

Brain Health: Wie wir unsere mentale Leistungsfähigkeit natürlich stärken
Was hält unser Gehirn langfristig fit? Wie hängen mentale Klarheit, Ernährung und Lifestyle wirklich zusammen? In dieser Folge des Podcasts „Healthwise“ von Sunday Natural spricht Moderator Nils Behrens mit der promovierten Biologin und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Alina Lessenich über konkrete Strategien für nachhaltige mentale Gesundheit, wissenschaftlich fundiert und alltagstauglich. Dabei wird schnell klar: Brain Health ist kein kurzfristiger Trend, sondern essenziell für unser gesamtes Wohlbefinden.
Was bedeutet Brain Health und warum ist sie so entscheidend?
Dr. Alina Lessenich, Gründerin von brainboost und selbst Wissenschaftlerin, betont: Gehirngesundheit ist mehr als nur Konzentration oder Gedächtnisleistung. Sie umfasst auch unsere emotionale Stabilität, Motivation, Schlafqualität und die Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Unser Gehirn ist ein Hochleistungsorgan, es braucht die richtigen Bedingungen, um zu funktionieren und langfristig resilient zu bleiben
Zentrale Einflussfaktoren auf die Gehirngesundheit laut Dr. Lessenich:
- Nährstoffzufuhr, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Magnesium und Antioxidantien
- Schlaf und Erholung --> besonders Tiefschlafphasen sind entscheidend für Gedächtnisbildung und Zellregeneration
- Bewegung, am besten in der Natur
- Mentale Aktivität und emotionale Balance
- Vermeidung von chronischem Stress und neurotoxischen Stoffen (z. B. Alkohol)
Die wichtigsten Learnings aus der Folge
1. Mentale Leistungsfähigkeit beginnt im Darm
Ein gesunder Darm mit einer ausgewogenen Mikrobiota ist die Grundlage für mentale Balance. Die Darm-Hirn-Achse beeinflusst Stimmung, Antrieb und sogar kognitive Prozesse. Dr. Lessenich empfiehlt probiotische Lebensmittel und ausreichend Ballaststoffe.
2. Mikronährstoffe gezielt einsetzen
Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe spielen eine Schlüsselrolle für die Funktion von Nervenzellen. Ein Mangel kann Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme fördern. Besonders wichtig: B-Vitamine, Magnesium, Omega-3 und Zink.
3. Brain Fog ist kein Schicksal, sondern ein Symptom
Viele Menschen kennen das Gefühl geistiger Müdigkeit, fehlender Klarheit oder Konzentrationsstörungen. Dr. Lessenich sieht hier meist mehrere Ursachen: Schlafmangel, Blutzuckerschwankungen, Stress oder stille Entzündungen. Die gute Nachricht: Mit gezielten Anpassungen kann sich das Gehirn oft erstaunlich schnell erholen.
4. Lifestyle schlägt Genetik
Auch wenn genetische Veranlagung eine Rolle spielt laut Dr. Lessenich sind über 80 % der Hirngesundheit durch Lebensstil beeinflussbar. Das eröffnet enorme Möglichkeiten für Prävention und gesunde Alterung.
Mehr erfahren im healthwise Podcast von sunday natural
Take Aways: Was du konkret für deine Brain Health tun kannst
- Integriere Omega-3-reiche Lebensmittel (wie Leinsamen, Algenöl oder fettreichen Fisch) in deinen Alltag
- Vermeide Blutzuckerspitzen, indem du zuckerreiche Snacks durch vollwertige Alternativen ersetzt
- Bewege dich täglich an der frischen Luft, selbst 20 Minuten Spazierengehen machen einen Unterschied
- Reduziere Reizüberflutung: Schaffe digitale Pausen und plane bewusste Erholungszeiten ein
- Achte auf Schlafhygiene: Einschlafrituale, Dunkelheit, kein Blaulicht am Abend
- Nutze Adaptogene und natürliche Nootropika, um mentalen Stress zu begegnen
- Regelmäßige Meditationspraxis oder Atemübungen fördern geistige Klarheit
- Vermeide Alkohol und Nikotin, um die Neuroplastizität nicht zu beeinträchtigen
Produktempfehlungen von sunday natural
Dr. Alina Lessenich ist Expertin für Ernährung, Mikronährstoffe und mitochondriale Gesundheit. Mit ihrer BODY-MIND-SOUL ACADEMY verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele verbindet. In enger Zusammenarbeit mit Sunday Natural entwickelt sie hochwertige, pflanzenbasierte Supplemente – von Immunsystem- und Energie-Komplexen bis hin zu speziellen Formeln für Detox und Mitochondrien-Support. Ihr Ziel: Menschen mit fundiertem Wissen und reinen Wirkstoffen dabei zu unterstützen, Energie, Vitalität und innere Balance nachhaltig zurückzugewinnen.
[Dr. Alina Lessenich] (0:00 - 0:18)
Wir wissen, dass in diesem Vagusnerv Kommunikation stattfindet, und zwar in beide Richtungen. Und das Interessante ist, dass 10 Prozent der Impulse vom Gehirn zum Darm laufen, 90 Prozent laufen umgekehrt, das heißt auch da, das Gehirn weiß ständig, was ist da unten so los.
[Nils Behrens] (0:18 - 1:22)
Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheitspodcast, präsentiert von Sunday Natural. Ich bin Nils Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein. Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit.
Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut. Unser Gehirn ist das zentrale Steuerungssystem unseres Körpers und beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln maßgeblich. Doch durch den modernen Lebensstil, Stress, Umweltfaktoren ist es zunehmend Herausforderungen ausgesetzt, die die Gehirnleistung beeinträchtigen können.
Wie können wir also unser Gehirn gezielt schützen und seine Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhalten? Dr. Alina Lessenich ist eine Expertin für ganzheitliche Gesundheit und Gründerin der BodyMindSoulAcademy. Sie setzt sich intensiv mit dem Thema Gehirngesundheit auseinander und ist eine gefragte Stimme, wenn es um die nachhaltigen Ansätze zur Förderung von körperlicher und geistiger Balance geht.
Mit ihrem tiefen Wissen und ihren innovativen Herangehensweisen bietet sie wertvolle Einblicke in ein gesundes und leistungsfähiges Gehirn und deswegen sage ich herzlich willkommen, Dr. Alina Lessenich.
[Dr. Alina Lessenich] (1:22 - 1:26)
Ja, ganz lieben Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, dass ich heute hier sein darf.
[Nils Behrens] (1:26 - 1:31)
Ich freue mich sehr, dass du da bist, Alina. Du hast eigentlich an den Sonntagen auch immer etwas Gutes für dein Gehirn?
[Dr. Alina Lessenich] (1:31 - 3:07)
Ja, das würde ich schon sagen, weil ich an Sonntagen eigentlich das Gleiche mache wie an den anderen Tagen. Das heißt, ich arbeite. Jetzt muss man natürlich sagen, es ist mir die große Freude, mich mit Themen wie diesem zu beschäftigen.
Das heißt, ich recherchiere, ich kreiere Inhalte, ich brainstorme. Was ich auch versuche, jeden Tag zu machen, ist rauszugehen in den Wald, zu spazieren oder eigentlich eher stramm zu marschieren. Und das Dritte, was ich mache, ist, meine Hand voll Supplemente oder vielleicht eher zwei Hände voll Supplemente einzunehmen.
Und mit all den Dingen sind wir schon mitten im Thema Gehirngesundheit, denn wie sagt Professor Dale Bredesen, ein Alzheimer-Forscher aus den USA, um unser Gehirn gesund zu erhalten und damit es optimal funktioniert, braucht es Fuel and Activation, also Fuel, den Brennstoff in Form von Sauerstoff. Da sind wir bei der Bewegung an der frischen Luft. Natürlich auch Glucose oder Ketonkörper, da kommt die gesunde Ernährung noch ins Spiel.
Und das Gehirn braucht aber auch eine Vielzahl an Mikronährstoffen, um Energie zu produzieren für die Produktion der Neurotransmitter. Da sind wir bei den Supplementen. Und neben dem Brennstoff braucht das Gehirn auch noch die Activation, also unsere Neuronen, unsere Nervenzellen brauchen Stimulation.
Und wir wissen heute, dass diese auf zwei Ebenen stattfinden sollte, nämlich auf der körperlichen und auch auf der mentalen Ebene. Das heißt, die Bewegung ist wichtig, aber auch, dass wir unseren Kopf anstrengen, dass wir neue Dinge lernen, dass wir kreativ sind und dann haben wir gute Chancen, dass wir uns auch ein gesundes Gehirn bis ins hohe Alter hinein erhalten.
[Nils Behrens] (3:08 - 3:23)
Sehr schön, sehr schön. Ich habe zum Ende des Studiums meiner Tochter eine Kette geschickt, da steht drauf Stay Und ich glaube tatsächlich, dass das einer der wichtigsten Faktoren für ein gutes Gehirn ist, dass man wirklich die Neugier sich erhält und dass man nicht anfängt zu denken, ich weiß schon alles, ich kann schon alles, ich muss nichts mehr dazu lernen.
[Dr. Alina Lessenich] (3:23 - 3:33)
Genau. Und auch Dinge nicht immer abgeben, sondern selber machen, auch wenn es erst mal schwerfällt, sich in was Neues einzuarbeiten, aber sagen Okay, ich lerne jetzt wieder was Neues, weil es tut meinem Gehirn einfach gut.
[Nils Behrens] (3:34 - 3:46)
Ja, total. Was mich jetzt wundert in der Aufzählung, wir kommen jetzt gleich mal zum eigentlichen Skript, aber ist, dass du das Thema Ruhepausen fürs Gehirn jetzt quasi gar nicht erwähnt hast. Bist du da kein Fan von oder?
[Dr. Alina Lessenich] (3:46 - 4:30)
Doch, absolut. Und es ist aber auch wichtig, diese Aktivierung immer wieder zu fördern und dann wieder in die Entspannung zu gehen. Ganz klar, weil chronischer Stress ist ein großes Problem.
Chronischer Stress führt zur Entzündung des Gehirns, zur sogenannten Neuroinflammation. Und wir wissen, dass chronischer Stress alleine ausreicht, um zum Beispiel Depressionen auszulösen oder sogar auch in die Demenz zu führen, weil es einfach durch die Dauerbefeuerung dann wirklich zur Entzündung kommt, die dann irgendwann in irreversiblen Schäden auch endet. Deswegen natürlich auch meditieren, Entspannung, Stressmanagement.
Absolut. Die Pausen, die sind natürlich auch wichtig. Ganz klar.
[Nils Behrens] (4:30 - 4:36)
Wenn ich mal einen Schritt zurückgehen darf. Wie bist du überhaupt dazu gekommen, dich so tief mit diesem Thema auseinanderzusetzen?
[Dr. Alina Lessenich] (4:36 - 6:32)
Also erst mal habe ich einen PhD gemacht, damals über ein Parkinson-Modell. Da hat mich schon das Thema Gehirn sehr fasziniert. Und ich habe dann damals an der Medizinischen Hochschule Hannover und in dem Neurowissenschaftlichen Institut in Hannover mit den Neuroendokrinologen geforscht, mit den Neuropharmakologen, mit den Neurochirurgen.
Und diese Welt des Gehirns hat mich immer sehr fasziniert, was es für Möglichkeiten hat. Und ich sage mal, wir wissen, wie kraftvoll der Mind ist. Aber dazu muss das Gehirn gesund sein.
Sonst nutzt uns unser Mind nichts, wenn das Bewusstsein nicht wirklich vorhanden ist. Ja, und wenn wir eben natürlich in Richtung kognitive Störungen gehen, Demenz, Alzheimer und solche Dinge, dann wird es halt schwierig. Und diese Faszination habe ich einfach beibehalten über viele Jahre.
Und dann ist jetzt in den letzten Jahren dazugekommen, dass wir ganz viel Zuschriften haben von Menschen, die berichten, dass sie Fatigue haben, also Erschöpfung. Dass sie Brain Fog haben, also Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Sorgenängste, Schlafstörungen und so weiter. Und das kann natürlich auch andere Ursachen haben, diese Symptome.
Aber es sind oft schon die ersten Anzeichen für ein leistungsschwaches, ja in vielen Fällen auch bereits für ein erkranktes Gehirn. Und da ist eben wichtig, diesen Menschen zu helfen und auch rechtzeitig gegenzusteuern, damit es dann eben nicht nachher wirklich in der neurodegenerativen Erkrankung endet. Und deswegen habe ich das Thema jetzt wieder aufgegriffen und stelle fest, wie vielseitig es ist und wie faszinierend und wie viel Wissen vielleicht auch noch gar nicht so da draußen ist zum Thema Gehirn und dass man eben doch sehr viel machen kann, um es gesund zu erhalten und auch um dann zu behandeln im Krankheitsfall.
Und dieses Wissen möchte ich unwahrscheinlich gerne weitergeben und Menschen an die Hand geben.
[Nils Behrens] (6:33 - 6:48)
Toll, toll. Es ist lustig, dass du das sagst, dass du in Hannover das gemacht hast. Ich habe eine Zeit lang mal bei der TUI gearbeitet, das war mal meine Mittagspausenrunde, da an dem Gebäude vorbeizugehen.
Und für alle, die noch nicht die Hochschule da kennen, Hannover, das Gebäude hat ja tatsächlich die Form eines Gehirns oder ist inspiriert von der Form des Gehirns.
[Dr. Alina Lessenich] (6:48 - 7:06)
Ja, das Neurowissenschaftliche Institut, genau. Die MAH und dann in der Nähe ist halt von den Neurochirurgen dieses Krankenhaus gebaut worden, was riesengroß ist, aussieht wie ein Gehirn und wo dann die ganzen neurologischen Abteilungen drin sind, sehr faszinierend. Und dort läuft eben auch viel Forschung, nicht nur Therapie, sondern auch Forschung.
[Nils Behrens] (7:07 - 7:24)
Dann lass uns doch mal richtig einsteigen in die Faszination, weil ich finde, eine der faszinierendsten Aussagen ist gleich das Thema, dass du sagst, ein gesundes Gehirn muss im Alter nicht abbauen. Und ich finde dieses Statement, das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Und deswegen ist ja die große Frage, wie können wir das erreichen?
[Dr. Alina Lessenich] (7:24 - 9:20)
Ja, also vielleicht, um ein bisschen Klarheit zu schaffen darüber, dass wirklich viele Menschen denken, ja, wenn ich älter werde, ist das normal, dass ich mir Dinge nicht mehr merken kann, dass ich nicht mehr so leistungsfähig bin, dass ich Schlafstörungen habe und so weiter. Nein, das ist absolut nicht normal. Ich habe gerade schon die ganzen Symptome aufgezählt, die eben zeigen, dass das Gehirn abbaut tatsächlich.
Und wie können wir das Ganze verhindern? Natürlich, indem wir uns mit den Ursachen beschäftigen und diese abstellen. Und wir wissen eben heute, dass in den meisten Fällen Gehirnerkrankungen nicht genetisch bedingt sind.
Es gibt zum Beispiel einige Parkinson-Forscher, die davon überzeugt sind, dass lediglich ein Prozent der Parkinson-Erkrankungen genetisch bedingt ist. 99 Prozent hingegen sind umweltbedingt. Das heißt, die Ursachen liegen in unserem Lifestyle und sie liegen in pathogenen, also krankmachenden, schädigenden Umweltfaktoren.
Und das zeigt sich auch sehr in den Arbeiten von Professor Bredesen, dem Alzheimer-Forscher, der nämlich zeigen konnte, dass er ein Therapiekonzept aufgestellt hat, indem er die Lifestyle-Bedingungen verbessert, also den Lifestyle der Menschen optimiert. Und wo er gleichzeitig auf Ursachen schaut und diese eben weitestgehend abstellt. Und er konnte wirklich bei 84 Prozent der Alzheimer-Patienten eine Verbesserung der Symptomatik bis hin zu einem vollständigen Abklingen der Symptomatik erreichen.
