Milch eher verwerfen muss oder eben anderen Tieren zufügt, aber nicht zu der anderen Milch dazugibt, weil einfach diese Kuh nicht gesund mehr ist.
Und dann darf die auch nicht auf die Alm, sondern muss ein bisschen im Stall bleiben und kriegt trockenes Futter und trockenes Stroh und wird so wieder gesund.
Aber ich bin ganz bei dir. Der Dr. Mayr hat uns mit seinem Beobachtungsschatz, den er so wunderbar zusammengefasst hat und so wunderbar weitergegeben hat, einfach da ein diagnostisches Repertoire an Werkzeugen überlassen, das sehr viel Freude macht im Alltag und es uns erlaubt, ausgesprochen knifflige Fälle und Rare Diseases sehr positiv mit ganz grundlegenden medizinischen Kenntnissen zu beeinflussen und zu begleiten.
[Nils Behrens] (11:08 - 11:37)
Du hast jetzt ja schon einige Sachen gerade erwähnt, die du alle ertasten kannst im Rahmen der Bauchbehandlung.
Hast du denn jetzt mal ein vielleicht konkretes Beispiel für unsere HörerInnen, wo du sagst, okay, da hast du etwas durch diese Bauchbehandlung, Bauchdiagnose erkannt, feststellen können, was eigentlich im Grunde für den Patienten eine signifikante Veränderung seines Lebens ihm gebracht hat, dass vielleicht auch etwas du festgestellt hast, was vorher noch kein anderer über Labortests oder Ultraschall gefunden hat?
[Dr. Sepp Fegerl] (11:38 - 15:01)
Also es gibt mehrere Aspekte.
Ich arbeite unter anderem auch mit Sportlern und Sportlerinnen und wenn ich da zum Beispiel denke an einen Zehnkämpfer, den ich lange betreuen durfte und nachher auch seine Kollegen und Kolleginnen aber betreuen durfte, das war vom Optischen her genau so wollte ich auch ausschauen.
Fit und groß und schön, ein gesundes Menschenkind, durch und durch.
Und zu mir ist er gekommen, weil er einfach immer das Gefühl gehabt hat, er hat so ein bisschen einen Brain Fog und er ist in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt, hat aber nicht gewusst, woran es liegt, hat ganz viele Laboruntersuchungen mitgenommen, hat ja auch mit seinem Körper Geld verdient, deswegen waren die Untersuchungen, die gemacht worden sind, auch sehr aussagekräftig auf der einen Seite und sehr komplex und sehr tiefschürfend, aber es hat ihm niemand auf den Bauch gegriffen.
Ich habe ihn gebeten im Rahmen der Untersuchung, eben sich auf den Rücken zu legen, wir haben uns den Bauch zusammen angeschaut und dieser Bauch war unglaublich verspannt, war schmerzhaft, war empfindlich.
Dieser Mann, der eigentlich nur aus Muskeln bestanden hat und aus Kraft und Energie, der war im Bereich des Bauchs wie ein Schlachtfeld.
Und es war sehr schön zu erleben, wie über die Therapie, über ein bisschen Reduktion auf der einen Seite, über Übungen, Atemübungen auf der anderen Seite und eben die Wiederholung der Bauchbehandlung, dieser Bauch innerhalb von fast, es war nicht viel, innerhalb von drei Tagen wieder begonnen hat, so richtig weich zu werden.
Und wie wir uns dann das erste Mal voneinander getrennt haben, nach einem therapeutischen Zyklus, da war der Bauch einfach ein Ort der Kraft, wo er sich genährt hat, wo Zuversicht drinnen war, wo auch dieses Resilienzgefühl wieder für den Sportler gegeben war und geborgen war.
Und das war einfach eine sehr schöne Erfahrung.
Aber überall ist es so.
Man weiß nie, was man erlebt, wenn man auf den Bauch eines lebendigen Menschen greifen darf.
Da steckt einfach so viel drinnen.
Ist jemand angespannt? Hat er ein Telefonat geführt?
Oder muss er es noch führen, dass er im Bauch liegt?
So wie der Name es schon sagt.
Ist da eine Unruhe drinnen? Ist da eine Spannung drin?
Andere Sachen, die sehr spannend sind, ist, ich gehöre zu der Gattung der Mediziner, wir fokussieren uns auf die Regulationsfähigkeit.
Und Regulationsfähigkeit bedeutet, kann ich mit Reizen, die ich setze, die Vitalität des Gegenüber wieder so freilegen und stimulieren, dass er oder sie wieder heil wird oder gut wird oder besser wird, sich wieder seinem Idealzustand nähert.
Und das kann ich im Rahmen der Bauchbehandlung zum Beispiel erfassen.
Beispiel nochmal, ein verkrampfter, verzwickter Bauch, der im Rahmen der Bauchbehandlung beginnt wieder weich zu werden und anfängt zu singen.
Diese kleinen Darmgeräusche. Oder einen Bauch, der zum Beispiel völlig schlapp, völlig vergiftet, völlig klapprig, ein, ich möchte nicht sagen tot, aber ein ganz ein stiller Darm ist.
Wir kennen das von der Kinderbetreuung, solange die Kinder, wenn sie einen Spielkameraden im Haus haben, solange man die Kinder beim Spielen nur hört, ist alles gut.
Wenn es ruhig wird und leise wird, sollte man rasch schauen, was los ist.
[Nils Behrens] (15:01 - 15:42)
Ja, es ist wirklich sehr spannend.
Also, wenn man sich insgesamt diese FX-Mayr-Methode so anhört, dann würde ich sagen, hat sie einen Ruf.
Man kann immer sagen, das ist so ein bisschen zwischen Wunderkind und Esoterik so.
Letztendlich, was ich so spannend fand in der Zeit, in der ich für den Lanserhof gearbeitet habe, ist, dass es immer gerne auch von den klassischen universitären Schulmedizinern immer in so eine Voodoo-Ecke geschoben wird.
Und dass man dann nach und nach viele von den Dingen, die Mayr damals schon intuitiv durch Beobachtung gemacht hat, heute weiß, dass sie eigentlich richtig sind.
Das heißt also, wie würdest du denn jetzt, wenn du genau in so eine Diskussion reingeraten würdest, einem klassischen universitären Schulmediziner sagen, was ist der medizinische sinnvolle Kern dieser Methode?
[Dr. Sepp Fegerl] (15:42 - 17:43)
Der sinnvolle Kern ist eine antienzündliche Therapie. Wir müssen die Zustände einer Scheingesundheit einfach aufdecken.
Wir wissen das auch in der Schulmedizin oder Universitätsmedizin.
Aus meiner Sicht gibt es da, sollte es eigentlich keine Trennung geben.
Aber wir kennen auch dort die Situation, wir vergleichen dort immer mit dem statistischen Mittel.
Also wenn man sich im statistischen Mittel bewegt, ob das jetzt Laboruntersuchungsergebnisse sind, der Bodymass-Index ist, die Leistungsfähigkeit, die Kraft, die Libido, mein Konzentrationsvermögen und der IQ, meine Herzpumpleistung.
Wenn ich mich im Mittelfeld bewege, dann ist alles gut.
Allerdings aus dem Mittelfeld heraus kann sich schon eine Wellenbewegung entwickeln, die mich hin in einen Bereich bringt, wo ich eben nicht mehr in der Mitte bin, wo ich Symptome erlebe, wo ich Funktionsverlust erlebe.
Und da ist die Diagnostik nach Mayr ganz streng nach den Regeln der Physiologie oder der Pathophysiologie einfach zwei, drei Schritte schneller, wenn es darum geht zu erkennen, hey, hier gibt es einen Bereich, der läuft einfach nicht rund.
Kleines Beispiel. Wir haben viele Patienten, es ist noch nicht lange her, da hat man gesagt, es gibt ein Reizdarmsyndrom.
Das Reizdarmsyndrom ist doch etwas, man findet nichts, was in irgendeiner Art und Weise ein Problem darstellt.
