Verkostung des Ichibanzumi Shincha Mariko Kondowase

Verkostung: Ichibanzumi Shincha Mariko Kondowase

Vorbemerkung

Wie für Shincha üblich, ist dieser Tee nur leicht gedämpft (asamushi) und etwas weniger stark getrocknet, wodurch seine frischen, ausgeprägten Aromen und Nährstoffe stärker zur Geltung kommen.

Bei der Verkostung des Ichibanzumi Shincha Mariko Kondowase verwenden wir zwei gut gehäufte Teelöffel auf etwa 0,2l Wasser. Bitte achten Sie darauf, nur gutes, weiches (kalkarmes) Wasser zu verwenden, da sonst der Geschmack dieses edlen Tees zu sehr leidet.

Für hochwertige Grüntees, wie dieser Shincha, ist es zudem geradezu entscheidend, die richtige Kyusu auszuwählen. Der Geschmack des Tees wird massiv durch die unterschiedlichen Brenntechniken und Tonarten bestimmt.

Verkostung

Der frühe Kultivar Kondōwase ist äußerst selten und wird nur an der West-Seite des Upper Abe River und in Mariko (beide in Shizuoka angebaut). Als Kreuzung aus einer Assam-Saat und der Yabukita handelt es sich um eine geschmackliche Besonderheit.

Sind wir prinzipiell Befürworter des vollen Geschmacks eines einzelnen Aufgusses mit 2 Minuten und 60°C, so eignet sich dieser Shincha gut für mindestens vier Aufgüsse. Die verschiedenen Aufgüsse bringen den exotischen Geschmack dieses exquisiten Tees besonders gut zur Geltung.

Kondōwase zeichnet sich durch die speziellen Inhaltsstoffe guter Assam-Tees aus, vor allem spezielle Bitterstoffe / Catechine und Methylanthranilat. In der Kreuzung mit dem wohlschmeckenden typischen Grüntee-Cultivar Yabukita ergibt sich eine Kombination aus Frische, Kraft und Vitalität des ersten Shizuoka-Shinchas kombiniert mit Jasmin-, Grapefruit- und Beeren-Noten eines edlen Schwarztees.

  • Erster Aufguss: wir wählten 60sec bei 55°C in der Tokoname Kyusu Shōryū Shudei vom bekannten lebenden Tokoname-Meister Shōryū. Dieser erste Aufguss zeigt ein schönes Umami (deutlich mehr als noch im Vorjahr) und frisches Chlorophyll, gepaart mit einem noch zurückhaltenden Assam-Charakter. Der Tee ist weich und milder als die folgenden Aufgüsse, schön süß mit leichten Grapefruit- und Vanille-Noten.
  • Der zweite Aufguss (30sec, 60°C) bringt den wahren Charakter dieses besonderen Tees voll zur Geltung. Uns gefiel dieser Aufguss am Besten, er zeigt seine wahre Seele. Wir wurden von einem ausgeprägten, süßen Jasmin-Geschmack und fruchtigen ätherischen Ölen sowie einer aromatischen Edelbitterkeit überrascht.
  • Der dritte Aufguss (30sec, 60°C) fällt ähnlich aus. Wiederum wunderschöne Assam-Nuancen, überraschenderweise noch etwas runder und harmonischer als im letzten Aufguss. Die besonderen Flavonoide entfalten sich vollständig.
  • Der vierte Aufguss (25 sec., 60°C) zeigt einen ganz anderen Charakter. Er präsentiert sich süß und mild und zeigt neben der schönen Beeren-Note nun auch einen Hauch von Orangen- und Zitronen-Schalen, süffig, aber immer noch kräftig.
  • Dieses Jahr empfehlen wir den Tee sogar bis zu sechs Aufgüssen, er besitzt erfreulicherweise mehr Umami und Gehalt als im letzten Jahr.

Bewertungsübersicht des Ichibanzumi Shincha Mariko Kondowase

UmamiEdelbitterRefreshingEdelsüßHarmonieEleganzKraftGesamt
95 97 95 95 96 95 98 96


Passende Kyusu und Yuzamashi:

Zur Betonung der schönen, gehaltvollen Bitter- und Aroma-Stoffe dieses seltenen Ichibanzumi Shincha Kawane Kondōwase gefiel uns die Tokoname Kyusu Shōryū Shudei aus rotem natürlichem Ton von Meister Shōryū besonders gut. Der Oxidationsbrand, der besondere Ton und die dünne Verarbeitung bringen die edle Kraft der Bitterstoffe etwas mehr in den Vordergrund und verhelfen so dem seltenen Charakter des Tees besser zur Geltung.
Als Wasserkühler empfehlen wir entsprechend auch einen Yuzamashi aus rotem Tokoname-Ton.

Der Ichibanzumi Shincha Kawane Kondōwase besitzt das Potenzial für mindestens vier, dieses Jahr sogar bis zu sechs volle Aufgüsse. Auch hier sollte man sich jedoch die Zubereitung auch eines einzelnen Aufgusses mit insgesamt 2 Minuten und 2-3 gehäuften TL nicht entgehen lassen.