

Warum kein Alkohol oft die beste Entscheidung für deine Gesundheit ist – Erkenntnisse von Bas Kast
Alkohol gilt in unserer Gesellschaft als Genussmittel, doch neue Forschung zeigt: Schon kleine Mengen können gravierende gesundheitliche Folgen haben. Bestsellerautor und Wissenschaftsjournalist Bas Kast spricht im Healthwise-Podcast mit Nils Behrens über seine Entscheidung, keinen Alkohol mehr zu trinken und warum er damit nicht nur seiner Gesundheit, sondern auch seinen Kindern ein wichtiges Vorbild ist.
Warum wir unser Bild von Alkohol hinterfragen sollten
Mythos „gesundes Glas Rotwein“: Laut Kast basiert der vermeintliche Schutz auf statistischen Verzerrungen, nicht auf echten gesundheitlichen Vorteilen. Die in Rotwein enthaltenen Polyphenole wie Resveratrol sind zwar gesund, aber in Mengen vorhanden, die keinen spürbaren Effekt haben, ohne dass der schädliche Einfluss von Alkohol überwiegt.
- Krebsrisiko: Bereits 3–6 Drinks pro Woche erhöhen nachweislich das Risiko für Brustkrebs (bei Frauen) und Darmkrebs (bei Männern).
- Neurodegeneration: Studien zeigen, dass schon moderater Konsum mit Schrumpfung des Hippocampus, einer für das Gedächtnis zentralen Hirnstruktur, verbunden ist.
Alkoholkonsum als soziales Ritual
- Rechtfertigungszwang: In vielen sozialen Situationen gilt Alkoholverzicht als unnormal. Wer ablehnt, muss sich oft erklären.
- Soziale Alternativen: Kast rät, Gelegenheiten zu nutzen, um interessante Gespräche auch ohne „Sedierung“ zu führen.
- Einfache Strategien: Wer Diskussionen vermeiden will, kann sich ein Glas einschenken lassen, es aber nicht trinken.
Gesündere Alternativen für Entspannung und Genuss
- Sport & Sauna: Kast ersetzt das Glas Wein am Abend durch Krafttraining und Sauna, um Stress abzubauen.
- Eisbaden: Liefert einen langfristigen Dopamin-Kick und verbessert die Stimmung nachhaltig.
- Alkoholfreie Optionen: Sprudelwasser, hochwertiges alkoholfreies Bier oder Proteinshakes können gesunde Genussmomente schaffen.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Tipps für den Ausstieg oder eine Reduktion
1. Bewusst machen: Welche Funktion erfüllt Alkohol in deinem Leben?
2. Alternativen finden: Bewegung, Meditation, Kälte- oder Wärmereize.
3. Testphase starten: 30 Tage ohne Alkohol (z. B. Dry January) als Selbstexperiment.
4. Soziales Umfeld vorbereiten: Ehrlich erklären oder strategisch unauffällig verzichten.
Take-Aways
- Schon wenig Alkohol kann das Krebsrisiko erhöhen.
- Der Mythos vom gesunden Rotwein ist wissenschaftlich nicht haltbar.
- Alkoholverzicht kann Lebensqualität, Energielevel und Vorbildfunktion steigern.
- Gesunde Routinen können dieselben Entspannungs- und Genussmomente schaffen, ohne die Risiken.
Produktempfehlungen von sunday natural
Bas Kast ist ein deutsch-niederländischer Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor, der komplexe Forschung verständlich und praxisnah vermittelt. Mit Büchern wie Der Ernährungskompass und Kompass für die Seele inspiriert er Millionen Leserinnen und Leser zu einem gesünderen, bewussteren Leben. Seine Stärke liegt darin, wissenschaftliche Erkenntnisse über Ernährung, Resilienz und mentale Gesundheit so aufzubereiten, dass sie direkt im Alltag umsetzbar werden.
[Bas Kast] (0:51 - 1:15)
Genau und das finde ich dann schon so ein bisschen komisch, weil du sagst es eben, was für ein Genuss das ist, wenn du dieses Zellgift da so im Mund behältst und das Aroma genießt. Und das wird anders, sobald du dich anfängst mit diesem Forschungsbefunden zu beschäftigen. Und dann ist es so ein bisschen ironisch, wenn wir Alkohol nehmen und Geburtstage feiern und zum Wohl sagen, während wir eben mehr und mehr wissen, dass es eher zum Unwohl ist.
[Nils Behrens] (1:15 - 2:24)
Herzlich willkommen zu HEALTHWISE, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunny Natural. Ich bin Dietz Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Alkohol ist in unserer Gesellschaft tief verankert, ob als Genussmittel, Stresslöser oder als Teil von Feierlichkeiten. Doch hinter der Geselligenfassade verbirgt sich eine Droge, deren Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden oft unterschätzt wird.
Pascal ist ein renommierter Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor, der mit seinem Buch der Ernährungskompass Millionen Menschen dazu inspiriert hat, ihre Gesundheit durch fundierte Ernährung zu verbessern. Mit seinem neuesten Werk »Warum ich kein Alkohol mehr trinke« beleuchtet er kritisch unverständlich die Auswirkungen von Alkohol auf Körper und Geist, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Als leidenschaftlicher Journalist verbindet er persönliche Erfahrungen mit tiefgreifenden Analysen, um wichtige Gesundheitsthemen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Und deswegen sage ich herzlich Willkommen, Pascal. Danke Nils, schön da zu sein. Mal wieder.
Immer gerne. Du sagst es gerade, du bist der erste Gast, der zweimal jetzt bei mir bei Healthwise ist. Somit bist du mein allererster Stammgast.
[Bas Kast] (2:25 - 2:35)
Sehr cool. Also ich hoffe, wir schaffen auch ein drittes Mal. Wie du weißt, bin ich sehr gerne da.
Da gibt es ja auch immer ganz leckere Sachen zum Verkosten.
[Nils Behrens] (2:37 - 2:46)
Nur Magnesium L-Treonat fehlt so ein bisschen. Ja, das ist ausverkauft. Was soll ich sagen.
Das ging schnell. Letztes Mal habe ich dir NR mitgebracht. Hast du das eigentlich mal ausprobiert?
[Bas Kast] (2:46 - 3:14)
Ich habe es probiert, aber ich war dann verreist. Dann habe ich es auch wieder vergessen. Also ich kann dir jetzt keine Erfolgsberichte sagen.
Ja, nee. Wenn ich denn welche gespürt hätte. Wenn du denn welche gespürt hättest.
Ich habe schon das Gefühl, dass es wenig Supplements gibt, wo man unmittelbar einen Effekt spürt. Ich würde sagen, Magnesium gehört zu den wenigen Sachen, wo ich sagen kann, okay, hier habe ich wirklich was gespürt. Insofern, dass meine Muskelkrämpfe, die ich regelmäßig hatte, weg sind.
[Nils Behrens] (3:14 - 3:29)
Total. Das ist bei mir auch so. Aber ich muss dir sagen, für mich ist es ja, seitdem ich Kreatin nehme, der größte Game Changer.
Also ohne Kreatin. Ich merke das jedes Mal, wenn ich kein Kreatin nehme, dass ich dann einfach so diese kognitive Leistungsfähigkeit ist signifikant höher.
[Bas Kast] (3:30 - 3:30)
Wie viel nimmst du?
[Nils Behrens] (3:32 - 3:33)
Drei Gramm.
[Bas Kast] (3:33 - 3:59)
Okay, weil das ist so relativ niedrig noch für den Effekt auf das Gehirn. Der sozusagen in der wissenschaftlichen Literatur noch so ein bisschen spekulativ ist, aber schon auch dazu geführt hat, dass sogar meine Frau jetzt interessiert ist an Kreatin und fragt schon, in der Natur haben die Kapseln, weil meine Frau irgendwie mag Kapseln. Auch Magnesium, Eltreonat.
Ich stehe ja mehr auf Pulver, weil dann kann ich das alles in eins runden.
[Nils Behrens] (3:59 - 4:02)
Ich kann sagen, ich habe so viele Kapseln schon, ich freue mich über jede Kapsel, die ich nicht nehmen muss.
[Bas Kast] (4:05 - 4:08)
Also Kreatin nehme ich seit Jahren schon.
[Nils Behrens] (4:09 - 4:16)
Wahrscheinlich ist da ein Wear-out-Effekt bei dir vielleicht auch so ein bisschen. Aber bei mir der größte Game Changer meiner Supplement-Historie, muss man wirklich sagen.
[Bas Kast] (4:16 - 4:16)
Wirklich? Wow.
[Nils Behrens] (4:16 - 4:19)
Also es gibt nichts, was mir so viel Uplift gibt wie Kreatin.
[Bas Kast] (4:19 - 4:23)
Und einfach mehr Energie oder Konzentration?
[Nils Behrens] (4:23 - 4:37)
Ja, keine kognitive Erwärmungserscheinung mehr, wenn ich es nehme, wenn ich es nicht nehme. Und ganz extrem wirklich auch, wenn ich mal wenig Schlaf hatte, dann dosiere ich höher, dann gehe ich so auf fünf bis sieben Gramm. Und dann ist auch das Schlafdefizit weg.
[Bas Kast] (4:37 - 4:39)
Auch das ist ja in einer deutschen Studie nachgewiesen.