Es ist eine Ausschlussdiagnostik. Heute, zehn Jahre später oder 15 Jahre später, ist das Reizdarmsyndrom eigentlich als Diagnostik verschwunden, mehr und mehr, weil wir wissen, dass ein Reizdarmsyndrom immer eine Dysbiose enthält, immer eine funktionelle Störung im Bereich des gastrointestinalen Trakts besteht.
Was mich traurig macht, ist, dass es in der medizinischen Welt, gerade auch auf universitärer Ebene, mehr und mehr verpönt ist, den Patienten, den Klienten, das Gegenüber anzugreifen.
Wir vergeben uns eine Riesenchance in der Diagnostik.
[Nils Behrens] (17:43 - 17:44)
Anzugreifen heißt so anzufassen, oder?
[Dr. Sepp Fegerl] (17:44 - 17:46)
Anzufassen, zu berühren.
[Nils Behrens] (17:46 - 17:53)
Ich habe im ersten Moment, ich habe jetzt gerade einen Augenblick gebraucht, weil ich dachte, anzugreifen, ich will ja auch nicht beschimpft werden von meinem Arzt, aber du meintest eben halt anzufassen.
[Dr. Sepp Fegerl] (17:54 - 17:54)
Anzufassen.
[Nils Behrens] (17:54 - 18:00)
Ich übersetze es für unsere deutschen Hörer.
[Dr. Sepp Fegerl] (18:00 - 18:37)
Seien Sie nachsichtig mit einem Österreicher, mit einem Bordschatten.
Es ist immer mehr so, ich erlebe das auch, weil ich viele Kollegen und Kolleginnen ausbilden darf, wenn man mit denen in die Bauchdiagnostik geht, für viele ist es das erste Mal seit langer Zeit, dass sie wieder einen Bauch angreifen.
Ich habe ganz viele Patienten, die ich kennenlerne, die eine Colitis ulcerosa haben oder eine chronische entzündliche Darmerkrankung oder ein Bauchproblem oder Reflux oder ja, was auch immer.
[Nils Behrens] (18:37 - 18:40)
SIBO, auch ein sehr häufig nicht so sehr diagnostiziertes Problem.
[Dr. Sepp Fegerl] (18:40 - 19:59)
Auf jeden Fall. Sie haben oft ein Problem im Bereich des Bauchs.
Das Wohlbehagen ist verschwunden und das Leid hat ein bisschen Raum gegriffen.
Und sehr, sehr selten ist es, dass irgendein Kollege schon mal auf den Bauch gegriffen hat.
Man hat Ultraschalluntersuchungen gemacht, man hat vielleicht ein Röntgen gemacht, man hat alle möglichen Laboruntersuchungen gemacht, man hat eine Stuhluntersuchung gemacht, vielleicht sogar ein CT, aber dass jemand hingegriffen hat.
Und dann einfach einmal im Greifen kann ich ja unterscheiden, wo sind die Bereiche des Darms oder wo sind die Bereiche in der Bauchhöhle, die schmerzhaft sind, die empfindlich sind.
Wir können schauen, ist zum Beispiel ein Spasmus, ist sowas wie ein unglückliches Kind.
Wenn ich das an meine Brust nehme und hebe und ein bisschen halte, dann kann es sich wieder entspannen.
Das ist gut.
Also einen Spasmus kann ich identifizieren, indem ich einfach den Bauch einmal behandle.
Wohingegen eine Entzündung, ein gebrochenes Bein kriege ich jetzt nicht weg, indem ich es einfach nur halte. Das klappt nicht.
Aber so komme ich einfach in der Diagnostik deutliche Schritte weiter.
Und dass Fasten etwas ist, was man in irgendeiner Form mit Esoterik verwechseln kann, disqualifiziert eigentlich einen modernen Mediziner.
Dann hat man weder auf der Universität heutzutage aufgepasst, noch hat man seine Pflicht erfüllt und sich weiter fortgebildet.
[Nils Behrens] (19:59 - 20:31)
100 Prozent richtig. Ich finde es immer ganz schön, ich habe in der Zeit, als ich noch häufiger das Thema erklären musste, immer ein Bild bemüht.
Wenn man früher so Höhlenforscher hatte, die haben ja dann häufig immer gerne eine Kerze erstmal reingehalten, um zu gucken, ob genügend Sauerstoff in der Höhle da ist.
Das heißt also, ein Klassiker ist ja eigentlich, die beste Art, um ein Feuer zu löschen, ist ja das, den Sauerstoff zu entziehen.
Und das gleiche ist ja mit den Entzündungen im Körper.
Das Beste, was man machen kann, die Entzündung zu reduzieren, ist einfach mal das, was die Entzündung auslöst und nährt, zu reduzieren.
[Dr. Sepp Fegerl] (20:31 - 21:49)
Genau so. Oder nochmal in der Begegnung von Menschen, die wir kennen.
Wenn sich der Geruch meiner Frau verändert, weiß ich, und das nicht im positiven Sinne, oder dass sich bei mir irgendwie die Alarmsignale, die die Haare im Nacken aufstellen lassen, weil da etwas nicht gesund mehr riecht, dann weiß ich, das ist jetzt nicht eingebildet, ihr geht es nicht gut.
Man braucht nicht in Panik verfallen, das ist eine vitale, liebe, gesunde Frau, die ich habe.
Aber jetzt gehört ein bisschen Schonung her. Genauso bei meiner Tochter.
Oder zum Beispiel, wir können heute so viel an mikrobiologischer Untersuchung machen, also Bakterien nachweisen.
Früher hat man im Wochenbett, also nach der Entbindung der Kinder, gerochen an den Vorlagen der Damen.
Warum?
Weil man allein vom Geruch her schon die kleinsten Zeichen von Entzündung oder Infektion erkennen kann.
Lang vorher noch, wenn man einen Abstrich macht und den kultiviert, dann dauert es drei Tage, bis sie das Ergebnis hat.
Das sind so Kleinigkeiten, vermeintliche, die uns leider in der Qualität unserer Medizin und unserer Diagnostik in der modernen Zeit deutlich abhandengekommen sind und uns das Leben schwieriger machen.
Und vor allem, nachdem wir ja jemanden betreuen sollen, der nicht nur schutzbefohlen ist, sondern auch Hilfe braucht, wir verweigern ihm damit die bestmögliche Care.
[Nils Behrens] (21:50 - 22:03)
Ich gebe dir ja bei all den Punkten, die du gesagt hast, hundertprozentig recht.
Trotz allem, eine Diskussion, mit der ich mich auch immer wieder auseinandersetzen musste, waren ja immer diese Begriffe wie Entschlackung, dass die wissenschaftlich nicht haltbar wären.
[Dr. Sepp Fegerl] (22:04 - 22:07)
Das ist mein Lieblingsthema, das liebe ich.
[Nils Behrens] (22:09 - 22:17)
Der klassische Schulmediziner sagt immer so, er hat schon so viele Körper in der Pathologie gesehen, er hat noch nie so was wie Schlacke gefunden.
[Dr. Sepp Fegerl] (22:21 - 22:28)
Ich bin bei dir, der Begriff der Schlacke ist vielleicht nicht perfekt zu übersetzen in der modernen Zeit.
[Nils Behrens] (22:28 - 22:44)
Du bist nicht bei mir, du bist bei dem, was ich an Kritik bekommen habe.
Es ist ja nicht so, dass du mich quasi überzeugen musst, sondern du musst ja unsere HörerInnen überzeugen, die vergleichbare Themen auch kennen oder vielleicht diese Meinung haben.
[Dr. Sepp Fegerl] (22:44 - 28:46)
Ich kenne das. Es ist mir eine große Freude.
Ich habe im niedergelassenen Bereich gearbeitet, ich habe in Krankenhäusern gearbeitet, ich habe in Rehabilitationsanrichtungen Mayr-Kur gemacht mit neurochirurgischen Patienten und überall haben meine Kollegen und Kolleginnen immer die Luft angehalten, wenn es um den Begriff Schlacke gegangen ist.