Und da waren sogar Patienten dabei, die nicht mehr in der Lage waren, alleine zu leben und die hinterher wieder einem Beruf nachgehen konnten. Das heißt, da wird sehr deutlich, die Ursachen liegen in unserem Lebensstil. Und wenn wir dort angreifen und wirklich dann hier vorgehen und Dinge verbessern, dann können wir in vielen Fällen das Gehirn nicht nur gesund erhalten, sondern sogar solche Erkrankungen wie die Alzheimer-Erkrankung verbessern, eventuell sogar heilen.
[Nils Behrens] (9:20 - 9:50)
Das ist ganz spannend, was du jetzt gerade erzählt hast, weil du sagst, dass auf der einen Seite sind Umwelteinflüsse, aber es sind eben auch unser Lebensstil. Wenn ich jetzt so meinen Schwiegervater anschaue, der war leidenschaftlicher Rennradfahrer. Der hat eigentlich so jede freie Minute sozusagen auf dem Rennrad verbracht.
Und von daher würde man sagen, da ist zumindest von der sportlichen Seite her schon sehr viel Positives da. Das ist ja auch das, was Peter Thier, der Longevity-Arzt sozusagen aus der USA, ja immer wieder auch so sagt, dass er immer wieder überrascht ist, welche positive Wirkung Exercise hat.
[Dr. Alina Lessenich] (9:50 - 11:06)
Ich habe eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die nicht erkannt wird, die mein Gehirn entzündet. Dann werde ich natürlich trotzdem diese Erkrankung bekommen eventuell. Und deswegen ist so wichtig, dass wir auch Ärzte haben, die ausgebildet sind, die auf alle diese Ursachen schauen, die wissen, wo sie suchen müssen.
Welche Dinge können alle eben zum Beispiel zu einer solchen Erkrankung führen? Dann kommen zum Beispiel Toxine dazu, ja Umweltgifte, wo wir heute wissen, welche Gifte korrelieren mit welchen Erkrankungen. Das heißt, da müsste man dann auch solche Gifte ausleiten.
Und Bewegung ist ein ganz wichtiger Faktor. Und die anderen Dinge müssen aber auch angeschaut werden. Und da sind wir wirklich bei diesem Thema der funktionellen Medizin, der integrativen Medizin.
Nicht nur auf den Darm zu schauen, sondern auch auf Autoimmunerkrankungen, auf Stressbelastungen, auf Umweltgifte, auf Zahnwurzel, also diese toxischen Zähne, ja wurzelgefüllte Zähne zum Beispiel, die zu einer dauerhaften Entzündung führen, die dann das Gehirn beeinträchtigt. Und da ist ganz viel Bedarf, glaube ich noch, dass wir diese Dinge lernen, wirklich systematisch die ganzen Ursachen abzuarbeiten und anzuschauen.
[Nils Behrens] (11:07 - 11:20)
Ein Wort, was du schon gerade gesagt hast, ist das Thema Neuroinflammation. Das heißt also, es spielt eine sehr wichtige Rolle in diesem Prozess. So, vielleicht magst du einmal ganz kurz definieren, was ist genau eine Neuroinflammation und warum sie so wichtig fürs Gehirn ist?
[Dr. Alina Lessenich] (11:20 - 13:11)
Ja, die Neuroinflammation ist eine chronische Entzündung von Nervengewebe. Und das ist genau das Problem. Wir haben also hier nicht eine hochakute Entzündung, wie zum Beispiel bei der Meningitis, bei der Hirnhautentzündung.
Weil da ist jedem klar, wir haben starke Kopfschmerzen, Fieberschübe, Bewusstseinseintrübung. Das ist ganz deutlich sichtbar. Wir haben ja eine ernsthafte Erkrankung, die therapiert werden muss.
Bei der Neuroinflammation ist es so, dass man oftmals die Diagnose gar nicht stellt, weil zum Beispiel im Blutbild nichts zu sehen ist. Das heißt, Entzündungsparameter sind oft gar nicht erhöht. Manchmal erst in ganz späten Stadien.
Und auch mithilfe bildgebender Verfahren, also in CT, im Computertomogramm oder in einem Magnetresonanztomogramm, sehen wir oft keine Veränderungen im Gehirn über lange Zeit. Das heißt, die Erkrankung bleibt unentdeckt. Das ist das erste Problem.
Das zweite Problem ist, dass diese Erkrankung vermittelt wird über die Mikroglia. Das sind besondere Zelltypen im Gehirn. Das sind quasi die Immunzellen des Gehirns.
Wenn sie normal funktionieren, dann sind sie auch zuständig für die Ernährung unserer Nervenzellen. Sie bauen abgestorbene Zellen ab und auch fehlgefaltete Proteine. Wie zum Beispiel das Beta-Amyloid-Protein bei der Alzheimer-Erkrankung, welches immer im Gehirn vorkommt, aber bei Alzheimer oft in erhöhten Mengen.
Dieses bauen sie ab. Sie stellen das glymphatische System, das ist das Entgiftungssystem des Gehirns. Wir haben im Körper das lymphatische System, wo in der Lymphe dann auch Erreger unterwegs sind.
Zelltrümmer, Toxine, und diese werden dann auch entgiftet. Und was Ähnliches gibt es fürs Gehirn. Das glymphatische System scheidet Toxine und Zelltrümmer ab.
Das scheidet Zellbestandteile aus dem Gehirn aus.
[Nils Behrens] (13:11 - 13:12)
In der Tiefschlafphase meistens.
[Dr. Alina Lessenich] (13:12 - 15:18)
Genau, und auch das wird über diese Mikroglia-Zellen vermittelt. Diese können vorliegen in zwei Zuständen. Einmal im Ruhezustand, dem Steady-State, das ist die M2-Mikroglia.
Dann können diese Zellen aber auch ein Priming erfahren. Zum Beispiel durch Entzündungen im Körper, durch Autoimmunerkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, durch zirkulierende Umweltgifte, durch Stress und so weiter. Und dann gehen diese Zellen in einen aktivierten Zustand über.
Dann ist es die M1, die aktivierte, geprimte Mikroglia. Und diese schüttet dann laufend Entzündungsbotenstoffe aus. Und die Entzündung kommt von alleine nicht mehr zur Ruhe, wenn man sie nicht behandelt.
Das heißt, wir haben eine sich selbst erhaltende Entzündung. Und wir haben einen Domino-Effekt, weil eine entzündlich veränderte, aktivierte Mikroglia-Zelle steckt die nächste Zelle an. Und dann haben wir einen Flächenbrand.
Und die Entzündung breitet sich über große Teile des Gehirns aus. Und führt dann natürlich zu Funktionsstörungen. Das heißt, dann sehen wir eine gestörte Versorgung von Nervenzellen, eine gestörte Energieproduktion.
Wir sehen also die Erschöpfung. Wir sehen eine gestörte Neurotransmitterproduktion. Dann sehen wir Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen.
Die Reizweiterleitung im Gehirn funktioniert nicht mehr richtig an den Synapsen. Das heißt, wir haben eine Verlangsamung in unseren Denkprozessen. Wir haben kognitive Störungen.
Die Entgiftung des Gehirns funktioniert nicht mehr. Wir haben eine Ansammlung von Toxinen, die dann zu weiteren Schädigungen führt. Und unbehandelt mündet diese chronische Entzündung, mündet die Neuroinflammation eigentlich immer in der Neurodegeneration über kurz oder lang.
Das heißt, es kommt zur Schädigung und Zerstörung von Nervenzellen. Und dann haben wir einen irreversiblen Zustand, wo wir natürlich gar nicht hinkommen wollen und dürfen. Deswegen ist es so wichtig, dass man Bescheid weiß und um diese Entzündung weiß, diese erkennt.
Und dass man die eben auch gezielt therapiert.
[Nils Behrens] (15:19 - 16:05)
Wenn ich jetzt mal bildlich vereinfacht Gesprochenes sage, es ist ein bisschen wie eine Kiste mit guter Äpfel. Da schmeißt sie einen faulen rein, und der breitet sich aus. Und der erste faule Apfel könnte entstehen durch, du sagst z.B. permanente Versorgung mit Umweltgiften, das könnte z.B. Amalgamfüllung sein. Oder was du sagst, durch Wurzelbehandlung oder andere Dinge, dass da etwas ist, was dauerhaft Toxine abgibt. Und dadurch dieser Entzündungstrigger losgetreten wird. Und dann entsteht dieses Flywheel, dieser Prozess, der dann eben alles miteinander bedingt.
Das heißt also, klar, wenn dann irgendwann permanent so ein Giftalarm ist und dann irgendwann auf der anderen Seite das glymphatische System nicht mehr funktioniert, werden auf der einen Seite zusätzliche Toxine produziert. Und auf der anderen Seite werden sie nicht abtransportiert.
[Dr. Alina Lessenich] (16:06 - 17:45)
Genau, und wir haben ganz viele Ursachen für diese Aktivierung dieser Neurogliazellen, dieser Mikrogliazellen. Das heißt, alle möglichen Entzündungen im Körper. Man kann generell sagen, dass eine chronische Entzündung im Körper über kurz oder lang auch zu einer chronischen Entzündung im Gehirn führt.
Und dann sind wir in der Neuroinflammation. Und die Gründe können eben vielfältig sein. Und man muss dann auf die Suche gehen und wirklich entzündliche Prozesse im Körper aufspüren, ausfindig machen, ob sie im Bereich des Darmes sind, im Bereich der Zähne, im Bereich einer Autoimmunerkrankung.
Oder auch zum Beispiel Toxine, die im Körper zirkulieren. Die führen zur Silent Inflammation, zur stillen Entzündung, die dann wiederum das Gehirn entzündet. Man muss auch wissen, dass, wenn wir eine Entzündung im Körper haben, werden Zytokine, also Entzündungsbotenstoffe, ausgeschüttet, die ins Gehirn gelangen, auch bei intakter Blut-Hirn-Schranke.
Das Gehirn ist ja sehr gut geschützt. Das heißt, die Gefäße im Gehirn sind ummantelt von Zellen. Und es gibt auch sehr enge Zellverbindungen, auch diese Tight Junctions, wie wir sie auch am Darm haben.
Aber diese Entzündungsbotenstoffe können auch bei einer intakten Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn gelangen. Dann kommt die Neuroinflammation und irgendwann die Neurodegeneration. Es ist einfach wichtig, wenn wir eine Gehirnerkrankung haben, nicht nur aufs Gehirn zu schauen, sondern auch auf den Körper zu schauen.
Die Ursachen herauszufinden und gleichzeitig aber die Neuroinflammation auch dann zu therapieren.
[Nils Behrens] (17:45 - 18:12)
Jetzt stellt sich für mich natürlich die Frage, ab wann soll ich mich denn auf die Suche machen? Wenn ich jetzt auf einmal den Namen von der Nachbarin nicht mehr weiß oder regelmäßig irgendwelche Sachen vergesse, ein bisschen tüdelig werde, ist das dann der Auslöser? Du sagtest ja gerade, MRT ist nicht geeignet, CT ist nicht geeignet, Blutwerte sind nicht geeignet.
Wie erkenne ich die Neuroinflammation, sodass ich weiß, dass ich mich auf die Suche machen muss?
[Dr. Alina Lessenich] (18:13 - 19:36)
Tatsächlich, all diese Symptome können ein Anzeichen sein. Man kann hergehen und die Neuroinflammation gezielt behandeln. Wenn dann der Brain Fog, also die Gedächtnisstörung, die Konzentrationsstörung besser werden, dann weiß ich, es ist eine Entzündung, die dem zugrunde liegt.
D.h. wenn ich gezielt therapiere, und das geht mit natürlichen Substanzen sehr gut, und sehe die Verbesserung, weiß ich, okay, hier ist ein Thema. Generell muss man sagen, dass, denke ich, die meisten von uns einfach ein Gehirn haben, welches gestresst ist. Wo sicherlich auch ein Stück weit eine Entzündung oder eine Aktivierung vorhanden ist.
Allein durch die Menge an Toxinen, denen wir ausgesetzt sind. Viele Menschen sind ja noch nicht an dem Punkt, dass sie dauerhaft diese tägliche Entgiftungspraxis haben. Ich denke, wenn man auch, vielleicht sprechen wir gleich nur über Lifestyle-Optimierungen, wenn man diese alle umsetzt und merkt dann, man fühlt sich komplett anders.
Man hat viel mehr mentale Klarheit, mehr Energie, ist auch entspannter z.B., dann weiß ich natürlich, das Gehirn war gestresst, das Gehirn war belastet. Ich sehe dann einfach, wie wichtig dieser gute Lifestyle ist. Das sollte ich dann beibehalten.
Wenn es schwerwiegender ist, dann sollte ich mir therapeutische Hilfe in jedem Fall holen.
[Nils Behrens] (19:37 - 19:51)
Aber es gibt nicht die eine Messmethode, die mir eine neue Inflammation misst. Nein. Okay, dann kommen wir doch mal ruhig zu den Lifestyles.
Lass uns doch mal in erster Linie auf den Lifestyle schauen. Was sind die größten Übeltäter? Dann wissen wir ja auch, was wir abschalten müssen.
[Dr. Alina Lessenich] (19:53 - 20:38)
Darmgesundheit, Blutzuckerschwankungen und Insulinresistenz, aber wirklich das Thema kohlenhydratlastige Ernährung. Dann Autoimmunerkrankungen, die Umweltgifte, die im Körper zirkulieren und die wir auch alle im Gehirn haben. Mikronährstoffmängel, tatsächlich auch ein Mangel an Antioxidantien führt natürlich zu oxidativem Stress im Gehirn, zu freien Radikalen, die dann auch Nervenzellen schädigen können.
Dann Hormonstörungen, also Hormonmangelzustände. Grad die Sexualhormone und auch Schilddrüsenhormone spielen da eine Rolle. Das sind so mal Hauptgründe.
Schlafmangel, Stress, haben wir schon drüber gesprochen. Bewegungsprobleme, das sind alles Dinge, wo man hinschauen sollte.
[Nils Behrens] (20:39 - 21:01)
Das Thema Schlafmangel finde ich ganz spannend. Ich hatte das neulich in einem anderen Gespräch gehabt. Eine der bekanntesten Menschen, glaube ich, zumindest aus meiner Lebensphase ist wahrscheinlich Margaret Thatcher, die immer sagte, sie braucht nur vier Stunden Schlaf.
Was ist passiert? Sie hat eine neurodegenerative Erkrankung bekommen. Würdest du schon sagen, dass da ein kausaler Zusammenhang ist?
[Dr. Alina Lessenich] (21:02 - 21:56)
Die Studien gibt es, die sind da. Es gibt sicher Menschen, die weniger Schlaf brauchen als andere. Aber die meisten liegen zwischen sechs und acht Stunden, die schon nötig sind.
Kommt auch drauf an, wie gut schlafe ich. Habe ich die ausreichende Melatoninausschüttung in der Zirbeldrüse? Habe ich eine Zirbeldrüse, die gut funktioniert?
Die circadiane Rhythmik? Bei Dingen wie Blaulicht, das Licht von Handybildschirmen, TV-Bildschirmen und, und, und. All das spielt auch eine Rolle.
Ob wir jetzt gut schlafen oder nicht und wirklich tief schlafen. Die Schlafdauer ist absolut entscheidend. Weil ich wirklich genug Zeit brauche, damit das Gehirn sich regenerieren kann, damit es entgiften kann.
Das Gehirn ist nachts schon aktiv. Und es muss eben auch Dinge, die im Kurzzeitgedächtnis sind, verarbeiten. Die gehen ins Langzeitgedächtnis.
[Nils Behrens] (21:56 - 21:57)
Das ist eine REM-Schlafphase.
[Dr. Alina Lessenich] (21:57 - 22:18)
Genau. All das passiert nachts. Deswegen muss ich wirklich die ausreichende Schlafdauer haben.
