Informationen zur Podcastfolge Nr. 170 Mehr Platz im Gehirn. Mit Dr. Boris Nikolai KonradInformationen zur Podcastfolge Nr. 170 Mehr Platz im Gehirn. Mit Dr. Boris Nikolai Konrad

Prävention durch Nährstoffe in jedem Alter. Mit Dr. Franz Sperlich

Echte Prävention beginnt lange vor den üblichen Vorsorgeuntersuchungen im Alter. Bereits die pränatale Nährstoffversorgung mit beispielsweise Eisen unterstützt die normale geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Host Jason Raffington mit dem Facharzt für Allgemeinmedizin, Autor, Speaker und Berater Dr. Franz Sperlich über die Bedeutung einer gezielten Mikronährstoffversorgung in jeder Lebensphase.

 

Die Folge HEALTHWISE auf YouTube

Das Gebäude der Vitalität und der „Return oF Invest“

Dr. Franz Sperlich betont, dass wir umso länger profitieren, je früher wir mit der Prävention anfangen. Er nutzt ein spezielles Modell, das er als Gebäude der Vitalität bezeichnet. Wer vital sein will, braucht die drei Säulen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Das Ganze muss man dann auf ein Fundament stellen der inneren Haltung.

Der Facharzt für Allgemeinmedizin vergleicht die Gesundheitsvorsorge mit einer Finanzanlage für die Rente. Wer frühzeitig einen Euro in die Gesundheit investiert, erzielt einen umso größeren „Return of Invest“ im Laufe des Lebens. Ein konkretes Beispiel ist die Jodversorgung der Mutter, die zu einer normalen kognitiven Funktion beiträgt.

Mehr von dr. Franz Sperlich

Individuelle Diagnostik und das Fass-Prinzip

Die Versorgung mit Nährstoffen muss laut Dr. Franz Sperlich nach dem „Fass-Prinzip“ erfolgen. Die einzelnen Nährstoffe bilden dabei die Holzlatten eines Fasses, die idealerweise alle gleich hoch stehen sollten, damit Potenzial optimal genutzt werden kann. Er nennt diesen Zusammenhang das Minimumgesetz. Mehr von einem Stoff hilft nicht, wenn ein anderer fehlt.

Eine individuelle Diagnostik ist wichtig, um Überdosierungen zu vermeiden. Besonders bei allen fettlöslichen Vitaminen, also E, D, A und K muss man aufpassen, da der Körper einen Überschuss nicht los wird. Zudem müssen Stoffe wie Vitamin D und Magnesium zusammen gedacht werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Diagnostik & kluges Messen: Wann sind Tests sinnvoll?

Nicht jeder muss sofort ins Labor. Dr. Sperlich empfiehlt ein schrittweises und bedarfsorientiertes Vorgehen bei der Bestimmung von Nährstoffwerten.

  • Anamnese vor Labor: Ein ausführliches Gespräch über Lebensstil und Ernährung liefert bereits wesentliche Erkenntnisse über die individuelle Nährstoffversorgung, bevor invasive Messungen in Betracht gezogen werden.
  • Schonende Methoden für Kinder: Da klassische Blutentnahmen für Kinder oft belastend sein können, bieten sich moderne Alternativen wie Stuhlanalysen oder die Kapillarblutentnahme (Mikroabnahme aus der Fingerbeere) an.
  • Regelmäßige Kontrolle der Nährstoffzufuhr: Wenn eine gezielte Ergänzung erfolgt, ist es sinnvoll, den Status regelmäßig (z. B. nach drei Monaten) zu überprüfen.
  • Referenzwerte für das Wohlbefinden: Im Rahmen eines präventiven Gesundheitsansatzes kann es wertvoll sein, wichtige Vitalparameter bereits in jungen Jahren (nach der Pubertät) zu bestimmen. Diese dienen als persönlicher Referenzwert für spätere Lebensphasen.

Schwangerschaft, Kindheit und Pubertät

Dr. Franz Sperlich weist darauf hin, dass in der Schwangerschaft nicht nur Nährstoffe eine Rolle spielen, sondern auch Stressmanagement wichtig ist. Eine stabile Blutzuckerkurve trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Wichtig ist eine gute Versorgung mit Proteinen, Folsäure, Eisen und Vitamin B und gesunden Fetten.

Die Wachstumsphase von Kindern im Mutterleib, die sich bis zum fünften Lebensjahr fortsetzt, ist phänomenal. In dieser Zeit werden mehr Nährstoffe gebraucht. In der Pubertät verschieben sich die Bedarfe geschlechtsspezifisch.

Nährstoffversorgung in der Pubertät:

  • Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung ergänzen, um den spezifischen Nährstoffbedarf in intensiven Entwicklungsphasen zu decken.
  • Für Mädchen ist eine gute Versorgung mit Eisen zur Unterstützung der normalen Bildung von roten Blutkörperchen, sowie mit Jod und Selen für eine normale Schilddrüsenfunktion besonders wichtig.
  • Bei Jungen trägt Zink zu einem normalen Testosteronspiegel im Blut bei.
  • Eine ausreichende Proteinzufuhr trägt bei beiden Geschlechtern zu einer Zunahme an Muskelmasse und dem Erhalt normaler Knochen bei.

Erhalt der Vitalität im Alter

Im Alter verschiebt sich der Fokus von der körperlichen Entwicklung hin zum Erhalt der fettfreien Körpermasse. Dr. Franz Sperlich erklärt, dass die Nahrungsverwertung oft anfängt zu schwächeln, wenn der Darm nicht mehr gut funktioniert. Eine ausgewogene Darmflora ist die Basis dafür, dass der Körper Nährstoffe optimal verwerten kann.

Proteine und ausreichend Bewegung tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei. Der Experte empfiehlt daher, den Bluteiweißspiegel als preiswerten und aussagekräftigen Marker im Blick zu behalten. Ein wichtiger Parameter ist zudem das Homocystein. Vitamine wie B12 und Folat tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.

TAKE AWAYS

  • Prävention beginnt im Mutterleib und legt dort die Basis für eine normale Leistungsfähigkeit.
  • Das Gebäude der Vitalität beschreibt, dass die drei Säulen Bewegung, Ernährung und Entspannung wichtig sind.
  • Das Minimumgesetzt besagt, dass mehr von einem Nährstoff nicht hilft, wenn ein anderer fehlt.
  • In der Pubertät ist der Nährstoffbedarf erhöht.
  • Eine individuelle Diagnostik hilft dabei, Überdosierungen zu vermeiden.
  • Proteine tragen im Alter zu einem Erhalt normaler Knochen bei.

Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural

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Dr. Franz Sperlich ist Facharzt für Allgemeinmedizin und arbeitet in seiner Praxis mit einem integrativen Ansatz, der Schulmedizin, funktionelle Medizin, Naturheilkunde und Orthomolekulare Therapien vereint. Als Autor, Speaker und Berater unterstützt er Menschen dabei, ihre Vitalität zu stärken und Gesundheit wirksam und alltagsnah zu gestalten. Zudem beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Aufmerksamkeit und hilft Ärzten seit 20 Jahren, ihren Kommunikationsstil zu verbessern.

 

Mehr über ihn erfährst du hier: www.dr-sperlich-consulting.de.

[Franz Sperlich] (0:00 - 0:24)
Weil schon das Kind mitkriegt, was man isst. Also man kann es sich auch leichter machen, indem man gesunde Sachen schon mal während der Schwangerschaft isst. Dann spuckt es das Kind später, wenn es dann im Babybrei isst, nicht so schnell aus.

Also gerne schon mal eine Pastinake vorher probieren und in den Speiseplan aufnehmen während der Schwangerschaft, nicht erst in den Babybrei tun. Und auf die Art und Weise kann man da schon einiges Gutes tun.

[Jason Raffington] (0:24 - 1:28)
Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheits Podcast präsentiert von Sunday Natural.

Mein Name ist Jason Raffington und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit. Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.

Unser Körper steht im Laufe des Lebens vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen, körperlich, hormonell und auch mental. Und mit diesen Veränderungen entwickeln sich auch die Anforderungen an unsere Nährstoffversorgung von der Schwangerschaft über Kindheit und Pubertät bis hin zu unseren erwachsenen Jahren und dem höheren Alter. Über diese unterschiedlichen Bedürfnisse Bescheid zu wissen, ist extrem wichtig, wenn wir unsere Gesundheit langfristig unterstützen und erhalten wollen.

Und genau darüber spreche ich mit meinem heutigen Gast. Dr. Franz Sperlich ist Facharzt für Allgemeinmedizin und arbeitet mit einem integrativen Ansatz, der Schulmedizin, funktionelle Medizin, Naturheilkunde und Orthomolekulare Therapien verbindet. Als Autor, Speaker und Berater unterstützt er Menschen dabei, ihre Vitalität zu stärken und Gesundheit wirksam und alltagsnah zu gestalten.

Herzlich willkommen, Franz.

[Franz Sperlich] (1:28 - 1:30)
Ja, herzlichen Dank, Jason.

[Jason Raffington] (1:31 - 1:36)
Franz, was tust du sonntags, um deine eigene Vitalität zu stärken?

[Franz Sperlich] (1:37 - 2:14)
Oh, der Sonntag ist bei uns eigentlich so ein Familientag. Wir lassen den Tag meistens so ein bisschen entspannt beginnen. Und dann ist, glaube ich, so das gemeinsame Frühstück so der zentrale Punkt.

Also dass man mit der Familie am Tisch sitzt und noch mal die Woche Revue passieren lässt und vielleicht mal den einen oder anderen Plan macht. Das Frühstück machen wir dann immer relativ lange und ausführlich. Also da gibt es dann selbst gebackene Brötchen.

Und ja, je nach Wetterlage unternimmt man dann noch mal was, dass man dann einen Spaziergang plant oder rausgeht. Also das ist so dann meistens der Sonntag.

[Jason Raffington] (2:16 - 2:17)
Klingt sehr schön, klingt entspannt.

[Franz Sperlich] (2:17 - 2:18)
Genau.

