Kyusu Banko
Jitsuzan Senbatsuru
千羽鶴

Meister Jitsuzan

ID
5592
Charmant-verspielte Banko-yaki-Teekanne von Ito Jitsuzan, einem hoch-anerkannten traditionellen Kunsthandwerker, graviert im klassischen Senbatsuru-Motiv ("Tausend Kraniche"), welches den Tonkörper umfließt. Gekrönt wird diese einzigartige Kanne von einer Glocke im à jour gearbeiteten Deckel. Diese Kyusu von hohem Sammlerwert ist für die Zubereitung von edlem Grüntee gedacht und bietet Platz für bis zu drei kleine Tassen.
 
Typ Seitengriffkanne, yokode kyūsu (横手急須)
Kiln Banko Yaki (萬古焼)
Studio/Artist Meister Jitsuzan
Herkunft Yokkaichi, Mie Präfektur, Japan
Fassungsvermögen 300ml
Empfohlene Füllmenge Zum optimalen Gelingen und Ausgiessen des Tees ist eine Füllmenge nur bis zum letzten Drittel des integrierten Siebes empfohlen.
Maße
(Durchmesser ohne Griff x Höhe ohne Knauf)
Ø10 x 7cm
Gewicht 220g
Ton Violetter Naturton (jap.: Shidei; 紫泥)
Brand Reduktionsbrand (還元焼成)
Glasur innen und außen unglasiert (jap.: Yakishime; 焼き締め), für schönen Glanz im Finish poliert
Dekor Kranich Gravur, mit Glocke im Deckelknauf
Sieb Handgestochenes Kugelsieb
Fertigung Die Bestandteile von Deckel und Kanne werden von Hand auf der Töpferscheibe getöpfert und dann passgenau zusammengesetzt. (jap.: Rokuro; 轆轤)
Stempel Künstlerstempel
Verpackung Signierte Holzbox (Kiribako)
268,90 €

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ID
5592

Ab Ende November wieder verfügbar

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Ito Jitsuzan 実山

1937 geboren, ist Ito Jitsuzan ein renommierter traditioneller Kunsthandwerker, der sich auf Techniken konzentriert, die nur von Hand ausgeführt werden können, wie z.B. durchbrochene Strukturen und sogar das Einsetzen von Glocken in die Deckel seiner Kyusus. Die Fertigkeiten hierzu hat er von seinem Vater gelernt und führt heute die Jitsuzan Kunsthandwerkslinie in zweiter Generation fort. Unter seinen zahlreiche Auszeichnungen sticht besonders die Ernennung zum "Immateriellen Kulturgut" durch die Stadt Yokkaichi hervor, einer der höchsten Ehren der japanischen Kultur. Ito Jitsuzan gehört außerdem zu den wenigen verbliebenen Kyusu-Machern in Yokkaichi, die noch die alten Kata-Banko-Technik beherrschen. Dabei wird der Ton dünn auf hölzerne Formen gestrichen, die nach dem Trocknen und noch vor dem Brennen des Tons vorsichtig entfernt werden. Obwohl diese Methode zeitaufwendig ist und viel Geschick erfordert, ist er der Überzeugung, dass sie eine Feinheit des Materials ermöglicht, die sich auf der Töpferscheibe schlicht nicht umsetzen lässt.

 

Banko Kyusu

Eine Kyusu ist eine traditionelle japanische Teekanne für die ideale Zubereitung von japanischem Grüntee. Aus Naturton gebrannt und innen unglasiert, reagiert der Scherben mit dem Wasser und dem Tee und hebt bestimmte Aromen hervor. Der Tee kann optimal frei schwebend in der Kanne ziehen, zudem lagern sich die Blätter beim Eingießen vorteilhaft über das integrierte Sieb, sodass sie zum einen selbst filtern, zum anderen eine vollständigere Extraktion von Geschmacks- und Inhaltsstoffen ermöglichen. Der Tee wird immer nur frisch, dafür aber mehrfach aufgegossen. Der Seitengriff und der Knauf auf dem Deckel verhindern, dass die Hand mit dem zu heißen Körper in Kontakt kommt.

Im Laufe der Geschichte gab es hunderte Keramikzentren in Japan, überall, wo der vulkanische Boden reiche Tonvorkommen aufwies. Einige sind bis heute aktiv, darunter die sechs wichtigsten "Alten Öfen" (jap. Rokkoyo): Bizen, Shigaraki, Seto, Echizen, Tamba und Tokoname. Aber auch andere, wie zum Beispiel Karatsu, Hagi, Mino, Shino, Oribe, Setoguro Ki-Seto und Kyo-yaki, und für Teekeramik vor allem Banko in Yokkaichi.