Dieser Begriff Schlacke ist ein alter Begriff. Der hat jetzt mit unserem Verständnis nur bedingt was zu tun und assoziiert bei uns einfach oder weckt bei uns Assoziationen, die so auch nicht gemeint sind.
Vielleicht zwei Sachen voraus.
Es war einen Nobelpreis in Medizin wert, die Erkenntnis von Professor Ohsumi und auch die Darstellung, was die Zelle macht, wenn intrazellulär Müll sich anhäuft und ich diese Zelle ins Fasten schicke, dann entsteht ein Prozess der Autophagie.
Diese Autophagie bedeutet, dass eben so Rudimente aus einfach zu viel angebotenen oder nicht verbrauchten Eiweißen, Zuckern und Fetten langsam abgebaut werden, weggeknuspert werden, recycelt werden, würde man heutzutage sagen, und die Zelle, wie ein Haus praktisch, auf einmal immer weniger Gerümpel in sich trägt, damit die Funktionalität der Zelle sich verbessert.
Sie kann besser DNA reparieren, sie kann besser Hormone produzieren, sie kann einfach alles besser als wie vorher.
Also das wäre mal praktisch so eine intrazelluläre Entschlackung. Das Einzige, was man dafür machen muss, damit es einsetzt, ist intermittierendes Fasten zum Beispiel für eine gewisse Zeit lang Reduktion der Zufuhr von außen.
Das Zweite, wir leben in einer Zeit, wo Proteine, an allem darf man sparen, nur nicht an Proteinen.
Die Menschen essen Proteine, nehmen Protein-Shakes zu sich, ob jetzt vegan, vegetarian, non-veg, spielt keine Rolle.
Aber Protein ist das Wichtigste, ganz schlecht ist der Zucker und noch viel schlechter ist das Fett, aber da irrt man sich wieder.
Du hörst schon, ich bin immer da neugierig, wenn es darum geht, so Strömungen und auch Moden zu begegnen.
Das ist einfach sehr spannend. Wenn wir es wieder runterbrechen, wie man das ja in der Medizin machen sollte, runterbrechen auf die Physiologie, also das, was man weiß.
Wir haben eine wunderbare Möglichkeit, zum Beispiel Zucker auszuscheiden.
Wir haben wunderbare Möglichkeiten im Körper, mit Fetten umzugehen, wenn sie zu viel wären, wenn wir zu viel zu uns genommen haben.
Wir speichern entweder in Fettzellen oder wir tun sie zum Beispiel einfach über den Stuhl ausscheiden.
Harn, ich könnte Harn ausschwitzen, ich kann den ausstrullern, ich kann den Zucker, kann ich über den Harn eben auch so loswerden, ich kann ihn auch theoretisch in den Stuhl stationieren.
Aber wenn ich mehr Proteine aufnehme, als ich in der Lage bin, auch tatsächlich zu verwenden und einzusetzen, habe ich keine Möglichkeit, diese loszuwerden.
Die müssen im Körper deponiert werden. In Form von Proteoglykanen bilden sich nachher riesige Makromoleküle in diesem Raum zwischen dem Blutgefäß und der nächsten Zelle, in diesem interstitiellen Raum, wo man eigentlich nur elastische Fasern haben möchte und Nervenfasern und ein bisschen Lymphgefäß und so Fibroblasten.
In diesem Bereich entwickeln sich auf einmal Proteoglykane und das sind gigantische Zucker-Eiweiß-Proteine oder Eiweißgebilde.
Die schauen ein bisschen so aus, initial eigentlich wie eine zarte Feder, aber nachdem sie sehr saure Strukturen sind, binden sie Wasser an sich und dann schauen sie auf einmal aus wie ein Luffaschwamm.
Und jetzt könntest du dir vorstellen, wenn zwischen uns jetzt einer deiner schönen Farne zum Beispiel steht, dann kann ich, wenn das nur ein Farnwedel ist, ich kann dir die Hand reichen, wir können miteinander reden und es ist nicht störend.
Stell dir vor, man stellt uns hier einen großen Strauß mit Straußenfedern dazwischen.
Ich kann dich nicht gescheit sehen, ich kann dich nicht gescheit erreichen. Das ist auf einmal störend.
Wir sind beide unbeeinträchtigt am Anfang, aber diese Funktion und die Interaktion zwischen uns ist gestört und nachhaltig gestört.
Das wäre etwas, was man nennt eine Schlacke. Wir haben etwas Überflüssiges zwischen uns gestellt, was wir auf diese Art und Weise nicht loswerden können.
Jeder Masseur, jeder Osteopath kennt das. Wenn ich ein Gewebe habe, das sich nicht mehr gut bewegt, beginnt es zu versulzen.
Es entwickeln sich Gelosen.
Das ist eben nochmal diese Wasseransammlung rund um diese Proteoglykane, unter anderem auch.
Wenn ich jetzt jemanden in die Reduktion führe und erleben darf, dass der Körper auf einmal in den Proteoglykanen einen potenziellen Speicher und eine potenzielle Quelle für Energie und für Substrat findet und diese verbraucht und abarbeitet, dann erlebe ich das einfach, dass die Interaktion zwischen den Zellen wieder besser ist, das Gewebe ist besser anzugreifen, ich habe weniger Schwellung.
Kleines Beispiel, wenn wir beide auf Urlaub gehen.
Ich mache, weil ich ein Österreicher bin, ich mache einen Spazier- oder Wanderurlaub in den Bergen.
Du machst, weil, Entschuldigung, ich tue jetzt das Klischee verwenden, du bist ein begeisterter Deutscher Urlauber und ziehst nach Mallorca an den Strand.
Wir treffen uns nach einer Woche wieder und wir schauen uns einfach nur an, wir vergleichen unsere Portraits vorher und nachher, wenn wir einfach sehen, dass dein Gewebe anders ausschaut, dein Gesicht sich anders ausschaut und auch anders anfühlt, als wie meines.
Wenn wir also uns so überfordern und überfüllen, dann passiert etwas in diesem interstitiellen Raum und das ist nichts, was man, man könnte es Schlacke nennen, aber was tatsächlich der Fall ist, ist eine lymphatische Stauung, eine interstitielle Überladung mit Eiweißen, mit Zuckern, unter Umständen mit Fetten, mit Stoffwechselendprodukten, die die Interaktion, die Säuberung, die Funktion und die Regeneration des Gewebes und der Organe deutlich reduziert.
Hormone zum Beispiel können sich auf einmal deutlich weniger gut bewegen.
[Nils Behrens] (28:48 - 29:09)
Ja, das Thema Protein ist schon wirklich interessant.
Also ich finde die Ausmaße, die es mittlerweile angenommen hat, also alles, was man vorher sich nicht gönnen, leisten sollte, sowas wie Chips oder Schokoriegel oder Eis, wird jetzt auf einmal durch, es ist jetzt Pizza, wird alles durch Protein jetzt heilig gesprochen.
So, nee, das ist jetzt sehr gut, weil jetzt ist ja viel Protein drin.
[Dr. Sepp Fegerl] (29:10 - 29:16)
Früher hat man noch Rumkugeln neben der Kasse im Supermarkt gefunden und jetzt findet man Proteinriegel.
Mit schokoladen Geschmack natürlich.
[Nils Behrens] (29:16 - 29:32)
Natürlich. Lass uns mal so ein bisschen vom körperlichen hin zu dem, sag ich mal, so mehr emotionalen Thema rübergehen.
Du sprichst eben halt von der Hand am Bauch als, ich sage jetzt mal, psychologischen Kunstgriff.
Was macht diese Berührung mit dem Nervensystem?
[Dr. Sepp Fegerl] (29:33 - 34:29)
Also wir wissen von dieser Darm-Hirn-Achse.
Diese Darm-Hirn-Achse ist eine unglaublich komplex und zellreich ausgebildete Verbindung zwischen dem Hirn und dem gastrointestinalen Nervensystem, also dem Nervensystem, das die Verdauungsorgane vom Schlund weg, von den Lippen weg bis zum After umgibt.