Wir wissen auch, dass Menschen, die nachts arbeiten müssen, dass alle möglichen Erkrankungen, auch Krebserkrankungen, dass das in Gehäuft auftritt bei diesen Menschen. Schlaf ist ein ganz wichtiger Faktor für unsere Gehirngesundheit.
[Nils Behrens] (22:19 - 22:57)
Ja. Ich glaube, der überzeugendste Punkt ist dieses glymphatische System. Das Schrumpfen des Gehirns, das Platz macht, um die Toxine abzuführen.
Dass das nur in der Tiefschlafphase passieren kann. Von daher ist das immer der Punkt, wo ich den Leuten nach dem Abendessen den Espresso verleide. Weil natürlich sagen die immer, ich kann danach super schlafen.
In der Theorie, wonach misst man das? Man misst, wie schnell man einsteht und wie gut man durchschläft. Wie gut die Schlafqualität ist, wie gut die Tiefschlafphase anteilig ist.
Da würde ich ein Fragezeichen dran machen, dass die nach dem Espresso nach 22 Uhr noch immer so gut ist.
[Dr. Alina Lessenich] (22:57 - 23:35)
Ja, da bin ich absolut bei dir. Die Studien sind ja auch da, dass man einige Stunden, bevor man schlafen geht, das letzte Mal Koffein zu sich nehmen sollte. Weil die Tiefschlafphasen nicht so da sind.
Was auch nachts passiert, das Gehirn bildet laufend dieses Beta-Amyloid, dieses Protein. Was wir als Plax nachher sehen bei Alzheimer-Patienten in großer Menge. Das wird auch nachts entgiftet.
Das wird abgebaut, auch aus dem Gehirn heraustransportiert. Das zum Beispiel kann auch nicht stattfinden, wenn ich nicht ausreichend schlafe. Es sammelt sich dann an und führt dann zur Schädigung.
Das sind Dinge, die wir nicht so gerne haben wollen.
[Nils Behrens] (23:36 - 23:45)
Dann lass uns doch mal über das zweite Gehirn reden, was man ja immer so sprichwörtlich sagt, nämlich unseren Darm. Auch da gibt es ja eine direkte Verbindung, die du ja auch einmal kurz schon angesprochen hast.
[Dr. Alina Lessenich] (23:45 - 24:58)
Genau, unser Bauchhirn, das enterische Nervensystem, das Darmnervensystem und Darm und Gehirn haben eine sehr starke Verbindung zueinander und kommunizieren miteinander. Und vielleicht, bevor wir darüber sprechen, ganz kurz ein paar Sätze zum Mikrobiom. Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen in und an unserem Körper.
Besteht also aus Viren, Bakterien, Parasiten, Einzellern, Pilzen. Und wenn wir aber vom Mikrobiom des Darmes sprechen, dann meinen wir in der Regel eine große Menge und eine große Vielfalt an Bakterien. Wir haben über 1.000 verschiedene Bakterienspezies im Darm. Und wir brauchen dieses Mikrobiom, um überleben zu können. Symbiotisch arbeitet es mit dem Darm zusammen. Ist wichtig, damit wir Nährstoffe verdauen können, Toxine abbauen können, entscheiden fürs Immunsystem.
Und auch zur Ernährung der Zellen des Darms gibt dem Darm Energie. Und Darm und Mikrobiom zusammen haben eben einen Weg, wie sie auch mit dem Gehirn kommunizieren, nämlich auf chemischem Wege. Das heißt, es werden Botenstoffe ins Blut abgegeben, die dann dem Gehirn Feedback geben, was im Darm so los ist.
[Nils Behrens] (24:58 - 25:15)
Das ist lustigerweise die Funktionsweise auch von diesen Osampic-Spritzen. Auch da werden Neurotransmitter in dem Sinne verändert und dadurch quasi das Hungergefühl ausgestellt. Nur um mal ein Beispiel zu geben, wo eine direkte Verbindung, die in der letzten Zeit sehr viel in den Medien ist.
[Dr. Alina Lessenich] (25:15 - 25:19)
Ja, korrekt, genau. Ob das jetzt so auf die Dauer ...
[Nils Behrens] (25:19 - 25:34)
Ich wollte es nicht unterheißen, ich wollte es nur erklären, um mal so was deutlich zu machen. Man sieht, da wird Hormone im Darm beeinflusst. Und die wiederum ganz eindeutig etwas in unserem Gehirn machen.
Aber entschuldige, ich habe unterbrochen.
[Dr. Alina Lessenich] (25:34 - 28:59)
Die können positiv aufs Gehirn einwirken und negativ. Sie können die Kognition verbessern, die Stimmung verbessern. Aber es kann auch das Gegenteil passieren.
Es gibt Studien, da ist man hergegangen und hat das Mikrobiom von depressiven Menschen auf Mäuse übertragen. Und die sind dann auch depressiv geworden. Wie auch immer man das bei der Maus feststellt.
Also waren apathisch, haben nicht mehr gefressen. Da sieht man also, welche Bedeutung tatsächlich das Mikrobiom hat. Und es gibt einen weiteren sehr wichtigen Zusammenhang.
Nämlich wenn wir einen Leaky Gut haben, also den sogenannten Sickardarm. Also eine geschädigte und entzündlich veränderte Darmwand, die durchlässig geworden ist. Dann können sogenannte Lipopolysaccharide, LPS, das sind Bestandteile von Bakterienmembranen aus dem Darm.
Die können dann in den Blutkreislauf gelangen. Und man weiß, dass diese zu Entzündungen im Körper führen. Dass diese oft auch zu Leaky Brain führen, die Blut-Hirn-Schranke schädigen.
Und dass diese dann auch zu Neuroinflammation im Gehirn führen. Und das wäre zum Beispiel ein Weg, wie auch die Darmgesundheit oder die mangelnde Darmgesundheit unsere Gehirngesundheit beeinflusst. Es gibt aber noch einen anderen Kommunikationsweg zwischen Darm und Gehirn, also unsere Darm-Hirn-Achse.
Wir haben ja unser autonomes Nervensystem oder auch vegetatives Nervensystem genannt. Mit dem Anteil, mit dem Sympathikus, zuständig für Flucht und Kampf. Und der Parasympathikus, der dann bei Entspannung aktiv wird.
Und wichtig ist, damit das Immunsystem arbeiten kann, Regeneration und eben auch Verdauung. Und da haben wir eben den Vagusnerv, der im Hirnstamm entspringt und dann zum Darm läuft. Und wir wissen, dass in diesem Vagusnerv Kommunikation stattfindet, und zwar in beide Richtungen.
Und das Interessante ist, dass 10 Prozent der Impulse vom Gehirn zum Darm laufen, 90 Prozent laufen umgekehrt. Das Gehirn weiß ständig, was ist da unten so los. Und es gibt zum Beispiel bei der Parkinson-Erkrankung die sogenannte Gut-First-Hypothese.
Wo man davon ausgeht, dass die Erkrankung im Darm entsteht. Und auch dort die ersten Symptome vorhanden sind. Dann zum Beispiel durch Verstopfung, also Motilitätsstörungen.
Und dass dann ein Protein namens Alpha-Synuclein, also ein fehlgefaltetes Protein, welches man bei dieser Erkrankung vorfindet. Dass das im Vagusnerv vom Darm ins Gehirn wandert. Und dort dann diese Dopaminergen-Nervenzellen zerstört.
Und dann sehen wir die typische Bewegungsstörung, die typische Symptomatik der Parkinson-Erkrankung. Und was Ähnliches hat man gezeigt für Lektine. Das sind Antinährstoffe.
Es ist vielen Menschen bekannt, dass zum Beispiel Bohnenlektine enthalten, aber auch Getreidesorten und Nüsse. Und diese Lektine scheinen zum Beispiel auch zu Leaky Gut führen zu können. Und dann wandern sie ebenfalls im Vagusnerv ins Gehirn.
Und entzünden dieses. Und es kommt zur Neuroinflammation und dann den Folgeschäden. Das heißt, wenn wir eine Gehirnerkrankung haben, ist ganz wichtig, dann auch auf die Darmgesundheit zu schauen.
Den Darm zu sanieren, das Mikrobiom zu regenerieren. Und ja, alle Krankheit beginnt im Darm. Sicherlich nicht immer, aber in vielen Fällen tatsächlich.
Und diese Verbindung ist einfach zu beachten.
[Nils Behrens] (29:01 - 29:40)
Den größten Punkt, wo ich sagte, Mensch, das Leben ist schon wirklich unfair, ist, dass auch insbesondere Menschen mit Autoimmunerkrankungen immer besonders betroffen sind. Da denke ich mir, meine Güte, eine typische Autoimmunerkrankung wäre jetzt sowas wie Psyliakie oder MS. Also Psyliakie ist ja schon sehr dicht am Darm. Aber bei MS und solchen Themen, also Multiple Sklerose, da denkt man sich, Mensch, diese Menschen sind hart gebeutelt genug.
Dass man dann auch noch quasi in das Risiko geht, eine neuere Inflammation zu bekommen. Das ist tatsächlich ja auch wieder dieses, ich bleibe bei dem Flywheel. Also man sieht im Grunde genommen eigentlich, wie sich das alles gegenseitig dann so befruchtet.
Im negativen Sinne leider in diesem Fall.
[Dr. Alina Lessenich] (29:40 - 33:42)
Ja, definitiv. Also wir wissen natürlich, ein Hauptgrund für Autoimmunerkrankungen ist der Leaky Gut. Weil dann natürlich Erreger und Toxine, aber vor allen Dingen auch Nahrungsbestandteile in den Körper gelangen, die da eigentlich nicht hingelangen sollten.
Und diese führen dann zur Autoimmunerkrankung. Und es ist wichtig, wenn ich eine Autoimmunerkrankung habe, dann auch aufs Gehirn zu schauen. Aber es gibt genauso auch den umgekehrten Weg.
Wir wissen zum Beispiel auch, wenn jemand ein Schädel-Hirn-Trauma hatte, kann es sein, dass er hinterher eine Autoimmunerkrankung entwickelt. Das heißt, die Gehirngesundheit kann auch solche entzündlichen Erkrankungen und Prozesse im Körper fördern. Es gibt zum Beispiel auch Menschen mit mangelnder Gehirngesundheit, die dann verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten entwickeln.
Und man hat auch mittlerweile Hinweise, dass es einige Gehirnerkrankungen gibt, wo vielleicht auch eine Autoimmunkomponente dabei ist. Und vielleicht einfach noch mal so zum Verständnis, bei einer Autoimmunerkrankung kann das Immunsystem nicht unterscheiden zwischen selbst und fremd. Das heißt, es bildet Auto-Antikörper, die körpereigenes Gewebe markieren.
Und dieses wird dann eben geschädigt und eben auch zerstört. Wir haben Hinweise, dass zum Beispiel Autismus eventuell eine Autoimmunkomponente hat, aber auch die Parkinson-Erkrankung. Da gibt es ein paar Studien, die je nach Studie unterschiedliche Prozentzahlen angeben.
Aber wohl in 70 bis 90 Prozent der Fälle hat man gefunden, dass Menschen mit Parkinson Auto-Antikörper gegen Nervengewebe haben. Das heißt, wir könnten hier was Ähnliches haben wie bei Diabetes Typ 1. Wo Auto-Antikörper dann in der Bauchspeicheldrüse die insulinproduzierenden Zellen zerstören.
Was Ähnliches könnte bei Parkinson passieren. Dass hier eben dann Auto-Antikörper die dopaminproduzierenden Nervenzellen zerstören. Und es dann halt zur Parkinson-Erkrankung kommt.
Wenn wir zum Beispiel über Autoimmunerkrankungen sprechen und auch gerade die Ursachen anschauen, dann möchte ich vielleicht noch hinweisen auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eben gerade auf die Glutenunverträglichkeit. Und da sieht man wieder, wie es alles zusammenhängt. Die Darmentzündung, die dann natürlich oft entsteht.
Aber es ist zum Beispiel so, dass, wie es aussieht, nur ein Prozent der Glutenunverträglichkeiten überhaupt diagnostiziert werden. Weil die Symptomatik ganz oft gar nicht im Bereich des Darmes stattfindet. Sondern ich habe Hautausschläge, ich habe Gelenkentzündungen.
Ich habe zum Beispiel ein Hashimoto, die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Da wissen wir, dass eine Glutenunverträglichkeit oftmals eine Ursache ist für diese Autoimmunerkrankung. Oder ich habe Symptome im Bereich des Gehirns.
Das heißt, ich habe Neuroinflammation, ich habe Depression, ich habe Demenz. Allein durch diese Nahrungsmittelunverträglichkeit. Und da sind wir wieder bei dem Punkt, wie wichtig es ist, die Ernährung zu optimieren und auch auf diese Dinge zu schauen.
Und auch Umweltgifte spielen eine Rolle. Zum Beispiel Hashimoto scheint mit ausgelöst zu sein durch Quecksilberbelastung. Dadurch entsteht die Autoimmunerkrankung.
All diese Dinge hängen wirklich sehr zusammen. Und vielleicht noch ein kleiner Hinweis, dass es ein paar Substanzen gibt, die uns vor Autoimmunerkrankungen schützen. An denen es vielen Menschen mangelt.
Und die gleichzeitig ganz wichtig sind für unsere Gehirngesundheit. Nämlich die Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Glutathion. Unser Hauptentgiftungsmolekül und unser Meister-Antioxidant.
Diese drei schützen uns vor Autoimmunerkrankungen. Weil sie eben das Immunsystem unterstützen, Autoimmunerkrankungen zu hemmen. Und da ist auch ganz wichtig, dass wir diese Dinge zum Beispiel substituieren.
Und all das beachten. Die Ursachen abstellen, auch wieder hier. Und eben aufs Gehirn schauen, auf die Autoimmunerkrankung schauen.
Und auf die Versorgung mit allen wichtigen Mikronährstoffen.
[Nils Behrens] (33:43 - 34:54)
Es ist spannend, dass du noch mal die Schilddrüse ansprichst. Das war unsere Folge Nummer drei. Da hatten wir den Johannes Richter als Schilddrüsen-Experten.
Am Anfang hatte ich gesagt, ob das Thema zu nischig wäre. Er meinte, zwei von drei Leuten haben Probleme mit der Schilddrüse. Da dachte ich, entweder redet da keiner drüber oder es weiß keiner.
Das ist natürlich wirklich ein massives Thema. Und das, was du ansprichst, auch mit dem Thema Glutenunverträglichkeit, ist tatsächlich so, dass mein Cousin, dessen Tochter hat sehr früh schon eine Psyologie diagnostiziert bekommen. Da hat man tatsächlich gesagt, dass es sein könnte, dass die einfach zu früh dem Kind eine Weizensemmel in die Hand gegeben haben.
Da der heutige Weißbrotweizen schon sehr genetisch verändert ist, hat das mit als Auslöser zumindest in Betracht bezogen worden. Da gibt es keine eindeutige Forschung zu. Oder keine endgültige Ergebnisse.
Aber da sieht man auch wieder, wie das alles zusammenhängt.
[Dr. Alina Lessenich] (34:54 - 35:38)
Es gibt heute Forschungen, die sehr klar zeigen, dass die Gluten bei jedem von uns zur Durchlässigkeit der Darmwand führen. Also nicht immer mit Symptomen, aber wir kennen den Mechanismus. Das Immunsystem wird aktiviert.
Es kommt zu einer mangelnden Darmbarriere durch Gluten. Da gibt es auch klinische Untersuchungen, die zeigen, dass wahrscheinlich 80 Prozent der Bevölkerung ein Leaky Gut haben. Und oft keine massiven Symptome, deshalb fällt es nicht auf.
Aber diese Sachen liegen vielen Erkrankungen zugrunde. Dann haben wir nicht nur ein solches Problem und eine Ursache, sondern mehrere. Deswegen ist es immer wieder wichtig, auf diese Lifestyle-Optimierung zurückzukommen.
Und all das zu wissen und zu optimieren.
[Nils Behrens] (35:39 - 36:07)
Let's talk about sex. Let's talk about the sex hormones. Yes, please.