Sie unterscheiden sich regional nach der Zusammensetzung des Tons, der prävalenten Brennmethode, der Handarbeitsschritte, Dekorations- und Glasurtechniken und der Feinheit bzw. bewussten Grobheit der Herstellung. Vor allem der Ton und der Brand entscheiden über den geschmacklichen Charakter der Kyusu, d.h. welche Arten von Aromen eines Tees von ihr hevorgehoben oder gedämpft werden. Daher haben Teeliebhaber oft verschiedene Kyusu unterschiedlicher Qualitäten zu Hause, um je nach Tee und dessen Qualität die optimale Zubereitung zu ermöglichen. Zu den edelsten und wertvollsten Kyusu zählen diejenigen berühmter Künstler, die nicht nur für ihre speziellen Talente in der Fertigung, Form und Dekoration berühmt sind, sondern auch für ihre eigene Fertigung des Naturtons sowie ihre eigenen Brenntechniken, die zu einzigartigen Qualitäten führen.

Angeführt von den lebenden Nationalschätzen, den höchstausgezeichneten Meistern, gibt es eine ganze Hierarchie der Kunstfertigkeit, die über Studios, die noch vom Ruf vergangener Meister zehren, junge, wilde Studios bis hin zu familienbetriebenen Kleinstbetrieben, die den Großteil der Alltagsteekeramik herstellen. Wichtige Sammlerobjekte sind die Vintage Kyusu, die noch vollständig aus inzwischen erschöpften Vorkommen des hochwertigsten Naturton der jeweiligen Region gefertigt sind und damit unvergleichliche Qualitäten im Teeaufguss erzielen.

Banko Yaki

Yokkaichi Banko-yaki 四日市萬古焼

Der Händler und leidenschaftliche Chajin ("Teemensch") Nunami Rozan gilt als der Gründervater des Banko-yaki. Bereits im 18. Jahrhundert eröffnete er einen Brennofen im heutigen Asahi-machi in der Präfektur Mie und versah seine Waren mit dem Stempel 萬古不易 - Banko-Fueki: "ewig unveränderlich" - in der Hoffnung, dass seine Keramiken über Generationen hinweg für immer weitergegeben würden. Heute wird Banko-yaki immer noch in der Präfektur Mie, hauptsächlich in der Stadt Yokkaichi, hergestellt und gilt als geschütztes traditionelles Kunsthandwerk der japanischen Kultur. Synonym für Banko ist der ortstypische, eisenhaltige Shidei "Purpur-Ton", der beim Brennen in einem Hochtemperatur-Reduktionsofen äußerst hitzebeständig wird und dabei die charakteristische, tief violett-braune Farbe annimmt und einen fast metallischen Glanz erhält. Man sagt, dass die Tannine im grünen Tee mit dem Eisen im unglasierten Shidei-Teegeschirr reagieren und die Adstringenz des Tees abmildern, wodurch seine Süße hervorgehoben wird; daher werden umami-reiche Tees wie Sencha, Kabusecha und Gyokuro für die Verwendung von Banko sehr empfohlen.

Herstellung

Ton

Violetter Naturton (jap.: Shidei; 紫泥) 

Rokuro

Die Bestandteile von Deckel und Kanne werden von Hand auf der Töpferscheibe getöpfert und dann passgenau zusammengesetzt. (jap.: Rokuro; 轆轤)

Ofenatmosphäre: starker Reduktionsbrand (jap.: Kyo-kangen Shosei; 強還元焼成)

Beim Brennen von Keramik setzen bei steigenden Temperaturen verschiedene Prozesse ein. Zuerst verdunstet das noch im Scherben zurückgebliebene Wasser. Ab einer Temperatur von 500°C ist der Ton vollständig entwässert und sein chemischer Zustand ist irreversibel. Die organischen Bestandteile verbrennen – Oxidation findet statt. Nach der Verfestigung beginnt die Phase der Verglasung.

Beim reduzierenden Brennen der Keramik wird ein Kohlenstoffüberschuss und eine Reduktion des Sauerstoffes im Brennofen erzeugt. Kohlenmonoxid entzieht der Umgebung und dem Scherben Sauerstoff. Eine starke Rauchentwicklung ist die Folge. Der Scherben verändert seine Farbe, von hellgrau bis schwarz, je nach Stärke und Zeit der Reduktion. Der Ton besitzt weniger Sauerstoff, wird fester und solider und erhält zugleich eine größere Porosität. Insgesamt führt dies zu den spezifischen Eigenschaften einer so gebrannten Kyusu bei der Zubereitung von Grüntee in punkto Geschmack und Wirkung. Der spezielle, mineralstoffreiche Ton reagiert nach dem Brand auf charakteristische Weise mit den Inhaltsstoffen des Tees und des Wassers (siehe Reiter Teesorten).