Und das ist eine Nervenverbindung, die keine Abzweigungen kennt.
Das ist ein direkter Draht von oben nach unten und von unten nach oben.
Annähernd 90 Prozent dieser Fasern zeigen allerdings vom Darm nach oben.
Also es drückt nochmal aus, wie wichtig es für dieses Überleben des Wesens Mensch, das ja vermeintlich nur im Kopf sich abspielt, es ist, dass die Signale von unten sehr positive und friedliche sind.
Wir können über diesen Vagusnerv, der praktisch diese Verbindung, diese Darm-Hirn-Achse darstellt oder eine dieser Verbindungen der Darm-Hirn-Achse darstellt, können wir sehr gut den entweder Parasympathikus oder den Sympathikus ansprechen.
Der Parasympathikus ist ein Teil oder es sind beides Teile des unbewussten Nervensystems, des Vegetativums.
Des Vegetativums, das uns in einen Zustand bringt, wo wir entweder leisten können nach außen, das wäre so der Sympathikotonus, Verantwortung, Kreativität, Kampf, Flucht, Performance, jemanden erobern, verliebt sein.
Das ist Sympathikus, das ist Präsenz. Und dann gibt es den anderen Aspekt, den Parasympathikus, und der repräsentiert Regeneration, Reparatur, Wachstum, aber auch zum Beispiel Fruchtbarkeit, Verdauung.
Und diese zwei Aspekte können nicht gleichzeitig dominant sein.
Sie können manchmal ausgewogen gegenüberstehen, aber wenn ich zum Beispiel mit meiner Frau tanzen tue, kann ich nicht gleichzeitig auch ein Verdauungsmonster sein und eine Schwarzwälder Kirschtorte zum Beispiel verdauen.
Das klappt nicht gut. Ich kann das eine sehr gut in dieser Situation machen, aber das andere wird einfach zu kurz kommen.
Das ist es. Während der Behandlung am Bauch erleben der Klient, wie ich, in welchem Bereich des vegetativen Nervensystems er ist.
Im Performance-Bereich, ja, nach außen, oder im Regenerations- und Reparaturbereich, dem nährenden Aspekt.
Und egal, wo er festhängt, wir können ihn da wieder in die Balance bringen.
Und das ist ein Zustand, dieses in die Balance bringen, das bedeutet, oder es funktioniert so, dass man Atem-Synchron-Bewegungen, Bauchbewegungen macht.
Das ist sowas wie ein alpenländisches Atmungs-Yoga, wenn man so möchte, das sich eben in der Art und Weise, wie man einander begegnet, wirklich nur Achtsamkeit und Vorsicht widerspiegelt, aber auch eine Ehrlichkeit.
Das heißt, man geht wirklich an die Wurzel des Gegenüber. Der Bauch ist ja so ziemlich das Privateste.
Wenn ich jetzt denke zum Beispiel an Tiere, wenn Tiere sich mir entweder völlig sicher sind, dann drehen sie sich auf den Rücken und zeigen mir ihren Bauch.
Das heißt, hey, ich vertraue dir. Oder ich anerkenne, dass du mir nichts tun willst.
Und du darfst mich jetzt berühren praktisch und ich werde mich nicht schrecken.
Genauso ist es bei den Menschen, wenn ich diesen durch sanfte Streichungen von der Seite die Atmung gezielt stimuliere auf der einen Seite, aber auch reguliere auf der anderen Seite, zum Beispiel einatmen durch die Nase und dann ganz langsam und verlangsamt ausatmen über eine Lippenbremse.
Einatmen einmal nicht in den Brustkorb, sondern einatmen einmal in die Bauchhöhle, sodass die Bauchdecke einmal gespannt wird, aber nachher auch wieder weich wird.
Und wenn ich dann synchron praktisch in die Bewegung gehe, ist es gut.
Ich rege damit den Parasympathikus an.
Jemand, der im Leid ist, im Schmerz ist, im Stress ist, wird auf einmal weich.
Im Weichsein wird einem wieder bewusst, okay, was hat man oder auch was vermisst man.
Und das ist der perfekte Anknüpfungspunkt, um einfach nach vorne zu denken und zu sagen, hey, du bist jetzt hier, vielleicht ist das noch ein Ballast und das noch ein Ballast.
Aber wenn du nach vorne schaust praktisch, was würdest du hinter dir lassen?
Und dann kann man das wunderbar so aufarbeiten, zusammen begehen, immer wieder auch einüben und auch diese Verantwortung und in der Selbstwahrnehmung auch übergeben an den Klienten, sodass man ihn ermächtigt, sich auch in der Zukunft weiter treu zu bleiben und wenn er sich einmal verloren hat, durch so ganz gezielte Bauchatmung oder auch eine Selbstbehandlung des Bauchs wieder einzufangen und wieder zu finden.
[Nils Behrens] (34:31 - 34:58)
Ja, das ist ganz schön. Du hast es gerade Selbstwahrnehmung genannt.
Ich finde, dass wenn man sich heute mal so die sozialen Medien, Instagram und Co. anschaut, dann sind ja irgendwie so die Sixpack-Ideale dann auf der Instagram auf der einen Seite und auf der anderen Seite gibt es auch so eine Gegenbewegung, wo die Leute so stolz sind auf ihren sogenannten Dadbod.
Was würdest du uns sagen, was siehst du bei dir in der Praxis häufiger?
Menschen, die ihren Bauch, ich sage es mal, hassen oder die ihn komplett ignorieren oder was ist sozusagen das Häufigste?
[Dr. Sepp Fegerl] (34:59 - 38:23)
Also, was ich sehr oft sehe, ist, dass Menschen sich überhaupt nicht mit ihrem Bauch identifizieren können und wollen.
Unabhängig davon, ob sie jetzt einen Sixpack haben oder ob sie jetzt einen richtigen Schwabbelbauch zum Beispiel hätten, wo einfach ganz viel gespeicherte Energie abgelegt ist.
Viele tun den Bauch so absolut wegschieben.
Vielleicht auch gar nicht so oft so bewusst, nur nochmal, ich habe zuerst das vegetative Nervensystem erwähnt.
Wenn wir versuchen, unseren Alltag oder auch unsere Profession oder unsere Leidenschaften zu meistern, sind wir gewohnt, dass es Effort braucht.
Das Leben ist eine Aufgabe, die erobert werden möchte zum Beispiel.
Es ist oft der Alltag etwas, was mehr mit einem Kampf zu tun hat, als es eigentlich ein Tanzen sein könnte.
In dieser Situation sind wir im Brustkorb, sind wir in der Präsenz, im Kopf, vielleicht auch in den Füßen, wir sind in den Armen, aber einfach ganz ruhig hier im Darm.
Wenn dann der Darm Geräusche macht zum Beispiel oder mal Bewegungen, ist oft dieses Menschenkind massiv verunsichert.
Was soll ich denn jetzt davon halten? Ist das jetzt ein Angriff? Bin ich jetzt krank?
Der Darm fühlt sich oder der Bauch fühlt sich auf einmal leer an oder der Bauch macht Geräusche.
Heißt das, ich muss was essen? Ich möchte auf jeden Fall, dass es schnell wieder aufhört.
In so einer Situation ist es ein unglaublich schönes Erlebnis, wenn man einfach wieder und wieder und wieder die Klienten in der Praxis, die Klienten in der Ordination versöhnen kann und in Kontakt bringen kann mit ihrem Bauch.
Es geht nicht darum, es kann durchaus sein, dass es in der Betrachtung, aber noch viel mehr in der Berührung des Bauchs am Anfang einmal nur im Vordergrund steht.
Erstens, es ist ein Private Part, das heißt, das bin ich.
Wenn ich jemanden draufgreifen lasse, dann ist es ein Vertrauensbeweis und das Vertrauen gebe ich nur dann, wenn ich mir sicher bin.
Nummer zwei, es ist warm. Es ist eindeutig, fühlt sich lebendig an.
Ich spüre die Atmung, ich spüre vielleicht auch die Herzaktion drinnen oder das Schlagen meiner Bauchschlagader.
