• Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set
  • Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set
  • Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set
  • Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set
  • Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set
  • Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set
  • Kyusu Tokoname Isshin Irabo Set

Japanische Teekanne Kyusu
Tokoname Isshin Irabo Set


Original japanische, handgedrehte Seitengriff-Teekanne aus Tokoname vom renommierten Studio Isshin, im Set mit 5 passenden Teetassen, ideal für die Zubereitung von gehobenem japanischen Grüntee, roter Naturton, Oxidationsbrand, außen glasiert (Iraboglasur), innen unglasiert, zur Betonung milder, basischer Aromen, 350ml + 5x80ml


99,90 €
ID 4126, inkl. 19% MwSt.

Verfügbarkeit: Nicht auf Lager

Lieferzeit: 1-3 Werktage


Typ   Seitengriffkannen: yokode kyūsu (横手急須)
Kiln   Tokoname Yaki (常滑焼)
Studio/Artist   Studio Isshin (一心陶房)
Herkunft   Tokoname (Reg.), Aichi (Präf.), Japan
Fassungsvermögen   350ml
Empfohlene Füllmenge   Zum optimalen Gelingen und Ausgiessen des Tees ist eine Füllmenge nur bis zum letzten Drittel des integrierten Siebes empfohlen.
Maße in cm
(Durchmesser ohne Griff x Höhe ohne Knauf)
  10.7 x 7.2
Gewicht   292g
Ton   Grüner Naturton (jap.: Ryokudei; 緑泥)
Brand   Oxidationsbrand (jap.: Sanka shōsei; 酸化焼成)
Glasur   Innen unglasiert (jap.: Yakishime; 焼き締め), außen gelblich-braune Glasur (jap.: Irabo; 伊羅保)
Sieb   integriertes Keramiksieb
Fertigung   Die Bestandteile von Deckel und Kanne werden von Hand in Form gegossen und dann passgenau zusammengesetzt.
(jap.: Ikomi; 鋳込み)
Verpackung   Karton
  

Reinigung außen:

Nur mit sauberem Wasser und einem weichen Tuch. Bei Verschmutzung mit aufgegossenem Grüntee abreiben und dann abspülen. Reinigung innen: nur mit sauberem Wasser ausspülen. Nicht kratzen oder anderweitig reinigen. Bei Benutzung setzt die Kyusu innen Patina an, die nicht entfernt werden sollte. Nach Verwendung von kalkhaltigem Leitungswasser zum Spülen der Kyusu, diese danach mit kalkarmem, weichem Wasser innen und außen nachspülen. Dies vermeidet die Beeinträchtigung durch Kalkablagerungen. Anschließend außen mit einem sauberen, weichen Tuch abreiben.

Es empfiehlt sich, auf Dauer möglichst nur die empfohlenen ähnlichen Teetypen in der selben Kyusu zu verwenden (siehe Reiter Teesorten). Die innen unglasierte Kyusu entwickelt im Zusammenspiel mit dem jeweiligen Tee eine Patina, die den Geschmack über die Zeit verbessert und intensiviert. Auch aus diesem Grund sollte bei der Zubereitung und Reinigung möglichst kein kalkhaltiges Leitungs- oder Flaschenwasser, sondern ein weiches, kalkarmes Wasser (ähnlich einem natürlichen Bergquellwasser) eingesetzt werden.

Ton

Grüner Naturton (jap.: Ryokudei; 緑泥)

Glasur

Gelblich-braune Glasur (jap.: Irabo; 伊羅保)

Oxidationsbrand (jap.: sanka shosei 酸化焼成)

Beim Brennen von Keramik setzen bei steigenden Temperaturen verschiedene Prozesse ein. Zuerst verdunstet das noch im Scherben zurückgebliebene Wasser. Ab einer Temperatur von 500°C ist der Ton vollständig entwässert und sein chemischer Zustand ist irreversibel. Die organischen Bestandteile verbrennen – Oxidation findet statt. Nach der Verfestigung beginnt die Phase der Verglasung.

Ein Brennvorgang, der mit ausreichend Sauerstoff bei niedrigem Kohlenstoffgehalt geschieht, nennt man Oxidationsbrand. Durch diesen wird dem Ton Sauerstoff entzogen und es bildet sich die Rotfärbung des eisenhaltigen Tons. Dies führt auch zu den spezifischen Eigenschaften einer so gebrannten Kyusu bei der Zubereitung von Grüntee. Der spezielle, mineralstoffreiche Ton reagiert nach dem Brand auf charakteristische Weise mit den Inhaltsstoffen des Tees und des Wassers.

Studio Isshin (一心陶房)

Gegründet 1980 von Sadao Tsuchihira, der das Studio inzwischen gemeinsam mit seinem Sohn Eiichi leitet. Der Fokus bei Isshin liegt auf der Kreation von Kyusu und Dobin mit Ascheanflug- und Iraboglasuren. Diese Kyusu ist ein sehr schönes Beispiel für letztere Glasurtechnik. Vater und Sohn gewannen schon diverse Preise für ihre Arbeiten.

Zur Pflege hochwertiger japanischer Keramik sollte grundsätzlich bei allen Zubereitungs- und Reinigungsschritten kalkarmes, weiches Wasser verwendet werden.