[Jason Raffington] (2:18 - 2:21)
Also Franz, es riecht, als ob man Citrus C nach oben zu bringen.

[Franz Sperlich] (2:21 - 2:24)
Ja, sehr gut, sehr gut.

[Jason Raffington] (2:24 - 2:32)
Ich habe im Intro schon erwähnt, dass du Schulmedizin mit orthomolekularen Therapien und funktioneller Medizin verbindest.

[Franz Sperlich] (2:33 - 3:55)
Wie kam es dazu, dass du diesen integrativen Ansatz gewählt hast? Ja, ich bin ein sehr neugieriger Mensch und mich interessieren viel zu viele Dinge gleichzeitig.

Und ich habe immer danach gesucht, das so zusammen zu puzzeln und habe da viele Schleifen gedreht. Also ich habe jetzt nicht so ganz den super straighten Medizinlaufbahnweg gewählt, sondern bin auch durch familiäre Umstände immer mal wieder neu gestartet und muss sagen, das tut ja gut, wenn man aus verschiedenen Perspektiven noch mal auf das schaut, was man selber gemacht hat, was andere so machen. Und einer der Kernpunkte war, dass ich zwischendurch noch mal eine Forschungsarbeit hatte und noch mal eine Zeit in den USA zum Thema Aufmerksamkeit geforscht habe.

Und das hat mir tatsächlich noch mal ganz die Augen geöffnet, weil Aufmerksamkeit ist ja das, was heutzutage eigentlich die neue Währung ist. Alle wollen unsere Aufmerksamkeit. Wir wollen Aufmerksamkeit.

Und das ist ein sehr, sehr anstrengender Prozess für unser Gehirn. Und gleichzeitig bestimmt der aber auch, was mit meinem Leben passiert. Also das heißt, wohin ich meine Aufmerksamkeit lenke, dahin geht die Reise.

Und deswegen war das ein Riesenglück für mich, diesen Kernbaustein noch dazuzunehmen. Und das hat dann dazu geführt, dass ich die einzelnen anderen Bausteine in dieses integrative Konzept zusammengebaut habe.

[Jason Raffington] (3:56 - 4:20)
Spannend.

Also was mir da gerade in den Kopf kam, ist auch die Patient Arzt Beziehung, die Aufmerksamkeit, die man sich vom Arzt wünscht. Und heutzutage ist ja die Zeit auch sehr begrenzt. Und häufig hat man dann auch nur ein paar Minuten, um ganz schnell seine Symptome zu nennen und dann kriegst du eine Diagnose.

Aber häufig bräuchte man eigentlich mehr, um ein bisschen tiefer zu gehen. Und das bleibt ja häufig auf der Strecke.

[Franz Sperlich] (4:20 - 5:03)
Also es ist tatsächlich sehr schade, dass Ärzte dort nur begrenzt geschult werden.

Gerade wenn Zeit so ein hohes Gut ist, sollte man eigentlich auch das gut nutzen. Und da würde ich mir tatsächlich wünschen, dass dort einiges passiert. Mache ich tatsächlich auch.

Also seit 20 Jahren helfe ich da Ärzten, ihren Kommunikationsstil zu verbessern mit einer eigenen Methode. Und das wird gut angenommen. Also die Kolleginnen und Kollegen, die erleben das nicht nur als wirksam für ihre Patienten, sondern auch für sich entspannender, weil man aus dieser Pressbetankung so ein bisschen rauskommt.

Und natürlich ist Zeit weiterhin das Entscheidende. Aber in der Zeit, die einem zur Verfügung steht, kann man mit anderer Qualität mehr erreichen.

[Jason Raffington] (5:05 - 5:25)
Ja, klingt gut.

Franz, wir wollen heute über Prävention sprechen beziehungsweise Nahrungsergänzungen in verschiedenen Lebensphasen. Und da ist mir ein Zitat im Kopf geblieben, was du in einem unserer Vorgespräche erwähnt hast, und zwar, dass Prävention schon im Mutterleib beginnt. Also würde ich da gerne noch mal darauf eingehen.

Und zwar, was meinst du damit? Was bedeutet das denn konkret?

[Franz Sperlich] (5:27 - 7:25)
Also konkret bedeutet das, dass wenn wir mal unsere ganze Lebensspanne nehmen, dann ist die Prävention im jetzigen Schulsystem erst so kurz vor dem Auftreten der erwarteten Erkrankungen dran.

Also das heißt, man fängt an, die Darmspiegelung mit 50 zu machen, weil man einfach weiß, dass ab 50 das Risiko für Darmkrebs steigt. Jetzt mal als Beispiel. Und es gibt so einige präventive Dinge, die wir auch schon in der Kindheit machen.

Also beispielsweise jetzt Vitamin D-Prophylaxe gegen Rachitis. Einige Sachen haben sich da Gott sei Dank durchgesetzt. Aber wenn man es mal wirklich konkret auf unsere ganze Lebensspanne sieht, ist es tatsächlich so, dass umso früher wir anfangen, umso länger profitieren wir davon.

Und das hat einmal natürlich eine individuelle Bedeutung. Also mal ein einfaches Beispiel: Eine Jodunterversorgung, und die ist wirklich häufig bei der Mutter führt dazu, dass das Kind im Laufe des Lebens den idealen IQ nicht erreicht. Also es liegt dann etwa 10 bis 15 Punkte unter dem IQ, den es erreichen könnte mit einer idealen Jodversorgung.

Ähnliches gilt für Eisen. Wenn dann beides zusammenkommt, möglicherweise noch schlimmer. Und da gibt es so einige Dinge, weswegen ich sage, so früh wie möglich anfangen.

Das ist die individuelle Geschichte. Ich möchte mein Leben oder das Leben meines Kindes gleich von vornherein gut unterstützen und ihm die Möglichkeiten geben oder zumindest keine Steine in den Weg legen für die Möglichkeiten. Und dann gibt es noch einen gesellschaftlichen Aspekt, weil natürlich tatsächlich die Kosten in unserem System, wie wir es zurzeit machen, das sehr auf Reparatur getrimmt ist, dadurch so hoch sind, dass wir so viel reparieren können, aber auch müssen.

Und umso weniger wir das müssen, umso günstiger wird es. Also mit anderen Worten, da gibt es auch tolle Rechnungen. Umso früher ich den Euro in die Gesundheit investiere, umso größer ist das Return of Invest im Laufe meines Lebens.

[Jason Raffington] (7:26 - 7:54)
Ja, macht total Sinn. Ich würde denken, dass man sogar schon vor der Schwangerschaft wahrscheinlich bestenfalls anfängt. Denn natürlich sollte die Mutter schon vorher gut mit Nährstoffen versorgt sein.

Denn häufig ist vielleicht auch noch gar nicht klar, dass man schwanger ist. Das merkt man dann erst einige Wochen später. Und da hat der Fötus sich ja schon ein bisschen entwickelt.

Da braucht er schon Nährstoffe. Also idealerweise wahrscheinlich vor der Schwangerschaft schon auf eine gute Nährstoffversorgung achten. Sowohl bei der Mutter als auch beim Vater, oder?

[Franz Sperlich] (7:55 - 9:20)
Also die Mutter spielt da eine noch wichtigere Rolle. Das ist ganz klar, weil natürlich da dann zwei Menschen an dem System dann hängen. Aber auch beim Vater ist es wichtig.

Wir erleben ja in der heutigen Zeit auch eine zunehmende Infertilität. Viele Paare bleiben kinderlos. Und das ist ja auch ein Drama.

Und da wird ganz, ganz viel gemacht, um eine Befruchtung zu erzwingen. Und ich habe mehrere Paare in der Praxis gehabt, die es alles durch hatten und dann irgendwann gesagt haben, so jetzt ist es uns auch egal. Wir werden jetzt wahrscheinlich keine Kinder kriegen.

Und jetzt denken wir mal wieder mehr an uns. Und siehe da, wir haben ein bisschen Orthomolekular das in Ordnung gebracht, haben ein bisschen Stress rausgenommen. Bei dem einen oder anderen ist dann plötzlich völlig unerwartet dann doch eine Schwangerschaft gekommen.

Und da sieht man so ein bisschen, dass unser biologisches System auch sehr schlau ist. Also solange ich unter Strom stehe und die Bedingungen nicht stimmen, dann wird unser biologisches System eher dafür sorgen, dass wir eben nicht noch so was Belastendes wie eine Schwangerschaft erleben. Und das ist ein Kernpunkt, dass man da frühzeitig dafür sorgt.

Hinzu kommt noch, wie du schon sagtest, dass man ja die Schwangerschaft nicht sofort unbedingt merkt. Und in den paar Wochen ist schon viel passiert. Denke gerade an Folsäure.

Ganz, ganz wichtiger Punkt auch nochmal, dass da eine gute Folsäure am besten schon vor der Schwangerschaft da ist.

[Jason Raffington] (9:21 - 9:36)
Welche Nährstoffe, abgesehen von der Folsäure, sind denn noch wichtig oder sollten aufgefüllt sein vor der Schwangerschaft? Und welche sind dann auch in der Schwangerschaft besonders kritisch?

Also Folsäure ist, denke ich, den meisten bekannt. Aber vielleicht gibt es noch ein paar Nährstoffe, die viele vielleicht nicht so auf dem Schirm haben.

[Franz Sperlich] (9:38 - 11:00)
Also wir hatten ja vorhin gerade schon ganz kurz Jod und Eisen.

Das sind so zwei Dinge. Und bei Eisen ist wichtig, dass das gespeichert wird. Also da gibt es ja diesen Ferritin-Wert, den man messen sollte.

Ferritin ist letztlich das Speicherprotein. Und da sind wir bei einem wichtigen Thema Proteine. Also das heißt auch Bluteiweisspiegel wäre sinnvoll.

Und gerade in der heutigen Zeit, wo sich viele Menschen, die gesundheitsbewusst sind, vegetarisch oder vegan sogar ernähren, kommen mehrere Dinge zusammen. Also da ist dann oft ein Eisenmangel, ein Vitamin-B-Mangel kann da auftreten, aber halt auch ein Protein-Defizit. Und da hätten wir schon eine ganze Menge an Nährstoffen, die wichtig sind.