Je länger ich dann drauf bleibe mit der Hand auf diesen warmen, lebendigen Bauch, umso mehr spüre ich auch, dass da was Lebendiges drinnen ist, kleine Bewegungen, die stattfinden.
Ich spüre vielleicht auch die eine oder andere Speckrolle und denke mir, ah, die wünsche ich mir weg.
Aber wenn mein Nervensystem und wenn ich in meiner Wahrnehmung den Darm oder den Bauch, in diesem Fall die Bauchdecke, nicht ignoriere und einfach versuche wegzuschieben, dann ist es auch meinem Stoffwechsel und meinem Nervensystem und meinem endokrinologischen, das heißt meinem Hormonsystem gegeben, das als eine potenzielle Quelle der Kraft und der Energie zu nutzen in der Zukunft, also da zu versöhnen.
Die Atmung, so wie wir sie verwenden, reduziert den Blutdruck. Die Atmung, so wie wir sie verwenden, verbessert die Durchblutung.
Es kommt über einen erhöhten Anstieg von CO2 im Blut und über den Bohr-Effekt zu einer massiven Verbesserung der Durchblutungsleistung auf allen Ebenen.
Auch wieder ein Zustand, der das Gegenteil von Sickness Behavior zur Folge hat.
Das heißt, ich fühle mich perfekt oxygeniert, perfekt durchblutet, bereit für was Neues.
[Nils Behrens] (38:24 - 38:38)
Bereit für was Neues. Wenn du mal wirklich dann dir was wünschen dürftest für was Neues, für die Zukunft, wie würden wir in Zukunft über Bäuche sprechen, also privat, in den Medien, in der Medizin?
Was müsste sich aus deiner Sicht dringend ändern?
[Dr. Sepp Fegerl] (38:39 - 39:37)
Der Darm ist nicht ein unappetitliches Anhängsel, durch den man den Stuhl ausscheidet und das hoffentlich konflikt- und unfallfrei, sondern der Darm ist in seiner Funktion, in seiner gewaltigen Oberfläche, in seinem Potenzial für unser Immunsystem und als hormoneproduzierendes Organ ist er die Wurzel der Pflanze Mensch.
Und der Wurzel gehört liebevoll bedacht, die gehört auch manchmal gut eingepackt und manchmal auch einfach nur in Ruhe gelassen.
Aber ohne Wurzel keine Blume, ohne Wurzel keine Früchte.
Und dieses Denken in der Medizin, dass man einfach nur sagt, dieses Organ steht für sich und dieses Organ steht für sich und ich kann einen Bizeps haben und ein glückliches Hirn haben, wenn gleichzeitig mein Darm im Unglück ist, ist etwas, was eine Utopie bleiben wird und was sich auch nicht gut anfühlt.
Und es verdient jeder, dass er, wenn er auf seinen Bauch greift, ein gutes Gefühl hat.
[Nils Behrens] (39:39 - 40:06)
100 Prozent. Ich finde es trotzdem sehr interessant, dieses Buff Medical Resort ist ja relativ neu und ihr seid ja wirklich high-end in eurer Ausstattung, im Kardio, MRT, mit ner Höhenkammer, mit wirklich modernster Diagnostik, muss man ja wirklich so sagen.
Gleichzeitig verteidigst du ja eigentlich eine uralte manuelle Therapie.
Wie siehst du die Grenzen zwischen, ich sage jetzt mal, dieser sinnvollen Selbstoptimierung, dem falschen Glauben, den Körper komplett managen zu können?
[Dr. Sepp Fegerl] (40:08 - 44:08)
Ich erlebe im Moment, ein kleines Beispiel, ich erlebe im Moment die künstliche Intelligenz, ChatGPT und Grok, als etwas, was mich völlig überrascht und fasziniert, wie komplex es Denken kann, wie spannend Fragen oder Aufgaben praktisch von diesen Systemen gemeistert werden oder Lösungen zumindest angeboten werden.
Ich erlebe auch gleichzeitig, wie unvollkommen das manchmal ist. Aber es sind unglaublich viele Möglichkeiten.
Es sind neuronale Netzwerke, die das möglich machen. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ein neuronales Netzwerk, so wie es in der KI praktisch realisiert worden ist, und dem stelle ich gegenüber die biologische Realität, das heißt, ich habe eine mechanische Dimension.
Ich habe eine psychologische, eine physiologische, eine hormonelle, eine neurologische, eine immunologische Dimension.
Und all das ist in unserem Körper verwirklicht. Das sind Netze und Interaktionen, die jegliche Vorstellungskraft des Menschen eigentlich sprengen müssen.
Und ein Versuch, das bis ins Detail zu erfassen und dann auch noch zu orchestrieren oder orchestrieren zu können, indem ich spitzfindig werde, ist ein spannender Versuch aus wissenschaftlichen Gründen, sicher hochgradig reizvoll.
Aber es könnte so viel einfacher und besser und leichter und glücklich machender gehen, indem ich mich darauf konzentriere, hey, ich habe Sorge um mein Herz.
Wir schauen uns das Herz an. Das Herz in seiner Darstellung, in seiner Funktion wirkt recht gut, aber wir nehmen wahr, dass diese Person nicht diese Zuversicht, nicht dieses Selbstvertrauen hat.
Jetzt ist die Frage, warum hat er denn das nicht?
Das hängt meistens dann damit zusammen, dass er entweder nicht so leistungsfähig ist oder nicht so resilient, widerstandsfähig ist oder nicht so glücklich ist, wie er das gerne wäre.
Und das sind dann die Momente, wo ich wieder sagen muss, hey, was brauche ich zum Glücklichsein?
Was brauche ich zum Leistungsfähigsein? Ich brauche ausreichend Ruhe. Ich brauche eine Aufgabe.
Ich brauche einen Rhythmus.
Ich brauche ein Substrat, das sich in Energie oder auch in Substanz umwandeln kann und auch einen Stoffwechsel, der in der Lage ist, mich davon auch wieder zu lösen oder auch zu befreien, wenn das notwendig ist.
Ich brauche die physische, die körperliche Bewegung und muss ein Verständnis dafür haben, welche Bewegung für mich freundlich und positiv ist und ab wann ich mich verhalte, als würde ich einen Tiger niederringen.
Wenn ich mich zum Beispiel in der Bewegung immer so verhalte, als würde ich zum Beispiel zwei-, dreimal in der Woche beim Peloton dem Löwen davonlaufen, dann wird die Kreatur in mir, die von der Evolution gestaltete und so begabte, die wird sagen, hey, wenn du wo lebst, wo dreimal in der Woche der Löwe vorbeikommt, dann zieh weiter.
Das ist kein guter Ort. Geh weg von hier.
Da musst du was verändern.
Und wir können im Buff Medical Resort, können wir das alles wirklich auf tollster Stoffwechsel-Ebene darstellen.
Aber noch einmal das, wenn jemand nicht in der Lage ist, über einen gesunden Darm zu verfügen und einen guten, gut funktionierenden Verdauungsstoffwechsel, dann ist alles andere nur Beiwerk.
Wir kriegen erst schön langsam gebacken, wie wichtig die bakteriellen, die mikrobiologischen Stoffwechselprodukte, die in unserem Darm entstehen, wenn das Mikrobiom was zum Fressen kriegt, was die mit unserem Körper machen und was die für einen Einfluss nehmen.
Und auch da wieder, ein gesunder Mensch ist leistungsfähig, ist freundlich, ist entspannt, zuversichtlich, hat einen regelmäßigen Stuhlgang und riecht auch gut.
Ja, so einen Menschen möchte ich um mich haben.
[Nils Behrens] (44:08 - 44:31)
Absolut, absolut.
Ich finde gerade das gute Riechen, das sind manchmal so Faktoren wie, du merkst es natürlich sehr stark, großer Alkoholkonsum, Rauchen, aber es gibt eben halt auch andere Dinge, die tatsächlich einen nicht gut riechen lassen, sage ich mal so.