[Nils Behrens] (4:40 - 4:53)
Ja, also von daher Kreatin. Aber wir reden ja über was anderes. Wir reden über was anderes.
Du kennst das Spiel als Stammgast. Ich habe ja als erstes immer eine Sonntagsfrage. Das heißt also meine Sonntagsfrage ist, sehen deine Sonntage jetzt anders aus, seitdem du kein Alkohol trinkst?
[Bas Kast] (4:53 - 5:18)
Naja, gut, okay. Ja, nein, also das ist ja auch schon wieder so lange her. Ich trinke ja seit zwei Jahren nicht mehr.
Und es ist ja auch nicht so, dass ich den Sonntag mit irgendwie einem Glas Champagner angefangen hätte oder so. Ich habe immer nur so, was weiß ich, zwei Gläser, maximal drei am Abend zum Abendessen gegessen. Und jetzt trinke ich dazu Wasser.
Und ich muss sagen, die Umstellung ist nicht sonderlich gewaltig.
[Nils Behrens] (5:19 - 5:24)
Okay. Der sonntagliche Hangover-Wahl gehörte nicht zu dem standardlichen Sonntagsritual.
[Bas Kast] (5:24 - 5:36)
Nein, ich hatte nie Hangover in dem Sinne. So als Jugendlicher vielleicht mal auf einer Party oder wenn ich da mal auf einem Fest war oder so. Aber ich habe ja nicht so viel getrunken, dass ich jetzt irgendwie am nächsten Morgen einen Kater gehabt hätte.
[Nils Behrens] (5:36 - 6:02)
Ich finde es ja ganz faszinierend, wir haben uns ja schon mal dann privat darüber unterhalten, dass in deinem Buch, der Ernährungskompass, hast du ja ein, ich sage jetzt mal, etwas anderes Bild auf das Thema Alkohol gehabt. Und dann muss man ja sagen, dieses Buch ist ja auch wirklich viele Millionen Mal verkauft worden. Und dann hast du irgendwann dich motiviert gefühlt, sozusagen nachzulegen und das Kapitel neu zu schreiben und auch sogar kostenlos zum Download dann jemand anzubieten für alle, die das Buch dann sozusagen schon so gekauft haben.
[Bas Kast] (6:02 - 6:19)
Ja, pass auf, das ist zum Download nicht, sondern auf meinem Instagram-Kanal habe ich ein Cover vom Ernährungskompass gepostet. Und wenn man dann so nach rechts oder links slidet, dann kriegt man die neuen Seiten über das Thema Alkohol, die ich komplett umgeschrieben habe.
[Nils Behrens] (6:20 - 6:23)
Okay, aber es ist auf jeden Fall kostenlos verfügbar, sagen wir mal so.
[Bas Kast] (6:23 - 6:24)
Richtig, genau.
[Nils Behrens] (6:24 - 6:29)
Ich glaube, das heißt Karussellpost, ist das dann? Wie, was? Es ist ein Karussellpost.
[Bas Kast] (6:29 - 7:16)
Ein Karussellpost, okay, das kannte ich nicht. Ja, aber das kann man sich angucken, kostenfrei natürlich. Ich habe aber auch ein Video gemacht auf YouTube über eine Stunde lang über diese neuen Befunde zum Thema Alkohol.
Und es ist in der Tat das einzige Kapitel oder überhaupt die einzige Sache, die ich vom Ernährungskompass umgeschrieben habe. Alles andere konnte weitgehend so stehen bleiben. Und der Grund ist einfach, dass sich wirklich die Befunde hier in der Forschung verändert haben, dass man immer kritischer geworden ist.
Es gab ja auch diesen, mittlerweile muss man sagen, Mythos vom gesunden Gläschen Rotwein am Abend. Und man ist hier immer kritischer geworden. Und mittlerweile, muss man sagen, wahrscheinlich ist Abstinenz die, zumindest in gesundheitlicher Hinsicht, die beste Lösung.
[Nils Behrens] (7:17 - 7:30)
Wir gehen gleich alles mal im Detail ein. Ich finde trotz allem, also ein Satz, mit dem dein Buch gleich beginnt, den habe ich mir besonders gehighlighted. Alkohol ist die einzige Droge, für die man sich rechtfertigen muss, wenn man sie nicht nimmt.
[Bas Kast] (7:30 - 8:17)
Ja, das ist auch nicht mein Satz, sondern es ist einer, der kursiert. Viele Leute haben den schon geäußert. Und ich empfinde es schon auch ein bisschen so, weil ich werde jetzt auch häufiger in Gesprächen gefragt, ja was, warum trinkst du denn gar nicht mehr?
Du kannst doch noch ein bisschen weiter. Muss es so radikal sein? Ist das nicht genussfeindlich, etc.?
Und schon in dieser Frage, die vielleicht gut gemeint ist, sieht man, dass so ein Gefühl drin ist, von eigentlich ist es doch normal, ein bisschen was zu trinken. Selbst wenn ich vorher erklärt habe, es gibt zum Beispiel so Studien, es gibt eine britische Studie, die ich im Buch auch drin habe, wo britische Forscher einmal diese Hochrechnung gemacht haben, nach dem Motto, wie viele Zigaretten stecken eigentlich in einer Flasche Wein?
[Nils Behrens] (8:17 - 8:18)
Oh ja, das habe ich gelesen.
[Bas Kast] (8:18 - 9:24)
Genau, und da kommen sie, das sind natürlich so Hochrechnungen, muss man nicht ganz bierernst nehmen, die Erhöhung des Krebsrisikos. Und die kommen zum Schluss, was die Erhöhung des Krebsrisikos betrifft, stecken in einer Flasche Wein, wenn man die verteilt über die Woche trinkt, für eine Frau 10 Zigaretten. Immerhin, für einen Mann 5 Zigaretten.
Über den Unterschied können wir auch noch reden. Und das heißt, wir haben hier einen direkten Vergleich und niemand würde mir die Frage stellen, was, warum rauchst du nicht zwei, drei Zigaretten die Woche? Warum tust du das nicht für deinen Genuss?
Und daran zeigt man schon, man ist in so einem gewissen Rechtfertigungszwang, dieses krebserregende Mittel namens Wein oder Bier zu sich zu nehmen. Und wer das nicht tut, ist irgendwie ein Spielverderber oder ist zwanghaft. Manche in Interviews nennen mich jetzt, irgendwie wirkt das auf mich zwanghaft, was du tust.
Und da zeigt sich, dass das sozusagen der Normalzustand ist, dass man ein bisschen was trinkt.
[Nils Behrens] (9:24 - 10:11)
Ich finde es total interessant, weil ich bin ja schon sehr lange in dieser Gesundheitsbranche unterwegs, aber ich habe tatsächlich erst durch dich gelernt, dass das Krebsrisiko mit Alkohol so massiv gesteigert wird. Das ist ja etwas, was ich behaupten würde, ich habe seitdem wirklich so häufiger auf meinem Umfeld ein bisschen gefragt und gechallenged, dass Alkohol ungesund ist, das wissen irgendwie mehr oder minder alle. Wobei, auch da können wir später noch mal reingehen, dass es ja auch gewisse Themen gibt, die dann angeblich gesundheitsfördernd das Thema ungesund gleich Krebs bedeuten.
Das ist etwas, was ich tatsächlich vorher noch nicht wusste. Und es ist ja auch eine ganz bestimmte Art von Krebs, und auch besonders bei Frauen eben hat auch noch mal eine andere Art, die da ausgelöst wird. Lass uns doch gleich mit dem leichten Thema reingehen, direkt in das Krebsthema reingehen.
[Bas Kast] (10:11 - 11:45)
Ja, ja, Leute hören das natürlich nicht so gern. Und es ist in der Tat fast ein bisschen besorgniserregend, dass viele davon noch nicht gehört haben. Es gibt so WHO-Statistiken, dass in Europa nur jede fünfte Frau, also 20 Prozent, wissen, dass schon moderater Konsum, also ich rede jetzt über drei bis sechs Gläsern pro Woche, kleine Gläser Wein, so ungefähr um die 140 Milliliter, kleine Flasche Bier, so ungefähr um die 330 Milliliter, ich weiß nicht genau, wie groß so eine Flasche Bier ist, aber so in der Größenordnung, drei bis sechs Drinks pro Woche erhöhen das Brustkrebsrisiko deutlich messbar. Ich weiß nicht, das sind zehn Prozent oder so.
Das klingt nach nicht so viel, aber da Brustkrebs bei Frauen häufig vorkommt, ist es schon sehr gefährlich, wenn man diese häufig vorkommende Erkrankung, wenn man da das Risiko dann auch erhöht. Und bei Männern ist es mehr das Darmkrebsrisiko, also bei Frauen auch, aber wenn man guckt, was ist die erste Krankheit, Krebskrankheit, die bei Männern durch Alkohol gefördert wird, ist es im Darmkrebs, weil das auch sehr häufig vorkommt. Und auch schon bei einem moderaten Konsum, also drei bis sechs Drinks die Woche.