Sowohl Mikro- als auch Makro-Nährstoffe. Omega-3-Fette, auch ein Riesenthema, gerade bei veganen Menschen. Omega-3-Fette sind in unserer Ernährung total zurückgegangen.

Also auch bei Fleischessern. Wir kriegen es eigentlich nur noch durch Fisch. Und der Fisch sollte dann auch möglichst wild gefangen sein. Oder Gott sei Dank mittlerweile halt auch durch Algen.

Und da stehen uns viele Möglichkeiten offen. Und auch bei Omega-3 ist es beispielsweise so, wenn die Mutter in der Schwangerschaft eine gute Omega-3-Versorgung hat, kann man das am Intelligenzquotienten des Kindes tatsächlich nachmessen. Das sind also valide Daten, die es dazu gibt.

[Jason Raffington] (11:02 - 11:47)
Ja, total spannend. Ein Nährstoff, der mir noch im Kopf ist, der oft irgendwie ein bisschen kritisch begutachtet wird, ist das Vitamin A. Da haben gefühlt viele Frauen Angst vor oder ich habe das Gefühl, da wird viel Angst gemacht, weil es eben problematisch sein kann, wenn es in zu hohen Dosen eingenommen wird.

Aber trotzdem ist Vitamin A, glaube ich, auch bei vielen, vor allem, wenn man jetzt vegetarisch oder vegan ist, wahrscheinlich auch nicht so in der Ernährung drin, dass wir gut versorgt sind. Also hier müsste man wahrscheinlich auch schon idealerweise vor der Schwangerschaft darauf achten, dass man eine gute Vitamin-A-Versorgung hat oder eben auch in der Schwangerschaft. Gibt es da Richtwerte, die du im Kopf hast?

Wie viel Vitamin A man denn bedenkenlos zuführen kann? Also ich habe irgendwie unter 10.000 international Einheiten im Kopf.

[Franz Sperlich] (11:48 - 13:59)
Vielleicht muss man da mal so ein bisschen unterscheiden zwischen Nährstoffen, die sich potenziell anreichern können und zwischen Nährstoffen, wo wir dieses Problem nicht haben.

Und in dem Moment, wenn wir etwas supplementieren, kann es schnell sein, dass wir über unser Ziel hinausschießen. Und bei allen fettlöslichen Vitaminen, also E, D, A und K, müssen wir ein bisschen aufpassen. Da kann ein zu viel dazu führen, dass der Körper das nicht los wird.

Also weil es eben fettlöslich wird, lagern wir es ein. Wir haben ja keine Möglichkeit, Fett auszuscheiden. Anders ist es bei den wasserlöslichen Vitaminen.

Da werden große Mengen auch zur Not ausgeschieden. Auch da gibt es Grenzen. Aber das ist in der Regel unkritischer.

Und bei den Mineralstoffen sind es auch einige. Also Selen an erster Stelle und auch Eisen sind nicht ganz ohne. Also Eisen kann, wenn man das also blind substituiert, auch zu Problemen führen, kann Entzündungsstoffwechsel in Gang setzen usw.

Also in Summe bin ich der Meinung, dass das Ganze zusammengedacht werden muss. Also ich würde jetzt nicht sagen, bitte jetzt nur Vitamin A messen oder nur Vitamin D, also messen und dann geben, sondern besser ist es tatsächlich, es komplett zu denken und es dann ein bisschen abhängig zu machen von der Anamnese. Also ist es wahrscheinlich, dass dort ein Mangel vorherrscht und dann überlegen, ob es sinnvoll ist, auch zu messen.

Und da sind wir bei einem ganz, ganz wichtigen Problem. Am Ende des Tages ist es so, man kann nicht alles messen, weil es einfach zu teuer wird. Und man muss dann ein gerütteltes Maß finden und eine gute Anamnese, eine Auswahl an Laborwerten oder wenn man vielleicht sagt, eigentlich geht es mir gut und wahrscheinlich ist alles halbwegs vorhanden,

eine gerüttelte Substitution von allem, dass das einfach zusammenpasst und dann halt bei dem Vegetarier vielleicht dann doch Eisen und bei einem Nicht-Vegetarier vielleicht eher nicht. Das ist oftmals ein pragmatisches Vorgehen. Aber noch mal zu deiner Frage zurück.

Vitamin A würde ich nicht substituieren als Einzelsupplement, es sei denn, ich kenne den Spiegel und weiß, dass ich einen Mangel habe.

[Jason Raffington] (14:01 - 14:31)
Ja, ich finde, da sagst du auch noch mal was ganz Wichtiges. Also dieses Messen und natürlich auch die passende Anamnese dazu oder eine ausführliche Anamnese sind extrem wichtig.

Da wäre jetzt meine Frage, denkst du, ist es generell sinnvoll für die meisten Leute, für die meisten Frauen vor der Schwangerschaft schon mal die Nährstoffspiegel bestimmen zu lassen, dass man dann eben wirklich so gezielt rangehen kann? Oder würdest du sagen, ein Multi, wie es halt häufig angeboten wird, diese Schwangerschaftsvitamine, weil da eben so viele benötigt werden, ist wahrscheinlich auch sinnvoll? Kann man relativ bedenkenlos einnehmen?

[Franz Sperlich] (14:34 - 16:18)
Jein, also jeder Schritt ist schon mal eine Verbesserung. Das heißt, wenn ich gar nichts mache und dazu gehören auch andere Dinge, Stress, Zucker und so weiter und so fort, ist das wahrscheinlich am ungünstigsten. Und dann muss man abwägen, wie viele Schritte sind sinnvoll.

Was kann ich mir zeitlich und auch finanziell leisten? Das Tolle in dieser Situation ist, dass man ja zwei Menschen was Gutes tut. Das ist ja entscheidend.

Also Elternschaft ist auch anstrengend. Habe ich am eigenen Leib erfahren dürfen. Ich hatte das immer vorher erzählt und habe das dann doch unterschätzt am Ende.

Und deswegen ist es total gut, da was zu unternehmen. Du hattest ja vorhin auch den Vater kurz erwähnt. Also auch da ist es durchaus sinnvoll, beide Eltern auch auf die Zeit, wenn das Kind da ist, vorzubereiten, weil dann kommt plötzlich ein Schlafmangel dazu und das ganze System fliegt auseinander.

Also es ist eine Stressphase. Deswegen glaube ich, weit vorne anfangen. Generell würde ich sogar sagen, am besten das in seinen Lebensplan mit einbauen, so wie wir eine Finanzanlage haben, die uns dann irgendwann mal eine Rente bezahlen soll oder selber dafür sorgen.

So können wir das natürlich auch für die Gesundheit frühzeitig tun. Und deswegen glaube ich, dass es jetzt nicht den idealen Zeitpunkt gibt, zu messen. Aber ich glaube, es muss auch nicht jeder.

Aber es ist etwas, wo man, wenn man sich vegetarisch ernährt oder wenn man da in dem Bereich weiß, dass man familiäre Probleme hat oder selber sagt, ich möchte eigentlich auch selber noch eine Verbesserung in meiner Gesundheit erfahren, dann würde ich da schon dazu raten, das zu machen.

[Jason Raffington] (16:19 - 16:28)
Also es gibt sozusagen so ein paar Risikogruppen, wo es tendenziell mehr Sinn ergibt, zu messen.

Und bei anderen ist es nicht unbedingt immer notwendig.

[Franz Sperlich] (16:28 - 17:24)
Genau. Und wenn man dann noch mal ein komplettes Mittel nehmen will, dann sollte man aber drauf schauen, dass das durchdacht ist.

Also da gibt es auch Mittel wie Sand am Meer. Und nehmen wir mal die Folsäure raus. 30 Prozent der Bevölkerung haben eine Besonderheit im Folsäure-Stoffwechsel.

Und bei etwa 10 Prozent ist es besonders stark ausgeprägt. Und dann sollte man eine bestimmte Folsäure nehmen. Denn das normale Folat, also das richtige B9, nicht die Folsäure eben, das wird dann nicht aktiviert.

Also das bedeutet, dann nutzt es nicht oder kann sogar schaden. Wenn man da jetzt statt zu messen sagen will, ich nehme gleich ein aktives B9, tut man wahrscheinlich was Richtigeres. Und das sind ein paar Cent Unterschied.

Und da sollte man aber darauf achten, wenn man eine gesamte Versorgung macht, dass das entsprechendes, aktives Folat ist.

[Jason Raffington] (17:26 - 17:42)
Abgesehen von Nährstoffen, die wir zuführen sollten oder Lebensmittel, die wir essen sollten, gibt es Dinge, die wir meiden sollten in der Schwangerschaft. Also klar, Alkohol, Rauchen, zu viel Stress.

Fällt dir noch irgendwas ein, was da extrem wichtig ist oder was du beobachtest, was ein bisschen vernachlässigt wird?

[Franz Sperlich] (17:42 - 18:45)
Also ich glaube, das waren schon gerade die wichtigste, die schaden. Aber ein echter Schadfaktor heutzutage ist Zucker.

Und gerade in der Schwangerschaft kann es ja zu einem Schwangerschaftsdiabetes kommen. Also da ist es ganz, ganz besonders wichtig, dort auf Zuckerspitzen zu verzichten, zumal die dann auch direkten Einfluss auf das Stresserleben der Mutter ja auch haben. Und da Cortisol Plazentagängig ist, kriegt das das Baby auch direkt mit.

Also das heißt, ich glaube, das ist ein sehr, sehr guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken, sich anders zu ernähren, weil man ja auch später Vorbild ist, weil schon das Kind mitkriegt, was man isst. Also man kann es sich auch leichter machen, indem man gesunde Sachen schon mal während der Schwangerschaft isst. Dann spuckt es das Kind später, wenn es dann im Babybrei ist, nicht so schnell aus.

Also gerne schon mal eine Pastinake vorher probieren und in den Speiseplan aufnehmen während der Schwangerschaft, nicht erst in den Babybrei tun. Und auf die Art und Weise kann man da schon einiges Gutes tun.