Da hattest du angesprochen, dass da ein Mangel eine große Rolle spielen kann. Ich habe im Rahmen dieses Podcasts schon häufiger über die Sexualhormone bei Frauen gesprochen. Auch da spielt die Menopause eine sehr große Rolle.
Aber man sieht, dass auch bei den Männern ein Testosteronmangel große Auswirkungen haben kann.
[Dr. Alina Lessenich] (36:07 - 39:55)
Ja, ist korrekt. Klar, viele Menschen kennen das, Frauen in den Wechseljahren oder schon davor. Die Hitzewallung aber eben nicht nur das.
Auch Depressionen sehen wir, kognitive Störungen, Schlafstörungen. Das hat damit zu tun, dass die Sexualhormone ganz wichtig sind für die Funktion und die Gesundheit unseres Gehirns. Das Östrogen z.B. ist wichtig für das serotonerge System, also für unser Glücks- und Wohlfühlhormon Serotonin. Aber auch für unser Motivationshormon Dopamin. Und auch für den Neurotransmitter für Lernen und Gedächtnis, für das Acetylcholin. Und das Progesteron ist ebenfalls wichtig für das Dopamin-Erge-System.
Aber auch für das GABA-Erge-System. GABA, also Gamma-Amino-Buttersäure, ist der einzige hemmende Neurotransmitter im Gehirn, der für Entspannung sorgt, der angstlösend wirkt, der für guten Schlaf sorgt. Dann kann man sich vorstellen, wenn Mangelzustände von Östrogen und oder Progesteron vorliegen, dass wir dann Reizbarkeit haben, Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen, kognitive Störungen usw.
Und beim Mann ist es aber ähnlich. Denn Testosteron hat eine ganz enge Verbindung zum Dopamin-Erge-System. Es scheint sogar so zu sein, dass ein Testosteronmangel der Parkinson-Erkrankung Vorschub leistet.
Und Testosteron ist auch wichtig für Acetylcholin, also für Lernen, für Gedächtnis, für Konzentrationsvermögen. Und Testosteronmangel kann zu Depressionen führen, auch zu Reizbarkeit, zu kognitiven Störungen usw. Und das andere, was auch noch wichtig ist, ist, dass die Sexualhormone neuroprotektiv sind.
Und dass sie die Mikroglia-Zellen stabilisieren. Und alleine über einen solchen Mangel kann die Neuroinflammation entstehen. Weil die Mikroglia nicht mehr gedeckelt wird.
Die kommt in eine Übererregbarkeit. Weil die schützende Wirkung durch die Sexualhormone wegfällt. Wir haben mittlerweile viele Männer in den 30ern, in den 40ern, die schon einen Testosteronmangel haben.
Dann werden auf bioidentische Hormone gegeben. Das kann auch absolut sinnvoll sein. Aber da möchte ich auch sagen, dass das nicht trivial ist.
Das kann zu übermäßigen oder hohen Hormonspiegeln führen. Was dann auch nicht gesund ist. Vielleicht ist wichtig, dass man herausfindet, warum haben wir Männer schon in jungen Jahren diese Testosteronmangelzustände?
Was sind die Ursachen? Können wir auf natürlichem Wege gegensteuern? Da sind wir auch wieder bei diesen Zusammenhängen.
An dem Beispiel der Sexualhormone kann man so schön zeigen, was ich in vielen Calls und Workshops erkläre, was die Hauptursachen sind für alle chronischen Erkrankungen. Das ist unsere Ernährung, das sind Mikronährstoffmängel, das sind Belastungen mit Umweltgiften, das ist chronischer Stress. Es gibt noch weitere Gründe wie Bewegungsmangel.
Aber diese vier sind meine Hauptthemen. Wenn wir das anschauen, diese vier Dinge in Bezug auf unsere Sexualhormone und auf unsere Gehirngesundheit. Was die Ernährung angeht, wenn wir uns kohlenhydratlastig ernähren.
Es gibt Männer, die bioidentisches Testosteron nehmen. Der Testosteronspiegel steigt nicht. Stattdessen steigt aber der Östrogenspiegel.
Dann fragt man sich, warum das passiert. Wenn wir uns kohlenhydratlastig ernähren und Insulinschübe haben, gibt es ein Enzym namens Aromatase, welches Testosteron zu Östrogen umwandelt. Dann haben wir Östrogenüberschuss beim Mann.
Können wir nicht gebrauchen.
[Nils Behrens] (39:56 - 39:58)
Was auch durch Mikroplastik sehr stark gefördert wird.
[Dr. Alina Lessenich] (40:00 - 42:49)
Damit es ausgeglichen ist, bei der Frau gibt es die Lyase. Dieses Enzym geht her bei kohlenhydratlastiger Ernährung und wandelt Östrogen zu Testosteron um. Das wäre ein Punkt, was die Ernährung angeht.
Zweiter Punkt ist Cholesterinmangel. Wir brauchen Cholesterin, um Sexualhormone zu bilden. Wir brauchen aber auch Cholesterin im Gehirn.
Das Gehirn macht 2 % des Körpergewichts aus. Enthält aber 25 % des Cholesterins im Körper. Da sieht man, wie wichtig Cholesterin ist für höhere Hirnfunktionen.
Es stabilisiert z.B. unsere Synapsen. D.h., es gibt keine vernünftigen Nervenimpulse im Gehirn, wenn wir nicht genug Cholesterin haben. Wir brauchen aber auch Cholesterin.
Da kommt jetzt die Entgiftung ins Spiel zur Ausleitung von Umweltgiften. Wir brauchen Cholesterin zur Bildung von Gallenflüssigkeit, um fettlösliche Gifte auszuscheiden. Cholesterin kann Gifte direkt neutralisieren und wird dabei verbraucht.
Insbesondere Vegetarier und Veganer haben Cholesterinmängel. Der Körper stellt zwar selber Cholesterin her, das reicht aber oft nicht aus. Gerade wenn wir mit Umweltgiften belastet sind.
Dann haben wir Hormonmangelzustände und dadurch eine Schädigung des Gehirns. Das Gehirn selber kann auch nicht mehr vernünftig arbeiten, weil es Cholesterin fehlt. Wenn wir auf chronischen Stress schauen, da ist es z.B. so, dass Progesteron ein Vorläufermolekül ist von Cortisol, von einem unserer Stresshormone. Wenn wir im Dauerstresszustand sind und permanent viel Cortisol ausgeschüttet wird, haben wir irgendwann einen Progesteronmangel. Wir haben bei chronischem Stress auch einen erhöhten Verbrauch verschiedener Mikronährstoffe, aber vor allem auch der B-Vitamine. Die wir fürs Nervensystem brauchen, gerade in Stresszuständen.
Die wir auch brauchen, um Serotonin und Dopamin zu bilden. Und Energie zu produzieren. Und die wir auch brauchen, um zu entgiften.
Gerade in Phase 2 der Leberentgiftung. Und die wir auch brauchen, um Progesteron zu bilden. Wenn man das betrachtet, und ich finde es wichtig, dass man diese Zusammenhänge versteht.
Dann wird einem klar, wo fangen wir an. Wir fangen an, diese Grunddinge zu optimieren. Ernährung zu gucken, dass wir einen stabilen Blutzuckerspiegel haben.
Und nicht in die Insulinresistenz und Richtung Diabetes kommen. Wir schauen natürlich, dass wir uns ausreichend mit Mikronährstoffen versorgen. Einfach entgiften und auch Stress abbauen.
Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir gar nicht mehr in Hormonmangelzustände reinkommen. Und dass unser Gehirn gesund bleibt.
[Nils Behrens] (42:49 - 44:12)
Ich finde es spannend, dass du schon mehrfach den Blutzuckerspiegel gegeben hast. Ich hatte gerade wieder 2 Wochen Blutzuckertracking hinter mir. Da habe ich gesehen, was bei mir spikelt.
Ich benutze das schon selbstverständlich. Ich wurde am Wochenende darauf hingewiesen, dass jemand sagt, du sagst das selbstverständlich. Was heißt das?
Dass Blutzuckerspitzen auf diesem Diagramm, was man da misst, entstehen. Ich fand es interessant, dass du das so häufig ansprichst. Ich sehe bei mir in diesen Messungen, gibt es gewisse Anstiege.
Gewisse Anstiege können dadurch kommen, dass ich alleine Sport treibe. Wenn ich joggen gehe, sieht man da einen Anstieg des Blutzuckers. Wenn man gegessen hat und eine Nachbewegung macht, sieht man, dass der Blutzucker nicht so ansteigt, sondern man es neutralisiert.
Nichtsdestotrotz gibt es gewisse Lebensmittel. Bei mir, weißer Reis, spiket so sehr, dass ich über 200 komme. Wenn 100 die Normalbasis ist, komme ich über 200 und fällt dann sehr steil ab.
Das ist schlecht. Wenn ich andere Sachen zu mir nehme, wo ich sage, ich komme von 100 auf 130, 140, und dann bleibt es eine Zeit lang so steady. Dann fällt es langsam wieder ab.
Ist das dann auch schlecht? Weil der Peter Thier sagt, wir sollen steady bei 100 bleiben.
[Dr. Alina Lessenich] (44:13 - 44:37)
Das wäre schön, da kommen die meisten Menschen nicht hin. Aber die Frage ist, wie kann man da hinkommen? Da können wir auch noch drüber sprechen.
Es geht tatsächlich. Aber Blutzuckerschwankungen sind ein großes Problem. Wenn man z.B. vergleicht Tafelzucker, der natürlich ungesund ist. Wenn man das aber vergleicht mit z.B. der Kartoffel oder weißem Reis oder Pasta oder Mais.
[Nils Behrens] (44:37 - 44:38)
Kartoffel spike bei mir nicht.
[Dr. Alina Lessenich] (44:38 - 44:40)
Okay, interessant.
[Nils Behrens] (44:41 - 44:46)
Nicht spike im Sinne von Extremspitze, sondern bringt ein relativ steady Ansteigen.
[Dr. Alina Lessenich] (44:46 - 45:59)
Es ist so, dass z.B. die Kartoffel einen höheren glykämischen Index hat als der Tafelzucker. Das bedeutet, wie schnell die Glucose der Blutzuckerspiegel ansteigt, wenn ich dieses Lebensmittel zu mir genommen habe. Wenn ich die gleiche Menge Glucose schnell ins Blut schieße, dann wird sehr viel Insulin ausgeschüttet.
Wenn ich die gleiche Menge über einen längeren Zeitraum ins Blut abgebe, dann ist die Gesamtmenge an Insulin, die ausgeschüttet wird, nicht so hoch. Je mehr Insulin ausgeschüttet wird, desto schlechter für den Körper. Weil eben auch Insulin das Gehirn entzündet, den Körper entzündet und so weiter.
Wenn man auf dieses Thema schaut, Kohlenhydratlastige Ernährung, ist es so, dass Zucker zu Entzündungen führt. Und zwar durch einen Prozess namens Glykation. Das heißt, es kommt zur Verzuckerung von Immunzellen, von Gefäßwänden in der Haut, dann kommt es zur Faltenbildung im Gehirn, da kommt es zur Entzündung.
Es werden sogenannte AGEs gebildet, Advanced Glycation End Products. Also fortgeschrittene Verzuckerungsendmoleküle.
[Nils Behrens] (46:00 - 46:09)
Die dann gekommen sind, um zu bleiben, wie wir gelernt haben von Frau Dr. Schmiedeberg in der Folge mit Jenny Kneble. Irgendwann sind wir an einem Punkt, der nicht mehr reversibel ist.
[Dr. Alina Lessenich] (46:09 - 49:36)
Leider ja, genau. Und wenn man das Ganze mal auf Englisch liest, dann kann man sagen, AGEs-Zucker ages us. Führt zu vorzeitigen Alterungsprozessen.
Und dann zu Irreversibilität natürlich auch. Das nächste Problem ist dann das Insulin. Einfach auch noch mal zum Verständnis.
Wenn der Blutzucker ansteigt, dann wird in der Bauchspeicheldrüse Insulin ausgeschüttet. Welches an Insulin-Rezeptoren zum Beispiel auf Muskelzellen andockt. Darüber wird die Aufnahme von Glucose in die Muskulatur vermittelt.
Dort wird es dann benutzt zur Energieproduktion. Wenn wir aber immer wieder Insulinschübe haben, durch hohe Blutzuckerspiegel, durch viele Kohlenhydrate, die wir zu uns nehmen. Dann kommt es zu Insulinresistenz, was die Vorstufe von Diabetes ist.
Das heißt, dass diese Rezeptoren unempfindlicher werden. Es braucht immer mehr Insulin, damit wir die Glucose noch in die Zelle bekommen. Dann haben wir eine größere Menge an zirkulierender Glucose und an zirkulierendem Insulin.
Beides führt zur Entzündung. Nicht umsonst bezeichnet man die Alzheimer-Erkrankung heute oft als Diabetes Typ 3. Wir haben noch ein weiteres Problem, wenn wir sehr viel Insulin im Blut haben.
Denn für unser Glücks- und Wohlfühlhormon Serotonin und für die Stimmung in unserem Gehirn muss das Serotonin dort gebildet werden. Denn 90-95 % des Serotonins im Körper wird im Darm gebildet. Das kann aber nicht ins Gehirn gelangen, weil es die Blutierenschranke nicht überwinden kann.
Wir müssen die Vorstufe von Serotonin, die Aminosäure Tryptophan, ins Gehirn befördern. Dazu braucht es ein Transportprotein. Dieses wird gehemmt bei hohen Insulinspiegeln.
Ich komme in die Depression, wenn ich die Insulinschübe habe, die Insulinresistenz habe. Das ist ein ganz wichtiges Thema. Was ich vielleicht auch noch ansprechen möchte, ist, dass die allermeisten Menschen heute keine metabolische Flexibilität mehr haben.
Das bedeutet, wenn ich metabolisch flexibel bin, kann der Körper umstellen von Zuckerverbrennung auf Fettverbrennung. Das ist bei den meisten Menschen heute nicht mehr gegeben. Wir sind dauerhaft in der Zuckerverbrennung.
Das Gehirn ist nachts aktiv, da muss es entgiften, da muss es regenerieren, da braucht es Energie. Wenn dann die Glucose aufgebraucht ist und ich kann nicht umschalten auf die Fettverbrennung, kommt das Gehirn in einen Energie-Mangelzustand. Der führt zur Schädigung und zum Absterben von Neuronen.
Einige Menschen kennen das, dass sie nachts um dreimal wach werden mit Herzrasen. Oder dass ihnen morgens etwas übel ist. Das heißt, das Gehirn war in Energiemangel.
Und es kam zur Ausschüttung von Stresshormonen. Können wir natürlich auch nicht gebrauchen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir diese metabolische Flexibilität wiederherstellen.
Zum Beispiel kann man das machen über die Scheinfastenkur. Dass wir diese Kur machen, die Fasting-Mimicking-Diet von Prof. Walter Longo, Langlebigkeitsforscher aus den USA. Der hat ein fünftägiges Ernährungsprogramm entwickelt, was dem Körper hilft, wieder umschalten zu können.
[Nils Behrens] (49:36 - 49:43)
Macht der Prof. Michaelsen auch. Der war in Folge Nummer 5 hier mal. Auch dieses gleiche Mimic-Fasting-Thema.
[Dr. Alina Lessenich] (49:43 - 49:45)
Ist wirklich ein tolles Programm.
[Nils Behrens] (49:45 - 49:50)
Habe ich gerade vor vier Wochen beendet. Kann es nur allen empfehlen.
[Dr. Alina Lessenich] (49:50 - 49:51)
2.
[Nils Behrens] (49:51 - 49:53)
Tag ist hart. Definitiv.
[Dr. Alina Lessenich] (49:53 - 50:03)
Wenn du es öfter machst, beim 1. Mal schon. Aber beim 2.
oder 3. Mal ist kein Hungergefühl mehr da. Dann hat der Körper das schon verstanden.
Und es geht immer besser.