Und ja, also das Krebsrisiko steigt, das Krebsrisiko steigt im gesamten Verdauungsrohr, womit dieser Alkohol direkt in Kontakt kommt. Das fängt an mit den Lippen, Lippen, Zunge, der ganze Rachenbereich, Schluckdarm, Magen und dann natürlich Dickdarm, also Darmkrebs.
[Nils Behrens] (11:45 - 12:18)
Also gerade wenn man sich überlegt, gerade wenn man so was hat wie Rotwein, oder meinetwegen auch so, wenn man richtig in die Hartlickers reingeht, für Leute, die gerne Whisky trinken. Ich habe in meiner Studentenzeit Whisky-Seminare mal gegeben und passt heute sehr gut zu dem heutigen Werdegang. Aber auf jeden Fall ist es so, da hat man ja bewusst den Single Malt lange im Mund.
Und wenn man sich dann überlegt, dass man so weiß, dass dieser Stoff Krebs auslöst und man ihn dann auch noch besonders lange im Mund hin und her schwenkt, oder Rotwein oder Sherry.
[Bas Kast] (12:18 - 13:06)
Das ist wirklich interessant, weil du hast natürlich Recht, du hast diesen Alkohol im Mund und wie auch Ernährung, wie Nudeln oder Brot, wie Kohlenhydrate zum Beispiel, wird auch der Alkohol schon im Mund, in der Spucke sind Enzyme, die den Alkohol anfangen abzubauen. Und das erste Abbauprodukt von Alkohol ist diese Substanz namens Acetaldehyd. Und es ist dieses Acetaldehyd, das sich als hochtoxisch krebserregende Substanz herausgestellt hat, die also zu Chromosomenschäden führt, zu Brüchen im DNA-Strang, zu Mutationen und das begünstigt das Krebsrisiko.
Ja, und das sammelt sich eben schon im Mund und im gesamten Verdauungsrohr an und kann dann das Krebsrisiko ändern.
[Nils Behrens] (13:06 - 13:20)
Ich meine, es ist total absurd, was ich hier gerade verargumentiere, weil ich sage, man lässt es länger im Mund, diesen krebserregenden Stoff, aber ich meine, das macht es ja nicht besser, dass es dann irgendwann in der Speiseröhre, im Magen, im Darm etc. ist, weil es bleibt das Gift, was sich im Grunde genommen eigentlich über den ganzen Körper durchverteilt.
[Bas Kast] (13:20 - 15:01)
Genau, und das finde ich dann schon so ein bisschen komisch, weil du sagst es eben, was für ein Genuss das ist, wenn du dieses Zellgift da so im Mund behältst und das Aroma genießt. Und es wird anders, sobald du dich anfängst, mit diesem Forschungsbefunden zu beschäftigen. Und dann ist es so ein bisschen ironisch, während wir eben mehr und mehr wissen, dass es eher zum Unwohl ist.
Und das war ein bisschen, oder ist ein bisschen auch so ein Anliegen, mit diesem Buch halt auch und mit dem Video, das ich gemacht habe und den Postings auf Instagram und dem Umschreiben vom Ernährungskompass, ist es schon nichts, sozusagen den Leuten zu sagen, dein Whisky ist verboten, ganz abgesehen davon, dass ich sowieso keine Vorschriften machen kann. Aber ich finde es schon wichtig, auch weil ich ja selber dazu beigetragen habe, mit dem Ernährungskompass in der Ursprungsfassung, zu diesem Mythos vom gesunden Gläschen Wein am Abend beizutragen. Und ich finde es schon wichtig, einfach darüber aufzuklären, dass sich die Forschungsbefunde hier geändert haben, dass man inzwischen sehr viel mehr weiß, dass Alkohol auch in moderaten Dosen nicht gesund ist, sondern eher schädlich und dass wir einfach zu so einem realistischen Bild kommen.
Und dann kannst du ja immer noch sagen, dass irgendjemand sagt, hey Buzz, ich verstehe das schon, ich finde das auch doof und Leben ist riskant, aber heute Abend ist eine Weihnachtsfeier und dann möchte ich einfach zwei, drei Drinks genießen und so be it, dann ist es ja auch okay. Aber sei dir dessen bewusst, was du da trinkst.
[Nils Behrens] (15:01 - 15:27)
Ich finde es total witzig, ich denke noch immer über das Bild gerade nach, dieses Auf-dein-Wohl-Anstoßen. Ich meine, wenn man sich mal überlegt, das ist irgendwie noch die Torte. Das heißt also, wir reden dann nach dem Alkohol nochmal über eine große Menge an Zuckern und Transfetten.
Das heißt eigentlich, der Geburtstag, da macht man alles dafür, um nicht weiter gesund zu leben.
[Bas Kast] (15:27 - 17:59)
Ja und das nennen wir dann Genuss oder manche rauchen noch dabei. Es gibt ja Studien, die zeigen, dass wenn du einen Drink nimmst und dabei einen rauchst, dass diese Acetaldehyd-Konzentration höher ist als nur bei einem Drink. Das heißt, Rauchen und Trinken zugleich stellt gewissermaßen den ultimativen Acetaldehyd-Cocktail dar.
Ich finde, es lohnt sich nichts. Ich finde auch, es gibt jetzt auch viele Leute aus dem Feuilleton, die sagen, aber was ist das alles genussfeindlich und so weiter. Ich finde, wenn ich mal das so von außen betrachte, wenn man mal zwei Jahre nicht mehr getrunken hat, dann finde ich, muss man auch sagen, das Entkorken einer Flasche Wein oder das Heben vom Glas, dazu gehört ja nicht besonders viel Mut oder Überwindung oder Kraft, Selbstüberwindung.
Wenn ich jetzt zum Vergleich dazu, Alkohol löst ja auch einen Dopaminkick im Gehirn aus. Wenn ich jetzt zum Vergleich dazu mal so etwas nehme wie ein Eisbad, also man steigt in einen kalten See, da muss ich mich dazu ja erstmal überwinden. Das ist ja richtig schmerzhaft.
Das heißt, ich brauche einen gewissen Mut, ich brauche eine gewisse Zuversicht, dass ich das überstehe. Ich gehe da rein, ich tue etwas Unangenehmes und danach gibt es interessanterweise auch ein sehr langfristiges Dopaminhoch nach den nicht sehr guten Studien, die es dazu gibt. Aber die Befunde, die wir haben, zeigen das.
Und ist das nicht eine viel bewundernswertere Form, sich einen Genuss zu verschaffen? Wenn mir Leute sagen, ja ist das genussfeindlich, aber ist das nicht eine viel mutigere Form? Mal ganz abgesehen davon, dass es langfristig natürlich wirksamer ist und mit positiven Nebenwirkungen einhergeht, ebenso wie zum Beispiel harte Arbeit oder so oder Sport, ein hartes Training.
Wenn du in den Stadion gehst, es ist kalt, da musst du dich erstmal überwinden und wir schaffen es nicht, diese erste Überwindung da durchzugehen, um dann in den Genuss zu kommen und sagen zu können, ich habe mich selbst dahin gebracht, ich habe mich selbst überwunden. Und das ist für mich langfristig gesehen sicherlich liegt darin eine größere Befriedigung als in diesem billigen kurzfristigen Genuss, der überhaupt keinen Mut erfordert.
[Nils Behrens] (18:04 - 18:42)
Es ist so, dass egal in welcher Stimmung ich bin, ich bin nach dem Eisbaden ziemlich genau 60 Minuten später sowas von grundlos gut drauf, dass ich da jedes Mal wieder eine totale Freude daran habe. Beim Alkohol ist es zum Beispiel so, ich trinke nie Alkohol, wenn ich schlecht drauf bin, weil es bei mir tatsächlich es verstärkt, ja es verstärkt, aber es verstärkt eher das negative Gefühl bei mir. Also es ist nicht so, wenn ich gut drauf bin, bin ich noch besser drauf vielleicht mit Alkohol, aber wenn ich schlecht drauf bin, dann habe ich das Gefühl, es zieht mich eher noch runter.
[Bas Kast] (18:43 - 18:48)
Ging mir ähnlich, in Vino Veritas, es bringt diese Gefühle, die man hat noch stärker raus.
[Nils Behrens] (18:48 - 19:06)
So, das macht das Eisbaden nicht, da kann ich auch schlecht gelaunt reingehen und bin trotzdem grundlos gut drauf. Ich möchte aber deswegen mal, weil ich finde das ein sehr schöner Teil in deinem Buch, mal kurz auf dieses ganze GABA-System eingehen. Wie diese ganze Wirkfunktion dann davon ist.
[Bas Kast] (19:06 - 19:29)
Jetzt muss ich mich wieder ins Gehirn reinigen. Ja, GABA, Gamma-Amino-Buttersäure, wobei das A, GAPS müsste es dann heißen, das A steht natürlich für das englische Acid und das ist der zentrale hemmende Bruttenstoff im Gehirn, also führt dazu, dass das Gehirn runtergefahren wird. Also ich hatte mal eine Darmspiegelung und bei einer Darmspiegelung bekommt man das Narkosemittel Propofol.
[Nils Behrens] (19:30 - 19:31)
Michael Jacksons Lieblingsdrucke.
[Bas Kast] (19:31 - 23:01)
Das ist total angenehm, weil du bist in ein paar Sekunden vollkommen weg und du wachst eigentlich wieder ziemlich fit auf. Man wacht so auf, als ob man so den perfekten Mittagsschlaf hat. Ja, eben.