[Jason Raffington] (18:47 - 19:15)
Wenn das Kind jetzt auf der Welt ist, da wird ja in der Regel dann Vitamin D gegeben, Vitamin K.

Ich glaube, du hattest es vorhin auch schon erwähnt, dass andere Nährstoffe da auch schon sinnvoll sind. Welche wären das denn? Was kommt da zu kurz?

Also es kommt ja wahrscheinlich auch darauf an, wie die Nährstoffversorgung der Mutter während der Schwangerschaft war, was an das Kind schon weitergegeben wurde. Aber gibt es trotzdem noch andere Nährstoffe, wo du denkst, dass die einfach extrem wichtig sind, gerade in diesen frühen Jahren? Also Jod hattest du erwähnt, dass das noch mal sehr wichtig ist.

[Franz Sperlich] (19:18 - 21:23)
Also die komplette Palette ist wichtig. Und man muss sich das so vorstellen, Nährstoffe, die funktionieren, das beste Bild, was ich dazu habe, ist also ein Fass, das man sich vorstellt, so ein altes Holzfass. Und diese einzelnen Holzlatten, ich glaube, die heißen Dauben, die müssen, damit das Fass hält und möglichst viel Flüssigkeit hält, möglichst alle weit oben sein.

Also idealerweise sind die alle gleich hoch. So jetzt ist es so, wenn jetzt eine von diesen Dauben sehr niedrig steht, dann fließt da immer alles aus dem Fass raus. Also mit anderen Worten, wenn die Mutter total viel Stress hat und ansonsten eine perfekte Versorgung, dann ist das der Bereich, wo sie am meisten für ihr Kind tun kann, dass sie weniger Stress hat.

Wenn sie eine total niedrige Proteinversorgung hat, dann wäre Protein da das Wichtige. Oder wenn halt, wegen veganer Ernährung, mehrere Sachen dort in dem Bereich knapp sind, dann sollte man die alle ergänzen. Denn man kann jetzt nicht durch noch mehr Nährstoff XY, wo man schon eine halbwegs vernünftige Versorgung hat, mehr erreichen, sondern es muss so gleichgezogen werden.

Das nennt sich Minimumgesetz. Und deswegen ist diese Anamnese so wichtig. Und da gibt es natürlich einige, die besonders unter Beobachtung stehen.

Und da hätten wir das Jod, da hätten wir Eisen, da hätten wir die Omega-3-Fette, da hätten wir vielleicht auch Zink. Aber entscheidend ist diese Wachstumsphase, die wir im Mutterleib erleben und die sich dann vielleicht bis zum fünften Lebensjahr so fortsetzt, die ist halt phänomenal. Also das ist halt so, wenn wir so weiter wachsen würden, dann würden wir irgendwann in der Pubertät wahrscheinlich schon oder im jungen Erwachsenenalter 15 oder 20 Meter groß sein.

Also das muss man sich vorstellen. So so rennt das los und dann wird es langsamer. Und in dieser Zeit, wo halt so viel körperliche Entwicklung da ist, wird natürlich einfach auch mehr gebraucht.

Und das ist, glaube ich, die Message, weswegen es so wichtig ist, am Anfang darauf zu achten, dass nichts essentiell fehlt und eine gute Versorgung halt sicherzustellen.

[Jason Raffington] (21:24 - 21:35)
Das wundert mich so, dass da eigentlich nur Wert auf Vitamin D und K gelegt wird, wenn eigentlich offensichtlich, würde ich sagen, so viel mehr benötigt wird, gerade in diesen ersten Jahren, wo das Kind so stark wächst.

[Franz Sperlich] (21:35 - 22:41)
Das liegt natürlich daran, dass sich das Wissen erweitert hat.

Also die Medizin ist ja ein unfassbar schnell wachsender Bereich von Wissen und die Weitergabe des Wissens ist halt immer noch sehr langsam. Also es sei denn, man holt es sich, das Wissen. Aber die klassische schulische Weitergabe, also das, was wir im Studium lernen, ist ja immer leider nach kurzer Zeit veraltet und wahrscheinlich sogar schon, während wir es lernen, veraltet.

Und daran liegt es. Und dass natürlich auch das Paradigma ein anderes ist. Also das Vitamin D wird ja nicht gegeben, weil damals klar war, eine gute Vitamin D Versorgung ist für das Immunsystem gut und so weiter, sondern man wollte eine Rachitis-Prophylaxe machen.

Man hat gesehen, während der Industrialisierung, die Kinder waren nicht mehr genügend draußen. Es kamen zu mehr und mehr Rachitis-Fällen. Man hat festgestellt, oh, das ist ein schwerer Vitamin D Mangel.

Also machen wir das in die Prophylaxe rein. Und dann ist man davon ausgegangen, dass das nach einem Jahr reicht. Das ist also in diesem Denkmodell total richtig und gut.

Nach dem, was wir heute alles über Vitamin D wissen, ist es natürlich grob falsch, das aufzuhören. Und so gilt es halt mit vielen anderen Dingen.

[Jason Raffington] (22:42 - 22:56)
Ja, es ist wieder diese typische Herangehensweise, wir geben nur so viel, damit keine Mängel auftreten, so wie auch Vitamin C, die Empfehlungen.

Wir geben so viel, dass man kein Scorboot bekommt. Aber das bedeutet nicht, dass es die optimale Menge ist, die man zuführen sollte, um wirklich gesund zu sein.

[Franz Sperlich] (22:57 - 24:07)
Ja, das ist richtig.

Jetzt ist zum Glück unser Körper also sehr defizittolerabel. Also das heißt, wir können eben sehr lange, bevor es wirklich zu einem schweren Problem wie jetzt Scorboot kommt, können wir relativ gut damit umgehen. Aber da ist es schön, mal in die Natur zu gucken.

Wir sind ja gerade, wenn du Vitamin C erwähnst, eine der ganz wenigen Spezies, die kein Vitamin C selber herstellen können. Also der Mensch, ein paar Primaten und wenn ich das richtig weiß, das Meerschweinchen, das sind so die Spezies, die das nicht können. Alle anderen tun das.

Und wenn man sich das mal anschaut, ich hatte vor einiger Zeit eine Arbeit in der Hand, da hat man das bei Ziegen untersucht. Wenn man Ziegen stresst, ja, dann erhöhen die die eigene Vitamin C Produktion um ein Mehrfaches. Und wenn man sich das halt anschaut, dann hat das natürlich biologisch einen Sinn.

Ja, ich habe ein Antioxidant. Das macht dann Sinn. Und wenn wir Vitamin C so denken, dass wir sagen Aha, also bei Stress brauche ich es halt besonders.

Und ansonsten reicht vielleicht eine Basisversorgung. Dann können wir auch plötzlich andere Sachen machen. Dann können wir plötzlich uns überlegen, wann macht denn Vitamin C im Stoß noch mal Sinn?

Und wann brauche ich einfach nur eine gute Basisversorgung?

[Jason Raffington] (24:10 - 24:29)
Wenn wir über die ersten Lebensjahre sprechen beziehungsweise von den ersten Lebensjahren bis hoch zur Pubertät, gibt es da auch Unterschiede bei Mädchen und Jungen, was die Nährstoffversorgung oder den Bedarf bestimmter Nährstoffe angeht? Also ich würde jetzt hier direkt natürlich an Eisen denken, bei Mädchen, dass da der Bedarf noch mal höher ist.

Gibt es noch andere Unterschiede?

[Franz Sperlich] (24:30 - 26:05)
Also bis zur Pubertät würde ich sagen, es ist recht ähnlich. Jetzt muss man gucken.

Auch da gilt ähnlich wie mit der Schwangerschaft: Wenn die Pubertät losgeht, ist es schon zu spät, zu supplementieren, wenn man so will, es ist natürlich nicht zu spät, aber es ist spät. Dann ist es recht spät.

Also während der Pubertät spreizt sich das tatsächlich ein klein wenig. Tatsächlich ist das Eisen wichtiges Thema, denn mit Beginn der Menstruation kommt es halt zu einem regelmäßigen Eisenverlust. Zusätzlich ist es ja so, dass Mädchen häufig einfach kulturell bedingt einen anderen Ernährungsstil haben und frühzeitiger sich vegetarisch oder vegan ernähren.

Dann spielen Proteine eine Riesenrolle. Auf Jod und Selen würde ich bei Mädchen achten. Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sind einfach bei jungen Frauen oder Frauen einfach häufiger.

Hashimoto und Co., dass man da einfach rechtzeitig vorbeugend einfach eine gute Versorgung hat. Bei Jungs könnte es Zink sein. Also Zink ist wichtig für Testosteron und dann anschließend Muskelaufbau und dann natürlich auch Protein.

Aber so groß sind die Unterschiede da gar nicht. Also und ich würde tatsächlich sagen, die ersten fünf Jahre sind wahrscheinlich da auch schon mal wirklich prägend. Langfristig klar, dann die Besonderheiten, die wir gerade besprochen haben, sollte man im Auge behalten.

Aber eine gute Basis geschaffen zu haben, die man dann aufrecht erhält. Das ist letztlich der Knackpunkt. Also das ist ja auch das, was wir den Kindern vielleicht dann mitgeben, auch im Erwachsenenalter bei der Ernährung gleich ein bisschen darauf zu achten.

[Jason Raffington] (26:08 - 26:37)
Ja, wir bekommen häufig die Frage von Erwachsenen, darf ich meinem jugendlichen Sohn oder meiner Tochter meine Supplements geben? Da geht es dann letztendlich um die Dosierung. Also können Jugendliche die gleiche Dosierung nehmen wie Erwachsene?

Da würde ich jetzt natürlich auch wieder sagen, naja, es kommt auf den individuellen Bedarf an, hat jemand einen Mangel, dann sind höhere Dosierungen oder vielleicht Erwachsenen Dosierungen angebracht. Aber unter Umständen eben nicht. Wie würdest du darauf antworten?

Wie siehst du das?

[Franz Sperlich] (26:38 - 29:07)
Ja, absolut. Also am Ende des Tages ist das eine sehr, sehr individuelle Sache.