[Nils Behrens] (50:04 - 50:21)
Aber genau dieser Switch-Tag ist der. Genau das gleiche habe ich mir vorgenommen. Ich mache es bisher einmal im Jahr.
Ich versuche es jetzt eher auf 3-4 Mal im Jahr hochzufahren. Weil es sind 5 Tage.
[Dr. Alina Lessenich] (50:21 - 50:22)
Das schafft man.
[Nils Behrens] (50:23 - 51:25)
Das schafft man. Das Tolle ist auch, man kann eigentlich auch weiter arbeiten. Man sollte eher den 2.
Tag am Wochenende haben. Sodass man nicht den ganzen Tag belastet wird. Aber eine sehr gute Empfehlung.
Was ich interessant finde, das sind so Dinge, die man früher gar nicht so bewusst wahrgenommen hat. Aber ganz häufig ist es so, wenn Menschen bewusst umgebracht werden sollen in Krankenhäusern, was es keiner bemerkt, dann ist es in den meisten Filmen, das ist mir jetzt erst aufgefallen, fast immer, dass die Insulin gespritzt bekommen. Die kriegen immer eine hohe Dosis Insulin gespritzt.
Und sterben dadurch. Es gibt auch diesen Film, das ist ja basierend auf einem realen Fall. Wo er in die Infusion zusätzlich Insulin reingeschoben hat.
Aber es gibt auch andere Filme, wo es immer wieder gemacht wird, dass den Leuten eine Insulinspritze gegeben wird. Da sieht man mal, dass eine hohe Insulindosis, wenn sie zu hoch ist, zum Tod führen kann.
[Dr. Alina Lessenich] (51:25 - 51:28)
Nicht heilsam, das Ganze mit dem Insulin.
[Nils Behrens] (51:29 - 51:30)
Das hat selbst Hollywood schon erkannt.
[Dr. Alina Lessenich] (51:31 - 53:26)
Wenn wir noch mal auf deinen Blutzuckerspiegel kommen und auf diese Schwankungen. Viele Menschen denken, wir brauchen Glucose. Das Gehirn braucht Glucose.
Ja, 25 Prozent der Energie muss das Gehirn aus Glucose beziehen. Aber 75 Prozent bezieht es viel lieber aus Ketonkörpern. Das sind kleine Energieteilchen, die in der Leber gebildet werden, wenn wir in der Fettverbrennung sind.
Und damit wir diese 25 Prozent Glucose haben, müssen wir keine Kohlenhydrate zu uns nehmen. Das kann der Körper selber. Er kann also Gluconeogenese betreiben, Glucose herstellen aus glukogenen Aminosäuren und Glycerin.
Das heißt, wir können uns nur rein mit Fett und Proteinen ernähren. Dann sind wir in einem total stabilen Blutzuckerspiegel. Wir sind in der Ketose dauerhaft.
Der Körper bildet Ketonkörper. Das ist wirklich die Ernährungsform für alle Gehirnerkrankungen. Schon lange weiß man das auch per Epilepsie zum Beispiel, dass es da ganz heilsam sein kann.
Es reduziert Entzündungen im Gehirn. Es gibt dem Gehirn ganz viel Energie. Und ja, es ist für viele Menschen schwierig.
Aber man kann sich langsam rantasten an diese ketogene Ernährung. Also langsam immer mehr Richtung Low Carb, wenig Kohlenhydrate und High Fat gehen. Und dann mal schauen, mit der Fasting-Mimicking-Diet anfangen.
Dann wird es immer einfacher. Es ist ein Unterschied, wenn man dauerhaft in der Ketose ist. Was Energielevel und mentale Leistungsfähigkeit angeht, ist es ein großer Unterschied.
Bei Alzheimererkrankungen und Demenz gibt es Menschen, die aus dem Pflegeheim auch wieder nach Hause konnten. Weil sie so viel klarer waren durch die ketogene Ernährung. Es ist ein ganz wichtiges Thema, diese Blutzuckerschwankungen.
Da müssten wir von wegkommen, wenn wir gesund bleiben wollen.
[Nils Behrens] (53:27 - 54:43)
Ich habe schon ein bisschen Angst, weil die regelmäßigen Hörer dieses Podcast werden, dass ich an die Folge abnehme durch Kohlenhydrate erinnern. Ich sehe schon, dass ich viele Zuschriften von verwirrten Zuhörerinnen und Zuhörern bekomme. Ich glaube, was du sagst, ist ein ganz entscheidender Punkt.
Wir kommen wirklich nur in diese Ketose, wenn wir es wirklich schaffen, die Kohlenhydrate massiv runterzufahren. Das heißt für alle, das hast du ja auch gesagt, diese metabolische Flexibilität ist bei den meisten Leuten, die sehr viel Kohlenhydrate essen, bei denen ist es natürlich das Problem, wenn sie das dann anfangen runterzufahren und die metabolische Flexibilität nicht mehr so da ist, wird es natürlich sehr schwierig. Das ist genau das, was du auch beschreibst.
Was auch bei mir der Fall war, wenn man dann eben dieses Mimic-Fasting macht, also diese Schein-Fasten-Diät, dass man eben diesen Switch dann haben muss. Das heißt, man muss sich dann in einer gewissen Art grundsätzlich entscheiden, gegen Kohlenhydrate oder für Kohlenhydrate. Aber ich sage mal so, dieser Zwischenweg, den die meisten Menschen tun, ist natürlich das Problem.
[Dr. Alina Lessenich] (54:43 - 55:01)
Ist schwierig, ja. Und die sogenannte Ketogrippe, das heißt genau dieser Punkt, wo der Körper die Ketonkörper noch nicht bildet. Dann fehlt ihm die Energie und man fühlt sich eben erschöpft und friert und so weiter.
Man kann das Ganze ein bisschen abfangen über exogene Ketone, indem man die von außen zuführt. Dann wird es leichter.
[Nils Behrens] (55:02 - 55:03)
Die sogenannte Ketonester.
[Dr. Alina Lessenich] (55:03 - 55:41)
Genau, richtig. Und das funktioniert wirklich ganz gut. Und das sollte man vielleicht auch zur Unterstützung dann machen bei der Schein-Fasten-Kur.
Und ja, es ist eine Grundsatzentscheidung. Aber ich sage mal, wenn man die einmal getroffen hat, und für mich ist immer so, wo ist die Priorität? Und wenn ich wirklich eine schwerwiegende Erkrankung habe oder befürchte, ich gehe in Richtung Demenz, Gehirnerkrankung, dann muss jeder für sich entscheiden, was ist dann halt das Wichtige.
Und einfach dieses gute Gefühl, was man hat, wenn man so in der Ketose ist. Ich mag es nicht mehr missen. Und ja, das muss halt jeder natürlich für sich entscheiden.
Ganz klar.
[Nils Behrens] (55:42 - 56:02)
Bevor wir gleich auf die Mikronährstoffe reingehen, möchte ich noch einmal auf das Thema Toxine zu sprechen kommen. Deswegen lass uns doch mal, weil wenn ich mir mein Skript so anschaue, habe ich noch sehr viele Fragen an dich. Dann lass uns doch mal die Top-3-Toxine vielleicht mal sagen, wo du sagst, okay, das glaubst du, sind wahrscheinlich die drei Hauptübeltäter, auf die wir achten müssen.
[Dr. Alina Lessenich] (56:02 - 56:54)
Was das Gehirn angeht, wir haben eine Riesenmenge an Umweltgiften, denen wir täglich ausgesetzt sind. Angefangen von Schwermetallen über das Leichtmetall, Aluminium, Pestizide, Herbizide, Flammschutzmittel, Mikroplastik. Könnt noch bis nächste Woche weitermachen.
Und wir haben natürlich alle auch Toxine im Gehirn. Und die Top-3, über die wir jetzt sprechen können, weil das die sind, wo es eine Korrelation gibt zwischen diesen dreien und Alzheimer-Erkrankung, Parkinson-Erkrankung, Autismus. Das sind Aluminium, Quecksilber und Glyphosat.
Und da ist natürlich erst mal ganz wichtig, sich zu schützen, indem man die Aufnahme so weit wie möglich minimiert. Das funktioniert nicht ganz, weil diese überall auch in der Umwelt mittlerweile vorhanden sind. Beim Aluminium heißt das natürlich, auf aluminiumhaltige Deos verzichten, bei manchen Medikamenten aufpassen gegen Sodbrennen.
Da gibt es Medikamente, die Aluminium enthalten.
[Nils Behrens] (56:55 - 56:56)
Aluminium beim Grillen?
[Dr. Alina Lessenich] (56:56 - 57:26)
Beim Grillen, bitte nicht, genau. Und die Alufolie aufs heiße Essen, auch nicht so eine gute Idee. Und die bekannten Kaffeekapseln und so weiter.
Das wären so die Dinge, was das Aluminium angeht. Und beim Quecksilber haben natürlich die meisten Menschen schon gehört, dass man Amalgam-Füllungen, die Quecksilber enthalten, dass die fachgerecht entfernt werden sollten, weil sie dauerhaft Quecksilber abgeben. Und dass man vielleicht auch Thunfisch, Schwertfisch, Hai, diese Fische meidet, die eben sehr viel Quecksilber speichern.
[Nils Behrens] (57:26 - 57:41)
Das ist ja interessant, gerade bei Thunfisch noch mal zu sagen. Also jede Fischart hat einen gewissen Level an Schwermetallen, die sie nicht überschreiten dürfen. Nur beim Thunfisch ist dieser Level signifikant höher, weil sonst kein einziger Thunfisch zum Verzehr erlaubt wäre.
[Dr. Alina Lessenich] (57:42 - 59:55)
Genau, und wir essen oft zu viel noch davon. Es ist gut, das mal zu hören und sich bewusst zu machen. Und es ist aber so, dass das Quecksilber-Ubiquiter in der Umwelt ist.
Es wird z.B. durch Krematorien in die Luft abgegeben, durch Kohlekraftwerke, es ist in Industrieabfällen enthalten. D.h. wir können ihm nicht ganz entkommen. Und beim Glyphosat ist es so, Glyphosat ist der aktive Bestandteil des weltweit meistverkauften Unkrautvernichtungsmittels Roundup.
Und Roundup wird auf gerade gentechnisch veränderte Getreidesorten gesprüht, Soja gesprüht usw. Und wird eingesetzt als Trocknungsmittel für konventionellen Weizen. Und wir wissen, dass Glyphosat auch als Antibiotikum patentiert ist und damit das Mikrobiom des Darmes zerstört.
Und dass es auch ganz schnell zu Leaky Gut führt, weil es diese Tight Junctions, die engen Zellverbindungen im Darm ebenfalls schädigt. Und auch zu Leaky Brain, weil es die Blut-Hirn-Schranke schädigt. Und übrigens auch sehr effektiv Aluminium ins Gehirn transportiert, so als trojanisches Pferd.
Das umschließt Aluminium und bringt es ins Gehirn hinein. D.h. wir sollten gucken, dass wir die Aufnahme minimieren beim Glyphosat, indem wir uns biologisch ernähren. Was ein ganzes Stück weit hilft, aber nicht ganz, weil Glyphosat mittlerweile im Wasserkreislauf ist und in der Luft.
Und dann ist einfach wichtig, dass wir eine tägliche Entgiftungspraxis haben. D.h. täglich Giftbinder zu uns nehmen, wie z.B. Zeolit oder Chlorella und Spirulina. Oder was ich auch sehr empfehle, ist MCP.
Das kennen noch nicht so viele Menschen. Das ist modifiziertes Citruspektin aus der Schale von Zitrusfrüchten, welches ein sehr guter Schwermetall-Entgifter ist. Zum einen und auch andere Umweltgifte ausleitet.
Welches aber noch einen weiteren ganz positiven und wichtigen Effekt hat für unser Gehirn. Es wirkt nämlich dem Zytokinsturm entgegen. D.h. es wirkt der Entzündung entgegen. Damit behandelt es quasi schon die Neuroinflammation. Deswegen ist es eine gute Idee, auch MCP mal für eine Weile einzunehmen. Neben dieser täglichen Entgiftung und damit reduzieren wir schon die Giftlast im Körper.
Ziemlich massiv.
[Nils Behrens] (59:55 - 1:00:08)
Darf ich noch mal ganz kurz entschuldigen mit dieser täglichen Entgiftung. Wie stelle ich mir das vor? Wir haben ja auch Spirulina-Präparate.
Wir haben das Zeolit auch als Pulver. Wann nehme ich das, wie nehme ich das?
[Dr. Alina Lessenich] (1:00:08 - 1:00:27)
Man kann es Kurweise machen. Ich empfehle aber eigentlich, dass man mal z.B. drei Monate lang Zeolit nimmt. Es gibt Menschen, die Zeolit immer gerne durchnehmen, weil es gleichzeitig bei Menschen mit Darmerkrankungen wirklich auch sehr effektiv wirkt.
Es heilt auch den Leaky Gut. Ein gutes Zeolitpulver, das wissen wir.
[Nils Behrens] (1:00:28 - 1:00:28)
Und wann nehme ich das?
[Dr. Alina Lessenich] (1:00:29 - 1:02:15)
Das nimmst du morgens auf nüchternen Magen. Vor allem eine Stunde, bevor du irgendwelche Medikamente oder Supplemente einnimmst. Und dann abends noch mal vorm Schlafen gehen.
Zwei- bis dreimal am Tag. Es gibt Menschen, die das dauerhaft machen. Es gibt auch Studien mit Menschen, die mittlerweile seit elf oder zwölf Jahren täglich dreimal am Tag Zeolitpulver einnehmen.
Mit extrem guten Ergebnissen. Man sieht, dass sich die Giftlast im Körper extrem senkt. Dass Osteoporose entgegengewirkt wird durch die Zeoliteinnahme.
Weil Zeolit ist ein Ionentauscher. Diese Kristallgitterstruktur ist beladen, wenn es ein gutes Zeolit ist. Mit ganz vielen guten Mineralstoffen und Spurenelementen, die das Zeolit an den Körper abgibt.
Im Austausch gegen die Giftstoffe. Die werden dann in dieses Kristallgitter hineingezogen. Durch die Ladung festgehalten und aus dem Körper hinaus transportiert.
Chlorella und Spirulina. Ich nehme eigentlich dauerhaft Spirulina. Auch als Nährstoffgeber, als Quecksilberentgifter.
Es ist gut für die Gesundheit. Man kann aber auch sagen, ich mache zwischendurch mal drei Monate hochdosiert Chlorella und Spirulina als Kur. Dann mache ich drei Monate MCP.
Dann mache ich ein halbes Jahr Zeolit. Aber täglich den Giftbinder einzunehmen, ist eine gute Idee. Dann reduziere ich die Giftlast insgesamt im Körper.
Dann ist es schon so, dass durch diese Osmose das aus dem Hirn nachrutscht. Dass das glymphatische System Toxine abgeben kann an den Körper, die dann ausgeleitet werden.
[Nils Behrens] (1:02:16 - 1:02:26)
Können wir einen Augenblick Pause machen? Ich muss gerade mal die Sachen bestellen. Bevor ich die Bestellung losschicke, gehen wir auf das Thema Mikronährstoffe ein.
[Dr. Alina Lessenich] (1:02:26 - 1:02:27)
Sehr gerne.
[Nils Behrens] (1:02:28 - 1:02:36)
Welche Nährstoffe fehlen uns sehr oft? Warum beeinflussen sie unser Gehirn? Omega-3 haben wir schon darüber gesprochen.
[Dr. Alina Lessenich] (1:02:37 - 1:02:37)
Korrekt.
[Nils Behrens] (1:02:37 - 1:02:38)
Haben wir sonst was schon erwähnt?
[Dr. Alina Lessenich] (1:02:39 - 1:02:41)
Nee, Glutathion, Vitamin D.
[Nils Behrens] (1:02:41 - 1:03:11)
Was ich sehr schön finde, es gibt häufig Einladungen, die man bekommt. Soll ich etwas mitbringen? Dann sagen die Leute immer, gute Laune.