Glasur

unglasiert (jap.: Yakishime; 焼き締め)

Passend für

Besonders empfohlen für folgende japanische Grüntees:

Umami-starke, wenig bittere Grüntees
Sorten: Umami-reiche Senchas / Shinchas, Gyokuro, Kabusecha, Gyokuro Karigane
Ernte: 1. Ernte
Cultivare: Fujimidori, Gokō, Kanayamidori, Komakage, Kuritawase, Okumidori, Saemidori, Samidori, Shojū, Yutakamidori, Blends aus diesen Cultivaren

Braune / violette Irdenware aus starkem Reduktionsbrand (Banko) akzentuiert durch die Aktivierung des Eisengehalts und der höheren Porösität die edlen weicheren und süßen Aromen (insbes. Aminosäuren) und das Umami von gehobenem Grüntee. Dadurch kommen die Stärken Umami-reicher Teesorten besser zur Geltung. Ihr Geschmack wird so etwas reicher und anhaltender.

Es empfiehlt sich, auf Dauer möglichst nur die oben empfohlenen ähnlichen Teetypen in der selben Kyusu zu verwenden. Die Kyusu aus Naturton entwickelt im Zusammenspiel mit dem jeweiligen Tee eine Patina, die den Geschmack über die Zeit verbessert und intensiviert. Auch aus diesem Grund sollte möglichst kein kalkhaltiges Leitungs- oder Flaschenwasser, sondern ein weiches, kalkarmes Wasser (ähnlich einem natürlichen Bergquellwasser) eingesetzt werden.

Anwendung

Zur Pflege hochwertiger japanischer Keramik sollte grundsätzlich bei allen Zubereitungs- und Reinigungsschritten kalkarmes, weiches Wasser verwendet werden.

Eine Kyusu sollte vor der eigentlichen Teezubereitung zunächst mit warmem Wasser angewärmt werden, damit der Ton besser mit den Teeblättern reagieren kann. Erst dann werden die Teenadeln mit einem Holzlöffel hineingegeben. Je nach Geschmack, Sorte und Qualität empfehlen sich 1-3 gehäufte Teelöffel pro Person. Fortgeschrittene und Kenner machen den Tee meist deutlich stärker als Anfänger, die den intensiven Geschmack und die Bitterstoffe weniger gewohnt sind.

Das Wasser nun vorsichtig und langsam über die Blätter gießen, im Idealfall aus einem Yuzamashi (Gefäß zur Abkühlung des Wassers nach dem Kochen) aus gleichem oder ähnlichem Ton und Brand. Für beste Ergebnisse sollte das Wasser nur bis zum oberen Drittel des Siebes gefüllt werden. Während der Ziehzeit bitte den Deckel schließen.

Zum Ausgießen die Kyusu mit einer Hand so halten, dass der Daumen auf dem Knauf ruht. Darauf achten, dass die kleine Öffnung am Deckel auf gleicher Höhe mit der Tülle liegt. Dann den Tee langsam in mehreren Zügen in die Tasse ausgießen und frisch trinken. Falls mehrere Tassen befüllt werden, sollten diese in kleinen Schritten reihum eingegossen werden, um ein gleichmäßiges Ergebnis für alle Tassen zu erzielen. Am Ende des Ausgießens die Kyusu mit beiden Händen vorsichtig, aber mit Nachdruck wiederholt ruckartig nach unten schwenken, um auch die letzten, besonders gehaltvollen Tropfen aus dem Tee zu gewinnen.

Anschließend die Kyusu geschlossen für den nächsten Aufguss stehen lassen. Nach dem letzten Aufguss den Tee vollständig aus der Kyusu entfernen und diese nur mit Wasser kräftig ausspülen. Innen nicht kratzen oder anderweitig reinigen. Schließlich die Kanne innen und außen mit kalkarmem, weichem Wasser nachreinigen, damit keine nachteiligen Kalkablagerungen entstehen. Außen mit einem sauberen Tuch kurz abreiben. Danach die Kyusu offen vollständig trocknen lassen.

Pflege und Reinigung

Der Shidei Banko wird schnell eine Patina entwickeln und mit zunehmendem Gebrauch mehr und mehr an Glanz gewinnen. In den ersten Monaten ist es normal, dass sich Fingerabdrücke auf der Oberfläche abzeichnen, aber diese werden nach und nach verschwinden, wenn die Oberfläche beginnt, einen tiefen Lüster zu entwickeln - genießen Sie einfach, wie sich die Kyusu in Ihren Händen verwandelt! Verwenden Sie zur Reinigung nur Wasser und ein weiches Tuch und lassen Sie es anschließend an der Luft trocknen. Verwenden Sie keine Reinigungsmittel und geben Sie es nicht in die Spülmaschine. Bei hartem Wasser kann es zu Kalkablagerungen kommen. In diesem Fall mit weichem Flaschenwasser abspülen und mit einem weichen Tuch nachwischen.

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