Und damit meine ich nicht jetzt irgendwie Knoblauch oder sowas, sondern einfach nur, du merkst einfach, wenn jemand so ungesund ist, die sehen das ja auch häufig so aus, wenn jemand so ungesund aussieht, aus jeder Pore irgendwie.
[Dr. Sepp Fegerl] (44:32 - 46:16)
Du, wir haben einen fantastischen Sinn dafür, zu erkennen, ob das Gegenüber gesund ist oder nicht.
Ob es verheißt, ein toller Partner zu sein oder nicht.
Und das, was ich zum Beispiel bei der Bauchbehandlung ganz spannend finde, du kannst jemandem, du machst die Bauchbehandlung, du gehst ins Atmen, du machst die Lymphdrainage im Bereich des Bauchs, die Tonisierung im Bereich des Bauchs, das Zwerchfell beginnt sich wieder abzusenken und den Brustkorb toll zu belüften.
Und was passiert? Auf einmal riecht das gegenüber wie ein Aschenbecher. Und du denkst dir, was ist denn da los?
Ist das eine olfaktorische Halluzination? Und du gehst ins Gespräch und du erfährst, okay, diese Person hat vor Jahren mitunter Jahrzehnten geraucht und hat aber aufgehört damit.
Während der Bauchbehandlung kommt es zu einer Ventilation mitunter von Bereichen, die so lange schon nicht mehr angegriffen worden sind.
Wir haben ja genauso auch beim Darm, wenn wir ins Fasten gehen, wenn wir den Darm stimulieren, es ist mitunter so, dass in den ersten paar Tagen Stuhlgänge zum Vorschein kommen, die bestialisch stinken und die Klienten sich fragen, oder die eigentlich die Schuld geben, was haben sie gemacht?
Es stinkt und es brennt oder es ist ganz wild, meine Frau hat gesagt, und überhaupt, wir haben gar nichts gemacht. Wir haben nur den Körper entlastet. Entlastet bedeutet, er ist wieder in der Lage, besser zu funktionieren. Was funktionieren kann, kann sich auch befreien. Und was sich befreien kann, wird halt alter Dreck, man möge mir verzeihen, ob das jetzt alter Dreck ist oder eben die Stoffwechselmetaboliten, die im Bindegewebe herumhängen und Zellulitis verursachen zum Beispiel, wo ich eigentlich nur elastisches Gewebe haben möchte.
[Nils Behrens] (46:17 - 46:44)
Ja, ja, ja, also wir hatten ja schon unseren gemeinsamen Bekannten, Henning Sato, hier im Gespräch und nach dem Gespräch ist eine Freundin von mir, Grüße an Lisa, an dieser Stelle wirklich traumatisiert raus, als sie hört, dass sich bis zu 23 Kilo Stuhl, alter Stuhl sozusagen, sich eben halt im Darm noch befinden kann.
Das ist so der Rekord. Also das ist jetzt nicht normal, aber schon, dass man davon ausgehen kann, dass sich eben halt bei einer bestimmten Lebensweise schon einiges dann eben halt da zurückfinden kann.
[Dr. Sepp Fegerl] (46:44 - 49:27)
Da darf ich vielleicht einen kleinen Ausblick geben.
Es gibt die anatomische Struktur des Darms, ist ja ein bisschen sowas wie ein Mikrofasertuch, Riesenoberfläche.
Und diese Riesenoberfläche ist da, damit sie Nährstoffe aufnehmen kann.
Diese Riesenoberfläche erreicht man, indem man so Mikrovilli hat, nennt man das. Also so Ausstülpungen, die von Zellen besetzt sind.
Jetzt ist zuerst die Villi und dann auf den Zellen noch einmal so kleine Mikrovilli sind.
Wenn ich aber nochmal zurückgehe, diese Zotten oder diese Villi, die sind normalerweise ganz gut durchblutet.
Wenn ich in einem entspannten Zustand bin, ist die Durchblutung bei annähernd 100 Prozent.
Das heißt, egal was ich antransportiere oder was meine Schleimhautzelle braucht, sie kriegt 100 Prozent Durchblutung.
Wenn allerdings jetzt der Geruch von Brand zum Beispiel in die Nase steigt und ich vom vegetativ-parasympathischen Zustand in den sympathischen Zustand, in den Kampfmodus übergehe, dann reduziert sich die Durchblutung in diesem Villus runter auf nur noch 20 Prozent.
Das bedeutet, dass diese Kontaktfläche jetzt nur noch zu einem Fünftel durchblutet ist und ein Fünftel durchblutetes Gewebe bedeutet ein Fünftel weniger Reparatur, ein Fünftel weniger Resorption.
Wenn jetzt der Darm als Muskelschlauch da ist und ich habe jetzt also auf einmal einen Stress und Stress bedeutet immer, im Darm wird es ruhig und still und alles bleibt liegen.
Die kleinen Villi, die nur noch zu einem Fünftel durchblutet sind und die eine Nachbarschaft haben, in denen Bakterien in Ruhe, in der Dunkelheit, in der Wärme ihre Stoffwechselarbeit machen, wir nennen das Gärung oder Fäulnis, beides Prozesse, wo nicht nur Ambrosia und Gold zum Vorschein kommt, sondern auch wirklich handfeste krebsverursachende Substanzen zum Beispiel oder auch absolute Unglücklichkeitsmacher, die wirken dann auf diese kleinen Villi ein und führen dann dort zu einem Schaden, der sehr gerne entweder dann entartet oder einfach erst wieder repariert werden muss.
Wenn wir jetzt während der Bauchbehandlung jemanden wieder aus dem Sympathikus in den Parasympathikus bringen und damit eine Lymphdrainage und auch eine Durchblutungsverbesserung herstellen, dann ist es wieder eine aktive Vorsorge für den nächsten Kontakt mit Nahrung zum Beispiel.
Jeder Schaden, der verursacht worden ist, ist bis zum gewissen Teil gerade schon wieder repariert worden und ich kann auf die nächste Nahrung oder aus der nächsten Nahrung bestmöglich profitieren, indem ich Nährstoffe aufnehmen kann.
Eine geschädigte Zelle ist einfach keine, weder eine gute Barriere noch ein guter Transporter von Nährstoffen in den Körper hinein.
[Nils Behrens] (49:30 - 49:48)
Ich würde gerne mal, weil wir eben halt schon das Thema Selbstoptimierung angesprochen haben, viele von unseren HörerInnen, die tracken ja sehr viel ihren Schlaf, ihre HRV, ihre Glucose.
Wenn man jetzt aus der Sicht eines Bauchbehandlers Ihnen einen Satz mitgeben würde, welche Kennzahl sollten Sie vielleicht weniger, welche sollten Sie mehr beobachten?
[Dr. Sepp Fegerl] (49:49 - 51:47)
Okay. Darf ich drei Sachen sagen?
Okay. Erstens mal, wie reagiere ich auf Langeweile?
Verursacht es mir einen Stress?
Führt es mich in eine Leere? Führt es mich in einen Zorn?
Das wäre ein spannender Marker.
Das Zweite ist, wie fühle ich mich nach der Bewegung?
Fühle ich mich wie ein aktives, strahlendes Menschenkind? Oder fühle ich mich sogar stolz, weil ich bin jetzt dem Löwen davon gerannt?
Oder bin ich eigentlich jetzt in einer Opfersituation und brauche wieder Regeneration?
Und der dritte Aspekt, wie fühle ich mich nach dem Essen?
Fühle ich mich gestärkt, genährt, frischer, vitaler, realer und belastbarer als wie vorher?
Oder fühle ich mich auch hier wie jemand, der fast in einem Opferzustand ist? Ich kann ganz viele Sachen tracken.
Ich kann die Herzratenvariabilität anschauen.
Das ist aus meiner Sicht einer der Parameter, der wirklich hochgradig interessant ist.
Diese Herzratenvariabilität sollte eine möglichst große Variabilität, das heißt einen möglichst großen Unterschied in dem Zeitraum zwischen den einzelnen Herzschlägen darstellen.