Ich bringe seitdem immer eine Happy-Mood-Box. Da ist Gaba drin. Das hast du gerade erwähnt.
Das ist ein wichtiger Faktor für unsere Entspannung, Schlaf. Eine große Auswirkung auf unsere Stimmungslage.
[Dr. Alina Lessenich] (1:03:12 - 1:03:35)
Tatsächlich, das hat es. Mikronährstoffe, wir haben alle einen großen Mangelzustand. In unseren Lebensmitteln sind lange nicht mehr so viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente enthalten wie noch vor 20 Jahren.
Da gibt es Analysen, die zeigen, dass oft nur noch 30, 20 oder nur noch 10 % an Vitamin C, Magnesium, B-Vitamin in den Lebensmitteln vorhanden sind.
[Nils Behrens] (1:03:35 - 1:03:53)
Ich habe eine Statistik gesehen, die fand ich so hart, dass ein Brokkoli vor 20 Jahren, nur vor 20 Jahren, das ist in unserer beiden Lebenszeit gewesen, hatte vor 20 Jahren 30 % mehr Vitamine und 40 % mehr Mineralstoffe.
[Dr. Alina Lessenich] (1:03:54 - 1:04:26)
Das liegt an unseren ausgewaschenen Böden. Wir haben zinkarme Böden, selenarme Böden usw. Das ist ein Grund für Mikronährstoffmängel.
Der Hauptgrund ist die Belastung mit Umweltgiften. Wir haben einen wesentlich erhöhten Verbrauch an Antioxidantien, weil die freien Radikale abgefangen werden müssen, die durch die Umweltgifte entstehen. Und wir brauchen viele verschiedene Mikronährstoffe für Phase 2 der Leberentgiftung.
Der Verbrauch erhöht sich massiv durch diese ganzen Toxine.
[Nils Behrens] (1:04:27 - 1:04:35)
Ist es nicht auch so, dass unser Darm durch die Toxine nicht mehr so gut die Mikronährstoffe aufnehmen kann? Und dadurch weniger mit einer Zelle im Körper ankommt?
[Dr. Alina Lessenich] (1:04:35 - 1:05:24)
Ja, definitiv auch. Wir sind wieder bei all diesen Zusammenhängen. Natürlich haben wir durch die Toxine auch eine Schädigung der Darmwand.
Eine Schädigung des Mikrobioms. Und dann haben wir die mangelnde Darmgesundheit und all diese Folgeerkrankungen und Mangelzustände, die im Körper auftreten. Wo ich vielleicht drüber sprechen möchte, die fünf, bei denen wir wissen, dass ganz viele Menschen da einen Mangelzustand haben.
Und das sind auch genau fünf, die ganz wichtig sind für unsere Gehirngesundheit. Das sind Vitamin D, Vitamin B12, Magnesium, die Omega-3-Fettsäuren und Jod. Und vielleicht einfach nur ein paar Sätze zu diesen.
Beim Vitamin D wissen ja viele Menschen, in unseren Breitengraden haben wir gerade im Winter große Mangelzustände. Aber man sollte es eigentlich auch im Sommer substituieren und mal den Spiegel natürlich überprüfen lassen.
[Nils Behrens] (1:05:24 - 1:05:37)
Und vielleicht auch ganz wichtig, in diesem Zusammenhang auch noch mal zu erwähnen, man sollte es auch täglich supplementieren. Ich kenne so viele Leute, die immer diese 20.000-Einheit einmal die Woche nehmen. Und da es ja eigentlich ein Hormon ist, ist es immer besser, es auch in der täglichen Supplementierung zu machen.
[Dr. Alina Lessenich] (1:05:37 - 1:07:01)
Lieber 5.000 Einheiten täglich. Also Spiegel testen. Aber bei Erwachsenen in der Regel braucht es 4.000 bis 5.000 internationaleinheiten am Tag. Und Vitamin D ist ja auch bekannt, dass beim Mangel, dass es dann zum Winterblues kommt, also wirklich auch zu Depressionen. Weil wir brauchen Vitamin D, um Neurotransmitter zu bilden und ganz viele Zellen des Gehirns haben Vitamin D-Rezeptoren. Das heißt, es ist wichtig für unser Gehirn.
Beim B12 ist es so, die B-Vitamine haben wir schon gesagt, wichtig für Energieproduktion, Neurotransmitterproduktion. Und ein Mangel an Vitamin B12 führt zu irreversiblen Schädigungen des Nervensystems. Und die B-Vitamine sind ja wasserlöslich.
Das heißt, ein zu viel wird einfach ausgeschieden. Und da bin ich wirklich auf dem Standpunkt lieber zu viel als zu wenig. Und empfehle eigentlich immer, Vitamin B12 als Monopräparat auch noch zu substituieren.
Und der Referenzwert in Deutschland ist in der Regel so, dass man sagt, zwischen 200 und 1.000 Nanogramm pro Liter ist normal und ausreichend. Es gibt aber Studien, die zeigen, dass man bereits unter 400 Nanogramm pro Liter irreversible Schädigungen sieht. Und da würde ich dann eher wirklich die höheren Werte, also 800 bis 1.000 Nanogramm pro Liter, anstreben wollen. Und es ist natürlich immer gut, dass man mal auch seinen Mikronährstoffstatus überprüfen lässt. Und dann dementsprechend ...
[Nils Behrens] (1:07:01 - 1:07:08)
Ein B12-Status ist eher ... Also nach Laborwerten als zu hoch betrachtet nach ...
[Dr. Alina Lessenich] (1:07:08 - 1:07:08)
Ja.
[Nils Behrens] (1:07:08 - 1:07:10)
Ich glaube, wenn du drauf schaust, würdest du sagen, super.
[Dr. Alina Lessenich] (1:07:10 - 1:08:28)
Genau. Richtig, genau. Also da kann man auch zum Beispiel sagen, dass generell, also auch wenn ich mich klinisch gut fühle und es ist 1.200 oder höher der Spiegel, würde ich sagen, bitte dabei bleiben in jedem Fall. Und generell kann man sagen, bei jeder neurodegenerativen und psychischen Erkrankung und bei Erschöpfungszuständen würde ich immer hohe Mengen Vitamin B12 supplementieren. Und beim Magnesium ist es so, dass natürlich die meisten Menschen wissen, wir brauchen es für verschiedene Stoffwechselvorgänge, wichtiger Mineralstoff, auch für die Muskulatur natürlich. Aber auch für die Bildung von Neurotransmittern im Gehirn und für die Energieproduktion.
Denn wir haben ja ... Also in den Mitochondrien wird unser Energiespeichermolekül, das Adenosintrifosphat, ATP, gebildet. Das wird dann in der Zelle gespeichert und dann irgendwann verbraucht.
Wenn wir aber über ATP sprechen, dann meinen wir immer an magnesiumgebundenes ATP, weil es kann nicht alleine in der Zelle vorliegen, sondern wenn es aus der Atmungskette rauskommt, wird es direkt an Magnesium gebunden und in dieser Form gespeichert. Das heißt, habe ich einen Magnesiummangel, dann habe ich auch einen Energiemangel irgendwann. Und ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung mangelt es an Magnesium und deswegen auch dieses substituieren.
[Nils Behrens] (1:08:29 - 1:08:39)
Vielleicht auch dazu nur noch einen Mini-Exkurs zum Thema Magnesium. Also dass meistens Magnesium, was man ja so im Drogeriemarkt bekommt, steht zwar nicht drauf, aber ist ja fast immer Magnesiumoxid.
[Dr. Alina Lessenich] (1:08:40 - 1:08:40)
Ja.
[Nils Behrens] (1:08:40 - 1:08:59)
Und das Thema mit Magnesiumoxid, also es sind immer Magnesiumgrunden an das Oxid, ist, dass wenn man das wirklich in einem hohen Maße supplementiert, es abführend wirkt. Das heißt also, kriegt man irgendwann Durchfall von. Aber auf der anderen Seite brauchen wir einen hohen Magnesiumschwank.
Deswegen, welches Magnesium empfiehlst du dann eher?
[Dr. Alina Lessenich] (1:08:59 - 1:09:03)
Also ich wechsle mal zwischen Magnesiumkomplex, was ihr ja auch im Shop habt.
[Nils Behrens] (1:09:03 - 1:09:05)
Wo verschiedene Salze miteinander verbunden sind.
[Dr. Alina Lessenich] (1:09:05 - 1:09:57)
Korrekt. Und ansonsten natürlich Magnesiumglucinat. Das ist eine Form, die sehr gut bioverfügbar ist, die sehr gut verträglich ist.
Glucin, die Aminosäure, brauchen wir im Körper. Wir brauchen sie zum Entgiften, für die Aminosäure-Konjugation in Phase 2 der Leberentgiftung. Glucin brauchen wir für gutes Bindegewebe.
Wir brauchen Glucin, um Glutation, unser Entgiftungsmolekül, zu bilden. Das heißt, mehr Glucin im Körper ist immer eine gute Idee. Deswegen würde ich Magnesiumglucinat empfehlen.
Und fürs Gehirn das Magnesiumtreonat. Das ist eine Form von Magnesium, die extra dafür konzipiert wurde, dass sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Und sehr gute Wirkung im Gehirn hat.
War aber bislang in Europa nicht zugelassen. Sie ist aber jetzt da. Genau, es ist jetzt da.
Ich glaube, bei euch Ende November wahrscheinlich im Shop.
[Nils Behrens] (1:09:57 - 1:10:32)
Ab 24.11. ist es da. Oder seit, je nachdem, wann dieser Podcast ausgeschaltet wird. Es ist tatsächlich ein unglaublicher Hype, der in den USA da jetzt gerade losgegangen ist.
Den hat Andrew Kuberman, auch einer von den Longevity-Ärzten, mitbefacht. Aber auch die Biohacker wie Dave Estrey und verschiedene andere, Eric Berg und wie sie alle heißen. Die sind ja alle so unglaublich bullish, was das Thema betrifft.
Weil es tatsächlich die ersten Studienergebnisse, wirklich unglaubliche Ergebnisse zeigen, was das Gehirn betrifft.
[Dr. Alina Lessenich] (1:10:32 - 1:10:59)
Absolut, und ich würde einfach sagen, ausprobieren. Das merkt man deutlich. Und dann auch abends gerade nehmen für guten Schlaf.
Ich freue mich sehr drauf. Man hat es vorher auch aus den USA bekommen. Aber da sind manchmal noch Füllstoffe, Rieselhilfen drin.
Da freue ich mich jetzt auf diese Form, die das reine Magnesium-Treonat enthält. Ich würde jedem empfehlen, diese Form von Magnesium mal auszuprobieren für sich.
[Nils Behrens] (1:10:59 - 1:11:22)
Es gibt ja Hinweise auf einen Zusammenhang mit neurodegenerativer Erkrankung. Es gibt Hinweise auf kognitive Leistungsfähigkeit. Es gibt Hinweise auf Neuroplastizität.
Thema Angstzustände. Schlaf spielt eine große Rolle. Die Liste der möglichen positiven Benefits ist ja ein Traum.
[Dr. Alina Lessenich] (1:11:22 - 1:11:24)
Absolut, ja.
[Nils Behrens] (1:11:25 - 1:11:27)
Magnesium-Treonat-Vorsprung.
[Dr. Alina Lessenich] (1:11:27 - 1:12:02)
Ganz genau. Dann haben wir noch die Omega-3-Fettsäuren. Es gibt ja Menschen, die nehmen Leinöl und denken, damit können sie ihren Omega-3-Bedarf decken.
Aber die pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alphalinolensäure ist nicht das, was das Gehirn braucht. Wir brauchen DHA und EPA. Das sind die marinen Omega-3-Fettsäuren.
Und ja, Alphalinolensäure ALA kann umgebaut werden. Zum Beispiel zu DHA aber nur zu 0,5 %. D.h. wir müssten flaschenweise Leinöl trinken, damit wir die ausreichende Menge bekommen, die das Gehirn braucht.
[Nils Behrens] (1:12:02 - 1:12:03)
Und das ist kein Vergnügen.
[Dr. Alina Lessenich] (1:12:03 - 1:12:37)
Das ist überhaupt kein Vergnügen. Das rauscht dann auch so durch. Und tatsächlich haben wir, 60 % der Trockenmasse des Gehirns besteht aus Fett.
Und Großteil davon ist das DHA. Und wir brauchen diese Omega-3-Fettsäuren für höhere kognitive Leistungen. Und bei Omega-3-Mangel entsteht in einigen Fällen eine majore Depression.
Das ist eine besonders schwere Form der Depression. Und die sogar zum Suizid eben oftmals auch führt. Und das ist ganz wichtig, das regelmäßig zu substituieren, um sich die Gehirngesundheit zu erhalten.
[Nils Behrens] (1:12:38 - 1:13:20)
Das ist ganz interessant. Ich war der Meinung, dass ich das schon sehr gut tue. Und ich bin so richtig schön auf unsere eigenen Verpackungshinweise reingefallen.
Es gibt ja immer offizielle Empfehlungen, die wir nur aussprechen dürfen. Und dann steht ja drauf, eine Kapsel am Tag. Und das habe ich immer brav gemacht.
Eine Kapsel am Tag. Das reicht bei Weitem nicht aus. Ich war dann ganz geschockt, als ich meinen Omega-3-Spiegel gemessen habe.
Und ich war dann wirklich total unterversorgbar. Obwohl ich noch zusätzlich verschiedene Fette eben hatte. Auch immer versuchen, die Nahrung einzubauen.
Also Olivenöl und wie es alles so heißt. Aber nichtsdestotrotz ein totaler Mangel. Aber das ist eben genau das, was man immer offiziell draufschreiben darf auf die Packung.
Und das, was man eigentlich nehmen sollte.
[Dr. Alina Lessenich] (1:13:20 - 1:13:57)
Ich kann dir sagen, in den USA gibt es einige funktionelle Mediziner, die sich gerade sehr mit dem Gehirn beschäftigen. Die mittlerweile recht hohe Dosen verordnen. Bei Neuroinflammationen und neurodegenerativen Erkrankungen.
Die empfehlen 6, 8 oder 10 Gramm DHA und EPA pro Tag. Natürlich muss ich jetzt sagen, bitte nur in Absprache mit Ärzten und Therapeuten. Aber das ist extrem effektiv.
D.h. die Dosis wird langsam erhöht. Und dann schaut man, wie sich die Symptomatik verändert. Aber die haben unglaubliche Erfolge damit.
Gerade um Entzündungen im Gehirn einzudämmen, gehen die wirklich teilweise sehr hoch mit der Dosis.
[Nils Behrens] (1:13:57 - 1:14:29)
Und das Spannende ist ja tatsächlich, dass ja auch die Cholesterinwerte sich wirklich ja positiv verändern. Man denkt irgendwie so, Moment, du nimmst mehr Fett zu dir. Und dann verändert sich das positiv.
Aber na klar, wir wollen ja auch mehr HDL haben. Und es ist ja auch immer nachher die Frage des Mischverhältnisses. D.h. also umso mehr gute Fette ich in meinem Körper habe, umso weniger Platz ist für die schlechten Fette. Oder umso mehr vermischen sie sich, sagen wir es mal so einfach so gesagt. Von daher, ich habe gemerkt, seitdem ich jetzt sozusagen meinen Omega-3-Intake signifikant erhöht habe, dass dadurch auch signifikant meine Blutwerte sich verbessert haben.
[Dr. Alina Lessenich] (1:14:29 - 1:14:45)
Also die guten Fette kann man in sehr großen Mengen zu sich nehmen. Die machen auch nicht Fett, ganz im Gegenteil. Die machen schlank.
Und die sind einfach ganz, ganz gesund. Und ganz wichtig für unsere gesamte Gesundheit. Aber vor allen Dingen eben für unser Gehirn natürlich.
Und für unsere Gefäße, für das Herz-Kreislauf-System auch.