Also das heißt, als allererstes sollten wir uns ja mal die normale Ernährung anschauen. Also mit der kann man ja schon auch viele Bedarfe gut decken. Also eine gute Ernährung ist da schon mal eine entscheidende Grundfeste.

Ja, und jetzt sind wir natürlich in irgendeiner Form Allesfresser, wenn man so will, oder zumindest auch Fleischfresser. Und wir haben, wenn wir uns mit gemischter Kost ernähren und gutes Fleisch konsumieren, in vernünftigen Mengen, haben wir weniger Probleme, weil einfach unsere Biologie auf diese Ernährung seit Hunderttausenden von Jahren geeicht ist. Wenn ich jetzt und das kann ich gut nachvollziehen, aus ethischen Gründen oder aus anderen Gründen tatsächlich fleischarm oder fleischfrei leben will, dann ist das total gut für viele Dinge.

Aber ich muss dann auch darauf achten, dass ich dann dort mehr tue. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass Eltern und Kinder da möglicherweise den gleichen Ernährungsstil haben, dann können einige des Supplements, die die Eltern nehmen, auch für die Kinder total sinnvoll sein. Ja, also das heißt beispielsweise bei uns ist es Omega 3.

Also das ist jetzt nicht so, dass das nur einer in der Familie nimmt, sondern das nehmen wir halt alle. Das steht bei uns dann zur Hauptmahlzeit mit auf dem Tisch. Und die Kinder kriegen natürlich dann entsprechend deutlich weniger.

Als die klein waren, gab es halt zum Beispiel einen Espresso Löffel Omega-3-Öl, wenn wir einen Esslöffel genommen haben, also von einem Fischöl jetzt also acht Milliliter verglichen mit zwei Millilitern. Das war so der Peilwert. Aber es war halt so, wir haben es alle genommen.

Und wenn man jetzt beispielsweise ein Supplement als Pulver hat, kann man natürlich auch dann so grob körpergewichtsadaptiert das machen. Aber ein Erwachsener ist kein Kind. Also das heißt, beim Kind sind die Bedarfe anders, weil halt dieses rasante Wachstum da ist.

Umgekehrt aber andere Prozesse viel besser funktionieren vielleicht als bei einem 50-, 60-Jährigen. Und deswegen ist es immer eine altersspezifische Geschichte. Und es gibt aus meiner Sicht nur sehr, sehr wenige für Kinder wirklich durchdachte Zusammenstellungen, die fertig sind.

Und deswegen muss man da aufpassen. Also diese Idee, ich gebe das meinem Kind einfach mit, muss man hinterfragen.

[Jason Raffington] (29:09 - 29:42)
Ja, macht total Sinn, sehe ich genauso.

Würdest du sagen, dass es bei Kindern oder bei Jugendlichen auch sinnvoll ist, hin und wieder mal zu testen? Weil wenn ich jetzt an mich selber denke, ich glaube, ich hatte meine erste Nährstoffanalyse mit Ende 20, so Ende 20er und jetzt, wenn ich zurückblicke, fände ich es eigentlich schon mal spannend, wenn ich gewusst hätte, wie es halt vorher aussah. Und auch Hormone mal zu testen, um zu schauen, wie sieht das denn aus, wenn es sozusagen am Peak ist?

Wenn man gerade so aus der Pubertät rauskommt, hohes Testosteron hat, was so der eigene Referenzwert sozusagen jetzt ist, weil jeder da ja auch ein bisschen anders ist.

[Franz Sperlich] (29:44 - 33:08)
Also die Frage ist halt, was will man erreichen? Also wenn man jetzt das Thema Longevity im Auge hat, ist das super.

Dann ist es natürlich total gut, Referenzwerte jetzt für die Hormone zu haben, weil da kann man wahrscheinlich langfristig dafür sorgen, dass man länger in einer guten Healthspan halt drin ist. Dafür ist es spannend. Das bringt mir in dem Moment, wenn ich keine Probleme habe und es mir gut geht, nichts, außer dass es erst mal meinen Geldbeutel belastet.

Ja, das ist ja der Punkt. Deswegen muss man immer gucken zwischen: Was bringt mir langfristig was? Wo bin ich neugierig?

Welches Budget möchte ich dafür aufwenden? Zu der Frage mit den Mikronährstoffen würde ich das schon mal grob unterteilen. Habe ich ein Problem?

Also habe ich irgendwas? Habe ich ADS? Habe ich Wachstumsstörungen?

Habe ich Neurodermitis? Habe ich irgendetwas oder hat mein Kind irgendetwas, was dann ein Problem ist? Dann würde ich sagen gezielt auf diese Symptomatik hin.

Ja, dann die Mikronährstoffe in Ordnung bringen, weil die fehlen natürlich nicht nur der Haut, sondern die haben wir jetzt bei der Neurodermitis, sondern die fehlen dem ganzen Körper. Und da kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens, man kann die Symptome oftmals deutlich verbessern.

Leidensdruck rausnehmen. Braucht vielleicht weniger Medikamente. Das Zweite ist, langfristig macht man eine gute Prävention.

Erstens zum Wiederauftreten der Beschwerden und zum Zweiten, weil der Mikronährstoff ja irgendwo anders auch gebraucht wird. Also da würde ich tatsächlich empfehlen, zu messen und dann auch zu kontrollieren, ob das, was man dort gegeben hat, den gewünschten Effekt hat. Also sind dann die Werte normal?

Nicht, dass sie übers Ziel hinausschießen. Passt das, was ich mir da ausgedacht habe für dieses Kind? Und da jetzt Kinder wachsen, kann ich das auch nicht jetzt einmal machen und dann zehn Jahre laufen lassen.

Also das heißt, da muss ich dann wirklich auch mal schauen, je nachdem, wie stark ich das mache. Also wenn ich viel einsetze, dann würde ich auch regelmäßig kontrollieren, weil irgendwann wird das oft besser und dann brauche ich nicht mehr so viel. Also da nachgucken.

Aber da würde ich schon sagen, dass man, wenn man es therapeutisch einsetzt, am Anfang vielleicht vierteljährlich und später jährlich mal schaut, ob das so passt. Das ist, wenn ich ein Problem habe, wenn ich jetzt kein Problem habe und einfach nur schauen möchte. Da finde ich, da kann man 80, 90 Prozent mit der Anamnese rauskriegen.

Ja, also da würde ich sagen, da muss man nicht unbedingt messen. Gerade bei kleinen Kindern ist ja eine Blutabnahme auch manchmal fies. Also das mögen die nicht.

Also da sind alle am schwitzen. Wir, wenn wir Blut abnehmen, die Eltern, wenn sie das Kind sehen oder das Kind sowieso. Deswegen muss man sich das deutlich überlegen.

Aber da kommt immer mehr an Möglichkeiten. Also man kann heutzutage über eine Mikroabnahme, über ein paar Tropfen Blut oder über die Fingerbeere oder das Ohrläppchen kann man immer mehr messen. Da wird einiges kommen.

Heutzutage Standard ist noch die normale venöse Blutabnahme. Das ist bei Kindern traumatisierend. Da würde ich auch nicht sagen, das muss man dauernd machen.

Da kann man, wenn man jetzt den Verdacht hat, dass da in der Ernährung was nicht stimmt, aber das nicht so richtig rauskriegt, hinschauen. Ich mache dann meistens erst mal eine Stuhlanalyse, weil das ist ja der Weg, den die Stoffe dann nehmen. Und das ist weniger belastend für das Kind oder gar nicht belastend, mehr belastend für die Eltern.

Aber in dem Alter hat man sowieso dauernd mit Stuhl zu tun, insofern alles halb so wild. Und das wäre dann so der Vorschlag. Und dann, wenn man dann den Eindruck hat, da stimmt was nicht, dann halt doch mal nachschauen.

[Jason Raffington] (33:10 - 34:21)
Ja, das macht Sinn. Natürlich ist es gut, wenn man die Blutabnahme vermeiden kann, wenn möglich. Wir haben auch oft die Frage oder das Feedback bekommen, dass Eltern, also jetzt nicht nur für die Kinder oder dass die Kinder die Nahrungsergänzungsmittel eingenommen haben, sondern auch Eltern, Erwachsene, dass sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen und keinen Unterschied verspüren.

Da würde ich jetzt sagen, na gut, das kommt natürlich darauf an, wer nimmt sie ein? Habe ich ein Problem? Habe ich einen Mangel und dadurch Symptome, die ich versuche auszugleichen?

Oder nehme ich sie präventiv ein, weil ich eigentlich gesund bleiben will? Eigentlich schon eine okaye Versorgung habe. Denn wenn Letzteres der Fall ist, dann merkt man natürlich nicht so direkt einen Unterschied.

Hast du die Erfahrung auch gemacht? Also jetzt ein konkretes Beispiel. Person sagt, ich nehme Magnesium ein, merke keinen Unterschied oder ich habe trotzdem noch Krämpfe.

Da würde ich jetzt sagen, na gut, Magnesium ist an mehr als 600 Reaktionen im Körper beteiligt. Krämpfe können auch andere Gründe haben. Aber das bedeutet nicht, dass das Magnesium im Körper nicht was Gutes tut.

Weil ich glaube, die Idee ist dann häufig, okay, ich nehme es ein und es macht gar nichts in meinem Körper. Ist das auch was, was du in deiner Arbeit siehst oder Feedback, das du bekommst, wenn es um Nährstoffe geht?

[Franz Sperlich] (34:22 - 36:17)
Ja, unbedingt.

Das ist da. Und das ist auch vielfältig das Problem. Mein Hobby ist ja Thema Aufmerksamkeit.

Wir Menschen, wir haben ein extrem schlechtes Langzeit-Relationsgefühl. Also das heißt, wenn es uns nicht so gut geht und dann wird es langsam jeden Tag besser, haben wir oftmals das Gefühl, da ist gar nichts passiert. Ja, das erlebe ich ganz, ganz oft, dass wenn ich Patienten frage, sie kommen nach drei Monaten und da ist immer mal jemand dabei, der sagt, ich glaube, ich merke keinen Unterschied.