Und Alkohol jetzt kommt, Alkohol ist ganz interessant, wirkt auf genau den gleichen Transmitter, auf genau die gleiche Andockstelle oder Rezeptor, den GABA-Rezeptor, wie auch im Propofol. Und jetzt muss ich kurz nachdenken, jetzt aktiviert er diesen Rezeptor. Genau, er aktiviert die GABA-Andockstelle und fährt also das Gehirn flächendeckend runter.
Nicht ganz so effizient wie Propofol, aber daran sieht man, es ist so eine leichte Sedierung, eine leichte Narkose. Also ein Schwips könnte man sagen, ist eine leichte Narkose. Und das ist natürlich unheimlich angenehm.
Das ist auch der Grund, weshalb ich Alkohol getrunken habe, der Hauptgrund. Immer so abends nach der Arbeit, als ich so hochgehypt war, vom Schreiben insbesondere, bin ich auch so körperlich angespannt. Also ich sitze dann so da und bin wirklich voll konzentriert und hype also mein System hoch, meinen Körper hoch.
Ja, und da war so abends um fünf, sechs oder so, war schon die, allein der Gedanke, dass ich jetzt diese Spannung vom Tag unheimlich schnell runterfahren kann mit ein, zwei Gläsern Wein, war einfach schon angenehm. Da habe ich schon so hingelebt. Da habe ich mir irgendwann natürlich auch gedacht, also das ist schon auch irgendwie, hier stimmt schon was nicht so.
Das hat mich natürlich auch gestört. Und jetzt mache ich, jetzt gehe ich runter in meinen Keller und mache ziemlich regelmäßig ein Krafttraining von nicht allzu lange, also eine gute halbe Stunde, 40 Minuten und gehe danach in die Sauna und habe diese Spannung auch abgebaut mit einem Ritual. Und das geht also auch.
Ja, klingt, aber es ist auch halt wieder diese erste, bei Alkohol, das Praktische ist ja, das muss man ja auch mal ehrlich sehen, Alkohol löst für viele Menschen auch ein Problem. Ich meine, es gibt ja einen Grund, weshalb wir Alkohol trinken, Wein trinken, Bier trinken, Schnaps. Es ist nicht nur, weil Wodka so super gut schmeckt, dass ich jeden Abend meinen Wodka brauche.
Wodka schmeckt gut, weil wir diese entspannende Wirkung mit dem Geschmack assoziieren. Und das heißt, für viele löst Alkohol ein wirklich wichtiges Problem, nämlich zum Beispiel diese Spannung vom Tag gezielt und sofort, ohne jede Mühe, runterzufahren. Oder zum Beispiel, neulich haben wir uns ja auf einer Party gesehen und ich bin ja auch nicht so ein Partymensch, ich bin ja eher introvertiert und bei mir löst das schon so, ich weiß nicht, aber ich war ja ganz froh, dass du da warst, weil dann fühle ich mich bei all den fremden Leuten nicht so ...
Du bist natürlich auch ein interessanter Gesprächspartner, mit dem man gleich interessante Sachen über Longevity besprechen kann. Das kommt dazu, aber schon allein, weil ich dich dann kenne und mich aufgehoben fühle und nicht so unter Druck gesetzt fühle von all den fremden Gesichtern. Und in so einer Situation ist es typisch, dass man trinkt.
Ich glaube, es kam sogar ein Besoffener auf mich zu, als ich ein ganz angeregtes Gespräch mit, wie heißt die, Frau Offanus hatte. Frau Offanus-Böckel, ja. Ja genau, die du vielleicht auch schon in der Sendung hattest.
[Nils Behrens] (23:02 - 23:05)
Ich arbeite noch dran. Herzlichen Glückwunsch an Elena, wenn sie das hört.
[Bas Kast] (23:05 - 25:31)
Ja genau, Vitaminspezialistin natürlich, otomolekulare Medizin, also ich bin da ein bisschen kritisch, weil wir haben auch jemanden, der offensichtlich zu viel getrunken hatte und störte uns. Und sie hat ihn dann ein bisschen sehr charmant zurechtgewiesen. Aber eben, da sieht man sozusagen soziale Situationen, die dann das Problem lösen.
Ich habe eine soziale Angst oder Phobie oder so. Das kann man, man spricht ja auch von Liquid Courage. Und auch da würde ich mal sagen, ich meine Liquid Courage, ja.
Wenn man sagt, hey Bas, was soll denn jetzt, wenn ich von einem größeren Magazin in Deutschland, was ist jetzt mit all den armen Jugendlichen auf den Partys, die sich nicht trauen, auf ein Mädchen zuzugehen oder auf einen Jungen? Dann hilf doch ein Drink. Und ich fragte so, wie viel Mut gehört dazu, sozusagen mit einem Drink auf eine Frau zuzugehen und eine Abfuhr zu riskieren?
Und wie viel gehört dazu, wenn du keinen Drink nimmst, auf eine Frau zuzugehen und eine Abfuhr zu riskieren? Und nicht nur das, man lernt ja auch nichts dabei, wenn du jetzt zum Beispiel, sagen wir mal generell, unangenehme Gefühle in den Griff bekommst durch Alkohol. Stellen wir mal die andere Situation vor, dass irgendjemand zum Beispiel eine Meditationstechnik lernt, um diese unangenehmen Gefühle zu beobachten und zu sagen, hey Bas, guck mal, du bist nicht die unangenehmen Gefühle, die du auch wieder jeden Tag tun und so weiter oder regelmäßig zumindest, um das zu lernen.
Aber das ist doch eine langfristig auch viel, nicht nur klügere, sondern bewundernswertere Strategie, um mit unangenehmen Gefühlen einherzugehen. Also du merkst schon, ich bin so langsam so ein bisschen, genervt ist übertrieben, aber so ein bisschen merke ich, wie häufig diese stillschweigenden, rechtfertigenden Fragen zum Thema Trinken und Alkohol kommen. Und wir sind noch längst nicht da, wo wir wahrscheinlich in 20 Jahren sein werden, dass wir das mit dem Alkohol so ähnlich sehen werden, wie heute mit den Zigaretten.
Und da war es bekanntlich auch vor Jahrzehnten ganz anders.
[Nils Behrens] (25:31 - 26:52)
Ganz anders. Da muss man sich ja nur die Mad Men-Serien anschauen. Ich finde aber in dem Zusammenhang, weil du es gerade so beschreibst, eine Faktor auch noch mal dabei, dieses Thema Dialosenzunge, sage ich jetzt mal so.
Ich gebe dir jetzt ein Beispiel. Ich hatte vorgestern, vorgestern Abend habe ich mich mit einem Freund getroffen und da waren noch zwei Frauen dabei, die ich vorher gar nicht kannte. Und ich hatte dann, irgendwie kamen wir auf meinen Podcast zu sprechen und ich hatte dann in dem Zusammenhang, hatte ich dann erzählt, dass ich gerade eine Anfrage bekommen hatte für ein Thema Orgasmic Coaching.
Das heißt also, wie sozusagen Frauen beim Sex ein bisschen mehr quasi auf ihre Kosten kommen. Und war so ein bisschen, dass wir uns nicht mehr so beeinflussen würden. Und dann ist daraus tatsächlich ein Gespräch entstanden, dass wir uns wirklich sehr intensiv über die Beziehung Mann-Frau und das Sexleben, einmal im Allgemeinen und dann das Sexleben im Speziellen von diesen einzelnen Personen dann auch irgendwie unterhalten haben.
Und keiner von uns hat was getrunken. Keiner von uns. Und da habe ich am nächsten Tag noch gesagt, Wahnsinn, was das für ein offenes Gespräch war.
Aber wären jetzt alle von uns und hätten gedacht, oh Gott, was habe ich gesagt. Dadurch, dass aber jeder bei vollem Bewusstsein war, glaube ich, ist so dieser Regret-Moment ein anderer, beziehungsweise nicht vorhanden.
[Bas Kast] (26:53 - 28:31)
Kein Regret, genau. Und das finde ich eine total interessante Geschichte, weil es zeigt einmal mehr. Viele Leute, genau wie du beschrieben hast, meinen, es gibt nur dann eine gesellige Runde mit anderen oder ein interessantes Gespräch mit anderen, wenn du das nicht so recht sediert hast.
Ich meine, analysieren wir mal, was das heißt. Denn der Alkohol fährt ja unter anderem deine Kritikfähigkeit herunter. Wir sagen ja nicht umsonst, wir trinken uns eine Situation schön.
Das heißt, warte mal, nur dann, wenn meine Kritikfähigkeit runtergefahren ist, finde ich das Gegenüber interessant und kann ein interessantes, anregendes Gespräch führen. Ist das nicht schade? Ist das nicht viel schöner, wenn eine Person auch im nüchternen Zustand interessant und vielleicht sogar schön ist, dass ich die Person gar nicht intellektuell oder auch sonst wie schön trinken muss?