Das ist ein Zeichen dafür, dass das Vegetativum gesund ist und sozusagen die Vitalität stimmt.
Das wäre einer der Parameter, die ganz interessant sind, aber im Wesentlichen noch einmal bei allen Bio-Hackern.
Hey, macht sie ihre Mahlzeit glücklich und fühlen sie sich nachher fit, glücklich, froh und genährt?
Zweitens, macht die Bewegung, verursacht es bei ihnen nicht ein Hochgefühl, sondern einfach nur ein Gefühl, wo sie sagen, hey, das ist so entspannt, so schön, so easy, so gut.
Ich könnte jetzt, ob ich jetzt lernen müsste, einen Vortrag halten müsste, eine Frau erobern muss, Entschuldigung, oder auch einen Mann, oder ob ich einfach nur schlafen muss.
Ich bin jetzt so fit und so gesund, ich könnte das alles.
Und der dritte Aspekt eben, wie geht es mir, wenn ich mit Langeweile konfrontiert bin?
[Nils Behrens] (51:48 - 52:04)
Das ist ein sehr interessanter Punkt.
Ich war mal auf dem Jakobsweg unterwegs und habe dann das erste Mal wirklich über so viele Stunden mich nur mit mir selbst beschäftigen können.
Also ich fand es nicht langweilig, aber ich fand es wirklich so, es war für mich tatsächlich das Gefühl, als hätte ich so einen alten Freund mal wieder getroffen, den ich länger nicht gesehen habe.
[Dr. Sepp Fegerl] (52:05 - 52:09)
Allerdings, wie es wahrscheinlich auch bei alten Freunden ist, man hat am Anfang ein bisschen Berührungsängste.
[Nils Behrens] (52:10 - 52:30)
Aber ich fand ihn ganz unterhaltsam. Jetzt kommen wir mal zu einer Sache.
Du hast gerade eben halt gesagt, dass die Bauch-Selbstmassage auch möglich wäre.
Kannst du einmal vielleicht Schritt für Schritt erklären, damit unsere HörerInnen zu Hause sicher starten können, was sie tun können, damit sie sich nicht selbst, sage ich mal, verletzen oder was falsch machen?
[Dr. Sepp Fegerl] (52:31 - 53:24)
Also, wenn man liebevoll mit sich umgeht, verletzt man sich nie.
Das geht sogar mit einem gebrochenen Bein, das kann man liebevoll streicheln und man wird sich erkennen, Schaden zu fühlen.
Aber machen Sie eine Bauchbehandlung dann, wenn Sie einmal drei, fünf, vielleicht sogar zehn Minuten Zeit haben.
Ich empfehle, dass man das zum Beispiel macht, entweder in der Mittagspause oder vielleicht auch erst, wenn man im Bett liegt am Abend.
Das sollte ein Moment sein, wo Sie sich ausstrecken können, wo Sie auf dem Rücken liegen können, wo es warm ist, wo es auch nicht laut ist oder keine Hektik herrscht.
Sie einfach eine vertraute, angenehme, wohlige Umgebung haben.
Dann legen Sie zuerst Ihre Hand auf den Bauch.
Darf ruhig am Anfang noch der Bauch bedeckt sein von einem Pullover zum Beispiel oder von einem Shirt.
Einfach nur einmal, um zu spüren für zehn Atemzüge, wie fühlt sich der Bauch an, wie fühlt sich die Bauchdecke an.
[Nils Behrens] (53:25 - 53:26)
Soll ich ihn an eine bestimmte Stelle legen?
[Dr.Sepp Fegerl] (53:27 - 57:57)
Es ist, wenn diese Hand jetzt am Anfang einfach nur einmal auf dem Bauch liegt, ist es ein Ankommen.
Man kann auch die zweite Hand dazulegen, einfach nur einmal auflegen.
Nach diesen zehn Atemzügen, dann heben Sie bitte das T-Shirt oder heben Sie den Pullover oder den Pyjama, öffnen den Hosenknopf und gehen mit der Hand ungefähr eine halbe Handbreite unterhalb des Bauchnabels.
Wenn Sie jetzt nicht wissen, wie das genau ist, dann stellen Sie sich vor, Ihr Bauch wäre ein Kindlein, ein Baby, ein Welpen, das Sie zu Ihrem Herzen heben möchten.
Also Sie greifen genau dorthin, wo Sie sagen, so jetzt habe ich meinen Bauch, den fühle ich und den habe ich sicher in den Händen.
Sie brauchen nicht drücken, Sie brauchen im Moment nur gar nichts tun.
Sie haben nur einmal die Hand hier und beginnen wieder in den Bauch hineinzuatmen.
Einatmen über die Nase und den Bauch dabei kugelrund machen und ausatmen über die Lippenbremse und einfach nur den Bauch entspannen.
Wenn der Lufthunger wieder kommt, atmen Sie wieder ein über die Nase und wiederholen das ganze Spiel für ungefähr fünf Atemzüge.
Wenn das soweit erledigt ist, dann beginnen Sie Ihren Bauch in großen Kreisen im Uhrzeigersinn zu streichen.
Es geht jetzt am Anfang nur ganz oberflächlich, so dass Sie die Haut und die Hautbeweglichkeit spüren, dass Sie vielleicht sogar spüren, das eine oder andere gespeicherte Energiedepot und Sie nähern sich, Sie tun ganz in Ruhe im Uhrzeigersinn große Kreise machen und beginnen dabei langsam etwas mehr Druck aufzubauen und zwar nicht Druck nach unten, sondern immer wenn Sie an den unteren Bereich, an den unteren Bereich des Bauchs kommen, beginnen Sie diesen Bauch etwas mehr nach oben zu heben, Richtung linker Brust zum Beispiel, Richtung Herzen und das machen Sie bitte für fünf, ja also ich würde mal sagen für zehn große Kreise. Dann legen Sie wieder die Hände an den unteren Pol des Bauches und wiederholen die Bauchatmung und dieses Mal versuchen Sie dieses Kind, diese Bauchwölbung, egal wie vorgewölbt sie ist oder auch vielleicht ganz unsichtbar und nur eine kleine Welle, beginnen Sie ganz behutsam beim Atmen weiter Richtung Herz zu heben.
Da reicht oft schon ein Zentimeter, bei manchen sind fünf Zentimeter gut möglich.
Es geht da nicht um einen Wettbewerb, sondern es soll einfach nur eine positive, angenehme Bewegung sein.
Nach diesen weiteren fünf bis zehn Atemzügen beginne ich wieder im Uhrzeigersinn praktisch den Bauch zu bestreichen und wiederhole das ein paar Mal, bis ich das Gefühl habe, so jetzt beginnt mein Bauch Geräusche zu machen.
Jetzt beginnt er weich zu sein. Da ist es zum Beispiel ganz spannend, einfach in der Selbstwahrnehmung zu schauen. Wenn ich das am Abend mache und schon ein bisschen Erfahrung habe und ich mache die ersten zehn Atemzüge in die Bauchdecke hinein und ich merke, heute ist ein bisschen verknopft, heute ist ein bisschen verspannt, aber nach zehn Atemzügen wird er weich.
Das war einfach nur Stress. Wenn ich allerdings merke, jetzt habe ich zehn Atemzüge gemacht und ich habe ihn auch bewegt, aber er ist noch immer verspannter als gestern, er ist härter, er ist empfindlicher als gestern, könnte ich im Kopf einmal kurz den Tag Revue passieren lassen und überlegen, was habe ich denn heute gemacht, was habe ich gegessen, wie habe ich es gegessen, was habe ich gegessen, in welchem Zustand habe ich es und wie viel war es davon, habe ich mich vielleicht in irgendeinem Bereich dort überfordert.
Es gibt dann ein klareres Bild und ich kann am nächsten Tag mit diesem Wissen gleich ausprobieren, ob ich nicht da die eine oder andere bessere Entscheidung treffe und am Abend spüre ich schon bei der Selbstanwendung, heute ist es wieder weicher, heute ist es wieder entspannter, heute reagiert er viel schneller und so habe ich, ohne dass ich mich darauf konzentrieren muss, ist es jetzt Gluten, dass ich esse oder habe ich ausreichend Fermentiertes konsumiert, habe ich ein klares Bild davon, wie geht es meinem Bauch heute und es geht mir besser.