Dann gucke ich in die Unterlagen und dann sage ich, okay, wie ist Schlaf? Ja, doch, das ist besser geworden. Okay.

Und Belastbarkeit? Ja, ist auch besser geworden. Kopfschmerzen?

Stimmt, die hatte ich jetzt vier Wochen nicht mehr. Okay, also das heißt, das ist nicht böse gemeint. Das ist einfach so ein Empfinden.

Es ist nichts besser geworden, weil es sich so langsam verändert. Und das ist es ja. Aspirin wirkt halt schnell.

Die Mikronährstoffe, die wirken halt oftmals langsam. Das ist der eine Teil der Antwort. Und der zweite ist, was will ich damit erreichen?

Also wenn ich natürlich wirklich einen schweren Mangel habe, dann ist das verblüffend, was oft passiert. Ja, dann ist das wirklich ein Unterschied. Und das geht dann auch so, dass die Leute es mitbekommen.

Wenn ich das prophylaktisch mache, dann ist es eine Investition in die Zukunft. Und dann bringe ich immer gerne das Beispiel mit dem Auto. Ja, also da gucke ich ja auch ab und an mal nach dem Öl, bevor der Motor kaputt ist.

Allerspätestens, wenn die rote Warnlampe angeht, gucke ich nach dem Öl. Aber besser ist es, ich mache das routinemäßig ein-, zweimal im Jahr. Und so sehe ich das auch mit den Mikronährstoffen.

Da wir ja jetzt immer mehr verstehen, wie Alterung funktioniert, glaube ich auch, dass Mikronährstoffe eine Säule ist, um länger gesund zu bleiben. Und wenn ich das im Auge habe, dann muss ich es ja auch nicht unbedingt spüren, sondern dann ist es einfach eine gute Instandhaltung, die ich da betreibe.

[Jason Raffington] (36:19 - 36:41)
Ja, abgesehen von den Mikronährstoffen, wenn es jetzt um Prävention geht oder Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen.

Was können Eltern noch tun, um gute Vorbilder zu sein, was das angeht? Du hast es vorhin schon kurz angeschnitten. Es ist natürlich wichtig, dass die Eltern es vorleben.

Was könnten sie noch machen, damit die Kinder vielleicht auch besser essen oder sich mehr bewegen? Hast du da noch Tipps?

[Franz Sperlich] (36:42 - 40:53)
Also der wichtigste Tipp ist, dass man, wenn man sich für Kinder entschließt, dass das tatsächlich etwas ist, was einem klar wird, das verändert das ganze Leben und dass man sich auf diese Veränderung freut.

Denn das ist oftmals so heftig, dass viele Leute sagen, oh Gott, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Also die Illusion der meisten Eltern ist, das Leben geht so weiter und dann haben wir halt Kinder. Und das ist Quatsch.

Also das Leben ändert sich radikal. Und idealerweise ist das gewollt und man will das. Und dann ist es auch toll, weil Kinder zu haben, verändert das Leben in alle Richtungen.

Also es ist auch einfach eine Riesenerweiterung. Aber es ist auch gleichzeitig echt ein wirkliche, wirkliche schwere Arbeit, muss man sagen. Und man kriegt immer nur das Gesamtpaket.

Und das ist so der erste Teil, dass man vom Mindset her sagt, wir haben nicht Kinder, weil es dazugehört, sondern wir wollen das und wir freuen uns auf diese Veränderung, die es in unserem Leben gibt. So, das ist der erste Teil. Man fängt auch an, man steht nicht mehr selber so im Zentrum.

Das ist nämlich ein ganz wichtiger Punkt. Vorher steht man ja immer im Zentrum seines eigenen Lebens. Wenn Kinder da sind, ändert sich das plötzlich.

Ganz krasse Erfahrung für manche Menschen. Das Zweite ist, ich kann das nutzen, um selber mal hinzuschauen, wie gesund bin ich denn eigentlich unterwegs? Die meisten Frauen hören auf zu rauchen, obwohl sie vorher viel geraucht haben, mit der ersten Schwangerschaft.

Also das hat Macht. Also wir wissen, wir wollen nicht nur für uns was Gesundes. Wir wollen für unser Nachwuchs was Gesundes.

Also ich kann dort mein Leben ändern. Und das würde ich erweitern. Da würde ich einfach sagen, vielleicht nutze ich das auch, mehr entspannt zu sein, indem ich einen Atemkurs mache, indem ich schon mal vorsichtig gesund was auch esse, damit das Baby schon mal das mitkriegt.

Was sind das für Gerüche, Geschmäcke, die dort quasi ins Fruchtwasser kommen? Und dann ist es so, gesund zu leben ist ziemlich komplex, muss man sagen, gerade in der heutigen Zeit. Und der schöne Spruch lautet ja immer, wie verspeise ich einen Walfisch in kleinen Stücken?

Also das heißt, klein anfangen, dass man sagt Mensch, wir kochen jetzt mal anders als vorher. Es gibt vielleicht weniger Tiefkühlpizza, sondern wir schauen einfach mal. Vielleicht mache ich mal einen Kochkurs.

Oder wenn Bewegung für mich ein Thema ist. Ich fange an, spazieren zu gehen und mache dort ein klein wenig was. Mein Bild ist immer folgendes:

Ich weiß nicht, ob man das erkennen kann. Ich habe hier so etwas, was ich in der Praxis verwende. Das bezeichne ich als das Gebäude der Vitalität.

Und wenn ich vital sein will, dann brauche ich diese drei Säulen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Und das Ganze muss dann auf einem Fundament stehen der inneren Haltung. Und das bedeutet quasi da, wo die Säule am schwächsten ist,

da soll ich einfach mal was ausprobieren und was verändern. Und die innere Haltung, die sorgt dann dafür, dass diese Säule dann auf einem stabilen Grund steht. Also Beispiel ist, wenn ich aus einer Familie komme, die schon immer Sport gemacht hat, dann ist sich zu bewegen nichts Besonderes.

Dann will ich das. Dann mache ich das. Dann stehe ich am Sonntag auf und mache meinen Spaziergang und mache Sport.

Wenn ich aus einer Familie komme, die das nicht gemacht hat, dann muss ich das erst lernen. Und wenn ich das zu dem Zeitpunkt des Beginns der Elternschaft lerne, dann profitieren alle davon. Dann profitiere nicht nur ich davon, sondern gleich die nächste Generation.

Und das ist der Punkt, wo ich so sage, das ist vielleicht das, was das Faszinierende ist. Wir tragen nicht nur unsere Gene weiter, sondern auch unsere Lebensgewohnheiten und können damit die Zukunft quasi mitgestalten in dieser wichtigen Phase. Deswegen in kleinen Schritten anfangen und einfach gucken, was geht und sich darüber einfach unterhalten.

Also in einer Partnerschaft kriegt man das ganz schnell raus, wo das gemeinsame Thema ist. Und meistens sind es ja gemeinsame Themen. Man lernt sich erkennen, weil man ähnliche Interessen hat vielleicht.

[Jason Raffington] (40:54 - 41:16)
Ja, macht total Sinn. Ich würde auch gerne noch über die Nährstoffversorgung im höheren Alter sprechen, weil da ja auch noch mal bestimmte Anforderungen an den Körper bestehen. Der Körper funktioniert anders.

Die Verdauung funktioniert anders. Worauf muss man da achten? Welche Nährstoffe sind wichtig und was für Probleme können da auftreten, was die Versorgung angeht?

[Franz Sperlich] (41:17 - 43:19)
Ja, also prinzipiell ist das tatsächlich aus meiner Sicht die zweite sehr, sehr wichtige Phase. Man kann sich das halt so vorstellen. Also diese erste Wachstumsphase, die erfordert einfach viel Substanz.

Aber die dahinterstehende Biologie sollte in Ordnung sein. Also man ist noch jung und die ganzen Systeme sollten gut rund laufen. Während des Erwachsenenalters sinkt vielleicht der Bedarf hier und da ein bisschen.

Da geht es dann darum, bedarfsgerecht zu supplementieren. Im Alter ist es so, dass dann oftmals die Nahrungsverwertung anfängt zu schwächeln. Und dann habe ich ein Problem.

Also wenn mein Darm nicht mehr gut funktioniert, wenn mein Mikrobiom verarmt ist, dann habe ich auch weniger Zugriff auf die Nährstoffe. Und das gleichzeitig sorgt dafür, dass vielleicht mein Darm dann noch schneller altert. Und da gerate ich in so einen Teufelskreis.

Klassiker sind Proteine. Also Proteine spielen da eine ganz, ganz wichtige Rolle. Nicht wie in der Kindheit zum Aufbau, sondern in dem Fall jetzt zum Erhalt unserer fettfreien Körpermasse.

Man weiß heutzutage, so ab 40 fängt die Proteinverwertung an, schwieriger zu werden. Und so ab 50, 60 macht es tatsächlich Sinn, da genauer hinzuschauen und auch im Zweifelsfall zu supplementieren, einfach um zu verhindern, dass man Muskelmasse verliert. Und das geht noch viel weiter.

Also zum Beispiel Proteine. Das finde ich, ist immer so das total vernachlässigte Thema, wenn wir über Osteoporose sprechen. Alle reden immer von Kalzium und Vitamin D.

Aber Knochen ist halt viel mehr. Ja, also das ganze Bandsystem, die Proteine, die Muskeln, die den Knochen wieder triggern, Proteine sind da wichtig. Also ich würde tatsächlich bei mir in der Praxis sagen, ganz, ganz viele ältere Patienten, die mit Osteoporose zu tun haben, die haben das, weil sie vor allen Dingen einen Proteinmangel haben oder einen Bewegungsmangel oder beides.

Also das ist eines der wichtigen Dinge. Und da gibt es noch viel mehr. Über was wollen wir sprechen?

[Jason Raffington] (43:21 - 43:49)
Ja, also ich hatte jetzt noch das Thema Medikamenteneinnahme im Kopf, weil viele ältere Menschen nehmen ja mehrere Medikamente teilweise, die sich sicherlich auch auf den Nährstoffhaushalt, auf die Aufnahme, auf die Ausscheidung von Nährstoffen auswirken. Ich denke jetzt auch an B12 beispielsweise. Wenn wir keine Magensäure oder wenig Magensäure haben, vielleicht, weil wir Magensäure blocker nehmen, dann beeinflusst das natürlich auch die Resorption von B12.