Also, es ist eine wunderbare Geschichte und ich denke, es ist was dran. Es gibt ja, ich glaube, Pasteur hat gesagt, es gibt mehr Philosophie in einer Flasche Wein als in allen Philosophiebüchern oder allen Sachbüchern zusammen. Und das ist so ein bisschen diese Haltung, dass man am nächsten Tag oder wenn man dieses Gespräch im angeschwipsten Zustand aufgezeichnet hätte und man würde es wieder hören, dann würde man denken, naja, okay, so berauschend interessant und bahnbrechend war es nun auch wieder nicht, dass ich hierüber ein Sachbuch schreiben könnte.
[Nils Behrens] (28:32 - 29:48)
Ich komme noch mal ein bisschen zu deiner Umstellung zurück, was das Thema Alkohol betrifft. Das heißt also, diesen Eingangssatz, den wir hatten, man muss sich dafür rechtfertigen. Ich habe tatsächlich, ich habe häufig immer Anlässe, wo ich eigentlich keine Lust habe, Alkohol zu trinken und gerade wenn es dann eben so eine Feier ist, wo es dann erstmal den Begrüßungsschampagner dann irgendwie gibt, dann lasse ich mir den immer geben und trinke ihn nicht.
Und das ist die entspannteste Variante überhaupt, dass du einfach die ganze Zeit mit deinem Champagnerglas spielst, das fällt keinem Menschen auf, dass du nie dran trinkst und in der Konfrontation, warum ich nicht trinke, aus dem Weg gehe. Genauso mache ich es eben auch bei so Abendessen oder so, ich lasse mir mein Weinglas dann einschenken und so was und grüße dann nicht an und dann hast du keine Diskussion. Während, wenn man eben halt sagt, nein, danke für mich, kein Alkohol, tatsächlich habe ich immer das Gefühl, ist man das personifizierte schlechte Gewissen auf der anderen Seite des Tisches.
So, jetzt ist mir, ich will nur so ein bisschen drauf hinaus, du hast es ja sehr öffentlich gemacht, indem du eben ein Buch sogar rausgebracht hast mit dem Titel, von daher musst du dich nicht mehr groß erklären, aber nehmen wir mal die letzten zwei Jahre zurück, kannst du diese Strategie von mir ein bisschen nachvollziehen und was hältst du davon?
[Bas Kast] (29:48 - 31:06)
Ja, ich kann es nachvollziehen und es zeigt, wie verquer das Ganze in unserer Gesellschaft ist, dass sozusagen du, um dich in diesem ganzen Wahnsinn, den wir da betreiben, um dazu zu gehören, um die Leute nicht vor den Kopf zu stoßen, um höflich zu sein, um kein Spielverderber zu sein und so weiter, dass selbst du mit deiner ganzen inneren Stärke und es zeigt ja auch, dass du eine enorme Stärke hast, weil du ja offenbar den Alkohol hier direkt vor dir haben kannst und ihn gar nicht trinken musst, dass selbst du sozusagen dieses Gefühl hast, ah, ich mache mal mit, ich mache mal, der Höflichkeit halber, den ganzen Wahnsinn spiele ich jetzt hier mal mit und ja, es wäre eigentlich doch schön, wenn wir ein bisschen in die Situation kommen könnten, wo es einfach ganz normal wäre, wenn jemand sagt, okay, nee, danke, ich habe jetzt keine Lust auf eine Zigarette oder nein, danke, nee, ich mag jetzt kein Kokain.
Ja, da wäre es ja Wahnsinn, wenn jemand ein Tablett hätte mit Kokain bei der Party und du sozusagen genötigt wärst, mit dem Tütchen dazustehen oder so und ein bisschen so zu tun, als würdest du was trinken.
[Nils Behrens] (31:06 - 31:09)
Wahnsinn, Wahnsinn, ich bin ja erst seit einem halben Jahr in Berlin.
[Bas Kast] (31:09 - 31:49)
Und dann sagen Leute, okay, das kannst du ja nicht vergleichen, Alkohol ist legal und so weiter, ja, aber ich meine, auf einer wissenschaftlichen Ebene, wenn du einfach aus der Ebene deiner Zellen auf die Droge guckst, dann ist der Unterschied gar nicht mehr so irregewaltig. Ich würde sogar sagen, dass das bei Alkohol viel höher ist als bei vielen, vielen Drogen. Wenn du zum Beispiel guckst, LSD oder Psilocybin ist zum Beispiel körperlich absolut nicht gefährlich.
Es ist psychisch sehr heftig und kann auch gefährlich sein, aber es hat keine körperlich negativen Auswirkungen.
[Nils Behrens] (31:50 - 32:04)
Wo wir jetzt schon bei den körperlich negativen Auswirkungen sind, du hast es jetzt schon ein, zwei Mal angesprochen und auch ich habe da gleich das Gefühl, das ist ein sehr, sehr starker Mythos. So, dieser Mythos hält sich ja sehr stabil. Möchtest du ihn vielleicht auch an dieser Stelle auch noch mal zerstören?
[Bas Kast] (32:04 - 32:54)
Ja, genau, also da kommen wir auch ein bisschen in deinen Bereich hinein, wo du vielleicht etwas kritischer bist. Also da gibt es mehrere Aspekte. Ich nehme mal einen.
Woher kommt das überhaupt? Also es ist natürlich auch so, dass viele Wein, gerade so maßvolle Weinliebhaber, da sieht man auch in Studien, das sind eher so privilegierte Zeitgenossen. Das sind eher Leute aus höheren sozialen Schichten.
Gerade diejenigen, die Weinliebhaber sind, nicht über die Stränge schlagen, aber regelmäßig einen schönen Bordeaux oder sowas genießen, der ja auch nicht allzu billig ist. Und der Grund, weshalb die in Studien oft als sehr gesunde Zeitgenossen, zum Beispiel Weintrinker, jetzt mache ich mich unbeliebt bei den Biertrinkern, aber es gibt Studien, die zeigen, dass Weintrinker zum Beispiel auch einen höheren IQ haben als Biertrinker.
[Nils Behrens] (32:54 - 32:55)
Ich bin Biertrinker, das merkt man.
[Bas Kast] (33:00 - 36:04)
Ein weiterer Grund hier, ich weiß nicht, wie es bei den Abstinenzlern ist, aber wahrscheinlich haben die Weintrinker einen höheren IQ als Abstinenzler. Also wir kommen dem Club dann nicht. Aber das ist erklärt, dass die Weintrinker oft in den Studien als gesünder erscheinen, oft sozusagen häufiger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschont bleiben, länger leben etc.
Das ist natürlich ein statistisches Phänomen, weil die als Gruppe gesünder sind als die totalen Abstinenzler. Die totalen Abstinenzler, darunter gibt es auch Leute, die früher ordentlich gebechert haben, dann mit dem Alkohol aufgehört haben und jetzt in der Zeit sind Notabene oder sie waren krank und haben erst gar nicht mit dem Alkohol angefangen. Das heißt, die Abstinenzler, das hat man ja eben in den letzten Jahren vermehrt auch analysiert, sind oft eine Gruppe, die so tendenziell ein bisschen kranker sind als die Gruppe der Moderatrinker und insbesondere der Weinliebhaber.
So, jetzt aber zu dem Rotwein. Also in dem Rotwein, teils auch in dem Weißwein, stecken ja viele Pflanzenstoffe, die ja besonders in der Schale vorkommen, die Röte des Rotweins kommt ja auch nicht vom Saft, sondern von der Schale. Die Schale liegt im Most und gibt dann die Farbstoffe ab und das sind eben teilweise sehr heilsame Pflanzenstoffe.
Darunter unter anderem die berühmte vermeintliche Anti-Aging Substanz Resveratrol. Und man ging eben davon aus, dass diese Pflanzenstoffe dafür sorgen, unter anderem Resveratrol, aber auch andere, dafür sorgen, dass der Rotwein insgesamt gesund ist. Und erstens einmal kann man sagen, also nach heutiger Erkenntnis würden die allermeisten Forscher sagen, also ja, es gibt diese Stoffe im Rotwein, Resveratrol, andere heilsame Polyphenole, wie man sie nennt, aber sie können vermutlich den schädlichen Effekt des Alkohols erstens mal nicht wettmachen und dann muss man auch, wenn man jetzt mal ganz konkret in die Studien guckt, dann nimmt man oft so eine Größenordnung von 500 mg, ich weiß nicht, wie bei euch, bei Sunday Natural, die Kapseln dosiert sind, in der Größenordnung oft von 250 mg, mindestens 100, aber oft auch 500 mg. Und wenn du diese Größenordnung mal auf den Wein beziehst, du müsstest schon ein ganzes Fass trinken, also du müsstest wirklich mehr trinken als so ungefähr zwölf Liter Rotwein.
Zwölf Liter, also ungefähr so viel wie Gérard Depardieu, also der kommt dann, Gérard Depardieu kommt dann so bei seiner Tagung. Aber es gibt dann andere Kollateralschäden, das muss man schon sagen. Ja, genau, die kann man bei ihm ja auch beobachten.
Also er kommt ungefähr auf so eine vernünftige Resveratrol-Dosis, ich glaube.
[Nils Behrens] (36:04 - 36:08)
Aber wir reden hier aber über täglich, also die tägliche Dosis Resveratrol.