Ich kann mich quasi wieder an der Hand nehmen und so in Supervision einfach weiter nach vorne gerichtet in eine positive Zukunft begleiten.
[Nils Behrens] (57:58 - 57:59)
Kann ich das jeden Tag machen?
[Dr. Sepp Fegerl] (58:00 - 58:25)
Unbedingt gerne und je weniger, je weniger Zeit ich habe, umso besser ist es sich vielleicht vorm Essen auch einmal einfach nur nach hinten oder noch zurückgelehnt hinzusetzen oder auch einmal kurz hinzulegen und einmal diese Bauchatmung durchzuführen.
Vielleicht kommt man darauf, dass man einfach nur verspannt ist, angespannt ist, gestresst ist, aber eigentlich gar keinen Hunger hat.
[Nils Behrens] (58:25 - 58:30)
Gibt es denn Menschen, die das jetzt hören, die nur sagen, ihr solltet es bitte nicht machen?
[Dr. Sepp Fegerl] (58:31 - 59:29)
Erstens, es sollte jeder machen.
Einen Punkt gibt es, wenn Sie erleben, dass bei diesem Anheben des Bauches, dass Sie eben den Bauch kreisen, im Uhrzeigersinn immer wieder bewegen und entlasten. Sie machen die Bauchatmung, heben den Bauch ganz leicht an und dass trotz zweier oder dreier Wiederholungen der Bauch sich trotzdem nicht nur empfindlich anfühlt, sondern schmerzt, dann darf ich Sie bitten, suchen Sie zum Beispiel auf die Homepage der Internationalen Gesellschaft für Mayr-Medizin.
Schauen Sie nach einem Kollegen einer Kollegin, der bei Ihnen in der Nähe ist und lassen Sie sich da den Bauch anschauen.
Sie brauchen jetzt nicht fürchten, dass Sie in Gefahr sind, aber es macht Sinn, dass Ihre Beschwerden, so wie Sie sie wahrnehmen in diesem Fall, auch genauer nicht nur untersucht werden, sondern denen man auch auf den Grund geht.
Sie sind gut angeleitet, Ihr Körper leitet Sie gut an und das wird Ihnen gut tun.
[Nils Behrens] (59:29 - 59:41)
Vielen Dank, wir kommen schon zum Ende.
Was wäre dein Wunsch, was du denkst, was die Leute am Ende dieser Folge vielleicht mitnehmen, worauf sie neugierig sind, was sie ändern sollten?
[Dr. Sepp Fegerl] (59:44 - 1:01:04)
Es würde mich sehr freuen, wenn ich einem Zuhörer vielleicht den Mut geben konnte, in Kontakt mit Ihrem Bauch zu treten, am Abend einmal die Hand auf den Bauch zu legen.
Es geht jetzt nicht um einen Schönheitswettbewerb, es geht nicht um ein Messen, es geht nicht um ein Vergleichen, es geht einfach nur um dieses Sich-Selbst-Spüren-und-Wahrnehmen.
Ohne Wollen, ohne Tun, ohne Ziel, einfach nur wahrnehmen.
Sie sind dann mit Ihrer Hand am Bauch an einem Ort, der wirklich eine Wurzel, eine Ressource von Energie, von Kraft, von Zuversicht, von Freude sein kann.
Noch viel mehr, als Sie es in anderen Dingen finden, links und rechts, liegt es da schon bereits in Ihrer Mitte und gehört nur entdeckt.
Sie brauchen sich dem nur liebevoll zuwenden.
Und wenn Sie unsicher sind, bitte dann, nutzen Sie zum Beispiel auch auf YouTube verfügbare Videos für zum Beispiel die Bauch-Selbstmassage oder Behandlung nach Rosendorff.
Das ist eine gute, einfache Form, wie man sich, wenn meine Beschreibung nicht detailliert genug war, oder nicht klar genug war, wie man sich selbst helfen kann.
Aber bitte, bitte, bitte, Sie haben da ein Bauchgefühl und das soll ein gutes sein.
Und wenn es das nicht ist, dann liegen Sie richtig.
[Nils Behrens] (1:01:06 - 1:01:46)
Ich finde, das sind ganz hervorragende Schlussworte, also für alle, die sich wirklich immer mit dem Thema Darmgesundheit auseinandersetzen wollen.
Also man kann eben halt zum einen schauen bei den, wie gesagt schon, der Gesellschaft für Internationale Mayr-Medizin, FX Mayr-Medizin, da findet man schon einiges an Aufklärung.
Da findet man auch diese, die ich schon beschrieben habe, verschiedenen Bauchformen.
Da kann man sich dann auch selbst mal im Spiegel anschauen und gucken, in welche Kategorie man so reingehört.
Das fand ich einfach für mich auch sehr, sehr interessant.
Und ansonsten kann man dich persönlich eben halt im Buff Medical Resort Bodensee antreffen und dann auch von dir persönlich den Bauch massieren lassen, behandeln lassen.
Und deswegen sage ich erstmal vielen Dank für das Gespräch. Hast du eigentlich ein Lieblingssupplement?
[Dr.Sepp Fegerl] (1:01:47 - 1:02:37)
Vielen Dank, es war schön bei dir zu sein.
Ein Lieblingssupplement, was soll ich jetzt anderes sagen als Wasser und vielleicht zum Beispiel Flohsamenschalen.
Das ist etwas, das bringt meinen Darm in Schwung gleich in der Früh.
Ich tue mich nach sechs, acht Stunden, meistens sind es leider viel zu wenige, ausreichend hydrieren, gebe dann diesen freundlichen Sparring-Partner für meine Darmmuskulatur, und erlebe dann einfach, wie es vorangeht.
Ich verwende etwas, ungefähr die Menge, die man verwenden würde, Fleur de Sel auf einem schönen Stück, ob es Spargel ist oder Fleisch, mit 400 Milliliter warmen Wasser.
[Nils Behrens] (1:02:37 - 1:02:41)
Okay, ich hatte jetzt gerade so einen Esslöffel Flohsamenschalen im Wasser, das wird natürlich schon hart.
[Dr. Sepp Fegerl] (1:02:41 - 1:03:06)
Schau, wenn jemand ein Verdauungsperformance-Monster ist, der darf einen ganzen Esslöffel nehmen.
Ich bin es leider nicht. Ich achte manchmal nicht so sehr auf meine Balance, wie es mir gut täte und dann weiß ich, dass ich eher vielleicht ein Verdauungszwerg bin, als ein Verdauungsmonster.
Und dem Verdauungszwerg, dem geht es richtig gut, eben mit einer guten Prise Flohsamenschalen, der Verdauungszwerg wäre überfordert von einem Teelöffel.
[Nils Behrens] (1:03:06 - 1:03:25)
Ja, wir haben tatsächlich bei Sunday Flohsamenschalen Pulver.
Dachte ich am Anfang, nee, das ist ja doof, weil ich will ja eigentlich gerade, dass die sich daran so ausarbeiten, aber das, was ich gelernt habe, das ist natürlich auch erstmal unlogisch und gleichzeitig logisch, dass die Oberfläche natürlich signifikant beim Pulver vergrößert wird gegenüber einer normalen.
[Dr. Sepp Fegerl] (1:03:25 - 1:03:47)
Genau, es kann fantastisch quellen, deswegen müsste man beim Pulver oder darf man beim Pulver von Sunday zum Beispiel, ist man besonders effizient unterwegs, man braucht einfach nur sehr wenig davon und wenn man sich unsicher ist, starten sie am Anfang einfach mit weniger und gehen sie in kleinen Schritten.
Wie gesagt, auch bei den Supplementen ist es so wie beim Essen oder beim Sport, man soll sich nach der Einnahme immer besser fühlen, als wie vorher.
[Nils Behrens] (1:03:47 - 1:04:13)
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