[Nils Behrens] (1:14:45 - 1:14:47)
Und die Zellmembran. Was fehlt noch auf der Liste?
[Dr. Alina Lessenich] (1:14:48 - 1:15:58)
Es fehlt noch Jod. Und da ist es so, dass es Studien gibt, oder sagen wir mal klinische Ergebnisse aus den USA von einigen Jodärzten, die also im Prinzip bei jedem Patienten überprüfen, wie sieht es aus mit der Versorgung, was Jod angeht. Und die haben festgestellt bei zig Tausenden von Patienten mittlerweile, so viele Daten gibt es, dass 96 Prozent der Bevölkerung einen Jodmangel haben.
Und das ist ein großes Problem, weil vielen Menschen ist bewusst, wir brauchen es für die Schilddrüse, für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Aber alle Drüsengewebe des Körpers brauchen Jod. Auch Prostata, Eierstöcke, Brustgewebe.
Und es gibt übrigens auch eine Korrelation, wenn ich einen Jodmangel habe, scheint es so zu sein, dass die Raten an Brustkrebs, Prostatakrebs dann höher sind. Und es braucht aber auch jede Körperzelle Jod und vor allen Dingen das Gehirn. Und man kann eigentlich sagen, wenn ich einen Jodmangel habe, dann ist es ziemlich dunkel und habe ich ausreichend Jod, sind alle Lampen an.
Und jetzt kann man sich fragen, wie kommt das zustande? Und es ist so, dass wir über die Ernährung nicht genug Jod zu uns nehmen. Und übrigens die iodierte Speisesalze reicht absolut nicht aus.
[Nils Behrens] (1:15:58 - 1:15:59)
Ich wollte es ja sagen.
[Dr. Alina Lessenich] (1:15:59 - 1:16:45)
Gar nicht, nein, weil das Hauptthema ist, dass wir in so einen massiven Jodmangel kommen. Aufgrund der Menge an Flammschutzmitteln, von denen wir umgeben sind. Denn wir haben Flammschutzmittel überall im Haushalt, in Computertastaturen, in Kinderspielzeug, in Matratzen, in Polstermöbeln, in Decken.
Und Flammschutzmittel enthalten Bromid. Und Brom gehört wie Jod zur Stoffklasse der Halogene, die sich durch gegenseitige Verdrängung auszeichnen. D.h. habe ich viel Flammschutzmittel, respektive viel Bromid im Körper, wird das Jod aus dem Körper verdrängt. Und deswegen muss ich Jod substituieren, damit ich dann wiederum das Bromid aus dem Körper verdränge. Und ausreichend Jod habe für alle Körperfunktionen und eben auch fürs Gehirn.
[Nils Behrens] (1:16:45 - 1:17:11)
Jod auf die Liste. Jod ist ja interessanterweise auch tatsächlich, es gehört, glaube ich, sogar zu den Top 5 der häufigsten Mikronährstoffmangel insgesamt in Deutschland. Was eben unter anderem auch an den Jodarmbühnen liegt.
Und ehrlich gesagt auch dieses typische Jodsalz. Ich glaube, die meisten Menschen sind eher auf das Ibiza-Meeressalz oder das Himalaya-Salz oder keine Ahnung was, was heutzutage viel angesagter ist. Und da ist ja auch kein Jod mehr drin.
[Dr. Alina Lessenich] (1:17:12 - 1:17:27)
Und dieses Jod aus diesem üblichen Speisesalz da, das verdampft. Wenn du die Packung eine Weile da stehen hast, ist dann auch irgendwann nichts mehr drin, weil Jod ist flüchtig an der Stelle. Und von daher, man müsste schon zusätzlich was einnehmen.
[Nils Behrens] (1:17:27 - 1:17:30)
Es ist ja insgesamt in der heutigen Zeit nicht so schlecht, immer ein bisschen Jod zu Hause zu haben.
[Dr. Alina Lessenich] (1:17:30 - 1:17:31)
Genau.
[Nils Behrens] (1:17:33 - 1:17:34)
Sind wir durch mit der Liste?
[Dr. Alina Lessenich] (1:17:34 - 1:17:37)
Ja, mit der Liste sind wir jetzt mal durch.
[Nils Behrens] (1:17:37 - 1:18:08)
Sehr gut. Dann lass uns doch mal über das Thema Neuroinflammation sprechen. Weil auch da hast du ja gesagt, wenn man gezielt anfängt zu therapieren und man merkt, dass sich gewisse Dinge verbessern, dass man dann eben davon ausgehen kann, dass die Neuroinflammation vorgeherrscht hat.
Und dass man gegebenenfalls durch diese Supplementierung eine Verbesserung sieht. Aber man sich vielleicht auch auf die Suche machen sollte, wo denn eigentlich Jod herkommt. Was sind denn jetzt sozusagen die Wirkstoffe, die du empfehlen würdest, womit man mal anfangen sollte zu therapieren?
[Dr. Alina Lessenich] (1:18:09 - 1:18:52)
Ja, da gibt es eine ganze Reihe von Studien zu. Und wir haben da auch einiges mal zusammengestellt, was man da nehmen kann. Und das sind eben im Wesentlichen die Polyphenole, also sekundäre Pflanzenstoffe.
Und da wissen wir, es gibt welche, wo wir wissen, dass sie durch die Blut-Hirn-Schranke gelangen. Das ist das eine. Das andere ist, dass diese Polyphenole eine synergistische anti-inflammatorische Wirkung haben.
Dass sie also zusammen sehr effektiv diese Neuroinflammation eindämmen können. Zum Beispiel weiß man, dass die Kombination aus Curcumin, aus dem Kurkuma-Gewürz und Resveratrol, bekannt aus dem Rotwein, dass die in Kombination eine vierfach höhere Wirksamkeit haben. Sie sind also wesentlich effektiver, wenn man sie kombiniert.
[Nils Behrens] (1:18:53 - 1:18:54)
Auch eine höhere Bioverfügbarkeit?
[Dr. Alina Lessenich] (1:18:54 - 1:19:43)
Auch eine höhere Bioverfügbarkeit, genau. Und die Kombi, diese sieben, die eben wirklich die sind, wo wir wissen, dass sie den größten Effekt auf die Neuroinflammation haben, sind Curcumin, Resveratrol, dann Apigenin aus Thymian, dann Kamille, Schafgarbe, dann EGCG, also Epigallocatechhingalat, der Grünteeextrakt. Dann die bioaktiven Pflanzenfarbstoffe Rutin und Luteolin.
Und das Baikalein ist eine Substanz aus der Heilpflanze Baikalhelmkraut. Das sind die sieben. Und wenn man das dann noch kombiniert mit Boswellia, also mit dem Weihrauch, der auch eine ganz starke anti-entzündliche Wirkung hat, hat man die Neuroinflammation noch weiter eingedämmt.
Wenn man dann noch Astaxantin hinzufügt...
[Nils Behrens] (1:19:43 - 1:19:50)
Ah, das ist ja mein Favorite. Jeder weiß, dass ich Leuchtenaugen kriege, wenn wir von Astaxantin reden. Königin der Antioxidantien.
[Dr. Alina Lessenich] (1:19:50 - 1:20:12)
Ganz genau, richtig. Dann haben wir noch ein ganz effektives Antioxidant fürs Gehirn dabei. Und gute antioxidative Wirkung hat natürlich auch N-Acetylsystein.
Das ist eine Vorstufe auch von Glutathion, erhöht die Glutathionmenge auch im Gehirn. Hat aber auch eine sehr starke anti-entzündliche Eigenwirkung aufs Gehirn und repariert die Blut-Hirn-Schranke.
[Nils Behrens] (1:20:12 - 1:20:22)
Da gibt es ja auch wirklich viele Studien, insbesondere in dieser Kombination aus Glycin und N-Ac, also dieses Glynac, wie man es gerne abkürzt.
[Dr. Alina Lessenich] (1:20:23 - 1:21:22)
Glynac oder, du brauchst ja die Aminosäure Glycin, die Aminosäure Cystein und die Glutaminsäure, diese drei Aminosäuren, um Glutathion zu bilden. Glutathion ist ein Tripeptid. Also aus diesen drei Aminosäuren wird es gebildet.
Und man kann auch alle drei Vorstufen geben, auch Glutamin und dann eben Glycin und N-Ac. Und dann erhöht sich die Menge an Glutathion. Man kann aber auch hergehen und kann Glutathion natürlich selber verabreichen in den Formen, die gut bioverfügbar sind.
Das wäre also liposomale Formen von Glutathion und das S-Acetylglutathion. Das würde ich auch noch sehr empfehlen, weil Glutathion eben auch ganz stark anti-entzündlich wirkt, weil wir es brauchen, auch um das Gehirn zu entgiften. Glutathion ist übrigens ein sehr guter Chelator auch, der also Gifte auch eben wie im Käfig einschließt und auch aus dem Gehirn dann heraus transportiert und repariert die Blut-Hirn-Schranke.
Das heißt, Glutathion ist ein ganz, ganz wichtiger Mikronährstoff.
[Nils Behrens] (1:21:22 - 1:21:29)
Ich war mal nach dem Oktoberfest auf einem After-Wiesen-Drip. Da habe ich eine Infusion bekommen, die sehr glutationslastig war, die genau mit diesem Argument verkauft wurde.
[Dr. Alina Lessenich] (1:21:30 - 1:22:40)
Ja, das ist tatsächlich auch so. Und dann würde ich das Ganze noch kombinieren mit der Alpha-Liponsäure. Da sind wir auch noch mal beim Thema Entgiftung.
Alpha-Liponsäure ist eine schwefelhaltige Fettsäure, die sowohl wasser- als auch fettlöslich ist. Was bedeutet, sie kann sehr leicht durch Zellmembran gelangen, durch auch eine intakte Blut-Hirn-Schranke, übrigens auch durch die Mitochondrien-Membran und damit auch freie Radikale in den Mitochondrien abfangen. Und es ist eben auch ein guter Entgifter, der Chelate bildet und Schwermetalle aus dem Gehirn heraustransportiert, der aber auch ganz stark antioxidativ wirkt und übrigens das Glutathion recycelt, damit es wieder wirksam werden kann und wieder effektiv ist.
Und dann wäre noch ganz wichtig gegen die Neuroinflammationen wäre die Kombination aus Taurin und L-Theanin, die Aminosäure aus der Teepflanze. Weil diese beiden das GABA-Ärger-System stärken, das heißt, sie wirken hemmend, sie wirken dämpfend auf ein übererregtes, entzündetes Gehirn. Und dann hat man eine tolle Kombi, um dieser Neuroinflammation wirksam auch entgegenzuwirken.
[Nils Behrens] (1:22:40 - 1:23:56)
Das ist echt spannend, wie man Taurin, ich finde es so interessant, verbindet man immer mit einem bestimmten Energy-Drink. Und es gibt ja einige Energy-Drinks, die explizit draufgeschrieben haben, ohne Taurin, als ob Taurin was Schlechtes wäre. Und jetzt mittlerweile überschlägt sich momentan die Forschung über Lobeshymnen zum Thema Taurin.
Und ich glaube, an dieser Stelle ist noch mal ganz wichtig zu sagen, dass wir ja alle Taurin im Körper haben. Also jedes Lebewesen aus Fleisch und Blut hat ja Taurin. Nur dass wir eben mit 30 ungefähr das Doppelte an Taurin noch haben, wie wir mit 50 haben.
Und das, was die Studienlage jetzt eben halt erforscht, ist, haben wir mit 50 nur die Hälfte an Taurin, weil wir alt werden oder werden wir alt, weil wir nur die Hälfte an Taurin haben. Und es sieht immer mehr aus, als ob die zweite Antwort die richtige ist. Aber da ist die Studienlage momentan erst an, natürlich wie immer, den Seealliganzen, an den Sandwürmern, dann an den Mäusen und jetzt schon an den Rhesusapfen durch.
Aber es ist noch nicht so weit, dass man es an Menschen jetzt sozusagen fertige Studienergebnisse hat. Aber das finde ich immer wieder interessant. Aber kommen wir doch mal kurz zurück.
Wir sind jetzt bei der Neuroinflammation. Jetzt haben wir das alles schön miteinander genommen und kombiniert. Wo würdest du denn jetzt sagen, also wie äußert sich dann, dass man sagt, ah, das scheint zu wirken?
Also was merkt man?
[Dr. Alina Lessenich] (1:23:56 - 1:25:32)
Also tatsächlich, wenn sich die klinische Symptomatik verbessert und wenn man das jetzt einfach ... Also es gibt viele, auch gerade in den USA, einige Ärzte, die das prophylaktisch einnehmen oder die sagen, ich will mein Gehirn unterstützen. Ich will dafür sorgen, dass da gar nichts erst entsteht.
Die nehmen das wirklich dann immer mal kurweise prophylaktisch ein. Und wenn ich natürlich gar keine Symptome habe, dann merke ich auch keinen Unterschied. Wenn ich Symptome habe, ähnlich wie auch mit den Omega-3-Fettsäuren, dann merke ich die Verbesserung.
Ganz oft ist es aber tatsächlich so, ich merke erst, was es gemacht hat, wenn ich es absetze. Und das ist eigentlich immer der Tipp, wenn jemand sagt, ach, ich weiß nicht, ob das jetzt irgendwie was bringt oder nicht. Dann würde man wirklich sagen, stopp mal.
Und dann guck mal, was in den nächsten ein, zwei Wochen passiert. Und wir kriegen ja auch ganz oft die Frage gestellt, muss ich wirklich all diese Mikronährstoffe so dauerhaft einnehmen? Und zum Beispiel hat Professor Bredesen in seinen Arbeiten ganz deutlich gesehen, dass es einfach wichtig ist, diese Dinge dauerhaft durchzunehmen.
Wenn er zum Beispiel Patienten hatte, die in Urlaub gefahren sind und keine Lust hatten, das alles einzupacken oder vergessen hatten, nachzubestellen. Oder, was natürlich absolut legitim ist, weil es ist natürlich auch ein Kostenfaktor, dass Patienten sagen, ich fühle mich jetzt gut, ich setze das jetzt mal ab, ich brauche es nicht mehr. Haben dann aber sehr schnell gemerkt, dass die Symptome leider wiederkommen.
Das heißt, in vielen Fällen ist es wichtig, die Dinge schon ein bisschen langfristig zu nehmen. Und wenn ich mich frage, bringt es was, setze ich es ab. Und meist merke ich es dann deutlicher, als wenn ich anfange, es zu nehmen und mich dann frage, na, ist es irgendwie jetzt besser?
[Nils Behrens] (1:25:32 - 1:26:08)
Ich kann dir wirklich nur so hundertprozentig zurechtgeben, weil bei mir ist es tatsächlich so, dass meine kognitive Leistungsfähigkeit durch die Einnahme von Kreatin signifikant verändert hat. Und ich merke das dann immer, weil ich ungern mit weißem Pulver reise, dass ich deswegen es dann meistens auf Reise nicht dabei habe. Und ich merke immer an den Tagen, wo ich dann kein Kreatin zu mir nehme, dass ich eben halt dieses Thema der nicht vorhandenen kognitiven Erschöpfung wieder spüre.
Also von da kann ich das sehr gut nachvollziehen und bin sehr gespannt, wenn sozusagen dieser Neuroinflammationskomplex mal rauskommt. Ich würde es auf jeden Fall probieren. Und mal schauen, wie es dann mit und ohne sein wird.
[Dr. Alina Lessenich] (1:26:09 - 1:26:11)
Bitte, bitte tu das und gib uns ein Feedback.
[Nils Behrens] (1:26:12 - 1:26:55)
Bei dem Thema Brain Fog, den hast du ja auch schon mehrfach erwähnt. Und ich habe das einmal in meinem Leben wirklich erlebt, dass ich diesen richtigen Brain Fog so massiv hatte während einer Corona-Erkrankung, während meiner zweiten. Beim ersten Mal hatte ich es nicht.