Also das wäre jetzt noch ein kritischer Nährstoff, den ich im Kopf habe.

[Franz Sperlich] (43:50 - 45:54)
Absolut. Also die B-Vitamine sind dann ganz, ganz wichtig, gerade wenn schon ein kardiovaskuläres Problem da ist.

Auch Blutdrucksenker, bestimmte ACE-Hemmer etc. können die B-Vitamine vermindern. Statine sind ein ganz großes Thema.

Also wenn man Gefäßschutz betreibt mit Statinen, das ist ein hochwirksames, aber auch ein wirklich in viele Systeme eingreifendes Medikament. Da ist Q10 beispielsweise sehr, sehr wichtig. Wenn man da jetzt wieder mal in Richtung Prävention geht, auch da würde ich es individualisieren.

Also bei B-Vitaminen ist zum Beispiel eine Möglichkeit, es zu messen. Auch da ist es wieder kompliziert, weil messe ich jetzt die aktive oder die nicht aktive Form im Blut? Viele Labore bieten gar nicht den Unterschied an.

Das ist schade. Also das muss am besten jemand machen, der sich damit auskennt. Oder aber ich mache es halt anders und ich setze mir einen anderen Zielparameter.

Also ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Homocystein. Das ist ein Blutparameter, der ein bisschen was über unsere Umwandlungsfähigkeit im Körper verrät. Und der ist sehr abhängig von den B-Vitaminen.

Der kann auch genetisch erhöht sein. Der ist sehr abhängig von der Folsäureaktivierung. Also wenn ich den messe, kriege ich ganz viele Antworten auf einmal.

Und wenn ich den gleich in einem guten Bereich messe, dann habe ich höchstwahrscheinlich eben keinen Folsäuremangel, keinen schweren Vitamin B12 Mangel. Ich habe auch keine genetische Belastung und dadurch ein niedriges Risiko. Super.

Wenn ich den messe und er ist hoch, dann muss ich herausfinden, warum. Und dann muss ich entsprechend was tun. Und das kann dann in der Regel ein Folsäureproblem sein.

Das kann aber auch noch woanders dran liegen. Und da kann ich dann schauen und Try and Error machen. Also das heißt, ich fange dann an, was zu tun.

Messe den in drei Monaten noch mal und dann weiß ich, ob das funktioniert. Und das Tolle ist, der ist relativ preiswert. Also Homocystein liegt so um 15 Euro.

Das kann man durchaus machen. Man muss es sich halt nur wünschen und eine Ärztin oder einen Arzt haben, der einfach auf den Wunsch auch eingeht.

[Jason Raffington] (45:55 - 46:06)
Ja, gibt es noch weitere Marker, die du im Alter empfehlen würdest, die so, ja, ich weiß nicht, ob man jetzt sagen kann, standardmäßig gemessen werden sollen, aber die tendenziell schon sinnvoll wären?

[Franz Sperlich] (46:06 - 48:08)
Also ein anderer sehr preiswerter Wert, den ich gerne zum Peil nehme, ist das Gesamteiweiß. Ja, also der liegt bei zwei, drei Euro, dass man einfach mal schaut, wie viel Eiweiß habe ich eigentlich im Blutbild? Da achte ich immer auch so ein bisschen auf den Hämatokrit-Wert.

Also gerade bei Männern mit einem hohen Hämatokrit-Wert. Das ist ein eigenständiger Risikofaktor auch für Gefäßprobleme. Da kann man dann, wenn jemand Blutspenden geht, einiges unternehmen oder auch mit dem Aderlass.

Das sind zum Beispiel auch sehr einfache Möglichkeiten, was zu unternehmen. Ich finde eine Omega-3-Fettsäure-Analyse oder nicht eine Omega-3, sondern eine Fettsäure-Analyse total richtig und wichtig. Da muss man aufpassen.

Die gibt es im Serum. Das ist also quasi das, was man in den letzten 48 Stunden zu sich genommen hat. Die würde ich nicht machen, weil da kann man auch einfach, sage ich mal, eine Anamnese machen.

Was hat man in den letzten zwei Tagen gegessen? Ich würde eine aus der Erythrozytenmembran machen. Da kriegt man einen besseren Überblick über die letzten paar Monate.

Und daran kann man schon mal ziemlich genau erkennen, wie das mit den Fetten in der Ernährung ist. Und ein häufiger Fallstrick ist ja, wir reden ja immer über Omega-3. Das ist auch richtig und gut, unbedingt geben.

Aber wir reden zu selten über Omega-6. Omega-6 ist auch eine wichtige Fettsäure, aber gerade die Linolsäure, vor allen Dingen aus Sonnenblumen, wird die gewonnen, die ist fast so verbreitet wie Zucker in unserer Ernährung.

Also wird viel zu viel von der Lebensmittelindustrie verwendet. Und das ist etwas, was ich ganz oft sehe, dass Menschen da extrem hohe Werte haben und damit quasi einen Entzündungsträger jeden Tag zu sich nehmen. Und dann machen wir uns auf die Suche, wenn das der Fall ist.

Wo kommt das eigentlich her? Und da kommen oftmals Überraschungen raus. Also zum Beispiel eine der großen Überraschungen, als das mir immer mehr bewusst wurde vor einigen Jahren, war ein Haferdrink.

Also Menschen, die auf Milch verzichten und Haferdrink nehmen. Es gibt viele Haferdrinks, die mit Sonnenblumenöl hergestellt werden. Es gibt aber auch andere, die werden mit Cashew oder Mandeln hergestellt.

Dann braucht man kein Sonnenblumenöl drin. Und dann kann man auch verzichten. Wenn man da hohe Werte hat, sollte man das tun.

[Jason Raffington] (48:10 - 48:37)
Ja, das ist ein guter Punkt. Also dieses Sonnenblumenöl, wenn man auf verarbeitete Produkte schaut, findet man in der Regel Sonnenblumenöl oder Rapsöl drin. Das ist, wie du schon sagst, ein Entzündungsherd für viele Menschen.

Und auch witzig, dass du die Pflanzenmilch ansprichst, weil das ist auch einer der Gründe, warum ich die nicht trinke, weil eigentlich überall entweder Sonnenblumenöl oder Zucker drin ist. Es gibt ganz wenige, wo sowas nicht drin ist.

[Franz Sperlich] (48:37 - 49:56)
Das ist total richtig.

. Es gibt kein richtig oder falsch. Es gilt immer nur, da irgendwie gut die Kurve zu kriegen.

Und wenn man über Milch nachdenkt, ist das ein kritisches Lebensmittel. Aber auch da kann man Sachen richtiger machen. Und manchmal ist halt eine gute Milch besser als ein schlechter Milchersatz.

Und interessanterweise sehe ich die größten Verschiebungen in Laborwerten bei Menschen, die es besonders gut machen wollen. Ja, also das ist tatsächlich so. Ich sehe öfter Situationen, wo ich sage Ja, das ist nicht ideal.

Da kann man was verbessern bei Menschen, die gar nichts tun. Ja, aber bei Menschen, die wirklich schon viel für sich tun. Da gibt es oftmals wirklich Abweichungen, wo ich sage, Oha, das ist gut, dass wir jetzt mal messen, weil das vorher blind gemacht zu haben,

das war offensichtlich nicht richtig, weil es einfach zu einer Verschiebung kommt. Und mein Lieblingsspruch in dem Zusammenhang ist immer, man kann auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Man kann also Mikronährstoff Mangel haben.

Man kann aber auch das so unausgewogen und ungünstig für die eigene Situation einnehmen, dass man auf der anderen Seite vom Pferd kippt und sich dann wieder Nachteile holt. Also wissenschaftlich würde man sagen, das ist wie eine U-Kurve. Ja, also das Optimum ist, wenn man in der Mitte auf dem Pferd sitzt, aber links und rechts davon, umso weiter man da abweicht, umso schlechter wird es.

[Jason Raffington] (49:57 - 50:06)
Ja, es ist ja bei Nährstoffen häufig so. Leute denken viel hilft viel. Ich nehme jetzt sehr viel von diesem Nährstoff und es tut mir gut.

Aber es ist eben diese U-Kurve.

[Franz Sperlich] (50:06 - 50:40)
Muss man total aufpassen. Also auch eine schöne Geschichte.

Vitamin D. Als ich da vor zehn, zwölf Jahren mit anfing, habe ich erst mal jedem Vitamin D gegeben, weil überall die Spiegel niedrig waren. Und ich hatte so viele Leute, denen das nicht gut getan hat.

Und ich habe mich immer gefragt: Warum? Ja, und es lag natürlich daran, dass mehr Vitamin D den Magnesiumbedarf nach oben gekurbelt hat, weil dann ganz, ganz viel Magnesium in den Knochenstoffwechsel gegangen ist. Und dann ging es denen nicht gut.

Dann hatten die Beschwerden und haben nicht gut geschlafen, Magnesiummangel entwickelt. Und das muss man zusammendenken. So ist es halt.

[Jason Raffington] (50:42 - 51:20)
Ja, ich glaube, das ist auch noch mal ein wichtiger Punkt, einfach sich vor Augen zu führen, dass Nährstoffe nicht in Isolation funktionieren, sondern sie brauchen Co-Faktoren. Und wenn man zu viel Vitamin D nimmt, dann sinkt Magnesium. Es gibt noch andere wichtige Co-Faktoren beim Vitamin-D-Stoffwechsel, Bor, Calcium, K2 und so weiter.

Also das ist, glaube ich, echt noch mal wichtig, dass man sich da dann vielleicht auch Hilfe holt. Weil, wenn man jetzt nur irgendwo online sieht, das ist ein neuer Nährstoff, der klingt gut oder den brauche ich wahrscheinlich, da muss man natürlich noch ein paar Schritte weiter denken.

Welche Stoffwechselwege beeinflusst es denn jetzt, wenn ich diesen Nährstoff nehme und was brauche ich dann auch noch dazu?