Eine Kyusu sollte vor der eigentlichen Teezubereitung zunächst mit warmem Wasser angewärmt werden, damit der Ton besser mit den Teeblättern reagieren kann. Erst dann werden die Teenadeln mit einem Holzlöffel hineingegeben. Je nach Geschmack, Sorte und Qualität empfehlen sich 1-3 gehäufte Teelöffel pro Person. Fortgeschrittene und Kenner bereiten den Tee meist deutlich stärker zu als Anfänger, welche den intensiven Geschmack und die Bitterstoffe weniger gewohnt sind.

Das Wasser nun vorsichtig und langsam über die Blätter gießen, im Idealfall aus einem Yuzamashi (Gefäß zur Abkühlung des Wassers nach dem Kochen) aus gleichem oder ähnlichem Ton und Brand. Für beste Ergebnisse sollte das Wasser nur bis zum oberen Drittel des Siebes gefüllt werden. Während der Ziehzeit bitte den Deckel schließen.

Zum Ausgiessen die Kyusu mit einer Hand so halten, dass der Daumen auf dem Knauf ruht. Darauf achten, dass die kleine Öffnung am Deckel auf gleicher Höhe mit der Tülle liegt. Dann den Tee langsam in mehreren Zügen in die Tasse ausgießen und frisch trinken. Falls mehrere Tassen befüllt werden, sollten diese in kleinen Schritten reihum eingegossen werden, um ein gleichmäßiges Ergebnis für alle Tassen zu erzielen. Am Ende des Ausgiessens die Kyusu mit beiden Händen vorsichtig, aber mit Nachdruck wiederholt ruckartig nach unten schwenken, um auch die letzten, besonders gehaltvollen Tropfen aus dem Tee zu gewinnen.

Anschließend die Kyusu geschlossen für den nächsten Aufguss stehen lassen. Nach dem letzten Aufguss den Tee vollständig aus der Kyusu entfernen und diese nur mit Wasser kräftig ausspülen. Innen nicht kratzen oder anderweitig reinigen. Schließlich die Kanne innen und außen mit kalkarmem, weichem Wasser nachreinigen, damit keine nachteiligen Kalkablagerungen entstehen. Außen mit einem sauberen Tuch kurz abreiben. Danach die Kyusu offen vollständig trocknen lassen.

Tokoname Yaki (常滑焼, Aichi Präfektur):

Tokoname ist der älteste der sogenannten Sechs Alten Öfen (jap.: roku koyo, 日本六古窯) Japans. Mit ca. 200 Brennöfen für traditionelle Keramik ist Tokoname inzwischen das größte Zentrum der Keramikproduktion. Der pure Naturton (Shudei) ist rot und besonders eisenhaltig und besitzt spezielle Eigenschaften in punkto Geschmack und Wirkung auf den Grüntee. Im Gegensatz zu anderen Regionen verfügt Tokoname noch heute über - wenn auch abnehmende - Reserven seines berühmten Naturtons.

Für die berühmten Shudei Kyusu wird ein möglichst eisenhaltiger, feinkörniger Ton mit spezieller Farbe verwendet, welcher unter Reisfeldern in Tokoname vorkommt. Der noch speziellere, echte Hon Shudei Ton mit dem idealen Eisengehalt ist dagegen inzwischen allerdings so selten, dass heutzutage Shudei noch zusätzlich mit natürlichem Eisenoxid angereichert wird, um den erwünschten Farbton von echtem Hon Shudei auch wirklich zu erzielen.

Eine Möglichkeit andersfarbige Kyusus herzustellen ist die Verwendung von Chara (jap.: チャラ) auf Shudei Kyusus. Hierzu sprüht der Töpfer nach dem Formen der Basis eine Mixtur aus rotem Ton und natürlichen Farbpigmenten auf. Der Prozess nennt sich Chara-gake. Anschließend wird die Kyusu gebrannt. Fertige Shudei Kannen mit Chara besitzen einen besonderen Glanz, der durch das Polieren der getöpferten Kyusu mit Metallspatel oder Stoff vor dem Brand erreicht wird. Daher wird häufig auf Glasuren oder Aufglasurmalerei verzichtet, da man den Ton für sich sprechen lässt.

Bei der Fertigung von Tokoname Kyusus kommen der sogenannte Oxidationsbrand für rote und der Reduktionsbrand für violette bis schwarze Scherben auf Gas- oder Elektroöfen zum Einsatz. Manche Studios, insbesondere bekannte Künstler, setzen mitunter eine Kombination der beiden Techniken für spezielle Farbmuster ein (jap.: Yohen 窯変). Der Oxidationsbrand wird je nach Ton zwischen 1100 und 1200 Grad Ceslsius vorgenommen und muß wegen der Farbänderungen und der Gefahr zu reißen äußerst genau kontrolliert werden.

Durch die Einführung des Vielgewölbe-Mehrkammer-Hangofens (jap.: renboshiki-noborigama, 連房式登窯) 1834 wurde eine Verbesserung der Steuerung des Brennvorgangs gegenüber früheren Öfen erreicht. Dadurch und durch die Hilfe chinesischer Spezialisten wurde die Entwicklung der roten, unglasierten Shudei-Ware (jap.: Yakishime; 焼き締め) erst möglich. Besonders für die Shudei-Kyusus aus rotem toki ist Tokoname in ganz Japan, bzw. weltweit, berühmt geworden. Die Studios der Region sind aber auch für viele andere Techniken bekannt, wie z.B. die Ascheglasur (jap.: Kaiyu; 灰釉), dunkle Brandspuren durch Kohlenstoff-Imprägnierung (koge), Seladon-Arbeiten und das Vermischen verschiedener Tonarten und -farben.