Verkostung des Hashiri Shincha Tanegashima Kuritawase

Verkostung: Hashiri Shincha Tanegashima Kuritawase

Der Hashiri Shincha Kuritawase von der südlich vor Kagoshima gelegenen Pazifikinsel Tanegashima gehört zu den allerersten Shinchas Japans. Dank der optimalen Wetterbedingungen dieses Jahr konnte die Ernte dieses Jahr im idealen Zeitraum Ende März durchgeführt werden, so dass der Tee dieses Jahr noch etwas harmonischer und runder als im letzten ausfiel.

Wie für Shincha üblich, ist dieser Tee nur kurz gedämpft (asamushi) und etwas weniger stark getrocknet, wodurch seine frischen, ausgeprägten Aromen und Nährstoffe stärker zur Geltung kommen.

Bei der Verkostung des Hashiri Shincha Tanegashima Kuritawase verwendeten wir gut zwei gehäufte Teelöffel auf etwa 0,2l Wasser. Bitte achten Sie darauf, nur gutes, weiches (kalkarmes) Wasser zu verwenden, da sonst der Geschmack dieses edlen Tees zu sehr leidet.

Dieser edle Shincha eignet sich gut für bis zu vier Aufgüsse.

Verkostung: Hashiri Shincha Tanegashima Kuritawase

Der seltene Kultivar Kuritawase ist neben vielen Aminosäuren auch sehr Catechin-reich (wertvolle Bitterstoffe). Der insgesamt sehr vollmundige, tiefe Umami-Geschmack wird durch einen relativ langen, ersten Aufguss mit nur 60°C unterstützt. Bei den weiteren Aufgüssen empfiehlt sich eine etwas höhere Ziehtemperatur, da hierdurch die schönen Catechine und Bitterstoffe betont werden.

  • Erster Aufguss: wir wählten 85sec bei 60°C in der roten Tokoname Kyusu Shōryū Shudei vom bekannten lebenden Tokoname-Meister Shōryū. Der rote Ton im Oxidationsbrand hebt die schönen Bitterstoffe besser hervor. Dieser erste Aufguss präsentierte sich mit viel Umami, sehr vollmundig-tief, mit zugleich deutlicher, wunderbarer Edelbitterkeit und schöner Adstringenz. Der Tee ist richtiggehend süffig, mit einer belebenden, leicht vegetalen Note nach frischem Gras und einem Hauch von Vanille.
  • Der zweite Aufguss (25sec, 70°C) bringt die Edelbitterkeit deutlich stärker zur Geltung. Der Catechin-Reichtum des Kuritawase zeigt sich, der Tee bekommt eine mineralische Note und wirkt sehr kräftig und frisch.
  • Der dritte Aufguss (20sec, 70°C) fällt leichter aus. Die Tanine werden präsenter und bringen im Zusammenspiel mit der Shincha-Frische einen Anklang an Zitronen ins Spiel.
  • Der vierte Aufguss (20 sec., 65°C) stellt den milden Ausklang der Sequenz dar. Die Edelbitterkeit ist noch deutlich, der Charakter bleibt voll erhalten, jedoch in allen Aspekten leichter und ruhiger. Die Süße tritt mehr in den Vordergrund. Ein harmonischer Abschluss nach den vorherigen, sehr intensiven Aufgüssen.

Bewertungsübersicht des Hashiri Shincha Tanegashima Kuritawase

UmamiEdelbitterRefreshingEdelsüßHarmonieEleganzKraftGesamt
96 96 95 97 97 96 97 96,3


Passende Kyusu und Yuzamashi:
Zur Betonung der schönen, gehaltvollen Bitterstoffe dieses seltenen Hashiri Shinchas Kuritawase gefiel uns die Tokoname Kyusu Shōryū Shudei aus rotem natürlichem Ton von Meister Shōryū besonders gut. Der Oxidationsbrand, der besondere Ton und die dünne Verarbeitung bringen die edle Kraft der Bitterstoffe etwas mehr in den Vordergrund und verhelfen so dem seltenen Charakter des Tees besser zur Geltung.

Als Wasserkühler empfehlen wir entsprechend auch einen Yuzamashi aus rotem Tokoname-Ton.

Der Hashiri Shincha Kuritawase hat durch seine Frische, die ausgeprägten Aminosäuren und besonderen Catechine das Potenzial für vier volle Aufgüsse. Auch hier sollte man sich jedoch die Zubereitung auch eines einzelnen Aufgusses mit insgesamt 2 Minuten und 3-4 gehäuften TL nicht entgehen lassen.

Verkostung: Hashiri Shincha Tanegashima Kuritawase