[Franz Sperlich] (51:21 - 52:32)
Absolut. Und da ist die Natur, finde ich, immer Vorbild, weil wir kriegen ja keine Nährstoffe aus der Natur einzeln.

Also es gibt ja keinen Vitamin-A-Baum oder keinr Vitamin-D-Rübe oder sowas, sondern wir kriegen ja immer das gesamte Paket. Und so sollten wir es auch denken. Ich bin ein großer Fan davon, auch wirklich, wenn man, wenn man einen Mangel irgendwo hat, auch zu schauen, wie kann ich das ernährungstechnisch schon mal anfangen auszugleichen?

Es ist immer eine gute Idee, einen Nährstoff, ein Lebensmittel zu nehmen, was diesen Nährstoff ordentlich enthält, weil man kriegt das gesamte Paket. Und dann kann ich in bestimmten Fällen natürlich noch mal gezielt dazu supplementieren oder was ich dann häufig sage, das hatten wir vorhin schon mal, beim Erhalt einer Supplementation auch das wirklich ganz denken. Also nicht jetzt das, das und das hochdosiert geben und von dem anderen nicht, sondern wirklich eine gute Basisversorgung machen.

Idealerweise aber halt auch zusammen mit einer gesunden Ernährung oder andersrum formuliert eigentlich die Ernährung als Basis und die Supplementation als Chance, es sich zu vereinfachen und den individuellen Bedarf besser anzupassen.

[Jason Raffington] (52:34 - 53:14)
Ich habe das Gefühl, da fehlt auch noch ein bisschen das Wissen bei vielen Menschen, wo denn jetzt welche Nährstoffe enthalten sind. Und ich meine, das wird dir nirgends beigebracht.

Das ist muss man sich dann selber irgendwo zusammensuchen. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht mit Patienten, mit denen ich gearbeitet habe, dass dann irgendwann die Info kam, Oh, seit du das gesagt hast, weiß ich erst, dass Eiweiß das gleiche ist wie Protein und wo das denn zu finden ist.

Also man kann nicht davon ausgehen, dass Leute das wissen. Und ich glaube, das siehst du wahrscheinlich auch so, dass das schon sinnvoll wäre, das Kindern so früh wie möglich zu vermitteln oder generell über Ernährung und den Wert von guter Ernährung aufzuklären. Da gibt es sicher noch Handlungsbedarf.

[Franz Sperlich] (53:14 - 55:37)
Also ja, und da bin ich aber der Meinung, da sind wir gerade in einer sehr interessanten Zeit. Also noch mal wieder zu meinem Lieblingsthema Aufmerksamkeit zurück. Wir haben die Möglichkeit, heutzutage, das beginnt jetzt ja gerade erst, uns auf eine wesentlich profundere Art und Weise zu informieren.

Und das Internet war ein ganz, ganz wichtiger Schritt. Also als ich noch studiert habe, fing das mit dem Internet erst an. Ich musste noch in die Bibliothek gehen und mir ein Buch ausleihen.

Und das war 20 Jahre alt und es war oft vergriffen. Also so war der Weg damals. Heutzutage habe ich einen wesentlich besseren Zugriff auf das Wissen und ich kann es mir jetzt mit Hilfe von KI auch analysieren lassen.

Und ich glaube, da geht die Reise hin. Also das wird so sein, dass wir immer bessere individuelle Pläne bekommen durch KI. Und das ist dann auch am Ende des Tages bezahlbarer oder bezahlbar.

Wir haben da neue Themen. Klar, Datenschutz ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich möchte nicht, dass irgendwer mitliest, ob in China oder USA, was ich für Gesundheitswerte habe.

Ich möchte aber auch nicht, dass jemand in Deutschland mitliest, weil ich hier versichert bin. Also das heißt, das sind neue Herausforderungen, die wir haben. Aber wir werden, wenn wir unsere Aufmerksamkeit wirklich auf unsere Gesundheit lenken, viel, viel mehr Möglichkeiten haben.

Und wir werden die Experten zum Glück seltener brauchen. Ja, und der Experte wird vielleicht uns das noch mal einmal gegenchecken. Aber wir können viel mehr dafür uns selber tun.

Und da sehe ich auch die Zukunft der Gesundheit, dass wir wirklich tatsächlich uns selber darum kümmern können, dass es möglich wird, obwohl es viel Wissen ist, weil wir diese technologische Unterstützung haben. Aber wir müssen unsere Aufmerksamkeit dahin wenden. Also wir müssen es auf dem Schirm haben.

Und da bin ich ganz bei dir. Das sollte uns in der Schule beigebracht werden, wie wir selber uns Wissen erschließen, auch zum Thema Gesundheit. Und vor der Schulzeit und so weiter sind die Eltern die wichtigsten Ansprechpartner.

Das Thema hatten wir auch kurz. Da brauche ich gute Vorbilder. Und idealerweise fangen die Eltern spätestens, wenn sie Eltern werden, damit an, auch für ihre Gesundheit was zu tun.

Und dann schließt sich so ein bisschen der Kreis.

[Jason Raffington] (55:39 - 55:49)
Ja, wir haben jetzt sehr viele Lebensphasen, Altersstufen abgedeckt. Gibt es etwas, was wir vergessen haben oder was du noch gerne ergänzen möchtest?

[Franz Sperlich] (55:49 - 57:22)
Es gibt ganz, ganz viele. Also diese hormonellen Umstellungen, da hatten wir die Pubertät. Aber die Wechseljahre sind natürlich auch nochmal ein riesen, riesen Thema.

Man muss so ein bisschen sagen, da hat die Medizin auch viel zu lange gepennt. Wir haben eigentlich tatsächlich in der Medizin die letzten Jahre der schnellen Entwicklung vergessen, die Unterschiede, die es einfach biologisch gibt zwischen Männern und Frauen, gründlich zu beleuchten. Also in den Studien, die gemacht worden sind, sind vor allem Männer untersucht worden bei Medikamentenstudien, weil die Forscher Sorgen hatten, dass Frauen durch die Zyklus-Schwankungen dort die Daten durcheinander bringen.

Und das ist natürlich ein Versäumnis, das wir dringend aufholen müssen. Also es ist ganz, ganz wichtig, diesen Gender Gap zu schließen. Wir haben andere Symptome bei Frauen für dieselben Erkrankungen als bei Männern.

Wir haben andere Risiken. Wir sollten da besser darauf achten. Da sollten sich die Ärzte informieren.

Auch das geht übrigens mit KI. Also bitte auch nochmal an alle Kolleginnen und Kollegen, alle, die im Gesundheitsbereich sind, nutzt das. Da gibt es auch Ausbildung dazu.

Man kann das lernen, wie man das datenschutzkonform und richtig gut für sich machen kann. Wenn da Interesse besteht, können wir gerne was in die Show Notes nehmen. Da kann ich ein paar Empfehlungen zu aussprechen.

Aber darum geht es. Also wir sollten den Umgang mit Wissen dahin bringen, dass wir es individuell hinbekommen können. Und dann können wir auch auf diese Altersphasen gucken und uns das genauer anschauen.

Ansonsten ist das, glaube ich, jetzt noch zu komplex, weil es einfach so viel ist, dass wir da jetzt noch Stunden drüber weiterreden können.

[Jason Raffington] (57:23 - 57:44)
Ja, hast du wahrscheinlich recht. Aber ich denke, wir haben jetzt schon sehr viel abgedeckt.

Ich hoffe, da waren ein paar wertvolle Informationen für die ZuhörerInnen dabei. Ich bin mir sicher, da waren ein paar gute Informationen dabei. Und ja, dann bleibt mir nur noch zu sagen oder dich zu fragen, wo unsere ZuhörerInnen noch mehr über dich und deine Arbeit herausfinden können oder wie man dich kontaktieren kann.

[Franz Sperlich] (57:45 - 58:31)
Also es gibt natürlich eine Webseite. Das ist die dr-sperlich-consulting. Das ist also die Webseite, wo meine Bücher stehen.

Also ich beschäftige mich ja mit dem Thema Aufmerksamkeit, auch in den Ratgebern, die ich dazu schreibe. Da findet man mich bei YouTube auch noch. Da war ich jetzt in letzter Zeit nicht so viel aktiv.

Aber einige interessante Vorträge, auch hier zum Gebäude der Vitalität, kann man dort auch finden. Ich bin auf LinkedIn im Business-Bereich ein bisschen unterwegs. Ansonsten sind soziale Medien nicht so ganz meins.

Da habe ich dann lieber den Sonntag für mich und meine Familie. Und ja, das sind so die Kontaktpunkte. Und wir werden da denke ich auch in den Show Notes was dazu veröffentlichen.

[Jason Raffington] (58:32 - 58:39)
Genau, das werden wir verlinken. Franz, dann sage ich vielen Dank. Vielen Dank für deine Zeit und dein Wissen.

Es hat sehr viel Spaß gemacht.

[Franz Sperlich] (58:39 - 58:42)
Jason, ja, fand ich auch. Also gerne mal wieder.

[Jason Raffington] (58:47 - 58:48)
Was ist eigentlich dein Lieblingssupplement?

[Franz Sperlich] (58:50 - 59:37)
Ja, das ist meiner Neugierde geschuldet, ändert sich das sehr schnell. Also ich bin immer Jahresfan sozusagen von etwas und erschließe mir das dann und nutze es dann auch weiter und finde es dann auch weiter gut.

Aber dann gibt es wieder was Neues. Und in diesem Jahr ist es Magnesium tatsächlich. Also da habe ich nochmal sehr, sehr viel gelernt.

Da gibt es ja jetzt auch interessante Daten zum Thema Blut-Hirn-Schranke und zentral-nervöse Wirkungen, also Magnesium-Taurat, Trionat etc. Wahnsinnig spannend. Wenn man das jetzt mal zusammenfassen würde, würde ich sagen, ist mein Lieblingssupplement ein Multi, also etwas, was tatsächlich zwar bedarfsgerecht, aber halt tatsächlich an mehreren Targets gleichzeitig ansetzt.

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