[Bas Kast] (36:08 - 37:12)
Dann trinkst du 10 Bordeaux täglich, dann kommst du auf eine vernünftige Dosis. Aber selbst das ist noch wenig. Also du kommst nicht auf 500 mg, ganz sicher nicht.
Dann musst du ein ganzes Fass trinken. Und hinzu kommt die Studienlage, da könnten wir jetzt drüber diskutieren, das ist sicherlich auch umstritten. Ich muss sagen, angesichts des Hypes, der um Resveratrol gemacht wird, finde ich die Studien oft nicht sonderlich überzeugend.
Es gibt ein paar Befunde, die in eine positive Richtung gehen. Interessanterweise bei Frauen in der Menopause, wo die Beschwerden etwas gelindert werden können. Das sind seriöse Studien, allerdings nur von einer Forschergruppe in Australien.
Das würde ich gern bestätigt sehen. Aber die Studien fand ich eindrucksvoll und interessant. Die beschreibe ich auch in meinem zukünftigen Buch, dann das vielleicht in einem Jahr oder so mal kommt.
Aber ansonsten, die allermeisten Altersforscher, glaube ich, würden inzwischen sagen, Resveratrol ist entgegen dem Ruf keine echte Anti-Aging Substanz.
[Nils Behrens] (37:13 - 37:31)
Nein, die Bierverfügbarkeit ist natürlich auch echt ein Problem, muss man mal so sagen. Also von daher, ich bin, also ich schaue immer, wenn es irgendwelche Studien zum Thema Resveratrol gibt, wie es denn verabreicht wurde. Weil in dem Augenblick, wenn du es eben halt irgendwie intravenös machst, dann ist es dann irgendwie schön, dass es die Ergebnisse gibt.
Aber wer macht das schon? Ja, genau.
[Bas Kast] (37:31 - 37:41)
Also und vielleicht muss es im Kontext vom Wein und den restlichen Stoffen im Wein verabreicht werden, um seine Wirkung zu entfalten.
[Nils Behrens] (37:41 - 38:40)
Also ich habe ja jetzt mittlerweile schon fast 300 Interviews im Rahmen von diesem Podcast und meinem letzten Podcast so ungefähr geführt. Und es ist tatsächlich 300 schon. Ja, so roundabout, wenn ich die englischen dazu nehme.
Und wenn ich mir dann das überlege, es letztendlich gab es von diesen 300 Interviews ein einziges Interview, der was Positives über Alkohol gesagt hat. Ein Arzt, wo man nicht sofort drauf kommen will, ein Neurologe. Und es ist tatsächlich so, dass er sagt, dass es eben halt gewisse Studienlagen dazu gibt, dass Alkohol dazu führt, dass die neurodegenerative Erkrankungen seltener vorkommen.
Ich habe die Studie jetzt nicht gelesen, aber es war zumindest eigentlich die größte Überraschung. Man würde sagen, derjenige, der quasi sich nur mit dem Thema Gehirn beschäftigt, dass der ausgerechnet derjenige ist, wo wir sagen würden, okay, das Erste, woran wir denken, der schädliche Effekt bei Alkohol ist natürlich irgendwie sowas, dass man sich irgendwie, man sagt ja auch irgendwie, der hat sich sein Gehirn weggesoffen.
[Bas Kast] (38:41 - 39:27)
Aber wann war das? Das war vor zwei Jahren ungefähr. Okay, das ist schon ein bisschen erstaunlich, weil so in den letzten vier, fünf, sechs Jahren hat hier wirklich so ein fundamentaler Wandel mehr und mehr stattgefunden.
Und vor zwei Jahren, weiß ich nicht, aber vor einem Jahr oder so, ich nagel mich nicht fest, aber ich kann dir den Link vielleicht geben, gab es eine große Studie, eine britische Studie, eine Beobachtungsstudie, die gezeigt hat, dass bereits ein Drink, aber spätestens bei zwei Gläsern, einem bis zwei Gläsern pro Tag, also durchaus noch, was man früher als moderaten Konsum bezeichnet hat, man mit einem geschrumpften Gehirnvolumen rechnen muss.
[Nils Behrens] (39:27 - 39:42)
Moment, Moment, aber nicht das Gehirnvolumen, sondern er sagt, er hat die stimulierende Wirkung auf das Gehirn, hat einen positiven Effekt auf das Verhindern von neurodegenerativen Erkrankungen. Es ging nur um das Thema neurodegenerative Erkrankungen.
[Bas Kast] (39:42 - 39:48)
Aber warum ist das Gehirnvolumen geschrumpft? Das ist eine Form wahrscheinlich von Neurodegeneration.
[Nils Behrens] (39:48 - 40:26)
Nein, also, jetzt wird es wirklich für mich dünnes Eis zumindest, aber grundsätzlich kann man ja sagen, dass sehr häufig das Thema Alzheimer, Demenz, Parkinson damit einhergeht, dass eben gewisse Ablagerungen im Gehirn sich ergeben. In dem Augenblick, wenn ein Gehirn schrumpft, wird ja ein bisschen Platz geschaffen. Das glymphatische System funktioniert ja so, dass nachts in der Tiefschlafphase unser Gehirn schrumpft und dann sozusagen mehr Platz geschaffen wird, damit eben halt die Giftstoffe abgeleitet werden können.
Von daher wäre ein schrumpfender Effekt grundsätzlich ja, was das Thema Ablagerung betrifft. Jetzt einfach mal so einfach...
[Bas Kast] (40:26 - 41:05)
Nein, nein, nein, ich kenne die Diskussion. Ich kenne diese Diskussion. Gibt es ja auch um eine große Studie zum Thema Resveratrol, wo sich gezeigt hat, dass wenn man Alzheimer-Patienten Resveratrol gibt und man im Nachhinein, irgendwie nach sechs Monaten oder wie lange die Studie lief, dass das Gehirnvolumen auch geschrumpft war.
Und die Argumentation der Forscher ist hier nicht, dass irgendwelche Stoffe, weil die sind Beta-Amyloid und so weiter. Diese Protein-Aggregate sind schon relativ klein. Also mich würde das wundern, wenn die direkt für eine Hirnschrumpfung, wenn das rausgespielt wird, das Gift, dass das für eine Hirnschrumpfung sorgt.
[Nils Behrens] (41:05 - 41:07)
Ich würde es auch damals mehr als Stimulation sehen.
[Bas Kast] (41:07 - 42:00)
Was eher der Fall ist, ist Entzündungsprozesse, die das Gehirn gewissermaßen anschwellen und dass die zurückgefahren werden, zum Beispiel durch Resveratrol oder durch eine Entgiftung und dass man dann eine Volumenschrumpfung sieht. Aber dies ist hoch umstritten in der Literatur unter Forschern auch. Und ich würde eher der Standarderklärung folgen und vielleicht das doch nochmal sagen, auch in Bezug auf Demenz.
Also es gibt schon wirklich Studien, die nahelegen, dass ab einem bis zwei Drinks täglich man auch mit einem geschrumpften Hippocampus rechnen muss. Ein Hippocampus ist eine Hirnstruktur, die kritisch ist für das Gedächtnis, absolut kritisch und die zu den ersten Hirnstrukturen gehört, die auch bei der Alzheimer, Demenz geschrumpft sind und zugrunde gehen. Also vom Bild her Okay, dann halten wir einfach mal fest.
[Nils Behrens] (42:01 - 42:37)
Alkohol als Demenzprävention nehmen wir jetzt auch einfach mal raus. Du sagst ja in deinem Buch auch, du bist aus einer Weintrinkerfamilie. Und jetzt hast du schon gesagt, statt abends jetzt Wein zu trinken, machst du lieber Sporten und Sauna.
Finde ich auf jeden Fall schon mal eine gute Geschichte. Hast du denn trotz allem in diesen letzten zwei Jahren auch mal alkoholfreie Alternativen gefunden? Weil ich habe tatsächlich Menschen, die ich kenne, die sagen, ich habe damit eigentlich theoretisch kein Problem, kein Alkohol zu trinken.
Sie sagen nur, sie finden es so langweilig, abends Cola, Wasser, Sprite irgendwie zum Abendessen zu trinken. Die brauchen einfach ein interessanteres Getränk dazu. Geht dir das auch so?
Und wenn ja, hast du sowas mal gefunden?
[Bas Kast] (42:38 - 44:06)
Mein Sohn rührt mir ja manchmal, ich habe ja so einen Topf Vitamin C und dann rührt er mir manchmal in Sprudelwasser Vitamin C und mich zu ärgern, wenn ich es nicht sehe. Aber richtig löffelweise. Also das peppt den Drink dann auch auf.
Du, ich mag alkoholfreies Bier eigentlich ganz gerne. Ich habe gehört, dass Augustiner Bier alkoholfrei, die machen jetzt ein neues. Also ich will jetzt nicht Werbung dafür machen, ich habe natürlich keinen Kontakt oder sowas.
Aber das kriegt man nicht. Es ist ein ganzer Hype in München und drum herum, dass dieses alkoholfreie Bier so super sein soll. Aber man kann es irgendwie nicht kaufen, es ist immer vergriffen, so wie euer Magnesium Eltreonat sofort vergriffen ist, weil die Leute es haben wollen.
Und ich persönlich mag Sprudelwasser. Also was soll ich sagen, ich finde das okay. Ich finde auch mal ein alkoholfreies Bier okay.