Beim ersten Mal hatte ich diese anderen Ausfälle wie Geschmackssinn und Geruchssinn, die weg waren. Das hatte ich beim zweiten Mal nicht. Beim zweiten Mal hatte ich tatsächlich dieses Thema Brain Fog.
Das heißt, ich konnte de facto einfach wirklich nicht arbeiten, weil ich nicht klar denken konnte in dem Sinne. Das betrifft aber ja trotzdem auch viele Menschen losgelöst in dieser Erkrankung. Wie sieht es denn da aus?
Gibt es auch da Mikronährstoffe, die uns mehr Klarheit geben können und mehr Konzentrationsfähigkeit?
[Dr. Alina Lessenich] (1:26:56 - 1:27:28)
Ja, absolut. Da würden wir natürlich versuchen, den Neurotransmitter für Lernen und Gedächtnis, nämlich das Acetylcholine, zu stärken. Es gibt eben oft einen Mangel an Acetylcholine tatsächlich auch im Gehirn.
Anfangen würde man dann zum Beispiel auch mit Ginkgo Biloba, was bekannt ist natürlich für die Durchblutung des Gehirns, dass es diese fördert. Aber Ginkgo erhöht auch die Hirnaktivität und erhöht die Energieversorgung der Neuronen. Und dann wäre ganz wichtig so eine Substanz wie Citicoline.
Das ist eine Form von Choline, die durch die Blut-Hirn-Schranke gelangen kann.
[Nils Behrens] (1:27:28 - 1:27:38)
Ich bin so glücklich, dass du Choline sagst, weil ich habe das neulich in einem Menopausen-Podcast auch gesagt. Da habe ich 1.000 Zuschriften bekommen, wo sie sagten, das heißt Choline. Aber ich glaube, es ist wie Chemie.
[Dr. Alina Lessenich] (1:27:39 - 1:27:42)
Ich glaube, man darf so und so. China und Kina.
[Nils Behrens] (1:27:42 - 1:27:43)
Ich glaube, das geht alles.
[Dr. Alina Lessenich] (1:27:44 - 1:27:46)
Also ich sage Choline und gerne.
[Nils Behrens] (1:27:46 - 1:27:50)
Ich habe es auch gesagt und habe dafür ein paar Zuschriften bekommen.
[Dr. Alina Lessenich] (1:27:51 - 1:27:51)
Naja.
[Nils Behrens] (1:27:52 - 1:27:52)
Ich komme damit klar.
[Dr. Alina Lessenich] (1:27:53 - 1:29:26)
Genau, das würde ich so sagen, richtig. Also ja, das stellt dem Gehirn Choline zur Verfügung dann. Und wir können wieder mehr Acetylcholine dann bilden.
Und es gibt aber auch Studien, die zeigen, dass Citicoline eben tatsächlich eine Verbesserung der Kognition bewirkt, in jedem Fall. Dann das Phosphatidylserin ist eine Vorstufe von Acetylcholine und ist aber auch in der Lage, die Kommunikation zwischen Nervenzellen zu verbessern. Und Phosphatidylserin hat noch eine weitere ganz wichtige Wirkung, ist nämlich in der Lage, die Auswirkung von Stress auf das Gehirn abzublocken, zu wirklich zu hemmen.
Und da an der Stelle ist eben auch ganz, ganz wichtig, diese Substanz. Und dann haben wir das Acetyl-L-Carnitin, welches die Energieproduktion in den Mitochondrien des Gehirns erhöht, welches aber auch eine große Ähnlichkeit hat zum Acetylcholine. Es ist also ein Acetylcholine-Rezeptoragonist, kann an Acetylcholine-Rezeptoren andocken und dort eine Wirkung entfalten, dass es eben über diesen Weg Gedächtnis und Konzentration und mentale Leistungsfähigkeit verbessert.
Und an der Stelle wären wir auch wieder beim Taurin in Kombination mit Coenzym-Q10. Coenzym-Q10 brauchen wir auch in der Atmungskette dann zur Bildung von ATP. Und man weiß, dass diese beiden in Kombination tatsächlich die Energie im Gehirn steigern, die allgemeine Gehirngesundheit verbessern, die Kognition verbessern.
Das wären also so Dinge, die man einsetzen würde, um dem Brain Fog entgegenzutreten.
[Nils Behrens] (1:29:27 - 1:29:53)
Also Q10 ist ja insgesamt für die ganze Energieproduktion wirklich sehr elementar. Da haben wir ja auch mal eine extra Folge nur zu dem Thema gemacht. Es ist ja nicht der Brennstoff für die Mitochondrien, es ist ja mehr der Schmierstoff für die Mitochondrien, wenn man so bei diesen motorischen Beispielen bleibt.
Damit der Motor besser läuft und Energie produzieren kann. Aber es ist eigentlich eher das Öl als der Brennstoff, als es das Benzin ist.
[Dr. Alina Lessenich] (1:29:53 - 1:30:29)
Genau, also transportiert einfach in der Elektronentransportkette diese Teilchen dann durch diese Kette. Dafür ist es da. Und wir alle haben irgendwann auch einen Mangel.
Also ab einem gewissen Lebensalter macht es einfach Sinn, Coenzym-Q10 zu substituieren. Und damit natürlich, weil alles ist Energie und ohne Energieproduktion, ohne funktionierende, gesunde Mitochondrien, wird halt alles schwierig. Und die Gesundheit natürlich auch.
Und die mentale Leistungsfähigkeit. Und deswegen ist immer gut, alles was wir tun können, um die Energieproduktion dort zu unterstützen, ist natürlich eine gute Idee für unsere Gegend.
[Nils Behrens] (1:30:29 - 1:31:02)
Das ist immer so spannend, wenn ich immer so sehe, das habe ich gerade in meinem letzten beruflichen Leben dann sehr häufig gesehen, dass Leute dann immer sehr stark anfingen, eben halt so NAD-Plus-Booster zu nehmen, weil sie immer davon gehört haben, dass das immer ganz toll ist, um mehr Energie zu haben. Aber deren Mitochondrien so im Arsch, nein, das sage ich jetzt hier nicht, so optimal funktionierten, dass man dann sagt, okay, da kannst du noch so viel Brennstoff vorne reintun. Wenn dann die Maschine nicht mehr vernünftig läuft, dann kommt am Ende auch nicht mehr Energie bei raus.
Also man muss sich eben halt genauso um den Brennstoff, muss man sich eben halt auch um die gute Funktionsweise der Mitochondrien dann eben halt kümmern.
[Dr. Alina Lessenich] (1:31:02 - 1:31:31)
Genau. Und da sind wir auch bei dem Punkt, also unsere Mitochondrien brauchen über 40 verschiedene Mikronährstoffe, damit sie optimal arbeiten können. Und fehlt nur ein einziger, dann haben wir das Problem, dann im Prinzip, das ist die Basis.
Und wenn ich da unten ein Bauklötzchen rausnehme, dann fängt der Turm an zu wackeln und irgendwann crasht er. Und deswegen poche ich immer so drauf, dass es so wichtig ist, mit allen Mikronährstoffen ausreichend versorgt zu sein, weil sonst funktioniert einfach nichts im Körper so wirklich.
[Nils Behrens] (1:31:32 - 1:31:49)
Kommen wir doch mal zu der dritten, sagen wir mal im weitesten Sinne Fehlfunktion des Gehirns, nämlich die zellibale Durchblutung des Gehirns und die grundsätzliche Gehirnleistung. Auch dafür hast du ja etwas entwickelt oder etwas zusammengestellt, wo man dann sagen kann, okay, damit funktioniert es dann wieder besser.
[Dr. Alina Lessenich] (1:31:49 - 1:33:15)
Ja, da geht es um den Brainflow, also wirklich das eben, die Durchblutung, die Sauerstoffversorgung und natürlich damit dann auch die Nährstoffversorgung durch die erhöhte Durchblutung, auch die Nährstoffversorgung der Nervenzellen gewährleistet ist. Und da sind wir natürlich auch wieder bei Ginkgo Biloba. Und man muss sagen, wir haben die Produkte so konzipiert, dass einige Substanzen in mehreren Produkten vorkommen.
Das war aber so beabsichtigt. Nicht nur kann man sie kombinieren, man soll sie sogar kombinieren und ist dann auch von den Mengen her absolut ideal versorgt. Und auch an der Stelle macht Ginkgo natürlich absolut Sinn, weil es die Durchblutung im Gehirn so gut erhöht.
Dann schauen wir aber auch auf Pycnogenol. Das ist der Kiefernrindenextrakt, der auch sehr stark antioxidativ wirkt, aber auch den Blutfluss im Gehirn verbessert und Studien zufolge auch Ablagerungen an Gefäßwänden auflösen kann. Dann Weißdorn-Extrakt, ganz wichtig an der Stelle, natürlich auch zur Verbesserung der Durchblutung, aber vor allen Dingen, weil Weißdorn natürlich die Kontrationskraft des Herzens stärkt und auch den Blutfluss in Herzmuskel- und Herzkranzgefäßen, sodass wir dadurch natürlich über die Verbesserung der Herzleistung dann die Sauerstoffversorgung des Gehirns auch mit sicherstellen.
Und es gibt das Fruit Flow, einen lykopienfreien patentierten Tomatenextrakt, der eben auch grinnungshemmend wirkt.
[Nils Behrens] (1:33:15 - 1:33:16)
Ein Tomatensaft wirklich?
[Dr. Alina Lessenich] (1:33:16 - 1:33:37)
Ein Tomatenextrakt, ja. Ein Extrakt aus Tomaten, der tatsächlich ganz, ganz positive Wirkung auf den Blutfluss hat, auf die Durchblutung des Gehirns. Und an der Stelle würde ich Rosmarin nicht vergessen wollen, weil Rosmarin auch anti-entzündlich wirkt und Durchblutung natürlich steigert.
[Nils Behrens] (1:33:38 - 1:33:49)
Wurde mir gerade in meiner Folge zum Thema Haarverlust sehr empfohlen, dass man eben tatsächlich auch mit Rosmarin-Tinkturen eben halt für eine bessere Durchblutung der Kopfhaut sorgen kann und damit den Haarausfall.
[Dr. Alina Lessenich] (1:33:50 - 1:34:27)
Ja, also innerlich wie äußerlich. Kannst du als ätherisches Öl aufsprühen und einmassieren und kannst du eben genauso auch innerlich einnehmen, genau. Und verbessert, genau, Durchblutung von innen und von außen und damit hältst auch die Haare auf dem Kopf.
Und wir hätten auch noch die beiden ayurvedischen Gedächtnispflanzen, Gotu Kola und Brahmi, anzubieten, die die allgemeine Gehirngesundheit fördern, die Durchblutung fördern, das Gedächtnis fördern. Und da haben wir dann auch eine wirklich, wirklich schöne Kombi, um einfach auch von der Seite aus noch die cerebrale Durchblutung dann zu unterstützen.
[Nils Behrens] (1:34:29 - 1:35:02)
Ich glaube, wir haben jetzt eine sehr lange Liste. Wir haben auch insgesamt schon eine sehr lange Folge, aber es war ehrlich gesagt zu spannend, auch für mich persönlich, weil ich bewerte es ja auch mal ein bisschen danach, wie viel ich auch persönlich dazu lerne. Und ich würde sagen, ich habe heute sehr viel dazu gelernt und würde deswegen dich eigentlich nur noch einen abschließenden Rat an unsere HörerInnen dann irgendwie dicht danach fragen.
Was würdest du denen raten, wenn sie wirklich ein langes, gesundes Gehirn haben wollen? Was wäre sozusagen jetzt, sage ich mal so, der abschließende Doc-Alina-Rat?
[Dr. Alina Lessenich] (1:35:03 - 1:36:20)
Abschließend wäre natürlich die Lifestyle-Optimierung. Da mag ich nochmal auf die sechs großen Bereiche einfach zu sprechen kommen. Das ist die Ernährung, zweitens Gen-Ketogen, haben wir schon drüber gesprochen, die Mikronährstoffe wirklich ausreichend einzunehmen.
Plus dann eben gezielt die Dinge, die Neuroinflammation eindämmen, die das Gedächtnis unterstützen und so weiter. Entgiftungspraxis, Daily Detox in jedem Fall, Schlafoptimierung, Stressmanagement und Bewegung. Ganz, ganz wichtiger Faktor an der Stelle.
Und das sind jetzt die körperlichen Dinge. Und wir haben ja jetzt ausführlich über all das gesprochen, was man auf der körperlichen Ebene tun kann für die Gehirngesundheit. Und deswegen vielleicht an der Stelle nur der kurze Hinweis, wie wichtig natürlich auch die emotionale, mentale, spirituelle Ebene sind.
Und dass wir bitte auch die Lebensfreude nicht vergessen. Denn ich glaube, wir brauchen Spiel und Spaß und neugierig sein, offenen Geist haben, neue Dinge lernen, gute Beziehungen pflegen. Und wir können auf der körperlichen Ebene so viel tun.
Aber wenn die Lebensfreude fehlt, dann wird es schwer mit Gesundheit, mit einem langen und vor allen Dingen mit einem erfüllten Leben. Und das ist eigentlich auch ganz, ganz wichtig, unsere sozialen Beziehungen. Und einfach, dass wir die Freude und vielleicht auch das Staunen behalten.
[Nils Behrens] (1:36:22 - 1:37:06)
Also neugierig bleiben, offen bleiben, offen für andere Menschen vor allem auch. Und ich kann immer nur wieder den einen Satz von Professor Steinkrauss zitieren, have friends of all age groups. Und ich finde, das ist tatsächlich immer wichtiger, weil man sieht es ja, wie häufig Menschen, die dann wirklich sehr alt werden, dann irgendwann nicht mehr wollen, weil sie einfach nicht mehr genug Freunde haben.
Und ich glaube, dieses Thema soll gar nicht so eine, soll ich mal sagen, berechnende Absicht sein. Aber es ist auch wahnsinnig bereichernd, sich mit Menschen von allen Altersgruppen, und das mache ich nach oben wie nach unten, eben halt auszutauschen. Also von daher ist das, glaube ich, tatsächlich ein sehr, sehr guter letzter Rat, was das Thema soziale Kontakte betrifft.
Alina, es hat großen Spaß gemacht.
[Dr. Alina Lessenich] (1:37:06 - 1:37:07)
Mir auch.
[Nils Behrens] (1:37:07 - 1:37:08)
Ich sage Dankeschön.
[Dr. Alina Lessenich] (1:37:08 - 1:37:09)
Ich danke.
[Nils Behrens] (1:37:13 - 1:37:21)
Hast du denn ein absolutes Lieblings-Mikronährstoff oder einen Lieblings-Mikronährstoff, wenn du sagen würdest, okay, das ist wirklich meine Nummer eins?
[Dr. Alina Lessenich] (1:37:21 - 1:38:19)
Da stellst du mich jetzt vor eine Herausforderung, weil ich natürlich so viele Dinge einnehme und auch alle für wichtig empfinde. Aber was ich Menschen empfehlen würde, wenn sie es noch nicht tun, zu der Basisversorgung, gehört für mich unbedingt auch das Glutathion dazu, unser Hauptentgiftungsmolekül, unser Meister-Antioxidant, welches uns vor allen möglichen Erkrankungen schützt, vor allen Dingen vor chronischen Erkrankungen, schützt alle Körperzellen. Wir brauchen es zum Entgiften in der Leber.
Wir brauchen es zum Entgiften des Gehirns. Es schützt uns vor Leaky Gut und Leaky Brain, schützt die Barrieren des Körpers. Es unterstützt das Immunsystem.
Und es ist einfach ein ganz, ganz, ganz wichtige Substanz. Und ich würde eigentlich jedem empfehlen, das mal auch in höherer Dosis ganz langfristig einzunehmen und zu gucken, was das macht mit Gesundheit und Energielevel. Und wir alle haben einen reduzierten Spiegel aufgrund der Menge an Giften, denen wir ausgesetzt sind.
Deswegen Glutathion wäre meine Nummer eins.
[Nils Behrens] (1:38:20 - 1:38:44)
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