Ich habe kaum Interesse an einem alkoholfreien Riesling oder Cocktail oder so, der da wahrscheinlich auch wieder verzuckert ist. Und insofern, ja, das ist so ein kleiner Abstrich, möchte ich gar nicht bestreiten, ist das schon so beim Abendessen. Ich habe schon dann so mein Wein beim Abendessen gerade auch genossen.
Ich fand das schon auch wirklich lecker einfach. Und jetzt habe ich halt mein Sprudelwasser und das ist also so ein kleines Manko, würde ich schon sagen, ein kleiner Genussverlust. Aber ja, es hält sich in Grenzen.
[Nils Behrens] (44:06 - 44:19)
In Berlin, also ich trinke eben halt wirklich häufig dann abends das alkoholfreie Bier und ich muss auch sagen, ich schaue jetzt mittlerweile auch immer aufs Label drauf, weil ganz viele haben ja noch 0,5 Prozent Alkohol. Ja, ja, also das ist normal.
[Bas Kast] (44:20 - 44:25)
Oder weniger. 0,0, 0,0 gibt es schon. 0,0, genau.
0,0 gibt es schon. Stimmt, es gibt auch 0,0. Ja, sorry.
[Nils Behrens] (44:25 - 44:47)
Ich habe jetzt einen neuen Favorite, unbezahlte Werbung. Die sind jetzt wirklich seit ein, zwei Monaten, muss ich dir unbedingt mal was schicken. Das heißt Zero Labs.
Und das ist, weil die meisten Biere, alkoholfreien Biere, versuchen dann eben halt auch tatsächlich den nicht vorhandenen Alkohol auch mit zu viel Zucker dann eben halt auch zu kompensieren. Und die sind eben halt auch nochmal sehr zuckerarm und schmecken wirklich gut. Wirklich gut, schicke ich dir mal.
[Bas Kast] (44:47 - 44:57)
Okay, ja. In dem Fall, ich hatte ja auch, ich habe ja eure, was wirklich auch lecker ist, wenn ich das mal sagen darf. Ihr habt ein Whey Vanille Protein.
[Nils Behrens] (44:57 - 44:58)
Das ist ein Ding.
[Bas Kast] (44:58 - 45:07)
Das ist also, es ist irre teuer. Es ist eine der wenigen Sachen, die teuer sind, aber zu Recht, weil das ist von Grasgefütterten. Grasgefütterten.
Ja, Grasgefütterten.
[Nils Behrens] (45:07 - 45:08)
Ich weiß nicht, ob das nötig ist.
[Bas Kast] (45:08 - 45:28)
Qualität hat seinen Preis. Naja. Und ohne Zucker.
Ohne Zucker. Es schmeckt so gigantisch gut. Ohne jeden System.
Also wenn du, wenn du mich fragst, ist das vergleichbar mit meinem, würde ich sogar sagen. Ich nehme ein paar so gefrorene Erdbeeren. Die mache ich da rein und Wasser natürlich und dann so einen Löffel von eurem Whey, also Grasgefütterten Whey Protein.
[Nils Behrens] (45:29 - 45:30)
Vanille. Bio. Vanille Bio.
[Bas Kast] (45:31 - 45:36)
Das ist der, also wirklich, das ist mein neuer Bordeaux.
[Nils Behrens] (45:37 - 45:47)
Also, meine liebe Kollegin Pia, meine liebe Kollegin Pia sitzt ja hier mit im Raum. Also, kurze Erinnerung an mich. Wir müssen auf jeden Fall Bas noch mal wieder Whey Protein schicken.
[Bas Kast] (45:47 - 45:50)
Schickt mir, schickt mir Grasgefüttertes.
[Nils Behrens] (45:51 - 46:24)
Ausgezeichnet. Was würdest du sagen, was sich ändern muss, damit du in Zukunft nicht mehr in der Situation bist, dass du dich rechtfertigen musst, dass du keinen Alkohol trinkst? Glaubst du, dass die, also glaubst du tatsächlich, dass eine Aufklärungskampagne, eine politische Kampagne, eine Art von Mediendiskurs zu dem Thema, Bücher wie du es jetzt machst, dazu führen, dass die soziale Akzeptanz, dass man sich nicht mehr rechtfertigen muss, dass man keine Drogen nehmen möchte, tatsächlich größer ist?
Also, was würdest du sagen, was wäre aus deiner Sicht gegebenenfalls ein Hebel, der zu diesem Paradigmenwechsel führen könnte?
[Bas Kast] (46:24 - 47:57)
Ich denke, genau das, was wir jetzt tun. Einfach so darüber reden. Ich meine, Leute, wie gesagt, halten mich manchmal für zwanghaft oder verbissen oder neu, jetzt sage ich hier, gestern eine Süddeutsche, Gesundheitsapostel und Deutschlands erster Gesundheitsapostel, etc.
und so weiter. Und ich bin im Alltag gar nicht so verbissen. Wenn Leute mich sehen würden, also andere dürfen, meine Freunde dürfen von mir aus gerne trinken, ich esse auch mal einen Schokokeks oder gestern habe ich meine Frau einen herrlichen Carrot Cake von der Arbeit mitgebracht.
Ich genieße es schon durchaus auch und denke nicht den ganzen Tag über Gesundheitsfragen nach, auch wenn das vom Berufswegen, natürlich werde ich immer danach gefragt. Und ich glaube, man muss es nicht so verbissen sehen. Und wenn einfach wir, so wie jetzt, darüber reden und einfach mal so auch hinterfragen, diese Normalität, ist das so normal, dass man das alles mitmachen muss und dass man sich rechtfertigen muss.
Ich denke, das reicht schon. Und ich denke, wir sind auch schon, und auch ich bin ja schon Teil eines Trends. Also dieses Buch zum Beispiel ist ja nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern ist im Grunde schon eine Folge eines Trends, in dem Leute immer gesundheitsbewusster werden, immer mehr hinterfragen, tue ich da mit meinem Körper, meiner Seele, wirklich langfristigen Gefahren, ja oder nein?
Ja, und insofern, ich denke, wir sind schon in einem gewissen Trend drin.
[Nils Behrens] (47:58 - 49:05)
Ich glaube auch, ich finde, ich sage es ja immer so, man kann Regeln auch brechen, aber man muss sich dem Preis dessen auch bewusst sein. Weißt du, das ist immer so mein Beispiel, abends gibt es viele Leute, die dann irgendwie sich einen Salat machen und denken, sie essen was ganz Gesundes. Und das ist halt, abends so viel Rohkost zu essen, ist eben halt nicht gesund.
Und von daher sind das dann Dinge, wo man unbewusst, man denkt, man tut was für seine Gesundheit und es stimmt nicht wirklich. Wenn man jetzt aber wirklich, wie du, das ganze Wissen hast, über Ernährung und bewusst sich für den Karottenkuchen jetzt entscheidest und dich bewusst vielleicht auch mal, jetzt nicht mehr, aber früher für das Alkohol entschieden hast, weil du sagst, okay, das ist es mir jetzt, das Risiko wert, dann ist es ja okay, weil man dann einfach sagt, okay, ich kenne das Risiko, ich bin mir der Konsequenz bewusst, ich weiß jetzt, dank dieses Gespräches, wie krebserregend es ist, und was es noch für verschiedene Wirkungen aufs Gehirn etc. hat, über Suchtprobleme haben wir ja auch gar nicht gesprochen und das müssen wir jetzt nicht ausweiten, das ist auch jedem bewusst.
Aber ich finde, der entscheidende Punkt ist, erst mal eine Aufklärung zu machen, dann das Risiko zu kennen und dann zu sagen, okay, I take it or not.
[Bas Kast] (49:06 - 50:46)
Ja, und es kann durchaus auch mit einer gewissen Freude verbunden sein, weil das klingt immer so nach Verzicht, aber ich glaube, es ist nicht nur ein Verlust, wenn du Alkohol aufgibst. Also erstens einmal, wenn du das Thema Sucht ansprichst, natürlich macht es vielen von uns abhängig, sprich unfrei. Und es liegt durchaus so ein Gewinn da drin, auch diese Freiheit zurückzugewinnen, eine Entscheidungsfreiheit.
Und dann bei mir, in meinem Fall, aber das trifft vielleicht auch viele andere Leute zu, kommt noch was hinzu. Ich habe ja auch drei kleine Söhne von drei, sieben und elf und ich fand es irgendwann auch angesichts dieser neuen Erkenntnisse falsch sozusagen jeden Abend oder jede Woche zumindest so vorzuleben, dass Wein irgendwie dazugehört und dass man Wein mit Genuss verbindet und positiv konnotiert ist und so weiter, mit Festen verbindet. Das fand ich falsch, das vorzuleben und das Gefühl jetzt darauf zu verzichten und damit auch meinen Kindern gegenüber etwas Gutes zu tun und das Richtige zu tun, was mich betrifft.
Das finde ich auch, das gibt einem auch etwas zurück und insofern, für mich ist das, ich habe schon darüber geredet, ja, es gibt so ein unmittelbar beim Essen, verliert man so ein bisschen was am Geschmack und auf der anderen Seite und ich glaube, das werden wirklich viele, viele Leute entdecken, vielleicht noch mehr als ich, der nie unter den Folgen wirklich vom Alkoholkonsum gelitten hat. Ich denke, viele werden das erleben, wenn sie mal den Alkohol aufgeben oder einfach nur kürzer treten, dass sie auch wirklich was gewinnen.
[Nils Behrens] (50:48 - 51:03)
Absolut. Ich hoffe, dass jetzt der ein oder andere wirklich davon motiviert wurde, über das Thema Alkoholkonsum nachzudenken, es vielleicht zu reduzieren oder ganz aufzuhören. Deswegen ist meine letzte Frage an dich, was würdest du denen, die jetzt sagen, okay, ich will es tun, vielleicht als Tipp oder als Rat geben, wie sie das Ganze angehen sollten?
[Bas Kast] (51:03 - 52:42)
Ja, also ich denke erstmal, wir sind ja, Dry January kommt ja auch langsam rum und ich glaube, gerade so das neue Jahr ist ja auch so eine Gelegenheit, alte Gewohnheiten zu hinterfragen. Also ich würde vorschlagen, ganz konkret, an Silvester kann man ja noch sich einen Drink gönnen und bei diesem Drink überlegt man sich vielleicht selber mal, warum man eigentlich trinkt, ob man das jede Woche oder jeden Tag braucht, welches Problem löst Alkohol für mich, wie könnte ich dieses Problem anders lösen, produktiver lösen, so lösen, dass ich langfristig glücklicher damit bin. Also wie könnte ich dieses Problem wirklich lösen und mal wirklich auch dann ehrlich zu sein, weil viele natürlich, wie wir besprochen haben, Alkohol aus einem bestimmten Grund trinken, der gibt ihnen was, der löst Spannungen etc.
Einfach mal zu fragen, was könnte ich an der Stelle tun, was wäre jetzt für mich eine gute Technik, die vielleicht auch interessant ist, wollte ich vielleicht immer schon mal, um besser mit unangenehmen Gefühlen oder Stressern herzugehen, ist das bei mir, ist das Yoga, wäre das Meditation, wäre das Jogging, ein hartes Krafttraining oder eine Sauna oder Eisbad und Sauna etc. Und all das kann man sich ja mal durch den Kopf gehen lassen und ich kann es fast schwören, dass es viele gibt, nicht alle, aber dass es viele geben wird, die in ein paar Wochen sagen werden, wow, Bas, Nils, danke wirklich für diese Anregung, weil ich habe das Gefühl, ich tue mir jetzt wirklich etwas Gutes.
[Nils Behrens] (52:43 - 53:30)
Ich sage vielen Dank fürs Gespräch und ich kann wirklich auch, wenn man das Gefühl hat, jetzt eine Stunde lang sehr viel von Bas gelernt zu haben, immer noch dieses Buch wahnsinnig empfehlen. Es sind sehr, sehr schöne Anekdoten drin, es sind sehr, sehr schöne auch klare Formulierungen drin, wie Bas, mein Feierabendbier soll krebserregend sein. Das sind alles so wirklich kleine Denkanstöße, die, ich finde, noch mal wirklich einen sehr guten Paradigmenwechsel machen.
Deswegen, also das Buch heißt tatsächlich, hat diesen etwas unkomplizierten Namen, warum ich kein Alkohol mehr trinke und es ist eine Entscheidungshilfe auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Studien und es ist im Bertelsmann Verlag entschieden und erscheint tatsächlich am 11.12., nämlich heute. Das heißt also, wir nehmen es heute auf, die Sendung kommt am Sonntag, das heißt also, wird es hoffentlich noch nicht vergriffen sein, wie unser Magnesium-L-Trionat.
[Bas Kast] (53:31 - 53:33)
Genau, bitte stellt es wieder her.
[Nils Behrens] (53:33 - 53:35)
Alle in den Buchladen gehen und kaufen.
[Bas Kast] (53:36 - 53:52)
Nils, es war wie immer eine große Freude und immer wieder anregend. Ich lese unheimlich gerne deine Kolumne beim Fokus und lasse mich immer wieder gerne in Sachen Longevity von dir anregen. Insofern, danke für die Einladung.
Danke für meinen ersten Stammgast.
[Nils Behrens] (53:56 - 54:08)
Sag mal, im Rahmen deiner Recherche für das neue Buch, hast du ein neues Supplement, was du entdeckt hast oder aber auch schon ausprobiert hast, was für dich wirklich so komplett jetzt im Augenblick so etwas ist, was dich total beschäftigt?
[Bas Kast] (54:09 - 55:06)
Ich würde, also es gibt so ein paar, die, wo ich jetzt sagen würde, das sind für mich neue Highlights. Also ich habe ja schon mal kurz angesprochen bei dir, Lutein-Seaxantin, das ihr leider nicht so in der perfekten Kombi, glaube ich, habt. Also, ich glaube, zwei Milligramm, nagel mich nicht fest, Lutein und zehn Milligramm, nee, zehn Milligramm Lutein, zwei Milligramm Seaxantin, wäre die Standarddosis.
Das finde ich interessant, Klassik in Klassiker, was für mich jetzt gerade, ich bin jetzt bei Haut, habe ich dir gesagt, das heißt, ich bin in der Literatur drin, ich habe gerade ein Paper dabei, Astaxantin. Oh, mein Favorite. Bin ich.
Mein Favorite. Ja, ich bin auch, ich bin aus so vielen Gründen jetzt doch relativ angeteilt, fast so wie so ein, es ist ja kein Geheimtipp mehr, aber es ist sicher, es ist ziemlich sicher. Im Gegensatz zu anderen, also Beta-Carotin, muss man ja ein bisschen vorsichtig sein.
[Nils Behrens] (55:06 - 55:07)
Auf keinen Fall.
[Bas Kast] (55:07 - 57:05)
Vorsichtig sein, genau. Insbesondere als Raucher, ironischerweise, ne. Und, also es ist positiv für die Haut, das sind so ein bisschen so Studien, die sind nicht so, die gesamte Lage ist so ein bisschen so-so.
Aber was mich ja sehr überzeugt hat bei Astaxantin, ist der ITP-Versuch mit den Mäusen erstmal, also ITP, Interventions Testing Program, kennst du wahrscheinlich, kennst du es? Nee. Okay, gut, das ist wichtig, weil es gibt in den USA eben dieses ITP, Interventions Testing Program, das wird betrieben vom NIA, also National Institute of Aging, was Teil des NIH ist, also National Institute of Health, also den Gesundheitsbehörden der USA.
Wirklich große Sache. Drei renommierte Labs in den USA, die unabhängig voneinander an diversen Mäusestämmen, nicht an einem genetischen Stamm, sondern an diversen Mäusestämmen, Substanzen systematisch auf ihre Longevity hin testen. Rapamycin hat hier bestanden, Metformin ist hier durchgefallen, Resveratrol ist durchgefallen, die nicht verlängert die Leben.
So, und Astaxantin hat das Leben zumindest bei den männlichen Mäusen verlängert. also sagenhaft von diesem Ergebnis, wenn man es vergleicht mit Metformin oder Resveratrol, das als Anti-Aging-Substanz gilt und eben Rapamycin halt auch. Es gibt ein paar andere, die das bestanden, mit der rigoroseste Longevity-Test so in der Grundlagenforschung.
Also hoch angesehen natürlich auch und das hat mich natürlich schon so ein bisschen hellhörig gemacht. Dann die Befunde zur Haut, ich werde sie wahrscheinlich unter dem Thema Haut machen, obwohl man, je mehr ich lese, könnte man sie auch, was weiß ich, unter Energy vielleicht oder?
[Nils Behrens] (57:05 - 57:29)
Also bei mir war es ein großer Energy-Booster. Aber ich finde diesen Haut-Effekt tatsächlich, ich komme jetzt gerade aus Namibia und ich hatte dann auch das ein oder andere Mal ein bisschen zu viel Sonne, was ich nicht meinen ließ, weil wir eben halt dann irgendwie draußen waren und zwar Hut und Sonnencreme und allem Drum und Dran, aber nichtsdestotrotz, man muss einfach wirklich sagen, ich habe keinen richtigen Sonnenbrand mehr, weil ich eben halt wirklich in einer hohen Dosis das immer nehme und es hat wirklich einen Sonnenschutz verdient.
[Bas Kast] (57:29 - 57:39)
Es kann sein, dass du tatsächlich, man muss eine Menge nehmen, dass die Haut vielleicht wirklich ein bisschen... Naja, ich habe... Du weißt schon, Flamingos...
[Nils Behrens] (57:39 - 57:41)
Ja, ja, ich bin auch ein bisschen rot jetzt mittlerweile.
[Bas Kast] (57:41 - 57:45)
Flamingos sind... Genau, die sind rosa, aufgrund von Astaxantin.
[Nils Behrens] (57:45 - 58:23)
Aber ich finde... Lachsforelle. Aber ich sehe einfach, ich war früher immer im Winter, sah ich immer so blass aus, wie gesagt, jetzt komme ich gerade aus der Sonne, aber ich habe das Gefühl, ich bin einfach auch nicht mehr so blass, sondern ich habe einfach eine gesunde Hautfarbe und das macht wirklich meiner Meinung nach das Astaxantin.